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1 Frage – 1 Antwort. Was sagen Netz-Insider zur Entwicklung aktueller digitalpolitischer Themen?

Lilli Iliev

14. September 2017

Spezial zur Bundestagswahl 2017 – Wohin steuert die Politik zur Förderung des Freien Wissens?

Anlässlich der bevorstehenden Bundestagswahl schauen wir uns in der Blogbeitrag-Serie “Spezial zur Bundestagswahl” die Wahlprogramme der Parteien, Antworten auf unsere Wahlprüfsteine und Ansichten von Netz-Insidern zur politischen Gestaltung (oder Verwaltung) des Freien Wissens an.

Teil 1 – Communities und Zivilgesellschaft

Julia Kloiber spricht auf der re:publica. By re:publica from Germany, CC BY 2.0

Julia Kloiber

…arbeitet als Projektleiterin bei der Open Knowledge Foundation. Sie hat in den letzten Jahren eine Reihe von Community-Projekten umgesetzt, darunter Code for Germany, ein Civic Tech Netzwerk, das Anwendungen aus offenen Daten entwickelt.

WMDE: Open-Source-Bewegung, Freifunk oder Wikipedia: Digitale Gemeinschaftsprojekte, die Alternativen zum Eigentumsdenken aufzeigen, stehen hinsichtlich Ressourcen, Durchhaltewillen und die Dominanz großer Unternehmen immer wieder unter Druck. Wie können communitybasierte Projekte nachhaltig funktionieren?

Julia Kloiber: Communitybasierte Projekte funktionieren am besten, wenn sie sich auf viele Schultern verteilen. Gerade im Bereich des digitalen Ehrenamts ist es wichtig, die Last von Aufgaben und Verantwortung nicht auf einer einzelnen Person ruhen zu lassen. Für die Nachhaltigkeit von Teams gilt auch der Grundsatz, dass eine Vielfalt an Hintergründen und Skills zu einer besseren Zusammenarbeit beiträgt.

 

Wichtig für gut funktionierende Community-Projekte sind Regeln, ein Code of Conduct, an dem sich Mitglieder orientieren können und auf Basis dessen die Zusammenarbeit geregelt wird. Offenheit kann sich auch positiv auf die Nachhaltigkeit auswirken. Wenn man Open Source entwickelt, können sich andere einklinken und mithelfen, das Projekt weiterzuentwickeln.

 

Markus Beckedahl spricht im Wikimedia-Salon. By Agnieszka Krolik, CC BY-SA 4.0

Markus Beckedahl

…ist Chefredakteur von netzpolitik.org und Gründer der re:publica. Er engagiert sich ehrenamtlich u.a. für Digitale Gesellschaft e. V. und für Creative Commons Deutschland.

WMDE: Auch in der Digitalpolitik scheinen sich auf mittlere bis lange Sicht oft doch die klassischen Lobbies durchzusetzen. Was muss die Zivilgesellschaft ändern, um langfristig Erfolg zu haben?

Markus Beckedahl: Demokratie bedeutet Mitmachen! Um der großen Gegenmacht der Industrie-Lobbys die Interessen der Allgemeinheit entgegen zu setzen, braucht es sowohl vielfältiges Engagement von Vielen als auch eine Professionalisierung und Spezialisierung von Teilen der Zivilgesellschaft. Und dann gemeinsam und vernetzt für eine bessere digitale Gesellschaft kämpfen.

Weitere Beiträge aus der Serie:

Kommentare

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