Die Welt begrenzen

Dies ist der erste in einer kurzen Serie von Blogeinträgen, in denen ich einige Design-Entscheidungen für Wikidata erkläre. Dies sind persönliche Meinungen, aber sie haben einen großen Einfluss auf Features oder Non-Features von Wikidata. Diese sollen hier erklärt werden.

By Tomascastelazo (Own work)
CC-BY-SA-3.0,
via Wikimedia Commons

Eines der Features – andere Menschen nennen es Bug – ist, dass man jedes Objekt als Wert einer Eigenschaft festlegen kann. Viele davon ergeben keinen Sinn: Wenn man einen Artikel zu Paris hat und dann sagt, dass das zugehörige Land Ziegenkäse ist, ergibt nicht wirklich Sinn. Wäre es nicht toll, wenn Wikidata wüsste, welche Werte für ein Land sinnvoll sind und dir erlauben würde, nur diese auszuwählen anstatt alle möglichen anderen Werte zuzulassen? Wäre es nicht toll, wenn die Community entscheidet, dass eine Eigenschaft wie das vielgenutzte P107 auf die sechs Werte eingeschränkt wird, für die die Community sich entschieden hat?

Ich stimme dem absolut nicht zu.

Ein weiteres Feature – andere nennen es Bug – von Wikidata ist, dass du jede Eigenschaft für jedes Objekt verwenden kannst. Wenn du die Hauptstadt von Julius Caesar angeben willst, kannst du das tun. Wäre es nicht toll, wenn Wikidata wüsste, welche Eigenschaften für ein bestimmtes Objekt sinnvoll sind und dich dann nicht nur auf diese beschränkt, sondern sogar auflistet, welche Eigenschaften noch keine Werte haben? Wäre es nicht toll, wenn die Community Vorlagen mit allen Eigenschaften anlegen könnte, die für eine Person, für eine Stadt oder für ein Land angegeben werden müssen – und nichts anderes erlaubt wäre?

Ich stimme dem absolut nicht zu.

Ich bin der Meinung, dass schlauere Vorschläge großartig wären. Einige davon könnten relativ trivial zu implementieren sein: Zähle die Häufigkeit der Werte für eine bestimmte Eigenschaft und mache basierend darauf Vorschläge. Und was ist mit Vorschlägen für Eigenschaften? Es wird viel in diesem Bereich geforscht, im Prinzip so etwas wie “Objekte mit diesen Eigenschaften haben auch jene Eigenschaften”. Du hast das vielleicht schon auf einigen Shoppingseiten gesehen.

Ich bin absolut für bessere Vorschläge. Ich bin jedoch gegen harte Einschränkungen. Es gibt hier viel zu viel Raum für Drama und Edit-wars. Hat jedes Land eine Hauptstadt? Was ist überhaupt ein Land? Was sollen die möglichen Werte für die Eigenschaft Geschlecht sein? Was sind die richtigen Eigenschaften für Presidenten?

Nicht alles, was das System nutzt, um die Nutzeroberfläche und Hauptfunktionalität zu bauen – Bezeichnungen und Beschreibungen zum Beispiel, oder die Links zu Wikipedia-Seiten – kann Belege haben. Es gibt Dinge, die das System einfach “glaubt”. Wenn du aber die Aussage hinzufügst, dass Kosovo ein Land ist, dann kannst du  einen Beleg hinzufügen. Andere könnten behaupten, dass Kosovo ein Teil von Serbien ist. Du kannst auch dafür einen Beleg angeben. Aber sobald du willst, dass die Nutzeroberfläsche diese Information verwendet – zum Beispiel, wenn eine Eigenschaft auf Länder beschränkt ist, – muss das System entscheiden, ob Kosovo ein unabhängiges Land ist oder nicht. Das lässt keinen Raum für die Art von Wissensvielfalt, für die Wikidata gebaut ist.

Ich sehe die Gefahr, dass ein Teil von Wikidata im Bau einer Ontologie stecken bleiben könnte. Ich glaube, dass diese Übungen fundamental nicht lösbar sein können, und daher sollte es nicht Wikidatas Aufgabe sein, diese zu lösen. Wikidata sollte meiner Meinung nach auf einer weniger abstrakten Ebene arbeiten: Lasst uns die Autoren von Aerosmiths “I Don’t Want to Miss a Thing” angeben und nicht diskutieren, ob Urheberschaft auf ein Lied angewandt werden kann oder nicht. Lasst uns den Stammbaum der britischen Monarchen erstellen und nicht diskutieren, ob offizielle Posten nur von Personen begleitet werden können. Bist du sicher, dass kein Esel je römischer Senator war? Kannst du entscheiden, ob ein Drink einen Erfinder haben sollte?

Für Menschen und Bots bietet Wikidata einen einzigartigen Ort für Kollaboration. Noch viel mehr als Wikipedia, die schon ein erstaunliches Beispiel für eine solche Umgebung ist. In Wikipedia haben wir Bots, die nach veralteten Belegen auf Webseiten suchen, nach korrekter Interpunktion und so weiter. In Wikidata können wir Bots schreiben, die schauen, ob ein Lehrer tatsächlich vor dem Tod seiner Schüler lebte. Ob alle römischen Senatoren vor dem 6. Jahrhundert gelebt haben. Ob die Summe aller Bewohner der Städte eines Landes kleiner ist als die Anzahl der Bewohner des ganzen Landes. Und die Bots, die dies prüfen, müssen einen Weg finden, ihre Ergebnisse an Menschen zu melden, die dann prüfen können, ob sie echte Inkonsistenzen entdeckt haben – entweder in der realen Welt oder in Wikidata – oder nicht.

Die Welt ist komplex. Wikidatas Ziel ist es, strukturiertes Wissen über diese komplexe Welt zu sammeln. Die Wurzeln von Wikidata, wie der Name schon sagt, sind Wikis – und Wikis bedeuten Freiheit. Basierend auf diesem Erbe ist es weder das Ziel von Wikidata Einschränkungen für bestimmte Typen von Eigenschaften zu implementieren, noch Einschränkungen für mögliche Eigenschaften von Objekten festzulegen.

(Ich habe die langweiligen technischen Details übersprungen, warum es schwierig zu implementieren wäre und welche möglichen Probleme durch die Implementierung dieser Features auftreten könnten. Es gibt ernstzunehmende Probleme dabei, aber ich wollte bei den konzeptionellen Gründen bleiben.)

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Restricting the World

(Die deutsche Version dieses Artikels ist hier.)

This is the first in a short series of blog entries in which I explain some of the design decisions for Wikidata. They are my personal opinion, but they have a strong impact on some features or non-features of Wikidata. This is to explain them.

By Tomascastelazo (Own work)
CC-BY-SA-3.0,
via Wikimedia Commons

One of the features – others call it a bug – of Wikidata is that you can choose any item as the value for a property. Many of them do not make sense: so, if you have the article on Paris, saying that its country is goat cheese does not really make sense. Wouldn’t it be great if Wikidata knew which values for a country would make sense, and only allow you to choose those, instead of allowing any possible value here? Wouldn’t it be great if the community decided that a property like the widely used P107 could actually be restricted to the six possible values they decided on?

I strongly disagree.

Another feature – others call it a bug – of Wikidata is that you can use any property on any item. If you want to add the capital city of Julius Caesar, you’re welcome to do so. Wouldn’t it be great if Wikidata knew which properties make sense for a given item, and would not only restrict you to use those but even list the ones that still have missing values? Wouldn’t it be great if the community could create templates of properties that should all be filled out for a person, or for a city, or a country – and not allowing anything else?

I strongly disagree.

I completely agree that smarter suggestions would be great. Some of these could be pretty trivial to implement: count the frequency for the values of a property and make a suggestion based on that. What about suggesting properties? There’s lots of research going on in that area, basically something like “items with these properties also have these properties” – you might have seen that on certain shopping sites.

I am all for better suggestions. What I am strongly disagreeing with are strong restrictions. It provides far too much space for drama and edit-warring. Does every country have a capital? What is a country anyway? What should the possible values for the property “gender” be? What are the right properties for presidents?

Anything that the system uses for building its user interface and core functionality – labels and descriptions, for example, or the links to Wikipedia pages – can not have references. This is something the system simply “believes.” On the other hand, if you add a statement saying that Kosovo is a country, you can add a reference to it. Others might say that Kosovo is a part of Serbia. You can add a reference for that too. But if you want to make the user interface use this kind of information – for example when a property is restricted to countries – the system needs to make a call whether Kosovo is an independent country or not. There is no room for the kind of knowledge diversity that Wikidata is build for.

I perceive the danger that some parts of Wikidata might get stuck in an ontology engineering exercise. I think these exercises can be fundamentally unresolvable, and thus that Wikidata’s mandate should not be to solve them. Wikidata should, in my opinion, work on a less abstract level: Let us enter the authors of Aerosmith’s “I Don’t Want to Miss a Thing”, and not discuss whether authorship can apply to a song or not. Let us trace the genealogy of the British monarch, and not whether officials can only be persons. Are you sure that no donkey has ever become a Roman senator? Can you tell whether drinks should have inventors?

Wikidata allows for a unique collaborative space for humans and bots. Much more than Wikipedia, which already sports a pretty amazing example of such an environment. In Wikipedia, we have bots checking for outdated references to websites, for correct usage of punctuation, etc. In Wikidata we can create bots that check whether a teacher has indeed lived before the death of its student. Whether all Roman senators have lived before the 6th century. Whether the population of the cities of a country add up to be less than the population of the country as a whole. And the bots doing these checks will need to find a way to report their results to humans, who can then check whether the bots discovered genuine inconsistencies – either in the real world or in Wikidata – or not.

The world is complex. Wikidata aims to collect structured knowledge about this complex world. The root of Wikidata, as the name hints, are wikis – and wikis mean freedom. Based on this legacy, Wikidata as a software does not aim to implement restricted types for properties, nor restricting sets of properties for types of item anytime soon.

(I skipped the boring technical details about why it would be hard to implement and what kind of problems could arise from implementations of the suggested features. There are some serious problems with that, but I wanted to stick with the conceptual reasons.)

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Staatliche Werke, eine neue Baustelle des Urheberrechts

Hinter uns liegt eine ereignisreiche Woche zum Thema Open Data und der neuen vom Bundesinnenministerium entwickelten Standardlizenz für freigegebene Regierungsdaten. Vor uns liegt ein ganzes Jahr an Arbeit zu der Frage, wie mehr staatliche Werke als bisher durch die Gesellschaft nachnutzbar gemacht werden können. Wikimedia Deutschland wird dazu einen Regelungsvorschlag machen, unsere Mitgliederversammlung hat dazu entsprechende Ziele beschlossen, drei Projekte dazu laufen bereits. In einem dafür gestarteten Themenblog (http://urheberrecht.wikimedia.de) werden wir 2013 kontinuierlich über unsere Arbeit berichten und um Mithilfe bitten. Ein erster Aufschlag ist heute im Blog online gegangen, warum wir insbesondere den §5 Urheberrechtsgesetz für reformbedürftig halten und wie dies mit anderen wichtigen Vorhaben (bereits genannt: Open Data und dazu noch Informationsfreiheits-/Transparenzgesetze) zusammenhängt. Um freundliche Beachtung von Lasst uns über Staatliche Werke reden wird gebeten.

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Neues Mitglied im Transparency Beirat

Ein höchstmöglicher Anspruch an Transparenz verbindet Wikimedia Deutschland schon lange mit den Themen der Transparency International. Bereits seit einigen Jahres ist Wikimedia Deutschland Unterzeichner der Initiative Transparente Zivilgesellschaft. Umso größer die Freude, dass Pavel Richter – als Vorstand des Vereins – im Januar zum Beiratsmitglied ernannt wurde.

Der im Jahr 2004 gegründete Beirat von Transparency Deutschland hat derzeit 17 Mitglieder; Die Mitglieder des Beirats sollen den Dritten Sektor, unter anderem Universitäten, Gewerkschaften und Medien repräsentieren. Vorsitzende ist seit 14. September 2011 Barbara Stolterfoht.

Pavel Richter: “Ich freue mich über die Ernennung zum Beirat und sehe viele großartige Möglichkeiten des Austauschs mit anderen Mitgliedern von Transparency International. Natürlich bin ich auch neugierig auf die Aufgaben und hoffe, ich kann den Beirat unterstützen, Akteure aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft zur Schaffung von Transparenz zusammen zu bringen.”

Transparency International Deutschland e.V. (kurz: “Transparency Deutschland”) arbeitet gemeinnützig und ist politisch unabhängig. Transparency Deutschlands Grundprinzipien sind Integrität, Verantwortlichkeit, Transparenz und Partizipation der Zivilgesellschaft.

Pavel Richter: “Transparency Deutschland arbeitet nicht konfrontativ, sondern sucht Koalitionen mit Regierungen, Verwaltungen und Politikern, mit der Wirtschaft und mit Gruppen der Zivilgesellschaft, die eine transparente, werteorientierte, zivile demokratische Politikkultur vertreten. Genau hier sehe ich auch Wikimedia, denn Demokratie bedeutet gleiche Zugangsmöglichkeiten zu politischen Entscheidungen und setzt den gleichen und freien Zugang zu Informationen voraus. Hierfür setzt sich auch die internationale Wikimedia-Bewegung ein.”

Wir sind sehr gespannt auf die Zusammenarbeit!

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Wikimedia:Woche 8/2013

Die Wikimedia:Woche ist die wöchentliche Zusammenfassung von aktuellen Nachrichten aus der internationalen Wikimedia-Bewegung. Der gemeinschaftliche Mailing-Newsletter von Freiwilligen und Wikimedia Deutschland wird immer donnerstags in Wikipedia, auf der Mailingliste des Vereins und auch hier im Blog veröffentlicht.

Interessierte sind herzlich eingeladen, bei der Zusammenstellung von interessanten Links und Themen mitzumachen. Bis zum jeweils folgenden Donnerstag wird hier gesammelt.

Viel Spaß beim Lesen!

 

= Wikimedia:Woche (8/2013) =

Frühere Ausgaben sind archiviert unter:

Die Liste der Beitragenden kann der Versionsgeschichte der jeweiligen Ausgabe im Archiv in Wikipedia entnommen werden.

Weiterlesen »

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Die Zukunft von Wikidata

Fast genau vor einem Jahr, im März 2012, startete Wikimedia Deutschland mit Wikidata ein völlig neues Wikimedia-Projekt. Ziel von Wikidata ist eine offene Datenbank für das Wissen der Welt zu werden, an der jeder mitarbeiten kann.  Wikidata ist das größte technische Projekt, das jemals eine der 40 Länderorganisationen der Wikimedia-Bewegung in Angriff genommen hat.

Die initiale Entwicklung des Wikidata-Projekts steht kurz vor ihrem Abschluss. Viel wurde erreicht: Bereits jetzt werden die Sprachlinks aus Wikidata in vier Wikipedien (Ungarisch, Hebräisch, Italienisch und Englisch) verwendet, und die anderen Sprachversionen werden in den nächsten Tagen folgen. Der aktuelle Stand auf Wikidata selbst ist sehr schön am Beispiel der Seite zu Russland zu sehen. Mit der Hilfe von Mitarbeitern, Freiwilligen und großzügigen Spenden von [ai]², der Gordon and Betty Moore Foundation und Google wurde hiermit der Grundstein für das erste neue Wikimedia-Projekt seit 2006 gelegt: eine skalierende Infrastruktur, die es erlaubt, in einem zentralen Wiki Daten zu verwalten und diese den Wikipedien und darüber hinaus, zum Beispiel in Blogs oder auf Webseiten, zur Verfügung zu stellen.

Das Präsidium von Wikimedia Deutschland hat entschieden, die Entwicklung von Wikidata auch 2013 mit einem Team von acht Leuten weiterzuführen. Wikimedia Deutschland finanziert diese Entwicklung aus Spendeneinnahmen.

Für das nächste Jahr wird sich das Team mit der weiteren Entwicklung und dem Wachstum von Wikidata beschäftigen. Das beinhaltet unter anderem:

  • Inbetriebnahme der dritten Phase von Wikidata: das automatische Erstellen und Aktualisieren von Listen und Visualisierungen der Daten in Wikidata
  • Erweiterung um weitere Datentypen, wie Geodaten
  • Unterstützung der Community im Wachstum und Ausbau von Wikidata, auch in Anwendung außerhalb der Wikipedien
  • Die Möglichkeit, Wikidata in den anderen Wikimedia-Projekten einzusetzen, z.B. Wikimedia Commons oder Wikivoyage

Wir erwarten, dass sich Wikidata zu einem zentralen Bestandteil der Wikimedia-Bewegung entwickeln wird. Dazu war die hervorragende Zusammenarbeit mit der Wikimedia Foundation ein essentieller Bestandteil: die Wikimedia Foundation betreibt nicht nur Wikidata, sondern auch die zahlreichen Werkzeuge, die uns bei der Entwicklung halfen. Auch stand sie uns mit Rat und Tat zur Seite. Mit der weiteren Unterstützung des Projektes zeigen wir unser Vertrauen in das Projekt und dessen Ziele, und wir gewährleisten die weitere Entwicklung und Wartung.

Wikidata hat das Potenzial für weitere “große Sprünge”: ohne die Großspenden, die das erste Jahr finanzierten, wäre Wikidata nicht möglich gewesen. Wir hoffen, dass wir für den weiteren Ausbau wieder Partner gewinnen können, die mit uns gemeinsam an dem Ziel arbeiten, das Wissen der Menschheit jedem frei verfügbar zu machen.

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The Future of Wikidata

(The German version of this article is here.)

Almost precisely one year ago, in March 2012, Wikimedia Deutschland started a completely new Wikimedia project – Wikidata. The goal of Wikidata is to create an open knowledge base about the world that can be read and edited by everyone. Wikidata is the biggest technical project that a chapter of the Wikimedia movement has ever undertaken.

The initial development of the Wikidata project is almost completed. Much has been achieved: the language links from Wikidata are already in use in four Wikipedia language versions (Hungarian, Hebrew, Italian, and English) and the other language versions will follow in the next days. The current state of Wikidata is nicely illustrated by the example of the page about Russia. With the help of staff, volunteers, and generous donations by [ai]², the Gordon and Betty Moore Foundation and Google, the foundation for the first new Wikimedia project since 2006 has been laid: a scalable infrastructure that allows for the central management of data in a wiki in order to make them available on Wikipedia and beyond, for example on blogs or websites.

The board of Wikimedia Deutschland has decided to continue the development of Wikidata with a team of eight in 2013. Wikimedia Deutschland will fund this development by means of donations.

In the coming year, the team will be working on the further development and maintenance of Wikidata. This includes, among other things:

  • the implementation of the third phase of Wikidata: the automatic creation and updating of lists and visualizations of the data in Wikidata
  • extending Wikidata with other data types, e.g. geodata
  • supporting the community in the growth and expansion of Wikidata, also when it is used outside of the different Wikipedia language versions
  • the possibility of deploying Wikidata in further Wikimedia projects, e.g. Wikimedia Commons or Wikivoyage

We expect that Wikidata will become an integral part of the Wikimedia movement. The excellent cooperation with the Wikimedia Foundation was an essential factor for this development: the Wikimedia Foundation not only operates Wikidata but also the many tools that have supported us during its development. We show our trust in the project and its goals by continuing to support Wikidata. In addition, we ensure the further development and maintenance.

Wikidata has the potential for more “great leaps”: Without the generous donations that funded the first year Wikidata would not have been possible. For the further expansion we hope to find additional partners who support us in reaching our goal of making the sum of all human knowledge accessible for every single person.

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Citizen Science oder der Versuch dies zu übersetzen

Die Leibniz-Gemeinschaft (vollständigWissenschaftsgemeinschaft Gottfried Wilhelm Leibniz e. V.) ist ein Zusammenschluss deutscher Forschungsinstitute unterschiedlicher Fachrichtungen. Schreibt die Wikipedia. Letzten Donnerstag und Freitag fand das Kick-Off zum Forschungsverbund Science 2.0 der Leibniz Gemeinschaft in Hamburg statt. Der Forschungsverbund, zu dem Wikimedia Deutschland (WMDE) auf Initiative von Dr. Daniel Mietchen eingeladen wurde, fokussiert die Fragestellung, wie Web 2.0 Konzepte in wissenschaftlichen Forschungs- und Publikationsprozesse integriert werden. 26 Forschungsprojekte stellten sich an zwei Tagen vor. Dr. Nils Weichert, Bereichsleiter für WMDE Bildung und Wissen, Dr. Daniel Mietchen, Wikimedian, und ich als  Kuratorin für Kulturpartnerschaften loteten in vielen dieser Projektrunden mögliche Anknüpfungspunkte für eine Zusammenarbeit aus. Zwei Projekte, die ich besonders spannend fand: Das Projekt des ZEW Mannheim widmet sich der Fragestellung “Ökonomie- und Sozialwissenschaften in der Wikipedia”. Es untersucht zehntausende von Artikeln über ihre Entstehung, Vernetzung und Dynamik und wie stark Ökonome und Sozialwissenschaftler der Leibnizinstitute selbst als aktive Editoren in der Wikipedia agieren. Das Projekt Scholarlib der GESIS Sozialwissenschaftler will ganz bewusst Bedingungen schaffen, um Soziale Netzwerke mit wissenschaftlichen Inhalten aus Fachportalen stärker  zu verschränken. Hier könnten Wikimediaprojekte auf beiden Seiten eine Rolle einnehmen, sowohl als soziales Netzwerk als auch als Wissensportal. Alle Projekte hier aufzuzählen, würde den Rahmen sprengen. Lizensierungsfragen gehörten zu den wiederkehrende Fragen. Oft fiel der Begriff Citizen Science. Ist Wikipedia Citizen-Science per se? Warum greifen Übersetzungen wie Bürger-Forschung oder Zivil-Wissenschaft nicht, was wäre die adäquatere Übersetzung? Ist die Wikipedia ein wissenschaftliches Publikationsmedium? Und wer zitiert wann in seinen wissenschaftlichen Arbeiten die Wikipedia?

Warum sind diese Fragen wichtig für uns? In der Zusammenarbeit mit dem Forschungsverbund Science 2.0 können wir viele nach wie vor  bestehende Fehleinschätzungen der Wikimedia-Projekte korrigieren, wir können werben für einen freien Zugang und die offene Weiternutzung der Ergebnisse aus den Forschungsprojekten des Verbundes, aber  auch generell für eine Open Access Policy mit einer dezidierten freien Weiternutzung der Forschungseinrichtungen  werben. Und wie die obigen Fragen zeigen, können wir in der Auseinandersetzung auch lernen, uns aus anderen Perspektiven zu sehen und unsere Projekte fortzuentwickeln. Wir haben in Hamburg vereinbart, dass wir  einen Kooperationsvertrag anstreben. Kernstück soll ein Wikipedian in Residence als zentraler Vermittler zwischen den Forschungsinstituten und Kultureinrichtungen der Leibniz Gemeinschaft und den Wikipedia-Communities sein.

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WCA: so geht’s weiter

Wer an internationalen Themen interessiert ist, dem wird nicht entgangen sein, dass die WCA in letzter Zeit eine ziemliche Berg- und Talfahrt hinter sich hat.

Kurz nachdem wir die Suche nach einem Generalsekretär gestartet hatten, meldete sich das Board of Trustees mit einem, gelinde gesagt, sehr deutlichen Statement. Die Kritik an der WCA ist sehr fundamental: in erster Linie würden Strukturen geschaffen, das ist zu groß gedacht und nicht organisch gewachsen. Eine finanzielle Unterstützung seitens der Wikimedia Foundation sowie die Erlaubnis, die Marke nach außen zu nutzen, sei nicht wahrscheinlich.

Wir hatten für die WCA ohnehin ein Arbeitstreffen in London geplant. Dem kam nun eine fast schicksalhafte Bedeutung zu. Entgegen meiner Erwartungen war das Treffen sehr konstruktiv, alle Beteiligten haben sich auf die Suche nach Lösungen begeben, anstatt die Situation zu beklagen. Neben sieben Mitgliedern des WCA Rats waren zwei Trustees und zwei Beobachter (unter anderem Nicole Ebber von WMDE) anwesend. Das Treffen wurde ergänzt durch virtuelle Beteiligungsmöglichkeiten über Hangout und Etherpad. Wir hatten hier drei weitere Ratsmitglieder, jemand vom Affiliations Committee und ein Präsidiumsmitglied von WMDE mit in der Leitung. Was ich damit sagen will: Es gab eine breite Beteiligung der unterschiedlichsten Gremien an der Diskussion.

Die Quintessenz des Treffens ist, dass wir uns stark reformieren. Wir fangen unten an, arbeiten inhaltlich und vergessen erst mal die Arbeit an den Strukturen. Daraus folgt zunächst eine Not-To-Do-Liste: wir werden bis auf weiteres keinen Generalsekretär und auch sonst niemanden einstellen. Des weiteren ist die Inkorporation als Organ auf Eis gelegt. Fair enough. An dieser Stelle sei auch ehrlich gesagt, dass ich zusammen mit einigen Vertretern von Wikimedia Deutschland einsehen musste, dass wir möglicherweise eine Nummer zu groß geplant hatten. Wir haben daraus gelernt. Eine weitere direkte Reaktion auf die Kritik an der WCA betrifft unseren Chair: Fae, der in der Debatte auch persönlich angegriffen wurde, wird sein Amt im Laufe der Woche zur Verfügung stellen und Neuwahlen ausrufen. Ich möchte ihm an dieser Stelle ausdrücklich für die bisher geleistete Arbeit danken und freue mich auf die weitere Zusammenarbeit mit ihm.

Nun zu den erfreulicheren Dingen. Wir haben es auch geschafft, uns in London auf eine Liste sehr konkreter Aktionen zu einigen, die wir bis zur Wikimedia Conference im April in Mailand geschafft haben wollen. Dazu gehören:

  • Mindestens ein Peer Review eines Chapters. Wikimedia Estland hat sich schon bereit erklärt, sich von der WCA beraten zu lassen. Wir suchen nach weiteren Kandidaten. Die ersten Reviews werden noch nicht perfekt sein, aber wir erarbeiten uns ein Instrumentarium, um solche Reviews in steigender Qualität anbieten zu können
  • Ein Ort auf Meta, um Angebote zwischen Chapters austauschen zu können. Es fehlt vielfach an Wissen, welche Chapters welche Kompetenzen haben oder suchen.
  • Eine Umfrage bei den Chapters und eine Sammlung von Informationen über die gesamte Bewegung, die immer wieder benötigt werden.
  • Eine “Notfallnummer”, bei der man sich melden kann, wenn es Vorkommnisse in einem Chapter gibt, bei denen man sich lieber Hilfe holen möchte
  • Einen regelmäßigen Report über unsere Aktivitäten.
  • Wir werden den Kontakt zu Chapters wie anderen Organen in der Wikimedia Welt suchen und halten.

Wer sich genauer über das Treffen in Londen informieren möchte, der kann das vorläufige Protokoll bereits jetzt einsehen. Dieses wird später auf Meta veröffentlicht.

Ich habe die WCA nicht aufgegeben und das Wochenende in London hat gezeigt, dass wir in der Lage sind, gute Pläne zu schmieden. Zur Konferenz in Mailand denke ich, wird sich zeigen, ob der neue Plan Früchte trägt. Wie immer freue ich mich sehr über Anmerkungen und Hinweise von euch.

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RENDER und Team Communitys auf Deutschland-Tour

Stuttgart Jugendhaus Mitte

Gemeinsamer Artikel von Christoph Jackel und Angelika Mühlbauer.

Die Wikimedia-Foren-Reihe zum Thema RENDER und Team Communitys hat am 14. Februar begonnen. An mehreren Abenden stellten wir die Unterstützungswerkzeuge vor, die im Rahmen des RENDER-Projekts entstanden sind, und gaben anschließend einen Einblick in die Projekte des Teams Communitys.

Zum Auftakt in Nürnberg setzten wir uns unter anderem mit dem Orgateam des 12. Fotoworkshops im Coworking Nürnberg zusammen.
Einen Tag später in Stuttgart, unserer zweiten Station, trafen wir auf Wiki(m/p)edianern im Jugendhaus Mitte. Vielen Dank an Rudolf für die wunderbare Vorbereitung dieses Abends.
Die letzte Station im Süden Deutschlands führte uns nach München. Dort fand am Samstag ein Einsteiger-Workshop im Cafe Netzwerk statt. Im Anschluss konnten wir dort unsere Projekte vorstellen und mit den Anwesenden diskutieren.

Diese ersten drei Termine waren für uns sehr spannend. Besonders hat uns die direkte Möglichkeit zum Austausch vor Ort gefallen. Außerdem hat sich ein Mal mehr gezeigt, dass wir solche Treffen viel häufiger machen sollten.

Das nächste Forum zu diesem Thema wird am 2. März in Dresden stattfinden. Wer Lust hat mehr darüber zu erfahren, ist dazu ganz herzlich eingeladen. Weitere Termine sind in Planung. Fragen oder Anregungen könnt ihr gerne an renderATwikimedia.de senden.

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