re:publica-Nachlese: Frauen in die Wikipedia!

Wikimedia Deutschland war dabei: auf der re:publica 2012, der größten Konferenz Deutschlands über Blogs, soziale Medien und die digitale Gesellschaft. Drei Tage lang haben wir in vielen Sessions über Wikimedia Deutschland und Wikipedia informiert und obendrein über Freies Wissen diskutiert.

„Frauen in die Wikipedia!“ lautete unser Aufruf am ersten Nachmittag der Web-Konferenz. Katrin Rönicke, aktiv bei der feministischen Initiative „Frau Lila“, moderierte die Diskussionsrunde. Warum so wenige Autorinnen in Wikipedia mitschreiben und welche Strukturen innerhalb und außerhalb der Wikipedia den geringen weiblichen Anteil der Autorinnenschaft beeinflussen, gehörten zu den Kernfragen. Hierüber debattierten Anja Ebersbach und Dirk Franke, die sich beide ehrenamtlich im Präsidium von Wikimedia Deutschland engagieren. Die Wikipedianierin Stefanie Senger berichtete von ihren bisherigen positiven und negativen Erfahrungen in der Wikipedia. Mit Andreas Kemper ergänzte der kritische Blick des Mitbegründers des Portals Diskriminierung in der Wikipedia die Diskussion. Die Journalistin Susanne Patzelt und Autorin des Artikels „Nichts wie rein in die Welt des Wissens“ komplettierte die Runde.

Die Diskussion bezog sich vor allem auf zwei Aspekte: Es sollen so viele Menschen wie möglich am Wissen der Welt mitwirken, damit vielfältige Perspektiven und Themen abgebildet werden. Der Gender Gap der Wikipedia widerspricht dieser Idee derzeit, denn nur rund 10 Prozent der AutorInnenschaft sind Frauen. Einfache Lösungen gibt es zwar nicht, doch, so die einvernehmliche Meinung in der Diskussionsrunde, ist eine Auseinandersetzung mit dem Gender Gap in der Community der Wikipedia unerlässlich. Auch die verstärkte Ansprache von Frauen, die Lust haben in Wikipedia mitzuschreiben, sollte in Angriff genommen werden, damit die größte Enzyklopädie der Welt um weiteres Wissen bereichert wird.

Hier könnt Ihr nun selbst die Diskussion verfolgen. Viel Spaß bei der 50-minütigen Videodokumentation!

Frauen in der Wikipedia from Wikimedia Deutschland on Vimeo.

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Wikimedia:Woche 20/2012

Die Wikimedia:Woche ist die wöchentliche Zusammenfassung von aktuellen Nachrichten aus der internationalen Wikimedia-Bewegung. Der gemeinschaftliche Mailing-Newsletter von Freiwilligen und Wikimedia Deutschland wird immer donnerstags in Wikipedia, auf der Mailingliste des Vereins und auch hier im Blog veröffentlicht.

Interessierte sind herzlich eingeladen, bei der Zusammenstellung von interessanten Links und Themen mitzumachen. Bis zum jeweils folgenden Donnerstag wird hier gesammelt.

Viel Spaß beim Lesen!

 

= Wikimedia:Woche (20/2012) =

Frühere Ausgaben sind archiviert unter:

Die Liste der Beitragenden kann der Versionsgeschichte der jeweiligen Ausgabe im Archiv in Wikipedia entnommen werden.

 

Foundation und Vereine

WIKIMEDIA ÖSTERREICH

Der Vorstand hat für die kommenden drei Jahre strategische Ziele, Jahresziele und eine Struktur zu deren Umsetzung festgesetzt.
Erstes sichtbares Ergebnis: die Stellenausschreibung für eine/n Geschäftsführer/in.

WIKIMEDIA NIEDERLANDE

Die Monatsberichte der Länderorganisation für März und April 2012 wurden veröffentlicht.

WIKIMEDIA UK

Wikimedia UK hat einen neuen Vorstand gewählt. Das siebenköpfige Gremium hat nun drei neue Mitglieder. Namen und Details sind im Blog von Wikimedia UK zu finden.

WIKIMEDIA DEUTSCHLAND ZUR URHEBERRECHTSDEBATTE

Eine Bestandsaufnahme zur aktuellen Urheberrechtsdebatte hat Jan Engelmann, Leiter Politik und Gesellschaft bei Wikimedia Deutschland, veröffentlicht.

FRAGEN UND ANTWORTEN ZU RECHTSTHEMEN

Der Justiziar der Wikimedia Foundation, Geoff Brigham, und sein Team geben im Meta-Wiki Antworten auf Rechtsfragen, die sich regelmäßig in den Wikimedia-Projekten stellen. Wie im Februar 2012 angekündigt, soll hierüber die Community in wichtigen rechtlichen Fragen stärker unterstützt werden. Auf der Brainstorming-Seite können Themen und Fragen aus den Projekten eingebracht werden. Individuelle Rechtsberatung findet dort jedoch nicht statt.

Projekte und Initiativen

BILDUPLOAD ABSCHALTEN?

Im Meta-Wiki findet derzeit eine Umfrage zur Abschaltung des lokalen Bilduploads in kleineren Communitys statt.

Studien und Statistik

NEUES AUS DER AUTORENSTUDIE

Die Wikimedia Foundation hat Details aus einer internationalen Autorenumfrage veröffentlicht. Demnach geben 59 Prozent der Teilnehmer der Umfrage an, dass sie vor der Registrierung eines eigenen Benutzerkontos bei Wikipedia bereits als IP Änderungen vorgenommen hatten. Außerdem betrifft den Umfrageergebnissen zufolge der Rückgang der persönlichen Bearbeitungen besonders erfahrenere Benutzer. Zwischen diesen und neuen Autoren zeigt sich außerdem eine unterschiedliche Gewichtung der ihrer Meinung nach größten Probleme von Wikpedia: Neue Benutzer kritisieren eher komplexe Editierregeln, erfahrenere Benutzer tendenziell eher die Zusammenarbeit mit anderen Autoren.

Technik

KEINE WERBUNG AUF WIKIPEDIA!

Aus aktuellem Anlass hat die Wikimedia Foundation darauf hingewiesen, dass außer den Bannern des jährlichen Wikimedia-Spendenaufrufs keinerlei Werbung in Wikipedia geschaltet wird. Wer dennoch Werbung eingeblendet bekommt, ist womöglich Opfer von Schadprogrammen. Was man dagegen tun kann, wird hier beschrieben:

RENDER

Alle drei Monate finden Projektbeurteilungen für alle Partner des EU-Projekts statt. Einen Rückblick auf das kürzlich in Madrid stattgefundene Treffen ist im Blog von Wikimedia Deutschland veröffentlicht. Darin: Ein Blick in den Ablauf dieser Treffen und Aktuelles zur Entwicklung der Werkzeuge zur Artikelqualität in Wikipedia.

Termine

WIKICON 2012

Die Anmeldungsphase der WikiConvention in Dornbirn ist eröffnet. Außerdem können eigene Programmideen bis zum 30. Juni 2012 eingereicht werden.

LINUXTAG 2012

Vom 23. bis 26. Mai in Berlin. Nähere Informationen:
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Sturmerprobt: Kelda Niemeyer verstärkt Bereich Politik & Gesellschaft

Neu dabei: Kelda Niemeyer, Foto: Phillip Wilke, CC-BY-SA 3.0

Seit gestern hat sich der Bereich Politik & Gesellschaft um eine weitere Person verstärkt: Als Projektassistentin wird uns Kelda Niemeyer künftig dabei unterstützen, das Monitoring politischer Prozesse zu verbessern und verstärkt in Veranstaltungsformaten (z.B. Wikimedia Foren, Roundtables, Vorträgen) zu arbeiten.

Keldas akadamischer Hintergrund qualifiziert sie insbesondere für das Thema Urheberrecht, das ja in den letzten Tage auch sehr rege im Vereinsblog diskutiert wurde. Kelda studierte Jura mit Schwerpunkt Immaterialgüterrechte und Wettbewerbsrecht u.a. an der Humboldt-Universität Berlin und an der Columbia Law School in New York. Nach einer Station in der Abteilung Presse und Kommunikation des deutschen Bundestages war sie zuletzt als Presseassistentin von Marina Weisband, der ehemaligen politischen Geschäftsführerin der Piratenpartei, tätig. Selbst Gelegenheits-Fernsehguckern wird damit klar sein, welchen Ansturm sie zuletzt zu bewältigen hatte.

Kelda strebt vorerst keine Karriere als Rechtsanwältin an, sondern freut sich darauf, ihr praktisches und fachliches Know-how für die Bewegung Freien Wissens einzubringen. Zwar ist sie keine “reinrassige” Wikipedianerin, kennt aber den Einsatz von Wikis in der politischen Arbeit aus dem Effeff. Bei der Tätigkeit für Wikimedia Deutschland reizt sie insbesondere die Herausforderung, den gesellschaftlichen Mehrwert von “Openness” stärker zu vermitteln:

“Es ist mir wichtig, dass die freie Verfügbarkeit von Wissen als Chance begriffen wird, viele Bereiche unseres Lebens, Lernen und Arbeitens positiv zu verändern. Daher freue ich mich sehr, dieses Anliegen im Rahmen meiner Arbeit für Wikimedia in Politik und Verwaltung tragen zu können.”

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LinuxTag 2012 – Wikimedia³

Fußgängertunnel zum ICC (Foto: Kai Effelsberg, CC-BY-3.0*; via Wikimedia Commons)


 
Vom 23. bis 26. Mai findet auf dem Berliner Messegelände der LinuxTag 2012 statt. Zum ersten Mal präsentieren sich die drei deutschsprachigen Wikimedia-Vereine aus der Schweiz, Österreich und Deutschland gemeinsam auf der führenden Open Source-Messe in Europa. Unsere Pressemitteilung zur Veranstaltung findet sich hier.

Das ist der LinuxTag

Der obige Fußgängertunnel mit sechs Ausgängen hat es in die Liste der Fußgängertunnel in Berlin geschafft. Eigentlich führt er zum Internationales Congress Centrum Berlin, und dient nur indirekt dem Zugang zum benachbarten Messegelände. Mit dem LinuxTag ist das so ähnlich: Hinter ihm verbirgt sich mehr, als auf den ersten Blick sichtbar ist. Beim LinuxTag handelt es sich nicht um einen einzigen, sondern gleich um vier Veranstaltungstage. Es geht auch keineswegs nur um Linux, sondern um aktuelle Entwicklungen und Ideenaustausch rund um Open Source im Allgemeinen.

Was Wikimedia auf dem LinuxTag macht

Freies Wissen ist immer auch mit frei lizenzierter Software verbunden. Wikimedia CH, Österreich und Deutschland werden an einem eigenen Messestand an allen vier Tagen der Veranstaltung über die Förderung Freien Wissens informieren, insbesondere aber auch über aktuelle technische Entwicklungen und Angebote. Schwerpunkte liegen auf Wikidata und dem RENDER-Projekt. Aktuelle Zwischenmeldungen vom Wikidata-Team gibt es übrigens hier, Neuigkeiten vom RENDER-Team hier. Auf dem LinuxTag wird am Stand zusätzlich über die Offline-Verwendung von Wikipedia mittels Kiwix informiert.

Weil sich aus der technischen Möglichkeit, Dinge zu tun, immer auch die Frage ergibt, was für Dinge warum und wie gemacht werden sollten, machen wir es uns zum Ziel, am Stand auf die gezielte und korrekte Weiternutzung von freien Inhalten aufmerksam zu machen. Deshalb werden wir über die vielen Freiwilligen-Projekte rund um Wikimedia sprechen, wie zum Beispiel über den internationalen Fotowettbewerb Wiki Loves Monuments 2012.

Uns treffen und noch mehr

Das Programm des diesjährigen LinuxTages ist vielfältig, wird Besuchern also viele interessante Anknüpfungspunkte bieten. So führen zum Beispiel Mitglieder der Enquete-Kommission Internet und digitale Gesellschaft eine netzpolitische Podiumsdiskussion zu aktuellen Themen. Außerdem wird unter anderem das Open Data Portal Berlin präsentiert.

Als feste Anlaufstelle für Wikimedia-Themen ist der gemeinsame Stand von WMDE, WMAT und WMCH hier zu finden:
 
23.-26. Mai 2012
Messegelände unter dem Funkturm Berlin
Halle 7.2a
Standnummer 116

 
Wir freuen uns auf Euren Besuch!
 
* Kurzfassung der CC-BY 3.0-Lizenz. Kleine Anmerkung: Das hier verwendete Foto von Kai Effelsberg verlangt nur die Namensnennung bei Weiterverwendung, keine Kenntlichmachung von Änderungen (ShareAlike-Bedingung). Trotzdem, Ehre, wem Ehre gebührt: Diese Bild ist beim Einbinden deutlich beschnitten worden. Original angucken hier!

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Camouflierte Interessen: Auf Du und Du mit dem Urheberrecht

Mit dem in der letzten ZEIT veröffentlichten Aufruf “Wir sind die Urheber” ist eine seit Jahren andauernde Debatte endgültig Mainstream geworden. Günther Jauch muss sich so langsam darauf gefasst machen, dass es beim betulichen Schlagabtausch unter der Donnerkuppel demnächst etwas kleinteiliger und juristischer zugehen dürfte. Der Grund für den plötzlichen Hype des Urheberrechtsthemas? Sicherlich das Erstarken der Piratenpartei. Obwohl, das allein dürfte die zunehmende Verhärtung kaum erklären.

Es gibt wohl kein Thema, das den Bereich “Politik und Gesellschaft” bei Wikimedia Deutschland mehr beschäftigt als der Reformbedarf beim Urheberrecht. Nicht erst in den letzten Monaten, seit Jahren schon. So verfassen wir Stellungnahmen für das BMJ und geben Inputs für Grünbücher, nehmen an Hearings der EU teil, klären über die Ausweitung von Schutzfristen auf, thematisieren in Wahlprüfsteinen die Effekte eines restriktiven Urheberrechts und erläutern in Broschüren und auf Podien die Wirkungsweise freier Lizenzen. Immer und immer wieder.

Vor allem aber reden wir darüber, ständig. Und solange Zusammenkünfte mit Akteuren aus Politik, Gesellschaft und Wirtschaft lösungsorientiert und mit einem Multi-Stakeholder-Ansatz erfolgen, gibt es über bestimmte Unstimmigkeiten des geltenden Urheberrechts sofort einen Grundkonsens: Ja, die Zustimmungspflichtigkeit jedes Veröffentlichungsvorganges entspricht dem technischen Stand des analogen Zeitalters; ja, die Trennung zwischen Nutzungshandlungen im privaten und gewerblichem Kontext im Zeitalter von Blogs und Social Networks ist schon konzeptionell nicht mehr aufrechtzuerhalten; ja, die Proliferation verwaister Werke und damit die Nicht-Verfügbarkeit von Wissensbeständen bei gleichzeitiger Überproduktion auf den Kulturmärkten ist im Grunde ein Skandal für jede selbst ernannte “Bildungsrepublik”. Auch auf dem von iRights.info eingeleiteten “Urheber-Nutzer-Dialog” am letzten Freitag war dieser Common Ground deutlich zu spüren.

Doch sobald die Arenen des Austauschs so gestaltet sind, dass das eigentliche Thema die Anpassungprobleme von Rechteverwertern mit ihren auf Werkstücksverkauf und Kopienkontrolle fußenden Geschäftsmodellen sind, geraten auch wir schnell zwischen die Fronten der Partikularinteressen. Ich durfte diese Erfahrung erst letzte Woche wieder machen, als beim Medientreffpunkt Mitteldeutschland ein Vertreter von Sky Deutschland leutselig verkündete, endlich habe sich mit Sven Regener ein Vertreter der Urheber zu Wort gemeldet.

Die gegenwärtige Urheberrechtsdebatte, und das ist ein kritischer Befund für die Belange Freien Wissens, wird fast vollständig auf die Refinanzierungsprobleme von Inhalteanbietern (Fernsehen, Film, Musik, Buchbranche) und die Existenzsorgen von Urhebern enggeführt. Letztere sind durchaus kein neues Phänomen, siehe die Jahresberichte der Künstlersozialkasse. Und gerade deshalb erstaunt die Beharrlichkeit, mit der die Unterzeichner des ZEIT-Aufrufs – samt und sonders Bestsellerautoren mit vergleichsweise hoher Umsatzbeteiligung – offenbar kein Problem mit den Verhältnissen haben, unter denen etwa Übersetzer oder freie Journalisten ihre Miete erwirtschaften müssen. Die gesamte Bigotterie des Aufrufs, der durch einen bekannten Literaturagenten orchestriert wurde und in einer Publikation des Holtzbrink-Verlags sein Forum fand, wird durch den CARTA-Kommentar von Petra van Cronenburg deutlich: “Ich verdiene meinen Lebensunterhalt nicht durch die Existenz des Urheberrechts, sondern durch knallharte Verhandlungen mit immer sparsameren Auftraggebern.”

Zum geschickten Camouflieren der eigenen Interessen passt, dass die VG Wort in die ganze Aufregung hinein ein Positionspapier platziert hat, bei dem ein Lob für Creative-Commons-Lizenzen (“Auch hier ist der Urheber, der freiwillig entscheidet, welche Nutzungen und Bearbeitungen er erlauben will.”) mit einem Bekenntnis zum gesetzgeberischen Status-Quo verknüpft wird: “Eine Schutzfristverkürzung würde das geistige Eigentum der Urheber deutlich entwerten ohne von wirklichem Vorteil für die Allgemeinheit zu sein.”

Dass allein die Piratenpartei und der CCC mit seinem Modell der “Kulturwertmark” hinter solche vermeintlichen Wahrheiten ein Fragezeichen setzen, macht die Debatte nicht eben einfacher. Die zuletzt sehr erfreulichen Reformüberlegungen auch bei den etablierten Parteien werden durch den gebetsmühlenartigen Vorwurf des “profanen Diebstahls” (ZEIT) zunehmend zum Erliegen gebracht. Dass die stürmischen Zeiten der Copyright Wars dennoch weitergehen, scheint indes ausgemacht: Denn immer mehr Menschen spüren, dass Schutzrechte, die ursprünglich nur für professionelle Marktteilnehmer entwickelt wurden, in ihre ganz profanen Alltagsabläufe eingreifen. Man denke nur an einen Lehrer, der im 21. Jahrhundert noch mit dem Pritt-Stift hantieren muss, oder das schon fast sprichwörtliche Geburtstagsvideo auf YouTube.

Wikipedianer, die als starke, weil: autonome Urheber wertvolle Beträge zur Wissensallmende erbringen, werden sich in diesen Kämpfen nicht immer wiederfinden. Die “Kostenlos-Kultur”, die das Internet lange vor dem WWW und damit den digitalen Geschäftsmodellen entwickelt hat, gilt ihnen nicht als Diffamierung ihrer Tätigkeit, sondern als Aspekt einer Kultur des Teilens, die auf möglichst breiten Zugang statt auf Beschränkung setzt. Dass die Philosophie des Open Content nicht als nachahmenswertes Modell für sämtliche Marktteilnehmer im Internet taugt, sollte uns bewusst sein. Dass aber der Mehrwert freier Lizenzen neuerdings schon als Vorwand dafür herhalten muss, überhaupt keinen Reformbedarf mehr beim Urheberrecht zu erkennen, muss uns ernsthaft zu denken geben.

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RENDER-Projekt-Treffen in Madrid

Distrito Telefónica (Madrid), Foto: Luis García (Zaqarbal), CC-BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons

Neues vom RENDER Forschungsprojekt:
Am 3. und 4. Mai nahmen Kai Nissen und ich am Projekttreffen aller Partner bei Telefónica in Madrid teil. Diese Treffen finden einmal pro Quartal statt und werden jeweils von einem anderen Projektpartner organisiert. Diese persönlichen Begegnungen ermöglichen einen direkten Austausch und die Gelegenheit über aktuelle Arbeiten zu sprechen. Außerdem kann schnell und unkompliziert an u.a. technischen Problemen getüftelt werden.
Während des letzten Meetings in Innsbruck wurde eine Änderung des Ablaufs für die kommenden Treffen beschlossen: der erste Tag wird für die Präsentationen der aktuellen Arbeiten sowie die Planung weiterer Arbeitsschritte verwendet, die notwendig sind um aktuelle Aufgabenpakete erfolgreich abschließen zu können. Am zweiten Tag, dem Programmiertag, nutzen wir die Zeit zur Besprechung konkreter technischer Schwierigkeiten mit einzelnen Partnern und notwendiger, gemeinsamer Programmierungen.

Der Präsentationstag

Am ersten Tag des Treffens präsentierten wir den aktuellen Stand des RENDER-Toolkits.
Darüber hinaus diskutierten wir unsere aktuellen Analysen zur Neutralität und Aktualität von Wikipedia-Artikeln.
Dabei verfolgen wir folgende Ideen:
Für die Messung von Neutralität untersuchen wir derzeit Bundestagsprotokolle um Ausdrücke identifizieren zu können, die prototypisch von einer bestimmten Partei bzw. Fraktion verwendet werden. Mit Hilfe dieser Ergebnisse werden wir in der deutschen Wikipedia nach politische Tendenzen suchen und auch die Entwicklungen über die Zeit auswerten.
Die Aktualität von Wikipedia-Artikeln berechnen wir gegenwärtig durch die Auswertung von Edit-Zahlen unter Beachtung verschiedener Sprachversionen eines Artikels. Diesen Ansatz, der im Change Detector-Tool auf dem Toolserver ausgetestet werden kann, wollen wir in einem weiteren Schritt mit Informationen aus externen Quellen wie z.B. Nachrichtenartikeln kombinieren. Unser Projektpartner JSI wird bei der Umsetzung dieser Idee eng mit uns zusammenarbeiten und stellte in Madrid seinen News-Crawler vor. Einen ersten Eindruck des Prototypen bekommt man auf dieser Demoseite.

Der Programmiertag

Am zweiten Tag spezifizierten wir mit JSI unsere technischen Anforderungen zur Auswertung der Aktualität durch die Verwendung zusätzlicher Informationen aus Nachrichten-Artikeln. Darüberhinaus definierten wir einen weiteren Ansatz zur Neutralitätsanalyse besonders in deutschsprachigen Wikipedia-Artikeln. Hierfür extrahierten wir für JSI einen Datensatz, das wir in den nächsten Tagen auch auf die Toolkitseite laden werden. JSI verwendet diese Daten um mit Hilfe von maschinellen Lernverfahren charakteristische Muster von „Nicht-Neutralität“ in Artikeln zu identifizieren. Diese Arbeiten werden wir in den kommenden Monaten vertiefen.
Die Verbesserung des Toolkits war ein weiterer wichtiger Schwerpunkt an diesem Tag. Das „Viel-Augen-Prinzip“ brachte auch hier wertvolle Vorschläge und Ideen.

Wir brauchen eure Unterstützung

Wir würden uns sehr über eure Rückmeldungen zum Toolkit freuen. Gebt uns doch bitte bescheid, wenn beispielsweise Beschreibungen unverständlich sind, Funktionen fehlen oder die Ergebnisse nicht nachvollziehbar sind. Das Toolkit ist in einem ständigen Erweiterungs- und Verbesserungsprozess – dafür brauchen wir auch eure Ideen!

Zur Vervollständigung unseres Teams suchen wir noch Software- und Web-EntwicklerInnen.
Meldet euche gerne bei Interesse und bitte unbedingt weitersagen!!

Bei weiteren Fragen und Anregungen freue ich mich über eure Nachricht an render@wikimedia.de!

Noch ein abschließendes Wort zu Madrid

Es soll eine tolle Stadt sein, hab ich gehört. Leider haben haben mich 14 Grad und Dauerregen nicht so richtig überzeugt. Aber das Telefónica-Hauptgebäude war ziemlich beeindruckend (siehe Foto)!

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Wikimedia:Woche 19/2012

Die Wikimedia:Woche ist die wöchentliche Zusammenfassung von aktuellen Nachrichten aus der internationalen Wikimedia-Bewegung. Der gemeinschaftliche Mailing-Newsletter von Freiwilligen und Wikimedia Deutschland wird immer donnerstags in Wikipedia, auf der Mailingliste des Vereins und auch hier im Blog veröffentlicht.

Interessierte sind herzlich eingeladen, bei der Zusammenstellung von interessanten Links und Themen mitzumachen. Bis zum jeweils folgenden Donnerstag wird hier gesammelt.

Viel Spaß beim Lesen!

 

= Wikimedia:Woche (19/2012) =

Frühere Ausgaben sind archiviert unter:

Die Liste der Beitragenden kann der Versionsgeschichte der jeweiligen Ausgabe im Archiv in Wikipedia entnommen werden.

 

Foundation und Vereine

WIKIMEDIA FOUNDATION: BERICHT ÜBER DEN FUNDRAISER 2011

Ein umfangreicher abschließender Bericht über die Spendenkampagne 2011 ist von der Wikimedia Foundation veröffentlicht worden.

WIKIMEDIA DISTRICT OF COLUMBIA

Die in Washington, DC ansässige Wikimedia-Organisation hat zum Auftakt einer Dialogreihe mit Botschaften in Washington eine Veranstaltung mit Vertretern aus Estland und der Washington European Society durchgeführt. Thema war die weltweite Freiheit des Internets.
In Vorbereitung der bevorstehenden Einstellung eines ersten hauptamtlichen Mitarbeiters hat Wikimedia DC außerdem einige Richtlinien für diesen Prozess beschlossen:

WIKIMEDIA MEXIKO

Wikimedia Mexiko hat einen Vorstand gewählt, zu dessen nächsten Aufgaben das Erarbeiten einer Jahresplanung gehören wird.

WIKIMEDIA DEUTSCHLAND

Wikimedia Deutschland war mit einem eigenen Stand auf der re:publica 12 in Berlin vertreten. Erste Rückblicke auf die Veranstaltung wurden im Blog von Wikimedia Deutschland veröffentlicht.
Außerdem konnten die Ergebnisse der Wahlprüfsteine bekanntgegeben werden, die Wikimedia Deutschland an alle Parteien im Vorfeld der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen verschickt hatte. Alle bisher im Landtag vertretenen Parteien antworteten:

WIKIMEDIA ÖSTERREICH

Nachdem der österreichische Verein kürzlich eine Strategieplanung für die nächsten drei Jahre erarbeitet hat, wurde nun als erster Schritt der Umsetzung die Stelle eines Geschäftsführers ausgeschrieben:

Projekte und Initiativen

GLAM BEI WIKIMEDIA SCHWEDEN UNTER NEUER FÜHRUNG

Wikimedia Schweden hat Axel Pettersson (User:Haxpett) als Koordinator für GLAM- und Outreach-Projekte eingestellt.

GLAM BEI DER AMERICAN ASSOCIATION OF MUSEUMS

Auf der größten Konferenz US-amerikanischer Museen haben verschiedene Wikipedians in Residence vor Museumsvertretern über ihre Erfahrungen als Bindeglied zwischen kulturellen Institutionen und Wikipedia referiert. Einen Rückblick gibt es im Blog der Wikimedia Foundation.

WIKIPEDIAN IN RESIDENCE: ÜBERSICHT

Mit Lane Rasberry wurde ein weiterer Wikipedian in Residence (WiR) in den USA angestellt. Rasberry wird für das Verbraucherschutzmagazin “Consumer Reports“ tätig werden. Mit Andrew Gray verkündete Wikimedia UK die Anstellung eines WiR an der Britsh Library (London). Eine Übersicht über die Wikipedians in Residence gibt es im Meta-Wiki.

BILDERSPENDE FÜR WIKIPEDIA

Das Walters Art Museum in Baltimore, Maryland (USA), hat 19.000 Fotos von Kunstwerken des Museums unter freier Lizenz auf Wikimedia Commons eingestellt. Die Zusammenarbeit mit Wikipedianern, um die Spende zu realisieren, begann während des GLAMcamp DC im Februar 2012.

OFFLINE-WIKIPEDIA IN KENIA

Wikimedia Kenia verfolgt ein Projekt, um Offline-Versionen von Wikipedia auf Rechnern an Schulen in Kenia zu installieren. Ein Rückblick auf das Unternehmen von Freiwilligen, landesweit 30 Schulen mit Wikipedia zu versorgen, findet sich im Blog der Wikimedia Foundation.

Studien und Statistik

WIKIPEDIA MOBIL

Die Wikimedia Foundation hat ihr Jahresziel 2012 bezüglich der Reichweite des Mobilangebots von Wikipedia erreicht. Demnach gab es im vergangenen April 2,089 Millarden Seitenzugriffe auf mobile Wikipedia-Versionen. Im Jahresvergleich ist das eine Steigerung von 187 Prozent, die unter anderem mit der Veröffentlichung der offiziellen Android-App für Wikipedia und dem neuen Mobildesign zusammenhängt.

Technik

WIKIMEDIA FOUNDATION: TECHNIKBERICHT

Ausführliche Informationen über den Zwischenstand sämtlicher technischer Entwicklungen der Wikimedia Foundation beinhaltet der entsprechende Monatsbericht für April 2012.

DATENSICHERHEIT

Die Wikimedia Foundation hat eine Kooperation mit dem Unternehmen DigiCert bekanntgegeben. DigiCert soll die Sicherheit von Daten auf den Webseiten der Wikimedia-Projekte gewährleisten. Dazu gehört auch der Mobilbereich. Details im Blog der Foundation:

MATHJAX ERSETZT TEX (EXPERIMENTELL)

LaTeX zur Auszeichnung von mathematischen Formeln bleibt Wikipedia erhalten, aber es gibt jetzt auf allen Wikimedia-Projekten eine Alternative zu TeX beim Rendern der Formeln zur Darstellung im Webbrowser. In den Konto-Einstellungen kann man unter „Aussehen/Math“ wählen zwischen der Darstellung des TeX-Quelltexts, einer Darstellung der Formel im Artikel als Grafik (PNG) oder einer Darstellung mit Hilfe von MathJax.
Die neue Lösung ist noch experimentell und fehleranfällig. Sie bietet den Vorteil, dass Formeln per Copy und Paste in MathML übertragen werden können. Außerdem passen sich die Formeln typographisch schöner in das Schriftbild des Webbrowsers ein als die geTeXten PNGs. Das Portal:Mathematik diskutiert und sammelt Erfahrungen mit der neuen Erweiterung. MathJax ist eine JavaScript-basierte Lösung und funktioniert mit allen modernen Webbrowsern. Das Standard-Paket für den mathematischen Formelsatz AMS-LaTeX wird unterstützt.

WIKIDATA

Das Wikidata-Team hat eine Einführung mit Anschauungsbeispielen zum künftigen Verlinken von Artikeln in verschiedenen Wikipedia-Sprachversionen veröffentlicht:

Termine

WIKIMEDIA-SPRECHSTUNDEN PER GOOGLE-KALENDER

Die Sprechstunden (office hours) der Wikimedia Foundation sind jetzt zusätzlich zu der Ankündigung im Meta-Wiki auch über einen öffentlichen Google-Kalender zu abonnieren.

WAHLEN ZUM SCHIEDSGERICHT ANGELAUFEN

Bis zum 21. Mai 2012 werden fünf Nachrücker in das Schiedsgericht der deutschsprachigen Wikipedia gewählt. Zwölf Kandidaten stehen zur Wahl.

HIGHBEAM RESEARCH NUN WÖCHENTLICH

Bewerbungen um einen Zugang zu der Datenbank HighBeam Research sind weiterhin möglich. Die restlichen verfügbaren Accounts werden nun im Wochentakt vergeben. Jeder, der seit mindestens einem Jahr in Wikipedia angemeldet ist und mindestens 1000 Bearbeitungen vorgenommen hat, kann sich in die entsprechende Liste in der englischen Wikipedia eintragen.

WIKIMEDIA BEIM LINUXTAG 2012

Vom 23. zum 26. Mai, präsentieren sich Wikimedia Deutschland, Österreich und Schweiz erstmals gemeinsam bei einer Konferenz. Auf dem Gelände der Messe Berlin findet der LinuxTag statt, die führende Messe zu Open Source-Trends mit umfangreichem Vortrags- und Workshopprogramm.
Kostenlose E-Tickets werden gerne verschickt. Dafür bitte melden bei manuel.schneider@wikimedia.at.
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Wikimedia Commons auf der re:publica 2012

1. Seite des PDF
1. Seite des PDF

Auf Einladung von Jan Engelmann war ich drei Tage am Stand von Wikimedia Deutschland auf der re:publica. Es ergaben sich viele wichtige Gespräche über Wikipedia und Wikimedia Commons; u.a. konnte ich einem Entwickler im WissensWert-Projekt „Open-Access-Medienimporter für Wikimedia Commons“ helfen und lernte den Mitarbeiter des DLR kennen, der die Freigabe der DLR-Fotos unter der cc-by-sa-3.0-Lizenz betreut.

Am 2. und 3. Veranstaltungstag hatte ich dann jeweils Vorträge am Stand über Wikimedia Commons. Diese hatten leicht unterschiedliche Zielsetzungen: Der 1. Vortrag war mehr eine Vorstellung von Wikimedia Commons im allgemeinen und wie man am einfachsten zum Ziel kommt: Passende Fotos für seine eigene Publikation/sein eigenes Blog zu finden (PDF der Präsentation). Leider war dieser Vortrag am späten Nachmittag nicht so gut besucht, trotzdem zeigte sich auch hier, dass a) der Commonscat-Link am Ende der Artikel weitgehend unbekannt ist, b) die Suche in Commons verbesserungswürdig ist. Jan fragte mich noch, was ich mir von der Wikimedia Foundation wünschen würde, hätte ich jetzt 1 Wunsch frei. Nun, es gibt viel zu tun, aber das wichtigste scheinen mir doch maschinenlesbare Metadaten (Urheber, Lizenz, etc.) zu sein. Dann endlich können Tools entwickelt werden, die sauber funktionieren und beispielsweise dem Blogger, der ein Bild von uns nutzen möchte, gute Vorlagen zum Kopieren der Urheber-/Lizenzinformationen zur Verfügung stellen.

Mein Vortrag am 2. Tag lag am Vormittag und hatte mit dem Thema „Wenn die Zeit mal wieder knapp ist: Wikimedia Commons für Bilderprofis“ (PDF der Präsentation. Ich bitte um Verzeihung, dass das PDF nicht auf jede lizenztechnische Feinheit eingeht, aber dafür war nicht die Zeit) die Zielsetzung, über klassische Fehler bei der Nachnutzung und die korrekte Form der Nachnutzung zu informieren. Mit 15 Zuhörern hatte ich diesmal ein großes Publikum, das vor allem aus potentiellen Nutzern bestand und die  gezielt Fragen stellten. In vielen Gesprächen im Anschluss an den Vortrag konnten noch Detailfragen geklärt und Wissen vertieft werden.

Fazit: Über die Möglichkeiten von Wikimedia Commons inkl. der korrekten Nutzung ist immer noch viel Aufklärungsarbeit notwendig.

PS: Gestern Abend, völlig unabhängig von den Vorträgen, erreichte mich eine Frage zu einem meiner Fotos: „Tatsächlich ist es für mich insbesondere auch bei den Lehrbüchern für Piloten, die ich als Autor hauptsächlich verfasse, immer sehr schwierig, die Verwendbarkeit eines Wikipedia Fotos zu beurteilen. Vielfach werden dort Nutzungsbedingungen genannt, die nur die Verwendung im Internet und nicht das Druckmedium berücksichtigen.“ Nein, das ist kein verstecktes GFDL-Bashing, sondern O-Ton eines Nutzers.

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“Mit Ignoranz sind wir bisher gut gefahren” – Auch DIE PARTEI antwortet

Martin Sonneborn, Foto: TobiasK, CC-BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons

Oft zeigen Nachzügler eine entwaffnende Nachlässigkeit, man verzeiht ihnen das Zu-spät-Kommen, schluckt das Grummeln einfach runter. Ein lustiger, hingeraunter Satz genügt oft, um den angesammelten Frust der Wartezeit schnell in allgemeines Wohlgefallen aufzulösen.

So ähnlich ging es uns gestern mit DIE PARTEI (Wahlslogan: “Ihre Atome sind mir wichtig”). Also jener pfiffigen Gruppierung, die nicht nur eine schiefe Grammatik erzeugt, sondern auch schief zu den anderen Wettbewerbern im politischen Betrieb liegt.

Als Mathias Schindler gestern die Antworten zu unseren NRW-Wahlprüfsteinen veröffentlichte, hatten uns Sonneborns Schergen schnöde eine Antwort verweigert – obwohl wir geradezu darum gebettelt hatten. Umso größer war die Freude, als um 18:49 Uhr (MEZ) der situationistische Schmonzes schließlich im txt-Format bei uns anlangte.

Erwartungsgemäß legen die verwöhnten Publikumslieblinge, die sich sogar Bela B. als Wahlkampf-Testimonial locker leisten können, keinen besonderen Wert auf Konsistenz. Dennoch müssen wir einräumen, dass die Spaßguerilla sich, angeleitet vom Kriminalbiologe Dr. Mark Benecke, offenbar so etwas wie wissenschaftliche Akkuratesse zu eigen gemacht hat. Wie man sich anhand des Gesamttableaus der Antworten überzeugen kann, sind einige Antworten von DIE PARTEI zumindest konkreter als im Falle der CDU, der das kleinteilige Prozedere offensichtlich doch etwas zu mühsam erschien. Dennoch: Angesichts des erneut guten Rücklaufs freuen uns jetzt schon auf die Bundestagswahl.

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re:publica 2012 – Rückblick auf drei Tage für Freies Wissen

Wikimedia Deutschland auf der re:publica 2012 (Foto: Raimond Spekking, CC-BY-SA 3.0*; via Wikimedia Commons)

Am Freitag, den 4. Mai, endete die größte deutsche Web-Konferenz mit ihrem dritten Veranstaltungstag. Wie im Vorfeld angekündigt, war Wikimedia Deutschland in diesem Jahr zum ersten Mal mit einem eigenen Stand vor Ort, um über Freies Wissen aufzuklären. Die Idee dieses festen Anlaufpunkts für Neugierige zahlte sich aus. Zwar ist die re:publica traditionell ein Ort, an dem netzaffine Menschen schnell ins Gespräch kommen, aber der Wikimedia-Stand machte den Verein über alle drei Tage für jeden Besucher permanent sichtbar. Der offene Raum mit kleiner Bühne lag mitten in der Haupthalle des Veranstaltungsortes, die Zugang zu den acht Rednerbühnen der re:publica bot. An uns und unseren Themen führte also kaum ein Weg vorbei!

Unser Programm

In den Vorbereitungen zur Veranstaltung ging es uns darum, am Stand mit einem gut ausgelasteten Programm über Ziele des Vereins zu informieren und, natürlich, jederzeit für Fragen und Antworten zur Verfügung zu stehen. Erfahrene Wikipedia-Aktive und Mitarbeiter der Geschäftsstelle riefen in ihren Präsentationen und Diskussionsrunden zum Mitmachen in den Wikimedia-Projekten auf. Wiederkehrende Themen waren unter anderem Partizipation, Wikipedia im Bildungskontext, freie Lizenzen und ihre richtige Anwendung, sowie das neue Großprojekt Wikidata. Rückblicke auf einzelne Veranstaltungen werden noch folgen.

Ein Fazit ließ sich bereits direkt nach der Veranstaltung ziehen: Wir konnten viele Wissenslücken der Gäste rund um Wikipedia und Wikimedia schließen. Die Nachfrage nach unseren mitgebrachten Infomaterialien war groß und die Ehrenamtlichen standen uns mit ihrem Expertenwissen tatkräftig zur Seite. An dieser Stelle noch einmal vielen Dank an alle Beteiligten!

Gespräche mit der Presse

Der Wikimedia-Stand diente uns insbesondere auch als Forum für Journalisten, um Hintergrundgespräche und Interviews durchzuführen. Es waren Medienvertreter aus aller Welt vor Ort – von Russland bis Österreich wollte man mit uns über unsere Arbeit sprechen. Einige erste Beiträge finden sich bereits im Pressespiegel – weitere werden folgen.

 

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