Monatsbericht August 2013

TEAM COMMUNITYS

Förderprogramme

Die WikiCon wird mit Hilfe logistischer Unterstützung des Teams Communitys am 22.-24. November stattfinden. Über den Veranstaltungsort wird noch abgestimmt (hier). Für die die inhaltliche Organisation besteht ein Team aus verschiedenen Freiwilligen. Ein erstes Organisationstreffen mit Freiwilligen wird voraussichtlich am 21. September stattfinden.

In Berlin wurde in den Räumen von Wikimedia Deutschland ein offenes Editieren für erfahrene und interessierte Projekt-Aktive durchgeführt. Die Geschäftsstelle wird nun auch vermehrt für verschiedene Community-Treffen genutzt und befördert eine stärkere Vernetzung innerhalb der Community und auch mit den verschieden Bereichen der Geschäftsstelle. Die Nutzung der des Büros in Berlin als ein Ort unter vielen, an dem Austausch zu Themen der Wikipedia und ihrer Schwesterprojekte möglich ist, unterstützt eine engere Zusammenarbeit mit Communitymitgliedern sowie das Einholen von Feedback  in persönlichen Gesprächen.

Weitere Förderungen: Wikimedia Deutschland unterstützte die Beschreibung und Bebilderung der gesamten Straße der Megalithkultur in Niedersachsen finanziell. Die Fotos dieser kulturellen Erbschaft sind unter freier Lizenz auf Wikimedia Commons zu finden. Gemeinsam mit Wikimedia Österreich wurde das Redaktionstreffen Biologie der Wikipedia finanziert. Und für den weltweit größten Fotowettbewerb Wiki Loves Monuments wurden deutschsprachige Flyer und T-Shirts für die Aktiven hergestellt. Die von Wikimedia Deutschland geförderten Projekte aus den Communitys werden auf der laufend vervollständigten Liste unter meta.wikimedia.org/wiki/Wikimedia_Deutschland/Community-Budget/de dargestellt.

Durch die neue Community-Versicherung wurden im vergangenen Monat die Risiken von 7 Communityveranstaltungen mit insgesamt etwa 60 Teilnehmenden abgedeckt.

Auch im August liefen die aus dem Community-Projektbudget geförderten Projekte weiter. Im Festivalsommer sind inzwischen über 9.000 Fotos unter freien Lizenzen verfügbar, das Landtagsprojekt machte seine nächste Station im Landtag Schleswig-Holstein und im Projekt “Grenzen der Bezahlung” fanden weitere Diskussionsveranstaltungen statt. Außerdem wurde die Arbeitsgruppe zur Weiterentwicklung des Förderprogramms eingerichtet, die nun ihre Arbeit aufnimmt. Anträge für neue Projekte können weiterhin gestellt werden.

Zu möglichen Formen lokaler Arbeit und von lokalen “Community-Stützpunkten” findet am 6. Oktober ein Workshop in Köln statt. Insbesondere Interessenten aus dem Großraum Köln/Ruhrgebiet können sich noch anmelden.

POLITIK UND GESELLSCHAFT

Hochsaison für Wahlprüfsteine

Im Vorfeld der Landtagswahlen in Bayern und Hessen hat das Team von Politik und Gesellschaft Wahlprüfsteine an die kandidierenden Parteien beider Bundesländer verschickt. Die Fragen sind identisch mit den Wahlprüfsteinfragen für Niedersachsen aus dem Januar 2013, um eine Vergleichbarkeit herzustellen. Im Meta-Wiki sind alle Antworten der Parteien aus Bayern und Hessen veröffentlicht, im Wikimedia-Blog gibt es eine Analyse der Antworten Bayerischer Parteien. Bis zum 4.9. läuft noch die Frist an die Bundesparteien zur Beantwortung unserer Bundestagswahlprüfsteine.

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Konsultation der Europäischen Kommission

Vom 30. August bis zum 22. Januar 2013 läuft ein Konsultationsverfahren der Europäischen Kommission zur Anwendung der überarbeiteten Public Sector Information Directive (Richtlinie über die Weiterverwendung von Informationen des öffentlichen Sektors), die im Sommer 2013 verabschiedet wurde und in den kommenden Jahren in nationales Recht überführt werden muss.  Privatpersonen, Verbände und staatliche Einrichtungen können bei dieser Konsultation einen Onlinefragebogen ausfüllen; dieser erstreckt sich über vier Seiten. Eine gewissenhafte Beantwortung des Fragebogens ist in weniger als 30 Minuten möglich, wir bitten um rege Teilnahme.

Warum ist die PSI-Richtlinie und diese Konsultation wichtig?

Unter dem Stichwort „Open Government Data“ wird nach neuen Möglichkeiten gesucht, die von der Öffentlichen Hand erstellten Werke für die Nachnutzung durch Dritte zur Verfügung zu stellen, wenn bestimmte Bedingungen (darunter Schutz von personenbezogenen Daten und Betriebs- oder Staatsgeheimnissen) erfüllt sind. Wenn beispielsweise eine Behörde eh auf der Grundlage einer Verordnung von allen deutschen Tankstellen die aktuellen Spritpreise erhebt, sind viele naheliegende Anwendungen möglich, die weit über den ursprünglichen Zweck zur Aufdeckung von Preiskartellen hinausgehen. Der Anbieter eines Navigationssystems könnte einen Autofahrer also genauso so zu seinem Ziel leiten, dass er an einer Tankstelle mit derzeit günstigen Preisen vorbeikommt. Ein schlaues Navigationssystem würde zudem schauen, ob der Mehrverbrauch für einen Umweg noch in Relation zur Ersparnis (oder gar dem zeitlichen Mehraufwand) stünde.  Überall dort, wo der Staat Werke schafft, besteht die Möglichkeit, dass diese bereits vom Steuerzahler finanzierte Arbeit auf eine zusätzliche Weise nachgenutzt werden kann, wenn es entsprechend einfachen Zugang zu diesen Werken gibt. Die Europäische Union schuf 2003 mit der Public Sector Information Directive ein Instrument, um zumindest den gleichen und geregelten Zugang zu diesen Werken bzw. das Verfahren zur Einräumung von Nutzungsrechten daran festzulegen. Mit der alten PSI-Directive war noch kein besonders starker Druck verbunden, diese Werke tatsächlich auch für jedermann für beliebige Zwecke nachnutzbar zu machen. Mit der überabeiteten Richtlinie wird Open Government Data zum Normalfall, von dessen Abweichung her es einer Begründung bedarf. So darf eine Stelle z.B. gewisse Gebühren einfordern, deren Höhe allerdings gedeckelt ist und die sich an den Kosten zur Erstellung dieser Werke orientiert.

Realistisch gesprochen ist für den weitaus größten Teil der Regierungsdaten eine Refinanzierung über den freien Markt unrealistisch. In den meisten Fällen dürfte der administrative Aufwand zur Verwertung für die Öffentliche Hand teurer sein als die zu erwartenden Gewinne. Darum ist es ein Zeichen von vernünftigem wirtschaftlichen Handeln, geeignete Daten der Verwaltung grundsätzlich kostenfrei zur rechtssicheren Nachnutzung bereitzustellen.

Wikimedia Deutschland befürwortet kurzfristig den Einsatz von Standardlizenzen wie CC-by oder CC Zero für die Einräumung von umfangreichen Nutzungsrechten an staatlichen Werken. Gleichzeitig setzen wir uns für die Reform des Urheberrechts ein, um den Kreis der nach §5 UrhG gemeinfreien Werke zu erweitern. Beide Ansätze sind nicht deckungsgleich, überschneiden sich aber in der Praxis.

PS: Die Verordnung zur Markttransparenzstelle für Kraftstoffe (MTS-Kraftstoff-Verordnung) ist ein gutes Beispiel dafür, wie Open Government Data nicht geht. Ohne Not wird hier in der Verordnung und in den schriftlich fixierten Hinweisen zur Umsetzung die Nachnutzbarkeit der erhobenen Daten eingeschränkt.

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Wikimedia:Woche 35/2013

Die Wikimedia:Woche ist die wöchentliche Zusammenfassung von aktuellen Nachrichten aus der internationalen Wikimedia-Bewegung. Der gemeinschaftliche Mailing-Newsletter von Freiwilligen und Wikimedia Deutschland wird immer donnerstags – aufgrund des Feiertags ausnahmsweise diese Woche am Freitag – in Wikipedia, auf der Mailingliste des Vereins und auch hier im Blog veröffentlicht.

Interessierte sind herzlich eingeladen, bei der Zusammenstellung von interessanten Links und Themen mitzumachen. Bis zum jeweils folgenden Donnerstag wird hier gesammelt.

Viel Spaß beim Lesen!

= Wikimedia:Woche 35/2013 =

Frühere Ausgaben sind archiviert unter:

Die Liste der Beitragenden kann der Versionsgeschichte der jeweiligen Ausgabe im Archiv in der Wikipedia entnommen werden.

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Straffer und fokussierter: Der Jahresplan der Wikimedia Foundation 2013/14

Sue Gardner bei der Vorstellung des Jahresplans der Wikimedia Foundation 2013/14 (Niccolò Caranti, CC-BY-SA, via Wikimedia Commons)

Die Wikimedia Foundation hat Anfang Juli ihren Annual Plan 2013/14 (PDF) herausgegeben – das wichtigste Dokument, um die Arbeit der Stiftung zu verstehen und um nachvollziehen zu können, was im kommenden Geschäftsjahr ansteht. Aus diesem Plan lässt sich erkennen, was technisch und politisch auf alle Beteiligten im Wikimedia-Universum zukommt: Nicht nur für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Foundation, sondern auch für die Chapter und die Communities. Er beeinflusst damit direkt die Arbeit aller Wikimedi- und -pedianer.

Vier Prioritäten

Im Oktober 2012 beschloss das Board of Trustees, das aufsichtsführende Gremium der Wikimedia Foundation, eine neue Priorisierung (pdf, siehe auch die Meta-Seite für ausführlichere Informationen) für die Arbeit Stiftung: In Zukunft sollten ihre Aktivitäten auf die technische Unterstützung und Weiterentwicklung, sowie die internationalen Community-Förderungen beschränkt werden. Projekte außerhalb dieses Fokus sollten eingestellt oder zumindest stark heruntergefahren werden. Diese Veränderung wurde unter dem Titel „Narrowing Focus” (zu Deutsch etwa „Fokussierung” oder „Schwerpunktsetzung”) bekannt und wird in diesem Jahresplan erstmals deutlich erkennbar.

Die vier Kernprioritäten der Arbeit der Wikimedia Foundation für 2013/14 sind die Weiterentwicklung des VisualEditors, die Aktivitäten für Gewinnung neuer Autoren bzw. Förderung bereits aktiver Autoren (“Editor Engagement”), die Anpassung der Projektplattformen für die Nutzung mit mobilen Geräten (“Mobile”) sowie die internationalen Förderungen (“Grantmaking”).

Neuerungen im technischen Bereich

Im technischen Bereich zeigt die Stiftung weiterhin sehr starkes Engagement. Bisher sind die Aufgaben in der Abteilung “Product and Engineering” gebündelt. Um hier bessere Abläufe und Ergebnisse zu erhalten, wird die Abteilung in zwei eigenständige Bereiche aufgeteilt, die jeweils eigene Leitungen erhalten. Bisher wird die gesamte Abteilung vom Erik Möller geführt.

Als sehr wichtiges Projekt – sowohl technisch wie auch für die Projekt-Communities – sieht die Foundation die Weiterentwicklung des VisualEditors. Mithilfe dessen sollen vor allem viele neue Nutzerinnen und Nutzer an die Wikipedia herangeführt und motiviert werden, sich zu beteiligen. Die Entwicklung des VisualEditors soll zum Ende des Jahres abgeschlossen werden und die neue Oberfläche soll dann in allen Wikimedia-Projekten zum Einsatz kommen.

Doch dies wird nicht die letzte große technische Änderungen sein: Bis Mitte 2014 soll das neue Diskussionsseiten-System namens „Flow” eingeführt werden. Und bereits danach sollen weitere Änderungen kommen, die vage angedeutet werden: der VisualEditor soll erweitert werden, so dass kollaboratives Schreiben in Echtzeit möglich ist, vergleichbar mit der Nutzung eines Etherpad. Auch soll es projektinterne Chatfunktionen sowie eine Umgestaltung der Benutzerprofile geben. Weiterlesen »

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Blogpostreihe – Höhepunkte aus dem Programm der OER-Konferenz 2013

Dies ist ein Gastbeitrag von Jan Neumann. Jan Neumann arbeitet am Hochschulbibliothekszentrum des Landes Nordrhein-Westfalen (hbz).  Nach dem Studium der Rechts-, Wirtschaft- und Systemwissenschaften übernahm er die Tätigkeit als Projektmanager und freier Lektor für verschiedene Fachverlage, u.a. für Wolters-Kluwer Deutschland und den Bundesanzeiger Verlag. Seit 2007 ist er tätig beim Hochschulbibliothekszentrum des Landes NRW (hbz), zunächst als Leiter der zentralen Projektkoordination, seit 2012 als Leiter Recht und Organisation. Er ist Mitglied des Fachausschusses Bildung der Deutschen UNESCO-Kommission und des International  Advisory Board des Projekts POERUP.

Vom 14.-15. September 2013 werden wir in Berlin die erste OER-Konferenz für den deutschsprachigen Raum veranstalten. In loser Folge werden daher ab jetzt bis zur Konferenz die Highlights im Programm der Konferenz (#OERde13)  durch die Mitglieder des Review-Teams vorgestellt. Als zweiter in der Reihe stelle ich meinen Favoriten vor: „OpenCourseWare Europe explained“ mit Ignasi Labastida.

„OpenCourseWare Europe explained“

Das Programm ist derart vollgepackt mit interessanten Rednern und spannenden Themen, dass es mir schwerfällt, mich für einen Favoriten zu entscheiden. Weiterlesen »

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„Silberwissen“ im Projekt TAO nähert sich dem Abschluss

Elvira Schmidt berichtet als Projektverantwortliche aus dem Projekt TAO/Silberwissen, das Ende September abgeschlossen wird.

Das Projekt Third Age Online nähert sich seinem Ende. Im September wird in Bern die abschließende Veranstaltung dazu stattfinden. Bereits in den vergangenen Monaten wurden im Rahmen des Ambient Assisted Living (AAL) Programms der EU in Norrköping und Maastricht abgeschlossene Teilergebnisse der Forschungspartner vorgestellt. Nunmehr liegen auch die Ergebnisse der UM-Merit aus der Befragung Älterer im Web 2.0 darunter in der Wikipedia vor.

Nicht alle Senioren schrecken vor dem Bearbeiten der Wikipedia zurück. Foto: Elvira Schmidt (cc-by-sa 3.0)

Die Umfrage wurde im Frühjahr 2013 unter rund 600 Senioren vor allem aus den Niederlanden und Deutschland durchgeführt. Nur 20 Prozent der Befragten haben bereits eigene Beiträge in die Wikipedia eingestellt. Nach den Gründen für diese Zurückhaltung befragt, gab die Mehrheit der Befragten an, dass sie befürchten, nicht ausreichend informiert zu sein und deshalb Fehler machen könnten. Ein weiterer ebenfalls sehr oft genannter Grund der Senioren war: „… ich bin froh darin [in der Wikipedia] zu lesen, ich muss nicht darin schreiben“.

Besonders spannend für die Gewinnung neuer Autoren dürften die Antworten auf Fragen nach der Motivation zum Mitmachen oder auch nach den Gründen für das Beenden ihrer Tätigkeit in der Wikipedia sein. So gaben z.B. mehr als 60 Prozent der Befragten an, dass sie beitragen würden, wenn sie wüssten, dass es bestimmte Themen/Arbeitsfelder gibt, die Hilfe benötigen. Die Antworten auf die Frage wie sich „Neue“ eine Einführung in die Wikipedia wünschen, bieten einen interessanten Einblick in die Aktivierung neuer Editoren und sonstiger Beitragender. Besonders wichtig ist die Einbindung in eine Gruppe von Gleichgesinnten, die sich online oder offline zusammenfinden. Aufschlussreich ist die Verteilung der Antworten auf die Frage, welche Organisation aus Sicht der Älteren Wikipedia-Kurse oder Workshops durchführen sollte. Hier wird das jeweilige nationale Wikimedia-Chapter präferiert. Ein Blick in den Bericht „Survey among New Wikipedia Users“ auf den Ergebnisseiten von TAO ist lohnenswert. Die Idee Wissen zu teilen und dazu einen Beitrag zu leisten ist eine ganz wichtige Basis für alle, die sich aktiv in der Wikipedia beteiligen.

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Tutoría III: Neues aus Buenos Aires

Vielleicht erinnert sich mancher noch daran: im März war ich als Freiwilliger für zwei Wochen nach Buenos Aires gefahren, um einen Erfahrungsaustausch zwischen Wikimedia Deutschland und Wikimedia Argentinien zu initiieren. Gemeinsam hatten Osmar Valdebenito, Geschäftsführer von WMAR, und ich 18 Handlungsempfehlungen erarbeitet, die dem Chapter zur Professionalisierung den Weg weisen können.

Osmar Valdebenito, Geschäftsführer von Wikimedia Argentinien (von Niccolò Caranti, CC-by-sa 3.0, via Wikimedia Commons)

Inzwischen sind gut fünf Monate seit meiner Abreise aus Buenos Aires vergangen. Zeit also zurückzublicken und zu schauen, was Wikimedia Argentinien in der Zwischenzeit gemacht hat. In einem langen Skype-Gespräch Mitte Juli und beim Treffen auf der Wikimania in Hongkong konnten Osmar und ich schauen, was seit März geschehen ist.

Osmar führte mir vor Augen, dass die alltägliche Aufgabenlast des Chapters derart hoch ist, dass kaum Zeit für darüber hinausgehende Aufgaben über bleibt. Zusätzlich seien die Anforderungen durch das Funds Dissemination Committee (FDC) nicht zu unterschätzen: die zahlreichen Berichte (Monats-, Quartals- und Jahresberichte) zu erstellen und die Maßgabe, zum 1. Oktober bereits den neuen Jahresplan für 2014 fertiggestellt zu haben, stellten das Chapter auf eine harte Probe. Auch fehle es an Zeit, all die spannenden, tollen und aufregenden Projekte, mit denen auch die Freiwilligen zu gewinnen seien, umzusetzen. Eine doch sehr nüchterne Einschätzung.

Doch zu meinen Handlungsempfehlungen: wir hatten gemeinsam 18 Empfehlungen aus drei Bereichen (Allgemeine Verwaltung & Strategie, Kommunikation und Freiwilligenarbeit) erarbeitet, jeweils in kurz- und mittel-/langfristige Maßnahme unterschieden.

Am weitesten vorangeschritten: Kommunikation

Wie ich bereits in meinem zweiten Blogbeitrag schrieb, stellte Wikimedia Argentinien kurz vor meiner Abreise eine zweite Mitarbeiterin ein: María Cruz übernahm in Teilzeit die Aufgaben einer Pressesprecherin und Kommunikationsbeauftragten (encargada de comunicaciones). Mithilfe von María konnte WMAR den eigenen Anspruch erfüllen, nun auch aktiv zu kommunizieren, beispielsweise zu laufenden und abgeschlossenen Projekten beständig Blogbeiträge zu veröffentlichen und damit über die eigene Arbeit zu informieren. Auch eine komplette Überarbeitung der Webseite war dringlich – diese konnte vor Anfang August veröffentlicht werden und genügt nun auch den Anforderungen an eine moderne Homepage. Inzwischen beschäftigt sich María mit der Entwicklung eines eigenen Corporate Designs und gleichzeitig mit der Frage, welche Informationsmaterialien für die Projektarbeit des Chapters benötigt werden. Auch eine Kontaktdatenbank von Journalisten ist derzeit im Entstehen. Osmar und ich konnten hier das Resumée ziehen: schon durchaus viel geschafft, aber es gibt noch immer genug zu tun!

Ernüchternde Umsetzungen

Im Bereich der Freiwilligenarbeit erklärte mir Osmar selbst, dass noch sehr viel zu tun sei. Von den Handlungsempfehlungen sind praktisch noch keine umgesetzt. Wieso? Wahrscheinlich deswegen, weil diese am meisten Kommunikation mit Freiwilligen erfordern. Im Bereich der Kommunikation selbt sind es dagegen Aufgaben, die vorrangig innerhalb der eigenen Geschäftsstelle erfüllt werden können.

Im Bereich der Verwaltung und Strategieentwicklung gibt es noch viel Entwicklungspotenzial. Einen gemeinsamen Google-Kalender für Vorstand und Mitarbeiter gibt es inzwischen. Es war angedacht, intern Projektfortschritte über ein Projektmanagementsystem (“Redmine”) festzuhalten, das bisher allerdings auf seine Einrichtung wartet. Auch eine Richtlinie für Interessenskonflikte – eine Anforderung seitens der Wikimedia Foundation – ist bisher nur im Anfangsstadium. Die Entwicklung eines Strategieplans bis 2016, der vielleicht wichtigste Teil, wurde – zu meinem Erstaunen – komplett gestrichen und das vor allem aus einem Grund: Zeitmangel. Wie auch bei Wikimedia Deutschland (und der Foundation und anderen vergleichbaren Organisationen) nimmt die Erstellung des Strategieplans extrem viel Zeit in Anspruch. Diese stand bisher einfach nicht zur Verfügung, so Osmar.

Danach war ich doch, ob der erreichten Fortschritte, sehr ernüchtert. Und fragte mich selbst: Hat meine Arbeit überhaupt etwas gebracht?

Oha: Teil der neuen Global South-Strategie

Asaf Bartov, Mitarbeiter der Wikimedia Foundation und Beauftragter für die Entwicklung der Wikimedia-Projekte im sog. Globalen Süden (von HPNadig, CC-by-sa 3.0, via Wikimedia Commons)

Die Wikimania in Hong Kong war dann doch mein Retter und Beweis für die Sinnhaftigkeit meines Projektchens. Seit Jahren ist die Foundation versucht, die Wikimedia-Projekte, allen voran Wikipedia, in den Ländern des Globalen Südens voranzubringen. Die Projekte in Brasilien und Indien waren bisher von geringem Erfolg gekrönt. Aus diesem Grunde präsentierte Asaf Bartov, Head of Global South Relationships der Foundation, eine „New Global South Strategy“ (pdf). Wichtigstes Element der neuen Strategie: die Foundation engagiert sich nur noch in Ländern mit bereits vorhandenen Strukturen oder zumindest starken Projekt-Communitys.

Zu einem dieser ausgewählten Länder gehört auch Argentinien, in der Präsentation erschienen sogar bereits erste Maßnahmen. Osmar erklärte, wie das Gespräch zwischen Asaf und Wikimedia Argentinien lief: die Frage war „Wie können wir euch unterstützen, abgesehen von finanziellen Zuwendungen?“. Daraufhin antwortete Wikimedia Argentinien mit eben diesen Handlungsempfehlungen, die wir gemeinsam erarbeitet hatten. So wird die Foundation beispielsweise unterstützenden Berater („facilitator”) für die Erarbeitung des Strategieprozesses bereitstellen, so dass auch diese Empfehlung verwirklicht werden kann.

Dieser kleine Erfolg zeigt mir, dass meine Mühe zumindest nicht ganz umsonst gewesen ist.

Fazit: Es wurde nicht so viel erreicht, wie ich mir gewünscht hätte. Aber: das argentinische Chapter hat einen aus meiner Sicht guten Weg eingeschlagen, um auch weitere Schritte der gemeinsam entwickelten Handlungsempfehlungen erfolgreich umzusetzen. :)

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#ZDFcheck – ZDF meets Wikimedia

Die #ZDFcheck-Redaktion bei der Arbeit (Foto: Kristina Hofmann, CC-BY)

Seit Mai 2013 läuft das Projekt #ZDFcheck, in dem das ZDF auf http://zdfcheck.de mit Unterstützung von Wikimedia Deutschland im Vorfeld der Bundestagswahl Statements von Politikern prüft. Als Wikipedian in Residence betreue ich diese Zusammenarbeit und Freiwillige aus Wikimedia-Projekten, die gerne mitchecken möchten. Letzten Freitag fand eine Veranstaltung statt, die den übrigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des ZDF-Hauptstadtstudios in Berlin Wikipedia und die Hintergründe etwas näher bringen sollte.

Einen GLAMourösen Touch hatte die „interaktive Präsentation“ schon, zu der die #ZDFcheck-Redaktionschefin Sonja Schünemann im Namen der Redaktion und im Namen von Wikimedia Deutschland alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des ZDF-Hauptstadtstudios eingeladen hatte. Daran hatte wohl nicht allein der Prosecco Schuld.

Circa 15 Gäste fanden in der Redaktion des #ZDFcheck in der 7. Etage ein, die nach anfänglichem Kennenlernen unseren Erläuterungen zum Projekt und zu den Hintergründen der Wikipedia gebannt lauschten und kritische, interessierte Rückfragen stellten. Häufig ergab sich so aus einer einzelnen Rückfrage eine ganze Diskussion, etwa über die Eingangskontrolle, die Möglichkeit zur politischen Manipulation von Artikeln und – gerade für die Journalistinnen und Journalisten des ZDF natürlich interessant – die Nutzbarkeit von Wikipedia als Rechercheinstrument. Das Thema „freie Lizenzen“ war den meisten Teilnehmenden kein absolutes Neuland mehr, obwohl sich auch einiges Staunen über die Möglichkeiten des Creative-Commons-Lizenzbaukastens in seiner ganzen Pracht auftat.

Erfreut waren wir darüber, dass auch die Wikipedia-Schwesterprojekte, insbesondere Wikimedia Commons, auf Interesse stießen und teilweise bereits bekannt waren. Nach dem Präsentationsteil bildeten sich noch mehrere Grüppchen, die, teils in der Abendsonne auf der Dachterrasse, teils an Laptops verteilt in der Redaktion selbst, verschiedene Themen noch einmal nachrecherchierten und Detailfragen klärten.

Besonders spannend fand ich ein Projekt zur Erstellung eines abteilungsinternen Wikis, in dem die internen Arbeitsabläufe so zugänglich gemacht werden sollen, dass sie von überall aufgerufen und bei Fehlern direkt von allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern angepasst werden können – ganz im Wiki-Stil also.

Im Nachgang haben wir viel positive Rückmeldung erhalten und man darf gespannt sein, welche weiteren Aktivitäten sich aus diesem Anstoß ergeben haben.

Bisher sind im Rahmen des Projekts gut 30 Grafiken unter der Freien Lizenz CC-BY entstanden, die von Netzneutralität bis Photovoltaik unterschiedlichste Themen behandeln. Sie können nun in die Wikipedia eingebunden oder anderweitig nachgenutzt werden. Wer Lust hat, sich als Helferin oder Helfer am Check zu beteiligen, kann sich gern über tim-moritz.hector@wikimedia.de an mich wenden – den Ablauf des #ZDFchecks zeigt auch das folgende Video:

 

Der Ablauf des #ZDFcheck – ein Zwischenbericht. Video: ZDF, CC-BY.

 

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“Women edit”: Wikimedia lädt Frauen zum Mitmachen ein!

Das Pilotprojekt „Women edit“ ist ein Angebot für Frauen, sich aktiv an den Wikimedia-Projekten zu beteiligen. Ob Wikipedia, Wikimedia-Commons oder Wikivoyage – die Möglichkeiten mitzumachen sind ganz unterschiedlich: Artikel schreiben, Bilder hochladen, Reiseinformationen aktualisieren oder mit den Communities diskutieren.

In mehreren deutschen Städten sollen offene Netzwerktreffen, Editier-Partys und Edit-a-thons mit Unterstützung von Wikimedia organisiert werden. Zur Gestaltung und Unterstützung dieser Veranstaltungen suchen wir engagierte „Wikiwomen”, die als Ansprechpartnerinnen in der Stadt oder Gemeinde dazu beitragen, lokale Netzwerke aufzubauen und zu begleiten.

Ob im kleinen oder großen Kreis, ob einmalig oder regelmäßig: Jede Initiative ist willkommen!  Wir sind  gespannt auf Ideen und haben schon ein paar gesammelt:

Sandra Schink, CC-BY-SA 3.0

Offene Netzwerktreffen: Diese Treffen können regelmäßig in einem (u.U. mit Computern ausgestatteten) Raum veranstaltet werden. Teilnehmerinnen diskutieren hier über ihre eigenen Erfahrungen mit der Wikipedia und können sich individuell dazu beraten lassen, was beim ersten eigenen Artikel zu beachten ist. Bei den Treffen können sie andere Frauen kennenlernen, um gemeinsam an Artikeln zu arbeiten oder sich an aktuellen Diskussionen zu beteiligen.

Editier-Party: Frauen treffen sich mit ihren Laptops im Gepäck in einem Café oder einer Bar. Bei Kaffee oder einem Glas Wein lernen sie die wichtigsten Wikipedia-Grundlagen kennen, tauschen sich aus und machen ihre ersten Edits. Wer weiß, vielleicht wird daraus ja ein regelmäßiger Wikipedia-Stammtisch für Frauen? Weiterlesen »

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Frei wie in Freibier, Freistaat und Freies Wissen

Wir haben heute Antworten auf die Fragen in unseren Wahlprüfsteinen veröffentlicht, die wir an die in Bayern zur Landtagswahl kandidierenden Parteien verschickt haben – nebst einer kleinen Auswertung zu Inhalt und Form.

Geantwortet haben innerhalb der gesetzen Frist die Christlich-Soziale Union in Bayern e.V. (CSU), FREIE WÄHLER Bayern (FREIE WÄHLER), Freie Demokratische Partei (FDP), DIE LINKE (DIE LINKE), Piratenpartei Deutschland (PIRATEN), die Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD), BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN (GRÜNE), DIE REPUBLIKANER (REP) und die Ökologisch-Demokratische Partei (ÖDP). Wenn gewünscht, haben wir auf Nachfrage zusätzliche Tage für die Beantwortung der Wahlprüfsteinfragen eingeräumt, davon haben zwei Parteien Gebrauch gemacht.

Wie in einem früheren Blogeintrag geschrieben, sind die Fragen zur Bayerischen Landtagswahl identisch zu den Wahlprüfsteinfragen, die wir am Anfang des Jahres nach Niedersachsen und quasi zeitgleich mit Bayern an die hessischen Parteien geschickt haben. Damit haben wir zum ersten Mal drei Bundesländer mit drei im gleichen Kalenderjahr stattfindenden Landtagswahlen und vergleichbarer Ausgangslage. Es galt, je zwei Fragen aus fünf Themenbereichen zu beantworten, von denen eine eher allgemein gehalten und eine andere möglichst konkret formuliert war. Im Einzelnen:

Open Data:

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