Wikimania 2009: Berichte aus Buenos Aires

Nachdem Alice ja bereits einiges zur Wikimania 2009 in Buenos Aires geschrieben hat (zu finden hier und hier) und ich in meinem letzten Monatsbericht auch schon einiges zum Thema gesagt habe, hier nun der große Abschlussbericht der Geschäftsstelle:

Pavel Richter

Aus meiner Sicht standen zwei Dinge im Mittelpunkt: Die Diskussion mit den Chaptern und die Diskussion mit der Foundation (Für diejenigen, die sich nicht so mit den Begrifflichkeiten der internationalen Wikimedia-Bewegung auskennen: Hier eine Erklärung, was Chapter sind und was die Wikimedia Foundation ist)

So unterschiedlich die Bedürfnisse der Chapter auch sind, und so unterschiedlich der Entwicklungsstand der Chapter auch ist, das gemeinsame Ziel: Die Förderung des Freien Wissens, ist uns allen gleich wichtig. Dieser Grundkonsens zog sich auch durch sämtliche Debatten und Diskussionen und hat der Qualität dieser Gespräche nur genutzt. Das ist etwas, was wir uns alle bei unseren Gesprächen, bei Kritik und in Diskussionen stets vor Augen halten sollten: Bei allen Unterschieden und Differenzen haben wir ein gemeinsames und gutes Ziel!

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Vorstandsklausur in Berlin

Liebe Vereinsmitglieder,

am vergangenen Wochenende hat sich der Vorstand zu einer zweitägigen Klausur getroffen. Das machen wir in der Regel zweimal im Jahr und im Gegensatz zu den sonst üblichen telefonischen Vorstandssitzungen sind diese persönlichen Treffen immer eine sehr gute und wichtige Gelegenheit, anstehende Themen einmal in aller Ruhe und Ausführlichkeit miteinander zu besprechen. Diese Klausur fand in einem Tagungshaus in Berlin Wannsee statt, nicht weit vom historisch bedeutsamen Haus der Wannseekonferenz.

Der Fokus der Klausur lag auf der Weiterführung der im Frühjahr gestarteten Planung zur langfristigen Entwicklung des Vereins. Um das Ganze etwas greifbarer zu machen, haben wir diesem Projekt den griffigen Namen „WMDE-Kompass 2020“ gegeben. Mit diesem Kompass sollen die bisherigen WMDE-Aktivitäten und Projekte gefasst, überprüft und in einen größeren Rahmen eingebettet werden, um uns und euch Orientierung für die Zukunft (die kommenden zehn Jahre) und auch den Weg dorthin zu geben.

Das klingt erstmal ein bisschen wolkig, wird aber auch noch sehr konkret.

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Von Schnapszahlen und Mitgliedern

Vorgestern wurde ich scherzhaft gewarnt auf dem Weg ins Büro die Standesämter und Rathäuser möglichst weiträumig zu umfahren, sei doch der 09.09.09 ob seiner guten Memorierbarkeit ein beliebtes Hochzeitsdatum. Keine Hochzeit allerdings ist es, die diesen Tag für Wikimedia zu einem besonders erfreulichen und regelrecht denkwürdigen macht, sondern ein Mitgliedsantrag, der just an diesem Tag in der Geschäftsstelle eintraf: Mit diesem Antrag nämlich konnten wir die Mitgliedsnummer 555 vergeben: 999 und 555 … wir verzichten auf kabbalistische Spekulationen und sagen lieber: Wir freuen uns sehr!

Innerhalb von nur etwas über 5 Jahren wurde so aus einem unter der Beteiligung von 38 Wikipedianern am 13. Juni 2004 gegründeten kleinen Verein, eine große an der Förderung freien Wissens interessierte Gemeinschaft, die stetig wächst. Dazu ein paar Zahlen: Derzeit zählt Wikimedia Deutschland 412 aktive Mitglieder und 80 Fördermitglieder; das jüngste Mitglied ist 16 und das älteste 88 Jahre alt. Unsere Frauenquote allerdings birgt noch erhebliches Wachstumspotential: Während drei von zehn Vorstandsmitgliedern Frauen sind, haben wir nur 29 weibliche Vereinsmitglieder in unseren Reihen. Warum das so ist, darüber ließe sich trefflich spekulieren. Das aber wäre – gut wikipedianisch gesprochen – Theoriefindung. :)

Und so machen wir – statt Theorien zu ersinnen – lieber Angebote: In der Geschäftsstelle haben wir mit unseren Mitarbeitern Know-how aus verschiedensten Bereichen versammelt und wir halten diverse Materialien von unserer Vereinszeitung „Wikimedium“, Flyern über Lanyards bis hin zu Aufklebern bereit, die wir euch gern zusenden, wenn ihr eine für Wikimedia oder Wikipedia interessante Veranstaltung besucht oder für Freies Wissen werben wollt. Vielleicht denkt ihr auch darüber nach, auf einer Veranstaltung aufzutreten, einen Workshop zu geben, einen Vortrag zu halten oder jemanden zu überzeugen sich für Freies Wissen zu engagieren? Sprecht mit uns, fragt uns oder besucht uns in der Geschäftsstelle – in unseren Büroräumen haben wir immer ein Plätzchen frei für jeden Interessierten! Mal sehen: Vielleicht können wir ja am 10.10.10 schon das 1.010. Vereinsmitglied vermelden …

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Man trifft sich in der Lobby

In der Geschäftsordnung des Deutschen Bundestages heißt es: „Der Präsident des Bundestages führt eine öffentliche Liste, in der alle Verbände, die Interessen gegenüber dem Bundestag oder der Bundesregierung vertreten, eingetragen werden.“ Genau in dieser Liste findet sich seit heute auch Wikimedia Deutschland vertreten. Die so genannte „Lobbyliste“ (den Wikipedia-Artikel dazu gibt es hier) existiert seit 1972 und es hat für uns verschiedene Vorteile, auf ihr vertreten zu sein.

Generell signalisiert ein Eintrag dort erstmal, daß die entsprechende Institution überregional aufgestellt ist und als ernstzunehmender Ansprechpartner fungieren möchte. Damit ist für den Verein ein erster Schritt getan, seine politische Sichtbarkeit zu erhöhen und auch im Berliner Politik-Milieu als Vertreter der Idee Freien Wissens aufzutreten. Im besonderen besteht für den Verein nun die Möglichkeit, bei Anhörungen zu Gesetzgebungsverfahren teilzunehmen und als Berater in entsprechenden Ausschüssen geladen zu werden.

Die in der Liste vertretenen 2100 Verbände stellen allerdings nicht bloß die Phalanx des Wirtschaftsliberalismus, wie man bei dem Wort „Lobby“ zuerst denken würde. Neben etwa „Transparency International“, der „Deutsche Gesellschaft für Geographie“ und knapp 30 Bildungsorganisationen befindet sich Wikimedia dort von nun ab in guter Gesellschaft und wir können hoffen, unser politisches Engangement auf dieser Basis verstärkt auszubauen. Als ersten Schritt dahin werden wir in der nächsten Woche die Antworten auf unsere Wahlprüfsteine auswerten, über die auch an dieser Stelle berichtet werden soll.

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Bericht aus der Geschäftsstelle (August 2009)

Aus organisatorischen Gründen hat sich die Veröffentlichung des Beitrags um einige Tage verzögert. Pavel ist mittlerweile wieder in Deutschland. — Tim

Liebe Freunde des Freien Wissens,

ich sitze gerade in einem Hotelzimmer in Buenos Aires und die Wikimania 2009 nähert sich ihrem Ende. Was liegt da näher, den Monatsbericht aus der Geschäftsstelle mit dieser Konferenz zu beginnen?

Mein Hauptziel auf der Wikimania 2009 war es, die handelnden Personen der Wikimedia Foundation und der anderen Chapter kennen zu lernen und ihnen eine Möglichkeit zu geben, auch mich kennen zu lernen. Ich bin zwar ein recht erfahrener Wikipedianer, habe mich aber bisher mit dem internationalen Aspekt der Wikimedia-Bewegung noch nicht wirklich beschäftigt.
Das deutsche Chapter spielt aber natürlich schon auf Grund seiner wirtschaftlichen Größe und seinem hohen Maß an Organisation eine wichtige Rolle. Was mich am meisten gefreut hat ist die unglaublich freundliche Aufnahme, die ich hier durch die Vertreter der Foundation und der anderen Chapter erfahren habe. Ich hatte ein wenig befürchtet, dass das deutsche Chapter gerade von den „kleineren“ Chaptern als Elefant wahrgenommen werden könnte, der schon mittels der hohen Spendeneinnahmen die anderen Chapter dominieren könnte. Aber weit gefehlt – mir ist vielmehr immer wieder versichert worden, dass das deutsche Chapter als Vorbild dienen kann, das man sich freuen würde, intensiv zusammen zu arbeiten. Und ich bin immer wieder gefragt worden, welche Erfahrungen wir mit bestimmten Dingen gemacht haben, ob wir bereit wären, die Arbeit der anderen Chapter noch weiter zu unterstützen, etc.
Dies ist für mich ein sehr gutes Zeichen, da offensichtlich die Arbeit des Vereins über die letzten fünf Jahre (und damit meine ich die Arbeit der Vereinsmitglieder, der vielen Freiwilligen, der Mitarbeiter der Geschäftsstelle und die aktuellen und früheren Vorstandsmitglieder) von vielen internationalen Chaptern und von der Foundation überaus positiv beurteilt wird. Dieses positive Image des Vereins auf internationaler Ebene zu pflegen und noch weiter zu verbessern, wird ein wichtiger Teil meiner Tätigkeit.
Am Rande der Wikimania habe ich auch das erste Radiointerview meines Lebens gegeben, das dann in einen längeren Beitrag im Deutschlandradio Kultur und im WDR eingeflossen ist.

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Adiós Buenos Aires

Die Wikimania 2009 ist vorbei. Der zweite und dritte Tag vergingen wie im Flug.

Neben etlichen Smalltalks und spontanen Meetings gab es natürlich wieder eine Menge interessanter Vorträge. Ting Cheng berichtete über Voraussetzungen für erfolgreiche Kandidaturen für die von der Community gewählten Sitze im Board of Trustees. Die aktuelle Wahl ist gerade erst abgeschlossen, er möchte aber bereits jetzt die Chance nutzen, mögliche Kandidaten für die nächste Wahl in zwei Jahren frühzeitig darüber zu informieren, was auf sie zukommt. Während der Mittagspause sprach Eugene Eric Kim über die Strategieplanung und rief jeden dazu auf, im eigens dafür geschaffenen Wiki seine Ideen und Vorschläge einzubringen. Das kann in jeder Sprache erfolgen, fleißige Übersetzer helfen, die Inhalte allen zugänglich zu machen.

Catrin demonstrierte anhand von Beispielen den Einsatz unterschiedlicher Medien, um Spender anzusprechen und über die Verwendung ihrer Spendengelder zu informieren . Mathias erläuterte die Anatomie der Kooperation mit dem Bundesarchiv und Daniel stellte Wikiword vor, ein Tool, dass es unter anderem möglich macht, unabhängig von Sprachgrenzen nach passenden Bildern zu bestimmten Begriffen zu suchen.

Das Organisationsteam hat hier Großes geleistet, die Bereitstellung von Videos und anderen Materialien lief beeindruckend schnell und problemlos, die Verpflegung war gut und der Ablauf der Konferenz sehr gut geplant. Vielen Dank, es war eindrucksvolle Konferenz und eine tolle Zeit.

Wirklich unerwartete Erkenntnis der letzten 2 Tage: Wikimedianer können tanzen und tun das auch.

Adiós Buenos Aires, hola Gdańsk.

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Hola aus Buenos Aires

Während ich das hier schreibe, beginnt gerade der zweite Tag der Wikimania in Buenos Aires. Erste Erkenntnis des gestrigen Tages: Die Zeit ist wirklich knapp hier, daher nur ein kurzer Überblick. Tagsüber ist es schwer, sich für einzelne Vorträge zu entscheiden, es gibt so viele interessante Beiträge und Themen auf der Agenda. Für die, die nicht dabei sein können, wird unter http://stream.wikimedia.org.ar/ ein Live-Stram angeboten. Und dazwischen bleibt auch kaum Luft, denn die Verabredungen für die Mittagspausen oder zum Abendessen sind längst im Voraus getroffen oder werden spontan organisiert.

Neben Pavel sind auch Catrin, Daniel und Mathias, Sebastian und ich hier. Sebastian und Mathias nahmen gestern an einer Diskussionsrunde über Erfahrungen und Ausblicke bei der Zusammenarbeit mit lokalen kulturellen Organisationen teil, Daniel hielt einen Vortrag über die Möglichkeiten und Weiterentwicklung des Toolservers. Catrin und Pavel sprachen mit einer Journalistin des Deutschlandfunks – der Link auf den Beitrag folgt, sobald er uns bekannt ist. Die Mittagspause nutzen die anwesenden Vertreter der unterschiedlichen Chapter für ein kurzes spontanes Meeting, bei dem es vor allem um die noch unbeantwortete Frage ging, ob es gemeinsame Kriterien gibt, durch die sich ein Chapter definiert.

Die aus meiner Sicht interessantesten Beiträge gestern waren der Vortrag von Jennifer Riggs (Video), in dem sie sehr interessante Vergleiche zum Aufbau anderer überwiegend durch freiwilliges Engagement gestalteter Organisationen zog und eine von Lodewijk Gelauff geleitete offene Diskussionsrunde über mögliche Themen und Schwerpunkte für Lobbying auf EU-Ebene.

Zweite Erkenntnis des ersten Tages: Man könnte glauben, In Buenos Aires ernährt man sich nur von Fleisch und Süßwaren. Die Steaks sind „whow„, die Kuchen auch.

Jimmy Wales spricht, der zweite Tag beginnt. Hasta mañana.

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Bericht aus der Geschäftsstelle (Juli 2009)

Liebe Freundinnen und Freunde des Freien Wissens,


seitdem der Vorstand meine Anstellung als Geschäftsführer von Wikimedia Deutschland vor ein paar Wochen bekanntgegeben hat, haben mich viele Mails, Tweets, SMS und Anrufe mit guten Wünschen und Unterstützungsangeboten erreicht. Ich bin immer noch begeistert von diesem tollen Zuspruch – dafür sage ich Danke! In den vergangenen Wochen habe ich mich allmählich eingearbeitet, Sebastian hat inzwischen die laufenden Geschäfte und Projekte an mich übergeben (dafür auch hier nochmals mein Dank, Sebastian) und ich habe intensive Gespräche mit Vorstandsmitgliedern und mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Vereins geführt.

Das Ende meiner ersten richtigen Arbeitswoche möchte ich zum Anlass nehmen, Euch ein wenig über mich und meine Pläne zu erzählen. Und dass dies genau heute passiert, ist kein Zufall – in Zukunft wird es jeden letzten Freitag im Monat hier auf der Mailingliste einen Bericht von mir aus der Geschäftsstelle geben. Ich habe im Rahmen meiner Bewerbung drei Schwerpunkte benannt, die ich zunächst für meine Arbeit sehe:

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Wikimedia Foundation unterstützt den Toolserver mit 30.000 EUR

Im April haben wir bei der Foundation Geld dafür beantragt, den Toolserver stabiler gegen Ausfälle zu machen (Antragstext, englisch). Hintergrund ist, dass eine der Hauptfunktionen des Toolservers besonders fehleranfällig ist. Der Toolserver hat Kopien der Daten von allen knapp 780 Wikis der Wikimedia Foundation, also den Wikipedias in allen Sprachen und allen anderen Wikimedia-Projekten wie den Wiktionaries, Wikibooks, Commons, etc. Diese Daten werden live auf den Toolserver gespielt, hierbei sollte es allenfalls ein paar Sekunden Verzug geben. Allerdings fällt diese „Datenreplikation“ manchmal aus, oder schlimmer, arbeitet fehlerhaft. Dann wird es notwendig, den gesamten Bestand noch einmal zu kopieren und die Replikation neu anzufahren. Das kann Tage und Wochen dauern – und in dieser Zeit haben Benutzer des Toolservers keine aktuellen Daten. Und, noch schlimmer, gibt es während dieser Zeit kein aktuelles Backup der Daten außerhalb des Datencenters in Tampa.

Diese etwas wackelige Situation soll nun verbessert werden: wir wollen von jeder Datenbank zwei Kopien haben, statt nur einer. So bleibt eine verfügbar wenn die andere ausfällt, die Tools haben aktuelle Daten und es gibt immer ein Backup „off site“ in Amsterdam. Um das zu erreichen, brauchen wir drei neue Datenbank-Server – und die können wird mit den 40.000 Dollar (knapp 30.000 Euro) von der Foundation jetzt kaufen. Bis die Online sind, wird es zwar noch ein paar Monate dauern, aber wir freuen uns jetzt schon!

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FAQ zum Disput National Portrait Gallery / Derrick Coetzee / Wikimedia Commons

Worum geht es genau?

Die „National Portrait Gallery“ (NPG) hat am 10. Juli 2009 einem Nutzer der Wikimedia Commons (Derrick Coetzee) durch eine Anwaltskanzlei eine Email zugeschickt, in der diesem rechtliche Schritte angedroht werden. Im Kern geht es um ungefähr 3.000 Bilder, die der Benutzer auf Wikimedia Commons hochgeladen hat. Die NPG fordert von ihm unter anderem, dass er diese Dateien von Wikimedia Commons löscht. Eine Kopie des Schreibens findet sich unter http://commons.wikimedia.org/wiki/User:Dcoetzee/NPG_legal_threat

Was ist der aktuelle Stand dieses Disputs?

Seit dem 17. Juli 2009 gibt es direkte Kommunikation zwischen der Wikimedia Foundation und der NPG, um den Streit beizulegen. Derrick Coetzee wird anwaltlich durch Fred von Lohmann von der Electronic Frontier Foundation vertreten, die sich um Rechtsfragen im digitalen Kontext verdient gemacht hat. Es wurden bislang keine umstrittenen Bilder gelöscht. Wir können davon ausgehen, dass die NPG von Abmahnungen oder Prozessen absehen wird, solange noch verhandelt wird.

Worauf begründet die NPG ihren Anspruch?

Die NPG bestreitet nicht, dass die Werke aufgrund ihres Alters nicht mehr urheberrechtlich geschützt sind. Allerdings sieht sie in der Digitalisierung der gemeinfreien Werke eine Leistung, die nach britischem Recht geschützt ist. Das Digitalisat eines gemeinfreien Werkes ist damit aus der Sicht der NPG nicht mehr gemeinfrei. In dem anwaltlichen Schreiben verweist die NPG zudem noch auf den Schutz von Datenbankwerken und sieht in dem Zusammenfügen von Bildausschnitten (entstanden durch die Lupen-Funktion der NPG-Webseite) eine Umgehung von Kopierschutzmaßnahmen. [update 21. Juli 2009: Die NPG ist außerdem der Ansicht, dass durch den Besuch der Seite eine vertragliche Vereinbarung mit dem Besucher der Seite zustande kommt („browse-wrap license“), deren Bestimmungen hier verletzt worden seien. Danke für den sachdienlichen Hinweis in den Kommentaren. ^ms]

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