Happy Birthday! Der Wikipedia Stammtisch München wird 10 Jahre alt

Münchner Wikipedianerplausch - Fantasy hat angeregt, sich doch mal in München zu treffen. Als Terminvorschlag steht dafür der nächste Donnerstag, 23.10.2003 im Raum. Wer kommt? Elian

So fing vor 10 Jahren die Geschichte des ersten Wikipedianer-Stammtisches an. Und im Bericht vom ersten Treffen fand sich die Vorhersage “Das Treffen werden wir leider wiederholen müssen, da wir es nicht geschafft haben alle Themen vollständig abzuhandeln ;-)”.

Und deswegen gibt es heute, am Samstag, 19.10.2013, einen weiteren öffentlichen Edit-Workshop des Stammtischs München und  anschließend eine Feier zum 10jährigen Bestehen des Stammtischs.

  • Der Edit-Workshop findet ab 15 Uhr statt im Café Netzwerk (Luisenstr. 11, 80333 München),
  • die anschließende Feier ab 19 Uhr ganz um die Ecke  im Munich Flair (Gabelsbergerstr. 24, 80333 München).

Vielen Dank für die vielen Aktionen der letzten 10 Jahre nach München und alles Gute für die nächsten (mindestens) 10!

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Ein Community-Stützpunkt / -Space / -whatever. Warum, wo, wie, wann und wer?

Im Wikipedia:Kurier gab es eine Diskussion über den auf dem Workshop:Köln am 6. Oktober 2013 diskutierten Community-Stützpunkt (der auch einen ganz anderen Namen haben könnte). Die Diskussion ist auch aufgrund der Darstellung im Kurier-Artikel so heftig geworden, so dass ich – ganz ohne den Artikel selbst bewerten zu wollen – meine eigene Sicht der Dinge darstellen möchte. Auf Anregung von Sebastian Sooth reblogge ich diesen Beitrag aus meinem privaten Blog nun auch hier.

Warum

Eines der wichtigsten Worte auf dem Workshop war “Bespielen”: Also die Frage, wofür wir so etwas überhaupt brauchen. Natürlich haben wir nicht stundenlang über irgendwelche Strukturen diskutiert, ohne die Inhalte zu kennen, die dort ablaufen könnten; ganz im Gegenteil, die Klärung dieser Frage war sehr wesentlich. Hier eine Auflistung der Dinge, die in einem Community-Dingsda passieren könnten.

  • Gemeinsames Editieren (Edit-a-thon)
  • Redaktionstreffen (damit auch Räumlichkeiten außerhalb Berlins zur Verfügung stehen)
  • Schulungen für Wikipedia-Anfänger verschiedener Zielgruppen
  • Regionale Workshops
  • Lokale GLAM-Aktivitäten (jemanden in den Space einladen)
  • WLM: Jury-Sitzungen, Fotoworkshops, Anwerben von NeuautorInnen, eine kleine Fotoausstellung, die zum Mitmachen anregt und die SiegerInnen und auch diejenigen, die vielleicht keinen Preis gewonnen haben, ehrt
  • Spontane Einzelbetreuung
  • Brückenfunktion Stammtisch und Wikipedia-Arbeit: Jemand, der das erste Mal auf dem Stammtisch aufgeschlagen ist, kann beim nächsten Edit-a-thon einfach mal zugucken
  • Kleine Vortragsreihen, für AutorInnen, damit sie auch auf andere Ideen kommen
  • “Lagerraum” für all die Dinge, die sonst ständig aus Berlin angeschleppt werden müssen
  • Kleine Bibliothek zur Ausleihe
  • “Wikipedia-Sprechstunde” für NeuautorInnen, angekündigt in der Wikipedia
  • “Wikimedia-Sprechstunde” für neue Wikimedia-Aktive, angekündigt auf der Vereinshomepage oder so
  • “Wikimedia Commons-Sprechstunde” für neue FotografInnen, keine Ahnung, wie man das ankündigt
  • Alle Schwesterprojekte können auch solche Workshops anbieten
  • Vor- und Nachbereitung von Exkursionen
  • Einen Raum für die Presse zur Verfügung haben
  • Community-Buildings-Gedöns (gemeinsames Kochen, Spielen, Spaß haben, Plaudern, einen Lesekreis organisieren, Kaffee und Kuchen, gemeinsam kreativ sein und neue Ideen in die Welt setzen …..)

Das ist unheimlich viel und die Liste kann noch um das Dreifache ergänzt werden. Und wenn wir nach der Testphase feststellen: Nichts davon hat dort stattgefunden, der Raum ist verstaubt und das Papier  vergilbt, der/die Zuständige sitzt die ganze Zeit schlafend in der Ecke und die lokale Gruppe von Freiwilligen hat sich verkrümelt, dann schließen wir das Ding. Aber der Gründe, das einmal zu probieren, gibt es wohl genug. Und das war Konsens auf dem Workshop (der-/diejenige, der/die widersprechen will, möge mich hauen).

Ein Wort zu “wie konkret verbessert das die Wikipedia?”: Wie Edit-a-thons und Fotoworkshops die Wikipedia verbessern, will ich hier gar nicht ausführen. Die übrigen Punkte zielen in erster Linie auf die Gewinnung neuer Beitragender und neuer Inhalte bzw. Quellen für Inhalte. Aber auch alle Aktivitäten, die im letzten Punkt “Community-Buildings-Gedöns” zusammengefasst sind, sind elementar wichtig für die Wikimedia-Projekte: Auch wenn viele sich das nicht vorstellen können (und ja auch nicht jede/r daran Gefallen finden muss), so ist die persönliche Bindung an AutorInnen, die mit einem das selbe Ziel verfolgen, für einige die größte Motivation und die kann durch solche Aktionen immens gesteigert werden.

Wo

Aus meiner Sicht – und ich denke, wir waren uns da auf dem Workshop einig – kann ein Community-Stützpunkt überall dort entstehen, wo er gebraucht wird und genügend Träger findet.

Wichtig scheint mir noch die Frage zu sein: “Warum in Köln?”: Nämlich nicht etwa, weil die Kölner mit ihrem übersteigerten Selbstbewusstsein selbst eine große Nummer spielen wollen oder weil sie so gut im Klüngeln sind (dieses Argument kam tatsächlich irgendwo), sondern weil sie die Idee hatten, sie weitergetrieben haben, weil sie eine gut organisierte Community sind, weil es einen offensichtlichen Bedarf gibt und weil eine Entscheidung für Köln langfristig keine Entscheidung gegen [beliebige deutsche Stadt hier einsetzen] ist.

Wie

Das Konzept treibt bereits aus.
(Foto: CC-by-SA 3.0, Hedwig Storch)

Wir haben dann auf dem Workshop drei Gruppen gegründet. Und ja, es gab einein Dissens (inhaltliche Erläuterung folgt gleich). Diesen Dissens herauszustellen, war Zielsetzung dieser Gruppenarbeit. Kein Wunder also, dass das auch passiert ist. Der Dissens war aber viel kleiner, als wir alle angenommen hatten und entsprechend konstruktiv war auch die Präsentation der Ergebnisse der drei Arbeitsgruppen.
Wir hatten uns vor der Gruppenbildung darauf geeinigt, dass wir unser Bild eines Community-Spaces als Zwiebel verstehen. Tränenfrei, versteht sich. Im Kern, sozusagen als Must-have, war der Basis-Teil, der sich ausschließlich an die Community richten sollte und alle Aktivitäten aus der obigen Liste abdeckte, die sich nur “nach innen” richten sollten. Wir nannten das “Zwiebel 1″ und beauftragten eine Gruppe damit, dieses Szenario konkreter auszugestalten. Die äußere Schicht war optional und sollte auch die Aktivitäten abdecken, die sich mit der Repräsentanz, dem Gewinnen von NeuautorInnen, mit GLAM und Gedankenspielereien zu Ausstellungen beschäftigen – zusammengefasst, sich also auch an “externe Zielgruppen” richten. Wir tauften diese Arbeitsgruppe “Zwiebel 2″ und schickten sie in einen anderen Arbeitsraum. Eine weitere Arbeitsgruppe sollte schon einmal ein grobes zeitliches Raster entwickeln und grundsätzliche Überlegungen anstellen, um die beiden Arbeitsgruppen ggf. wieder zu erden  (wir sprachen hier von einer “Meta-Zwiebel” oder auch vom “Zwiebel-Pflanzen”) und später sollten das erste und das zweite Szenario hier eingefügt werden.

Gesagt getan. Die erste Gruppe entwarf folgendes Szenario:

  • Es gibt ein Space-Team, das für die Bespielung des Community-Space zuständig ist.
  • Es gibt eine/n Facility-Manager/in, der/die überwiegend Hausmeister-Funktionen ausübt.
  • Es soll nur das dort stattfinden, was das lokale Team auch realisieren kann.
  • Es gibt mehrmals wöchentlich Präsenzzeiten im Space, um erreichbar zu sein.
  • Der Raum ist in erster Linie gemütlich ausgerichtet.
  • Das Space-Team ist der/dem Facility-Manager/in weisungsbefugt, aber er/sie ist Angestellter von WMDE.

Das zweite Szenario sah wie folgt aus:

  • Es gibt ein Planungsgremium, das für die Bespielung des Community-Space zuständig ist.
  • Es gibt eine/n Community-Assistant, der/die als “primus inter pares” im Planungsgremium sitzt und in Zusammenarbeit mit dem Planungsgremium die Nutzung des Space plant, Termine koordiniert, ein Lager koordiniert etc.
  • Es soll nur das dort stattfinden, was das lokale Team auch realisieren kann.
  • Es gibt mehrmals wöchentlich Präsenzzeiten im Space, um erreichbar zu sein.
  • Der Raum hat einen gemütlichen und einen offizielleren Teil (Sitzungsräume, kleiner Schulungsraum).
  • Das Space-Team und der/die Community-Assistant arbeiten eng zusammen, letztendlich weisungsbefugt ist, als Arbeitgeber, die GS in Berlin.

Keine von beiden Gruppen klebte an ihren Vorstellungen. Noch im Nachgespräch zu den Gruppenpräsentationen im Plenum spürte ich förmlich die Annäherung, so ähnlich waren ja auch die entworfenen Konzepte. Das war kein spaltender Dissens, sondern der, der zwei unterschiedlichen Grundannahmen des “Warums” entsprang und leicht gelöst werden kann.

Wann

Es folgte noch die Präsentation der Meta-Zwiebel, die sich mit verschiedenen strukturellen Themen befasst hatte und zu folgenden Schlüssen gekommen war:

  • Es muss eine Testphase geben, damit alles wieder eingestellt werden kann, wenn alles sich anders entwickelt, als gedacht.
  • Die Stellenbeschreibung und Weisungsgebundenheit der/des Mitarbeiters/in muss klar sein; die Gruppe empfiehlt die Zusammenarbeit mit WMDE, auch um die Mietverträge für den Raum abzuschließen.
  • Es sollte für den Raum eine Art “Mission statement”, eine Nutzungsideologie geben.
  • Es sollte eine Art Vereinbarung zwischen WMDE und dem Space-Team geben.
  • Die Frage nach der finanziellen Abwicklung (Budget/Einzelanträge etc.) muss noch geklärt werden, ist aber ein Detail, das den Inhalten unterzuordnen ist.

Wer?

Dann gründete sich ein Space-Team, das aus den drei Zwiebeln ein Gesamtkonzept entwickeln und es WMDE vortragen sollte (Sebaso stand dafür zur Verfügung) und ein Meta-Space-Team, das die Entwicklung in Köln und auch an anderen Orten strategisch begleiten und überwachen sollte, um “Lessons learned” und “best practices” für die anderen Teams zu sammeln und aufzubereiten, denn, nochmal: Eine Entscheidung für Köln ist keine Entscheidung gegen Hamburg, München oder sonstwo.

Eine Gruppe von Leuten fand sich für beides. Es sind sozusagen die Gründungs-Space-Teams. Los geht’s!

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Wikimedia:Woche 42/2013

Die Wikimedia:Woche ist die wöchentliche Zusammenfassung von aktuellen Nachrichten aus der internationalen Wikimedia-Bewegung. Der gemeinschaftliche Mailing-Newsletter von Freiwilligen und Wikimedia Deutschland wird immer donnerstags in Wikipedia, auf der Mailingliste des Vereins und auch hier im Blog veröffentlicht.

Interessierte sind herzlich eingeladen, bei der Zusammenstellung von interessanten Links und Themen mitzumachen. Bis zum jeweils folgenden Donnerstag wird hier gesammelt.

Viel Spaß beim Lesen!

 

= Wikimedia:Woche 42/2013 =

Frühere Ausgaben sind archiviert unter:

Die Liste der Beitragenden kann der Versionsgeschichte der jeweiligen Ausgabe im Archiv in der Wikipedia entnommen werden.

Foundation und Organisationen

Interview mit Geoff Brigham bei irights.info

Geoff Brigham (WMF-Justitiar) hat John Weitzmann auf der Wikimania ein langes Interview gegeben. Das ist jetzt auf irights.info erschienen.

Vision von Ting Chen

Nachdem Ting Chens Bewerbung um die Position des Executive Director bei der WMF abgelehnt wurde, hat er hat seine Vision für WMF und das Movement auf der Mailingliste Wikimedia-l veröffentlicht.

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Zwei Buchstaben können enttäuschend sein

Eindrücke von der Tagung der FG Dokumentation des DMB in Berlin 14. bis 16. Oktober 2013.

Die letzten beiden Tage war ich auf der Tagung der Fachgruppe Dokumentation den Deutschen Museumsbundes. In den meisten Vorträgen ging es daher um die Dokumentation der Sammlungsbestände in Datenbanken, die Maschinenlesbarkeit und Exportfähigkeit der Metadaten, ihrer Präsentation auf der hauseigenen Website, die Bebilderung der Datenbank, den Einsatz von 3 D Technologie. Ich sah mikroskopische Aufnahmen von Plankton, hörte knarzende MP 3 Files von längst verschollenen geglaubten Tango-Aufnahmen und erfuhr die Faszination, die von sepiafarbenen Fotos aus Afrika ausgehen kann.

Ein Hagel von Abkürzungen prasselte über die Leinwand: AAT, MINT, LIDO, xTree, FLA. Fremd klingender Gebrauch von Ausdrücken wie „kontrolliertes Vokabular“, „Triple set“. Es ist offenbar eine ganz eigene Welt, die der Dokumentation. Die Dokumentaristen beugen sich längst nicht mehr über verstaubte Karteikarten und hocken nicht mehr in den unbedeutenden Räumen des Museums. Sie sind Türöffner geworden. Sie sind öffnen mit den Informationstechnologien das Museum für die Zusammenarbeit mit großen Datenportalen wie die Deutsche Digitale Bibliothek oder dem europäischen Pendant EUROPEANA und holen über die Webpräsenz ihrer Häuser oft eben so viele Besucher, wie die Ausstellungen mit den Vitrinen und Schautafeln.

Das Technikmuseum in Wien baut eine vollständig neue Datenbank für ihre Sammlungen auf, die in zwei Jahren jedem Besucher der Online-Datenbank eine umfassende Suche von Objekten mit vielen nur denkbaren Querverweisen und umfassenden Erklärungstexten bieten soll. Gibt man den Begriff „Dampflokomotive“ ein, wird man neben einer Galerie mit Abbildungen von Lokomotiven des Museums auch verwandte Schlagworte angezeigt bekommen. Man kann mehr über den Konstrukteur eine bestimmten Lok erfahren und mit ein paar weiteren Klicks welche anderen Objekte dieses Ingenieurs im Museum aufbewahrt werden. Wie schnell wird man sich da nicht gern in den Welten des Museums verlieren, fast ein wenig wie in der Wikipedia, in der man ja auch so schnell von dem einen Begriff zum nächsten Thema kommt. Das im DDR Jargon so genannte „Komplexmuseum“ Bitterfeld entpuppt sich dank einer umfassenden digitalen Datenbank, die online verfügbar ist, zu einem wahren Hort unglaublicher Schätze. Hier lagert zum Beispiel der vergessene Tango  in Form einer Schelllackplatte aus den Beständen einer Gaststätte der Nachbarschaft. Für analog arbeitende Fotografen ist das Museum ein Mekka, Bitterfeld war der Standort von Agfa und ORWO, der Nachlass dieser untergegangenen Riesen lagert im Kreismuseum. Seit der Einrichtung des digitalen Museums, hat das Museum nicht nur seine Besucherzahlen steigern können, sondern Betrachter des Museums haben mit ihrem Spezialwissen den Kuratoren des Museums geholfen, die Bedeutung einzelner Objekte erst richtig einzuschätzen und Fehler zu korrigieren. Das Berliner Museum für Naturkunde erstellt gerade einen umfassenden Katalog für Planktonarten der Meere. Plankton sind zentrale Informanten des Klimawandels und Indikatoren für Erdöl. Sollte jemand die Nützlichkeit dieses Unterfangens in Frage stellen. Es ist ein Mammutprojekt, denn die kleinen Wesen haben nicht nur kaum zählbare Arten, sondern werden auch mit einer noch größeren Vielfalt von Namen belegt. Wissenschaftler aller Welt können sich an der Taxonomie beteiligen. Das Ethnologische Museum in Berlin lädt ihre Online-Besucher mit einer App ein, eine Sammlung früher Fotographien aus Afrika zu verschlagworten, weil sie allein diese Arbeit gar nicht schaffen würden. Ja, das Internet bietet so viele neue Möglichkeiten!

Da geht doch noch ‘was. Bitte zahlen Sie noch einmal für das digitale Kulturgut, sollten Sie eine Abbildung des Kulturgutes in Ihren Blog oder für die Illustration eines Wikipedia Artikels verwenden wollen. Dieses norwegische Mautschild ist jedoch frei.. By Peter J. Acklam converted the original EPS file to PDF with Ghostscript and the PDF file to SVG with Inkscape. [Public domain], via Wikimedia Commons

Wir Kulturliebhaber und Steuerzahler sind natürlich begeistert von all den vielen bunten Bildern, die uns die Museologen zeigen: Doch bitte die Hände auf dem Rücken! All diese schönen Bilder können nicht weiter verwendet werden. Bitt‘ schön, nur für den Nicht kommerziellen Gebrauch. NC – ein enttäuschendes Stoppschild für das Wikimedia-Movement.

 

 

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WikiCon 2013: Anmeldung läuft!

Die offizielle und verbindliche Anmeldung für die diesjährige WikiCon läuft noch bis zum 23.10.2013. Sie erfolgt über ein Anmeldeportal, das unter wikicon-2013.de zu erreichen ist. Für Teilnehmer, die eine Hotelübernachtung benötigen, bietet Wikimedia Deutschland im Rahmen der verfügbaren Kontingente eine Zimmerbuchung für wahlweise Einzel- oder Doppelzimmer an. Daran Interessierte werden gebeten, die Anmeldung jetzt noch einzureichen. Dasselbe gilt für Teilnehmer, die Bedarf an einer Kinderbetreuung vor Ort haben. Die Konferenzgebühr, in der unter anderem die Verpflegung, ein T-Shirt und Teilnahmeunterlagen enthalten sind, beläuft sich auf 20 Euro. Für Referenten sowie Helfer entfällt diese.

 

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Es ist ein langer Weg

Über die erste Open GLAM Konferenz in Warschau.

Eng und beschwerlich ist der Weg. Hier der Abwasserkanalnachbau im Museum zum Aufstand in Warschau. By Julia Sielicka-Jastrzębska (Julia Sielicka-Jastrzębska) [CC-BY-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by/3.0)], via Wikimedia Commons

 

Wikimedia Polska hatte gemeinsam mit verschiedenen Partnern Kultureinrichtungen aus ganz Polen eingeladen, sich gemeinsam der Frage zu stellen: Wie weit sind wir auf dem Weg zu einem offenen und freien Museum gekommen? Im Saal circa 50 bis 60 meist junge Kulturmenschen aus den unterschiedlichsten Zusammenhängen. Von einer universitären Literatur- und Kulturzeitschrift, die jüngst auch eine Online-Ausgabe gelauncht hat, einer NGO, die sich für die verbesserte Zugänglichkeit von staatlichen Werken in Polen engagiert, einem Archiv für Videoart, über eine Sammlung zeitgenössischer Kunst einer Bank bis hin zu ganz „normalen“ Museen wie dem Jüdischen Museum in Warschau oder dem Regionalmuseum aus dem schlesischen Bytom - das Spektrum war sehr vielseitig. Die diskutierten Präsentationen ergänzten Vorträge aus der Perspektive der Wikimedia-Bewegung in Polen, Schweden, Bulgarien, Deutschland sowie der Europeana. Aber so unterschiedlich die Perspektiven der Vortragenden und des Publikums im Einzelnen waren, mir blieb vor allem dieser Eindruck haften: Es ist noch ein langer Weg bis man tatsächlich von frei zugänglichen GLAM-Einrichtungen sprechen kann. Vielen ist schon der Schritt, die eigene Sammlung online zu präsentieren, damit man sie sich dort anschauen kann, ein zu gewagter. Und nach diesem ersten Schritt stellt sich rasch die Frage nach der Art der Lizenzierung. Das Videoart-Archiv glaubt, die Interessen seiner Künstler am besten durch eine restriktive Interpretation des Urheberrechtes zu vertreten. Die Banker hingegen, haben die Erfahrung gemacht, dass die Künstler, deren Werke sie für die Ausstattung ihrer Bankzentrale erworben haben, ein starkes Interesse an einer Verbreitung ihrer Werke haben. Sie haben daher nach entsprechender Beratung einer Creative Commons Lizenz zugestimmt, jedoch nur für den nicht kommerziellen Gebrauch. Das Bytomer Museum wiederum profitiert auch im wirtschaftlichen Sinne durch die Nutzung der sehr offenen CC BY – Lizenz, nach der jeder das Werk frei weiter nutzen kann auch für kommerzielle Zwecke und es verändern darf so lange er nur den Urheber nennt. Seit der Publikation ihrer Produktionen unter dieser Freien Lizenz und deren damit möglichen Online-Verbreitung ist die Anzahl der Buchungen der kostenpflichtigen Kursprogramme des Museums erheblich gestiegen. Dies stockt den knappen Etat des Museums merklich auf. In Summa: Man probiert sich und die neuen Medien aus. Das zog sich wie ein roter Faden durch die Präsentationen und Diskussionen.

Der Warschauer Kulturpalast By Marcin Białek (Own work) [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html) or CC-BY-SA-3.0-2.5-2.0-1.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

Zwei Warschauer Museen gelang es mir in den Konferenzpausen zu besuchen. So unterschiedlich ihre Thematik war, so sehr knüpften doch auch sie an den roten Faden der Tagung an. Das Chopin Museum, standesgemäß untergebracht in einem Barockpalais, überwältigt den Besucher durch den inszenierten Einsatz aller nur denkbaren Multimedia-Anwendungen. In verwirrender Vielfalt tönte rechts eine Mazurka, blinkte links eine Videoinstallation und hustete unvermutet neben meinem Ohr jemand aus dem Lautsprecher. Letzteres eine Reminiszenz an Chopins Tuberkulose,wie mich der nette Museumswächter beruhigte.  Im Werbefilm schaut das Ganze noch beeindruckend aus, am Ende musste ich jedoch bei Wikipedia nachschlagen, wann Chopin gestorben ist. Auch das Museum zum Aufstand der Warschauer im Zweiten Weltkrieg 1944, nicht zu verwechseln mit dem Aufstand im Warschauer Ghetto 1943, präsentierte sich als eine mediale Leistungsshow. In einem ehemaligen Straßenbahndepot ein paar Bushaltestellen vom Kulturpalast im Zentrum entfernt taucht das bunt gemischte Publikum ein in die Inszenierung einer heldenhaften Schlacht. Kulissen des alten Warschau, Filmaufnahmen von Exekutionen neben Zeitzeugeninterviews, Fliegermotorenlärm, Schüsse und marschierende Stiefel auf dem Pflaster, über das der Besucher selber läuft. Waffen possierlich in weißen Schaukästen sauber wie Schmetterlinge einer naturkundlichen Sammlung aufgereiht und dunkel daneben ein Nachbau der Abwasserkanäle, durch die die Widerständler flüchteten. Kaum Text, im Vordergrund steht das emotionale Erleben. Kinder hasten von einer Installation zu nächsten, Männer streichen ehrfürchtig über dicke Bunkerwände, Touristen knipsen sich neben abgeplatzten Straßenschildern, alte Damen mühen sich die steilen Treppen in der Kino-Arena hoch und dort sitzen sie schließlich alle und schauen den Film auf der Großleinwand. Der Aufstand präsentiert sich in grobkörnigen schwarzweiß Filmaufnahmen als ein heiteres Abenteuer für Helden. Eine Besucherumfrage hat ergeben, dass viele nach dem Museumsbesuch glaubten, die polnischen Kämpfer hätten gesiegt. Der Erzählung zum Trotz war das Gegenteil der Fall. Die deutsche Wehrmacht hat Warschau nach der Niederschlagung des Aufstandes brutal zerstört.

Gerade der Besuch des letzten Museums hat mich sehr nachdenklich werden lassen. Ein Museum hat hier abstrakt gesprochen Daten zusammengetragen und sie durch ihre Inszenierung zu einer Aussage verdichtet. Wären wir als „User“ freier und mündiger, wenn wir freien Zugang zu eben diesen „Daten“ hätten und sie selbst zusammenstellen, gruppieren und mit unseren jeweils eigenen Fragen konfrontieren könnten? Verkürzt, versetzt uns der freie Zugang zu den Daten allein in die Lage sie zu interpretieren? Welche Aufgabe käme dem Museum in dieser Konstellation noch zu? Unter anderem dieser Frage werden wir Ende November in Berlin nachgehen. Auf der Tagung „Zugang gestalten“ werden ca. 200 Vertreter aus Kultur, Politik und Wirtschaft die Diskussion der polnischen Kollegen fortführen.

 

Fotodokumentation der Konferenz

Weiterer Blogbeitrag in English :)

 

 

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Jetzt für das Präsidium von Wikimedia Deutschland kandidieren!

Du willst dich aktiv für die Förderung Freien Wissens einsetzen und Verantwortung für die weitere Entwicklung von Wikimedia Deutschland übernehmen?

Dich reizt die Aufgabe, die Strategie für den Verein weiter zu entwickeln und mit darüber zu bestimmen, welchen Zielen wir uns in den nächsten Jahren widmen werden?

Du möchtest die Arbeit der Geschäftsstelle im nächsten Jahr eng begleiten, dem geschäftsführenden Vorstand beratend zur Seite stehen und gleichzeitig grundlegende Vereinsentscheidungen mit einem kritischen Auge beaufsichtigen?

Dir ist es ein wichtiges Anliegen, den Austausch mit Community- und Vereinsmitgliedern zu suchen, um deren Perspektiven in zentrale Entscheidungsprozesse mit einzubringen?

Du hast Lust darauf, den Verein bei Veranstaltungen im In- und Ausland zu vertreten und andere für Freies Wissen engagierte Menschen kennenzulernen?

WENN DU…

  • diese Fragen mit JA! beantwortet hast…
  • dich gern mit Fragestellungen des “großen Ganzen” beschäftigst und auf hoher Entscheidungsebene gestaltest, ohne über die Detailfragen des operativen Tagesgeschäfts bestimmen zu wollen…
  • nicht nur an einzelnen Themenfeldern interessiert bist, sondern an der Vereinsarbeit in ihrer Gesamtheit…
  • gern und konstruktiv mit anderen zusammenarbeitest, lösungsorientiert und kompromissfähig bist…
  • bereit bist und dich darauf freust, für 1 Jahr Verantwortung im obersten Aufsichtsgremium des Vereins zu übernehmen…

…DANN KANDIDIERE JETZT für das ehrenamtliche Vereinspräsidium von Wikimedia Deutschland, das auf der 13. Mitgliederversammlung am 30. November 2013 in Berlin neu gewählt wird!

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Bericht aus Brüssel: Wieso Wikipedia doch keine neuen Songs bekommt

Dimitar Dimitrov ist seit Juli lokaler Ansprechpartner für die Wikimedia-Aktivitäten in Brüssel. Im Vereinsblog berichtet er in loser Folge von seinen Erfahrungen vor Ort.

I would’ve smashed it up a bit more than that… Foto: Jes, CC-BY-SA Generic 2.0

Unverhofft kommt oft, vor allem in der Politik, die plötzliche Positionswechsel, taktische Winkelzüge und Strippenzieher im Hintergrund als systemische Begleiterscheinungen kennt. Vor allem von der europäischen Bühne wird das ja gerne behauptet. Einschätzungen von außen, wie eine bestimmte Entscheidung zustande kam oder nicht, fallen schwer, was aber auch damit zu tun haben mag, dass über die Vorgänge in Brüssel allzu selten und vor allem: eher oberflächlich berichtet wird. Gerade Themen, die für den Wikimedia-Verbund von höchstem Interesse sind, schaffen es nur selten über die Aufmerksamkeitsschwelle. Als “Wikimedian in Brussels” möchte ich diesem Umstand gerne abhelfen und abseits des monatlichen Newsletters von Zeit zu Zeit aus dem Nähkästchen plaudern.

Gut hatte es noch Ende April diesen Jahres ausgesehen, als die Berichterstatterin des Rechtsausschusses (JURI) im Europäischen Parlament, Marielle Gallo (EVP, FR), ihren Richtlinienentwurf zur Regelung der kollektiven Rechtewahrnehmung vorlegte. Es geht darin, grob gesprochen, um vereinheitlichte Spielregeln für Verwertungsgesellschaften, was die Lizenzierung urheberrechtlich geschützter Inhalte im EU-Raum vereinfachen soll. Im Gegensatz zum Entwurf der Kommission war Gallo – eine ehemalige Lobbyistin der Musikindustrie – nämlich auf die Wünsche von Musikern, zivilgesellschaftlichen Organisationen und einigen Parlamentariern eingegangen und hatte vorgeschlagen, dass Künstler ihre Lizenzen Werk für Werk (und nicht, wie im Fall der GEMA, für den gesamten Katalog) vergeben dürfen. Dies hätte es u.a. auch ermöglicht, dass wahrnehmungsberechtigte Musikurheber künftig einen Song problemlos unter eine freie Lizenz stellen könnten.

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Wikimedia:Woche 41/2013

Die Wikimedia:Woche ist die wöchentliche Zusammenfassung von aktuellen Nachrichten aus der internationalen Wikimedia-Bewegung. Der gemeinschaftliche Mailing-Newsletter von Freiwilligen und Wikimedia Deutschland wird immer donnerstags in Wikipedia, auf der Mailingliste des Vereins und auch hier im Blog veröffentlicht.

Interessierte sind herzlich eingeladen, bei der Zusammenstellung von interessanten Links und Themen mitzumachen. Bis zum jeweils folgenden Donnerstag wird hier gesammelt.

Viel Spaß beim Lesen!

 

= Wikimedia:Woche 41/2013 =

Frühere Ausgaben sind archiviert unter:

Die Liste der Beitragenden kann der Versionsgeschichte der jeweiligen Ausgabe im Archiv in der Wikipedia entnommen werden.

Foundation und Organisationen

Neues Portal für Evaluation

Das Program Design and Evaluation Team der WMF hat auf Meta ein neues Portal angelegt. Hier finden sich FAQ, Fallstudien, Profile und andere Informationen rund um die Evaluation von Chapter und Community Programmen.

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Evaluierung von govdata.de und Bitte zur Teilnahme

Anfang des Jahres hat sich Wikimedia Deutschland an der gemeinsamen Erklärung  ”Den Standard endlich auf ‘offen’ setzen!” beteiligt. Anlass dieser Erklärung war unsere Kritik an der Lizenzpolitik von govdata.de, dem vom Bundesinnenministerium gestarteten Datenportal für Verwaltungsdaten aus Bund, Ländern und Kommunnen. Acht Monate nach dem Beta-Start von govdata.de soll das Portal einer ausführlichen Evaluation unterzogen werden, ausgeführt von Capgemini. Teil dieser Evaluation ist auch ein Onlinefragebogen, der bis Ende Oktober 2013 beantwortet werden kann. Wir geben gerne die Bitte des Innenministeriums weiter, sich zahlreich an der Beantwortung dieses Fragebogens zu beteiligen.

Der Fragebogen ist sehr kurz, eine Beantwortung innerhalb von unter 10 Minuten möglich. Lizenzfragen werden ausgespart, allerdings gibt es eine letzte offene Frage für weitere Anmerkungen.

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