Wikimedia traf die “School of open”

Das erste Treffen der deutschen “Schoo of Open” -Community fand am 2.3.2013 bei Wikimedia Deutschland statt. Der Verein zur Förderung Freien Wissens und Creative Commons luden dazu ein, sich einen Tag lang aktiv mit der “School of Open”, einer Initiative der P2PU-Universität und Creative Commons, zu beschäftigen. Ziel des Treffens war es:

Gemeinsam mit euch wollen wir einen Tag lang intensiv an dem Ausbau der bisherigen Kurse arbeiten. Es dreht sich daher alles um Tools und Themen rund um den freien Zugang zu Wissen. Jeder kann Kurse neu erstellen und übersetzen – aber am besten geht es gemeinsam. Nach einem kurzen Input von Creative Commons legen wir dann los mit der Arbeit. Also bringt eure Ideen und Themen mit und lasst uns gemeinsam unser Wissen teilen! (siehe Wikimedia Blog vom 15.2.2013)

Und los gings! Beeindruckend war die Begeisterung aller Teilnehmenden von Beginn an. Alle wollten direkt loslegen, um die Debatte um Open Educational Ressources in Deutschland voranzubringen. Nach einer Vorstellungsrunde und einer Einführung von Elly Köpf (WMDE) und John Weitzmann (CC) begann die Arbeit in Kleingruppen. Folgende Themen wurden für die Gruppenarbeit gefunden:

1. Wikimedia Commons ist die größte Freie Bilddatenbank. Viele sind jedoch unsicher in der Nutzung. Daher die Idee einen Kurs zu erstellen, der erklärt, wie man Dateien auf Wikimedia Commons hochlädt und was man beachten muss:
2. Viele Lehrer wissen nicht was OER ist und warum das für die Lehre wichtig sein könnte:
Wie kommt OER also in die Schule? Hier gab es die Idee einenOER-Erklärkurs zu machen, was die Vorteile angeht.
3. Der bereits bestehende Kurs “Coyright for educators”  sollte übersetzt werden.
(Am Ende wurde er nicht umgesetzt, da anstatt dessen lieber 4. weiter verfogt wurde)
4. Als wichtig erachtet wurde es, einen Meta-Kurs auf Deutsch zu erstellen, der erklärt “Wie mache ich einen Kurs auf P2PU?”
Idee: “Übersetzen How to make a P2PU-course”. Hier ist noch einiges zu tun!
Das Fazit des Tages sieht folgender Maßen aus:

“School-Of-Open-Workshop WMDE” by Elly Köpf, CC-BY-SA 3.0

  • Es ist einfach und macht echt Spaß!
  • Es sind 3 neue Kurse angelegt worden.
  • Es gibt noch viel zu tun! Kurse können ergänzt und übersetzt werden.
  • Wärend der Open Education Week wird die school of Open weiter Fahrt aufnehmen!
  • Das nächste Treffen der school of open wird im Rahmen des “Hive“-Berlin am 10.4.2013 in der Open Knowledge Foundation stattfinden
  • Die ersten 3 Kurse werden zur School of Open angemeldet
  • Hier könnt ihr alle News mitbekommen!
  • Hier könnt ihr mit diskutieren und euch vernetzen!
  • Und ganz wichtig zu Beginn eines neuen Projekts: Ihr könnt auch Bugs berichten! So wie wir am Samstag.
Es gibt noch viel zu tun und wir hoffen, dass wir mit diesem ersten Schritt dazu beitragen konnten das Thema Freie Bildungsinhalte in Deutschland voranzubringen! Weitere Informationen dazu, was wir an dem Tag besprochen haben findet ihr im Pad. Weitere Infos zum Thema OER in diesem Jahr noch so planen findet ihr auf unserer Projektseite. Bis bald also!
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Änderungsvorschläge zum Urheberrecht: Ein Last-Minute-Korb?

Zugegeben, an einen Dritten Korb der Urheberrechtsreform hatten wir Mitte letzten Jahres nicht mehr so recht geglaubt. Wir waren auch deshalb skeptisch, weil Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger die Erwartungen der Öffentlichkeit vorsorglich gedämpft hatte: “Die Verschränkung der Akteure erlaubt im Moment keinen großen Wurf und kein Superreformgesetz”.

Keine Kür, aber in der Pflicht

Auch wenn sie damit gewissermaßen die große Kür ausschloss, so hat sie jetzt ihren Beamtenapparat zumindest dazu getrieben, ein kleines Pflichtenheft abzuarbeiten: Neben dem Leistungsschutzrecht für Presseverleger (gewissermaßen ein Gesetz auf Bestellung, das bereits im Koalitionsvertrag 2009 verankert war) umfasste dies die Umsetzung zweier EU-Direktiven: die Richtlinie 2011/77/EU zur Verlängerung der Schutzdauer für ausübende Künstler und Tonträgerhersteller sowie die Richtlinie 2012/28/EU zur zulässigen Nutzung verwaister Werke. Beide Regulationen fordern eine EU-weite Harmonisierung im Urheberrecht, die erhebliche Konsequenzen für den freien Zugang zu Wissensbeständen und Kulturgütern hat.

Im Hinblick auf die Umsetzung der Richtlinie zu verwaisten Werken gibt es seit wenigen Tagen einen Referententwurf aus dem Bundesministerium der Justiz, der vor allem für die Oppositionsfraktionen völlig überraschend kam und, bei näherer Betrachtung, eine kleine Wundertüte darstellt. Denn nicht nur schmiegt sich der Gesetzesentwurf bei der vorgeschlagenen Schrankenregelung für verwaiste Werke (§§ 61-61c UrhG) sehr eng an die Vorgaben aus Brüssel an, er nimmt gewissermaßen auch drei weitere Neuregelungen Huckepack:

  • Die erste – noch in einer thematischen Verknüpfung zu sehen – nutzt den nationalen Ausgestaltungsspielraum und etabliert einen neuen Mechanismus für die Rechtewahrnehmung bei vergriffenen Werken. Dazu wird vorgeschlagen, in § 13d des Urheberrechtswahrnehmungsgestezes (UrhWG) eine so genannte Vermutungsregel für Printwerke, die vor dem 1.1.1966 veröffentlicht wurden, einzuführen.
  • Des weiteren soll die Kabelweitersendung urheberrechtlich geschützter Werke (§ 20b UrhG) künftig technologieneutral ausgestaltet werden. In der alten Fassung des Paragraphen war noch ausschließlich von “Kabelystemen” und “Mikrowellensystemen” die Rede gewesen.
  • Last but not least soll ein unabdingbaren Zweitverwertungsrecht für wissenschaftliche Autoren (§ 38 UrhG) eingeführt werden. Somit trägt der Gesetzgeber dem wachsenden Druck insbesondere seitens der Wissenschaftsorganisationen Rechnung, die Weichen verstärkt in Richtung Open Access zu stellen. Eine restriktionsfreie Wissenschaftsklausel, die mit dem Wildwuchs an Schrankenbestimmungen endlich aufräumen würde, ist es freilich nicht geworden.

Und wie das so ist mit einer Wundertüte, so ist man zunächst einmal verwirrt. Einige Dinge fallen einem sofort ins Auge, andere bemerkt man erst nach näherem Hinsehen. Wikimedia Deutschland hat sich in seiner heute veröffentlichten Stellungnahme an das BMJ vor allem auf den Regelungsumfang zu verwaisten Werken konzentriert, weil dessen Bezüge zur nachhaltigen Sicherung kulturellen Erbes und enzyklopädischen Interessen offenkundig sind. In der Analyse wird schnell deutlich, dass die EU-Richtlinie praktisch punktgenau umgesetzt wurde. So wird die künftig erlaubte Nutzung verwaister Werke einer dreifachen Beschränkung unterliegen:

  • Beschränkung auf zwei Nutzungsarten: Vervielfältigung und öffentliche Zugänglichmachung; keine Bearbeitungsfreiheit
  • Beschränkung auf bestimmte trägergebundene Werkarten; kein Einbezug von Digitalisaten oder einzelnen Lichtbildern
  • Beschränkung auf privilegierte, dem Gemeinwohl verpflichtete Institutionen (wie Gedächtnisinstitutionen, Bildungseinrichtungen und dem Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk); keine Zulässigkeit kommerzieller Nutzung

Niemand gewinnt, Zeit zerrinnt

Wie bereits beim Drafting-Prozess der EU-Richtlinie von uns angemerkt, gibt es für Wikipedia oder andere gemeinwohlorientierte Netzprojekte bei dieser Neuregelung im Grunde nichts zu gewinnen: Weder können Wikipedianer auch künftig – bedingt durch den eng gefassten Kreis privilegierter Institutionen und die Vergütungspflicht bei nachträglich auftauchenden Rechteinhabern – risikolos verwaiste Werke digitalisieren. Auch ist durch die europarechtlichen Vorgaben eine transformative Werknutzung durch das Modell freier Lizenzen schlicht unzulässig. Wenn es überhaupt etwas Positives zu vermelden gibt, dann ist es allenfalls die Neuregelung zu “teilverwaisten” Werken mit mehreren Rechteinhabern, von der insbesondere Filmotheken profitieren dürften: So wird es künftig genügen, etwa für eine Ausstellung die Nutzungserlaubnis von den bekannten Rechteingabern einzuholen.

Es fällt gegenwärtig sehr schwer, eine klare Prognose zu treffen, ob dieser Entwurf noch in dieser Legislaturperiode Gesetz werden wird. Sollten die Oppositionsfraktionen im Bundestag mehr als nur punktuellen Veränderungsbedarf sehen, rückt der gesamte Prozess stark an die parlamentarische Sommerpause und den Wahlkampf heran. In diesem Falle griffe dann das “Diskontinuitätsprinzip”, d.h. der automatische Verfall nicht abgeschlossener Gesetzesvorhaben. Ein komplettes Neu-Aufrollen wäre wohl weder im Sinne der wesentlichen Stakeholder (Archive, Kultureinrichtungen, Verwertungsgesellschaften), noch im Sinne der Ministerin. Aber immerhin: Untätigkeit wird man ihr jetzt nicht mehr vorwerfen können.

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Silberwissen – Rückblick und ein erster Blick voraus

Beitrag von Elvira Schmidt

Mit dem Programm „Silberwissen“ hat Wikimedia Deutschland in den letzten Jahren versucht, gezielt ältere Menschen als Mitmacher für die Wikimedia-Projekte zu gewinnen. In dem Programm können wir nun nach fast 60 Workshops mit rund 340 Teilnehmern (überwiegend Senioren) im Jahr 2012 auf umfangreiche und vielfältige Erfahrungen für weitere Aktivitäten zur Gewinnung neuer Autoren und Autorinnen aufbauen. Da wir Partner im EU-Projekt TAO sind, wurde unsere Arbeit von Beginn an wissenschaftlich begleitet. Im Jahr 2012 untersuchte Annette Kintzi (ZAWiW) im Rahmen ihrer Masterarbeit die Veranstaltungen an insgesamt sechs Standorten.

Autoren-Workshop im Rahmen von Silberwissen während der Frühjahrsakademie 2012 am ZAWiW der Universität Ulm (Foto: Annette Kintzi, cc-by-sa 3.0)

Engagement und Sachkenntnis

Von den Referenten wurde eingeschätzt, dass die Senioren und Seniorinnen sehr interessiert waren. Teilnehmer, die während der Workshops Ideen zu eigenen Beiträgen in der Wikipedia hatten oder bereits mit entsprechenden Vorstellungen in den Kurs gingen, waren besonders motiviert. Schwierigkeiten bereitete einem Teil der sichere Umgang mit dem PC, bzw. dem Internet. Das führte zu Verzögerungen, die mit der eigentlichen Arbeit in der Wikipedia nichts zu tun hatten und erschwerte die Arbeit in der Gruppe für alle Beteiligten. Die Teilnehmer schätzten bei „ihren“ jeweiligen Referenten vor allem ihr Engagement und ihre Sachkenntnis, ihr Umgang mit Fragen und ihre Geduld. Die Heterogentität der Vorkenntnisse war in der Gruppe Älterer sehr hoch. Kritische Hinweise gab es vereinzelt zum Tempo des vermittelten Stoffs. Die Älteren unter den Teilnehmern schätzten eher ein, dass sie dem Fortgang des Workshops nicht immer folgen konnten. Die Selbsteinschätzungen, ob sie künftig in der Wikipedia oder den Wikimedia Commons, dem Bilderarchiv, weiter tätig sein wollen, schwankte je nach Ort und Teilnehmergruppe zwischen einem bis zu zwei Drittel der Beteiligten.

Referenten und Teilnehmer stimmen weitgehend darin überein, dass drei Veranstaltungen für einen erheblichen Anteil der Senioren und Seniorinnen zu wenig sind, um Ältere in die Wikipedia einzuführen und ihnen die ersten Schritte zu erleichtern. Viele Fragen kommen oft erst mit einer höheren Aktivität. Schwierigkeiten liegen nach Einschätzung der Referenten und Teilnehmer auf folgenden Ebenen:

–       Neue und unbekannte Nutzeroberfläche im Bearbeitungsmodus der Wikipedia. Für die Älteren ist diese Umstellung eine Hürde, die nur mit Hilfe zu überwinden ist. Wie hoch diese Hürde subjektiv empfunden wird, ist vom Alter und von der Technikaffinität der Teilnehmer abhängig.

–       Erfahrungen im Umgang mit PC und Internet. Sichere Fertigkeiten im Umgang mit PC und Internet sind eine wichtige Voraussetzung für die vielfältigen Arbeitsschritte, die bei der Bearbeitung/Erstellung von Artikeln oder beim Einfügen von Fotos in Artikel zu bewältigen sind. Hier sind abrufbare Fähigkeiten und Fertigkeiten aus einer erst vor kurzer Zeit beendeten Berufstätigkeit von erkennbarem Vorteil.

–       Inhaltliche und formale Anforderungen an einen Wikipedia-Artikel sind sehr hoch. Auf Grund der technischen Hürden treten die inhaltlichen Anforderungen an einen Artikel nicht selten in den Hintergrund. Sie sind jedoch für eine Mitarbeit von entscheidender Bedeutung.

Gemeinsam mit der Deutschen Seniorenliga (DSL) wurde eine bundesweite Aktion über die Zeitschrift „aktiv“ der DSL durchgeführt, um Senioren für eine Mitarbeit zu interessieren. Die Ergebnisse dieser Aktion waren eine der Grundlagen für die nachfolgenden Schlussfolgerungen zu künftigen Aktivitäten:

  1. Unsere Zielgruppe unter den Senioren erreichen wir weniger durch ein möglichst breit gestreutes Mailing, sondern eher durch eine Ansprache von vorher gezielt ausgewählten bildungsaffinen Gruppen. Im Idealfall können diese Gruppen auf Grund stabiler persönlicher und institutioneller Kontakte leichter eigene Hilfsstrukturen aufbauen und sich gegenseitig unterstützen.
  2. Künftig erfolgt eine Konzentration auf größere Städte, da sich in kleinen Städten oft nicht genügend Teilnehmer finden. Darüber hinaus ist es in größeren Städten grundsätzlich besser möglich, Kontakte zu bestehenden Wikipedianer-Stammtischen zu knüpfen. Besonders vorteilhaft sind Städte mit höheren Bildungseinrichtungen (Universitäten und Hochschulen). Hier sind Träger der Seniorenbildung wichtige potenzielle Partner.
  3. Bildungsaffine Gruppen mit besonderen Interessengebieten sind eine wichtige Zielgruppe. Dazu gehören z.B. Hobbyhistoriker (z.B. lokale/regionale Geschichtsvereine), Hobbygenealogen, Vereine für Technikgeschichte, für Medizingeschichte, … Die Mitglieder verfügen i.d.R. über ein solides Wissen zu ihrem Fachgebiet und haben häufig bereits Übung im Verfassen von Beiträgen für ihre Fachinformationen.
  4. Weniger geeignet für eine Zusammenarbeit sind offensichtlich Volkshochschulen. Die Resonanz auf das Angebot eines Wikipedia-Kurses ist deutlich geringer als bei anderen Partnern. Hier sind die Teilnehmer und auch die Veranstalter oft nur an Vorträgen, jedoch nicht am eigenen Engagement interessiert.
  5. Teil der Aktivitäten mit älteren Menschen muss es sein, aus der Gruppe heraus Wissensträger aufzubauen, die eine langfristige Ansprache für die Teilnehmer ermöglichen.

 

Rechtliche Fragen sind eine Hürde

Aufmerksame Zuhörerschaft beim Autoren-Workshop (Foto: Annette Kintzi, cc-by-sa 3.0)

Eine erhebliche mentale Hürde sind gerade für Senioren, die bereits eigene Beiträge in Fachinformationen oder Zeitschriften veröffentlicht haben, alle Fragen, die mit Rechten verbunden sind: Nutzungsrechte, freie Lizenzen, die Möglichkeit, dass jeder Nutzer einen einmal eingestellten Artikel verändern kann ohne vorher zu fragen. Es kommt durchaus vor, dass an diesen Hürden die Bereitschaft zur Mitarbeit scheitert. Ein gemeinsamer Workshop mit Bildungsträgern der Seniorenbildung beschäftigte sich daher Ende des Jahres 2012 intensiv mit folgenden Fragen:

  1. Teilnehmer mit den passenden Voraussetzungen für Kurse gewinnen
  2. Teilnehmer nach dem Ende der Kurse halten und zur Mitarbeit aktivieren
  3. Gestaltung der Kurse
  4. Gewinnung der sogenannten „jungen Alten“, die gerade aus dem Berufsleben ausgeschieden sind

In den Diskussionen ergaben sich mehrere Ideen zur Initiierung langfristiger Projekte. Sehr gut geeignet sind Seniorenuniversitäten, weil sie auf Grund der Angebotsvielfalt auch andere Themenkurse mit den Wikipedia-Kursen verknüpfen können. Auch regelmäßige informelle Treffen oder die Eingliederung in die lokale Wikipedia-Community sind als Methoden zur Steigerung der Nachhaltigkeit im Gespräch. Besonderen Anklang fand die Idee, sogenannte „Wikipaten“ – Ältere mit Erfahrung in der Wikipedia – als persönliche Kontaktpersonen für neu gewonnene Senioren einzusetzen.

Die bisher gemachten Erfahrungen zeigen, dass mit dem Namen „Silberwissen“ vorwiegend die Älteren innerhalb der Altersgruppe 50+ angesprochen werden. Zugleich konnte festgestellt werden, dass gerade für diese Gruppe die Hürden für eine Mitarbeit in der Wikipedia besonders hoch sind. Die Gruppe der „jungen Alten“ (etwa bis 65) fühlt sich mit diesem Titel weniger angesprochen.

 

Lebenslanges Lernen

Im Vergleich mit anderen Programmen hat sich gezeigt, dass die Erfahrungen neuer Autoren und Autorinnen unabhängig von ihrem Alter Ähnlichkeiten aufweisen. Zudem fühlen sich viele ältere Menschen nicht angesprochen durch ihr Alter, sondern eher über Themen und Erfahrungen. Für die Fortführung von Aktivitäten zur Gewinnung von Älteren ergibt sich daraus die Notwendigkeit, einen Namen zu nutzen, der nicht speziell an eine einzelne Zielgruppe (z.B. Senioren) adressiert ist. Er sollte die Tätigkeit in den Mittelpunkt stellen und das ehrenamtliche Engagement einer Mitarbeit an der Wikipedia in den Vordergrund rücken. Mit dem Begriff „Wissen teilen“ wird diese Anforderung erfüllt und lässt zugleich Raum für unterschiedliche Initiativen unter einem Dach, welche ältere Menschen als Wissensträger und wichtigen Teil der Gesellschaft verstehen.

 

 

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Tutoría in Buenos Aires

Der folgende Beitrag stammt aus der Feder von Cornelius Kibelka, der über seine Zusammenarbeit mit WMAR schreibt. Wir freuen uns über diese schöne Idee und wünschen viel Erfolg! (Find an English summary here. Espanol.)

Im Rahmen meines Praktikums im Frühjahr 2011 bei Wikimedia Deutschland war eine der Veranstaltungen, die ich mit Nicole Ebber organisierte, die Wikimedia Chapters Conference 2011. Wie jedes Jahr fanden sich dort die Freiwilligen aus den mehr als 40 Wikimedia-Ländervertretungen ein. Neugierig lernte ich viele dieser Freiwilligen kennen, die alle an der gemeinsamen Mission und den Zielen des Freien Wissens arbeiten. Darunter war auch Osmar Valdebenito, zu der Zeit Vorsitzender des chilenischen Chapters.

Zwei Jahren darauf halten wir immer noch Kontakt und tauschen uns über die Chapter aus: Was sie bewegen, wie sie arbeiten und welche Ziele sie haben. Vor gut vier Monaten berief Wikimedia Argentina Osmar als neuen Geschäftsführer, um mit ihm gemeinsam eine professionelle Organisationsstruktur für das Chapter aufzubauen. Immer wieder fragte mich Osmar, wie das denn in Deutschland gemacht würde.

Von der ersten Idee

CC-BY-SA, Katja Ullrich

Ein paar Chats später schlug Osmar mir dann vor: “Hey, warum kommst du nicht einfach für ein paar Wochen nach Buenos Aires und wir arbeiten hier gemeinsam an einer ganz praktischen Form des Wissensaustausches? WMAR übernimmt alle Kosten!” Wikimedia Argentina nahm die Idee direkt in den Projektplan für 2013 und die Reisekosten in den Finanzierungsantrag an das FDC auf. Dieses wiederum empfahl die komplette Finanzierung des Projektplans und wir konnten loslegen.

In weiteren Gesprächen hat mir Osmar zunächst genauer dargelegt, welche Themen für WMAR am wichtigsten sind und wo er Beispiele in der Arbeit von WMDE sieht, die für sein Chapter interessant sind. Bei Wikimedia Deutschland kam der Wunsch von WMAR, mich als Freiwilligen bei WMDE hospitieren zu lassen, ebenfalls sehr gut an. Ganz besonders, da ich ja durch meine Praktika und die Vereinsmitgliedschaft schon seit Jahren verfolge, wie WMDE wächst und arbeitet. In Abstimmung mit Nicole – inzwischen Leiterin der Stabstelle Internationales bei Wikimedia Deutschland – haben wir dann drei konkrete Arbeitsfelder herausgarbeitet die sich besonders für so einen Wissenstransfer eignen. Zu allen drei Themen werden wir, Osmar und ich, gemeinsam konkrete Handlungsempfehlungen und Ideen für die Arbeit von WMAR ausarbeiten.

Zu konkreten Handlungsempfehlungen

Im ersten und wichtigsten Themenbereich geht es Osmar und mir vor allem um eine zielgeleitete Strategie- und Jahresplanung und das allgemeine Rollenverständnis des Vereins. Wichtig ist zudem die Klärung des Aufgabenteilung zwischen Vorstand und Geschäftsführer.

Im Themenfeld KommunikationWikimeda Argentinien stell demnächst einen Pressesprecher in Teilzeit ein – wird es uns vor allem um konkrete Ideen für die zukünftige Pressearbeit gehen. Eine meiner Ideen war diesbezüglich auch die Einrichtung einer Wikimedia:Woche für die spanischsprachige Wikimedia-Community.

Im letzten Themenfeld geht es um die Frage, wie eine argentinische Wikimedia-Community aufgebaut werden kann und wie das Chapter Freiwillige motiviert, sich zu engagieren. Auch um die Befreiung staatlicher Werke geht es hier. Eine Idee ist beispielsweise, das Instrument der bei WMDE sehr erfolgreichen Wahlprüfsteine in Argentinien auszuprobieren.

In nur drei Wochen?

Eine Woche verbrachte ich in der Geschäftsstelle von Wikimedia Deutschland und sprach mit vielen Mitarbeiter*innen dort: Über Erfahrungen der letzten Jahre und ihre Ideen für die Arbeit des Chapters – stets auch mit der neugierigen Gegenfrage angeschlossen „Wie wird denn das in Argentinien gemacht?“. Auf diese Frage kann ich natürlich erst in drei Wochen antworten.

Am Freitag war mein letzter Tag im Wikimedia-Deutschland-Büro, am Samstag fliege ich für zwei Wochen zu WMAR. Hiermit möchte ich Wikimedia Deutschland gerne danken, mich für die eine Woche aufgenommen und mir wertvolle Einblicke in die Arbeit des Vereins gewährt zu haben. Nun bin ich gespannt auf die Zeit in Buenos Aires!

Letztendlich hoffe ich auch, dass mein kleines Projekt, das aus einem Chat entstand, auch als eine Art Exempel für weitere Wissenstransfers zwischen Chaptern sein kann. Ergebnisse werden im Anschluss hier im Blog und im Optimalfall auf der Wikimania in Hong Kong vorgestellt. ¡Hasta luego!

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Monatsbericht Februar 2013

POLITIK UND GESELLSCHAFT

Urheberrechtsreform I+II

Der Februar wartete gleich mit zwei wichtigen Ereignissen in der Urheberrechtspolitik auf: Zum einen stimmte der Bundestag am Freitag, den 1. März, – und damit früher als allgemein erwartet – über eine nochmals geänderte Fassung des Leistungsschutzrechts für Presseverleger ab. Paradoxerweise lässt sich der Schutzbereich nun nicht mehr klar auf Snippets und Aggregatoren-Geschäftsmodelle anwenden, da “einzelne Wörter oder kleinste Textausschnitte” ausdrücklich nicht lizenzpflichtig werden sollen. Wozu also dieses hochumstrittene Gesetz? Eine Folgenabschätzung gibt Mathias Schindler im Blog. Bereits am 20.2. veröffentlichte das BMJ einen Referentenentwurf für die künftige Behandlung verwaister und vergriffener Werke sowie ein unabdingbares Zweitveröffentlichungsrecht für wissenschaftliche Urheber. Bis Mittwoch, den 6.3., wird Wikimedia Deutschland dazu eine Stellungnahme erarbeiten und veröffentlichen.

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„Examenswissen auf Wikipedia“ – Erfahrungen mit einem juristischen Wikipedia-Seminar an der Universität zu Köln

Der folgende Text ist ein Gastbeitrag des Wikipedianers mit dem Benutzernamen Toblu, in dem er über ein Seminar rund um Wikipedia und juristische Themen an der Universität zu Köln, die Ergebnisse, und seine Rolle dabei berichtet. Vielen Dank für den Einblick und Glückwunsch zu einem tollen Projekt!

 

16 teilnehmende Jurastudenten, 17 Entwürfe für umfangreiche, wissenschaftlich korrekte Wikipediaartikel zu juristischen Fachbegriffen – das ist das Ergebnis des Seminars “Examenswissen auf Wikipedia” an der Universität zu Köln, das ich im vergangenen Semester gemeinsam mit Frau Prof. Dauner-Lieb durchgeführt habe, die dort unter anderem das vor Kurzem gegründete Kompetenz­zentrum für juristisches Lernen und Lehren leitet.

Ziel war es, Studierende dafür zu gewinnen, Artikelvorschläge zu anspruchsvollen zivilrechtlichen Grundlagenproblemen zu entwerfen, die das Thema einerseits in möglichst zugänglicher Form darstellen und andererseits (rechts)wissenschaftlichen Standards genügen. Nach einem Blockseminar, das der Einführung in das Medium Wikipedia und dessen besonderen Herausforderungen diente, hatten die Teilnehmer fast drei Monate Zeit, einen entsprechenden drei- bis fünfseitigen Vorschlag für einen Wikipediaartikel zu einem von ihnen selbst gewählten Thema aus dem Bereich des Zivilrechts anzufertigen. Zudem sollten sie in einem separaten Text dazu Stellung nehmen, wie sie bei der Arbeit vorgegangen waren und welche Stoffauswahl sie getroffen hatten. In einem zweiten Blockseminar stellten die Teilnehmer ihre Beiträge schließlich im Rahmen eines Kurzreferats vor und setzten sich mit inhaltlichen und aufbautechnischen Verbesserungs­vorschlägen auseinander.

Erst im Anschluss an das eigentliche Seminar wurden die Beiträge auf Wikipedia eingestellt; zunächst in meinen Benutzernamensraum, aus dem sie – sobald die erforderliche formale Überarbeitung, an der sich dankenswerter­weise gleich mehrere Mitglieder der im vergangenen Jahr gegründeten Redaktion Recht beteiligen, abgeschlossen ist – nach und nach in den Artikelnamensraum verschoben werden sollen.

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Welche Leistung? Welcher Schutz? Welches Recht?

Heute um 9 Uhr wird (live übertragen) der Parlamentspräsident oder eine seiner Stellvertreterinnen die 226. Sitzung des 17.  Deutschen Bundestages eröffnen und den Tagesordnungspunkt 36 aufrufen, ein Gesetz zur Änderung des Urheberrechtsgesetzes. Die vereinbarte Redezeit für die Abgeordneten ist eine Stunde, es werden dann noch einige Zwischenfragen und vielleicht ein Geschäftsordnungsscharmützel dazukommen. Nach dem Ende der Debatte werden die Abgeordneten des Deutschen Bundestages in namentlicher Abstimmung in Zweiter und Dritter Lesung darüber entscheiden, ob Deutschland ein Leistungsschutzrecht für Presseverleger (LSR) einführt. Den bisherigen Äußerungen auf Twitter nach verfügt die Koalition aus CDU/CSU und FDP über eine eigene Mehrheit für die Annahme dieses Gesetzes. Eine Zustimmung des Bundesrates ist nicht erforderlich, es ist unklar, ob sich die Bundesländer für die Anrufung des Vermittlungsausschusses entscheiden werden.

Die Abstimmung heute ist das vorläufige Ende der (von uns innig verfolgten und kommentierten) hiesigen Diskussionen und parlamentarischen Beratungen über ein Leistungsschutzrecht, für das bis heute keine überzeugendere Begründung existiert, die über “Aber Google hat so viel Geld und die Verleger haben so wenig” hinausgeht. Das Leistungsschutzrecht für Presseverleger wird in der vorgeschlagenen Form von allen namhaften Urheberrechtsexperten abgelehnt, Industrieverbände haben sich dagegen ausgesprochen, zuletzt auch die bis dahin herumeiernden Journalistenverbände (Wenn man ihnen taktisches Verhalten zubilligen möchte, war ihre Aussage ein “Wir sind nicht dafür, aber wenn es kommt, dann wollen wir 50% der Einnahmen”).

Bislang unbekannte Dimensionen der Farce erreicht das Leistungsschutzrecht, als vor zwei Tagen der (federführende) Rechtsausschuss einen Halbsatz in den neu zu schaffenden § 87f Absatz 1 Satz 1 Urheberrechtsgesetz einfügte, der den Geltungsbereich verkleinern wird und – das werden die Gerichte entscheiden – das Anzeigen von Snippets durch “gewerbliche Anbieter von Suchmaschinen” nun doch wieder erlauben wird. Wenn diese Formulierung tatsächlich so wie beschrieben funktioniert, wird es schlichtweg keinen nennenswerten Anwendungsbereich mehr für das LSR geben, der nicht bereits durch das klassische Urheberrecht abgedeckt wurde. Es wird vermutlich einige Jahre dauern, Rechtssicherheit zu dieser Frage zu erzielen, bis dahin funktioniert das LSR nicht als Schutzrecht für presseverlegerische Leistung.

Sind Wikipedia und ihre Schwesterprojekte diesem LSR direkt und unmittelbar betroffen? Nein, vermutlich nicht. Der Wortlaut des Gesetzes ist in diesem Punkt eindeutig und es kann nach heutigem Stand eigentlich verneint werden, dass Wikimediaprojekte in das Schutzrecht der Presseverleger eingreifen. Ob dennoch ein Verlag Anstoß an einer Handlung nimmt und versucht, sein Verbotsrecht durchzusetzen, weiss auch unsere Glaskugel nicht.

Und was gilt das auch für alle Nachnutzer der frei lizenzierten Inhalte, darunter gewerbliche Anbieter von Spiegeln der Enzyklopädie oder die Anbieter von Mashups von Wikipedia- und anderen Inhalten? Das wird die Zeit zeigen, wir werden über Ereignisse disbezüglich berichten.

Besteht auch nur die abstrakte Hoffnung, dass dieses Gesetz dazu beitragen wird, die wirtschaftliche Situation deutscher Presseverlage zu stabilisieren? Das glaubt niemand mehr. In wenigen Tagen wird es mit Sicherheit gemeinsame Pressemitteilungen von Aggregatoren und Verlagen über Lizenzabkommen geben, deren Reichweite über den eines Leistungsschutzrechts hinausgeht und die Handlungen umfassen wird, die auch nach geltender Gesetzeslage mehr als problematisch waren. Das “Leistungsschutzrecht” gibt es dann für die Lizenznehmer kostenfrei obendrauf und der schöne Nebeneffekt solcher Einigungen wird sein, dass die vom Gesetz geforderte angemessene Beteiligung an der Vergütung für die Urheberinnen ins Leere greift. Es ist zu erwarten, dass beide diese Punkte (kein Geld für Journalisten und Einigung zu Fragen, die weit über ein LSR hinausgehen) in der Berichterstattung der Tagespresse ebensowenig Erwähnung finden werden wie die komplette Leistungsschutzrechtsdebatte selbst.

Folgt jetzt nicht noch auf der Zielgeraden dieser Legislaturperiode ein mittlerer gesetzgeberischer Kraftakt, wird das urheberrechts- und netzpolitische Erbe dieser Koalition fast völlig aus der Einführung eines unsinnigen, entkernten, weltweit einzigartigen und rechtssystematisch problematischen Gesetzes bestehen, dessen Diskussion über drei Jahre lähmende Wirkung bei allen anderen Baustellen entfaltete. Der andere Teil des Erbes ist die Abschaffung eines von der Vorgängerregierung eingeführen unsinnigen, entkernten, weltwelt leider nicht einzigartigen und rechtssystematisch problematischen Gesetzes zur Sperrung von Webseiten (anstelle ihrer Löschung). Wir erwarten Gleiches von der Bundesregierung der 18. Legislaturperiode.

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Wikimedia:Woche 9/2013

Die Wikimedia:Woche ist die wöchentliche Zusammenfassung von aktuellen Nachrichten aus der internationalen Wikimedia-Bewegung. Der gemeinschaftliche Mailing-Newsletter von Freiwilligen und Wikimedia Deutschland wird immer donnerstags in Wikipedia, auf der Mailingliste des Vereins und auch hier im Blog veröffentlicht.

Interessierte sind herzlich eingeladen, bei der Zusammenstellung von interessanten Links und Themen mitzumachen. Bis zum jeweils folgenden Donnerstag wird hier gesammelt.

Viel Spaß beim Lesen!

 

= Wikimedia:Woche (9/2013) =

Frühere Ausgaben sind archiviert unter:

Die Liste der Beitragenden kann der Versionsgeschichte der jeweiligen Ausgabe im Archiv in Wikipedia entnommen werden.

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Stelle frei im Team Communitys

 

Das Team, das sich innerhalb der Berliner Geschäftstelle speziell um die Unterstützung der Community-Strukturen bemüht, sucht weitere engagierte und erfahrene Leute für 20 bis 40 Stunden pro Woche. Wer ein gutes Verständnis der Dynamiken und Funktionsweisen von Community-Strukturen mitbringt, freundlich, strukturiert, umsetzungsorientiert und flexibel ist ist herzlich eingeladen, sich zu bewerben: siehe Stellenausschreibung.

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Johanna Wiest (22): Warum ich Mitglied bei Wikimedia Deutschland bin.

Während der Spendenkampagne 2012 stiegen nicht nur die Spendeneinnahmen, auch immer mehr Menschen unterstützen Wikimedia Deutschland durch eine Mitgliedschaft. Erst vor wenigen Monaten haben wir das 2.000ste Mitglied (Wikimedium 2/2012, Seite 9) vorgestellt. Heute, 8 Monate später, begrüßen wir ganz herzlich Johanna Wiest als 5.000stes Mitglied! Johanna wurde 1990 in Ravensburg, Baden-Württemberg geboren und wohnt derzeit als Studentin der Afrikanistik und Kulturwissenschaften in Leipzig, Sachsen. In ihrer Freizeit beschäftigt sich Johanna mit Lesen, Schreiben, Tanzen und Kochen. Im folgenden Interview berichtet sie, was sie mit Wikipedia und dem Verein Wikimedia Deutschland verbindet:

Johanna Wiest
Foto: Clara Wiest, CC-BY-SA 3.0

Wann und mit welcher Absicht hast Du Wikipedia zum ersten Mal genutzt?

Wikipedia habe ich das erste Mal für ein Schulreferat verwendet, wahrscheinlich etwa 2001 oder 2002. Ich hatte schon mal gesehen, wie Freunde Wikipedia genutzt haben und wollte mir für mein Referat einen Überblick verschaffen.

Gebraucht habe ich Wikipedia seitdem schon oft, eben um einen ersten Ansatz zu einem Themengebiet zu bekommen, oder im Alltag als Enzyklopdie, in der fast zu allen Themen etwas zu finden ist.

Worin liegen für Dich die Vorteile bei Wikipedia, im Vergleich zu gedruckten Enzyklopädien?

Durch Wikipedia ist das gesammelte Wissen kostenlos für jeden über das Internet zugänglich. Daher bietet für mich Wikipedia ein riesiges Potential, was Zugang zu Bildung und Chancengleichheit anbelangt. Mir gefällt, dass Wissen aus allen Bereichen dort gesammelt wird und sehr leicht zugänglich ist und außerdem die Idee, dass so viele Leute unentgeltlich in ihrer Freizeit für Wikipedia schreiben und ihr Wissen mit anderen teilen.

Ich hoffe, dass Wikipedia in Zukunft eine Chance sein kann, für alle, die sich bilden wollen, egal wo auf der Welt und egal wie viel Geld sie haben. Dass Wikipedia-Artikel mittlerweile mit Inhalten aus klassischen Enzyklopädien in Sachen Korrektheit gleichauf liegen, finde ich toll!

Kannst Du Dir vorstellen, einen Artikel für Wikipedia zu schreiben oder zu korrigieren?

Ich könnte mir gut vorstellen, mal etwas für Wikipedia zu schreiben und werde das bei Gelegenheit bald mal ausprobieren.

Wie hast Du von Wikimedia erfahren? Und was hat Dich zu einer Mitgliedschaft im Verein bewogen?

Ich habe von Wikimedia erfahren, als ich für Wikipedia spenden wollte. Mitglied bin ich geworden, weil ich finde, dass Wikipedia ein sehr unterstützenswertes Projekt ist – vor allem weil ich es toll finde, dass die Seite auf Werbeeinnahmen verzichtet, die wahnsinnig hoch sein könnten!

Durch die Mitgliedschaft fühle ich mich dem Projekt enger verbunden, als “nur” durch eine Spende.

Wie stellst Du Dir Wissen in der Zukunft vor?

Ich wünsche mir, dass Wissen überall auf der Welt jedem Menschen frei zugänglich gemacht wird.

Vielen Dank für das Gespräch!

Wer Mitglied bei Wikimedia Deutschland e.V. ist, unterstützt den Verein nicht nur durch seinen Mitgliedsbeitrag. Mitglieder stehen ideell und aktiv für die Vereinsziele.

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