Die Zukunft von Wikidata

Fast genau vor einem Jahr, im März 2012, startete Wikimedia Deutschland mit Wikidata ein völlig neues Wikimedia-Projekt. Ziel von Wikidata …

  • Pavel Richter
  • 20. Februar 2013

Fast genau vor einem Jahr, im März 2012, startete Wikimedia Deutschland mit Wikidata ein völlig neues Wikimedia-Projekt. Ziel von Wikidata ist eine offene Datenbank für das Wissen der Welt zu werden, an der jeder mitarbeiten kann.  Wikidata ist das größte technische Projekt, das jemals eine der 40 Länderorganisationen der Wikimedia-Bewegung in Angriff genommen hat.

Die initiale Entwicklung des Wikidata-Projekts steht kurz vor ihrem Abschluss. Viel wurde erreicht: Bereits jetzt werden die Sprachlinks aus Wikidata in vier Wikipedien (Ungarisch, Hebräisch, Italienisch und Englisch) verwendet, und die anderen Sprachversionen werden in den nächsten Tagen folgen. Der aktuelle Stand auf Wikidata selbst ist sehr schön am Beispiel der Seite zu Russland zu sehen. Mit der Hilfe von Mitarbeitern, Freiwilligen und großzügigen Spenden von [ai]², der Gordon and Betty Moore Foundation und Google wurde hiermit der Grundstein für das erste neue Wikimedia-Projekt seit 2006 gelegt: eine skalierende Infrastruktur, die es erlaubt, in einem zentralen Wiki Daten zu verwalten und diese den Wikipedien und darüber hinaus, zum Beispiel in Blogs oder auf Webseiten, zur Verfügung zu stellen.

Das Präsidium von Wikimedia Deutschland hat entschieden, die Entwicklung von Wikidata auch 2013 mit einem Team von acht Leuten weiterzuführen. Wikimedia Deutschland finanziert diese Entwicklung aus Spendeneinnahmen.

Für das nächste Jahr wird sich das Team mit der weiteren Entwicklung und dem Wachstum von Wikidata beschäftigen. Das beinhaltet unter anderem:

Wir erwarten, dass sich Wikidata zu einem zentralen Bestandteil der Wikimedia-Bewegung entwickeln wird. Dazu war die hervorragende Zusammenarbeit mit der Wikimedia Foundation ein essentieller Bestandteil: die Wikimedia Foundation betreibt nicht nur Wikidata, sondern auch die zahlreichen Werkzeuge, die uns bei der Entwicklung halfen. Auch stand sie uns mit Rat und Tat zur Seite. Mit der weiteren Unterstützung des Projektes zeigen wir unser Vertrauen in das Projekt und dessen Ziele, und wir gewährleisten die weitere Entwicklung und Wartung.

Wikidata hat das Potenzial für weitere „große Sprünge“: ohne die Großspenden, die das erste Jahr finanzierten, wäre Wikidata nicht möglich gewesen. Wir hoffen, dass wir für den weiteren Ausbau wieder Partner gewinnen können, die mit uns gemeinsam an dem Ziel arbeiten, das Wissen der Menschheit jedem frei verfügbar zu machen.

  1. Dem neuen Team sollte diesmal zumindest ein Nicht-Informatiker angehören. Das Fehlen von Basiswissen, was die Inhalte betrifft, hat die Einführung des Projektes deutlich überschattet. Vieles hätte mit einer vernünftigen Planung im Vorfeld besser erledigt werden können.

    Kommentar by Steffen on 21. Februar 2013 at 11:54

  2. Hallo Steffen,

    Wir haben Nicht-Informatiker im Team. Mir ist nicht ganz klar was du mit „überschattet“ meinst wenn es um die Einführung des Projektes geht. Die Planung war von Anfang an öffentlich auf http://meta.wikimedia.org/Wikidata frei zugänglich und es wurde oft und an vielen Orten um Kommentare gebeten.

    Kommentar by Lydia Pintscher on 21. Februar 2013 at 12:06

  3. Ich halte die Fortführung für gut und richtig, hätte es aber auch richtig gefunden, wenn eine solch wichtige Entscheidung von der Mitgliederversammlung und nicht vom Präsidium gefällt worden wäre.

    Kommentar by Marcus Cyron on 21. Februar 2013 at 12:50

  4. Hallo Marcus,

    mal davon abgesehen, dass die Fortführung von Wikidata auch im von der MV verabschiedeten Plan 2013 steht (da aber noch mit einer anderen Finanzierungsart als diese jetzt vorgesehen ist): die nächste MV ist im Mai, die jetzige Wikidata-Phase endet im März. Genau das ist ja eine Rolle des Präsidiums, wichtige Entscheidungen zwischen den MVs zu fällen, die eben nicht warten können.

    Kommentar by Pavel Richter on 21. Februar 2013 at 12:59

  5. Hallo Pavel,

    Sicher ist das Präsidium zur Entscheidung wichtiger Dinge zwischen den Mitgliederversammlungen da. Aber daß das ausläuft, wußte man aber auch schon bei der letzten MV, oder? Und bei aller Liebe – solche Entscheidungen mal eben so in den Plan 2013 zu packen und da neben dem – ich nenne es mal so – „stinknormalen“ Programm stehen zu lassen, halte ich für nicht richtig. Das ist einer der Gründe, warum ich nicht für den Plan stimmen konnte. Denn der war wie eine Vertrauensfrage – „ihr nehmt alles, oder es scheitert“. Das finde ich so einfach nicht in Ordnung. Die MV verliert immer mehr an echtem Einfluss gegenüber Präsidium und Vorstand (auch die Erweiterung auf zwei reguläre Mitgliederversammlungen per Anno trug zur Abwertung bei). Das ist eine äußerst problematische Entwicklung. Was weiß ich aber, wer da in zwei Jahren in Präsidium und Vorstand sitzt. Wenn die Strukturen aber erst da sind, ist das meist so eingefahren, daß man da nur noch wenig ändern kann. Da aber etwa der Arbeitsplatz von acht Menschen an der Sache hängt, wäre eine direkte Absegnung durch die MV mehr als nur wünschenswert.

    Kommentar by Marcus Cyron on 21. Februar 2013 at 15:32

  6. Hallo Marcus,

    da widerspreche ich Dir gleich mal auf meheren Ebenen:

    1. Die Verlängerung von Wikidata steht da nicht einfach so neben dem stinknormalen Programm. Der Plan wurde Monate vor der MV veröffentlicht, auf 5 Haushaltsplantouren vor Ort vorgestellt, auf der MV ebenfalls diskutiert. Damit gab es nicht nur sehr viele Möglichkeiten zur Information und Diskussion, sondern auch, Änderungen einzubringen. Ich bin sehr offen für Ideen, wie wir den ganzen Prozess noch partizipativer machen können, aber mangelnde Information und Teilhabemöglichkeit kann ich beim Thema Jahresplan 2013 wirklich nicht erkennen.

    2. Die zweite MV ist ja gerade eingeführt worden, um noch mehr Partizipation zu ermöglichen. Wenn das als Belastung empfunden wird, kannst Du jederzeit einen Antrag einbringen, der wieder zum alten Modell zurückkehrt. Aber das ist derzeit Beschlusslage der MV.

    3. Die MV bestimmt und beschließt den Haushalt des kommenden Jahres; welche Konsequenzen dies auf die Anzahl und Ausgestaltunng der Arbeitsplätze hat, ist Teil meiner Aufgabe.

    Kommentar by Pavel Richter on 21. Februar 2013 at 16:06

  7. „Aber daß das ausläuft, wußte man aber auch schon bei der letzten MV, oder?“ Das ja, aber dass man es auch weiterführen will, nicht, sonst hätte man es ja leicht in den Jahresplan übernehmen und durch Fundraising erwirtschaften können. Für den Nachtragshaushalt in solchen Situationen ist zwischen den Mitgliederversammlungen das von eben dieser eingesetzte Gremium, seine Vertretung, zuständig: das Präsidium. Und einen Nachtragshaushalt zu beschließen, hat das Präsidium (bzw. der damalige ehrenamtliche Vorstand) nicht das erste Mal gemacht. Diesmal spielt dies zwar vielleicht in einer etwas anderen finanziellen Liga, mag man einwerfen, Anlass, Umfang und Nutzen für Verein und Wikimedia-Projekte rechtfertigen diese Entscheidung in meinen Augen aber allumfänglich. Ich wäre zutiefst erstaunt (vielleicht gar entsetzt), wenn eine Mitgliederversammlung zu einem anderen Ergebnis käme. Daher denke ich, dass wir die Entscheidung der Mitglieder gut vertreten und unsere Aufgabe pflichtgemäß und zum Wohle des Vereins erfüllt haben.

    Kommentar by Martin Rulsch on 23. Februar 2013 at 03:30

  8. […] Deutschland hat sich entschieden, das Projekt auch nach dem ersten Entwicklungsjahr fortzuführen. Für Fragen und Anregungen könnt Ihr Euch gern an wikidata@wikimedia.de […]

    Pingback by Wikimedia Blog » Blog Archive » Monatsbericht Februar 2013 on 1. März 2013 at 14:29

The comments are closed.