Wikimedia:Woche 33/2012

Die Wikimedia:Woche ist die wöchentliche Zusammenfassung von aktuellen Nachrichten aus der internationalen Wikimedia-Bewegung. Der gemeinschaftliche Mailing-Newsletter von Freiwilligen und Wikimedia Deutschland wird immer donnerstags in Wikipedia, auf der Mailingliste des Vereins und auch hier im Blog veröffentlicht.

Interessierte sind herzlich eingeladen, bei der Zusammenstellung von interessanten Links und Themen mitzumachen. Bis zum jeweils folgenden Donnerstag wird hier gesammelt.

Viel Spaß beim Lesen!

 

= Wikimedia:Woche (33/2012) =

Frühere Ausgaben sind archiviert unter:

Die Liste der Beitragenden kann der Versionsgeschichte der jeweiligen Ausgabe im Archiv in Wikipedia entnommen werden.

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Ein Monat im Stadtmuseum

Seit fast einem Monat bin ich als Wikipedian in Residence bei der Stiftung Stadtmuseum Berlin. Wie angekündigt berichte ich nun an dieser Stelle über die ersten vier Wochen meiner Residency.

In den ersten 14 Tagen standen zahlreiche Gespräche mit Mitarbeitern und die Besichtigung der diversen Sammlungen auf dem Programm. Schließlich wollte ich möglichst schnell die Arbeit der Stiftung Stadtmuseum Berlin kennenlernen, um einerseits interne Projekte entwickeln und vorschlagen zu können, andererseits Ansatzpunkte für eine Zusammenarbeit mit der Wikimedia-Community zu finden. Hier steht eine erste Kooperation bereits in den Startlöchern: Die auch sonst sehr aktive Redaktion Biologie hat Interesse an Fotos von den in der Naturwissenschaftlichen Sammlung aufbewahrten Vogeleiern und -präparaten geäußert. Nächste Woche schon besucht ein Wikipedia-Benutzer die Sammlung, gemeinsam mit dem zuständigen Mitarbeiter werden wir anschließend besprechen, welche Möglichkeiten es gibt. Einige ähnliche Ideen sind noch im Werden, weitere Vorschläge und Anfragen sind jederzeit willkommen.

Schon bald nach meinem Einführungsvortrag, den ich aufgrund der großen Nachfrage zwei Wochen später wiederholte, haben auch die Autorenschulungen für die Mitarbeiter begonnen. In kleinen Gruppen führe ich die Wissenschaftler aus den Sammlungen in die ihnen großteils noch unbekannte Welt hinter den Kulissen der Wikipedia ein. In Zukunft sollen sie selbst Inhalte ergänzen und Artikel verfassen, um so nach und nach das in den Depots der Stiftung Stadtmuseum Berlin gesammelte Wissen dauerhaft der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Erstes Ergebnis dieser Bemühungen sind die Artikel zum Kalmarsund-Sandstein und zur Dresdner Pappe, viele weitere werden im Lauf der nächsten Monate folgen.

Das nächste Großprojekt auf meinem Kalender ist zurzeit der Stand zur Langen Nacht der Museen am 25. August. Im Ephraim-Palais können sich die Besucher dann nicht nur interessantes über 75 berühmte und 700 (noch) nicht berühmte Berliner erfahren, sondern sich auch über die Wikipedia, ihre Schwesterprojekte und meine Tätigkeit im Stadtmuseum informieren. Im September soll dann die Wikipedia-Community die Gelegenheit zu einem exklusiven Museumsbesuch haben: Im Rahmen des Berliner Wikipedia-Stammtischs wird es eine besondere Führung durch eines der Häuser geben, anschließend besteht die Möglichkeit, mit Mitarbeitern ins Gespräch zu kommen. Sobald der Termin feststeht, wird er selbstverständlich auch an dieser Stelle bekanntgegeben.

Als erstes Zwischenfazit kann ich sagen, dass die Arbeit viel Freude bereitet, es aber – wie überall im GLAM-Bereich – zu konkreten Ergebnissen ein weiter Weg ist. Während in der Wikipedia jede Artikelbearbeitung, jeder Diskussionsbeitrag, jedes hochgeladene Foto sofort sichtbar ist, folgen in einer Institution wie der Stiftung Stadtmuseum Berlin auf eine Idee zunächst interne Gespräche, Abwägungen und Entscheidungen. Für letztere müssen zahlreiche Interessen und alle denkbaren Auswirkungen berücksichtigt werden, bevor schließlich ein Ergebnis zustande kommen kann. Diese unterschiedlichen Arbeitsweisen, die jeweils entscheidend für den Fortbestand der jeweiligen Einrichtung sind, miteinander in Einklang zu bringen, ist keine leichte Aufgabe, die sich auch einer immer größer werdenden Zahl Wikipedianer stellt. Alle Erfahrung zeigt jedoch: Es lohnt sich, die Herausforderung anzunehmen!

Der nächste Bericht erscheint im Vorfeld des GLAMcamps in London. Hintergrundinformationen und aktuelle Arbeitsergebnisse finden sich auch auf der Wikipedia-Projektseite.

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Funds Dissemination Committee: Kandidaten gesucht!

Seit heute gibt es eine Projektseite mit Informationen zum Funds Dissemination Committee in der deutschsprachigen Wikipedia. Diese Seite fasst die Informationen aus dem internationalen FDC-Portal zusammen und informiert über den aktuellen Status des Prozesses. Außerdem zeigt sie die Möglichkeiten auf, wie sich die Community aktiv am Prozess beteiligen kann.

Das Funds Dissemination Committee (FDC, deutsch: Gremium zur internationalen Mittelverteilung in der Wikimedia-Bewegung) wird dem Board of Trustees der Wikimedia Foundation Empfehlungen über die Verteilung der Geldmittel, die über die Wikimedia-Projekte eingenommen werden, aussprechen. Wichtigstes Bewertungskriterium ist dabei die zielgerichtete Arbeit entlang von Mission, Vision und Strategie der Wikimedia-Bewegung.

Jetzt Mitglied oder Ombudsperson des FDC werden!

Das Komitee setzt sich zusammen aus Ehrenamtlichen der Wikimedia-Bewegung und soll seine Arbeit im September 2012 aufnehmen. Die Community erhält damit die Möglichkeit, sich in den Prozess der Verteilung von Spendengeldern an die Wikimedia-Chapter und andere berechtigte Organisationen einzubringen und das Board bei seiner Entscheidungsfindung zu unterstützen. Dabei spricht es Empfehlungen an das Board aus, wie die Gelder aus der der Spendenkampagne 2012/2013 (voraussichtlich mehr als 10 Millionen US-Dollar) sinnvoll eingesetzt werden sollten.

Noch bis zum 15. August 2012, 23:59 Uhr UTC (16. August 2012, 1:59 Uhr CEST) werden Freiwillige gesucht, die als FDC-Mitglied oder Ombudsperson nominiert werden oder sich selber nominieren. Auf der Projektseite findet ihr alle weiterführenden Links und Informationen; hier gibt es eine  Liste der bereits Nominierten und hier die Wünsche an potentielle Kandidatinnen und Kandidaten.

Ansprüche und Wünsche an potentielle Mitglieder

Im Call for Volunteers wird beschrieben, aus welcher Motivation heraus man sich für die Position des Mitgliedes oder der Ombudsperson bewerben oder warum man lieber davon absehen sollte. FDC-Mitglieder sollten darüber hinaus:

  • mindestens 21 Jahre alt sein
  • über gute Englischkenntnisse verfügen
  • einen Nachweis ihrer persönlichen Identität gegenüber der WMF erbringen können
  • ausreichend Zeit und Einsatzbereitschaft mitbringen, den Prozess aktiv mitzugestalten; wenn nötig auch in persönlichen Treffen
  • sich nachweislich und konstruktiv in Diskussionsprozessen innerhalb der Community engagiert haben und die Fähigkeit besitzen, Probleme kollaborativ zu lösen
  • in der Lage sein, persönliche oder organisatorische Interessenkonflikte außen vor zu lassen und auf die Ziele der Wikimedia-Bewegung hinzuarbeiten

Angestellte oder Vorstandsmitglieder von Organisationen, die Gelder beim FDC beantragen, dürfen sich ebenfalls bewerben, müssen sich aber bei Diskussionen und Abstimmungen über die eigene Organisation enthalten.

Für die Zusammensetzung des FDC insgesamt sind außerdem wichtig:

  • Erfahrung in der Leitung oder Evaluation von Programmen
  • Expertise im Umgang mit Förderprogrammen (entweder als Antragssteller oder Förderer)
  • Verständnis von und Anerkennung innerhalb der Wikimedia-Bewegung (z.B. in Form von Beteiligung an Projekten und Programmen, in Chaptern oder anderen administrativen Rollen)
  • Diversität in Geschlecht, Herkunft und Sprache

Die Arbeit im FDC erfordert Zeit, Konzentration und einen nicht zu unterschätzenden Arbeitsaufwand:

  • Anwesenheit bei FDC-Treffen (ca. 2-3 pro Jahr)
  • Lesen und Bewerten von Anträgen im Laufe der beiden Antragsrunden (März und Oktober)
  • Andauerndes Monitoring und aktive Teilnahem an FDC-Diskussionen und Aktivitäten innerhalb der Community
  • Ein sporadisch sehr hohes Aufkommen an E-Mail und IRC-Kommunikation mit den FDC-Angestellten und anderen Mitgliedern.

Habt ihr selber Zeit und Lust, euch in den Prozess der Verteilung der Spendengelder einzubringen? Oder kennt ihr jemanden aus dem Wikiversum, die oder der interessiert sein könnte? Dann meldet euch entweder direkt auf der Nominierungsseite oder sprecht mich bei Rückfragen direkt an.

 

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Home Alone? Wie man verwaiste Werke besser behandeln könnte

Das Thema “Verwaiste Werke” spielt im Kontext der Urheberrechtsdebatte eine, nun ja, etwas stiefmütterliche Rolle. Die große Öffentlichkeit nimmt von den praktischen Probleme für Archivare und Mitarbeiter anderer Gedächtnisinstitutionen, die Rechtelage der von ihnen vorgehaltenen Dokumente, Fotos oder audiovisuellen Werke zu klären, kaum Notiz. Auch die Konsequenz daraus, dass weite Teile des kulturellen Erbes ungenutzt bleiben, wird selten zum Thema oder gar skandalisiert. Dennoch, und das ist zu loben, gibt es einen weitgehenden politischen Konsens darüber, dass eine neue Schrankenbestimmung im Urheberrecht den Umgang mit verwaisten Werken klären und vereinfachen soll. Wie freilich der beste Weg der gesetzlichen Ausgestaltung sein könnte, diese Debatte steht nun auf der Tagesordnung.

Am heutigen Tag hat Wikimedia Deutschland eine Stellungnahme an das Bundesjustizministerium gesandt, die wir Euch in diesem Blogposting kurz vorstellen wollen. Da an dieser Stelle bereits mehrfach über das Problemfeld der verwaisten Werke berichtet wurde, mag der kurze Verweis auf die Vorgeschichte hier und hier genügen.

Vor einigen Monaten entstand auf Europäischer Ebene ein neuer Vorschlag für eine zukünftige “Richtlinie über die zulässige Nutzung verwaister Werke”. Dieser Vorschlag baut auf einem Entwurf der Kommission auf, zu dem wir am 10. August 2011 schon einmal vom Bundesjustizministerium (BMJ) zur Stellungnahme aufgerufen wurden und uns dazu positioniert haben. Im Juli 2012 schickte das BMJ an seinen Verteiler der am Urheberrecht interessierten Kreise eine Aufforderung zur Stellungnahme über vier konkrete Fragen zur Umsetzung einer solchen Richtlinie in nationales Recht. Die vollständige Antwort von Wikimedia Deutschland haben wir online gestellt. Sie besteht aus drei Teilen:

  1. Den Vorschlag an das BMJ, künftig genau wie bei Einholungen von Stellungnahmen durch die Europäische Kommission die eingegangenen Stellungnahmen zeitnah, vollständig und online zu veröffentlichen, sofern nicht eine klare Bitte seitens der Antwortenden enthalten ist, dies nicht zu tun;
  2. Die Antworten auf die vier konkret gestellten Fragen;
  3. Ergänzende Anmerkungen zum Richtlinienentwurf insgesamt, über den wir derzeit eher unglücklich sind.
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In Kürze: Aus den Medien

Heute kam eine Anfrage von der TagesWebschau zu dem Thema Wikipedia-Design. Anlass war der Entwurf wikipediaredefined.com  Wir haben schnell im Büro einen kurzen Aufsager von Pavel Richter produziert und dem ARD zugeschickt. Der Beitrag (ab Minute 1:15)  ist seit 18.00 online. Leider ist das Statement nur gekürzt wiedergegeben. Da die schöne Pointe von Pavel am Ende der „Zensur“ durch den öffentlich-rechtlichen Sender zum Opfer gefallen ist, haben wir das vollständige Statement (insgesamt 38 Sekunden!) auf Vimeo hochgeladen.

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Wikimedia:Woche 32/2012

Die Wikimedia:Woche ist die wöchentliche Zusammenfassung von aktuellen Nachrichten aus der internationalen Wikimedia-Bewegung. Der gemeinschaftliche Mailing-Newsletter von Freiwilligen und Wikimedia Deutschland wird immer donnerstags in Wikipedia, auf der Mailingliste des Vereins und auch hier im Blog veröffentlicht.

Interessierte sind herzlich eingeladen, bei der Zusammenstellung von interessanten Links und Themen mitzumachen. Bis zum jeweils folgenden Donnerstag wird hier gesammelt.

Viel Spaß beim Lesen!

 

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Die Liste der Beitragenden kann der Versionsgeschichte der jeweiligen Ausgabe im Archiv in Wikipedia entnommen werden.

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Looking back at the last two months of Wikidata work

(Die deutsche Version dieses Artikels gibt es hier.)

Development is moving fast

The development of Wikidata is split into three phases. The team has been working on the first phase – centralizing language links – so far and is getting ready for the first deployment of the result. The Hungarian Wikipedia community stepped up to be the first to use Wikidata in production. The Italian Wikipedia community is currently very favourably discussing about becoming the second and there is interest from some members of the Hebrew Wikipedia community as well. The plan is to have the English Wikipedia follow after that and then offer it pretty quickly to all the other Wikipedias. If you want to test this already you can have a look at the demo system. We also looked at the impact this first phase will have on the Wikipedias and checked what percentage of the articles’ source in each Wikipedia is currently language links. Most of these will move to one central place – Wikidata.

Meanwhile the team is starting to work on the second phase – the centralisation of infobox data.

We published quite a few notes, story boards and more. For example the data model primer and the story board for linking Wikipedia articles or notes on how we want to export data to RDF and how we envision the user interface for phase two to look like. We’d appreciate your feedback on these.

To make sure Wikidata is flexible enough to deal with future use-cases that the community would like to see we’re collecting them. Please help and expand these.

Wikidata takes Washington, D.C. and New York, NY and …

at the Wikidata panel (cc-by-sa by Stepro)

Among the 1400 registered attendees for Wikimania, were also five from the Wikidata team – Denny Vrandečić, Jeroen De Dauw, Daniel Kinzler, Katie Filbert and me. Katie was even one of the main organizers of the event. We all had a blast. It was a great event with a lot of interest in Wikidata. More than 250 people showed up for our three talks on Thursday – and surprisingly few left when the two more technical ones started. First Denny gave an intro to Wikidata and what we’re trying to achieve. Then Daniel followed with an overview of the technical bits and pieces of Wikidata and how it fits into the rest of MediaWiki. The track ended with Jeroen showing how developers will be able to extend Wikidata in the future. On Friday we did the Wikidata panel together with Pavel Richter and Erik Möller. The panel started with the announcement of the winning logo of the Wikidata logo contest. As luck might have it, the designer of the winning logo, Arun Ganesh, was present and told us a bit about the idea behind it. The lines at the top spell out “Wiki” in morse code. Videos of the talks and panel will be up soon.

The week after Wikimania, Denny has been to New York City, and gave a talk at the New York Times. It was co-hosted by the local Semantic Web Meet Up group (the oldest and biggest such meet-up) and Wikimedia New York City, and had close to a hundred participants from very different backgrounds. The meeting started off with a presentation of rNews, a standard for providing metadata for news articles that is being widely deployed, and then the presentation of Wikidata. Many questions were raised, and some of them even answered in the evening event.

Additionally the Wikidata team held a number of Wikidata intro events in a few cities for local Wikipedians. More of these will follow. You can see all the past and future events on the Wikidata events page. To our delight Wikidata was also a topic at conferences without us even knowing in advance. Vorschlag: We were glad that Wikidata was also a topic at conferences without us raising the issue. At the United Nations Economic Commission for Europe’s conference for example one of the discussion topics was Wikidata and how it can be used for making their data available to a wider audience.

The team also held another round of office hours on IRC. Logs are available if you couldn’t attend.

On-wiki newsletter

We have started a on-wiki newsletter for those of you who’d like to have Wikidata news delivered directly to their talk page. To receive them just add yourself to the sign-up list.

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Die letzten zwei Monate bei Wikidata im Rückblick

Die Entwicklung geht schnell voran

Die Entwicklung von Wikidata ist in drei Phasen aufgeteilt. Bisher hat das Team an der ersten Phase gearbeitet, an der zentralisierten Verwaltung der Sprachlinks. Momentan bereiten wir eine erste Inbetriebnahme dieser Software vor: Die ungarische Wikipedia-Community hat angeboten, Wikidata als erste zu benutzen. Die italienische Community diskutiert gerade sehr wohlwollend darüber, die zweite zu werden, und einige Mitglieder der hebräischen Wikipedia-Community haben auch Interesse bekundet. Laut Plan folgt danach dann die englischsprachige Wikipedia, dann wird Wikidata zügig allen anderen Wikipedias angeboten. Wenn du jetzt schon ausprobieren möchtest, wie Wikidata gerade aussieht, kannst du einen Blick auf das Demo-System werfen. Wir haben uns außerdem mit dem Einfluss beschäftigt, den diese erste Phase wohl auf die Wikipedias haben wird: Hier ist zu sehen, zu welchem Anteil Wikipedia-Artikel in verschiedenen Sprachen aus Sprachlinks bestehen. Die meisten davon werden an einen zentralen Platz umziehen – Wikidata.

Unterdessen beginnt das Team, an der zweiten Phase zu arbeiten, an der Zentralisierung der Daten in Infoboxen.

Wir haben etliche Notizen, Storyboards und anderes veröffentlicht, etwa die Einführung ins Datenmodell, das Storyboard zur Verlinkung von Wikipedia-Artikeln, Notizen darüber, wie wir Daten nach RDF exportieren möchten und wie wir uns die Benutzeroberfläche für die zweite Phase vorstellen. Wir freuen uns sehr über dein Feedback dazu!

Wir sammeln darüber hinaus Nutzungsszenarien, um sicherzustellen, dass Wikidata flexibel genug für die zukünftigen Einsatzfelder ist, die die Community sich vorstellt. Bitte hilf mit und ergänze die Seite.

Wikidata in Washington, D.C. und New York, NY und …

bei der Wikidata Diskussionsrunde (cc-by-sa by Stepro)

Unter den 1400 registrierten Teilnehmenden der Wikimania waren auch fünf Personen aus dem Wikidata-Team: Denny Vrandečić, Jeroen De Dauw, Daniel Kinzler, Katie Filbert und ich. Katie war sogar eine der Hauptorganisatorinnen der Veranstaltung. Wir hatten alle eine sehr gute Zeit. Es war eine großartige Veranstaltung mit viel Interesse an Wikidata. Zu unseren drei Vorträgen am Donnerstag kamen mehr als 250 Personen – und überraschenderweise gingen nur sehr wenige, als die beiden technischeren Vorträge begannen. Zuerst gab Denny eine Einführung in Wikidata und unsere Ziele. Dann folgte Daniel mit einem Überblick über die technischen Details von Wikidata und das Zusammenspiel mit dem Rest von MediaWiki. Unsere Konferenzschiene endete mit Jeroen, der gezeigt hat, wie Entwickler/innen in Zukunft Wikidata erweitern können werden. Am Freitag saßen wir mit Pavel Richter und Erik Möller für eineWikidata Diskussionsrunde zusammen. Dort haben wir das Gewinnerlogo des Wikidata-Logo-Wettbewerbs verkündet. Wie es der Zufall will, war der Designer des Gewinnerlogos, Arun Ganesh, anwesend und konnte uns etwas über die Idee hinter dem Logo erzählen. Die Striche im oberen Teil des Logos bedeuten “Wiki” in Morsecode. Demnächst werden die Videos der Vorträge und des Podiums online erscheinen.

In der Woche nach der Wikimania war Denny in New York City und hat bei der New York Times einen Vortrag gehalten. Es wurde von der lokalen Semantic Web Meet Up-Gruppe (der ältesten und größten ihrer Art) und von Wikimedia New York City mitveranstaltet. Fast 100 Personen aus ganz verschiedenen Ecken kamen dort zusammen. Das Treffen begann mit einer Präsentation von rNews, eines verbreiteten Standards für Metadaten von Nachrichten-Artikeln. Dann kam Wikidata an die Reihe. Viele wichtige Fragen wurden dort aufgeworfen und einige von ihnen sogar im Laufe des Abends beantwortet.

Das Wikidata-Team hat auch in einigen Städten Wikidata-Einführungsveranstaltungen für die lokalen Wikipedianer/innen gegeben und weitere werden folgen. Einen Überblick über die vergangenen und kommenden Veranstaltungen gibt es auf der entsprechenden Seite. Wir haben uns gefreut, dass Wikidata auch auf Konferenzen thematisiert wurde, ohne dass wir davon vorher wussten: Bei der Konferenz der Wirtschaftskommission für Europa der Vereinten Nationen ging es unter anderem darum, wie Wikidata benutzt werden kann, um Daten einer breiteren Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen.

Das Team hat zum wiederholten Mal Sprechstunden im IRC abgehalten. Falls du nicht dabei sein konntest, kannst du alles in den Logs nachlesen.

Wiki-Newsletter

Als neue Informationsquelle haben wir einen Wiki-Newsletter gestartet. Wenn du möchtest, kannst du dir Wikidata-Nachrichten jetzt direkt auf deine Diskussionsseite schicken lassen. Um dich für den Newsletter zu registrieren musst du dich nur in diese Liste eintragen.

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Bildung & Wissen – Herzlich willkommen Nils Weichert!

Der neue Bereichsleiter Bildung & Wissen, Nils Weichert. Foto: Katja Ullrich, CC-BY-SA 3.0

Die Geschäftsstelle von Wikimedia Deutschland erhielt am 1. August Verstärkung: Nils Weichert wird künftig den Bereich „Bildung und Wissen“ leiten. Gemeinsam mit Elly Köpf, Elvira Schmidt, Cornelia Trefflich und Merle von Wittich soll das Profil des Bereichs geschärft werden – insbesondere durch innovative Programme, wirkungsvolle Projekte und starke Kooperationen.

Der Aufbau von Fachbereichen und die Entwicklung von Bildungsprogrammen standen bereits in den vergangenen Jahren im Zentrum der Arbeit von Nils Weichert. Der promovierte Politikwissenschaftler leitete bisher den Bereich „Demokratische Kompetenzen“ der Stiftung EJBW. Hier stand neben der forschungsbasierten Entwicklung und Umsetzung von Bildungsprogrammen und klassischer Bildungsplanung auch die Entwicklung neuer Lehr-/Lernformate und -materialien im Mittelpunkt.

Thematisch arbeitete Nils Weichert insbesondere zu Beteiligungs-, Gleichstellungs- und Kompetenzfragen und zu den Diskursfeldern Diversity und Wissen sowie Zeit und Wissen. Dabei verbanden sich wissenschaftliches Know-how mit Best Practice. Über gezielte Maßnahmen zur Qualifizierung, Strategieentwicklung oder flankierende Publikationen galt sein besonderes Anliegen dem Transfer innovativer Ansätze in unterschiedliche gesellschaftliche Kontexte.

Diversität des Wissens – und hier besonders durch die Steigerung der Beteiligung von Frauen an den Wikimedia-Projekten – ist ein Schwerpunkt der Arbeit des Bereichs Bildung und Wissen. Mit seinen vielfältigen Erfahrungen besonders in Gender- und Diversity-Ansätzen verspreche ich mir wichtige Impulse von Nils Engagement bei Wikimedia Deutschland.
Ich freue mich sehr darüber, dass Nils nun für Wikimedia Deutschland arbeiten wird und uns mit seiner Erfahrung unterstützt.

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Bericht von der Commons-Sommerschule 2012

Für die Teilnahme an der Commons-Sommerschule 2012 hatten wir Julia Gechter ein Reisestipendium zur Verfügung gestellt. Julia hat die Sommerschule filmisch begleitet und wird diese Videodokumentation unter CC-BY-SA bereit stellen. Ihr Bericht von der Sommerschule:

Mit dem Filmequipment in der Hand komme ich abends in dem 164-Einwohner-Dorf Bechstedt in Thüringen an und öffne die große Holztür zur alten Scheune. Vor mir erstreckt sich eine lange Tafel, in Kerzenlicht getaucht und nahtlos umsäumt von Menschen zwischen 16 und 60, die sich neugierig und konzentriert beim Abendessen austauschen.

Die Teilnehmer der Commons-Sommerschule sind mit den unterschiedlichsten Projekten hierher gekommen: eine Garten-Coop und ein Wohnprojekt aus Freiburg, eine Food-Coop in Potsdam, ein online Nähforum und „Freifunk“ – um nur ein paar zu nennen. Manche suchen Themen für ihre Abschlussarbeit, andere wollen neue Initiativen gründen, wieder andere das bereits Gegründete kritisch beleuchten oder ihren Erfahrungsschatz austauschen. Für manche steht die theoretische Auseinandersetzung mit „Commons“ im Vordergrund, für andere deren tagtägliche Praxis. So unterschiedlich Teilnehmer und Projekte auch sind, alle sind verbunden in dem Wunsch, eine nachhaltige, soziale, verantwortungsvolle und gleichzeitig selbstbestimmte Lebensform zu ermöglichen.

Da „Commons“ ein sehr vielfältig eingesetzter Begriff ist, nehmen wir uns immer wieder Zeit, ihn zu definieren und im Zusammenhang mit anderen Begriffen zu verstehen. Commons definiert nicht mehr nur das, was wir unter „Allmende“ bzw. „Gemeingut“ verstehen. Es beschreibt kein Gut an sich, sondern eine soziale Praxis, wie wir mit Gütern umgehen. Und diese folgt den Grundprinzipien: Selbstorganisation und Transparenz, Konsens- vor Mehrheitsprinzip, Freies Nutzen und Teilen von Wissen, keine Übernutzung aber auch keine Unternutzung von Ressourcen (z.B. die Unternutzung von von Wissen durch strenge Lizenzen). „Commons“ nicht nur als Gemeingut sondern auch als eine Methode zu verstehen, macht es möglich, es auf jegliche „Nutzergruppe“ einer Ressource, es also auf alle möglichen Dinge und Lebensbereiche anzuwenden. Es eröffnet die Diskussion, was ein Gemeingut ist bzw. sein sollte – denn im Grunde kann alles Gemeingut sein, wenn wir es einer sozialen Praxis diesen Prinzipien folgend dazu machen.

Ganz nach diesen Prinzipien gestaltet sich dann auch der Ablauf der Sommerschule selbst. Es gibt Vorträge von unseren „Experten“ (u.a. Silke Helfrich, Brigitte Kratzwald, Stefan Meretz und Heike Löschmann), die auf Eigeninitiative oder auf Nachfrage der Teilnehmer stattfinden. Unter anderem werden hier die Verhältnisse von Commons zum Kapitalismus, zum Geld, zum Markt, zum Staat beleuchtet und besprochen. Es werden Lesezirkel gebildet und das neu erworbene Wissen geteilt, diskutiert und auf die eigenen Projekte bezogen (Vorträge und Texte finden sich auf der Website der Sommerschule). Wie sich die Gruppen zusammenstellen, was thematisiert wird – und wie –, entscheidet jeweils die Gruppe selbst. Es ist hoch spannend zu beobachten, wie das von statten geht. Nur wenn es Konsens gibt, kann die Gruppe mit einer Diskussion wirklich fortschreiten. Das bedarf einerseits einer großen Offenheit und Aufmerksamkeit sowohl den eigenen Bedürfnissen als auch denen der anderen gegenüber, und andererseits einer ordentlichen Portion Geduld. Im Wesentlichen, das wird schnell klar, kommt es bei der „Commons-Praxis“ auf erfolgreiche Kommunikation an. Das hört sich banal und sehr allgemein an, ist aber nicht zu unterschätzen! Also gibt es auch einen Vortrag über verschiedene Methoden des Dialogs.

Von meiner Seite, die der Filmemacherin, ist der Dreh eine wahre Herausforderung. Es ist praktisch unmöglich als Ein-Frau-Team die angeregten Gespräche von über 20 Menschen mitzuschneiden. Dazu scheint das Tagesprogramm jederzeit offen zur Diskussion zu stehen und kann/darf eine Wende nehmen – das ist kein Mangel sondern teil der Kernidee, denn zur wahren Selbstorganisation gehört die stetige Reflektion und Möglichkeit des Wandels dazu.

Am letzten Tag bin ich erschöpft aber vor allem auch verblüfft über die handfesten Resultate. Neben dem Erlernen einer „Sprache“, in der man den Inhalt der Commons besser ausdrücken und selbstbewusst über sie sprechen kann, wurden ganz konkrete Ziele umgesetzt – Elenor Ostroms acht „Designprinzipien“ für die Commons in einem intensiven Prozess neu formuliert bzw. aus dem Englischen neu übersetzt, mit der Überarbeitung des Commonsartikels auf Wikipedia begonnen, Lernnetzwerke konzipiert, mögliche Multiplikatoren und Kooperationspartner für Foren gesammelt u.v.m.. Und ohne Zweifel kann man sagen: Die Commons-Sommerschule war ein recht perfekt gelebtes „Commons“.

UPDATE: Und hier ist nun auch der Film zur Sommerschule, den Julia produziert hat.

Commons Sommerschule from Wikimedia Deutschland on Vimeo.

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