Neues von der Wikipedia Academy

Das ursprüngliche Konzept der Wikipedia Academy, externe Wissenschaftler in engen Dialog mit der Wikipedia zu bringen, wurde 2011 erfolgreich von Community-Veranstaltungen wie „Wikipedia trifft Altertum“umgesetzt. Hier hat sich sehr schön gezeigt, dass Fachbereiche in der Wikipedia mittlerweile ein gutes Standing in der Scientific Community haben, dass beide Seiten neugierig aufeinander sind und viele Themen zu besprechen haben.

Wikimedia Deutschland möchte daher den Fokus der Wikipedia Academy deutlicher in Richtung „Forschung und Wissenschaft um, in und mit Wikipedia“ verschieben. Sie soll Wikipedia-Forscher miteinander in Kontakt bringen, den intensiven Austausch anregen und Möglichkeiten neuer Zusammenarbeit und Interaktion schaffen. In diesem Sinn möchten wir folgenden Ansatz zur Diskussion stellen:

Die Konferenz verfolgt unter anderem das Ziel, einen Überblick der aktuellen Wikipedia-Forschung und der Wikipedia als Forschungsgegenstand zu präsentieren. Dabei wird sowohl auf Forschungen eingegangen, die die Wikipedia selbst als Untersuchungsgegenstand haben, als auch auf Arbeiten, in denen Wikipedia als Datengrundlage oder Werkzeug der Entwicklung genutzt wird. Sie bietet einen Rahmen wissenschaftliche Ergebnisse verschiedenster Disziplinen vorzustellen, die zu diesem Forschungsfeld relevante Beiträge leisten.

Weiterer Schwerpunkt ist für uns außerdem, Forschern die verschiedensten Werkzeuge für ihre Arbeit mit und über Wikipedia vorzustellen und sie zur Forschung am Objekt zu befähigen. Wir möchten zeigen, wie Wikipedia strukturiert ist, wie der Toolserver funktioniert, was die Aufgaben und wer Ansprechpartner von Wikimedia Foundation, Research Committee und Wikimedia Deutschland im Wissenschaftsfeld sind. Wir sprechen erfahrene Wissenschaftler und Young Researchers an und auch Wikipedianer sind natürlich eingeladen, sich mit eigenen Panels, Workshops und Postersessions zu beteiligen.

In Gesprächen mit den Organisatoren der CPoV und der Free Culture Research Conference sowie Wissenschaftler und Wikipedisten wurde recht schnell klar, dass wir die Ausarbeitung des Programms und der Schwerpunkte im Idealfall einem unabhängigen Programm Committee bzw. Advisory Board überlassen wollen. Wir erhoffen uns durch das Hinzuziehen externer Fachleute einen breiteren Blick auf die verschiedenen Forschungsthemen sowie Kontakte zu Wissenschaftlern unterschiedlichster Disziplinen.

Die eigentliche Konferenz soll erst 2012 stattfinden. Einen Grundstein für diese Veranstaltung legen wir aber bereits Ende diesen Jahres: Wir möchten Organisatoren, Programm Committee und einige Wikipediaforscher zu einem kleinen Workshop einladen, in dem die Veranstaltung gemeinsam konzeptioniert und vorgestellt wird. Über eure Anregungen, Hinweise und Ideen freuen wir uns und sobald wir neue Informationen haben, geben wir Bescheid.

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Aktuelles aus dem Wikipedia-Schulprojekt

Gut 40 Prozent der Schülerinnen und Schüler nutzen Wikipedia regelmäßig (KIM-Studie 2010), bei Lehrern liegt der Anteil für die Unterrichtsvorbereitung sogar noch höher (“Bildungsstudie: Digitale Medien in der Schule”, (N)Onliner Atlas 2011 der Initiative D21). Die Aufklärung über einen kompetenten Umgang mit Freiem Wissen ist daher besonders wichtig.
Wer in die Schulen geht, merkt bald, dass es nicht ausreicht, freie Inhalte zu erschaffen und sie allgemein verfügbar zu machen, man muss auch zum richtigen Umgang damit anleiten und das heißt im Fall von Wikipedia: Zu einem kritischen Umgang. Dies ist das Ziel des Wikipedia-Schulprojekts, das unter dem Motto „Wikipedia macht Schule“ freiwillige Referenten an Schulen und Universitäten entsendet. In Workshops wird das Verständnis für Freies Wissen bei Schülern, Lehrern, Lehramtstudenten und Pädagogen verbessert und der kritische Umgang mit der freien Enzyklopädie erlernt. Die Teilnehmer erhalten einen Einblick in das Projekt und lernen anhand verschiedener Aufgaben die Qualitätssicherung in Wikipedia kennen. So können sie Wikipedia besser verstehen und die Qualität der Artikel besser einschätzen.

Das Referentennetzwerk ist in diesem Jahr richtig in Fahrt gekommen und Wikipedianer und Medienpädagogen sind seitdem in allen Teilen Deutschlands unterwegs, um im Bildungsbereich Medien- und Informationskompetenz im Umgang mit freien Inhalten zu vermitteln.
Die Rahmenbedingungen für die Veranstaltungen sind dabei höchst unterschiedlich: Die Referenten organisieren Workshops für die Lehrerfortbildung schwerpunktmäßig an Gymnasien und an Oberschulen ebenso wie für Lehrer in der Referendarausbildung. Das Schulprojekt wurde zu Projektwochen eingeladen sowie zu einmaligen Veranstaltungen und Übungen, in denen Schüler auf die Webrecherche für eine Jahresarbeit vorbereitet werden. Außerdem wird das Projekt auch bei Lehrertagungen und bei BarCamps vorgestellt. Über diese Veranstaltungen wurde auch häufig in der Presse berichtet, beispielsweise in der waldorfpädagogischen Zeitschrift Erziehungskunst, sowie in den Webauftritten der Schulen, besonders ausführlich auf der Website des Privaten Gymnasiums Marienstatt. Auch an einer Grundschule konnten wir im August erfogreich ein Pilotprojekt durchführen, in dem Fünftklässler spielerisch Wikipedia kennenlernen konnten. Aktuelle Bilder aus dem Projekt finden sich auf Wikimedia Commons. Regelmäßig berichten wir auch in unserem Monatsbericht über das Schulprojekt.

Im Rahmen des Projekts wird deutlich, dass die meisten Benutzer vieles, was für die alten Hasen unter den Wikipedianern schon selbstverständlich geworden ist, erst durch das Schulprojekt kennenlernen – vom elementaren Arbeiten mit dem Wiki (Diskussionsseite und Versionsgeschichte zu einem Artikel) über das richtige Zitieren einer Quellenangabe aus Wikipedia bis hin zur Verwendung von Bildern aus dem freien Medienarchiv Wikimedia Commons auf der Schul-Website mit der korrekten urheberrechtlichen Angabe gemäß der jeweiligen Lizenz, unter der das Werk dort verfügbar ist.

Zwei Mal im Jahr finden Treffen der Referenten statt, die dem Erfahrungsaustausch und der Weiterbildung dienen. Vom 26. bis 28. August 2011 trafen sich in diesem Rahmen rund zwanzig Referenten des Schulprojekts zu ihrem vierten “SchulCamp” in Nürnberg. Dabei galt es, Konzepte weiter zu entwickeln und die nächsten organisatorischen Schritte gemeinsam zu besprechen.
Ort des Geschehens war der CoWorking-Space in Nürnberg, der mit seiner arbeitsfreundlichen Atmosphäre maßgeblich zum Erfolg des Treffens beitrug. Die meisten aktiven Referenten waren schon von Anfang an im Schulprojekt dabei, einige sind neu hinzugestoßen und wurden nun intensiv auf bevorstehende Einsätze vorbereitet. Dies geschah unter anderem in einem offenen Workshop, der zu Beginn des Treffens sowohl interessierte Coworker als auch neue Referenten über Wikipedia informierte. Am zweiten und dritten Tag arbeiteten alle beteiligten Referenten an den Inhalten der Schulungen und daran, die bisherigen Erfahrungen in die Inhalte und Konzepte einfließen zu lassen. Das Camp zeigte, wie wichtig der persönliche Austausch für die Arbeit in einem Referentennetzwerk ist und wie hilfreich es ist, sich gegenseitig unterstützen zu können. Am Ende des Wochenendes konnten wir auf eine lange Liste erarbeiteter Inhalte zurückblicken und sind nun bereit für ein neues Schuljahr mit dem Wikipedia-Schulprojekt. Nächste Schritte sind nun, neben der Durchführung weiterer Workshops, auch die Erarbeitung von Handreichungen für Lehrer.

Das Schulprojekt ist weiterhin auf der Suche nach neuen Referenten, vor allem im hohen Norden, in Niedersachsen und in Bayern. Wikipedianer oder Pädagogen, die am Schulprojekt mitarbeiten möchten, können sich bewerben mit einer Mail an schule@wikimedia.de. Diese Adresse gilt übrigens auch für Lehrer, die uns an ihre Schule einladen möchten. Wir freuen uns auf Eure Anfragen und Anregungen!

Es grüßen,
Jürgen F. und Elly K.

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Gedämpfte Musik

Abbey Road von Merith, CC-BY 2.0

Wer jetzt schon mit der Stoppuhr darauf wartet, Remixe der ersten Beatles-Single zu erstellen und auf Wikimedia Commons hochzuladen, wird wohl erneut enttäuscht werden. “Love me do”, am 4. September 1962 aufgenommen, dürfte auch weit über das nächste Jahr hinaus nicht frei nachgenutzt werden können. Obwohl die Songs der Fab Four längst zum gefühlten Weltkulturerbe zählen, werden sie frühestens in zwanzig Jahren ins Gemeingut übergehen. Wie die Urheberrechts-Plattform iRights.info berichtet, könnte bereits morgen in Brüssel ein entsprechender Antrag auf Verlängerung der Schutzfrist für Tonaufnahmen zur Beschlussfassung im Europäischen Rat am 12. September vorbereitet werden. Damit hätte sich einmal mehr das Lobbying der Musikindustrie gegenüber den Einwänden renommierter Forschungsinstitute durchgesetzt.

Wie ein von Wikimedia Deutschland e.V. gefördertes Themendossier von Philipp Otto und John Hendrik Weitzmann darlegt, sind die vorgebrachten Argumente für eine Verlängerung der Schutzfristen von gegenwärtig 50 auf 70 Jahre fadenscheinig: Hauptprofiteure wären allein die vier großen Major-Labels Universal, Sony BMG, Warner Music und EMI, die über umfangreiche Backkataloge verfügen. Demgegenüber würden die ausübenden Künstler durch ihre Rechte-Buy-Outs nur in sehr geringem Maße an den Einnahmen partizipieren. Wenn es vor allem um die Vergütung der Urheber ginge, so die Autoren, “wäre eine Reform des Urhebervertragsrechts wesentlich effektiver”. Vor allem aber, so weisen Otto/Weitzmann unter Rückgriff auf einschlägige Studien nach, schaffe eine nachträgliche Schutzfristverlängerung in der Regel keine Anreize zur Schaffung neuer Werke. Im Gegenteil entstünden “Dämpfungseffekte auf neue Musikwerke und ganze Genres wie den Remix”. Wer also auf einen legalen Nachfolger des legendären Grey Albums gehofft hat, muss sich weiterhin in Geduld üben.

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WikiConvention: Treffpunkt für Freies Wissen

Es ist soweit. Am Wochenende (9.-11.09.2011) findet im Bildungszentrum Nürnberg die erste WikiConvention statt. Weiter unten findet Ihr einen Auszug der Pressemitteilung von Wikimedia Deutschland zur Veranstaltung.

Am Freitag geht es um 16 Uhr los, insgesamt stehen mehr als 60 Vorträge, Workshops, Diskussionsrunden und Ausflüge auf dem Programm. Das WikiCon-Team in Nürnberg steckt gerade in den letzten Vorbereitungen, wir unterstützen sie aus der Geschäftsstelle bei den kleinen und großen Aufgaben einer solchen Veranstaltung.

In Kooperation mit dem Bildungszentrum Nürnberg findet am Samstagabend um 19 Uhr eine Podiumsveranstaltung unter dem Motto „Zehn Jahre Wikipedia: Freies Wissen für alle“ statt. Hierzu laden das Bildungszentrum und wir Gäste aus Wissenschaft, Politik und Journalismus ein sowie Interessierte aus der Umgebung. Der Eintritt ist frei. Auf dem Podium:

  • Ting Chen, Vorsitzender des Boards der Wikimedia Foundation in San Francisco
  • Magnus Gertkemper, langjähriger Wikipedianer und Administrator
  • Prof. Dr. Klaus Meier, Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt, Institut für Journalistik
  • Pavel Richter, Wikimedia Deutschland e.V., Geschäftsführer seit August 2009
  • Klaus Schrage, Journalist bei den Nürnberger Nachrichten, freigestellter Betriebsrat und Blogger “Hirndübel”
  • Jörg Wittkewitz war bei IBM Global Services im Bereich Content/Knowledge Management tätig und arbeitet für Medien wie Deutschlandradio, FAZ und telepolis
  • Moderation: Peter Lokk M.A, Journalist und Dozent, Nürnberger Medienakademie

Viele Mitarbeiter der Geschäftsstelle werden ebenfalls nach Nürnberg reisen und in Vorträgen, Workshops und natürlich in persönlichem Austausch unsere Arbeit vorstellen. Wir freuen uns, euch zu sehen und sind gespannt auf euren Input!

Nicht vergessen, das allgemeine Hashtag für alle Tweets, Blogbeiträge, Fotos, Videos und Plusse zur WikiConvention ist #wikicon.

 

Pressemitteilung
Berlin, 05.09.2011

 
Treffpunkt für Freies Wissen
Wikipedia-Konferenz in Nürnberg.

Vom 9. bis 11. September 2011 findet die WikiConvention im Bildungszentrum Nürnberg statt. Mit bereits mehr als 170 Anmeldungen wird es eine Konferenz für Menschen, die sich für Wikipedia und die Schwesterprojekte der freien Enzyklopädie begeistern. In zahlreichen Workshops, Vorträgen und Podiumsdiskussionen dreht sich von Freitag bis Sonntag alles um den Austausch über Freies Wissen. Was ist überhaupt ein Wikipedia-Autor? Worin besteht die Arbeit eines Administrators? Mit Fragen wie diesen richtet sich das Programm sowohl an interessierte Neulinge als auch an erfahrene Wikipedia-Benutzer. Wikimedia Deutschland unterstützt die ehrenamtlichen Organisatoren der Tagung und wird vor Ort ebenfalls über die Arbeit des gemeinnützigen Vereins informieren.

„Die WikiConvention zeigt auf eindrucksvolle Weise, dass Wikipedia viel mehr ist als eine Webseite. Hier tauschen sich freiwillige Helfer über die Zukunft der größten Enzyklopädie der Welt aus, die sie oft schon seit Jahren mit großem Engagement in ihrer Freizeit verbessern. Die WikiConvention ist eine weitere großartige Facette dieser ehrenamtlichen Arbeit“, erklärt Pavel Richter, Geschäftsführer von Wikimedia Deutschland.

Am Sonntag wird der Schwerpunkt auf dem Tag des offenen Denkmals liegen, der in Deutschland seit 1993 begangen wird. Dabei steht der europäische Fotowettbewerb Wiki Loves Monuments im Vordergrund. Der Wettbewerb ruft vom 1. bis zum 30. September dazu auf, mit Fotos von Kultur- und Baudenkmälern die entsprechenden Wikipedia-Artikel zu bebildern.

[...]

Zur vollständigen Pressemitteilung.

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Veranstaltungshinweis: Wissenschaft revolutionieren – die neue Ära der vernetzten Wissenschaft

Am 16. September 2011 um 17:00 Uhr gibt es in der Berliner FU einen Vortrag von Michael Nielsen zum Thema „Reinventing Discovery: the New Era of Networked Science“. Aus der Ankündigung:

Das Internet transformiert unsere Gesellschaft, von der Finanz-Welt bis zur Freundschaft. Und doch wird das Netz bislang nur selten von Wissenschaftlern für ihre Forschung benutzt. Eine kleine Avantgarde von Wissenschaftlern verschiedenster Fachrichtungen beginnt jetzt die Art wie wir Wissen schaffen mit bahnbrechenden Projekten zu revolutionieren. Egal ob Natur-, Kultur-, oder Geisteswissenschaftler, Student oder interessierter Laie: erfahren Sie mehr über diese neuesten Entwicklungen in den Wissenschaften in Michael Nielsens Vortrag am 16. September, 2011.

Michael Nielsen ist Buchautor und ein Vertreter der Open Access/Open Science Bewegung. Sein Buch, „Reinventing Discovery“ wird im Oktober bei Princeton University Press erscheinen. Michael Nielsen hat als international renommierter Physiker die Forschung an Quanten-Computern mit begründet, das Standard-Lehrbuch des Gebiets verfasst und über 50 wissenschaftliche Fachartikel publiziert bevor er seine Professur 2008 aufgab um sich voll und ganz der Open Access/Open Science Bewegung zu widmen.

Der Vortrag in englischer Sprache findet statt im Max-Kade-Auditorium (Audimax) im Henry-Ford Bau der Freien Universität, Garystraße 35, 14195 Berlin-Dahlem. Der Eintritt ist frei.

Um Anmeldung bis zum 12.09 unter michaelnielsen2011berlin(at)gmail.com wird gebeten.

Als kleinen Vorgeschmack könnt ihr euch hier das Video zu seinem TEDx-Talk anschauen.

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Spaß an der Urne? Berliner Parteien antworten auf Wahlprüfsteine

CC-BY-SA 2.0 Generic Niklas Bildhauer (via Wikimedia commons)

Nachdem gestern in Mecklenburg-Vorpommern ein neuer Landtag gewählt wurde, müssen die Berliner am 18. September an die Urne. Wie bereits hier berichtet, wollte bislang so etwas wie heiße Wahlkampftstimmung nicht aufkommen. Der Versuch, die anhaltenden Brandanschläge auf teure Autos politisch zu instrumentalisieren, lief ebenso ins Leere wie die Bemühungen von Martin Sonneborns Spaßpartei, mit Maßnahmen aus dem Handbuch der Kommunikationsguerilla und Riefenstahl-Performances am Brandenburger Tor einen Meta-Diskurs zu den Platitüden des Politmarketings zu provozieren. Derzeit sagen die Umfragen einen Sieg der regierenden SPD voraus, die sich wohl ihren künftigen Koalitionpartner (Grüne, Linke oder CDU) aussuchen kann. Der Piratenpartei wird, unter Einbeziehung aller statistischer Variablen, der Einzug ins Abgeordnetenhaus durchaus zugetraut, während die FDP wohl eine weitere schmerzliche Niederlage verkraften muss.

Die Wahlprüfsteine von Wikimedia Deutschland, die alle antretenden Parteien am 26. Juli erhielten, sind von neun Parteien fristgerecht beantwortet worden, also ca. einem Drittel. Darunter sind alle bereits im Abgeordnetenhaus vertretenden Parteien sowie die Piratenpartei, die trotzkistische “Partei für Soziale Gleichheit” (PSG) und die “Partei Mensch Umwelt Tierschutz” (Tierschutzpartei). Selbst die situationistisch angehauchte Bergpartei (ÜberPartei), die bereits 2006 die Stadt mit rätselhaften Slogans überzog, konnte sich zu einer kurzen Stellungnahme aufraffen. Dieser Rücklauf ist, unabhängig von der inhaltlichen Qualität, zunächst einmal sehr erfreulich. Es zeigt sich, dass netzpolitische Themen bei den Parteien angekommen sind und Organisationen wie die unsrige mittlerweile als wichtige Dialogpartner angesehen werden. Ganz sicher kam in Berlin ein wichtiger Faktor hinzu: Durch die räumliche Nähe zu den Headquarters der Bundesparteien kann auf einem hohen Niveau Expertise erarbeitet und ausgetauscht werden, wissenschaftliche Dienste und parteinahe Think-Tanks liegen ja quasi um die Ecke.

Die 30 Fragen, die wir zuvor einem Peer-Review-Verfahren durch euch unterzogen haben, sind in den meisten Fällen gewissenhaft beantwortet worden, nur selten werden Passagen aus den Parteiprogrammen einfach an die entprechenden Stellen gepastet. Wer sich nicht durch die gesamte Synopse kämpfen möchte, sei auf die Online-Publikationsorte der Parteien (SPD, Grüne, Linke, Piraten) selbst verwiesen. Schön war übrigens die Sache mit dem PiratenPad, mittels dem wir bei der Erstellung der Antworten quasi live dabei sein durften.

Dass sämtliche Parteien ein offenes WLAN im öffentlichen Raum sowie eine Open Data Agenda für Berlin grundsätzlich befürworten, mag zunächst kaum überraschen. Dies wären schließlich Pfunde, mit denen sich standortpolitisch wuchern ließe. Die feinen Unterschiede liegen aber in der Umsetzung: Während sich die CDU die Veröffentlichung von Verwaltungs- und Regierungsdaten unter CC-BY 3.0 vorstellen kann, beharrt die FDP auf “kostenpflichtigen Lizenzen für kommerzielle Nutzungen”. Dies ist vor allem deshalb überraschend, weil das Wahlprogramm der Liberalen ansonsten stark auf Anreize für die regionale IT-Wirtschaft abstellt. Bei einigen unserer Kernthemen tendieren die Parteien insgesamt uneinheitlicher: So setzt sich etwa die SPD nicht bedingungslos für die Panoramafreiheit ein, sondern plädiert dafür, “gleichwertige Rechtsgüter, wie das Recht auf den Schutz der Privatsphäre oder das Recht am eigenen Bild zu respektieren”. Im Hinblick auf das Fotografie-Verbot in Sanssouci wünschen sich die Parteien zwar eine flexiblere Handhabung, allerdings nur für “die nichtgewerbliche Verbreitung von Aufnahmen” (DIE LINKE) bzw. mit einer Kompensation durch Gebührenentgelder, die nach dem jeweiligen Grad der Nutzung gestaffelt wären (FDP).

Einer Befreiung gebührenfinanzierter Inhalte beim RBB erteilen CDU und FDP aus urheberrechtlichen Bedenken und ordnungspolitischen Gründen eine klare Absage. Die Piratenpartei übernimmt hier die maximalistische Position einer freien Wieder- und Weiterverwendung, während die Grünen zumindest eine kommerzielle Verwertung durch private Anbieter explizit ausschließen möchten. Die LINKE wiederum kann sich einer Lizensierung von Programminhalten unter CC-BY-SA vorstellen, begründet dies aber lediglich damit, dass “eine nicht-kommerzielle Nutzung der Inhalte im Internet möglich wäre”. Den dialektischen Charme, dass eine damit ebenso erlaubte Weiterverarbeitung durch die private Konkurrenz möglicherweise auch deren Programmqualität steigern würde, erkennt offenkundig niemand.

Mit dieser Kurzanaylse von meiner Seite möchte ich es zunächst bewenden lassen. Denn wo, wenn nicht hier, haben wir genügend Raum, um alle angesprochenen Themen in der gebotenen Tiefe zu analysieren. Zur Orientierung sei hier auf die bereits erstellte Gesamtübersicht der Antworten verwiesen sowie auf die Möglichkeit, während der WikiConvention in Nürnberg im direkten Gespräch mit Mathias und mir daran anzuschließen.

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Wiki Loves Monuments: 2000 Bilder in 24 Stunden

Ein phantastischer Start: Schon kurz nach Mitternacht wurden am 1. September die ersten Bilder für Wiki Loves Monuments hochgeladen, am Nachmittag war die Marke von 1000 Bildern erreicht, und gut einen Tag nach dem Start fand auch der 2000. Wettbewerbsbeitrag seinen Weg ins Medienarchiv Wikimedia Commons.

Noch bis zum 30. September sind die Menschen in 16 europäischen Nationen dazu aufgerufen, Bilder von Kultur- und Baudenkmälern unter einer freien Lizenz hochzuladen. Ziel ist es dabei, einen möglichst großen Teil des europäischen Denkmalbestands zu bebildern und somit die Vielfalt des kulturellen Erbes Europas zu dokumentieren.

Eins von 750.000: Das Haus Herrenhäuserstraße 88 in Hannover-Herrenhausen (Klaus Littmann, CC-BY-SA 3.0 Unported)

Deutschland ist mit etwa 750.000 denkmalgeschützten Objekten eigentlich das ideale Pflaster für einen solchen Wettbewerb, muss doch kaum einer länger als fünfzehn Minuten gehen, um von seiner Haustür aus ein Denkmal zu erreichen. Doch durch das föderale System ist die Denkmalpflege in Deutschland Sache der Länder, oftmals wird die Aufgabe bis hinab zur kommunalen Ebene delegiert. Ergebnis ist ein unüberschaubares Durch- und Nebeneinander von Gesetzen und Listen. Letztere liegen zudem auch gar nicht flächendeckend vor, weil viele Regionen noch gar nicht systematisch erfasst wurden – hinzu kommt immer wieder die Schwierigkeit, die zahlreichen Stellen von Sinn und Nutzen der Herausgabe der Datensätze zu überzeugen.

Umso wichtiger, auf die zahlreichen positiven Beispiele zu verweisen. Hier sei zum einen die Kreisstadt Bergheim genannt, die im Rahmen eines Pilotprojekts ihre Bürger zur Teilnahme am Wettbewerb aufruft und zu diesem Zweck vollständige Listen und zahlreiche Artikel in die Wikipedia eingestellt hat. Wennigsen ist ebenfalls Partnerstadt des Wettbewerbes, plant lokale Aktionen zum Tag des offenen Denkmals und einen Sonderwettbewerb für die Denkmäler der Stadt. Auch die Stadt Essen stellte auf eine Anfrage hin ihren kompletten Datenbestand zur Verfügung, so dass die Wikipedianer die Liste der Baudenkmäler in Essen für alle Stadtteile anlegen konnten.

Doch auch wenn die Listen in der Wikipedia noch fehlen, ist das kein Hindernis zur Teilnahme: Solange das Denkmal gut beschrieben ist, sich das Foto also einem Objekt zuordnen lässt, steht dem Upload nichts im Wege. Aufgerufen zur Teilnahme sind übrigens nicht nur Fotografen, sondern alle Interessierten, die auf diese Weise einen Beitrag zum Erfolg der Wikimedia-Projekte leisten möchten. Deutsche Teilnehmer finden auf der Wikipedia-Projektseite alle nötigen Informationen.

Die eingereichten Fotos können auf Commons begutachtet werden, über Highlights und besondere Projekte informiert die internationale Website.

Nachtrag von Nicole:

Flyer Wiki Loves Monuments 2011 Deutschland

Wir als Wikimedia Deutschland freuen uns sehr, die deutsche Wikipedia-Community bei dieser großartigen Aktion finanziell, organisatorisch und bei der Pressearbeit unterstützen zu können und beteiligen uns gerne auch an den Ausgaben für den europäischen Wettbewerb. Mit Creative Commons Deutschlandhat der Wettbewerb sogar noch einen weiteren Partner für die Förderung Freier Werke an Bord.

Was uns besonders gefällt: Jede und jeder kann mitmachen! Und nicht nur das – Den Gewinnern winken nicht nur Ruhm und Ehre, auf die Einsender der besten 100 Fotos warten auch attraktive Preise: Hochwertige Fotoausrüstung, ein Tragschrauberflug von mydays, Acryldrucke und Fotoposter von Pixum sowie Bücher aus dem Sortiment des O’Reilly-Verlages. Die von der Jury bestimmten Landessieger pro Bundesland erhalten eine Ausgabe des neuen Wikipedia-Buches, dazu kommen regional gespendete Buchpreise von einzelnen Partnern, z.B. der Kreisstadt Bergheim.

Wir drücken die Daumen und sind ganz gespannt auf die Ergebnisse!

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Projekte & Aktivitäten von Wikimedia Deutschland im August 2011

POLITIK UND GESELLSCHAFT

Stellungnahme zu verwaisten Werken an Bundesjustizministerium

Die Europäische Kommission hat im Mai 2011 einen Vorschlag für eine Richtlinie zum Umgang mit verwaisten Werken vorgelegt. Wenn dieser Richtlinienvorschlag durchkäme, müsste er von den nationalen Regierungen der EU in nationales Recht gegossen werden. Das deutsche Bundesjustizministerium hat uns daher zur Kommentierung dieses EU-Kommissionsentwurfes aufgefordert.

Die Stellungnahme von Wikimedia Deutschland (erarbeitet von Jan und Mathias) weist zunächst darauf hin, dass eine solche “Orphan-Works-Regelung” für Projekte wie Wikipedia, Wikisource, Wikimedia Commons nur dann wirklich hilfreich wäre, wenn ihr Anwendungszweck das passive Anschauen in einer digitalen Bibliothek überstiege. Abgesehen davon gäbe es noch viele Dinge im Detail zu verbessern: So müssten etwa die Datenbanken, die für die Freigabeprozedur für verwaiste Werke und ihre Statusfeststellung verwendet werden, zumindest von jedermann kostenfrei einsehbar sein. Ebenso schlagen wir eine gegenseitige Anerkennung von Nutzungshandlungen durch Mitgliedsstaaten vor, um auch hier endlich Schluss mit nationalen “Insellösungen” zu machen, die einen erhöhten Informationsaufwand für alle Beteiligten erzeugen. Vor allem aber regen wir an, den Kreis jener Einrichtungen zu öffnen, die von der Richtlinie profitieren. Denn es ist nicht ersichtlich, warum eine künftige Harmonisierung der gesetzlichen Bestimmungen nicht auch privatwirtschaftliche Initiativen betreffen sollte.

Da es Mitte September im Rechtsausschuss des Bundestages eine öffentliche Anhörung zur Digitalisierung verwaister Werke gibt, wollen wir hier über diese Stellungnahme hinaus an dem Thema dran bleiben und in den kommenden Wochen ein Positionspapier veröffentlichen, um unsere Sichtweise transparent und nachvollziehbar zu machen.

Bilderfreigabe durch Konrad-Adenauer-Stiftung

Jeder kennt ihn: den Klassiker aus der Geschichte der Wahlplakate. Text: “Alle Wege des Marxismus führen nach Moskau”, suggestiv bebildert und eingesetzt von der CDU anlässlich der Bundestagswahlen 1953. Ein Digitalisat dieses Plakats, zusammen mit vielen anderen Preziosen aus der Adenauer-Zeit, ist nun für jedermann nachnutzbar. Es freut uns außerordentlich, dass das Archiv für Christlich-Demokratische Politik der Konrad-Adenauer-Stiftung in einer ersten Lieferung 129 Fotos und Plakate unter der Lizenz Creative Commons cc-by-sa 3.0 freigegeben hat. Dies soll der Auftakt sein für Kooperationen mit anderen parteinahen Stiftungen, um interessante Bereiche der jüngeren Zeitgeschichte (Kalter Krieg, Entspannungspolitik, Wiedervereinigung, Neue Soziale Bewegungen, etc.) schrittweise zu erschließen. Die Bilder der Konrad-Adenauer-Stiftung sind bereits auf Wikimedia Commons hochgeladen worden, die Gesamtansicht findet sich hier. Herzlichen Dank an die Wikipedianer, die so rasch und unkompliziert den Upload erledigt haben!

Veranstaltung zu Wahlen in Berlin

In diesen Tagen erwarten wir die Antworten auf die hier veröffentlichten Wahlprüfsteine. Erste Analysen werden Jan und Mathias bereits bei der WikiConvention in Nürnberg vorstellen. Als begleitende Veranstaltung planen wir am 1. Oktober in Berlin ein “Netzpolitisches Katerfrühstück” mit Vertretern der ins Abgeordnetenhaus eingezogenen Parteien. Dadurch, dass der Wahlkampf inhaltlich nie so recht von der Stelle kam und netzpolitische Anliegen durch andere Themen (z.B. Brandstiftungen in bürgerlichen Bezirken) klar überlagert wurden, möchten wir die Gelegenheit nutzen, bei den für uns wichtigen Themen wie beispielsweise der Freigabe behördlicher Daten, Panoramafreiheit und Open Access im Gespräch mit Volksvertretern und Praktikern nochmals genauer nachzuhaken. Mitveranstalter werden u.a. die Open Knowledge Foundation und das Open Data Network sein. Details und Veranstaltungsort werden im Blog noch rechtzeitig bekannt gegeben.

4. Collaboratory-Initiative zu “Privatheit und Öffentlichkeit”

Im August wurden  in der 4. Collaboratory-Initiative Internet und Gesellschaft die Zukunftsszenarien im Verhältnis von “Privatheit und Öffentlichkeit” weiter ausgearbeitet. Dazu fand unter anderen ein weiterer Workshop in den Räumen der CSC-Hauptstadtvertretung statt.  Am Freitag, dem 16. September findet in Berlin der Abschlussworkshop mit externen Gästen statt, ab 17 Uhr mit einer öffentlichen Abendveranstaltung in der Landesvertretung Sachsen-Anhalt. Auf http://collaboratory.de/ sind alle Termine, Berichte und die Dokumente der ersten drei Expertenrunden unter Freien Lizenzen verfügbar. Bei Sebastian könnt Ihr mehr erfahren.

PUBLIC RELATIONS & ÖFFENTLICHKEITSARBEIT

Presseanfragen

Die Wikimania wurde auch in der deutschsprachigen Presse gut wahrgenommen. Wir haben die Mitteilung des Israelischen Chapters aus dem Englischen übersetzt und nach dem Aussand der Pressemitteilungen an unseren Presseverteiler zahlreiche Rückfragen und Anmeldungen (WDR, ARD, ZDF, dpa, Spiegel online, etc.) erhalten. Ein Teil der Medienberichte können hier nachgelesen werden.

Interviews, Hintergrundgespräche und Anfragen zu Wiki loves Monuments, der WikiConvention und zu dem Referendum (Filter), haben Catrin in der zweiten Augusthälfte beschäftigt. Darüber hinaus wurden Interviewanfragen mit Jimmy Wales (Berliner Zeitung, Frankfurter Rundschau) koordiniert und erste Anfragen zur Bucherscheinung ‘Alles über Wikipedia – und die Menschen hinter der größten Enzyklopädie der Welt’ bearbeitet.

Wikimedium

Die dritte Ausgabe der Vereinszeitung wird Mitte September erscheinen. An dieser Stelle schon jetzt herzlichen Dank an die vielen freiwilligen Autoren, die uns ihre interessanten Berichte zugeschickt haben. Bis Ende August wurde die Zeitung von Catrin und Michael fertig layoutet, redigiert, bebildert und produktionsfertig gemacht. Und kaum fertig, steht bereits die Planung für die letzte Ausgabe der Wikimedium an, da die nächste (vierte) Ausgabe der Vereinszeitung zur Mitgliederversammlung im November erscheinen soll. Eure Ideen oder Beiträge nehmen wir deshalb gerne ab sofort unter redaktion@wikimedium.de entgegen.

Wie immer könnt Ihr die aktuelle Ausgabe kostenlos bestellen, um sie zum Beispiel bei Stammtischen auszulegen, im Freundeskreis zu verteilen oder einfach selbst darin zu blättern. Wir versenden die Wikimedium derzeit an über 2.000 Abonnenten. Bestellungen einfach an die Mailadresse der Redaktion.

Pressemitteilungen

Im August sind gemeinsam mit der Community Presseinformationen zu den Aktivitäten ‘Wiki loves Monuments’ und der ‘WikiConvention’ erarbeitet und versendet worden. Aktuelle Pressemitteilungen können auf unserer Webseite nachgelesen werden.

Pressegespräche / Medienkooperationen

Derzeit in Planung sind eine Zeit-Online-Debatte für den November und eine Zusammenarbeit mit dem Deutschlandfunk zur ‘Langen Nacht des Wissens’, die voraussichtlich aber erst im Frühjahr 2012 stattfinden wird.

Informationsmaterial

Als Unterstützung für Wiki loves Monuments haben wir in Zusammenarbeit mit Kilian Kluge vom Projekt Wiki loves Monuments Mittelhessen einen Informationsflyer zum Fotowettbewerb erarbeitet und produziert, der auch bereits als regionale Version für beteiligte Partnerstädte verwendet wurde und werden kann. Gute Resonanz gab es es in den ersten Tagen auf unser Angebot an kostenlosen Wikipedia-Geschenkartikeln, die ihr für eure Wikipedia-Veranstaltungen und Aktivitäten rund ums Projekt bei uns anfordern könnt. Nähere Information dazu in Michaels Blogbeitrag.

Wikipedia-Buch

Während sich das Wikipedia-Buch in Druck befindet ging im August die Vorbereitung der Veranstaltungen  weiter, die als Begleitmaßnahmen zur Veröffentlichung angedacht sind. Dazu gehören die programmatische Ausgestaltung der Buchpräsentation am 24. September in Berlin, die Organisation der Pressekonferenz auf der Frankfurter Buchmesse am 12.Oktober und die Lesungen, die wir in verschiedenen deutschen Städten planen. Gerade für den letzten Punkt ist Feedback aus der Community überaus willkommen. Boris und Catrin sind derzeit auf der Suche nach engagierten Wikipedianern und Stammtischen, die gemeinsam mit uns Lesungen in ihren Städten organisieren möchten. Wir freuen uns auf Eure Ideen und Anfragen.

Schließlich konnte auch der Flyer zum Wikipedia-Buch fertiggestellt werden. Damit steht er für Veranstaltungen und Aktivitäten rund ums Wikipedia-Buch für Autoren, Community und die breite Öffentlichkeit zur Verfügung. Bei Interesse bitte bei Catrin Schoneville oder Boris Marinov melden!

Daneben hat Boris die Online-Inhalte des Buchs vorbereitet, die als Ergänzung zu den 350 Papierseiten dienen. Da wir im Internet nicht den Einschränkungen des Drucks obliegen, enthalten die Online-Inhalte eine umfangreiche Bebilderung und Verlinkung, die es zusammenzustellen und zu gestalten galt.

Initiative “Wikipedia muss Weltkulturerbe werden”

Die Petition “Wikipedia muss Weltkulturerbe werden” hat im August die 50.000er Marke geknackt. Weitere Veranstaltungen in Berlin (am 2. September), Köln (im Oktober), Frankfurt und Hamburg werden vorbereitet. Möchte jemand eine Veranstaltung in einer bestimmten Stadt mit unterstützen oder hat Orts-/Gästewünsche? Dann bitte einfach bei Sebastian Sooth melden.

Für die Deutsche UNESCO-Kommission wird zur Zeit ein Projektexposé vorbereitet, um damit die nächsten Schritte vorbereiten zu können und im Oktober startet das Studienprojekt “Wikipedia and the UNESCO World Heritage” an der BTU Cottbus.

BILDUNGSPROJEKTE

Wikipedia-Schulprojekt

Das Wikipedia-Schulprojekt hatte im August einen sehr produktiven Monat. Es galt bisherige Kontakte zu vertiefen und neue Veranstaltungen zu planen. Erstmals fand am 22. August ein Projekt an einer Grundschule, der Freien Schule in Potsdam, statt. Ziel war es, herauszufinden in wieweit Wikipedia bereits in Grundschulen eine Rolle spielt und wie Schüler in dieser Altersklasse mit der Online-Enzyklopädie als Quelle umgehen. Beim Workshop konnten Schüler der fünften und sechsten Klasse in spielerischer Form mehr über Lexika, Freies Wissen und Wikipedia erfahren. Mit Hilfe von Bildern wurde Ihnen die Geschichte von Wikipedia erzählt, sie konnten eigene Fragen einbringen und in gemeinsamer Gruppenarbeit recherchierten sie  mit Hilfe ihrer Lehrkräfte selbstständig Informationen in Wikipedia. Es zeigte sich, dass in Grundschulen bereits mit Online-Enzyklopädien gearbeitet wird und eine spielerische Annäherung für alle Seiten bereichernd sein kann.

Vom 26. bis zum 28. August 2011 trafen sich dann die Referenten des Wikipedia-Schulprojekts im Coworking-Space in Nürnberg zu ihrem vierten Treffen. Das Wochenende begann mit einem offenen Workshop, in dem Interessierte ihre Fragen stellen konnten und mit den Referenten in Kontakt kamen. Der Workshop wurde von den Teilnehmern gut aufgenommen und führte zu lebendigen und intensiven Diskussionen, selbst eine neue Autorin für Wikipedia konnte gewonnen werden. Danach wurde dann im kleinen Kreis über das gesamte Wochenende hinweg intensiv an Inhalten gearbeitet und Erfahrungen ausgetauscht. Mehr denn je, freuen sich alle Beteiligten jetzt darauf, nach der Sommerpause wieder loszulegen.

Im August haben, trotz bundesweiter Ferienzeit, drei Workshops stattgefunden und für September sind bereits sieben Workshops in Planung. Im Herbst beginnt auch wieder die alljährliche Zeit der Bildungsmessen. Im September werden dabei unter anderem in Frankfurt auf der Medienbildungsmesse und auf dem Knowledge-Camp in Potsdam vertreten sein. Solltet Ihr auch auf einer dieser Veranstaltungen oder in der Nähe sein: Kommt vorbei, wir freuen uns darauf, Euch kennenzulernen!

Projekt Silberwissen

Zur Vorbereitung der Einführungsvorträge im September wurden an die Referenten die erforderlichen Informationen zusammengestellt und verschickt. In diesem Zusammenhang traf sich Elvira mit Peter Lamerz, dem Referenten für die Senioren-Volkshochschule Wesel-Hamminkeln-Scharnbeck. Das während des Referententreffens in Ulm entwickelte Lehrmaterial für Workshops wurde als Entwurf an die Teilnehmer geschickt, um in den nächsten Wochen ein abschließendes Ergebnis im Bildungsforum entwickeln zu können. Gemeinsam mit Catrin fand ein Kooperationsgespräch mit Frank Leyhausen von der Deutsche Senioren Liga statt. Festgelegt wurden die nächsten gemeinsamen Arbeitsschritte. Mehr dazu im nächsten Bericht.

Es gab auch ein Treffen zur Vorbereitung des Wikipedia-Einführungsvortrags in der Zentral- und Landesbibliothek Berlin. Der Vortrag findet im kleinen Säulensaal des Bibliotheksgebäudes statt. Bei den Abstimmungen mit dem Vertreter der Deutschen Gesellschaft für Post- und Telekommunikationsgeschichte e.V. (DGPT) in Berlin wurde das Wochenendseminar am 22. und 23. Oktober im Museum für Post und Telekommunikation in Berlin vorbereitet. Schließlich fanden Abstimmungen mit den Chronisten des Landkreises Potsdam-Mittelmark (CPM) zur Vorbereitung des Wikimedia-Commons-Seminars am 10. September und ihrer Mitwirkung im Wikipedia-Wettbewerb „Wiki Loves Monuments“ statt.

FUNDRAISING

Im August gingen die Vorbereitungen für den Fundraiser weiter. Dazu führten wir erneut einen kurzen Test durch. Diesmal wollten wir wissen, ob ein Banner oder ein Video besser als Einstiegspunkt funktioniert, um Menschen zum Spenden für Wikipedia zu bewegen. Vier Tage lang war auf wikipedia.de für die eine Hälfte der Besucher ein Jimmy-Banner zu sehen, für die andere Hälfte ein Video mit einem Aufruf des Wikipedia-Gründers. Die Ergebnisse sind eindeutig: Zwar leitet ein Video sehr viel weniger Menschen auf die Spendenseite weiter, jedoch haben diese eine sehr hohe Spendenbereitschaft. Fast viermal mehr Personen konnten mit dem Video zu einer Spende bewegt werden.

Auf den Informations- und Koordinationsseiten für den Fundraiser 2011 auf Wikipedia haben wir in diesem Zusammenhang eine neue Seite zum Thema Testing und Autoren-Aufrufe eingerichtet. Ausführlich werden hier die verschiedenen Tests erklärt und analysiert. Die Ergebnisse der ersten zwei Tests, die wir auf wikipedia.de durchgeführt haben, sind bereits online. Ebenfalls kann sich hier jeder für einen persönlichen Aufruf einschreiben. Also: Schreibt euch ein und verfasst euren Aufruf. In den nächsten Wochen sollen auch in Deutschland die ersten kurzen Tests in der deutschsprachigen Wikipedia stattfinden.

Um gemeinsam mit interessierten Wikipedianern die diesjährige Spendenkampagne zu gestalten, wird auf der WikiCon in Nürnberg ein Workshop zum Schreiben von persönlichen Aufrufen stattfinden. Gemeinsam sollen bisherige Erkenntnisse aus Tests und früheren Herbstkampagnen sowie die Struktur und wichtigsten Stilelemente eines Spendenaufrufes für Wikipedia diskutiert werden. Wenn Ihr also Lust habt Euch am diesjährigen Fundraiser aktiv zu beteiligen, dann meldet Euch beim Workshop an und helft mit, dass die Kampagne kreativer und authentischer wird!

Hilfreich werden dabei die Erkenntnisse der Spender-Umfrage sein, die wir im August durchgeführt haben. Zwei Wochen lang war der Fragebogen für die rund 4000 Spender online erreichbar, die wir Ende Juli zu einer Teilnahme eingeladen hatten. Momentan stecken wir mitten in der Auswertung, deren Ergebnisse im September veröffentlicht werden. Mit einer Teilnahmequote von 33% erhielten wir eine große Unterstützung von unseren Spendern. Als Dankeschön verlosten wir unter den Teilnehmern 5 Exemplare des Wikipedia-Jubiläumsbuches, dass im September erscheint. Die Gewinner wurden von uns benachrichtigt und dürfen sich nun freuen, dass Buch unter den Allerersten bald druckfrisch in Ihren Händen zu halten.

FREIWILLIGENFÖRDERUNG / COMMUNITY-BEZIEHUNGEN

Community-Projektbudget

Die fünf Projekte aus der ersten Runde des Community-Projektbudgets steckten mitten in den Startvorbereitungen. Mit Wiki Loves Monuments Mittelhessen wird das erste Projekt bereits im September stattfinden. Sebastian Sooth ist in Kontakt mit den Antragstellern, unterstützt sie bei der Erstellung aktueller Projektpläne, hat die Projektfördervereinbarungen vorbereitet und steht bei Fragen zur Umsetzung beratend zur Verfügung. Es ist geplant, im Herbst die nächste Antragsrunde zu starten.

Community-Space

Auch im August hat sich Sebastian Sooth für den geplanten Community-Spaces und das neue Wikimedia Deutschland-Büros weitere Objekte angesehen. Wir sind weiterhin in Verhandlungen mit einzelnen Eigentümern und Maklern, um gute Angebote zu bekommen. Aus anderen Städten haben wir Anfragen von Orten bekommen, die gerne Teil eines Community-Space-Netzwerks sein wollen. Mehr dazu in der Session zu diesem Thema auf der WikiCon.

WikiConvention

Der Countdown zur WikiCon 2011 in Nürnberg (9.-11. Septemer 2011) läuft. Im August wurden weitere Vorbereitungen und Absprachen mit den lokalen Organisatoren getroffen. Inzwischen sind mehr als 170 Anmeldungen für das Community-Event der Wikimedia-Projekte im deutschsprachigen Raum eingegangen. In unserer Geschäftsstelle kümmert sich Simon um die eingehenden Tagungsbeiträge und verschickt Eingangsbestätigungen und Zahlungserinnerungen. Darüber hinaus stehen wir in regem Kontakt mit den freiwilligen Organisatorinnen und Organisatoren in Nürnberg und planen gemeinsam das umfangreiche und vielfältige Programm, Hotelbuchungen und das Catering. Nicole und Simon machen sich Gedanken darüber, wie die Ergebnisse der Veranstaltung auch nicht teilnehmenden Freundinnen und Freunden des Freien Wissens zugänglich gemacht werden können. Die Geschäftstelle unterstützt außerdem bei der Bekanntmachung der Veranstaltung und trommelt über die eigenen Kanäle fleißig mit.

Im Zuge der Programmplanung haben auch andere WMDE-Mitarbeiter und -Mitarbeiterinnen Inhalte zum Programm beigetragen. So wird es unter anderem Workshops zur Zusammenarbeit von Verein und Community, zum Verhätlnis des Politikbetriebes und Freiem Wissen, zu Wikipedia und Bildung, zu Wikipedias in Regionalsprachen, zur Kampagne “Wikipedia muss Weltkulturerbe werden”, zu Zedler, WissensWert & Co. und zum Fundraising geben. Johannes bereitet außerdem auf Wunsch der Teilnehmer eine Vorstellungsrunde der WMDE-Mitarbeiter vor.

Wiki loves Monuments

Am 1. September startet der europaweite Fotowettbewerb Wiki loves Monuments. Während im Hintergrund viele fleißige Helferinnen und Helfern in ihrer Freizeit an Denkmallisten, Upload-Tools und Webseiten basteln, haben wir uns um die Produktion von T-Shirts und Flyern gekümmert. Zusammen mit den Chaptern aus Polen und den Niederlanden finanzieren wir dabei die T-Shirts für alle teilnehmenden Länder und standen dazu mit verschiedenen Druckerein im Kontakt. Auch die Flyer zum Wettbewerb sind nach viel Input von verschiedenen Seiten in den Druck gegangen: Wir suchen noch Unterstützung für Versand und Verteilung dieser! Gleichzeitig sprachen Simon und Nicole mit Sponsoren über eine Kooperation im Rahmen des Fotowettbewerbs. Neben Ruhm und Ehre gibt es nun auch attraktive Sachpreise zu gewinnen. Die Teilnahme lohnt sich also noch mehr!

Parallel dazu erfolgte am 22. August der Startschuss für die lokale Wiki Loves Monuments Aktion in Bergheim. Zu einer Pressekonferenz, die zusammen mit offiziellen Vertreterinnen der Stadtverwaltung, Kilian Kluge, als ehrenamtlicher Koordinator und uns organisiert wurde. Bergheim ist dabei Vorreiter von zahlreichen Städtekooperationen im Rahmen von WLM. Auch Wennigsen ist dabei und hat einen eigenen Sonderpreis gestiftet. Sebastian Sooth war bei der dortigen Pressekonferenz, die gleichzeitig auch Auftakt für eine spannende Zusammenarbeit mit Wennigsen war. Ein Blick in den Pressespiegel der Projektseite zeigt die hohe Relevanz und Resonanz bei lokalen und überregionalen Medien.

Literaturstipendium

Im Rahmen der zu Wiki loves Monuments ausgerufenen Begleitaktion “LitStip loves Monuments” wurden in diesem Monat 11 Stipendien an 5 Stipendiaten vergeben, um den ab 1. September sicher zahlreich einströmenden Bildern den ein oder anderen Artikel als Heimat geben zu können.

Aber auch außerhalb dieser Aktion wird das Literaturstipendium so intensiv genutzt wie nie zuvor. Zusätzlich zu den WLM-Stipendien gingen elf weitere Anfragen ein und auch die nächste Community-Initiative für ein eLitstip steht bereits in den Startlöchern. Damit ist das Jahr 2011 bereits im August mit bisher über 40 Vergaben, das erfolgreichste seit der Gründung des Literaturstipendiums 2007. In den kommenden Wochen stehen einige Veränderungen an, die das Programm noch weiter verbessern werden.

Mit diesem Wachstum geht auch ein weiteres einher: nach über 3 Jahren wird das Literaturstipendium in Zukunft nicht mehr allein von Denis Barthel betreut werden, sondern ab sofort auch von Gerrit Holz. Wir freuen uns noch mehr auf Eure Anträge, macht also ordentlich Druck :) !

Ehrenamtskarten

Nachdem Wikimedia Deutschland bereits über 20 Berliner Wikipedianer mit Ehrenamtskarten auszeichnen durfte, die vergünstigten Zugang zu zahlreichen städtischen Kultur- und Freizeiteinrichtungen gewähren, kommen nun nach und nach auch Aktive der Wikimedia-Projekte in anderen Bundesländern in den Genuss dieser Anerkennung. In Bayern, Bremen und Nordrhein-Westfalen haben bereits erste Kommunen Ehrenamtskarten für das Sammeln und Verbreiten Freien Wissens durch Wikimedia-Projekte vergeben. Es scheint, dass selbst in deutschen Behörden die Zeit reif ist für das digitale Ehrenamt. Mehrjährig kontinuierlich aktive in Wikimedia-Projekten, die beabsichtigen, in ihrer Kommune die Ehrenamtskarte zu beantragen, sind weiterhin eingeladen, sich für die Bestätigung ihres Engagements an Community-Koordinator Johannes Rohr zu wenden.

RENDER

Das Ende des ersten Projektjahres im Forschungsprojekt RENDER rückt immer näher. Im August waren wir weitgehend damit beschäftigt die im September fälligen Berichte (Arbeitspakete) zu verfassen und uns dabei mit den anderen beteiligten Partnern abzustimmen. In den kommenden Wochen folgt ein Reviewprozess, bevor die endgültigen Fassungen Ende September abgegeben und veröffentlicht werden.

Das nächste RENDER-Projektmeeting wird vom 29. bis 30. September in Berlin stattfinden. Wikimedia ist verantwortlich dieses Treffen auszurichten. Geeignete Räume haben wir dafür im Coworking-Space Cluboffice in Berlin Wilmersdorf gefunden. Wir freuen uns sehr, denn das ClubOffice hat sich bereit erklärt dieses zweitägige Arbeitstreffen zu unterstützen. Sowohl die Räume als auch die Versorgung werden gesponsert.

GESCHÄFTSSTELLENARBEIT

Rückblick Wikimania

Anfang August fand in der israelischen Küstenstadt Haifa die inzwischen siebte jährliche Wikimania-Konferenz statt, eine viertägige Konferenz (inklusive Hacker-Vorprogramm), mit 700 Teilnehmern und über 120 Vorträgen, Panels, Workshops und Diskussionsrunden.

Wikimedia Deutschland war vor Ort durch Wikipedianer, Vereins- und Vorstandsmitglieder sowie insgesamt sechs Mitarbeiter vertreten. Wikimedia Deutschland finanzierte 16 Stipendien für Teilnehmer aus der Community. Teil unserer Arbeit dort waren eigene Vorträge, wie beispielsweise zur Initiative “Wikipedia muss Weltkulturerbe werden” (Catrin) und die Vorstellung des Projekts RENDER (Angelika) als Teil eines Panels mit Kollegen von Wikimedia Niederlande zu Forschung und Wikipedia insgesamt. Nicole hat in ihrem Vortrag  “Wikipedia and beyond: Incentivizing engagement” (Folien) Projekte wie die Zedler-Medaille, WissensWert und Wiki loves Monuments vorgestellt, mit denen wir Menschen zum Mitmachen motivieren möchten. Mathias veranschaulichte in seinem Vortrag die oft unterschätzte Gefahr für die internationale Wikimedia-Bewegung durch politische Einschnitte in die Informationsfreiheit in demokratischen Staaten, und natürlich durch die weitreichenden Zensurmaßnahmen in den autoritären Regimen dieser Welt. Denis nutzte seinen Vortrag für eine Vorstellung des Referentennetzwerks im Bildungsbereich und Daniel erläuterte zusammen mit Denny Vrandecic das Projekt Wikidata.

Wie bereits in den Blogbeiträgen (Tag 1, Tag 2, Tag 3, Developer Days) dazu beschrieben, gab es aber nicht nur das umfassende und spannende Veranstaltungsprogramm sondern zahlreiche wichtige und gute Gespräche mit Vertretern von Wikimedia-Chaptern aus aller Welt. Beim Austausch zu Bildungsprojekten, Initiativen zur Gewinnung neuer Autoren, Öffentlichkeitsarbeit und vielen weiteren Themen zeigt sich immer wieder, wie viel wir voneinander lernen können.

Wir gehen davon aus, dass in den kommenden Wochen die Organisatoren der – nach Ansicht vieler Besucher – besten Wikimania bislang, die Mitschnitte fast aller Vorträge und Panels auf YouTube und Wikimedia Commons veröffentlichen werden. Derzeit sind bereits Teile der Keynote-Präsentationen und der Eröffnungsrunde online.

Haushaltsplanung 2012

Wikimedia Deutschland geht auf Tour. Zur Diskussion des Wirtschaftsplans 2012, der am 16. September im Wikimedia-Forum veröffentlicht wird, werden zwischen dem 18. und 22. September Wikimedia-Foren in fünf deutschen Großstädten stattfinden – Hamburg, Frankfurt, Köln, München und Berlin. Hier besteht die Möglichkeit, sich direkt in die Planung der Vereinsarbeit einzubringen, Kritiken, Vorschläge und Anregungen loszuwerden. Es wird darum gebeten, zur Anmeldung eine E-Mail an mitglieder@wikimedia.de zu senden. Alle Einzelheiten gibt es hier.

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Veranstaltung Wikipedia für Berlin – Berlin für Wikipedia?

Photo: Andreas Praefcke (CC-BY-3.0)

Am morgigen Freitag, den 02. September 2011, wollen wir ab 19 Uhr im Berliner Radialsystem darüber sprechen, wie das Wissen Berlins gesammelt und unter Freier Lizenz der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden kann. Wir erläutern wie Wikipedia funktioniert und welche Rolle das freie Medienarchiv Wikimedia Commons dabei spielt. Wie kann Berlin von Wikipedia profitieren – einem Gemeinschaftsprojekt von Freiwilligen aus aller Welt, die das Wissen der Welt sammeln und frei zur Verfügung stellen? Und wie kommt das Wissen Berlins zu Wikipedia?

Wir sprechen unter anderem über Wiki Loves Monuments und Wikipedia muss Weltkulturerbe werden! Am Gespräch nehmen u.a. teil:
– Hauke Gierow/Stefan Wehrmeyer (Open Knowledge Foundation Deutschland)
– Kilian Kluge (Wiki Loves Monuments)
– Pavel Richter (Wikimedia Deutschland)
– Michelle Thorne (Mozilla Foundation)
– John Weitzmann (Legal Project Lead von Creative Commons Deutschland)
– Dr. Christine Wolf (Landesdenkmalamt Berlin)

Hier noch die Adresse. Kommt zahlreich!

Berlin Agora im
RADIALSYSTEM V
Holzmarktstr. 33
10243 Berlin
Alle weiteren Informationen findet Ihr auf der Seite von Berlin Agora und bei Facebook.

Weitere Veranstaltungen in anderen Städten sollen nach der WikiConvention stattfinden: zum Beispiel in Köln/Bonn, Hamburg und in Süddeutschland. Möchte jemand eine Veranstaltung in einer bestimmten Stadt mit unterstützen? Oder gibt es Orts- bzw. Gästewünsche? Dann bitte einfach kurz Bescheid sagen bitte!

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Auf dem Weg zur neuen Verantwortungsstruktur

Die Zeit vergeht. Die letzte Mitgliederversammlung hat die Satzung geändert. Was schon viel Arbeit auf dem Papier (na gut, im Wiki) war, ist auch viel Arbeit im realen Leben, denn mit ihrem Inkrafttreten am 19. November 2011 wird sich die Struktur unseres Vereins stark verändern.

Dieser Post ist der erste einer „Blog-Serie“, deren Ziel es ist, diesen Änderungprozess zu begleiten, ihn zu erklären, Fragen zu stellen, Kommentare anzuregen. Für die Begleitung dieser Änderungen sind aus dem derzeitigen Vorstand Michail Jungierek, Sebastian Wallroth, Attila Albert und ich, Delphine Ménard, verantwortlich.

Zuerst will ich einen Überblick geben, was alles zu tun ist, damit die Satzungsänderung tatsächlich wirksam werden kann.

Geschäftsordnungen anpassen

Die größte Neuerung liegt darin, dass der heutige ehrenamtliche Vorstand zum ehrenamtlichen Präsidium umgewandelt wird. Wie zuvor wird auch das Präsidium direkt von den Mitgliedern des Vereins gewählt. Die Funktion des Vorstands übernimmt zukünftig hauptamtlich der bisherige Geschäftsführer des Vereins. Die Idee dahinter ist, Verantwortung und persönliche Haftung von Ehrenamtlichen zu Hauptamtlichen zu verschieben. Ein umfangreiche Darstellung und Begründung für dieses Konzept findet sich im Online-Forum (einmalige kostenlose Anmeldung erforderlich).

Damit die neue Struktur auch gelebt werden kann, müssen die Ordnungen des Vereins, die Vorstand oder Geschäftsführer berühren, geändert werden. Das betrifft insbesonders die folgenden Themen:

Einige brauchen nur eine redaktionelle Überarbeitung (da, wo z. B. nur „Vorstand“ in „Präsidium“ geändert wird). Andere müssen stark überarbeit oder komplett neu geschrieben werden, damit sie mit der neuen Satzung in Einklang stehen.

Die erste Bearbeitung erledigt Michail als unser „Satzungsguru“ im Vorstand. Er wird sie in den nächste Wochen ins Online-Forum stellen, damit alle Mitglieder sie prüfen und uns helfen können, sie verständlicher und vollständig zu machen.

Vorbereitung der nächsten Wahl

Die nächste Wahl wird die erste sein, bei der die Mitgliederversammlung keinen Vorstand wählt, sondern ein Präsidium. Das spannende an der Sache ist, dass, obwohl die inhaltliche Verantwortung der Präsidiumsmitglieder sich nicht wirklich verändert (es geht immer noch darum, die strategische Richtung des Vereins zu entscheiden), die rechtliche Haftung aber stark verringert sein wird, und dabei der Druck hoffentlich auch. Meine Hoffnung ist, dass sich auch deswegen mehr Vereinsmitglieder für ein Engagement im Präsidium interessieren und die Chance nutzen werden, unseren Verein vorwärts zu bringen. Das Präsidium besteht aus dem Vorsitzenden, zwei stellvertretenden Vorsitzenden, dem Schatzmeister sowie bis zu sechs Beisitzern. Die neue Satzung sieht auch vor, dass zwei Kassenprüfer sowie zwei stellvertretende Kassenprüfer gewählt werden. Eine Menge Rollen, in denen man sich für den Verein engagieren kann.
Für die, die überlegen, zu kandidieren, aber nicht sicher sind, was das genau bedeutet, welche Arbeit dahinter steckt und wie die Erwartungen sind, haben wir die häufigsten Fragen und Antworten darauf aufgelistet, die Liste kann nach euren Wünschen ergänzt werden.

Über diese verschiedenen Aspekte zur Wahl werden wir in den nächsten Wochen sprechen und schreiben. In dieser Blog-Serie wird Pavel erklären, was er von der neuen Strukturierung erwartet, Sebastian Moleski über die Rolle des neuen Präsidium schreiben und Michail die Stichpunkte der Änderungen von Geschäftsordnungen vorlegen und zur Diskussion bringen. Zusammen werden wir versuchen, alle Fragen zu beantworten, sowohl hier als auch im Online-Forum – und wir alle hoffen auf viele interessante Kandidaten für das neue Präsidium.

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