Archiv für 2013



Und zum Jahresende noch ein paar neue Dateien auf Commons

Gestern las ich in einer Zeitung, es sei vielen Menschen ein Kreuz, sich schon wieder an eine neue Jahreszahl gewöhnen zu müssen. Und bevor man sich unter dieses Joch beugt, wählen vielleicht daher viele einen Blick zurück. Gemeinsam haben wir in der Zusammenarbeit mit den Kultur- und Gedächtnisinstitutionen einiges in 2013 geschafft. Im internationalen Diskurs werden diese Institutionen unter dem Akronym GLAM (Galleries, Libraries, Archives and  Museums) zusammengefasst. Die vielen 2013-Projekte der Freiwilligen und von Wikimedia Deutschland wurden in diesem Blog beschrieben. Unter der Kategorie “Kultur” , findet man alle Beiträge . Hier will ich nur auf die Punkte eingehen, die auch im kommenden Jahr noch Bedeutung haben werden. Zum Beispiel wurde im Frühjahr in Kooperation mit dem Deutschen Archäologischen Institut, dem Wikiprojekt:Römischer Limes und Wikimedia Deutschland (WMDE) eine Limeskarte, die Geodaten, Zeitpunkte und Wikipedia-Arikel in verschiedenen Sprachen zur  Grenze des römischen Reiches mit einander vernetzt, erstellt. Aber noch konnte sie nicht in die Wikipedia integriert werden. Die Integration von interaktiven Karten und Apps in die Wikipedia wird auch in 2014 ein Thema bleiben.

On Tour von Braunschweig nach Görlitz

Eine Programmlinie, die ebenfalls in das kommende Jahr weiterführt, ist  “GLAM on Tour”. Klar inspiriert durch die Limeskarte kam es im Sommer zur Zusammenarbeit mit dem Braunschweigischen Landesmuseum (BLM) für die Ausstellung “Die Römer kommen”.   Ohne das Engagement der  Wikipedianer vor Ort wäre aber jede Inspiration eine Träumerei geblieben. So gibt es hunderte neue Fotos und etliche neue Artikel. Besonders erfreulich, die Auszeichnung des Artikels zur Schlacht am Harzhorn, um die die Ausstellung kreist, zum Wikipedia-Artikel des Tages am 30. September. Derzeit laufen die Gespräche für eine erneute Kooperation zur Ausstellung “1914″ im BLM. Auch die Ergebnisse der lokalen Wikipedianer in der Lausitz im Zuge der zweiten “GLAM on Tour” Station in Görlitz können sich sehen lassen. Wir waren zu Gast bei der Oberlausitzische Bibliothek der Wissenschaften (OLB). Die OLB unterstützt auch das Folgeprojekt zu den Umgebindehäusern, das im nächsten Jahr im Dreiländereck Polen, Tschechien und Deutschland stattfinden soll. 2014 wollen wir mindestens drei weitere “GLAM on Tour” Stationen organisieren. Der Auswahlprozess läuft. Durch die “Kulturinitiative” im Herbst haben sich sehr viele spannende Kontakte von WMDE-Fördermitgliedern zu GLAM-Einrichtungen aufgetan. Vorschläge sind weiterhin willkommen.

An Bord eines Tankers

Das Format “Wikipedian in Residence” kam 2013 nur einmal zum Tragen. In Zusammenarbeit mit dem Zweiten Deutschen Fernsehen gelang es erstmals im öffentlich rechtlichen Rundfunk, Mediendateien unter eine Freie Lizenz zu stellen. Es waren vorwiegend Infografiken, die im Zuge des online ZDF-Faktenchecks ausgearbeitet wurden. Mag das manch einem als dürftig erscheinen, so ist damit jedoch ein Präzedenzfall geschaffen worden, der in der Diskussion um die freie Nachnutzbarkeit von Staatlichen Werken nicht zu unterschätzen ist. Wir sind gespannt, ob der schwerfällige Tanker  ZDF zu den Europawahlen 2014 den Faktencheck wieder reaktivieren wird. 2014 sind mögliche  “Wikipedians in Residence” auf den auf der WMDE-Mitgliederversammlung beschlossenen neuen Fonds zur Förderung des Freien Wissens angewiesen. Personen und Institutionen können dort  Projekte zur Förderung vorschlagen. Die Auswahl der Förderprojekte obliegt der Community. Der Fonds verfüg über 250.000 €.Die  Seite wird zur Zeit überarbeitet.

Über die verschiedenen Formen der Zusammenarbeit von GLAMs und WMDE wurde auch auf der Konferenz “Zugang gestalten” Ende November gesprochen. Über 200 Vertreter des GLAM-Bereiches trafen in Berlin zusammen und diskutierten ihre digitale Agenda mit Vertretern der Politik, des Justizwesens und der Zivilgesellschaft. WMDE war einer von siebenVeranstaltern. Die Diskussion wird 2014 fortgesetzt.

Die Junge Union Niedersachsen als Wegbereiterin der Piraten. Schon 1978 nutzte sie gemeinfreie Werke – hier von Peter Paul Rubens das Historienbild “Raub der Töchter Leukippos” – für ihre Werbung. Es sei dahin gestellt, ob viele Frauen sich aufgrund dieses Plakates für die Junge Union bzw. CDU erwärmen konnten. Die Niedersächsin Frau von der Leyen entschloss sich bekanntermaßen erst 12 Jahre später zur Mitgliedschaft. Credit: By CDU [CC-BY-SA-3.0-de (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/deed.en)], via Wikimedia Commons

… und noch ein paar neue Dateien

Aber eigentlich ist heute ja noch Weihnachten und daher nun zum Schluss noch eine frohe Botschaft. Lang angekündigt haben wir endlich die von der Konrad Adenauer Stiftung bereitgestellten mehrere Tausend Wahlplakate und ähnliches Material in Wikimedia Commons hochladen können. Wie so oft war mit der freien Lizenzierung nur die Möglichkeit geschaffen worden, die Medien über Wikimedia Commons zu erschließen. Aber das eigentliche Hochladen ist entweder mühevolle Handarbeit oder erfordert eine Programmiertätigkeit- beides kostet Zeit. Die Plakate sind eine Quelle der Zeitgeschichte und damit natürlich für viele Wikipedia-Autoren spannend. Doch die CC-BY-SA-Lizenz erlaubt noch mehr: die Freie Nachnutzung und selbst die Bearbeitung, solange nur der Urheber genannt bleibt. Welche kreativen Köpfe sich von dem Material ansprechen lassen werden?

 

In diesem Sinne Euch und Ihnen allen einen guten Rutsch ins neue Jahr.

 

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (6 Bewertungen, Durchschnitt: 4,33 von 5)
Loading ... Loading ...

Der Umgang mit unseren Nutzerdaten – ein Aufruf

Seit einigen Monaten bewegen regelmäßig Diskussionen zum Thema “Datenschutz und der Umgang in der Wikimedia-Welt damit” die deutschsprachigen Communitys, eine der größten nicht-englischsprachigen Communitys im Wikimedia Movement. Das betrifft insbesondere natürlich Aktive in der Wikipedia, aber auch aus Schwesterprojekten.

Datenschutz ist ein Thema, an dem die deutschsprachige Community seit jeher ein besonderes Interesse hat. Diese spezielle Diskussion allerdings entzündete sich anhand des Tools “Deep User Inspector” auf den Tool Labs, das eine lang respektierte Übereinkunft des Toolservers aushebelte, nach dem personalisierte Daten nur nach einem Opt-In aggregiert verfügbar gemacht werden.

Da derzeit die Wikimedia Foundation ihre Privacy Policy überarbeitet und bis zum 15. Januar um Beteiligung und Diskussion unter Talk:Privacy_policy bat, haben wir gebeten, aus der Community heraus ein Statement zu formulieren. Der hiermit vorgelegte Text wurde zu weiten Teilen von Benutzer:NordNordWest verfasst und von annähernd 120 Aktiven der Wikimedia-Projekte gezeichnet. Er repräsentiert die vielfach in der deutschsprachigen Community vorhandenen Bedenken und Sorgen und ist daher unseres Erachtens geeignet, die Diskussion um diese Themen zu bereichern. Wir danken allen Beteiligten herzlich.

Weiterlesen »

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (16 Bewertungen, Durchschnitt: 4,19 von 5)
Loading ... Loading ...

Wikimedia:Woche 51/2013

Die Wikimedia:Woche ist die wöchentliche Zusammenfassung von aktuellen Nachrichten aus der internationalen Wikimedia-Bewegung. Der gemeinschaftliche Mailing-Newsletter von Freiwilligen und Wikimedia Deutschland wird immer donnerstags in Wikipedia, auf der Mailingliste des Vereins und auch hier im Blog veröffentlicht.

Wir freuen uns außerdem auf eure Themen für die nächste Wikimedia:Woche, die ihr hier eintragen könnt.

Die nächste Ausgabe der Wikimedia:Woche wird erst im Januar erscheinen. Wir wünschen allen Lesenden besinnliche Feiertage und einen guten Start ins neue Jahr!

Viel Spaß beim Lesen!

 

= Wikimedia:Woche 51/2013 =

Frühere Ausgaben sind archiviert unter:

Die Liste der Beitragenden kann der Versionsgeschichte der jeweiligen Ausgabe im Archiv in der Wikipedia entnommen werden.

Foundation und Organisationen

Grundsatzpapier der Free Knowledge Advocacy Group EU

Vertreter der Free Knowledge Advocacy Group EU haben diesen November in London eine Grundsatzverbeinbarung für ihre Lobbying-Agenda auf EU-Ebene geschrieben. Bislang haben sieben europäische Wikimedia-Fördervereine die Erklärung gezeichnet (WMNL, WMSE, WMAT, WMFR, WMIT, WMDE). Das Präsidium von WMUK hat das Dokument ebenfalls einstimmig angenommen, dort schließt sich allerdings noch eine zweiwöchige Konsultationsperiode in der Community an. Im Hinblick auf die mögliche Aufnahme von Open Access in das Papier blieb es vorerst bei Diskussionen. Einige italienische Wikimedianer hätten sich dieses Feld als vierten Kernbereich gewünscht. Immerhin war Open Access auch in der Community-Umfrage sehr hoch priorisiert worden.

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (3 Bewertungen, Durchschnitt: 2,33 von 5)
Loading ... Loading ...

In eigener Sache: Angelika sagt Danke und auf Wiedersehen


Nun ist es offiziell: Ich werde Wikimedia Deutschland zum Ende des Monats verlassen.
Ich möchte aber nicht einfach von der Bildfläche verschwinden, ohne hier noch einmal Danke zu sagen und mich zu verabschieden.

Gern wäre ich geblieben und hätte weiter an der Zusammenarbeit von Wissenschaft und Wikimedia gearbeitet. Aber die Dinge wurden für mich und andere Kollegen in den letzten Wochen anders entschieden. Schade, aber so ist das Leben manchmal. So habe ich nun Gelegenheit meine Ideen und Energien anderweitig einzubringen.

Ich blicke zurück auf fast drei Jahre Wikimedia. Als ich im März 2011 anfing und das Forschungsprojekt RENDER übernahm, war alles neu und aufregend. Viele tolle Menschen haben mich seither begleitet, mir diese spannende Welt gezeigt und mich zu einem leidenschaftlichen Teil dieser gemacht.
Mit der Neukonzipierung und Umsetzung der Wikipedia Academy 2012 bereiteten wir, meine Kollegen Nicole Ebber, Denis Barthel, ich und ein unglaublich engagiertes Organisationskommittee einen entscheidenden Schritt zur Verbindung beider Welten, der Wissenschaft und Wikipedia sowie ihrer Schwesterprojekte. Diese großartige Veranstaltung sollte die Grundlage für weitere WMDE-Veranstaltungen bereiten, wie in diesem Jahr die beiden großartigen Konferenzen zu OER und Diversität in Wikipedia.

Zusammen mit meinem großartigen Team – Kai Nissen, Johannes Kroll und Gerrit Holz (bis 03/13) – arbeiteten wir in RENDER an Lösungen, die einerseits dem Anspruch der Europäischen Kommission und dem Projektantrag gerecht wurden. Andererseits war immer auch unser Anspruch, wirklich verwendbare, sinnvolle Werkzeuge zu entwickeln, die Menschen in ihrer Arbeit mit der Wikipedia unterstützen. Der kontinuierliche Austausch mit Autorinnen und Autoren, wie z.B. während der RENDER-TC-Tour im Frühjahr diesen Jahres, half uns die Bedürfnisse der Nutzer besser zu verstehen und darauf zu reagieren. Danke für diese spannenden Abende und Diskussionen. Ich habe viel über das menschliche Miteinander und die Wichtigkeit persönlicher Treffen gelernt.

Wir konnten im Herbst 2013 RENDER erfolgreich abschließen und erhielten während der finalen Bewertung vor Vertretern der Europäischen Kommission die Gesamtnote “Exzellent”. Das ist eine sehr gute Grundlage für potentielle kommende EU-geförderte Projekte. Die weitere Betreuung der entstandenen Werkzeuge wird durch meine Kollegen Kai Nissen und Johannes Kroll abgesichert. Fragen oder Anregungen dazu können gerne render@wikimedia.de gerichtet werden.

Mein Wunsch wäre interessierte Nutzer bei zukünftigen Projekten noch früher mit einzubeziehen um bestmögliche Resultate für die Nutzer und die WM-Projekte selbst zu erzielen. Diese und weitere Ideen werde ich nun leider nicht selbst weiterverfolgen können, aber ich weiß meine Vorarbeiten und Konzepte zu neuen Kooperationen mit wissenschaftlichen Einrichtungen bei meinen Kollegen von Bildung & Wissen in guten Händen.

Danke an alle für eine unglaublich bereichernde Zeit. Wir sehen uns bestimmt irgendwo wieder.

Eine schöne Weihnachtszeit und alles Liebe,
Angelika

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (24 Bewertungen, Durchschnitt: 4,63 von 5)
Loading ... Loading ...

Berlin als Vorreiter für Freie Bildungsressourcen?

Sollen Freie Bildungsmaterialien (Open Educational Resources, kurz OER) Teil der Berliner Bildungslandschaft werden? Und wie könnten konkrete Lösungen aussehen? Darüber diskutierte am 9. Dezember der Ausschuss für Digitale Verwaltung, Datenschutz und Informationsfreiheit des Abgeordnetenhauses Berlin. Zu den anwesenden Sachverständigen zählte neben Vertretenden der Schulbuchverlage, iRights, der HTW Berlin und des Philologenverbandes auch Sebastian Horndasch als Vertreter von Wikimedia Deutschland. Ein Sachstandsbericht. [Update 06.01.13: Protokoll steht online]

Thema OER: Alle politischen Farben sind an Bord. Zumindest in Berlin. Foto: Guillermo Viciano CC-BY-SA via flickr.com

Langsam gewinnt das Thema Freie Bildugsressourcen an Fahrt. Im September führten wir mit der OER-Konferenz die erste Großveranstaltung zum Thema in Deutschland durch. Im Herbst startete die EU-Kommission mit Opening Up Education eine Initiative, die die breite Einführung von OER im Bildungsbereich zum Ziel hat. Und in Berlin gibt es jetzt eine Länderinitiative zu OER in Deutschland, die eine reale Chance auf eine praktische Umsetzung hat. Man reibt sich überrascht die Augen: Hier sind nicht nur die Piraten und die Grünen für die Initiative; auch die Fraktionen von CDU und SPD stehen hinter einem Pro-OER-Antrag.

Aber erzählen wir die Geschichte von Beginn an. Den Anfang machten die Piraten. Im März 2013 beantragten sie, dass der Senat die Implementierung von OERs prüfen solle (Drucksache 17/0888). Eine wunderbare Sache, aber für sich noch keine große Nachricht: Piratenanträge werden häufig von der Mehrheit abgeschmettert. Nicht so in Berlin. SPD und CDU reagierten im August mit einem eigenen Antrag zum Thema (Drucksache 17/1130). Dieser enthielt ebenfalls einen Prüfungsauftrag – allerdings verbunden mit einer über den Piratenantrag hinaus gehenden klaren Botschaft:

Der Senat von Berlin wird aufgefordert, das Prinzip von offenen digitalen Bildungsressourcen (sog. „Open Educational Resources“) in der schulischen Bildung umzusetzen.

Ein Satz, der sitzt. Ein vielversprechender Anfang. Leider enthält der Antrag im Weiteren auch aus unserer Sicht kritische Passagen: So nennt er Schulbuchverlage als mit einzubeziehende Partner, nicht aber Zivilgesellschaft und Bildungseinrichtungen. Auch ist zwar die Rede von Creative Commons Lizenzen, nicht jedoch davon, welche genau gewählt werden sollen. Aber beides scheinen lösbare Details zu sein.

Viel Rückenwind für OER: Die Anhörung

Am 9. Dezember nun diskutierte der Ausschuss für Digitale Verwaltung, Datenschutz und Informationsfreiheit des Abgeordnetenhauses über beide Anträge – hier das Protokoll. In unserer Stellungnahme (hier als PDF) forderten wir zweierlei:

1. Durch das Land Berlin kuratierte OER sollten der Open Definition genügen, also sowohl veränderbar sein, als auch eine kommerzielle Nachnutzung zulassen. Wir schlagen dabei CC-BY-SA vor.

2. Zivilgesellschaft und Bildungseinrichtungen sollten in den Beratungsprozess zu OER miteinbezogen werden.

Weiterlesen »

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (9 Bewertungen, Durchschnitt: 4,56 von 5)
Loading ... Loading ...

Wikimedia:Woche 50/2013

Die Wikimedia:Woche ist die wöchentliche Zusammenfassung von aktuellen Nachrichten aus der internationalen Wikimedia-Bewegung. Der gemeinschaftliche Mailing-Newsletter von Freiwilligen und Wikimedia Deutschland wird immer donnerstags in Wikipedia, auf der Mailingliste des Vereins und auch hier im Blog veröffentlicht.

Interessierte sind herzlich eingeladen, bei der Zusammenstellung von interessanten Links und Themen mitzumachen. Bis zum jeweils folgenden Donnerstag wird hier gesammelt.

Viel Spaß beim Lesen!

 

= Wikimedia:Woche 50/2013 =

Frühere Ausgaben sind archiviert unter:

Die Liste der Beitragenden kann der Versionsgeschichte der jeweiligen Ausgabe im Archiv in der Wikipedia entnommen werden.

Foundation und Organisationen

Wikimedia-Community-Logo bleibt ungeschützt

Nach langer Diskussion und Beratung hat das Legal Team der Wikimedia Foundation nun angekündigt, das Wikimedia-Community-Logo (also das Logo, das im Meta-Wiki anstelle des Wikipedia-Puzzleballs oben links angezeigt wird) nicht schützen zu lassen und eine entsprechende Empfehlung ans Board of Trustees auszusprechen.

Kein Nachfolger für Sue Gardner in Sicht

Auf Meta wurde mitgeteilt, dass das bisherige Bewerbungsverfahren um die Nachfolge der Geschäftsführerin der Wikimedia Foundation, Sue Gardner, erfolglos verlaufen ist. Keiner von mehreren hundert Bewerbern, aus denen acht vorausgewählt worden seien, sei letztlich für geeignet gehalten worden.

Weiterlesen »

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (Noch keine Bewertungen)
Loading ... Loading ...

Dieser Weg wird kein leichter sein. Notizen aus dem Brüsseler November

Dimitar Dimitrov ist seit Juli 2013 lokaler Ansprechpartner für die Wikimedia-Aktivitäten in Brüssel. Im Vereinsblog berichtet er in loser Folge von seinen Erfahrungen vor Ort.

Sisyphus (2008) door Gert Sennema, aan de Brink in Assen. Foto: Ronn, Copyleft via Wikimedia Commons

Die Grundlagen des Urheberrechts zu verändern ist kein Wochenendjob. Das hatte auch keiner erwartet. Und doch, die Anstrengung, die hier geleistet werden muss, geht viel weiter als jede klassische Lobbyingkampagne. Die Allerwenigsten (egal, ob nun EU-Beamte, Politiker oder Industrieakteure) kennen sich mit Fragestellungen im Bereich der Immaterialgüterrechte gut aus. Noch viel weniger davon begreifen auch nur im Ansatz die komplizierten Zusammenhänge aus Kultur-,Sozial- und Wirtschaftswandel, die in ihren Wechselwirkungen die Digitalisierung ausmachen. Praktisch niemand fühlt sich dazu berufen, eine auch nur im Ansatz kohärente Zukunftsvision entwickeln.

Na ja, nicht wirklich niemand. Wir Wikimedianer haben sie, die große Vision. Die Idee einer reichhaltigen Wissensallmende langfristig als Denkparadigma in der EU zu etablieren, dafür steht die Arbeit der Free Knowledge Advocacy Group. Um euch einen Eindruck zu geben, was dies auf ganz praktischer Ebene heißt, präsentiere ich nun ein Best-of unserer Aktivitäten aus dem letzten Monat:

Weiterlesen »

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (10 Bewertungen, Durchschnitt: 4,60 von 5)
Loading ... Loading ...

Wikimedia:Woche 49/2013

Die Wikimedia:Woche ist die wöchentliche Zusammenfassung von aktuellen Nachrichten aus der internationalen Wikimedia-Bewegung. Der gemeinschaftliche Mailing-Newsletter von Freiwilligen und Wikimedia Deutschland wird immer donnerstags in Wikipedia, auf der Mailingliste des Vereins und auch hier im Blog veröffentlicht.

Interessierte sind herzlich eingeladen, bei der Zusammenstellung von interessanten Links und Themen mitzumachen. Bis zum jeweils folgenden Donnerstag wird hier gesammelt.

Viel Spaß beim Lesen!

 

= Wikimedia:Woche 49/2013 =

Frühere Ausgaben sind archiviert unter:

Die Liste der Beitragenden kann der Versionsgeschichte der jeweiligen Ausgabe im Archiv in der Wikipedia entnommen werden.

Foundation und Organisationen

Wikimedia Foundation (WMF) erwirkt Urteil am OLG Stuttgart

In einem Blogpost feiert die WMF ein Gerichtsurteil des OLG Stuttgart als Sieg für die Meinungsfreiheit, in dem es um umstrittene Äußerungen in einem Personenartikel der deutschsprachigen Wikipedia ging. Der Kläger hatte auf die Entfernung gleich mehrerer Passagen bestanden, von denen das Gericht jedoch nur einen Teil als unzulässig wertete. Die Behauptung der WMF, erstmals sei damit auch das Haftungsprivileg von Wikimedia als Host Provider von einem deutschen Gericht gerichtlich bestätigt worden, ist insofern nur halb zutreffend, als Wikimedia Deutschland (WMDE) ähnliche Grundsatzurteile bereits in der Vergangenheit – etwa am LG Köln 2008 oder am LG Hamburg 2010 – erwirkt hat. Im Hinblick auf den deutschen Rechtsraum wird für den rechtsicheren Betrieb der Wikipedia die Frage spannend werden, inwieweit das Prinzip der Störerhaftung, die der BGH in seinem Blogspot-Urteil vom 25.10.2011 mit “zumutbaren Prüfpflichten” verband, in Zukunft ausgestaltet wird. Im schwarz-roten Koaltionsvertrag finden sich dazu nur vage Ankündigungen.

Wikimedia Deutschland wählt neues Präsidium Weiterlesen »

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (2 Bewertungen, Durchschnitt: 5,00 von 5)
Loading ... Loading ...

Niemand hat die Absicht, einen Selbstläufer zu entwickeln: PSI-Hearing in Luxemburg

Am 26. Juni 2013 wurde die Richtlinie 2003/98/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 17. November 2003 über die Weiterverarbeitung von Informationen des öffentlichen Sektors (Freunde sagen dazu PSI-Richtlinie) geändert. Die neue Richtlinie muss spätestens bis Juli 2015 in nationales Recht der EU-Mitgliedsstaaten überführt werden. Ziel dieser Richtlinie ist es, die Informationen des Öffentlichen Sektors weiterverwendbar zu machen – sowohl für gewerbliche als auch für nichtgewerbliche Zwecke. Mit den Änderungen der Richtlinie im Jahr 2013 gibt es nun auch spezielle Vorgaben zur Wahl offener, maschinenlesbarer Formate und die Verwendung von Portalen für die proaktive Bereitstellung dieser Informationen.

Am 25. November fand in Luxemburg eine Anhörung der Europäischen Kommission zu einigen Fragen der Umsetzung dieser Richtlinie statt, an der Dimitar Dimitrov, Wikimedias Mann in Brüssel, und Mathias Schindler von Wikimedia Deutschland teilgenommen haben. Zeitgleich endete eine Konsultation der Kommission, in der um Stellungnahmen durch die Öffentlichkeit gebeten wurde, insbesondere was die Verwendung von Standardlizenzen (z.B. Creative Commons) betraf. Die Ergebnisse dieser Konsultation sind noch nicht veröffentlicht, es wurden auf dem Hearing in Luxemburg einzelne Vorabergebnisse herumgereicht.

Die Umsetzung der Richtlinie in nationales Recht ist eine Chance für die freie Nachnutzbarkeit staatlicher Werke, denn die PSI-Richtlinie definiert nur die Mindestanforderungen. Jeder Nationalstaat kann anwendungsfreundlichere Regelungen schaffen, die über die Anforderungen der Richtlinie hinausgehen. Zweitens gibt es einige Begriffe in der Richtlinie, die erst noch mit Leben gefüllt werden müssen: Was genau sind offene Formate, ab wann genau ist ein Format maschinenlesbar (und ja, Artikel 2 Absatz 6 und 7 helfen nur bedingt bei der Begriffsklärung). Nach Artikel 6 PSI-Richtlinie sind die zulässigen Gebühren auf die durch die Reproduktion, Bereitstellung und Weiterverbreitung verursachten Grenzkosten beschränkt. Nahezu alle Experten gehen davon aus, dass diese Formulierung in der Praxis bei einer Internetbereitstellung dazu führen wird, dass Gebühren insgesamt unzulässig sind oder sie so gering sein werden, dass es betriebswirtschaftlich unsinnig wäre, sie einzufordern.

Eine Besonderheit sind Einrichtungen des kulturellen Sektors, die von der Grenzkostenrechnung ausgenommen sind, aber immerhin ihre Kostenrechnung offenlegen müssen, nach der sie die Nachnutzung erlauben. Auch hier gibt es noch keine Einigung bei der Frage, wie eine solche transparente, objektive und nachprüfbare Kostenrechnung aussehen mag. Auf der Anhörung erhielten wir die Gelegenheit, im Rahmen einer “Intervention” auf die derzeitge Kostensituation und die derzeitigen verschwindend geringen Einnahmen bei der Nachnutzung staatlicher Werke hinzuwiesen. Dies ist insbesondere deshalb relevant, weil Artikel 6 Absatz 2 a öffentliche Stellen privilegiert, zu deren Auftrag das Erzielen von Einnahmen gehört. Unseren Zahlen nach ist so etwas in Deutschland flächendeckend nicht der Fall.

Wikimedia Deutschland wird diesen Konsultationsprozess und die Umsetzung der PSI-Richtlinie in nationales Recht aktiv begleiten. Wir sehen hier große Chancen für die Verbesserung der Gesamtsituation: Staatliche Werke sollen frei nachnutzbar werden, die PSI-Richtlinie kann dazu einen wichtigen Beitrag liefern.

 

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (5 Bewertungen, Durchschnitt: 4,20 von 5)
Loading ... Loading ...

Dualität im Denken – Auf welche Barrieren der digitale Zugang zu kulturellem Erbe trifft

“Gäbe es keine öffentlichen Museen, keine Archive und Bibliotheken, die Verantwortung übernehmen für unser kulturelles Erbe, die mit viel Einsatz die Zeugnisse unseres kulturellen Schaffens bewahrt hätten und bewahren, wäre unsere Welt heute sehr viel ärmer.” Paul Klimpel, ehemaliger Geschäfstführer des Netzwerkes Mediatheken und heute Leiter des iRights.Lab Kultur, muss sich zu einer solchen Emphase nicht umständlich durchringen. Aus eigener Erfahrung weiß er, wie die Aufgabenvielfalt und der Anpassungsdruck den Gedächtnisinstitutionen gegenwärtig zusetzt. Da scheint es durchaus geboten, auch einmal Respekt und Dank zu zollen.

Mehr Verantwortung für das kulturelle Erbe zu übernehmen – das war zum dritten Mal das Motto der jährlich stattfindenden Konferenzreihe “Zugang gestalten” im Jüdischen Museum Berlin. Dass das kulturelle Erbe in einer höchst digitalen Zeit nicht bewahrt, sondern auch für möglichst viele Menschen einfach zugänglich gemacht werden muss, darüber waren sich sicher alle der mehr als 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer einig. Wie dieser Zugang aussehen könnte, was er im Idealfall leisten soll und wofür er genutzt werden kann, darüber sollte auf der zweitägigen Veranstaltung diskutiert werden. Dazu waren 24 Referentinnen und Referenten aus den verschiedensten Bereichen geladen: aus der Museumswelt, der Rechtsberatung, Vertreter von kommerziellen Diensten und aus der Zivilgesellschaft.

Weiterlesen »

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (7 Bewertungen, Durchschnitt: 4,43 von 5)
Loading ... Loading ...