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Zu Gast bei Wikimedia

Das Klexikon: Die digitale Antwort auf Kinderfragen

Am 27. November erlebten zehn Grundschüler*innen einen inspirierenden Klexikon-Workshop in der Geschäftsstelle von Wikimedia Deutschland und im Deutschen Technikmuseum. Mit Konrad Zuse als Fokus erkundeten sie nicht nur das Internet, sondern auch das eigentlich geschlossene Museum vor Ort. Der Workshop, initiiert von Klexikon-Projektbegründer Michael Schulte, betont die Bedeutung der Kinderbeteiligung, indem sie nicht nur sicher im Internet navigieren lernen, sondern auch aktiv zur Wissensgestaltung beitragen.

Elisabeth Mandl

29. November 2023

In einer Welt, in der das Wissen grenzenlos erscheint und die Neugier von Kindern keine Grenzen kennt, steht die Suche nach Antworten im Mittelpunkt ihrer täglichen Entdeckungsreisen. Fragen wie “Was fliegt schneller als der Wind?”, “Warum leuchten die Sterne in der Nacht?” und “Wer hat eigentlich den 1. funktionsfähigen Computer der Welt gebaut?” treiben die jungen Köpfe an. In dieser faszinierenden Reise des Lernens ist der Schlüssel nicht nur das Finden von Informationen, sondern vor allem das Entdecken verlässlicher Quellen. Die Fähigkeit, verlässliche Quellen zu nutzen und Informationen kritisch zu hinterfragen, wird zu einer grundlegenden Fertigkeit, die frühzeitig erlernt werden sollte.

Das Klexikon: Wikipedia für Kinder

Hier kommt das Klexikon ins Spiel, ein Online-Kinderlexikon, das nicht nur Antworten auf die Fragen junger Köpfe liefert, sondern auch als verlässlicher Wegweiser auf ihrer Reise des Lernens fungiert. Inspiriert von Wikipedia, aber speziell für junge Lernende entwickelt, bietet das Klexikon altersgerechte und leicht verständliche Informationen zu einer Vielzahl von Themen. Dies ermöglicht es den jungen Leser*innen, Informationen besser zu verstehen und fördert ihre Freude am Lernen.

Und das mit Erfolg: Jedes Jahr werden die Artikel im Klexikon – und auch im MiniKlexikon in besonders einfacher Sprache – rund 20 Millionen Mal besucht. Geschrieben werden die Texte vor allem von Erwachsenen, die das ehrenamtlich neben ihrem Beruf machen. Kinder beteiligen sich aber auch, zum Beispiel im Rahmen der beliebten Workshop-Reihen, die Projektbegründer Michael Schulte regelmäßig an Grundschulen durchführt und die von Wikimedia Deutschland gefördert werden. Einer dieser Workshops mit der Berliner Grundschule am Schäfersee fand am 27. November in der Geschäftsstelle von Wikimedia Deutschland statt und hatte Konrad Zuse, den Erfinder des ersten funktionstüchtigen Computers der Welt, als Thema.

Exklusive Recherche im Berliner Technikmuseum

An diesem besonderen Montag durften zehn Schülerinnen und Schüler der 5. Klassen nicht nur über Konrad Zuse recherchieren, sondern auch das eigentlich an dem Tag geschlossene Berliner Technikmuseum erkunden. Eine exklusive Möglichkeit, die es den jungen Forscher*innen erlaubte, nicht nur im Internet nach Antworten zu suchen, sondern auch vor Ort im Museum zu stöbern.

Begleitet von Michael Schulte und ihren Lehrern machten sich die Schüler*innen auf die Suche nach Antworten auf ihre vorbereiteten Fragen zu Konrad Zuse, wie “Wann hat er den Computer erfunden?” oder “Was war eigentlich sein Beruf?” Sie sammelten Antworten, um anschließend gemeinsam einen Artikel über den deutschen Erfinder zu verfassen.

„Mit 14 Jahren hat Konrad Zuse eine Maschine gebaut, die Mandarinen gegen Geld ausgeben konnte“, hat eines der Kinder herausgefunden. „Der erste Computer konnte schwierige Rechnungen vollautomatisch  ausführen“ und „Zuse wollte einfacher und schneller rechnen können”, halten zwei andere Kinder auf ihren Notizblöcken fest.

Die Lehrer waren nicht nur Begleiter, sondern auch begeisterte Zeugen der Eigeninitiative ihrer Schüler*innen. Patrick Gronwald, IT-Beauftragter der Grundschule, betonte die Wichtigkeit solcher Projekte für die kindliche Bildung. Damit können Kinder sich sicher im Internet bewegen, vertrauenswürdige Informationen finden und sich aktiv einbringen. Und eines wird klar: Es hängt an der Eigeninitiative der Direktor*innen und Pädagog*innen, dass solche Projekte an die Schulen kommen. Von der Zusammenarbeit mit dem Klexikon ist er sehr begeistert und sieht nachhaltige Erfolge bei den Kindern.

“Vor den Workshops mag das Klexikon nur eine von vielen Internetseiten im Unterricht gewesen sein, doch nach den interaktiven Lernsessions beobachte ich, wie die Schüler*innen regelmäßig auf das Klexikon zugreifen. Die Kinder haben nicht nur Wissen konsumiert, sondern es aktiv gestaltet und erfahren, wer hinter den digitalen Informationen steht.”
Patrick Gronwald

Das Klexikon als Ankerpunkt für nachhaltiges Lernen

Im Rahmen von drei Workshops über drei Wochen erhalten die Schüler*innen eine Einführung in das Klexikon und Wikipedia und setzen sich intensiv mit dem System dieser Online-Enzyklopädien auseinander. Die Workshops fördern nicht nur das Verständnis für das Funktionieren dieser Plattformen, sondern ermöglichen den Kindern auch, einen eigenen Beitrag zu erstellen und somit stolz an der digitalen Welt des Wissens teilzuhaben.

„Natürlich können wir solche Workshop-Reihen nur an einigen Schulen durchführen und nicht an allen. Aber wir sammeln auf diese Weise immer wieder wichtige Erfahrungen, wie wir Kinder als Zielgruppe am Klexikon beteiligen können. Denn im Klexikon als Wikipedia für Kinder sollen möglichst alle Kinder, Schulen und Familien mitwirken können. Denkbar ist zum Beispiel eine Klexikon-App mit niedrigschwelligen Feedback-Möglichkeiten.“
Michael Schulte

Der Workshop an diesem Montag verdeutlicht wieder einmal, wie Kinder nicht nur Konsument*innen, sondern aktive Gestalter*innen ihres Wissens sein können. Die direkte Erfahrung im Technikmuseum, die Recherche über Konrad Zuse und die Erstellung eines eigenen Klexikon-Artikels sind Meilensteine auf dem Weg zu selbstständigem und kritischem Denken. In einer Zeit, in der Information allgegenwärtig ist, zeigt das Klexikon, dass Bildung nicht nur eine Frage der Antworten, sondern vor allem der Fragen selbst ist – ein Wegweiser zu einer nachhaltigen Lernreise für die Entdecker*innen von morgen.

  • Toll!
    Ich finde es enorm wichtig, dass unser Nachwuchs, trotz des leichten Zugangs zum Internet, weiterhin kritisch denkt und lernt, sich sicher im Netz zu bewegen und vertrauenswürdige Quellen zu identifizieren. Als jemand, der selbst im Bildungsbereich tätig ist und eine kleine Tochter hat, liegt mir dies besonders am Herzen. Ich habe für meine Tochter einen Laptop gekauft, damit sie für die Schule selbst recherchieren kann. Ich entschied mich für ein gebrauchtes Modell, da ich es für überflüssig halte, viel Geld für ein Gerät auszugeben, das möglicherweise nach zwei Jahren nicht mehr genutzt wird. Wichtiger als die Hardware ist mir die Vermittlung von Medienkompetenz. Ich habe ihr erklärt, dass man nicht allem Glauben schenken kann, was online steht, und wie sie vertrauenswürdige Quellen findet. Es ist ermutigend zu sehen, dass solche Initiativen existieren und dass sie die Kinder dazu anregen, aktiv und mit Neugier zu lernen. Solche Erfahrungen sind unersetzlich und legen den Grundstein für eine lebenslange Liebe zum Lernen und zur Entdeckung.
    LG

    Kommentar von Lina G. am 18. Dezember 2023 um 16:08

  • Das Klexikon ist eine großartige Idee. Ich lese davon gerade zum ersten Mal. Diese Information werde ich an die Eltern unserer Enkelkinder weitergeben. Unser 10 jähriger Enkel ist seit dem Sommer in der Realschule. Vielleicht kann man die oben beschriebene Projekt-Idee und Durchführung eines Workshops als Anregung an das Kollegium der Schule weiterleiten.

    Kommentar von Doris Möllmann-Fink am 7. Dezember 2023 um 17:45

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