Wikimedia Conference 2015: Wikimedia-Organisationen zu Gast in Berlin

Vom 15. bis 17. Mai 2015 ist Wikimedia Deutschland erneut Gastgeberin der internationalen Wikimedia Conference. Bei dieser jährlichen Veranstaltung treffen sich Vertreterinnen und Vertreter der Wikimedia-Organisationen (Wikimedia Chapter, Thematische Organisationen, Nutzergruppen) sowie der Wikimedia Foundation und weiterer Gremien wie dem Funds Dissemination und dem Affiliations Committee, um über die Struktur, Zusammenarbeit und die Zukunft des Wikimedia-Universums zu beraten. Es ist das sechste Mal, dass wir die #wmcon ausrichten und wir erwarten etwa 160 Teilnehmende aus der ganzen Welt im Tagungszentrum des Tagesspiegel-Verlages in Berlin. Die Finanzierung der gesamten Konferenz sowie die Reisekoordination übernimmt auch in diesem Jahr wieder die Wikimedia Foundation.

Eine Konferenz mit Perspektive

Anfang des Jahres vereinbarten die Wikimedia Foundation und Wikimedia Deutschland, die Wikimedia Conference für die nächsten drei Jahre (2015 bis 2017) nach Berlin zu vergeben. Diese langfristige Perspektive bietet nun erstmalig die Chance, die Konferenz produktiver und nachhaltiger zu gestalten als in den Vorjahren. Bisher wurden stets zu viel Zeit und Energie in Diskussionen um den Austragungsort und Logistik investiert, statt sich den Zielen und Inhalten zu widmen. Das ändert sich nun.

Mit der Perspektive, dass die Konferenz drei Jahre an einem Ort stattfindet, können die Kosten für die Logistik gesenkt werden und langfristigere Verträge mit Dienstleistern geschlossen werden. Alle organisatorischen Aufgaben übernimmt das Event-Team von Wikimedia Deutschland, dem in Person von Daniela Gentner und Wenke Storn ein ganz herzlicher Dank gebührt.

Mit dem neuen „Program and Engagement Coordinator“ Cornelius Kibelka wollen wir die Konferenz auf ein höheres Niveau heben und der inhaltlichen Perspektive mehr Raum geben. Zu Cornelius’ Aufgaben gehört es, eng mit den Teilnehmenden und Sprechern zusammen zu arbeiten und diesen zu ermöglichen, sich besser auf die Konferenz und deren Inhalte vorzubereiten. Sie alle sollen mit dem Bewusstsein nach Berlin reisen, dass Themen der Konferenz auch weit über die Veranstaltung hinaus bearbeitet, weiter entwickelt und zu Entscheidungen geführt werden sollen. Die Dokumentation wird in diesem Jahr ebenfalls optimiert und auf die nachfolgenden Wirkungen und Aktivitäten ausgerichtet. Neben unterschiedlichen Wegen der stetigen und nachhaltigen Fortführung der Themenstränge wird es bei der Wikimania in Mexiko einen eigens dafür vorgesehenen Raum für die weitere gemeinsame Bearbeitung geben. Weiterlesen »

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Lotto und Revolution – Ein Gastbeitrag von Ilja Braun

Ilja Braun. Foto: Lilli Iliev (WMDE) [CC BY-SA 4.0], via Wikimedia Commons

Die letzte Veranstaltung der Reihe Das ABC des Freien Wissens verknüpfte die Diskussion um ein bedingungsloses Grundeinkommen mit der über das Urheberrecht im digitalen Zeitalter (siehe Bericht).
Zu Gast war u.a. Ilja Braun, Autor des Buches „Grundeinkommen statt Urheberrecht?“
In diesem Textbeitrag zur Veranstaltung befasst er sich kritisch mit dem im Salon thematisierten Konzept, Grundeinkommen per Crowdfunding zu generieren.

Ein Gastbeitrag von Ilja Braun

Mit seinem Crowdfunding-Projekt mein-grundeinkommen.de hat Michael Bohmeyer einen Coup gelandet. Selten hat das Thema Grundeinkommen in den letzten Jahren so viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Bohmeyer sammelt per Crowdfunding Geld ein, und immer wenn 12.000 Euro zusammengekommen sind, wird ein Grundeinkommen von 1.000 Euro monatlich für ein Jahr verlost.

Eine Art Grundeinkommens-Lotterie also. Bis April 2015 hat der Initiator auf diese Weise bereits elf Grundeinkommen finanziert. Mitmachen kann jeder, der in knappen Worten darlegt, was er im Falle eines Gewinns mit dem Geld machen möchte. „Vielleicht bekommen wir so ein Gefühl dafür, wie eine Grundeinkommens-Gesellschaft aussehen könnte“, sagt Bohmeyer in seinem Begrüßungsvideo. Und: „Ich glaube, dass ein Grundeinkommen […] in allen Menschen enorme Kreativität erwecken kann und dass die Gesellschaft damit auf allen Ebenen einen großen Schritt vorankommen kann. Aber wissen kann ich es natürlich nicht. Deswegen schaffen wir jetzt Tatsachen und probieren es einfach mal aus.“

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Geförderte Projekte aus den Communitys im April 2015

Die folgende Liste zeigt eine chronologische Übersicht ausgewählter umgesetzter Aktivitäten mit Unterstützung durch das Team Ideenförderung im April. Wer eigene Ideen und Projekte für die Erstellung, Sammlung und Verbreitung Freier Inhalte mit Unterstützung von Wikimedia Deutschland umsetzen möchte, findet weitere Informationen unter Wikipedia:Förderung.

Festivalsommer

Festivalsommer, Foto: Markus Felix, CC-BY-SA 3.0

Bereits jetzt im Frühjahr beginnt langsam wieder die Festivalsommer-Saison. Die ersten Uploads aus dem April wurden auf dem Kakival und dem Impericon Festival aufgenommen. Der Festivalsommer ist ein Projekt von freiwilligen Wikipedianerinnen und Wikipedianern, um gezielt freie Bilder von Künstlern und Bands im Musikbereich zu schaffen. Hier der Festivalplan für das ganze Jahr.

Zwischen Berlin und Oder

Auch in diesem Jahr wird sich Marcus Cyron zwischen April und Oktober wieder auf den Weg machen und mit seiner Kamera durch die Landkreise zwischen Berlin und Oder ziehen, um gezielt Lücken bei der Bebilderung der Wikipedia zu schließen. Die Ergebnisse seiner letztjährigen Tour sind hier dokumentiert.

Lokales

Ein Überblick über Aktivitäten lokaler Grupen von Wikipedianern ist über Wikipedia:Lokales zu finden. Weiterlesen »

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Das ABC des Freien Wissens “H=Harmonisierung. Welche Urheberrechtsreform bekommen wir aus Brüssel?”

ABC-Logo. Markus Büsges, leomaria [CC BY-SA 3.0]

Am Freitag, den 8. Mai, 19 Uhr, findet das nächste “ABC des Freien Wissens” statt. Diesmal geht es, passend zum re:publica-Thema „Finding Europe“, um den aktuellen Verhandlungsprozess für ein neues Urheberrecht auf europäischer Ebene.

Immer mehr NGOs und Initiativen wie EDRi, die Free Knowledge Advocacy Group EU oder access versuchen, den politischen Akteuren in Brüssel Wege zu einem zeitgemäßen Urheberrecht aufzuzeigen. Ziel ist eine politische Regulierung, die echte Verbesserungen u.a. für Kultur- und Bildungsprojekte bringt.

Wie stehen aktuell die politischen Chancen, beim Urheberrecht eine echte Wende einzuleiten? Und was weiß Brüssel über die Herausforderungen von Open-Content-Plattformen wie Wikipedia?

Wir laden herzlich ein zum ABC des Freien Wissens:


H=Harmonisierung, Markus Büsges, leomaria [CC-BY-SA-4.0]

 „H=Harmonisierung. Welche Urheberrechtsreform bekommen wir aus Brüssel?“

Freitag, 08. Mai, 19 Uhr
Wikimedia Deutschland e.V.
Tempelhofer Ufer 23-24

Gäste:
Günther Oettinger, EU-Kommissar für Digitale Wirtschaft und Gesellschaft (angefragt)
Julia Reda, Europaabgeordnete der Piratenpartei
Dimitar Parvanov Dimitrov, Wikimedian in Brussels, Free Knowledge Advocacy Group EU
Joe McNamee, Geschäftsführer European Digital Rights

Moderation: Matthias Spielkamp, Journalist, iRights.info

Kunst: I’m not afraid of anything! Porträts junger Europäer – Fotografien von Edgar Zippel, siehe auch Flyer zur Ausstellungseröffnung

  • Der Eintritt ist frei. Um unsere Veranstaltungen noch besser zu machen, freuen wir uns über eine Anmeldung unter salon@wikimedia.de
  • Der Salon ist am Veranstaltungstag auf der Website als Livestream abzurufen.
  • Unter #wmdesalon kann mitdiskutiert werden.
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Wikimedia:Woche 16/2015

Hier kommt die 16. Ausgabe der Wikimedia:Woche im Jahr 2015.

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“Beschränkt euch nicht, denkt nach vorne!” – Coding da Vinci 2015 startet fulminant

Großer Andrang beim Kick-off zu Coding da Vinci 2015. Foto: Heiko Marquardt [CC BY 3.0], via Wikimedia Commons

Der Veranstaltungssaal bei Wikimedia Deutschland am Tempelhofer Ufer platzte mit knapp 200 Gästen buchstäblich aus allen Nähten. Die Begrüßung wurde in einen weiteren Raum übertragen, durch die Seitentüren reckten sich Köpfe, um das Grußwort von Kulturstaatssekretär Tim Renner zu hören und vielleicht sogar einen Blick zu erhaschen.

Die zweite Runde des Kultur-Hackathons Coding da Vinci, der 2014 von Wikimedia Deutschland, der Deutschen Digitalen Bibliothek, der Servicestelle Digitalisierung und der Open Knowledge Foundation Deutschland ins Leben gerufen wurde, lockte am vergangenen Wochenende nicht nur Programmiererinnen und Programmierer zu Wikimedia, die Ideen für offene Kulturdaten entwickeln möchten, sondern auch mehr als doppelt so viele Kulturinstitutionen, die ihre Datensätze unter freier Lizenz zur Verfügung stellen, als im letzten Jahr.

 

„Digital ist besser“ – Auch für Kulturinstitutionen

Kulturstaatssekretär Tim Renner eröffnet Coding da Vinci. Foto: Heiko Marquardt [CC BY 3.0], via Wikimedia Commons

Tim Renner (u.a. Autor „Digital ist besser“) eröffnete den Kick-off mit Verweis auf die hitzige Debatte um die kommende Intendanz des Tate Gallery-Direktors Chris Dercon an der Berliner Volksbühne. Die Befürchtungen, dass eine Frischzellenkur (Renner kündigte eine digitale Bühne für Berlin an) die Theaterbastion zur Eventbude verflachen lassen könnte, verglich er implizit mit den Vorbehalten gegen die digitale Erschließung des Kulturguts, das in unzähligen Archiven und Depots vor sich hinschlummert.
Genauso, wie es Zeit für die Erneuerung des Theaters sei, brauche die gesamte Kulturlandschaft mehr Bewusstsein für die vernetzte Gesellschaft, in die sie zunehmend eingebettet ist. Die Potenziale des Digitalen müssten mitgedacht und mitgemacht werden, im Theater, in den Museen, Archiven und Bibliotheken. Wie gut, dass Coding da Vinci genau das befördern möchte.

 

 

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Wie lernen wir in der Stadt der Zukunft? Barcamp „Open City, Open Knowledge, Open Community“ am 29. & 30. Mai 2015

Ende Mai findet im Rahmen des Wissenschaftsjahres 2015 – Zukunftsstadt in Berlin das Barcamp „Open City, Open Knowledge, Open Community“ statt. Was letztendlich auf der Tagesordnung steht, bestimmen die Teilnehmenden selbst!

Gleiche Bildung für alle! In der digitalen Gesellschaft lassen sich stets neue Möglichkeiten, Ansätze und Formen für eine Annäherung an diesen Grundsatz finden. Wie aber werden der Wissenstransfer und der Zugang zu Bildung in der Stadt der Zukunft gestaltet sein? Welche Rolle spielen dabei die Sammlung und Verbreitung freier Inhalte? Und wo liegen die Gefahren und Grenzen?

Berlin = Open City?, Bild von Wissenschaft im Dialog

Diese und mehr Fragen stehen im Zentrum des Barcamps „Open City, Open Knowledge, Open Community“, das am 29. & 30.05.2015 in den Räumlichkeiten von Wikimedia Deutschland stattfindet. Das Barcamp ist Teil der Diskussionsreihe Wissenschaft kontrovers, und wird organisiert von Wissenschaft im Dialog in Kooperation mit Wikimedia Deutschland.

  • Datum und Uhrzeit: 29.05.2015 (13 – 18 Uhr) &  30.05.2015 (10 – 18 Uhr)
  • Veranstaltungsort: Wikimedia Deutschland,Tempelhofer Ufer 23-24,10963 Berlin

Die Teilnahme ist kostenfrei.

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Wikimedia:Woche 15/2015

Hier kommt die 15. Ausgabe der Wikimedia:Woche im Jahr 2015.

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Open Educational Resources für Deutschland voranbringen – Zum Projektstart von „Mapping OER – Bildungsmaterialien gemeinsam gestalten“.

Mit „Mapping OER – Bildungsmaterialien gemeinsam gestalten“ startet Wikimedia Deutschland bis Februar 2016 ein Modellprojekt zur “Vermessung” von Open Educational Resources (OER) in Deutschland. Gefördert wird unser Vorhaben vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen des Förderprogramms Digitale Medien in der beruflichen Bildung, dem im November von der Bundesregierung zusätzlich zwei Millionen Euro mit thematischem Bezug zu OER zugewiesen wurden. Gemeinsam mit Expertinnen und Experten und Interessierten gehen wir zentrale Themen an, die bislang zu OER immer wieder offene Fragen aufwerfen: Qualitätssicherung, Qualifizierungsmodelle von MultiplikatorInnen, Geschäftsmodelle und die Frage nach Lizenzen und Rechtsicherheit. Dabei geht es nicht darum, Grenzen zu ziehen, sondern Räume zu öffnen, Stolpersteine und Herausforderungen zu identifizieren und Lösungswege aufzuzeigen – praxisnah und partizipativ.

Logo OER, by Markus Büsges (leomaria design) für Wikimedia Deutschland e. V., CC-BY-SA 4.0 via Wikimedia Commons.

Wikimedia Deutschland engagiert sich seit 2013 systematisch für das Thema der freien Lehr- und Lernmaterialien, denn sie bedeuten neue Möglichkeiten für den freien Zugang zu Bildung. In den letzten Jahren hat es international erste Gehversuche mit OER gegeben, und auch in Deutschland widmeten sich einzelne Aktive oder Gruppen dem Thema. Was der entstehenden OER-Community in Deutschland jedoch lange Zeit fehlte, waren Möglichkeiten, sich persönlich auszutauschen und zu vernetzen. Mit diesem Ziel organisierte Wikimedia Deutschland 2013 in Berlin die erste deutsche OER-Konferenz unter der Schirmherrschaft der deutschen UNESCO-Kommission mit rund 300 Interessierten. Die Konferenz im Folgejahr erhielt das Motto “Die Zukunft freier Bildungsmaterialien”. Damit wurde der Aspekt der Vernetzung bewusst um kritische Bestandsaufnahmen ergänzt. Auf der OER-Konferenz 2014 diskutierten Lehrende aus Schule, Wissenschaft, Verlagsvertretende, Gewerkschaften sowie Netzaktivisten mit offenem Visier über Erfahrungen, Potentiale, Perspektiven und Stolpersteine für OER in Deutschland. Die Agenda umfasste Bildungspolitik, Geschäftsmodelle und Einblicke in die Erfahrungen anderer Länder – auch politische Entscheidungsträger nahmen teil.

Dialogorientiert und praxisnah

Das Projekt Mapping OER ermöglicht, den Weg zur Erkundung und Vermessung freier Lehr- und Lernmaterialien konsequent weiterzugehen. Grobe Orientierung im bildungspolitischen Deutschland ist mittlerweile gegeben, aber trotz erfolgreicher Konferenzen, vieler guter Initiativen und thematischer Plattformen ist das Thema für die Praxis noch nicht klar kartographiert. Die gemeinsame Bund-Länder Arbeitsgruppe zum Thema OER hat in ihrem Ergebnisbericht festgestellt, dass einige grundlegende Fragen zum Thema nach wie vor offen sind. Der Bericht der Arbeitsgruppe beleuchtet die positiven Wirkungsmöglichkeiten von OER, wie zum Beispiel individuellere Lernsettings oder eine aktivere Gestaltung des Unterrichts hinsichtlich der gemeinsamen Erstellung von Materialien. Zugleich wird aber auch auf praktische Herausforderungen wie rechtliche Unsicherheiten und Fragen der Qualitätssicherung hingewiesen.

Genau hier setzt Mapping OER an: Gestützt von einer dialogorientierten und partizipativen Herangehensweise werden sich Bildungsexpertinnen und Bildungsexperten und andere Anspruchsgruppen den aufgeworfenen Themen widmen und Lösungsansätze und Perspektiven erarbeiten.

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Freies Wissen und Wissenschaft (Teil 01): Science 2.0 – Die Digitalisierung des Forschungsalltags

Open Access, Citizen Science, Open Research Data – Die Öffnung der Wissenschaft schreitet voran. Immer mehr Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler beschäftigen sich im Rahmen ihrer Arbeit mit freien Lizenzen und kollaborativen Arbeitsweisen. Sie machen ihre Forschungsergebnisse und -daten frei zugänglich, damit sie von möglichst vielen Menschen verwendet und nachgenutzt werden können oder beteiligen Bürgerinnen und Bürger direkt am Forschungsprozess. An dieser Stelle werden wir regelmäßig  Beiträge rund um das Thema Freies Wissen und Wissenschaft veröffentlichen.
Zum Auftakt dieser Reihe sprachen wir mit Prof. Dr. Klaus Tochtermann vom Leibniz-Forschungsverbund“Science 2.0″, in dem Wikimedia Deutschland Mitglied ist.

 


Science 2.0 – Mapping European Perspectives (auf das Bild klicken, um den Bericht herunterzuladen)

Kürzlich hat die Deutsche Zentralbibliothek für Wirtschaftswissenschaften – Leibniz Informationszentrum Wirtschaft (ZBW) den Bericht “Science 2.0 – Mapping European Perspectives” veröffentlicht. Darin werden 26 Positionspapiere wissenschaftlicher Organisationen untersucht, die die Europäische Kommission im Rahmen eines offenen Konsultationsprozesses zum Thema Science 2.0 in Europa veröffentlicht hat. Das Fazit des Berichts: Es gibt in der Europäischen Union kein einheitliches Verständnis des Begriffes  Science 2.0. Welche verschiedenen Sichtweisen gibt es? Und ist ein einheitliches Verständnis zwingend notwendig?

Prof. Tochtermann: Ganz gleich, welchen Begriff man verwendet, es geht immer um die Chancen und Risiken der Digitalisierung der Wissenschaft. In Abhängigkeit des Schwerpunktes, den eine Forschungsgruppe setzt, wird mal von Science 2.0 und mal von Open Science gesprochen; dies sind die beiden dominierenden Begriffe für dieses Thema. Die Gruppe, die den Begriff Science 2.0 verwendet, setzt einen inhaltlichen Schwerpunkt auf partizipatorische Aspekte, die durch die Digitalisierung der Wissenschaft möglich werden. Beispielsweise geht es darum, zu untersuchen, welche Rolle soziale Medien in der Wissenschaft spielen. Demgegenüber konzentrieren sich die Forschungsaktivitäten im Umfeld Open Science auf die Frage, welche Auswirkung die Öffnung von Wissenschaft und wissenschaftlichen Ergebnissen hat. Hier spielen also Themen wie Open Data und Open Access eine große Rolle.
Ich möchte noch kurz das Verhältnis zwischen Science 2.0 und Open Science darstellen: Science 2.0 muss nicht notwendiger Weise „open“ sein. So können sich z. B. Forschungsgruppen in einem sozialen Medium zu einer geschlossenen Gruppe zusammenschließen und erzielte Ergebnisse lizenziert veröffentlichen. Umgekehrt kann Science 2.0 Open Science unterstützen, etwa indem es Werkzeuge zur offenen Zusammenarbeit bereitstellt, wie etwa wissenschaftliche Wikis oder Blogs. Ich glaube also nicht, dass ein einheitliches Verständnis zwingend notwendig ist. Denn das Ziel ist klar, es geht um die Förderung der Digitalisierung der Wissenschaft, und dies mit unterschiedlichen Schwerpunktsetzungen.

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