Bis Freitag, 14.10. 23:59 Uhr Deine Idee fürs Community-Projektbudget vorschlagen

Du hast eine gute Idee zur Förderung Freien Wissens mit besonderem Schwerpunkt auf den Wikimedia-Projekten? Du kannst diese Idee selber oder im Team umsetzen, benötigst aber noch konkrete finanzielle Unterstützung? Dann melde Dich jetzt mit Deiner Idee an und stelle bis Ende Oktober einen Antrag für die zweite Runde im Community-Projektbudget.

Die aktuelle Antragsrunde läuft noch bis Ende Oktober. Um mit Deiner Idee zur Förderung Freien Wissens in den Wikimedia-Projekten in die Auswahlrunde zu kommen, kannst Du Dich bis Freitag, 14.10. 23:59 Uhr in die Antragsliste eintragen lassen. Schicke dazu einfach eine Mail an cpb@wikimedia.de mit einen Projektnamen und Deinem Namen als Antragsteller. Bis zum Freitag, 28.10. 23:59 Uhr hast Du dann Zeit, uns Deinen Antrag zu schicken. Das Antragsmuster und die Förderrichtlinien findest Du auf der CPB-Projektseite. Natürlich bedeutet eine Eintragung in die Antragsliste nicht, dass Du einen Antrag einreichen musst. Allerdings können Anträge, die nicht bis zum 14.10. in der Antragsliste angemeldet wurden, in dieser Runde nicht berücksichtigt werden.

Gefördert werden aus dem Community-Projektbudget Initiativen für Freies Wissen mit Schwerpunkt auf Wikimedia-Projekten, die zur Umsetzung 5000 € und mehr benötigen.

Wiki Loves Monuments Mittelhessen, Fotoflüge, ein Workshop zu bibliographisch-archivalischem Wissen, Filmvorlesungen und ein Projekt zur Entwicklung von Maßnahmen  zur Gewinnung von Frauen als Mitarbeiterinnen für Wikimedia-Projekte sind die Projekte, die in der ersten Runde aus 36 Einreichungen ausgewählt wurden und nun umgesetzt werden. Hier sind die Kurzbeschreibungen, weiterführende Links und die jeweiligen Fördersummen zu finden.

Die Vergabe der Fördergelder wird von einem ehrenamtlichen Ausschuss vorgeschlagen, der – neben dem Schatzmeister des Vereins – zur Hälfte aus Vereinsmitgliedern und zur Hälfte aus der Community gewählt wurde.

Bei Fragen stehen wir gerne zur Verfügung: cpb@wikimedia.de oder Olaf Kosinsky (Schatzmeister WMDE und CPB-Ausschuss), Sebastian Sooth (Ansprechpartner in der Geschäftsstelle).

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Mein Praktikum bei Wiki… was?!

»Du machst ein Praktikum bei Wikipedia? Dann kannst du doch bestimmt mal schnell den Eintrag unseres Instituts “verbessern”!«

Solche und ähnliche Forderungen habe ich vor, während und sicherlich auch nach Ende meines Praktikums wohl am häufigsten bekommen. Unwissenden Bekannten und Verwandten dann zu erklären, dass man zum Bearbeiten a) nicht bei Wikimedia arbeiten muss und man sich dabei b) an bestimmte Regeln halten muss, auch das gehörte zu den Aufgaben meines zweieinhalb monatigen Praktikums in der Berliner Geschäftsstelle.

Einen Schwerpunkt meiner Arbeit bildete die WikiConvention in Nürnberg, bei der ich die freiwilligen Organisatoren an vielen Punkten unterstützte und es für mich auch die Gelegenheit gab, den ein oder die andere Wikipedianerin persönlich kennenzulernen. Auch bei der Vorbereitung und Durchführung von Wiki Loves Monuments unterstützte ich das Orga-Team durch Produktion von Werbematerial und Akquise von Sponsoren für die Preise.

Besonders gut gefallen hat mir der persönliche Austausch mit den anderen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der Geschäftsstelle. In der offenen und kreativen Arbeitsatmosphäre war es spannend, auch in die Projektbereiche Politik und Gesellschaft, sowie die Bildungsarbeit hereinzuschnuppern und Ideen auszutauschen. An der Stelle sei auch die generelle Einstellung gegenüber Praktikanten einmal lobend erwähnt: Durch das fördernde und fordernde Miteinander auf der einen und angemessener finanzieller Vergütung auf der anderen Seite, bekam ich das Gefühl wertgeschätzt zu sein und nicht nur für vermeintliche “Praktikantenjobs” eingespannt zu werden. Das klingt zwar selbstverständlich, ist es aber in dem Bereich leider keineswegs.

Abgerundet wurden meine Aufgaben durch einige Routinetätigkeiten in der Büroassistenz, wie Protokolle schreiben, neue Mitglieder willkommen heißen oder dem oftmals recht unterhaltsamen “Telefondienst”. Daraus ein paar Zitate:

  • »Nein, tut mir Leid: Ich weiß auch nicht, warum sich Windräder gleichen Typs am gleichen Ort manchmal unterschiedlich schnell drehen.«
  • »Die Mitarbeit in der Wikipedia ist allen Menschen möglich, aber bezahlte Redakteure suchen wir zurzeit und auch grundsätzlich nicht.«
  • »Wen wollen Sie sprechen? Den Fernsehfuchs? Ich glaub’ da sind Sie falsch verbunden!«

Doch diese Anrufe zeigen im Grunde nur, dass es immer noch viele Menschen gibt, die nicht genau wissen, was Wikipedia ist und wie genau die Inhalte dahin kommen, wo sie für jede und jeden frei zugänglich sind. Und so konnte ich auch den ein oder die andere über die Funktionsweise aufklären und damit gleich ein Stück Öffentlichkeitsarbeit leisten.

Und: Ich bin sicher, dass der Artikel der Brandt School auch ohne mein manipulatives Dazutun auf gutem Niveau bleibt.

Tschüss und bis bald!
Simon

Im Namen des ganzen Wikimedia-Teams ein herzliches Dankeschön an Simon und Khesrau für ihre gute Arbeit. Sollte der Beitrag euer Interesse geweckt haben: Wir suchen laufend Unterstützung!

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Italienische Wikipedia im Streik

Die italienische Wikipedia-Community ist in diesen Tagen einen Schritt gegangen, der so in der 10-jährigen Geschichte der freien Enzyklopädie einmalig ist. Seit gestern Abend  ist die italienische Version der größten Wissenssammlung der Menschheit für Leser nicht mehr erreichbar – die Inhalte sind vorübergehend versteckt. Stattdessen erklärt ein Brief die Gründe für dieses Vorgehen. Ursache dafür ist der Paragraph 29 eines italienischen Gesetzesentwurfs, den das italienische Parlament zurzeit debattiert. Dieser enthält eine Verpflichtung für Webseiten, innerhalb von 48 Stunden kommentarlos jegliche Korrektur am Inhalt vorzunehmen, die der Antragsteller im Interesse seiner Reputation fordert. Unerfreulicherweise verlangt dieses Gesetz keine Evaluation durch eine unabhängige dritte Person.

Die ehrenamtlichen Wikipedia-Autoren haben in den letzten 10 Jahren in Gemeinschaftsarbeit eine neutrale, frei lizenzierte und vor allem unabhängige Wissensquelle erstellt. Relevanzkriterien, Löschanträge, Änderungen in Artikeln und Umgang mit Persönlichkeitsrechtsverletzungen werden öffentlich diskutiert. Durch Quellennachweise, Belege und die Einhaltung eines neutralen Standpunkts wird die Qualität der Artikel gesichert.  Wikipedia hat eine Reihe von Mechanismen etabliert, über die Sorgen und Beschwerden von Einzelpersonen oder Organisationen gesammelt und gelöst werden. Das jetzige System zur Entfernung falscher Informationen ist erprobt und belastbar. Diese bewährten Arbeitsmethoden sind nun durch eine mögliche Gesetzesänderung in Italien in Frage gestellt und damit werden die Grundprinzipien der freien Enzyklopädie missachtet.

Seit Bestehen des Online-Lexikons haben Wikipedia-Benutzer auf Nachfrage hin jede Art von Inhalt überprüft, der für jemanden nachteilig sein könnte, ohne dabei auf die Neutralität und Unabhängigkeit des Projektes verzichten zu müssen. Eine Korrektur ohne Recht auf Diskussion und Überprüfung der Inhalte veröffentlichen zu müssen, würde zu einer inakzeptablen Einschränkung der Freiheit und Unabhängigkeit von Wikipedia führen.

Als gemeinnütziger Verein zur Förderung Freien Wissens setzt sich Wikimedia Deutschland nicht nur für den freien Zugang zu Wissen ein, sondern fördert und unterstützt auch die Erstellung und Verbreitung von Freiem Wissen. Wikimedia Deutschland ist nicht an redaktionellen Prozessen beteiligt und mischt sich auch nicht in die gewachsenen Strukturen und das komplexe Regelwerk von Wikipedia ein. Die aktuelle Diskussion über den Gesetzesentwurf in Italien widerspricht jedoch unseren Grundsätzen und der Mission der Förderung Freien Wissens.

Die italienische Autoren-Gemeinschaft hat sich für eine drastische Reaktion entschieden, die nicht nur auf Zuspruch stößt. Vielleicht hätte es andere Maßnahmen gegeben, um auf die Probleme aufmerksam zu machen. Aber die Entscheidung, Wikipedia für geplante 48 Stunden nicht verfügbar zu machen, ist zumindest sehr wirkungsvoll. Es geht hier um ein grundsätzliches Problem im Umgang mit Freiem Wissen, Neutralität und Meinungsfreiheit. Dies zeigen auch die zahlreichen Medienberichte, Online-Unterstützer weltweit und Solidaritätserklärungen.

Wikimedia Deutschland steht an der Seite der Freiwilligen aus Italien, die gegen den „Kill-Blog“ genannten Gesetzesentwurf protestieren. Dieses Gesetz würde die Arbeit von Projekten wie Wikipedia behindern: offene, ehrenamtliche und gemeinschaftliche Orte, die dem Teilen von Wissen gewidmet sind. Ganz zu schweigen von der Einschränkung der Möglichkeit für alle Internet-Benutzer, sich an demokratischen Vorgängen zu beteiligen und ihr Recht auf freie Rede auszuüben.

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10 Jahre Wikipedia – jetzt 10 Karten für die Frankfurter Buchmesse gewinnen!

Anlässlich der Veröffentlichung des Buches “Alles über Wikipedia – und die Menschen hinter der größten Enzyklopädie der Welt” verlost Wikimedia Deutschland 10 Wochenendkarten für die Frankfurter Buchmesse. Die Karten ermöglichen es Euch am 15. und 16. Oktober 2011 die weltweit größte Buchmesse zu besuchen.

Zur Vorstellung des Wikipedia-Buches wird Jimmy Wales bereits am 12. Oktober auf der Pressekonferenz von Hoffmann und Campe (13.30 bis 15 Uhr) über Wikipedia sprechen. Am 15. Oktober spricht Catrin von 10 bis 10:30 Uhr auf dem Blauen Sofa in Halle 5.1/6.1 mit Wolfgang Hagen vom DeutschlandRadio über das Buch. Es stehen außerdem mehrere Wikipedianer am Stand von Hoffmann und Campe in Halle 3.0, Stand B 123 für Fragen und Gespräche zur Verfügung.

Folgende Wikipedianer werden auf der Frankfurter Buchmesse anzutreffen sein:

Jonathan Horstmann (10 bis 12 Uhr) studiert die Fächer Religionsphilosophie, Soziologie und Theater-, Film- und Medienwissenschaft an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main. Bei Wikipedia arbeitet er seit 2006 mit und kümmert sich dort vorzugsweise um den Ausbau und die Verbesserung bereits bestehender Artikel zu kulturellen und gesellschaftlichen Themen.

Britta Parbel (11 bis 13 Uhr), seit 2005 in der Wikipedia aktiv, ist vielseitig interessiert. In Ortsartikeln, Artikeln zur lokalen Geschichte, Kunstartikeln und als Helferlein im Wartungsbereich tätig.

Ralf Roletschek (12 bis 14 Uhr) ist seit 2003 in der Wikipedia tätig und war von 2006 bis 2008 Administrator. Er ist gelernter Tischler und Bauingenieur. Fotografie lernte er ab 1978 bei Günter Rinnhofer. Seit 1998 ist er Dozent an verschiedenen Bildungseinrichtungen. Auf Wikipedia (und Commons) hat er bislang über 10 000 eigene Bilder hochgeladen.

David Ludwig (14 bis 16 Uhr) ist Philosoph und Wissenschaftshistoriker am Helmholtz-Zentrum für Kulturtechnik der Humboldt Universität zu Berlin. Seit 2005 engagiert er sich in der Wikipedia und schreibt dort Artikel zur Wissenschaftstheorie, Geschichte der Humanwissenschaften und Philosophie des Geistes.

Jan-Herm Janßen (15 bis 17 Uhr) fand wegen des fehlerhaften »von« im Lemma zu Heinrich Cotta im Oktober 2005 zu Wikipedia. Bis 1998 studierte er Forstwissenschaften in Göttingen und arbeitet gegenwärtig bei einem Verlag. Neben dem weiten Gebiet »Wald und Forst« im Besonderen sowie biologischökologischen Themen im Allgemeinen befasst er sich noch mit Literatur, Film, Musik und mit kirchlich-religiösen Themen.

Thomas Wozniak (16 bis 18 Uhr) hat Geschichte und Geographie an der Universität Köln studiert und ist seit Dezember 2003 auf Wikipedia angemeldet. Zum Schwerpunkt seiner Beiträge sind persönlich besuchte Welterbestätten der UN ESCO geworden.

Um an der Verlosung teilzunehmen, sendet uns bitte eine E-Mail an publikationen@wikimedia.de mit dem Betreff “Buchmesse”. Die Absender der ersten zehn E-Mails erhalten jeweils eine Karte als PDF zum selbst ausdrucken.

Viel Glück! Wir freuen uns auf Euren Besuch am Stand von Hoffmann und Campe, wo die Gewinner der Verlosung außerdem ein Exemplar des Wikipedia-Buchs geschenkt bekommen.

Nachtrag: Die zehn Gewinner sind ermittelt, werden benachrichtigt und erhalten bis Ende der Woche ihre Karten per E-Mail zugesandt. Danke für die Teilnahme und viel Spaß auf der Frankfurter Buchmesse!

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Wirtschaftsplan 2012, Version 2.0

Soeben haben wir den aktualisierten Entwurf des Wirtschaftsplans 2012 veröffentlicht. Ihr könnt die PDF-Version sowie die Wiki-Version im Online-Forum einsehen und kommentieren.

Mit der Veröffentlichung des ersten Entwurfs unseres Wirtschaftsplans vor einigen Wochen haben wir zur aktiven Mitarbeit aufgerufen. Im Online-Forum haben sich viele Interessierte daran beteiligt und uns ihre Meinung gesagt, Fragen gestellt oder Vorschläge eingebracht. Darüber hinaus haben wir im September in fünf Städten Mitglieder und weitere Interessierte eingeladen, mit Vorstand und Geschäftsführung die Planung zu diskutieren. Alle diese Rückmeldungen wurden in die heute veröffentlichte zweite Version eingearbeitet (im neuen Dokument in grauer Schriftfarbe hervorgehoben).

Im Namen des Vorstands und aller Mitarbeiter möchte ich mich an dieser Stelle für das Interesse und die bisherige Mitarbeit bedanken. Selbstverständlich besteht auf der Diskussionsseite im Online-Forum weiterhin die Möglichkeit, unsere Planung zu kommentieren und Änderungen vorzuschlagen. Auch gibt es weiterhin unter plan2012@wikimedia.de eine E-Mail-Adresse für Rückmeldungen, Fragen und Anregungen.

Ich freue mich über weitere Ideen, Anregungen oder Verbesserungsvorschläge!

P.S. Der ausführliche Bericht zur Tour durch die fünf Städte kommt nächste Woche.

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Warum man sich im Präsidium engagieren sollte

Wikimedia Deutschland ist ein Verein, und wie (fast) jeder Verein hält auch Wikimedia Deutschland mindestens einmal im Jahr eine Mitgliederversammlung ab. Unsere nächste, die 9. Mitgliederversammlung seit Vereinsgründung, findet am 19. November 2011 in Hannover statt und wird zwei große Themen auf der Tagesordnung haben: die Wahl des ersten Vereinspräsidiums sowie die Vorstellung und Beschlussfassung des Wirtschaftsplans 2012. In diesem Blogpost möchte ich ein wenig darauf eingehen, warum man sich im Präsidium engagieren sollte.

Was macht das Präsidium eigentlich? Nach der neuen Satzung, die zeitglich mit dieser Mitgliederversammlung in Kraft tritt, ist das Präsidium das ehrenamtliche Leitungs- und Kontrollorgan des Vereins. Dabei hat es vier primäre Aufgaben: die strategische Planung des Vereins fortzuschreiben, den hauptamtlichen geschäftsführenden Vorstand zu bestellen und abzuberufen sowie dessen Arbeit zu kontrollieren und den Mitgliedern gegenüber den Verein zu vertreten. Das heißt zum Beispiel, dass das Präsidium einmal im Jahr die Arbeit der Geschäftsführung umfassend bewertet und damit über die leistungsbezogenen Vergütungsbestandteile entscheidet. Ebenso werden in den Präsidiumssitzungen die strategischen Ziele des Vereins überprüft und angepasst. Und schließlich wird in regelmäßigen Telefonkonferenzen der Projektfortschritt besprochen und ggf. Änderungen an den unterjährigen Planungen vorgenommen.

Warum sollte man sich dafür nun engagieren? Während wir über die letzten Jahre die Mitgestaltungsmöglichkeiten aller Vereinsmitglieder und auch der Wikimedia-Community stetig ausgebaut haben, so steht weiterhin außer Frage, dass nur die Arbeit im Präsidium zu tiefgreifendem und insbesondere nachhaltigem Einfluss führt. Das Präsidium wird, wie der ehrenamtliche Vorstand bisher, aus Menschen bestehen, denen die Entwicklung des Vereins so wichtig ist, dass sie einen Teil ihrer Freizeit dafür opfern und gleichzeitig aber auch die damit verbundene Verantwortung übernehmen möchten. Das ist auch der Grund, warum man sich engagieren sollte: wem die weitere Entwicklung von Wikimedia Deutschland wichtig ist, wer sich gern mit Fragestellungen des „Großen Ganzen“ beschäftigt, wer Spaß daran hat, Leistungen zu bewerten, Planungen aufzustellen und mit Mitgliedern und der Community zu kommunizieren, wer sich für die Stärkung und den Ausbau des Vereins als der Förderer Freien Wissens schlechthin einsetzen möchte und wer für all das persönlich Verantwortung übernehmen möchte, für den ist ein Engagement im Präsidium geradezu Pflicht.

Warum sollte man sich dafür nun nicht engagieren? Einerseits ist der Gestaltungsraum der eigenen Arbeit im Präsidium sehr breit. Es gibt neben den „betitelten“ Positionen wie Vorsitzender, Stellvertretender Vorsitzender und Schatzmeister, die jeweils recht klare Aufgaben haben, auch bis zu sechs Beisitzerposten, die von jedem mit eigenem Leben gefüllt werden können. Andererseits gibt es aber aufgrund der genannten Kernaufgaben des Präsidiums auch Aktivitäten, für die ein Sitz im Präsidium weder notwendig, noch teilweise überhaupt hilfreich ist. Wenn du beispielsweise eigene Projektideen hast, die du gern umsetzen möchtest, wäre die Teilnahme am Community-Projektbudget ein wesentlich passenderes Engagement für dich. Wenn dich nur ein einziges Thema bewegt und du sonst wenig Interesse an der gesamten Bandbreite der Präsidiumsarbeit hast, ist es vielleicht besser, das Thema nach der Wahl als Antrag beim Präsidium einzureichen, mit ihm zu diskutieren und gegebenenfalls einen Beschluss herbeizuführen.

Hürde für einige ist nun vielleicht noch, nicht zu wissen, wer sonst noch kandidiert. Aus dem derzeitigen ehrenamtlichen Vorstand, der aktuell aus acht Mitgliedern besteht, werden bis auf Michail Jungierek, der zuletzt als Zweiter Vorsitzender tätig war, alle erneut kandidieren. Da das Präsidium insgesamt zehn Mitglieder haben wird, gibt es damit mindestens drei Sitze neu zu besetzen. Wie es einer gelebten Demokratie aber angemessen ist, wäre es hervorragend, wenn es insgesamt mehr als zehn Kandidaten gibt und die Mitglieder schließlich eine echte Wahl haben!

Was muss man tun um zu kandidieren? Nichts einfacher als das: füll das Formular aus und schick es ausgedruckt per Post, Fax oder E-Mail (mv2011@wikimedia.de) an den Verein. Frist für alle Kandidaturen ist der 18. Oktober 2011. Zusätzlich zum Formular kannst du auch eine Selbstvorstellung verfassen und sie an obige E-Mail-Adresse schicken. Sie wird dann vor der Mitgliederversammlung mit allen weiteren Unterlagen an die Mitglieder verschickt.

Weitere Details und Antworten zu vielen Fragen findet ihr in der FAQ. Selbstverständlich könnt ihr euch auch vertrauensvoll an jedes derzeitige, aber auch an ehemalige Vorstandsmitglieder wenden, wenn ihr mehr über die ehrenamtliche Arbeit im Präsidium wissen wollt.

Ich freue mich auf jede Menge engagierter Kandidaten!

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Projekte & Aktivitäten von Wikimedia Deutschland im September 2011

POLITIK UND GESELLSCHAFT

Wahlen in Berlin

Der Rücklauf auf unsere Wahlprüfsteine zur Abgeordnetenhauswahl in Berlin war sehr erfreulich: Alle bisher im Parlament vertretenen Parteien sowie Piratenpartei, Partei für Soziale Gleichheit (PSG) und Tierschutzpartei haben geantwortet und sich nicht von dem 30 Fragen starken Konvolut abschrecken lassen. Die Antworten der Parteien haben Jan und Mathias auf der WikiCon in Nürnberg vor einem diskussionsfreudigen Publikum vorgestellt. Einer Anregung von Seewolf folgen wir gerne: So wollen wir den redaktionellen Erstellungsprozess beim nächsten Mal (mutmaßlich anlässlich der Landtagswahlen in Schleswig-Holstein 2012) noch stärker öffnen und zeitlich nach vorne verlagern.

Bei der Wahl selbst legte die Piratenpartei einen eindrucksvollen Schlussspurt hin und erzielte mit knapp 9% ein Ergebnis, das auf einen Schlag die 15-köpfige Liste der Kandidaten für das Abgeordnetenhaus komplett erschöpfte. Der knappe Wahlsieg der SPD und die hauchdünne Mehrheit für Rot-Grün sorgten neben dem Piratenergebnis für eine höhere Sichtbarkeit dieses Landesereignisses. Durch die hohe Erwartungshaltung, die insbesondere an den politischen Newcomer geknüpft wird, erwarten wir auch in Zukunft eine gesteigerte Resonanz sowohl für netzpolitische als auch berlinspezifische Themen in der überregionalen Berichterstattung.

Contentbefreiung per Tweet

Wir kennen den Prozess, Inhalte durch Verhandlungen aus einem unfreien Status in einen lizenzrechtlich freien zu überführen als langwierig, kompliziert und mitunter frustrierend. Ein Gegenbeispiel, wie es auch gehen kann, liefern das schnelle Medium Twitter und eine straffe militärische Befehlskette. Seit einiger Zeit veröffentlicht die Israelische Armee (IDF) auf ihrem Flickr-Account Bilder, die allerdings bislang nicht unter einer Freien Lizenz nutzbar waren. Seitens unserer Kollegen von Wikimedia Israel gab es hierzu einzelne Versuche, Werke von staatlichen Einrichtungen entweder gemeinfrei zu bekommen (analog der Public-Domain-Regelung im US-Urheberrecht) oder wenigstens eine mit einer Freien Lizenz vereinbare Lizensierungspolitik zu erreichen.

Unerwartet schnell und positiv erfolgte eine Rückmeldung des Pressesprechers der IDF über Twitter auf eine Bitte von Mathias hin, das Bildmaterial unter eine Freie Lizenz zu stellen. Wikimedia Israel klärte im direkten Gespräch die Details, das Bildmaterial der IDF ist nun vollumfänglich unter cc-by veröffentlicht und in Teilen schon auf Wikimedia Commons hochgeladen.

Verwaiste Werke

Der Rechtsausschuss des Deutschen Bundestags hat am 19. September drei Anträge der Oppositionsfraktionen von SPD, Grünen und Linkspartei zu verwaisten Werken (d.h. urheberechtlich geschützte Werke ohne ermittelbare Rechteinhaber) behandelt und ein halbes Dutzend Sachverständige angehört. Jan und Mathias nahmen als Zuhörer an der öffentlichen Ausschusssitzung teil. Aus Sicht von Wikimedia ist klar, dass keiner der aktuellen Entwürfe die Situation verwaister Werke für den Einsatz auf Wikimedia-Projekten klären würde, allerdings sind deutliche Unterschiede in der Bewertung der Lösungsansätze durch die unterschiedlichen Sachverständigen erkennbar.

Zum expliziten Fürsprecher einer freien Nutzung verwaister Werke machte sich der Sachverständige Rainer Kuhlen, der die Erweiterung des sehr eng gefassten Kreises der potenziellen Rechtenehmer (öffentliche Bibliotheken und Archive) auch auf Suchmaschinenbetreiber, Netzaggregatoren und Wikipedia vorschlug. Dissens unter den Sachverständigen gab es vor allem bei der Frage, ob die Digitalisierung und “Online-Verfügbarmachung” zu nicht-kommerziellen Zwecken grundsätzlich gebührenfrei oder gebührenpflichtig sein solle. Strittig ist ebenfalls die Mindestrecherchetiefe bei der Ermittlung des Status als Verwaistes Werk. Eine wirkliche Initiative seitens der Bundesregierung, sich dieses wichtigen Themas anzunehmen, bleibt bis zum ankündigten Dritten Korb der Urheberrechtsreform weiterhin ungewiss. Wikimedia Deutschland wird den Fortgang der parlamentarischen und gesetzgeberischen Tätigkeit hierzu in jedem Fall weiter verfolgen.

Open GLAM Camp in Warschau

Im Vorfeld des Creative Commons Global Summit hatte die Open Knowledge Foundation in die polnische Hauptstadt geladen, um den internationalen Erfahrungsaustausch von Aktivisten und Fachleuten im Bereich GLAM voranzutreiben. In den Räumen von CC-Polska leiteten Lucy Chambers (OKF) und Melanie Dulong (Creative Commons France) einen ganztägigen Workshop. Spannend wurde es vor allem bei der Diskussion um mögliche Anreize für Werkmittler, Metadaten oder Digitalisate freizugeben. Neben der erhöhten Sichtbarkeit der Bestände kann sich auch eine erhöhte Weiternutzung positiv auf die Förderpraxis der jeweiligen Zuwendungsgeber und die kommerzielle Nachfrage nach höherwertigen Versionen von Werken (z.B. als Prints) auswirken. Ebenso sinkt bei einer freien Lizensierung der mit der Rechteklärung verbundene administrative Aufwand. Gerade diesen ökonomischen Argumentationsmustern, so der einhellige Befund, dürften sich viele strukturell unterfinanzierte kulturelle Einrichtungen nicht verschließen. An dem Meeting nahm von deutscher Seite z.B. Daniel Mietchen, der aktuelle Wikipedian in Residence on Open Science, teil.

4. Collaboratory-Initiative zu “Privatheit und Öffentlichkeit”

Der Abschlussworkshop der 4. Collaboratory-Initiative Internet und Gesellschaft fand am 16. September statt, Sebastian Sooth hat daran teilgenommen. Jetzt werden die abschließenden Arbeiten an den Texten gemacht, um noch im Herbst als Bericht zu erscheinen.

Berliner OpenData-Portal

Sebastian Sooth hat den Start des Berliner OpenData-Portals mit begleitet und die OpenStreetMap und Wikipedia-Daten mit eingepflegt. Berlin hat damit als ersten Bundesland ein eigenen OpenData-Portal. Die zur Verfügungstellung von öffentlichen Daten unter Freien Lizenzen ist eine wichtige Grundlage für die Weiternutzung und Kombination von Informationen aus verschiedenen Quellen für die Verbreitung Freien Wissens. Wir freuen uns, dass Berlin hier mit gutem Beispiel voran geht.

PUBLIC RELATIONS & ÖFFENTLICHKEITSARBEIT

Wikimedium

Die dritte Ausgabe unserer Vereinszeitung ist Mitte September pünktlich zur WikiConvention in Nürnberg erschienen. Anfang des Monats kümmerten sich Catrin und Michael um die Schlußredaktion, Finalisierung des Layouts, Produktion sowie um den Versand an Abonnenten, Kooperationspartner, Institutionen etc. Im Vergleich zur letzten Ausgabe ist die Zahl der abonnierten Exemplare von 2.000 auf jetzt knapp 2.500 Stück gestiegen. Details über die Themen der Ausgabe und den weiter wachsenden Anteil von Gastautoren sind auch im Wikimedia-Blog zu finden. Durch zahlreiche Veranstaltungen und Aktionen ist die aktuelle Ausgabe (mit einer Auflage von 5000 Stück)  bereits vergriffen. Wir arbeiten aber bereits an der nächsten (vierten) Ausgabe, die zur Mitgliederversammlung am 19. November erscheinen wird. Geplant ist es, die Auflage auf 10.000 zu erhöhen. Zur Erinnerung: Bislang wird der Druck der Wikimedium gesponsort.

Pressemitteilungen

Im September unterstützten wir die mediale Berichterstattung zur WikiConvention, zu Wiki Loves Monuments und zur Buchveröffentlichung von “Alles über Wikipedia” mit Pressemitteilungen. Die regionale wie überregionale Resonanz ist zum Nachlesen im Pressespiegel von Wikimedia Deutschland gesammelt.Darüber hinaus wurden Presseeinladungen zu den lokalen WLM-Pressekonferenzen sowie zur Veranstaltung ‘Wikipedia für Berlin – Berlin für Wikipedia erstellt und verschickt.

Pressegespräche

In Vorbereitung zur WikiConvention und während der Veranstaltung führte Catrin zahlreiche Pressegespräche (vor Ort waren Bayerischer Rundfunk, dpa, süddeutsche und Nürnberger Nachrichten, heise-online) und bereitete Interviews mit Wikipedianern vor. Allgemeine Anfragen zum (immer noch) zehnjährigen Geburtstag von Wikipedia und sogar zum Projekt Silberwissen erreichten die Pressestelle im September.

Informationsmaterial

Auch für das Projekt Silberwissen ist jetzt ein allgemeiner Informationsflyer verfügbar, unter anderem hier anzusehen. Die Distribution erfolgt in erster Linie für die Ankündigung und Partnergewinnung der Seniorenworkshops. Mit der Deutschen Seniorenliga ist ein Aussand in den nächsten Wochen an die Mitglieder des Verbandes geplant.

Auf den vielfach geäußerten Wunsch von Vereinsmitgliedern haben wir ein Konzept für einen wöchentlichen Newsletter über Neuigkeiten aus dem Wikimedia-Universum erarbeitet. Der Newsletter fasst die wichtigsten Beschlüsse und Ankündigungen der Wikimedia Foundation und der Ländervertretungen kurz auf Deutsch zusammen und bietet Verweise auf die Quellen an.

Wikipedia-Buch

Der September stand ganz unter dem Zeichen der Vorbereitungen zum Erscheinen des Buches ‘Alles über Wikipedia’. Boris fieberte dem 14. September entgegen an dem das Buch in den Handel kommen sollte und die Vorbereitungen liefen auf Hochtouren. Während Catrin Einladungskarten und Pressemailings vorbereitete, organisierte Boris die Buchpräsentation in der Literaturwerkstatt in Berlin. Am 24. September fand die Veranstaltung mit ca. 100 Gästen statt. Neben einer kleinen Gesprächsrunde, die Entstehungsprozess und Besonderheiten des Wikipedia-Buches beleuchtete, lasen Gereon Kalkhul und Michael Schlesinger aus dem Buch. Schließlich präsentierte unser Praktikant Khesrau Behroz seinen Text “Nichts zu editieren” im Poetry-Slam-Stil, was echte Begeisterung beim Publikum auslöste. Ein Blogbeitrag hierzu verrät mehr. Erste Presseberichte finden sich hier.

Aber auch jenseits der Buchpräsentation in Berlin stand die Arbeit rund um das Wikipedia-Buch keinesfalls still. Inzwischen haben fast alle 100 Autoren ihre eigenen Exemplare zugeschickt bekommen. Auch die Vorbereitungen für die Präsenz auf der Frankfurter Buchmesse wurde ein ganzes Stück vorangebracht, sodass Wikipedia und das Buch nun durch 6 hervorragende Autoren am Stand von Hoffmann und Campe vertreten sein werden. Schließlich galt es zahlreiche Anfragen zum Buch zu beantworten und umfangreiche Pressearbeit zu leisten.

Initiative “Wikipedia muss Weltkulturerbe werden”

Anfang September fand im Berliner Radialsystem die Veranstaltung “Freies Wissen für Berlin” statt. Die Veranstaltung in Köln wird zur Zeit vorbereitet. In Berlin wird es im Oktober dank der Unterstützung durch Leo Burnett  an verschiedenen Stellen Wikipedia-Plakate zu sehen geben.

Leonardo Award 2011 in Köln

Eine Auszeichnung von ungewohnter Seite erfuhr Wikipedia am 21./22. September bei der Verleihung des “Leonardo Award für European Corporate Learning” in Köln. Stellvertretend für Jimmy Wales nahmen ihn drei Wikipedianer mit Hintergrund im Bereich Bildung und Wissen entgegen, neben Nando Stöcklin (Schweiz) und Ziko van Dijk (Niederlande) auch Denis Barthel. Begründet wurde die Vergabe damit, Wales habe viele Menschen inspiriert, ihre Kreativität aktiv einzubringen und so auch Unternehmen inspiriert, ihre Lernprozesse entsprechend zu verändern.

In Gesprächen rund um die Verleihung wurde deutlich, wie schwierig es für Unternehmen ist, die Phänomene Wikipedia und Freies Wissen zu verstehen. Aufklärung und Information über die Grundlagen zu diesen Themen sind in der Wirtschaft nicht weniger notwendig als andernorts. Für Unternehmen bedeutet es vor allem, den Mut zum Teilen aufzubringen und sich auf partizipative Prozesse einzulassen.

Die möglichen Schnittmengen von Wikipedia und Unternehmen auszuloten und in Diskussionen, Foren und Gesprächen zu thematisieren – das ist eine Aufgabe, die noch viel zu wenig angegangen wird. Die Verleihung dieses Preises ist nicht zuletzt eine Einladung zu einem konstruktiven, aber unumgänglichen und wichtigen Dialog, der für beide Seiten eine Herausforderung darstellen wird.

BILDUNGSPROJEKTE

Wikipedia-Schulprojekt

Auf drei Messen war das Schulprojekt im September vertreten. Es ging in diesem Monat also verstärkt darum, persönlich mit Bildungsexperten und Pädagogen in Kontakt zu kommen. Dazu haben wir das KnowledgeCamp in Potsdam, die BildungsMesse der Uni Frankfurt und den Medienkompetenztag in Kiel genutzt. Auf den Messen waren jeweils Referenten des Referentennetzwerks vor Ort, um direkt Fragen zu beantworten. Auf der WikiCon hatten Elly und Kilian dann die Gelegenheit mit mit engagierten Wikipedia-Autoren ins Gespräch über Wikipedia im Bildungswesen zu kommen. Hierbei wurde über nationale und internationale Projekte im Bildungsbereich gesprochen und über Fragen der Struktur und Zielgruppen diskutiert.

Es gab in diesem Monat 13 Workshops im Schulprojekt, darunter 9 Schulungen für Lehrer und Pädagogen und vier Schulungen für Schüler. Die steigende Nachfrage von Lehrerworkshops zeigt, dass sich das Projekt herumspricht und die Nachfrage in diesem Bereich steigt. Um diesem Bedarf entgegen zu kommen hat Wikimedia Deutschland begonnen Lehrmaterial zu erarbeiten, welches Lehrer dabei unterstützen soll, sich aktiv mit Wikipedia im Unterricht auseinanderzusetzen. Gemeinsam mit den Referenten des Schulprojektes und externer Expertise sollen Materialien für den Unterricht entstehen, selbstverständlich unter freier Lizenz. Wikimedia Deutschland wird in diesem Jahr erstmals das EduCamp in Bielefeld unterstützen, bei dem Bildungsexperten aus ganz Deutschland zusammenkommen, um kollaborativ Trends und Entwicklungen im Bildungsbereich zu diskutieren. Im Oktober wird das Schulprojekt nun, neben dem Wikipedia-Buch, auf der Buchmesse bei dem Bildungskongress “Lernen Bewegt” anzutreffen sein. Wenn Ihr in der Nähe seid, kommt vorbei!

FUNDRAISING

Drei Themen dominierten das Fundraising im September. Erstens wurde mit der Einrichtung der neuen Spendensoftware VEWA begonnen. Das neue System wird unsere jetzige Datenbank ersetzen und um viele Funktionalitäten erweitern. Damit wir zum Start des Fundraisers Anfang November eine einwandfrei laufende Software haben, sind wir derzeit am Testen aller möglichen Abläufe. Mitte Oktober wird das System einem großen Lasttest unterlaufen.

Zweitens bereiten wir uns zunehmend stärker auf den kommenden Fundraiser vor. Nach der Errichtung der neuen Server-Infrastruktur für die Spendenseite Ende September beginnen nun die ersten Tests von Aufrufen und unserer Spendenseite. Tobias hielt in diesem Zusammenhang auch eine Präsentation über Fundraising und insbesondere über Autorenaufrufe für den kommenden Fundraiser auf der WikiCon. Die Präsentation und alle anderen notwendigen Informationen rund um den Fundraiser sowie die kommenden Tests können auf der Fundraising-Portal-Seite nachgelesen und diskutiert werden.

Das dritte Thema im letzten Monat war die von uns durchgeführte Spenderumfrage. Aufgrund der Komplexität und Masse an gewonnen Informationen sind wir noch mit der Auswertung der Ergebnisse beschäftigt. Im Oktober werden die prägnantesten Erkenntnisse und Schlussfolgerungen in einem ausführlichen Blogbeitrag veröffentlicht.

Abschließend wurde Ende September das dritte Wikimedium-Mailing des Jahres an ca. 1.500 Adressen verschickt.

FREIWILLIGENFÖRDERUNG / COMMUNITY-BEZIEHUNGEN

Community-Projektbudget

Die zweite Antragsrunde ist gestartet, noch bis zum 14.10. kann man sich mit einer Idee anmelden, die dann bis zum 28.10. als Antrag eingereicht werden muss. Sebastian Sooth unterstützt dabei gerne. Alle Informationen zur aktuellen Runde auf der CPB-Projektseite. Aus der ersten Runde ist das Projekt “Wiki Loves Monuments Mittelhessen” jetzt erfolgreich abgeschlossen, die Fotoflüge gehen im Oktober weiter und die anderen geförderten Projekte sind aktiv in der Vorbereitungsphase. Also, gleich mit einer guten Idee zur Unterstützung und Verbesserung Freien Wissens bewerben!

WikiConvention

Am 9.-11. September trafen sich in Nürnberg bei der WikiConvention etwa 180 Menschen unter dem Motto “Wissen fängt mit W an”, um sich über Wikipedia und ihre Schwersterprojekte zu informieren und zu diskutieren. Die Veranstaltung wurde organisiert von der Community für die Community, Wikimedia Deutschland leistete als Hauptsponsor finanzielle Unterstützung und stand den Organisatoren bei allen logistischen Fragen mit Rat und Tat zur Seite. Nicole und Simon waren Ansprechpartner in Fragen zum Budget und Logistik (Technik, Catering, Unterkunft), Johannes kümmerte sich um alle Anfragen bzgl. Kostenübernahme durch das Community-Budget.

Die Veranstaltung war ein großer Erfolg: In über 60 Workshops wurden die verschiedensten Themen, die der Communtiy auf dem Herzen liegen, vorgestellt, lebhaft diskutiert und es wurden Zukunfstpläne geschmiedet. Viele Mitarbeiter der Geschäftsstelle haben die Gelegenheit genutzt, in Nürnberg eigene Workshops und Vorträge anzubieten und sich mit der Community auszutauschen. Ein ausführlicher Bericht der Organisatoren bei uns im Blog “WikiConvention 2011: Ein Ein- und Rückblick”.

Wiki loves Monuments

Dass die Community, welche hinter Wikipedia und ihren Schwesterprojekten steht, in der Lage ist Außergewöhnliches zu leisten, ist ja eigentlich kein Geheimnis mehr. Trotzdem staunten wir in der Geschäftsstelle jeden Tag auf’s Neue über die zahlreichen Bildbeiträge für den Fotowettbewerb Wiki Loves Monuments. Innerhalb der ersten 24 Stunden gab es bereits über 2000 Uploads und Mitte September wurde mit dem 100 000. Bild die “magische Grenze” durchbrochen. Die deutsche Community war dabei mit ca. 25 000 Bildern besonders fleißig.
Auch auf lokaler Ebene gab es eine Vielzahl von Städtekooperationen und Aktionen, so zum Beispiel in Köln, Potsdam und der gesamten Region Mittelhessen, wo – gefördert durch das Community-Projektbudget und unter der Leitung von Kilian Kluge -, eine ganze Woche lang im Fokus der Fotografinnen und Fotografen lag. Während sich Nicole und Simon weiterhin um Werbung, Preise und Juroren kümmerten, waren Catrin und Michael damit beschäftigt die zahlreichen Presseanfragen zu koordinieren und dadurch den Pressespiegel zu füllen.

Literaturstipendium

Zwei Jahre ist es her, das erstmals eine Gruppe von Wikipedianern zur Unterstützung ihrer Mitarbeit an der Wikipedia Zugriff auf elektronische Literatur erhielt. Im Herbst 2009 erhielten alle Biologie-Autoren Zugänge zur Datenbank BioOne – so entstand das eLitstip als Spezialfall des Literaturstipendiums.

Rechtzeitig zu diesem Geburtstag konnte im Gespräch mit BioOne die ursprünglich auf eine Laufzeit von 2 Jahren begrenzte Zusammenarbeit um weitere 2 Jahre verlängert werden. Zugleich setzen die Biologen den nächsten Akzent: nach Chemikern und Afrikanisten haben dank ihrer Initiative 8 Vogelkundler Zugänge zu „Birds of North America Online“ erhalten, einem Referenzwerk zum Thema nordamerikanischer Vögel.

Auch das “traditionelle” Literaturstipendium (dicke Bücher) entwickelt sich weiter hervorragend: 8 Titel konnten im September zugesagt werden, mehr als je zuvor in einem Monat. Damit wurden in diesem Jahr bereits fast 50 Titel verschickt, mehr als das doppelte des gesamten Jahrs 2010.

Freiwilligenförderung

Rund um die WikiConvention konnten wichtige Pflöcke für weitere Aktivitäten aus dem Bereich der Freiwilligenförderung eingeschlagen werden. So wurden die Regeln und Verfahren für die Vergabe von E-Mail-Adressen (z.B. @wikipedia.de) für Projektmitarbeiter mit breiter Beteiligung diskutiert und vereinbart, sodass dieses Serviceangebot Anfang Oktober starten wird.

Gemeinsam mit der Wikimedia Foundation erarbeitet Wikimedia Deutschland derzeit ein neues Förderprogramm namens Participation Grants. Aus diesem Topf sollen Wikimedia-Projektmitarbeiter auf unbürokratische Art und Weise Unterstützung zur Teilnahme an relevanten Treffen und Konferenzen erhalten. Förderentscheidungen sollen von einem gemeinsamen Ausschuss der WMF und der teilnehmenden Chapters getroffen werden. Weitere Chapters sind zur Beteiligung eingeladen.

Creative Commons Global Summit

Nicole war im September beim Creative Commons Global Summit und hat dazu einen ausführlichen Blogbeitrag geschrieben.

Zedler-Preis und WissensWert

Beide Aktionen werden noch in diesem Jahr angestoßen, Nicole hat mit Unterstützung von Catrin, Sebastian und Johannes an den Konzepten und Ideen gefeilt und wird Anfang Oktober näheres dazu berichten können.

Bilderschatz

Bilderschatz? Unter diesem Namen steht ein neues Wikipedia-Förderprogramm kurz davor, online zu gehen. Es soll helfen, kurzfristig realisierbare und überschaubare Projekte zur Gewinnung von Bildern, Videos und Tönen für Wikimedia-Projekte zu unterstützen. Näheres dazu in den kommenden Tagen!

CommunitySpace

Aus verschiedenen Städten gibt es Partneranfragen für CommunitySpace-Partnerschaften, die Sebastian Sooth betreut. In Berlin sind wir weiterhin auf der Suche und in Verhandlungen.

WISSENSCHAFT

RENDER

Im September dominierte bei der Arbeit am Forschungsprojekt RENDER die Fertigstellung der fälligen Berichte der Arbeitspakete (z.B. Definition der Metriken, Maßnahmen zur Verbreitung und der Beteiligung Interessierter) und der umfangreiche Review-Prozess. Das Projekt läuft jetzt seit einem Jahr. Zum Ende dieses ersten Projektjahres sind demnach auch viele organisatorische Aufgaben zu bewältigen wie beispielsweise die Vorbereitung des jährlichen Finanzberichts.

Alle RENDER- Projektpartner versammeln sich quartalsweise zu einem technischen Arbeitstreffen. Nach den letzten Meetings im April in Ljubljana beim Projektpartner Institute Jožef Stefan und im Juli in Sofia bei Ontotext, war Wikimedia Deutschland nun Gastgeber des Treffens. Dieses fand Ende September in Berlin statt und wurde freundlicherweise vom ClubOffice finanziell unterstützt. Dabei ging es insbesondere um die konkreten Anforderungen an die technischen Partner für die Entwicklung geeigneter Werkzeuge zur Darstellung von Informationsdiversität als Qualitätskriterium für Wikipedia.

Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf der Faktenabdeckung, der Aktualität sowie der Objektivität in Wikipedia-Artikeln. In den kommenden Monaten werden wir auch erste Prototypen zusammen mit unseren technischen Projektpartnern entwickeln und deren Nutzen testen.

Wikipedia-Academy

Wie bereits im Blogbeitrag “Neues von der Academy” angekündigt, werden wir den Fokus der Wikipedia Academy deutlicher in Richtung „Forschung und Wissenschaft um, in und mit Wikipedia“ verschieben. Sie soll Wikipedia-Forscher miteinander in Kontakt bringen, den intensiven Austausch anregen und Möglichkeiten neuer Zusammenarbeit und Interaktion schaffen. Die eigentliche Konferenz soll erst 2012 stattfinden. Einen Grundstein für diese Veranstaltung legen wir aber bereits Ende diesen Jahres: Wir möchten Organisatoren, “Program Committee” und einige Wikipediaforscher zu einem kleinen Workshop einladen, in dem die Veranstaltung gemeinsam konzeptioniert und vorgestellt wird. Dazu in Kürze mehr.

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WikiConvention 2011: Ein Ein- und Rückblick

Wir freuen uns ganz besonders, als Hauptsponsor und durch logistische Unterstützung zum guten Gelingen der WikiCon beigetragen zu haben. Aus unserer Sicht war die Veranstaltung sowohl für die Community als auch für den Verein und uns Mitarbeiter ein toller Erfolg und ein unvergessliches Erlebnis; wir freuen uns schon auf eine Fortsetzung im nächsten Jahr! Rob Irgendwer hat im Namen des WikiCon-Teams einen ausführlichen Bericht geschrieben:

Vom 9. bis 11. September 2011 trafen sich bei der WikiConvention im Nürnberger Bildungszentrum über 180 Bewohner des WikiVersums und solche, die es werden wollen. In über 80 Einzelveranstaltungen konnte zugehört, diskutiert und gemeinsam gearbeitet werden.

Am Anfang…

…war der Spirit von Skillshare 2010 in Lüneburg. Auf einem ebenfalls im Bildungszentrum in Nürnberg stattfindenden Fotoworkshop im September 2010 kam die Idee auf, dass diese Örtlichkeit wie geschaffen sei, um die Fackel eines deutschsprachigen Treffens des WikiVersums weiterzutragen. Die lokalen Wikipedianer Gnu1742, Günter Fremuth, 34er und Rob Irgendwer knüpften erste Kontakte zu Abena und den Organisatoren von Skillshare und stellten ihre Idee vor. Der Hinweis, für finanzielle Unterstützung bei Wikimedia Deutschland anzuklingeln, wurde dankend angenommen. Am 9. Dezember 2010 ging die erste Mail an Pavel, der Zusage von WMDE folgten Anfragen an Wikimedia Österreich und zu den Kollegen in der Schweiz.

Anfang 2011 trafen sich die Nürnberger „Locals“ das erste Mal mit Peter Lokk und Nicole Ebber, um gemeinsam den Startschuss für DAS Event der deutschsprachigen Community zu geben. Danach folgten viele Mails und Edits und Telefonate und weitere Planungstreffen, der Name WikiConvention wurde gefunden und man einigte sich – nicht ganz ohne Augenzwinkern – auf den Slogan „Wissen fängt mit W an”.

Der Countdown

Nach der offiziellen Ankündigung der Veranstaltung im Juni 2011 und der Freischaltung der Anmeldung im Juli war die „100er-Marke“ der Teilnehmer im August bereits geknackt.

Die Veranstaltungsinhalte sollten klar aus der Community für die Community kommen. Und mit „Community“ war die Gemeinschaft des gesamten deutschsprachigen WikiVersum angesprochen: Auch die Schwesterprojekte und Open Street Map sollten sich von dieser Veranstaltung angesprochen fühlen.

Diverse Absprachen, Bestellungen und Buchungen hinsichtlich Veranstaltungsort, Catering, Unterkunft, Logisitik, Budget, Pressearbeit und und und könnten ganze Bände füllen. Hilfreich zur Seite standen hier Nicole Ebber von WMDE sowie Peter Lokk von der Journalistenakademie. Letzterer vor allem auch mit entsprechenden Kontakten zum Bildungszentrum und durch diverse andere Veranstaltungen auch zu Unterkünften. Für das Catering und eine in dieser Form erstmalig angebotenen Kinderbetreuung konnte Conny Birkenstock gewonnen werden. Im Vorfeld der Veranstaltung kamen außerdem Johannes Rohr und Simon Wieland von WMDE mit an Bord.

Letzte Feinschliffe an Programm und Ablauf unter tatkräftiger Unterstützung von Henriette Fiebig konnten bis Donnerstagabend noch mit den bereits angereisten Helfern gemeistert werden. Und dann hieß es:

Doors open – Freitag, 9. September 2011

Pinnwand, by Stepro, CC-BY-SA 3.0


Zahlreich und nicht nur wegen des strahlendem Sonnenscheins gut gelaunte „Wikifanten“ strömten ins Bildungszentrum, wo es nach der Eröffnungsveranstaltung direkt in ersten Vorträge ging: „Plagiatsjäger werden in 60 Minuten“ von WiseWoman und „Chiara Ohoven und die Mär vom arbeitenden deutschen Mann“ von Dirk Frankewurden nicht nur von den Teilnehmern, sondern auch der Presse beäugt.

Für das Abendprogramm wurde mit Kevin Dardis ein original irischer Pub-Quizmaster engagiert, der die so oft zitierte „Weisheit der Vielen“ in der (Offline!)-Praxis prüfte.

Samstag, 10. September 2011

Diddl-Lounge, by Rainer Knäpper, GFDL 1.2


Während sich ein Teil mit dem Stadtheimatpfleger der Nachbarstadt Fürth auf eine Exkursion in Sachen „Wiki Loves Monuments“ begab, hatten die Teilnehmer im Bildungszentrum die Qual der Wahl:
“Dead or Alive: Ethische Betrachtungen zu WP:BIO“ mit Debora Weber-Wulff, „Ambassadors, Charta, Gender, Strategy plan“ mit Ting Chen & Jan Eissfeldt, „WP:KALP – Funktionsweise, Funktionen und kritische Betrachtung einer zentralen Wikipedia-Institution“ mit Benutzer:Toter Alter Mann, „Wikipedia:Bibliographisch-archivalische Datenbank“ mit Olaf Simons, „Voraussetzungen der Mehrsprachigkeit“ mit Purodha Blissenbach sowie „Ist die Wikipedia eine Enzyklopädie? Geschichte und Gegenwart der Riesennachschlagewerke“ mit Ziko van Dijk bildeten bereits zu Beginn einiges an Gesprächsstoff.

Zwischen den einzelnen Beiträgen war in der „Diddl-Club“ genannten Lounge mit Balkon auch die Möglichkeit, sich zu unterhalten und entspannt alte Freunde und Bekannte zu treffen.

Nach dem Mittagessen wurden in den einzelnen nach Enzyklopädisten benannten Räumen weitere Sessions zu aktuellen Themen und Dauerbrennern gehalten: „Benutzername = Klarname?”, ob Frauen die besseren Enzyklopädisten (oder Enzyklopädistinnen?) sind, wie Wikipedia auf Nicht-Wikipedianer wirkt und vieles mehr.

Die Podiumsdiskussion am Abend mit dem Thema „Zehn Jahre Wikipedia: Freies Wissen für alle“ hatte mit Ting Chen, Magnus Gertkemper, Prof. Dr. Klaus Meier, Pavel Richter, Klaus Schrage, Jörg Wittkewitz sowie dem Moderator Peter Lokk durchaus einiges zu bieten, war aber im Vergleich zu der am Sonntag abgehalten Diskussion zu den Bilderfiltern noch moderat.

Der Abendausklang bei herrlichem Spätsommerwetter und das Late-Night-Special „Sexipedia Reloaded! Flirten in der Internetenzyklopädie: Geht das? Verspricht das Erfolg?“ mit Henriette und Cornelius ließ so manchen erst spät den Weg in die Unterkunft finden.

Sonntag, 11. September 2011

WikiCon-Podiumsdiskussion, by Ziko van Dijk, CC-BY-SA


So manchen Teilnehmer war nach einer kurzen Nacht der Weg in den Diddl-Club das Gebot der (frühen) Stunde: Dort wartete bereits frischer Kaffee.

Die Panels der WikiCon standen ganz im Zeichen der Zeit: Administratorenworkshops, Wikipedia im Bildungswesen, Regionalwikis und „WikiTV“ boten spannende Einblicke in die „ordentliche“ und „ausserordentliche“ Wiki-Welt. Einige Beiträge konnten dank Manuel Schneider auch auf Video mitgeschnitten werden und sind bereits online. Eine Schaltung zum ORF inklusive.

Besonderes Interesse fand dabei das Diskussionspanel zum geplanten Bilderfilter. Auch hier war mit Ting Chen von der Foundation hoher Besuch mit von der Partie.

Die Abschlussveranstaltung zeigte durch die eine oder andere weite Heimreise bereits erste Lücken, war aber gut besucht.

Dank der vielen helfenden Hände konnte der Abbau und das Aufräumen in gefühlter Rekordzeit über die Bühne gebracht werden. Die Fahnen wurden eingerollt und das Licht ausknipst.

Dokumentation

Während der Veranstaltung wurde viel getwittert, Fotos und Videos wurden geschossen und es erfolgte eine umfassende Presseberichterstattung.

Rück- und Ausblick

Insgesamt waren es äusserst spannende, anstrengende und dennoch entspannte Tage in Nürnberg. Die Teilnehmer fühlten sich offensichtlich wohl und es fiel sogar das Wort „KuschelCon“, was die lokalen Organisatoren natürlich gerne hörten.

Nach Skillshare in Lüneburg und der WikiConvention in Nürnberg lässt sich durchaus das Fazit ziehen, dass die Gemeinschaft der Wikipedianer und der Wikifanten der Schwesterprojekte eine regelmäßige Veranstaltung zum Austausch zu aktuellen Themen und zum Kennenlernen der Nutzer hinter den Nicknames ausserordentlich gerne sehen.

Tatsächlich gaben zwölf Wikipedianer im Feedbackbogen an, sich eine derartige Veranstaltung in ihrer Heimatstadt und organisiert durch sie selbst vorstellen zu können.

Die finanzielle und logistische Unterstützung durch WMDE ist hierbei durchaus von Vorteil. Nicht wenige bemerkten jedoch, dass für solche Veranstaltungen ein „Von der Community für die Community“ klar bevorzugt wird.

Das Ziel der Locals war es, der Wiki-Gemeinschaft ein Treffen zu ermöglichen und gleichzeitig den Staffelstab weiterzugeben, damit sich daraus ein jährliches Treffen etabliert. Das erste Ziel wurde – so das überwältigende Feedback – auf jeden Fall erreicht. Beim zweiten Ziel ist das letzte Wort noch nicht gesprochen.

Großer Dank gilt Wikimedia Deutschland für die Unterstützung und gute Zusammenarbeit, Peter Lokk für seine Hilfe und Geduld, dem Bildungszentrum Nürnberg für die unkomplizierte und freundliche Art sowie Wikimedia Österreich und Schweiz. Ganz besonders danken wir allen Helfern, Ideengebern, Referenten und Teilnehmern – egal, wie groß oder klein der Beitrag war. Denn wie für die Wikipedia und deren Schwesterprojekte gilt auch für eine Veranstaltung wie der WikiConvention: Es sind die vielen Menschen hinter den Benutzernamen, die das Ganze zum Leben erwecken.

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Creative Commons Global Summit 2011

Ich war vom 16.-18. September in Warschau beim Creative Commons Global Summit. Diese Konferenz ist quasi die Wikimania der Creative-Commons-Bewegung. Die Frauen-, Juristen- und Businessquote unter den 300 Teilnehmern waren allerdings bedeutend höher als bei den Treffen der Wikimedianer oder anderen Konferenzen zu Internetthemen.

Meine Motivation, zum Summit zu fahren, ergab sich zum einen aus meiner Tätigkeit bei Wikimedia Deutschland und dem Interesse an globalen Communities zum Thema Freies Wissen. Zum anderen habe ich 2006 meine Diplomarbeit zu Creative Commons in NGOs geschrieben, dazu viele Vorträge gehalten und versucht, andere Leute mit meiner Begeisterung für freie Lizenzen anzustecken. Die Reise nach Warschau hat sich in jedem Fall gelohnt und ich konnte mir einen guten Überblick über die aktuellen CC-Themen und -Personen verschaffen.

Version 4.0

Ein Highlight war die neue Lizenzversion 4.0: Diese Version wird zur Zeit gemeinschaftlich von dem CC Headquarter (der Organisation in den USA) mit den Affiliates (den Zuständigen für Community und Recht je Land), entworfen und diskutiert. Nutzer der CC-Lizenzen sind ebenfalls aufgerufen, sich zu beteiligen.

Spannend war für mich, dass darüber nachgedacht wird, die Portierung der Lizenzen ab Version 4.0 aufzugeben. Bisher wird die Ursprungslizenz für jedes Land übersetzt und an die jeweilige Rechtssprechung angepasst, nun soll es nur noch einen internationalen Vertrag je Lizenzvariante geben. Dieser soll in einfacher Sprache klar und deutlich aufzeigen, was die Lizenz erlaubt und was nicht. Ob dies allerdings juristisch und operativ machbar und der Text dann wirklich universal rechtssicher ist, muss noch geprüft werden. Dabei bliebe dann allerdings auch ein wichtiger Teil der kollaborativen, vernetzenden Lokalisierungsarbeit in den Ländern auf der Strecke.

Toll war auch der Vortrag von Mike Linksvayer, der ein paar provokative Thesen vorgestellt hat, den Non-Commercial-Bestandteil (NC) ab Version 4.0 gänzlich aus dem Lizenzbaukasten auszunehmen bzw. auszublenden oder NC komplett von Creative Commons zu trennen. Die Diskussion über den Sinn und Unsinn von NC ist ja nicht neu und betrifft uns insofern, als dass dieser Lizenzbestandteil (genau wie ND-keine Bearbeitung) nach unserer Definition eben NICHT frei ist.

Gerichtliche Durchsetzbarkeit der Lizenzen

Zweites größeres Thema war die gerichtliche Durchsetzbarkeit, also die Frage, ob die Lizenzverträge vor Gericht Bestand haben. Als Beispiel diente hier der aktuelle Fall aus Deutschland, bei dem ein Foto von Thilo Sarazin aus der Wikipedia durch eine rechtsextreme Partei verwendet wurde, ohne die Lizenzbedingungen einzuhalten. Die Lizenz wurde vom Landgericht Berlin bestätigt, und diese nicht-konforme Nutzung wurde verboten. Das ist übrigens der erste Fall in Deutschland, wo die Lizenzen von einem Gericht bestätigt wurden.

Back to the roots

Bei all den verschiedenen Anwendungsmöglichkeiten, Herausforderungen und juristischen Diskussionen muss man sich doch des öfteren nochmal auf die Wurzeln der Lizenzen besinnen: Creative Commons sind keine Alternative zum Urheberrecht, sondern eine Lösung auf dem Weg zur Reform diese Rechtes, welches noch aus einer rein analogen Vergangenheit stammt. CC ist eher ein Plugin, das flexiblen Umgang mit dem Urheberrecht erlaubt, um eigenen Werken Freiheiten mitzugeben (und diese von Anfang an mitzudenken). Das war unter anderem auch Tenor in der – wie gewohnt – beeindruckenden Keynote von Lawrence Lessig. Ziel der Commons-Bewegung ist eben auch, die Remix-Kultur zu achten und zu fördern, damit wir nicht in eine Zukunft schlittern, in der Kinder, die „Sachen im Internet machen“, wie Terroristen behandelt werden.

Die globale Bewegung

Einzelne Vorträge beschäftigen sich auch mit der Rolle von CC in der globalen Commons-Bewegung. Es gibt viele Überschneidungen und Synergien, die aber längst nicht ausgeschöpft werden. Hier sehe ich große Parallelen zur Wikimedia-Bewegung und wünsche mir noch mehr Kollaborationen mit anderen Organisationen in der wunderbaren Welt des Freies Wissens, Freier Kultur, Freier Software.

Creative Commons steht indes vor der Herausforderung, klar zu definieren, wer überhaupt deren Community ist. Anders als bei den Wikimedia-Projekte, fehlt hier die eine Plattform bzw. ein Kanal zum Austausch mit allen Beteiligten. Wer gehört zur Community? Jede, die ihr Werk unter CC veröffentlicht? „Nur“ die CC Affiliates? Juristen, Künstlerinnen, Geschäftsleute? Der Summit war eine tolle Gelegenheit, CC-Aktivistinnen und Aktivisten aus aller Welt und mit den unterschiedlichsten Hintergründen zu versammeln und die Stimmung einzufangen. Ich find’s prima, dass ich dabei sein konnte!

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Netzpolitisches Katerfrühstück!

St. Oberholz
St. Oberholz

Rachel Glaves, CC-BY-SA 2.0 US

Seit dem spektakulären Einzug der Piratenpartei ins Abgeordnetenhaus hoffen selbst neutrale Beobachter auf eine Belebung der netzpolitischen Debatte. Vielleicht, so das gängige Argument, könnte der Newcomer ja als Treiber für die etablierten Parteien fungieren, die freilich die Netz-Community als nachwachsende Klientel auch längst im Blick haben.

Ehemals nur Spezialisten vorbehaltene Themen wie Creative Commons oder Open Access fanden denn auch wie selbstverständlich Eingang in viele der vorgelegten Wahlprogramme. Während in den Gremien von SPD und Grünen bereits an den Details einer Koalitionsvereinbarung gefeilt wird, möchten wir ausloten, welche netzpolitischen Initiativen für die nähere Zukunft zu erwarten sind.

Und wo ginge das besser als im St. Oberholz – dem mutmaßlichen Epizentrum der digitalen Bohème von Berlin-Mitte? Wer nach dem Open Government Camp am Donnerstag und Freitag immer noch nicht genug hat, ist herzlich dazu eingeladen.


Netzpolitisches Katerfrühstück

Samstag, 1. Oktober, 11 Uhr

St. Oberholz
Rosenthaler Straße 72a
10119 Berlin
U-Bahn Rosenthaler Platz
www.sanktoberholz.de

Mitwirkende:

  • Dr. Martin Dickopp (Mitglied des Landesvorstands, FDP Berlin)
  • Yannick Haan (Forum Netzpolitik des SPD-Landesverbandes Berlin)
  • Christine Sobolewski (LAG Netzpolitik, B90/Die Grünen)
  • Tobias Schulze (Mitglied des Landesvorstands, DIE LINKE Berlin)
  • Stephan Urbach (Leiter der Bundesgeschäftsstelle, Piratenpartei)

Wie kann die deutsche Hauptstadt, die auf so wenig industrielle Substanz bauen kann, zu einem Zentrum für digitale Innovation werden? Wie kann Berlins Bevölkerung, die in viele soziodemografische Milieus zerfällt, eine möglichst barrierefreie, digitale Öffentlichkeit für alle entwickeln? Wie können Selbstorganisation und Schwarmdenken produktiv für den Bildungsbereich genutzt werden?

Das sind die Fragen, die am 18. September auch zur Wahl standen. Darüber sollten wir reden.

Ein “Netzpolitisches Katerfrühstück” im St. Oberholz will das kurze Zeitfenster, das sich jetzt vor dem Beginn der neuen Legislaturperiode öffnet, für die Debatte nutzen. Anknüpfend an die im Vorfeld der Wahl veröffentlichten Wahlprüfsteine möchten Wikimedia Deutschland e.V., Open Knowledge Foundation Deutschland e.V., Open Data Network und Digitale Gesellschaft e.V. die Vertreter der Parteien und das interessierte Publikum in ein Gespräch zur netzpolitischen Zukunft Berlins verwickeln. Und ja: Gefrühstückt werden soll dabei auch.

Unter den Sammelbegriff “Netzpolitik” fallen viele Themen, die in der öffentlichen Wahrnehmung manchmal etwas unterbelichtet bleiben: etwa die infrastrukturelle Versorgerung der Berliner mit Breitband, die offenen Zugänge zu behördlichen Daten und Statistiken, Anreize für Publikationen unter Open Access an Berliner Hochschulen oder der Einsatz von freien Lizenzen und kollaborativen Werkzeugen im Schulunterricht. Welche Rolle messen die zukünftigen Regierungs- und Oppositionsparteien diesen Baustellen zu?

Diskutiert mit!

Wir freuen uns auf euer Kommen. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

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