So nicht erwartbar: Eine optimistische Lektüre des Koalitionsvertragsentwurfes

Screenshot aus dem aktuellen Entwurf mit Baustellen und Varianten.

Über zwei Monate nach der Bundestagswahl sind die Koalitionsverhandlungen zwischen CDU, CSU und SPD kurz vor ihrem Abschluss. Neu gegenüber früheren Verhandlungen ist, dass bereits während der Verhandlungen regelmäßig Zwischenstände einzelner Arbeitsgruppen ihren Weg an die breite Öffentlichkeit finden und ein zunehmend stimmiges Bild dessen entsteht, was für die Legislaturperiode von 2013 bis 2017 zu erwarten sind. Am 25. November landeten Kopien des ersten konsolidierten Entwurfes des Gesamttextes mit Stand 24. November 2013, 20:00 Uhr bei diversen Zeitungen und Magazinen, am späten Nachmittag stellte Malte Spitz von Bündnis 90/Die Grünen diesen Entwurf als 177 Seiten starkes PDF online (siehe dazu auch Anmerkungen von Stefan Niggemeier).

Dieser 1. Entwurf enthält genauso wie die sonst noch im Umlauf befindlichen Versionen noch eine Reihe von Baustellen, eine Präambel und Ausführungen zur Arbeitsweise der Koalition (Kapitel 8) fehlen. Strittige oder sonstwie überarbeitungswürdige Formulierungen sind mit eckigen Klammern markiert. Alle nicht in Klammern gesetzten Stellen können hingegen als gesetzt betrachtet werden, eine (jederzeit mögliche) Änderung wäre überraschend.

In der Reihenfolge der Fragen unserer Wahlprüfsteine möchte ich das Entwurfsdokument (in der 3. Fassung vom 26. November 00:20 Uhr, die inzwischen auch auf spiegel.de online steht) querlesen. Dies ist keine finale und erschöpfende Analyse des Koalitionsvertrages, sondern der Zwischenstand unserer Einschätzung zu Themen, die uns zumindest vor der Wahl wichtig waren.

Urheberrecht

Fundstellen Zeilen 767,5412,5745ff:

Die Koalition kündigt die Reform des Urheberrechts an. Viele Formulierungen definieren dabei nur den Bereich, nicht den Lösungsweg. Es bleibt abzuwarten, wie das Urheberrecht den Erfordernissen und Herausforderungen des digitalen Zeitalters angepasst werden soll. Eine der konkreten Festlegungen ist die Einführung einer Bildungs- und Wissenschaftsschranke, wie sie von den Wissenschaftsverbänden seit längerem gefordert wird. Viel Platz ohne konkrete gesetzliche Maßnahmen nimmt der Wunsch der Koalition ein, Rechteverletzungen im Internet einzudämmen und das Bewußtsein für den Wert geistigen Eigentums in der Gesellschaft zu stärken. Konkretester Teil ist die Absicht, die Rechtsdurchsetzung gegen Filehoster zu verbessern und sie von Werbeeinnahmen abzukoppeln. Die konkrete Formulierung der entsprechenden Gesetzesänderung wird zeigen, ob und gegen wen so eine Haftungsverschärfung in Stellung gebracht werden kann. An anderer Stelle steht ein Prüfauftrag zur Wirksamkeit der Deckelung des Streitwertes bei urheberrechtlichen Abmahnungen gegen Verbraucher.

Open Government Data

Fundstellen Zeilen 1470, 5800, 6682, 6748ff:

Neben einer allgemeinen Herleitung von Open Data finden sich hier einige sehr konkrete Vorgaben der kommenden Bundesregierung, darunter die Freigabe von offenen Daten der gesamten Bundesverwaltung in einem maschinenlesbaren Format und unter freien Lizenzbedingungen. Dies deckt sich mit europarechtlichen Vorgaben der Public-Sector-Information-Richtlinie, die bis spätestens 2015 umzusetzen sind. „Ein“ Open-Data-Portal für Bund, Länder und Kommunen (man könnte hier auch gleich govdata.de erwähnen) soll bereitgestellt werden – dazu laufen bereits unabhängig von den Koalitionsverhandlungen Gespräche im IT-Planungsrat von Bund und Ländern zur dauerhaften Finanzierung. Die Absicht zum Beitritt in die Open Government Partnership (OGP) wird festgehalten, Deutschland würde hier in den Kreis von bisher 62 Staaten eintreten. In einem eigenen Absatz an anderer Stelle wird auf die Bereitstellung von Parlamentsunterlagen in für Open Data tauglichen Formaten und unter freien Lizenzen verwiesen. Ebenfalls an eigener Stelle wird – naheliegend – Open Data für Mobilitätsangebote, Stau- und Verspätungswarnungen und Fahrplandaten erwähnt. Freie Lizenzen sind hier nicht noch einmal explizit erwähnt, was gerade im Kontext der vielen nichtstaatlichen datenhaltenden Stellen sehr wichtig hätte sein können. Als Klammerzusatz im Bildungsbereich findet sich eine Erwähnung von Open Data für den dauerhaften Zugang zu öffentlich finanzierten (Forschungs-?)Daten.

Netzneutralität

Fundstellen Zeilen 1687ff:

25 Zeilen zu Netzneutralität lassen auf eine intensive Beschäftigung mit dem Thema schließen. Sie enthalten auch eine Reihe von Herleitungen und Füllungen ohne konkrete Handlungsaussage der künftigen Bundesregierung. In Zeile 1697 wird eine gesetzliche Verankerung einer verbindlichen Netzneutralität angekündigt, es folgt sofort die Einschränkung für VoIP in Mobilfunknetzen. Managed Services, Netzwerkmanagement sollen grundsätzlich erlaubt bleiben, Deep Packet Inspection soll untersagt werden, wenn sie zur Diskriminierung oder Überwachung eingesetzt wird. Eine kritische Würdigung des Koalitionsvertrages zur Netzneutralität aus einer früheren Fassung findet sich auf den Seiten der Digitalen Gesellschaft e.V.. Nicht im Koalitionsvertrag sind Aussagen zu Netzsperren oder allseits beliebten Warnhinweismodellen. Wohlgemerkt, es sind auch keine negativ formulierten Aussagen wie der Verzicht auf Netzsperren enthalten.

NSA

Fundstellen 6049, 6458ff, 6555ff:

Direkte Konsequenz der „NSA-Affäre“ (O-Ton Koalitionsvertrag) ist das Drängen nach Aufklärung, in welchem Umfang ausländische Nachrichtendienste Bürgerinnen und Bürger sowie die deutsche Regierung ausspähen. Der BND ist nicht Gegenstand der Überlegungen. Ein No-Spy-Abkommen soll verhandelt werden, das die beschränkte Ausspähung von Bürgerinnen, Bürger, Regierung und Wirtschaft gewährleisten soll (in der Koalitionsvertragsversion geht es um den Schutz dieser Gruppen von schrankenloser Ausspähung). Strittig ist ein Absatz zur Gestaltung einer europäischen Cybersicherheitsstrategie, der Rückgewinnung der technologischen Souveränität und ein Schengenrouting. Mögliche Änderungen an den gesetzlichen Grundlagen für die Arbeit deutscher Geheimdienste wird es nach dem Koalitionsvertrag höchstens als Konsequenz aus den Morden nationalsozialistischer NSU-Terroristen in Deutschland geben (Zeilen 6276ff)

Open Access

Fundstellen 766ff, 5800ff, 6181:

Open Access für den Bildungs- und Forschungsbereich soll im Zusammenspiel mit den Ländern gestärkt werden. Die Bundesregierung will dazu eine umfassende Open-Access-Strategie entwickeln. Einzige konkrete Maßnahme im Koalitionsvertrag ist die Einrichtung eines eigenen Förderprogrammes für den Aufbau, den Ausbau und die Vernetzung von Repositorien und Open Access-Zeitschriften. Dies kann je nach finanzieller Unterfütterung alles oder nichts bedeuten.

Kulturelles Erbe

Fundstelle Zeile 5904:

Positiv ist die Erwähnung der Deutschen Digitalen Bibliothek als deutscher Beitrag zu Europeana. Der Bund möchte hier gemeinsam mit Ländern und Kommunen eine abgestimmte Digitalisierungsstrategie vorantreiben. Die Formulierungen deuten hier – wenn überhaupt – eher in Richtung einer finanziellen Unterfütterung als dass sie die Änderung rechtlicher Rahmenbedingungen ankündigten.

Open Educational Resources

Fundstelle Zeile 769:

Zusammen mit den Formulierungen zu Open Access findet sich in Zeile 769 eine Referenz auf Schulbücher und Lehrmaterial sowie durch Kommata getrennt die Verwendung freier Lizenzen und Formate. Was sich nicht findet, ist der Akteur. Wer hier diese Schulbücher frei zugänglich macht und den Ausbau der Verwendung freier Lizenzen betreibt, ist angesichts des föderalen Charakters des Bundes gerade im Bildungsbereich durchaus relevant. In der optimistischsten Lesart findet dies alles kooperativ zwischen Bund und Ländern statt, wie es Zeile 766 verspricht, wo es um eine digitale Lehrmittelfreiheit geht.

Zusammenfassung:

Mit Ausnahme der urheberrechtlichen Spezialfragen zur Panoramafreiheit und zur Gemeinfreiheit von Reproduktionen gemeinfreier Werke und der von uns erstrebten Ausweitung des §5 UrhG für amtliche Werke liefert der Koalitionsvertrag zu allen Punkten, die wir in den Wahlprüfsteinen abgefragt haben, eine – manchmal weitergehende, manchmal allgemeinere Antwort. Aus vielen Formulierungen lässt sich nur bedingt ableiten, welche konkreten Maßnahmen uns in den nächsten vier Jahren erwarten. Andererseits ist das auch nicht die Aufgabe eines Koalitionsvertrages, bereits im Vorhinein die Antwort für all diese Punkte parat zu haben.

Gegenüber früheren Koalitionsverträgen in Bund und Ländern erstaunt der große Anteil von netzpolitischen Themen und die zunehmende Verzahnung dieser Themen in einzelne Spezialanliegen. Dies war erhoff- aber nicht in der Fülle erwartbar. Bei allen Disclaimern zum vorläufigen Charakter dieser dritten Version lässt sich für die für uns relevanten Themen ein mehrheitlich optimistisches Fazit ziehen. Wie immer wird es aber erst mit der konkreten Ausgestaltung klar werden, ob die Koalition hier reihenweise medien-, netz- und kulturpolitische Volltreffer landen wird; die Vorlagen dafür finden sich aber immerhin schon in diesem Dokument.

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Das RENDER-Projekt erzielte beim Review exzellente Ergebnisse

Jetzt ist es ganz offiziell vorbei. Gestern, am 21. November 2013, fand das finale Reviewmeeting des RENDER-Projekts vor Vertretern der Europäischen Kommission und externen Reviewern statt. Mein Kollege Kai Nissen und ich nahmen daran für Wikimedia Deutschland teil. Dieses Treffen diente der Bewertungen der Leistungen dieses EU-geförderten Forschungsprojekts.

Bereits am Dienstag trafen wir uns mit unseren anderen Partnern in den Räumen unseres Projektkoordinators Karlsruher Instituts für Technologie. Am Dienstag und Mittwoch besprachen wir unsere Präsentationen, korrigierten letzte Fehler und probten den Durchlauf. Das eigentliche Review fand dann am Donnerstag statt. Alle Partner stellten ihre Ergebnisse des Projekts und vor allem die Arbeiten innerhalb des letzten Jahres vor. Beispielsweise zeigte Andreas Thalhammer vom STI ein spannendes Analysewerkzeug TweetVis. Mit diesem Tool kann man Tweets des eigenen oder anderer Twitter-Profile nach Themen analysieren oder herausfinden, ob diese eher positiv oder negativ formuliert sind. Kai und ich stellten die finalen Fassungen unserer Unterstützungswerkzeuge für Wikipedia vor und gaben kurze Einblicke in die Evaluationsergebnisse und unsere Pläne für die Zukunft. Unsere Präsentationsfolien sind auf Commons abrufbar.

Leider kann ich hier nicht alle Werkzeuge und Dokumente im Detail vorstellen, die während des Projekts entstanden sind. Aber diese findet man auf der Projektseite. Wer ein bisschen Zeit und Lust hat mehr zu erfahren und auszutesten, sollte diese unbedingt besuchen.

Diese anstrengenden Tage haben sich gelohnt, denn die abschließende Bewertung der Reviewer lautete:

Das RENDER-Projekt hat exzellente Ergebnisse erreicht. Die Zusammenarbeit des Konsortiums sowie die verwirklichten Werkzeuge in allen Anwendungsfällen sind bemerkenswert für ein Forschungsprojekt.

Diese Auszeichnung erhalten Projekte in ihrer Abschlussbewertung wohl nur äußerst selten. Der schriftliche Bericht wird uns in den nächsten Wochen zugestellt, dann können wir das alles noch mal in Ruhe nachlesen.

Heute startet die WikiCon in Karlsruhe. Beim Workshop am Samstagnachmittag mit dem Titel „RENDER – Wie geht’s weiter?“ werde ich zusammen mit meinem Kollegen Johannes Kroll über die Weiterentwicklung des Artikelmonitors und des Artikellistengenerators sprechen. Denn diese Tools sollen jetzt keinesfalls in der Schublade verschwinden, sondern noch besser in Wikipedia integriert und bedarfsgerecht erweitert werden. Wir freuen uns dort eure Fragen zu beantworten oder auch gerne per Mail.

Zu guter Letzt möchte ich mich noch mal bei allen bedanken, die uns während der letzten drei Jahre mit Ideen, Anregungen, Fragen oder auch konstruktiven Kritiken unterstützt haben. Vielen Dank!

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Wikimedia:Woche 47/2013

Die Wikimedia:Woche ist die wöchentliche Zusammenfassung von aktuellen Nachrichten aus der internationalen Wikimedia-Bewegung. Der gemeinschaftliche Mailing-Newsletter von Freiwilligen und Wikimedia Deutschland wird immer donnerstags in Wikipedia, auf der Mailingliste des Vereins und auch hier im Blog veröffentlicht.

Interessierte sind herzlich eingeladen, bei der Zusammenstellung von interessanten Links und Themen mitzumachen. Bis zum jeweils folgenden Donnerstag wird hier gesammelt.

Viel Spaß beim Lesen!

 

= Wikimedia:Woche 47/2013 =

Frühere Ausgaben sind archiviert unter:

Die Liste der Beitragenden kann der Versionsgeschichte der jeweiligen Ausgabe im Archiv in der Wikipedia entnommen werden.

Foundation und Organisationen

Wikimedia Foundation schickt Abmahnung mit Unterlassungsaufforderung an Wiki-PR

Die Kanzlei der Wikimedia Foundation hat dem Geschäftsführer der Firma Wiki-PR eine Abmahnung mit Unterlassungsaufforderung geschickt. Darin fordert sie Wiki-PR auf, jegliche weitere Bearbeitung der Wikipedia zu unterlassen, solange sie sich nicht an die Nutzungsbedingungen hält, die die Wikimedia-Community entworfen hat. Wiki-PR wird beschuldigt, etwa 300 Sockenpuppen in der englischsprachigen Wikipedia eingesetzt zu haben, um Artikel im Kundenauftrag und gegen Bezahlung zu bearbeiten.

Änderungswünsche für den Entwurf der neuen Markenrichtlinie bis Mitte Januar 2014 erbeten

Mit Hilfe der neuen Markenrichtlinie soll für Community-Mitglieder einfach und klar erkennbar sein, wann sie ein Nutzungsrecht für die Wikimedia-Marken haben. Gleichzeitig soll mit der neuen Markenrichtlinie dem Missbrauch der Wikimedia-Marken vorgebeugt werden. Community-Veranstaltungen, Editathons und Outreach-Aktivitäten bedürfen im vorliegenden Entwurf keiner gesonderten Genehmigung. Für Hackathons, GLAM-Wiki-Initiativen und Fotowettbewerbe werden Wiki-Lizenzen vorgeschlagen. Bis Mitte Januar 2014 erbittet die Wikimedia Foundation nun Rückmeldungen und Verbesserungsvorschläge auf der Diskussionsseite zum vorliegenden Entwurf. Die endgültige Richtlinie wird dann dem Board of Trustees (Kuratorium) der WMF zur Prüfung und Genehmigung vorgelegt. Weiterlesen »

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Pressesprecherin Catrin Schoneville verlässt Wikimedia Deutschland e.V. zum 31.01.2014

Seit 2008 arbeitet Catrin für Wikimedia Deutschland und war eine der ersten hauptamtlichen Mitarbeiterinnnen. Wir danken Catrin für fünf spannende Jahre, in denen sie entscheidend zum Wachstum und Erfolg von WMDE und seiner Projekte beigetragen hat. Catrin hat sich in dieser Zeit intensiv und mit großem Engagement für das Thema Freies Wissen eingesetzt und exzellente Partnerschaften für uns begründet. Sie hat den Bereich PR- und Öffentlichkeitsarbeit kompetent und kenntnisreich aufgebaut und die Pressearbeit von WMDE auf ein professionelles Niveau gebracht. Catrin hat die strategische Weiterentwicklung des Vereins vorangetrieben und nach außen vertreten. Dabei hat sie durch eigene ausgezeichnete Ideen zur Verbesserung des Images aber auch zur Stärkung der Bekanntheit von Wikimedia beigetragen.
Ich danke Catrin auch im Namen des Präsidiums für ihre engagierte und erfolgreiche Arbeit für WMDE und ihren unermüdlichen Einsatz zur Förderung Freien Wissens. Wir bedauern, sie zu verlieren, wünschen ihr aber ebenso spannende neue Herausforderungen andernorts und alles Gute für ihre berufliche und private Zukunft.

Zu ihrem Abschied sagt Catrin: „Auch wenn ich in den letzten Jahren bei WMDE ein großartiges Team aufgebaut habe und mit den besten Kollegen der Welt zusammenarbeiten durfte, habe ich mich entschieden, mich noch einmal beruflich zu verändern. Die letzten fünf Jahre waren für mich wie eine Reise durch das Wikiversum. Ich bin vielen Menschen begegnet, die mich inspiriert haben: Menschen, die ehrenamtlich ihre Kenntnisse weitergeben und so viele Millionen Menschen und auch mich von ihrem Wissen profitieren lassen, und Kollegen, die gemeinschaftlich die Vision vom freien Zugang zu Wissen in die Welt tragen. All diesen besonderen Menschen aus dem Wikiversum gebühren meine Bewunderung und mein Dank für eine aufregende Zeit und eine anregende Zusammenarbeit. Ich wünsche euch viel Erfolg und Freude auf dem weiteren Weg!“

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Offener Sonntag bei Wikimedia Deutschland!

Am 1. Dezember ist es soweit: Wir öffnen am Tag nach der Mitgliederversammlung die neuen Räume von Wikimedia Deutschland für einen Tag voller Diskussionen und Workshops zu Themen eurer Wahl. Am Offenen Sonntag haben alle die Möglichkeit, ein Thema vorzustellen oder einen Workshop abzuhalten. Der Open Space als methodischer Rahmen wird einen Raum schaffen, in dem wir gemeinschaftlich, selbstorganisiert und selbstverantwortlich an allen Themen des Wikiversums arbeiten können. Jeder kann ein Anliegen, das ihm besonders am Herzen liegt, vorantreiben. Das können abstrakte und informative, aber auch persönliche Fragen und Themen sein. Das genaue Programm wird erst am Sonntagmorgen (beim Brunch!) formuliert, einige interessante Angebote sind aber schon angekündigt:

  • Offener Sonntag 2013 – Bild von Sandra Muellrick Lizenz cc-by-sa 3.0

    Landkarte der Konflikte
    Wikipedia ist ein Freiwilligenprojekt. Entsprechend zentral ist die Frage der Motivation bzw. der Demotivation. Denn die Antwort auf diese Frage bestimmt, ob Arbeiten in Wikipedia erledigt werden – oder nicht. Die Landkarte der Konflikte möchte die zentralen Punkte der Demotivation visualisieren.

  • “It’s all on Meta” – Beteiligung in der internationalen Wikimedia-Welt
    In diesem Workshop werden Tim Moritz Hector und Nicole Ebber internationale Informationskanäle vorstellen, Interesse an Themen abklopfen, Bedarf an internationaler Beteiligung identifizieren, deutschsprachige Informationsangebote diskutieren und den zukünftigen Dialog der Interessierten – untereinander und mit den Zielgruppen – anstoßen. Denn obwohl “It’s all on Meta” in der internationalen Wikimedia-Welt schon ein geflügeltes Wort ist und alles ist theoretisch irgendwo auf Meta zu finden, findet sich dort kaum jemand zurecht.

 

…und vieles andere mehr! Los geht es um 10:00 Uhr. Sebastian Wallroth wird den Open Space wieder moderieren und für euer leibliches Wohl ist den ganzen Tag über gesorgt. Der Eintritt ist frei und es gibt bei Bedarf Kinderbetreuung. Bringt gerne Freundinnen, Bekannte oder Nachbarn mit, auch Wikimedia- und Wikipedia-Neulinge sind herzlich willkommen.

Bitte gebt uns Bescheid, ob ihr kommt, das erleichtert uns die Planung und Sicherung der Essensversorgung. Alles weitere findet ihr auf der Meta-Seite und zur Anmeldung geht es auf http://wmde.org/mv13-anmeldung. Wir freuen uns auf inspirierenden Austausch!

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Rückblick “Diversity Conference 2013”: Vielfalt, ick hör Dir trapsen

Am 9. und 10. November lud Wikimedia Deutschland gemeinsam mit der Wikimedia Foundation, Wikimedia Nederland und WMUK zur Wikimedia Diversity Conference ein, der ersten Konferenz, die sich explizit mit dem Schwerpunkt “Vielfalt in den Wikimedia-Projekten” beschäftigte. In allen Chaptern der weltweiten Bewegung spielt das Thema in ganz unterschiedlichen Projekten eine große Rolle. Mehr als 80 Teilnehmende aus aller Welt (u.a. aus Südafrika, Usbekistan, Indien, China, Argentinien, den USA und dem näheren europäischen Umland) kamen auf dem GLS-Campus in Berlin zusammen, um gemeinsam zwei Tage lang über das Thema Diversität zu diskutieren, Erfahrungen auszutauschen und gemeinsam konkrete Schritte zu überlegen, um die Vielfalt in den Wikimedia-Projekten weiter zu fördern.

Insgesamt fanden 26 Vorträge und Workshops statt, das Spektrum reichte dabei von Best-Practice-Beispielen über technische Entwicklungen zur Förderung von Diversität in anderen Open-Source-Projekten, Ideen für zukünftige Projekte und der gemeinsamen Entwicklung eines Entwurfes für eine klare Positionierung zum Thema Diversität. Ergänzt wurde diese Arbeit durch viele informelle Gespräche der Teilnehmenden, die die Zeit nutzten, um sich zu vernetzen, bereits bestehende Initiativen weiterzuentwickeln oder neue Initiativen zu planen.

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Journalistinnen edit!

Dies ist ein Gastbeitrag von Ulrike Helwerth. Die Diplom-Soziologin und Journalistin, arbeitet seit 2001 als Presse- und Öffentlichkeitsreferentin des Deutschen Frauenrates, der politischen Interessenvertretung von über 50 bundesweit aktiven Frauenverbänden und -gruppen gemischer Verbände. Sie ist seit vielen Jahren im Journalistinnenbund, einem bundesweiten Netzwerk medienschaffender Frauen engagiert und war von 1999 bis 2005 dessen Vorsitzende. In Ihrem Gastbeitrag, den Sie bereits auf dem Blog des Journalisinnenbundes veröffentlichte, berichtet sie von einer ersten Zusammenarbeit im Rahmen des Projekts „women edit“ mit dem Journalistinnenbund.

Wir sind jetzt auch Wikipedianerinnen. Nach eineinhalb intensiven Arbeitstagen mit Silvia Stieneker können wir gar nicht anders. Enthusiastisch und geduldig hat uns die Leiterin des Projektes „women edit“ eingeführt in die Welt der Wikipedia, die nach ihren Worten noch gar keine Enzyklopädie ist, sondern immer noch ein Projekt im Werden. Egal. Fakt ist: Die kollektive Sammlung von Weltwissen wächst rasant und inzwischen in 260 Sprachen. Weiterlesen »

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Wikipedia – Gemeinsam Wissen gestalten – Unterrichtmaterial für Lehrende veröffentlicht

Titelbild – Wikipedia Gemeinsam Wissen gestalten, by Wikimedia Deutschland e.V. und klicksafe, CC-BY-SA 3.0

„Wikipedia – Gemeinsam Wissen Gestalten“, ist der Titel des neuen Zusatzmoduls zu Wikipedia im Unterricht, herausgegeben von der EU-Initiative klicksafe in Zusammenarbeit mit Wikimedia Deutschland.

Wikipedia ist auch für Lehrende eine immer wichtigere Quelle. Dabei taucht Wikipedia besonders als beliebte Quelle für die Recherche und in Bezug auf die häufige Verwendung von Textauszügen in Hausarbeiten in Form von Plagiaten auf. Vor diesem Hintergrund wurde der Bedarf, Materialien für den Unterricht zu haben immer wieder an uns kommuniziert. Dies hat sich klicksafe nun gemeinsam mit Wikimedia Deutschland zum Anlass genommen Materialien für den Unterricht zu entwickeln, die konkrete Ideen und Anregungen für die Nutzung von Wikipedia im Unterricht geben. In einem ersten Schritt haben wir die Inhalte auf deren Webseite zu Wikipedia aktualisiert und ergänzt. Rund ein halbes Jahr hat das Team zu den Materialien unter enger Mitarbeit eines Wikipedia-Autors mit Lehrerfahrung daran gearbeitet, Erfahrungen zusammenzutragen, Methoden aufzuarbeiten und Ideen weiterzuentwicklen, wie man das Thema „Wikipedia“ anschaulich in den Unterricht integrieren kann. Im Juli hatte Andreas Paul in einem Gastbeitrag im Wikimedia-Blog bereits darüber berichtet. Im August wurde diese Arbeit abgeschlossen und die Ergebnisse zusammengeführt.

Die dabei entstandenen Materialien teilen sich in Sachinformationen und Arbeitsblätter und sind eine Ergänzung zur fächerübergreifenden Unterrichtsvorbereitung, da sie viel Raum für Flexibilität und Unterrichtsthemen lassen. Weiterlesen »

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Unter den Augen der Wissenschaft

 Eindrücke vom Symposium “Research on Wikipedia”

 

Meerschweinchen gehen vermutlich nicht sehr oft auf Reisen. Mäusen aus Versuchslaboren ist das Reisen vermutlich untersagt. Nicht so Wikipedianern. Daher fuhr der Wikipedianer Daniel Mietchen auf das internationale Symposium “Research on Wikipedia”, Forschung über Wikipedia, am 8. und 9. November in Mannheim. Mit von der Partie waren Angelika Mühlbauer und ich, beide Mitarbeiter bei Wikimedia Deutschland e.V. In 8 Stunden netto an zwei Tagen hörten wir 13 Vorträge von Ökonomen, Computerlinguisten, Informatikern, Psychologen, Kommunikationswissenschaftlern und Soziologen über ihre Forschungen am “Corpus” der Wikipedia. Benjamin Mako Hills renommierte Forschung zur Wikipedia als massensoziologisches Phänomen, war mein persönliches Highlight des Symposiums. Seine Lektüreempfehlung für die kommenden langen Winterabende nehme ich gern auf.

Hoffentlich ein glückliches Meerschwein und kein Versuchstier.
Bild von Skyenimals (Own work) [CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

Ein Beispiel für die Vorträge

Im Rahmen dieses Blogbeitrages kann ich nicht auf Details eingehen. Exemplarisch für die Art der Fragestellungen aus denen die Wikipedia und ihre Editoren untersucht werden sei hier die Untersuchung von Marit Hinnosaar genannt. Sie forscht über Machtstrukturen in den Wikipedia-Communitys. Grundlage für ihre Untersuchung ist die Verweildauer von Fehlern in unterschiedlichen Sprachversionen der Wikipedia. Diese unterscheidet sie nach west- und osteuropäischen Kulturen. In der Wikipedia sind alle gleich. Nur die Adminstratoren (Admins) sind etwas gleicher. Haben sie also mehr Macht? Und bedeutet ihre Macht auch ein mehr an Autorität? Gibt es kulturelle Unterschiede bei der Beseitigung von Fehlern, die Admins machen?  Leider sind die Ergebnisse zu diesen spannenden Fragen noch nicht veröffentlicht und daher kann ich sie hier auch nicht mit Euch teilen. Generell übrigens ein Thema auf dem Symposium, dass trotz des Fakts, dass die Forscher es durchaus zu schätzen wissen, dass ihnen alle Daten der Wikipedia zur freien Nachnutzung zu Verfügung stehen – “Big Data for free!” – leider nicht dazu führt, dass die Forschungsergebnisse frei zugänglich wären, noch weniger natürlich aktuelle Forschungsstände. Es herrschen eben noch andere Konventionen in der Community der Forscher. An dieser Stelle kann ich aber vielleicht soviel verraten, in den Sprachversionen der osteuropäischen Länder genießt ein Admin, nach Hinnosaar, mehr Respekt als in Westeuropa, seine Beiträge werden daher seltener korrigiert. Denn wie könnte er irren, wo er doch so mächtig ist?

Unsere Beiträge

Daniel, Angelika und ich waren eingeladen worden, um unsere Sicht zu Forschung über Wikipedia darzustellen. Daniel hatte eine Synopsis in der Wikipedia zusammengestellt. Angelika berichtete von ihrer Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern im EU-Projekt RENDER, das gerade zu Ende gegangen ist. Ich stellte eine Wunschliste von Fragen vor, die uns im Team von Wikimedia Deutschland beschäftigen. Gemeinsam haben wir dafür gedankt, dass in Mannheim auch die Guinea pigs, die beliebten Versuchstiere im angelsächsischen Raum, zu Wort kommen durften und angemahnt, dass Wissen durch das Teilen sich vermehrt. Bitte verwenden Sie Freie Lizenzen!

 

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Wikimedia:Woche 46/2013

Die Wikimedia:Woche ist die wöchentliche Zusammenfassung von aktuellen Nachrichten aus der internationalen Wikimedia-Bewegung. Der gemeinschaftliche Mailing-Newsletter von Freiwilligen und Wikimedia Deutschland wird immer donnerstags in Wikipedia, auf der Mailingliste des Vereins und auch hier im Blog veröffentlicht.

Interessierte sind herzlich eingeladen, bei der Zusammenstellung von interessanten Links und Themen mitzumachen. Bis zum jeweils folgenden Donnerstag wird hier gesammelt.

Viel Spaß beim Lesen!

 

= Wikimedia:Woche 46/2013 =

Frühere Ausgaben sind archiviert unter:

Die Liste der Beitragenden kann der Versionsgeschichte der jeweiligen Ausgabe im Archiv in der Wikipedia entnommen werden.

Foundation und Organisationen

Anerkennung The Wikinewsie Group als Thematische Organisation

Das Affiliations Committee (AffCom) hat dem Kuratorium der Wikimedia Foundation am 11. November 2013 empfohlen, die Wikinewsie Group vorläufig, für die Dauer eines Jahres, als Thematische Organisation anzuerkennen.

FDC Staff Proposals sind online

Die eingereichten Anträge der Wikimedia-Ländervertretungen für die erste Runde (2013-2014) an das Funds Dissemination Committee (FDC) sind durch einige Angestellte der Wikimedia Foundation (WMF) analysiert und bewertet worden. Diese Einschätzung soll die Mitglieder des FDC bei ihrer eigenen Bewertung der eingereichten Anträge unterstützen.

Spendenkampagne in der deutschsprachigen Wikipedia gestartet

Am Donnerstag, den 14. November 2013 ist die Spendenkampagne in der deutschsprachigen Wikipedia gestartet. Im WMDE-Blog wird die Kampagne eingeläutet.

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