Großspende für Wikidata

Heute hält Denny Vrandecic vom Wikidata-Team einen Vortrag auf der Semantic Technology and Business Conference in San Francisco. Dabei kann er neben den vielen inhaltlichen Punkten, die das Team in der ganzen Welt vor Datenenthusiasten präsentiert, auch auf großartige finanzielle Unterstützung verweisen: Das Wikidata-Team und Wikimedia Deutschland freuen sich, eine Großespende über 150.000 Euro durch den Suchmaschinenbetreiber Yandex verkünden zu können. Mit diesen zusätzlichen Mitteln können Kernfunktionen des Projekts weiterentwickelt werden. Details sowie Kommentare von Denny und Pavel Richter sind in unserer Pressemitteilung zur Spende nachzulesen.

Yandex wurde 1997 gegründet und betreibt heute die meistgenutzte Suchmaschine Russlands. Das Unternehmen gehört zu den fünf größten Anbietern weltweit und ist mit seinen Angeboten auch in der Ukraine, Kasachstan, Weißrussland und der Türkei vertreten. Über die Motivation für das Engagement von Yandex sagt Alexander Shubin, verantwortlich für Web-Standards:

Es ist eine ambitionierte Aufgabe, Objekte der realen Welt und die Beziehungen zwischen ihnen verstehen zu wollen. Für Forscher ergeben sich zahlreiche Hürden dabei. Eine davon ist es, dass eine vollständige und hochwertige Datenbank verfügbar sein muss, die solche Objekte und ihre Eigenschaften und Beziehungen enthält. Niemand kann so etwas allein erstellen. Dafür ist ein gemeinschaftlicher Ansatz nötig, mit der Unterstützung tausender Menschen. Deshalb freuen wir uns, Wikidata unterstützen zu können – denn das Projekt ist ein gemeinschaftlicher und offener Versuch, genau so eine Datenbank zu schaffen.

Die Spende ist keinem festen Zweck innerhalb des Wikidata-Projekts zugewiesen, sondern vergrößert die Möglichkeiten für das Entwickler-Team, die anstehenden Aufgaben zu bewältigen. Hier im Vereinsblog gibt es unter http://blog.wikimedia.de/tag/wikidata/ alle Neuigkeiten und Berichte der letzten Wochen zum nachlesen.

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Von Wahrheiten und Lügen

Dies ist der zweite in einer kurzen Serie von Blogeinträgen, in denen ich einige der Design-Entscheidungen hinter Wikidata erkläre. Der erste Blogeintrag beleuchtete die Einschränkung von Eigenschaften und ihren Werten. Diese Essays stellen meine persönliche Meinung dar, und sollten nicht als offizielle Stellungnahme des Wikidata-Projekts verstanden werden.

Datenbanken haben eine Aura der Richtigkeit. Wenn wir eine Abfrage an eine Datenbank stellen, erwarten wir, dass das Ergebnis, das zurück kommt, im Grunde Die Antwort und Die Wahrheit ist. Frag Amazons Datenbank nach dem Autor der Bibel. Frag IMDB nach dem Regisseur von Adaption. Du erwartest nicht eine mögliche Antwort, oder verschiedene Blickwinkel – du erwartest eine definitive Antwort.

Wikidata sammelt strukturierte Daten über die Welt. Es ist im Grunde eine crowdgesourcte Datenbank. Im Gegensatz zu Text, fehlt strukturierten Daten notwendigerweise und leider Nuance. Während es möglich ist, über die Staatlichkeit des Kosovo in einer NPOV-weise in natürlicher Sprache zu sprechen, würde ein naiver Ansatz das in strukturierten Daten darzustellen scheitern: Entweder sagen wir Kosovo ist ein Staat oder wir tun es nicht. Es gibt keine Grautöne.

Glücklicherweise liegen einige der Wurzeln von Wikidata in einem EU-Forschungsprojekt namens RENDER. Das Ziel dieses Projekts ist es die Vielfalt des Wissens im Web zu erforschen und zu unterstützen. Render verwirft die Annahme einer einfachen, einzigen Wahrheit – und dies wurde vom Wikidata Datenmodell geerbt. Statt Fakten zu sammeln, sammeln wir Aussagen. Wir definieren Aussagen als Behauptungen die Referenzen haben. Eine Referenz belegt die Behauptung. Ein schönes Beispiel ist Ethanol bei dem die CAS Nummer – eine Standard-Kennung für chemische Verbindungen – angegeben ist mir einer Referenz auf die Quelle inklusive der entsprechenden Seitenzahl.

Im Gegensatz zu vielen anderen Datenbanken kann Wikidata widersprüchliche Aussagen enthalten die von verschiedenen Referenzen unterstützt werden. Im Gegensatz zum natürlichen Text in Wikipedia, bietet Wikidata nicht die Möglichkeit, diese Unterschiede in Einklang zu bringen und in Prosa zu erklären um den verschiedenen Blickwinkeln das ihnen zustehende Gewicht zu verleihen. Die Verantwortung liegt beim Leser und Weiterverwender von Wikidata zu entscheiden welchen Quellen er vertraut. Ich gehe davon aus, dass es in den nächsten Jahren ziemlich viel Forschung und Untersuchungen zu dieser Frage geben wird. Die ersten Nachnutzer, die sich mit diesen Fragen befassen sind die Wikipedia Communities, die sich entscheiden Daten aus Wikidata zu verwenden.

In den nächsten Wochen und Monaten werden wir noch ein paar weitere Features hinzufügen, die die Vielfalt der Aussagen in Wikidata unterstützen.

Derzeit ist der naheliegendste Mängel das Fehlen von Datentypen um Zahlen, Text und URLs angeben. Nur mit diesen Datentypen wird es möglich sein Referenzen in ihrer vollen Pracht zu nutzen. Eine weitere Möglichkeit – sobald URLs zur Verfügung stehen – wäre Content Locators für Text in HTML-Seiten durch XPath, oxPath, CSS-Selektoren oder ähnliches zur Verfügung zu stellen, sodass Bots überprüfen können, ob die angegebenen Referenzen noch gültig sind. Ich bin sehr gespannt, wie sich die Verwendung von Referenzen und Quellen in und um Wikidata entwickelt.

Ein weiteres wichtiges Feature, das im Laufe dieses Jahres eingeführt wird, ist die Möglichkeit, Aussagen einen Rang zuzuweisen: nicht alle Aussagen sollen als gleichwertig betrachtet werden. Wir werden drei Ränge einführen und jede Aussage wird in einem von ihnen sein: bevorzugt, normal und überholt.

„Bevorzugte“ Aussagen sollten die aktuellsten und am weitesten akzeptierten Aussagen sein. Es kann mehrere bevorzugte Aussagen für das gleiche Objekt und Eigenschaft geben.

„Überholte“ Aussagen sind die, die aus irgendeinem Grund als nicht zuverlässig angesehen werden. Sie werden aber erwähnt, weil sie eine solide Quelle haben die sie unterstützen oder weil sie aus irgendeinem Grund weit verbreitet aber eigentlich nicht mehr akzeptiert sind. Beispiele können Tippfehler in einflussreichen Lehrbücher sein — zum Beispiel zum Eisengehalt von Spinat, oder der Länge des Rheins – – oder Zahlen, die durch irgendeine Form von Propaganda verbreitet wurden und heute nicht mehr als korrekt angesehen werden.

„Normale“ Aussagen sind also die, die übrig bleiben, also weder „bevorzugt“ noch „überholt“ sind. Dies wird oft für historische Aussagen (die Bevölkerung von Rom in der Zeit von Julius Caesar, ehemalige Hauptstädte von Russland, etc.) gelten.

Technisch werden wir zuerst nur bevorzugte Aussagen für die Beantwortung von Anfragen verwenden (dh, wenn du nach allen Hauptstädten mit einer Bevölkerung von weniger als 500.000 fragen, dann wirst du keine Resultate erhalten bei denen die Stadt eine Bevölkerung von 120.000 im 16. Jahrhundert hatte). Außerdem werden nur diese von der Eigenschaften-Parserfunktion zurückgegeben werden. Die Lua-Schnittstelle hat Zugang zu allen Aussagen und bieten damit volle Flexibilität. Es ist geplant die Abfragemöglichkeiten später zu erweitern um komplexere Abfragen zuzulassen, an welchem ​​Punkt wir uns über die Einbeziehung der anderen Ränge Gedanken machen müssen.

Die Ränge sollten offenere Regeln in Wikidata ermöglichen, sodass eine breitere Vielfalt von Wissen abgedeckt werden kann.

Um eine Vorstellung vom Zeitplan zu geben: Wir werden zunächst die noch fehlenden Datentypen implementieren, und dann, als Voraussetzung für Ränge, die Möglichkeit Aussagen zu ordnen. Danach werden Ränge das nächste verfügbare Feature in Wikidata sein.

Ränge führen einen neuen Vektor in die Debatte ein, den es in Wikidata bisher noch nicht gibt. Die Frage verschiebt sich von „sollte diese Aussage aufgenommen werden?“ zu „was soll der Rang dieser Aussage sein?“ Dies scheint ein notwendiger Schritt zu sein: Im Gegensatz zu natürlichem Text, könnte Wikidata sonst keine Aussagen aufnehmen, bei denen man sich geeinigt hat, dass sie falsch sind aber einen historischen oder anderen Wert haben. Dies macht es umso wichtiger, sich daran zu erinnern, dass es bei Wikidata nicht um die Wahrheit geht, sondern um das Sammeln belegter Aussagen in einer sekundären Datenbank. Das Kriterium für die Aufnahme sollte nicht Wahrhaftigkeit sondern Überprüfbarkeit sein – eine Politik, die Wikipedia sehr gut gediehnt hat.

Wikidata wird immer – und das ist sowohl eine Notwendigkeit als auch im Design anerkannt – weniger können als Wikipedia in vielen Aspekten. Wikipediaartikel können kausale und informellen Verbindungen beleuchten, sie können Neugier wecken und sie können eine der wichtigsten Formen des Wissenstransfers zwischen Menschen unterstützen: Geschichtenerzählen. Wikidata hat andere, einzigartige Vorteile: Es kann einige Grunddaten über ein Thema von Interesse in vielen Sprachen leichter zur Verfügung stellen, und es stellt die Daten in einer Weise bereit, die für Bots und Apps viel leichter zugänglich ist. Es könnte ein Schritt in Richtung Entlastung einiger Wikipedien von einer Menge Bot-erstellter Artikel sein, die nie von einem menschlichen Editor berührt wurden, die letzten Änderungen fluten und Statistiken verzerren.

Ohne die Fähigkeit, eine Vielzahl von Aussagen zu einem Objekt zum Ausdruck zu bringen – auch wenn sie nur von einigen als Wahrheiten und von anderen als Lügen angesehen werden – würde Wikidata einer der wichtigsten Säulen der Wikipedia nicht gerecht werden: dem Neutral Point of View und der Möglichkeit gegensätzlichen Standpunkte zu integrieren.

Ich hoffe, dass die technische Plattform, die wir als Entwickler bauen, und die Regeln und Verfahren der Communities in Wikidata, den Wikipedien und andere Wikimedia-Projekten ein nützliches Ökosystem schaffen, mit dem Verständnis der Grenzen der einzelnen Projekte und dem Willen zu entdecken, wie wir einander am effektivsten helfen können. Und das bedeutet, die eigenartige Beziehung zwischen Wikidata und Der Wahrheit zu verstehen.

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On truths and lies

(Die deutsche Version dieses Artikels ist hier.)

This is the second in a short series of blog entries in which I explain some of the design decisions behind Wikidata. The first one was about restricting property values or properties. The essays represent my personal opinion, and are not to be understood as the official opinion of the Wikidata project.

Databases have an aura of correctness. When we query a database, we expect the result that comes back to basically be The Answer and The Truth. Ask Amazon’s database about the author of the Bible. Ask IMDB about the director of Adaptation. You are not expecting to get a possible answer, or different points of view – you expect one definitive answer.

Wikidata is collecting structured data about the world. It is basically a crowdsourced database. Unlike text, structured data necessarily and unfortunately lacks in nuance. Whereas it is possible to talk about the statehood of Kosovo in an NPOV way in natural language, a naive approach to represent that in structured data would fail: either we say Kosovo is a state, or we do not. There are no shades of grey.

Fortunately some of the roots of Wikidata lie in an EU research project called RENDER. The goal of this project is to explore and support the diversity of knowledge on the Web. RENDER discards the assumption of a simple, single truth – and this was inherited by the Wikidata data model. Instead of collecting facts, we collect statements. We define statements as claims that can have references. A reference supports the claim. A beautiful example is for example Ethanol, where the CAS number – a standard identifier for chemical compounds – is given with a reference to the actual standard, pointing out the page in the source.

Unlike many other databases, Wikidata can contain contradicting statements, supported by different references. Unlike the natural text in Wikipedia, Wikidata does not offer the possibility to reconcile and explain the differences in prose, providing due weight to the different points of view. The responsibility lies with the Wikidata reader and reuser to deal with deciding which sources to trust. I expect quite a bit of research and exploration to deal with this question in the following years. The first reusers to deal with these issues will be the Wikipedia communities that opt to choose data from Wikidata.

In the next few weeks and months we will add a few more features to support the diversity of statements in Wikidata.

Currently, the most obvious omission is a lack of datatypes to specify numbers, text and URLs. Only with these datatypes it will be possible to actually write down references in their full glory. Another opportunity – once URLs are available – would be to provide content locators for text in HTML pages through XPath, oxPath, CSS selectors, or something similar, thus enabling bots to check if the given references are still valid. I am very curious to see how the usage of references and sources will develop in and around Wikidata.

Another major feature that will be introduced in the course of this year is the possibility to rank statements: not all statements are to be regarded equally. We will introduce three ranks, and every statement will be in one of them: preferred, normal, and deprecated.

“Preferred” statements should be the most current and most widely accepted statements. There can be several preferred statements for the same item and property.

“Deprecated” statements are those that are considered to be not reliable for some reason. They are mentioned though because they might have a strong source supporting it, or they are widely spread for some reason, but actually not accepted anymore. Examples can include typos from influential textbooks – for example regarding the iron content of spinach, or the length of the Rhine – or numbers spread by some form of propaganda that are considered not correct today anymore.

“Normal” statements are thus the ones left, which are neither “preferred” nor “deprecated”. This will often apply for historic statements (the population of Rome in the time of Julius Caesar, former capitals of Russia, etc.).

Technically, we will start with using only preferred statements for answering queries (i.e. when you ask for all capitals with a population of less than 500,000, then you won’t get answers where the city had a population of 120,000 in the 16th century). Also only they will be returned by the property-parserfunction. The Lua interface will have access to all statements and thus provide full flexibility. It is planned to extend query answering later to support more complex queries, at which point we will have to think about integrating other ranks.

The ranks should allow for a more inclusive policy in Wikidata, allowing to reflect a wider diversity of knowledge.

To give an idea of the time scale: we will first implement the datatypes that are still missing, and then, as a prerequisite for ranks, the possibility to reorder statements. After that, ranks will be the next feature to land in Wikidata.

Ranks introduce a vector for debate, which has not been there in Wikidata yet. The question moves from “should this statement be included?” to “what should be the rank of this statement?” This seems like a necessary step: unlike natural text, Wikidata otherwise could not include statements that are agreed on to be bogus but that have historical or other value. This makes it even more important to remember that Wikidata is not about truth, but about collecting referenced statements in a secondary database. The criterion for inclusion should not be veracity, but verifiability – a policy that has served Wikipedia very well.

Wikidata will always – and that is both a necessity as well as acknowledged by design – run short of Wikipedia in many aspects. Wikipedia articles can explore causal and informal connections, they can inspire curiosity, and they can support one of the major modes of knowledge transfer between humans: storytelling. Wikidata has other, unique advantages: it can provide some ground data about a topic of interest in many languages more easily, and it provides the data in a way that is much more accessible for bots and apps. It could be a step towards relieving some Wikipedias from a lot of bot-created articles, never touched by a human editor, cluttering recent changes, and skewed statistics.

Without the ability to express a plurality of statements about an item – even if they are considered truths only by some and lies by others – Wikidata would fall short of one of the major pillars of Wikipedia, the Neutral Point of View and the possibility of integrating conflicting points of view.

I hope that the technical platform that we as developers are building, and the rules and processes of the communities in Wikidata, the Wikipedias, and other Wikimedia projects, are establishing a useful ecosystem, understanding the limitations of each project, and discovering how we can most effectively help each other. And this means understanding the peculiar relationship between Wikidata and the Truth.

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Monatsbericht Mai 2013

POLITIK UND GESELLSCHAFT

Zur Bundestagswahl: Faktencheck mit ZDF und Phoenix

Tim Moritz Hector ist nun „Wikipedian in Residence“ des Projekts und hat gemeinsam mit der Redaktion aus Mitarbeitern des ZDF und Phoenix die ersten zwei Wochen der Pilotphase des ZDFchecks erfolgreich durchlaufen. Ein Bericht darüber ist im Blog erschienen. Außerdem wurden die ersten Infografiken in Wikimedia Commons hochgeladen. Zum Beispiel beleuchtet eine der Grafiken die Steuereinnahmen in Deutschland in ihrer Verteilung nach Gebietskörperschaften. Für Juni ist ein Vortrag und eine Schulung zu den Wikimedia-Projekten und bevorzugten Lizenzen für die Mitarbeiter des ZDF-Hauptstadtstudios geplant.

Das Vorhaben gehört zum Jahresprojekt Exzellente Partnerschaften.

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Wikimedia:Woche 22/2013

Die Wikimedia:Woche ist die wöchentliche Zusammenfassung von aktuellen Nachrichten aus der internationalen Wikimedia-Bewegung. Der gemeinschaftliche Mailing-Newsletter von Freiwilligen und Wikimedia Deutschland wird immer donnerstags – aufgrund des Feiertags ausnahmsweise diese Woche am Freitag – in Wikipedia, auf der Mailingliste des Vereins und auch hier im Blog veröffentlicht.

Interessierte sind herzlich eingeladen, bei der Zusammenstellung von interessanten Links und Themen mitzumachen. Bis zum jeweils folgenden Donnerstag wird hier gesammelt.

Viel Spaß beim Lesen!

= Wikimedia:Woche 22/2013 =

Frühere Ausgaben sind archiviert unter:

Die Liste der Beitragenden kann der Versionsgeschichte der jeweiligen Ausgabe im Archiv in der Wikipedia entnommen werden.

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14 Tage #ZDFcheck – ein Zwischenbericht

Wie zuletzt an dieser Stelle berichtet, ist vor zwei Wochen der ZDF-Faktencheck (#ZDFcheck) angelaufen. Im Rahmen dieses Projektes arbeiten eine Redaktion im ZDF-Hauptstadtstudio, Phoenix und Wikimedia gemeinsam an einem Faktencheck im Vorfeld der Bundestagswahl, in dem Politikeraussagen geprüft werden. Seit 13. Mai sitze ich nun als Wikipedian in Residence im Hauptstadtstudio des ZDF in Berlin in der ZDFcheck-Redaktion und betreue die Zusammenarbeit mit Wikimedia Deutschland e. V.. Alle sind herzlich dazu eingeladen mit zu recherchieren und die Arbeit zu kommentieren und sich so zu beteiligen. Insbesondere freuen wir uns auf Hinweise von Wikipedianern, anderen Wikimedianern und der übrigen Netz-Community.

Im Laufe der letzten beiden Wochen haben wir rund 135 Hinweise von zahlreichen Freiwilligen erhalten, davon waren bereits vier Wikipedianer. Die Testphase des Formats, in der wir unsere Arbeitsweise geklärt haben, ist jetzt abgeschlossen. Fünf Thesen konnten wir bereits durch den Check schicken. Dabei gehen wir in mehreren Schritten vor: Zunächst definieren wir, was wir genau checken, um die Aussage dann nach und nach in ihre Einzelteile zu zerlegen. Diese prüfen wir dann auf ihren Wahrheitsgehalt.

Dr. Eckart Gaddum, ZDF-Hauptredaktionsleiter Neue Medien, fasst die Woche auf heute.de zusammen. Auch der NDR und die RheinZeitung berichten über das Format. Das politische Umfeld hat bereits sensibel auf das neue Format reagiert. Ein vollständiges Medienecho und weitere Informationen findet sich im FAQ in der Wikipedia und im Pressespiegel von Wikimedia.

Beispiel für eine Infografik, hier: Kinder in Kindertagesbetreuung

Eine Besonderheit des Checks ist, dass nicht nur die Möglichkeit zum Mitmachen besteht, sondern, dass alle erstellten Infomaterialien (Texte, Bilder und Videos) unter einer Freien Lizenz stehen. Dazu verwenden wir die Lizenz CC-BY. Gemeinsam mit der Grafikerin des ZDF und der Beratung von Wikipedianern erarbeiten wir so auch gezielt Material, das in der Wikipedia noch fehlt.

Die Kommentare von Wikipedianern und anderen Ehrenamtlichen aus den Wikimedia-Projekten, die die Software dezent hervorhebt, beobachtet die Redaktion mit besonderem Interesse, da wir von dieser Gruppe sehr hochwertige Beiträge erwarten. Bei Rückfragen oder Recherecheanfragen stehe ich besonders dieser Gruppe auf meiner Benutzerseite jederzeit zur Verfügung.

Die erste Runde von Materialien, fünf Infografiken, die im Bereich deutscher Innenpolitik verwendet werden können, wurde am Freitag auf Commons transferiert. Sie stehen unter einer Freien Lizenz und können jetzt weiter kategorisiert und eingebunden werden. Mithilfe dabei ist gern gesehen, auch hier stehe ich für Fragen gern zur Verfügung!

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Live: Zedler-Preis 2013 im Ticker

Ab 19 Uhr wird heute im Palais der Berliner Kulturbrauerei der Zedler-Preis 2013 verliehen. Ausgezeichnet wird in drei Kategorien: Wikipedia-Artikel des Jahres, Community-Projekt sowie Externes Wissensprojekt des Jahres. Hier gibt es die Verleihung im Live-Ticker mit allen Nominierten, den Gewinnern und Eindrücken vor Ort.

20:42 – Dann bleibt mir nur noch, an den Geräten auch noch einen schönen Abend zu wünschen. Morgen findet in der Geschäftsstelle von Wikimedia Deutschland der Offene Sonntag statt. Vielleicht bis dann!

20:37 – Der Zedler-Preis 2013 ist offiziell beendet. Herzliche Glückwünsche an dieser Stelle noch einmal an alle Gewinner:

20:36 – Ein großes gewaltiges Gruppenfoto wird angekündigt. Pavel Richter fasst den Abend kurz zusammen.

20:33 – In der Eile kann man weder den Gewinnern noch den vielen Nominierten gerecht werden. Mehr Informationen und alle notwendigen Links gibt es auf der Zedler-Projektseite:

http://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Zedler-Preis

20:32 – Großer Applaus für wheelmap.org und alle Nominierten.

20:31 – In wenigen Jahren haben die ehrenamtlichen Mithelfer 340.000 Orte im Projekt markiert, sagt Raul Krauthausen.

20:31 – Externes Wissensprojekt des Jahres ist wheelmap.org!

20:29 – Die letzten Nominierten des Abends sind die Vertreter des Berliner Open Data Portals. Bescheidenheit: „Unser Ziel ist nicht, das Wissen der Welt verfügbar zu machen. Die Verwaltung ist schwierig genug ;-)“

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Empfehlungen der AG Wahlordnung veröffentlicht

Die auf der letzten Mitgliederversammlung durch einen Antrag gegründete Arbeitsgruppe Wahlordnung (Michail Jungierek, Jürgen Lüdeke, Sebastian Moleski, Debora Weber-Wulff, Alice Wiegand) hat im Mitgliederforum von Wikimedia Deutschland (einmalige Anmeldung notwendig)  ihren Bericht veröffentlicht.

Ein Ergebnis unserer Arbeit ist ein Antrag zur Änderung der Wahlordnung, der auf der Mitgliederversammlung am 25. Mai 2013 zum Beschluss steht. Die Änderungen setzen zum einen die durch die Satzungsänderung 2011 erfolgten Strukturänderungen um, zum anderen beinhalten sie Änderungen bei den Wahlen und Auszählungen. Diese erleichtern der ehrenamtlichen Zählkommission die Arbeit und ermöglichen ihr eine aktive Teilnahme an der Mitgliederversammlung trotz der übernommenen Aufgabe. Zu den Änderungen zählen Wahlen in einem Wahlgang, eine erweiterte Amtszeit der Zählkommission und die Möglichkeit, Briefwahlstimmen bereits vor den Wahlen auf der MV soweit vorzubereiten, dass die Zählung der Gesamtstimmen vereinfacht und beschleunigt wird.

Ein weiteres Ergebnis sind Empfehlungen, die wir auf Grundlage einer Umfrage unter 1000 aktiven Vereinsmitgliedern erarbeitet haben, um die Attraktivität von Wahlen und Mitgliederversammlungen zu erhöhen und damit möglichst vielen Mitgliedern die Möglichkeit zu geben, an den wesentlichen Entscheidungen des Vereins teilzuhaben.

Unsere Empfehlungen in Kurzform:

  • Keine Abschaffung von Briefwahlen
  • Möglichkeiten für Online-Wahlen und -Abstimmungen finden und testen
  • Proxy-Wahlen nicht verfolgen
  • Diskussionen mit Kandidaten ermöglichen
  • Mitgliederversammlungen auch an anderen Orten als Berlin
  • Lokale Veranstaltungen zum Kennenlernen der Kandidaten und zur Diskussion von aktuellen Vereinsthemen
  • Video-Stream und Chat nicht verfolgen
  • Aufteilung der Mitgliederversammlung auf zwei Tage

Diese Empfehlungen brauchen noch Hege und Pflege, damit sie auch umgesetzt werden und ihr Ziel erreichen. Daher möchten wir unsere Arbeit fortführen, um zur Mitgliederversammlung im November weitere Anträge, zum Beispiel zur Online-Wahl, mit fundierten Informationen erarbeiten zu können. Bitte helft uns dabei und teilt uns mit, was ihr von unseren Vorschlägen haltet.

 

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Wikimedia:Woche 21/2013

Die Wikimedia:Woche ist die wöchentliche Zusammenfassung von aktuellen Nachrichten aus der internationalen Wikimedia-Bewegung. Der gemeinschaftliche Mailing-Newsletter von Freiwilligen und Wikimedia Deutschland wird immer donnerstags – aufgrund des Feiertags ausnahmsweise diese Woche am Freitag – in Wikipedia, auf der Mailingliste des Vereins und auch hier im Blog veröffentlicht.

Interessierte sind herzlich eingeladen, bei der Zusammenstellung von interessanten Links und Themen mitzumachen. Bis zum jeweils folgenden Donnerstag wird hier gesammelt.

Viel Spaß beim Lesen!

= Wikimedia:Woche 21/2013 =

Frühere Ausgaben sind archiviert unter:

Die Liste der Beitragenden kann der Versionsgeschichte der jeweiligen Ausgabe im Archiv in der Wikipedia entnommen werden.

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Eine kurze Geschichte des Zedler-Preises

Der Name von Preisverleihungen ist eine Sache für sich. Die berühmten Oscar-Verleihungen heißen eigentlich Academy Awards, werden aber trotzdem Oscars genannt. Warum, das ist bis heute nicht geklärt. In dieser Beziehung hat der Zedler-Preis für Freies Wissen der etablierten Filmauszeichnung einiges voraus: Er ist klar und eindeutig nach Johann Heinrich Zedler benannt, der im 18. Jahrhundert sein Grosses vollständiges Universal-Lexicon Aller Wissenschafften und Künste veröffentlichte. Dieses Werk war das umfangreichste seiner Art in ganz Europa und unter jenen das erste, das wie Wikipedia von gleichberechtigten Mitarbeitern geschaffen wurde. Zedlers Name steht deshalb Pate für den Preis, mit dem Wikimedia Deutschland seit 2007 Personen, Gruppen und Projekte auszeichnet, die sich für Freies Wissen engagieren. Wenn die Ehrung am Samstag, den 25. Mai, bei der Preisverleihung in Berlin zum sechsten Mal vergeben wird, reihen sich die Gewinner in die Reihe der bisherigen 14 Preisträger ein. Hier eine kleine Rückschau, bevor am Samstag ebenfalls im Blog live ab 19 Uhr vom Zedler-Preis 2013 berichtet wird:

2007-2012: Ein Preis verändert sich.

Zum ersten Mal wurde die Auszeichnung 2007 vergeben, damals noch als Zedler-Medaille. Aus einer ganzen Reihe nominierter Wikipedia-Artikel kürte die Jury damals den Artikel über Ludwig Feuerbach als Preisträger. Das Wissenschaftsjahr 2007 war den Geisteswissenschaften gewidmet, weshalb dieser Fokus auch bei den Zedler-Nominierungen aufgegriffen wurde.

Die Auszeichnung im Jahr 2007… (Foto: Arne Klempert, CC-BY-SA 3.0; via Wikimedia Commons)

Anders im Jahr 2008, das im Zeichen von Vasen und Dinosauriern stand: Im zweiten Veranstaltungsjahr wurden erstmals auch zwei Auszeichnungen vergeben. Im Bereich Naturwissenschaften gewann der Artikel Ceratopsidae, in den Geisteswissenschaften der Artikel über Schwarzfigurige Vasenmalerei.

Eine Frage der Grundsätze stellte sich offensichtlich im Jahr 2009. Wie im Vorjahr wurde mit dem Artikel über Segler (Vögel) ein naturwissenschaftlicher Beitrag ausgezeichnet, dazu gewann im Bereich Geisteswissenschaften die Schilderung einer politischen Kontroverse – die Filbinger-Affäre. Neu war die Auszeichung für einen dritten Beitrag, der laut Wikipedia in keine der beiden Kategorien zu passen schien. Mit diesem Sonderpreis wurde der Artikel Materialismusstreit bedacht.

Nach 2009 zeigte sich eine weitere thematische Öffnung. Freies Wissen ist natürlich nicht nur in Textform sichtbar, sondern u. a. auch in Bildern. Das wird nicht zuletzt bei allen mit dem Zedler-Preis ausgezeichneten Artikeln besonders deutlich, die traditionell hervorragend bebildert sind. Bei der Verleihung 2010 erhielt passender Weise zum ersten Mal ein Foto (Focus Stacking) einen Preis. Daneben gewannen die Artikel über die Besselschen Elemente (Naturwissenschaft) und über die Comic-Figur Dagobert Duck (Geisteswissenschaften).

…und 2012. (Foto: Raimond Spekking, CC-BY-SA-3.0; via Wikimedia Commons)

Nach einem Jahr Pause gab der Zedler-Preis im Jahr 2012 endgültig die Trennung nach wissenschaftlichen Kategorien auf. Stattdessen wurde einfach ein Wikipedia-Artikel des Jahres ausgezeichnet, nämlich der Beitrag zur Nuklearkatastrophe von Fukushima. Zusätzlich ging der Neustart auch mit neuen Perspektiven einher: Neben den reinen Artikeln wurde mit dem österreichischen Portal Denkmallisten ein Community-Projekt ausgezeichnet sowie ein externes Projekt mit dem VroniPlag (und, ja, Sonderpreise gab es auch noch: für den Pizzakarton und die Blume der Woche).

2013: Daumen drücken!

Auch in diesem Jahr bestehen die übergreifenden Kategorien des Jahres 2012. Aus der Auszeichnung für einen geisteswissenschaftlichen Wikipedia-Artikel ist eine Ehrung für Freies Wissen in Wikipedia und darüber hinaus geworden. Jetzt heißt es, Daumen drücken für alle Nominierten und viel Glück!

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