POLITIK UND GESELLSCHAFT

Urheberrechtsreform I+II

Der Februar wartete gleich mit zwei wichtigen Ereignissen in der Urheberrechtspolitik auf: Zum einen stimmte der Bundestag am Freitag, den 1. März, – und damit früher als allgemein erwartet – über eine nochmals geänderte Fassung des Leistungsschutzrechts für Presseverleger ab. Paradoxerweise lässt sich der Schutzbereich nun nicht mehr klar auf Snippets und Aggregatoren-Geschäftsmodelle anwenden, da “einzelne Wörter oder kleinste Textausschnitte” ausdrücklich nicht lizenzpflichtig werden sollen. Wozu also dieses hochumstrittene Gesetz? Eine Folgenabschätzung gibt Mathias Schindler im Blog. Bereits am 20.2. veröffentlichte das BMJ einen Referentenentwurf für die künftige Behandlung verwaister und vergriffener Werke sowie ein unabdingbares Zweitveröffentlichungsrecht für wissenschaftliche Urheber. Bis Mittwoch, den 6.3., wird Wikimedia Deutschland dazu eine Stellungnahme erarbeiten und veröffentlichen.

Schreibwerkstatt mit Museumsdorf Düppel / Silberwissen

Am 9. Februar fand im Rahmen einer Kooperation mit Wikimedia Deutschland die erste Schreibwerkstatt mit Freiwilligen des Museumsdorfes Düppel statt. Bis zum Ende des Tages konnte der Wikipedia-Artikel zum Museumsdorf selbst ergänzt und erweitert werden. Für die Zukunft sind weitere gemeinsame Aktionen geplant. Es ist ein spannender Prozess, nicht nur wegen der im Museumsdorf Düppel geleisteten Arbeit zur Erforschung mittelalterlicher Handwerkstechniken, sondern auch in der Zusammenarbeit mit überwiegend älteren Menschen (65+), die hier ein hoch spezialisiertes Fachwissen als Wissensschatz anbieten.

Kick-off des Forschungsverbundes Science 2.0 der Leibnizgemeinschaft

In Hamburg präsentierten sich vom 14. bis 15. Februar 26 Forschungsprojekte zum Thema Science 2.0. Wikimedia Deutschland wird im Forschungsverbund nicht nur Forschungsobjekt sein, sondern über eine Kooperationsvereinbarung zum Forschungssubjekt werden. Details im Blog.

BILDUNG UND WISSEN

Im Bereich Bildung und Wissen drehte sich im Februar vieles um die Planung der Aktivitäten in diesem Jahr und um die Auswertung der Aktivitäten des letzten Jahres. Die Initiative Klicksafe hat in diesem Monat ihre Arbeit für das Unterrichtsmaterial zu „Wikipedia im Unterricht“ aufgenommen, welches zu Oktober 2013 fertig sein soll. Hier fließen die bisherigen Erfahrungen aus dem Projekt “Wikipedia macht Schule” ein und werden von didaktischer Seite als Unterrichtsmaterial aufbereitet. Weitere Materialien werden in diesem Jahr folgen. Warum das so wichtig ist, darüber haben wir in einem Blogbeitrag berichtet. Des Weiteren haben im Themenbereich der Open Educational Resources (freie Lehr- und Lernmaterialien) verschiedene erste Treffen stattgefunden, bei denen Wikimedia Deutschland besonderes Augenmerk darauf legt, wie Akteure aus verschiedenen Bereichen zusammengebracht werden können. Näheres ist im Steckbrief des Projekts nachzulesen.

Anfang des Monats war der Bereich Bildung und Wissen (wie oben bei den Kollegen aus Politik und Gesellschaft schon beschrieben) bei der Leibniz-Gemeinschaft zu Gast, wo es um den Austausch über mögliche Kooperationsmöglichkeiten und Forschungsideen ging. Im Rahmen des Projekts “Initiative Wissen teilen” richtet sich der Bereich Bildung und Wissen in diesem Jahr stärker an längerfristige Projekte und sucht dazu Partner und Interessierte. Ideen und Anregungen gerne hier, im Projektsteckbrief.

Aktionen vor Ort

Auch diesen Monat fand wieder “Women edit – ein offenes Netzwerktreffen” bei Wikimedia Deutschlands Kooperationspartner, dem FrauenComputerZentrum Berlin, statt. Wer es verpasst hat, bekommt schon im März wieder die Möglichkeit, auf diesem Weg in die Wikipedia-Welt einzutauchen. Mehr Informationen gibt es auf den Seiten des FCZBs. Und wer gerne vorab schon einmal Kontakt aufnehmen möchte, bitte einfach auf ihrer Wikipedia-Seite vorbeischauen. Viel Spaß!

TEAM COMMUNITYS

Im Februar wurde die Reihe der Wikimedia-Foren mit dem ersten Teil der Deutschland-Tour des Projekts RENDER und Unterstützung des Teams Communitys fortgeführt. Er führte nach Nürnberg, Stuttgart und München.

Förderprogramme

Vollständig finanziert von Wikimedia Deutschland traf sich die Wikipedia-Schlichtungsinstanz, das Schiedsgericht, in Limburg und besprach dort vorliegende Fälle, interne Organisation und aktuelle Community-Entwicklungen.

Der von Wikimedia Deutschland finanzierte Fotoflugkurs Cuxhaven 2013 hat nicht nur viele Bilder erbracht, sondern in erster Linie den ehrenamtlichen Fotografen viel Wissen und Kompetenz zum Thema Fotografie aus der Luft gebracht, die in kleineren Projekten sinnvoll angewendet und weitergegeben werden können.

Unter anderem in den Räumen von Wikimedia Deutschland trafen sich im Februar erstmalig Wikipedianer unter dem Motto Wikipedia:Musketiere. Die Kosten der Räume für ein weiteres Treffen in Dortmund und die Verpflegung übernahm Wikimedia Deutschland. Wie bei anderen “Edit-a-thons” wurden Wikipedia-Artikel in der Gruppe erweitert und geschrieben, diesmal war aber die Maßgabe: keine eigenen Artikel bearbeiten.

Zwei Wikipedianer waren bei einem ganz besonderen Ereignis dabei und durften die konstituierende Sitzung des niedersächsischen Landtags fotografieren. Wikimedia Deutschland hat die Reisekosten übernommen. Das Ergebnis wird auf Wikimedia Commons verfügbar sein.

Community-Projektbudget

Informationen über den Projektfortschritt der einzelnen geförderten Projekte sind in der Übersicht auf der CPB-Projektseite verlinkt. So wurde unter anderem das Landtagsprojekt im Februar im hessischen Landtag durchgeführt. Ein Team von RTL hat Eindrücke eingefangen. Die Bilder der Politiker sind jetzt für jeden Interessierten auf Wikimedia Commons abruf- und unter freier Lizenz weiternutzbar. Im Projekt Festivalsommer können sich noch weitere Fotografen anmelden, um mit Technik und Akkreditierungen unterstützt zu werden.

FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG

RENDER

Im Forschungsprojekt RENDER fanden im Februar die ersten Termine unserer Wikimedia Foren-Tour zusammen mit dem Team Communitys statt. Die ersten Stationen waren dabei Nürnberg, Stuttgart und München. An diesen Abenden hatte das Entwicklerteam Gelegenheit, die Unterstützungswerkzeuge vorzustellen und mit den Anwesenden über mögliche Anpassungen und Erweiterungen zu sprechen. Außerdem haben wir begonnen, beide Werkzeuge mit einzelnen Nutzern zu testen. Die Ergebnisse dieser ersten Evaluationsrunde sowie die Hinweise, die während der Tour gesammelt werden konnten, wird Wikimedia Deutschland dazu verwenden, die Tools zu verbessern. Meldet Euch gerne unter render@wikimedia.de bei weiteren Fragen und Anmerkungen!

Wikidata

Die erste Phase von Wikidata (Sprachlinks) wurde in der englischsprachigen Wikipedia in Betrieb genommen. Damit ist es jetzt in Benutzung auf Ungarisch, Hebräisch, Italienisch und Englisch. Alle verbleibenden Wikipedien sollen am 6. März folgen. Außerdem wurden neue Features und Bugfixes auf wikidata.org eingespielt. Aus der Community kommen die ersten Tools, die auf Wikidata aufbauen, wie beispielsweise Geneawiki und Reasonator.

Wikimedia Deutschland hat sich entschieden, das Projekt auch nach dem ersten Entwicklungsjahr fortzuführen. Für Fragen und Anregungen könnt Ihr Euch gern an wikidata@wikimedia.de wenden.

INTERNATIONALES

Erste Vorbereitungen zur Wikimania 2013

Die Bewerbungsfrist für die Stipendien zur Wikimania ist um. Sobald das Stipendienkomitee mit der Bewertung fertig ist, vergibt Wikimedia Deutschland 20 Stipendien à 1.500 Euro an Bewerber mit Wohnsitz in Deutschland, sowie zusätzlich Stipendien in Höhe von 10.000 Euro, die an internationale Bewerber vergeben werden. Gemeinsam mit Wenke Storn und Kasia Odrozek bereitet Nicole Ebber eigene Einreichungen und Programmpunkte des Vereins sowie die Zusammenarbeit mit den Stipendiaten und mit anderen Wikimedia-Organisationen vor.

WCA und Wikimedia Chapter

Der Brief des Boards of Trustees an die WCA hat zum Nachbessern des WCA-Konzeptes aufgefordert und bewegungsweit viele Diskussionen ausgelöst. In dem Brief äußerte sich das Board pessimistisch hinsichtlich des Vorankommens und der Verbürokratisierung der Chapter-Dachorganisation. Bei einem anschließenden Treffen einiger WCA-Ratsmitglieder in London waren Markus Glaser und Nicole Ebber vor Ort, außerdem Alice Wiegand und Jan-Baart de Vreede vom Board selber. Dort beschloss man, zunächst von einer offiziellen Registrierung der WCA sowie von der Einstellung eines Generalsekretärs abzusehen. Stattdessen will man sich nun auf konkrete Projekte und Unterstützung der Chapter untereinander konzentrieren.

PR-/ÖFFENTLICHKEITSARBEIT

Pressearbeit

Auch im Februar vermittelte Wikimedia Deutschland wieder Wikipedia-Aktive als Interviewpartner und informierte bei journalistischen Anfragen. Eine Auswahl von Presseberichten ist im Pressespiegel des Vereins nachzulesen. Für die Am 16. März stattfindende Konferenz “Wikidata trifft Archäologie” wurde eine Presseeinladung erstellt und versendet.

Projektsteckbriefe 2013

Die Kurzbeschreibungen der für dieses Jahr geplanten Vereinsprojekte wurden ins Englische übersetzt und ergänzend zur Version in deutscher Sprache im Meta-Wiki veröffentlicht.

Spendenkampagne und Informationsmaterial

In diesem Monat unterstützte die Stabsstelle Kommunikation das Team Fundraising bei der Vorbereitung des jährlichen Versands der Zuwendungsbescheinigungen. Es wurde eine Postkarte zur Erhöhung des Mitgliedsbeitrages erstellt und neue Briefumschläge wurden gelayoutet.

Eine Überarbeitung des Wikipedia-Spickzettels wird vorgenommen, um so besser auf die Bedürfnisse von Wikipedia-Einsteigern Rücksicht zu nehmen. Für die anstehende GLAM on Tour wurden zwei Roll-up-Displays erstellt, die zu Kooperationen zwischen kulturellen Einrichtungen und Wikipedia aufrufen. Des Weiteren wurden T-Shirts für die GLAM-Aktiven produziert. Außerdem sind einige neue Give-aways geplant, die die Wikimedia-Projekte weiter bekannt machen sollen.

Im Februar gab es außerdem umfangreiche redaktionelle Arbeit am kommenden Tätigkeitsbericht des Vereins für das Jahr 2012.

FUNDRAISING

Die Herbstkampagne liegt zwar schon mehrere Wochen zurück, für das Team Fundraising ist sie aber noch sehr präsent: Im Februar bereitete es wie jedes Jahr den Versand der Zuwendungsbescheinigungen vor. Nicht nur während der Kampagne gab es Rekorde zu vermelden: Wir gehen von rund 88.000 Empfängern von Zuwendungsbescheinigungen aus, mehr als doppelt so viele wie im letzten Jahr. Erst wenn der Versand Anfang März abgeschlossen ist, ist auch für das Fundraisingteam die Kampagne 2012 vorbei. Dafür wurden in den letzten Wochen sämtliche Zahlungen importiert und Adressdaten aufbereitet. Zudem wurden die Versandmaterialien wie beispielsweise die Kuverts neu gestaltet. Wie letztes Jahr wollen wir mit den Spenden-Quittungen viele neue Mitglieder gewinnen, weshalb jeder Spendenquittung auch ein Mitgliedsantrag beliegt.

STELLENAUSSCHREIBUNGEN

Aktuell sind eine Reihe von Stellenangeboten bei Wikimedia Deutschland ausgeschrieben, darunter Positionen als Leitung der Stabsstelle Kommunikation, Verstärkung für das Team Communitys und eine Assistenz im Eventmanagement. Bewerbungen willkommen!