Sexismus in der Wikipedia: Einladung zur IRC Office-Hour

Eine heftige und trotz aller Emotionen doch in vielen Punkten konstruktive Diskussion hat sich aus den Blogbeiträgen (Zur Sexismus-Debatte in der Wikipedia und Gastbeitrag der femgeeks: Die deutsche Wikipedia unter der Lupe) ergeben, die wir in den letzten Wochen zum Themenkreis “Frauen in der Wikipedia” publiziert haben. Über 200 Kommentare trafen dazu ein, eine Rekordbeteiligung in unserem Blog.

Besonders interessant wurde es dabei immer dann, wenn in der Diskussion grundsätzliche Fragen angesprochen wurden – wie die Strukturhindernisse für bisher unterrepräsentierte Gruppen in der Wikipedia. Um uns diesem Punkt konzentrierter und intensiver widmen zu können, laden wir alle Interessierten herzlich zu einer sogenannten „Office Hour“ via IRC ein.

90 Minuten lang möchten wir mit Euch live und direkt per Chat über diese Fragen sprechen. Wir haben Wikipedianerinnen eingeladen, die von ihren Erfahrungen erzählen und wünschen uns eine interessante und ergiebige Diskussion.

Die IRC Office Hour findet am kommenden Mittwoch, den 12.09.2012 ab 18 Uhr statt.

IRC? Zur Teilnahme habt Ihr zwei Möglichkeiten:

Am einfachsten ist der Zugang über http://webchat.freenode.net/?channels=wikimedia-de. Dort gebt Ihr einfach einen selbst gewählten Benutzernamen und das Captcha ein.

Wer einen eigenen IRC-Client besitzt, kann sich damit über Freenode (irc.freenode.org) am Chat #wikimedia-de beteiligen. Wir freuen uns auf zahlreiches Erscheinen und eine respektvolle, konstruktive Diskussion.

Ihr könnt gerne Themenwünsche oder andere Anregungen in den Kommentaren äußern.

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Halbzeit in Residence

Nun ist Halbzeit bei meinem Engagement beim Deutschen Archäologischen Institut. Und wie zu erwarten war es vor allem aufgrund externer Faktoren mein ruhigster Monat. Schulungen waren zu planen, es gab wieder einige Pressearbeit, Vorträge und Veranstaltungen (siehe unten) mußten vorbereitet werden. Daneben arbeitete ich am Konzept für einen Schreibkontest, der im Oktober statt finden soll und sich um das antike Olympia und die antiken olympischen Spiele in all ihren Facetten drehen soll. Zudem ist es immer wieder faszinierend, wie viele Mails hin und her schwirren müssen.

Der einzige große Höhepunkt des Monats war die WikiCon in Dornbirn, die es aber in sich hatte. Bei zwei Veranstaltungen stellte ich zum einen das Residency-Konzept gemeinsam mit meinen anderen Mitresidenten im deutschsprachigen Raum vor, zum anderen widmeten wir uns der Frage, ob und wenn in wie weit Wikimedia bei Aktionen wie Langen Nächten der Wissenschaften/Museen/Theater sinnvoll aktiv werden kann und soll.

Der September bringt einiges an Höhepunkten, den Limeskartenworkshop, zwei Workshops beim DAI, Vorträge bei Kommissionen des DAI in München und Bonn sowie ein weiterer Vortrag auf der Jahrestagung der Experimentalarchäologen in der Schweiz und gegen Ende des Monats der Limeskongreß der Wikipedia-Autoren und interessierter Fachleute. Dazu dann im nächsten Monat mehr.

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Wikipedia mit deinen Augen

Dgultekin, CC-BY-SA 3.0

 

Für die Suche nach Geschichten für die kommende Spendenkampagne war uns eins klar: Wir müssen zur WikiCon. Wo, wenn nicht dort, finden wir en Masse Freiwillige, die mit viel Herzblut Wikipedia jeden Tag neu erschaffen? Unsere Erwartungen wurden vollends erfüllt. Wir führten viele Gespräche und tauschten uns aus: Mit zahlreichen Personen haben wir einstündige Interviews geführt und weitere Autoren konnten wir für ein Interview zu einem späteren Zeitpunkt gewinnen. Für das Interesse und die Unterstützung möchten wir uns hiermit nochmal herzlich bedanken!

Während unserer Interviews erhalten wir einen sehr direkten Zugang zu den Motiven und Beweggründen des Ehrenamtlichen. Es sind Fragen nach Gefühlen und Handlungen, nach Innen- und Außenperspektiven. Es geht um persönliche Ansichten und Meinungen. Kurzum: Es geht um die Menschen hinter Wikipedia.

Wir vom Team Fundraising fühlen uns geehrt, im Rahmen der Gespräche, die persönlichen Ansichten eines Menschen zu Wikipedia und seinem Engagement zu erfahren. Es ist spannend zu erfahren, wie unterschiedlich die Perspektiven auf Wikipedia manchmal sind. In welchem anderen Projekt sonst kann ein Schüler aus Baden-Württemberg mit einem Wikipedianer aus Paderborn, dessen Geburt 86 Jahre zurück liegt, zusammenarbeiten? Nirgendwo sonst kommen so leicht so viele unterschiedliche Menschen für eine gemeinsame Sache zusammen. Das ist einer der Gründe, wieso Wikipedia so faszinierend ist.

Die Aufgabe von uns als Fundraiser ist es, diese verschiedenen Perspektiven im Rahmen der Spendenkampagne wiederzugeben. Die wunderbaren Erfahrungen auf der WikiCon belegen, dass jeder Mensch eine spannende und eigene Geschichte hat. Es ist wichtig, dass während der größten jährlichen Öffentlichkeitskampagne für Wikipedia so viele Geschichten wie möglich präsentiert werden. Es geht nicht nur um die Perspektive des Gründers, es geht gerade um die Perspektiven der Autoren, Wikimedianer, Sympathisanten, Leser und Spender. Kurzum: Es geht um Wikipedia aus der Multiperspektive, es geht um Wikipedia aus deinen Augen.

Seit einigen Tagen ist unsere neue Portalseite zur Spendenkampagne 2012 fertig. Hier gibt es aktuelle Neuigkeiten, Hintergründe und bald auch wieder Testergebnisse zu sehen. Die Portalseite soll ein Ort des Mitmachens sein. Wenn du deine Geschichte erzählen möchtest, Fragen und Anmerkungen oder Kritikpunkte hast, dann bist du dort genau richtig. Wir freuen uns auf deine Teilnahme.

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Wikimedia:Woche 36/2012

Die Wikimedia:Woche ist die wöchentliche Zusammenfassung von aktuellen Nachrichten aus der internationalen Wikimedia-Bewegung. Der gemeinschaftliche Mailing-Newsletter von Freiwilligen und Wikimedia Deutschland wird immer donnerstags in Wikipedia, auf der Mailingliste des Vereins und auch hier im Blog veröffentlicht.

Interessierte sind herzlich eingeladen, bei der Zusammenstellung von interessanten Links und Themen mitzumachen. Bis zum jeweils folgenden Donnerstag wird hier gesammelt.

Viel Spaß beim Lesen!

 

= Wikimedia:Woche (36/2012) =

Frühere Ausgaben sind archiviert unter:

Die Liste der Beitragenden kann der Versionsgeschichte der jeweiligen Ausgabe im Archiv in Wikipedia entnommen werden.

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Anja Jentzsch joins the Wikidata team

(Die deutsche Version dieses Eintrags ist hier.)

The Wikidata team has a new member. We’re thrilled to have Anja Jentzsch join the team as a software engineer. She will focus on quality assurance and the deployment process. This means she will will focus the team on quality and help with everything that is needed to get Wikidata up and running.

Anja, what brought you to Wikidata?

Having worked on DBpedia and the Web of Data since 2008, I am very interested in Wikidata as the new structured data hub on the Web. In 2011 I attended the Wikimedia Data Summit to discuss (together with the Wikimedia Foundation, Freebase and possible sponsors) the possibility of a data wiki for Wikipedia. This later lead to Wikidata. The last project I was working on ended and I am more than excited to join the Wikidata team.

You’re also active in DBpedia. Can you tell us a bit about that?

DBpedia is the Linked Data version of Wikipedia and was one of the first data sets on the Web of Data. It is being published since 2008 by Freie Universität Berlin and Universität Leipzig in cooperation with OpenLink Software. What it basically does is take information out of the Wikipedia articles and publishes it as structured data for third parties to work with. By now there is a huge coverage of mappings from Wikipedia templates to the DBpedia ontology for 24 Wikipedias.

(For more information about the relation between DBpedia and Wikidata see these notes.)

What will be your task in the Wikidata project?

I am one of the software developers and am mainly responsible for quality assurance and release management. So my main tasks will be to improve the overall test coverage and process as well as pushing the three Wikidata deployment phases forward.

What are you looking forward to most for when Wikidata is finished?

I am looking forward to the reception of Wikidata amongst Wikipedia editors. I am excited about all the data-driven projects and tools that will be possible. But I am even more excited about the possibilities of improving the editing process and data consumption in Wikipedia.

Welcome, Anja!

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Anja Jentzsch kommt zum Wikidata Team

Das Wikidata Team hat ein neues Mitglied. Wir freuen uns riesig, dass Anja Jentzsch das Team als Software Entwicklerin unterstützt. Sie wird sich auf Qualitätssicherung und die Inbetriebnahme von Wikidata konzentrieren. Das heißt sie wird die Aufmerksamkeit des Teams auf Qualität lenken und wird mit allem helfen das nötig ist um Wikidata aufzusetzen und zum Laufen zu bringen.

Anja, was bringt dich zu Wikidata?

Da ich seit 2008 an DBpedia und dem Web of Data arbeite, bin ich natürlich sehr an Wikidata interessiert als neues Drehkreuz für strukturierte Daten im Netz. 2011 habe ich am Wikimedia Data Summit teilgenommen um (zusammen mit der Wikimedia Foundation, Freebase und potenziellen Sponsoren) die Möglichkeit eines Datenwikis für Wikipedia zu diskutieren. Dies führte später zu Wikidata. Da mein letztes Projekt endete bin ich begeistert jetzt Teil des Wikidata Teams zu sein.

Du bist auch bei DBpedia aktiv. Kannst du uns ein wenig mehr dazu erzählen?

DBpedia ist die Linked Data Version von Wikipedia und war eines der ersten Datensätze im Web of Data. Es wird seit 2008 von der Freien Universität Berlin und der Universität Leipzig in Zusammenarbeit mit OpenLink Software veröffentlicht. Was es macht, ist im Prinzip Informationen aus Wikipedia Artikeln ziehen und diese als strukturierte Daten für Dritte zur Nutzung zu veröffentlichen. Mittlerweile ist die Abdeckung sehr gut mit einer Zuordnung von Wikipedia Vorlagen zur DBpedias Ontologie für 24 Wikipedien.

(Mehr Informationen zur Beziehung von DBpedia und Wikidata gibt es hier.)

Was ist deine Aufgabe im Wikidata Projekt?

Ich bin eine der Software Entwicklerinnen und hauptsächlich verantwortlich für Qualitätssicherung und Releasemanagement. Meine Hauptaufgabe wird es also sein, die Testabdeckung und -prozesse zu verbessern und die drei Wikidata Veröffentlichungsphasen voranzutreiben.

Worauf freust du dich am meisten wenn Wikidata fertig ist?

Ich freue mich darauf zu sehen wie Wikidata von den Wikipedianern angenommen wird. Ich bin begeistert von den datenbasierten Projekten und Werkzeugen die dann möglich sein werden. Aber ich freue mich noch mehr über all die Möglichkeiten wie das Editieren und die Datennutzung in Wikipedia verbessert werden können.

Willkommen, Anja!

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Föderalismus ist, wenn es sechzehnmal mehr Gelegenheiten gibt, etwas richtig zu machen

Die Larmoyanz unter deutschen Netzaktivisten ist derzeit unüberhörbar. Nichts gehe so richtig voran, weil im Bund eine Koalition regiert, die sich aufgrund geteilter Verantwortlichkeiten und ordnungspolitischer Differenzen gegenseitig blockiere. Und wenn etwas passiere, dann seien dies grundsätzlich Schritte in die falsche Richtung. Die Aufreger des Sommers waren das ungeliebte Leistungsschutzrecht für Presseverleger, der anhaltende Streit um die Umsetzung der EU-Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung sowie das handstreichartig beschlossene Meldegesetz, das die kommerzielle Verwendung personenbezogener Daten erleichtert. Wer jammern will, der wird es nicht schwer haben, dieses Jammern zu begründen.

Wer „mit der Gesamtsituation unzufrieden“ ist, neigt aber mitunter dazu, die vielen kleinen und etwas größeren Fortschritte zu übersehen, die quer durch die Republik stattfinden und durch ihre Wirkung und Vorbildfunktion über die jeweiligen Landesgrenzen hinaus mithelfen, Zugang und Verbreitung von Daten, Informationen und Wissen zu befördern. Wir stellen drei unterschiedlich fortgeschrittene Projekte aus drei Bundesländern vor:

  • Die schwarz-rot, bzw. rot geführten Bundesländer Berlin und Hamburg bemühen sich gemeinsam über eine Bundesratsinitiative zur Änderung des Telemediengesetzes mit dem Ziel, den rechtssicheren Betrieb von WLAN-Hotspots, z.B. für Cafébetreiber zu ermöglichen. Es finden bereits Diskussionen darüber statt, ob der gewählte Weg ausreichend ist, dieses – einhellig begrüßte – Ziel zu erreichen.
  • Die neu-, bzw. wiedergewählte Landesregierung in Nordrhein-Westfalen arbeitet auf der Grundlage eines Koalitionsvertrages, der sich mehrfach positiv zu Open Data und Open Government ausspricht. Die Fraktionen von SPD und Grünen in NRW haben nun in einem Entschließungsantrag (Drucksache 16/811 vom 4. September 2012) erste etwas konkretere Vorschläge gemacht, wie der Weg zu einer offenen Form des Regierungshandels beschritten werden soll.
  • Wie mächtig die landespolitische Initiative sein kann, zeigt der Erfolg von Hamburger Bürgern und Vereinen, sich auf dem Wege der Volksgesetzgebung für ein Transparenzgesetz stark zu machen. Diese Initiative wurde vom Parlament übernommen und mit den Stimmen aller Fraktionen entstand nun das HmbTG, des Hamburgischen Transparenzgesetzes (Inkraftreten ist am 6. Oktober 2012 mit einer zweijährigen Übergangsphase). Das Transparenzgesetz ist der bisher weitreichendste Hebel, Vorgänge in der öffentlichen Verwaltung und Daseinsvorsorge öffentlich zu machen und kann als Blaupause für andere Bundesländer oder die Bundesebene gelten. Wikimedia Deutschland ist darum auch stolzer Gastgeber für das erste Vernetzungstreffen der Berliner Zivilgesellschaft für die Arbeit an einem Transparenzgesetz für die Hauptstadt.

Diese Liste ist selbstverständlich unvollständig. Wir, der Bereich Politik und Gesellschaft, freuen uns über alle sachdienlichen Hinweise auf laufende Gesetzgebungsverfahren und andere Initiativen in den Bundesländern, die Möglichkeiten zur Partizipation, Erstellung und Verbreitung von Inhalten zu mehren. Schreibt uns bitte oder kommentiert.

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WikiCon – Ein Kompliment

Es gibt bequemere Freizeitbeschäftigungen, als sich monatelang der Vorbereitung und Durchführung einer dreitägigen Konferenz für über 200 Gäste zu widmen. Die ehrenamtlichen Organisatoren der WikiConvention 2012 haben es trotzdem gemacht. Es lässt sich nicht oft genug betonen, wie dankenswert ihre Mühen sind. Jeder kann sich ausmalen, wie viel Stress im Vorfeld aufkommt, dann noch mehr auf der Zielgeraden, nicht zu vergessen, dass die Teilnehmer am besten gar nichts von all dem merken sollen. Bei Wikimedia Deutschland organisieren wir regelmäßig Veranstaltungen, und dem Team der Freiwilligen bei der WikiConvention kann ich, auch im Namen aller Mitarbeiter, nur ein großes Kompliment aussprechen!

Gerade Wikipedia steht nun eigentlich für das Prinzip, dass das Ganze mehr ist als die Summe seiner Teile. Darum geht es beim gemeinsamen Arbeiten. Da aber auch in der Wikipedia hin und wieder einzelne Autoren mit hervorgehobenem Dank bedacht werden, tue ich das an dieser Stelle einfach einmal mit Manuel Schneider aus dem Organisationsteam. Wie schon beschrieben haben alle freiwilligen Helfer bei den Gästen fantastischen Eindruck hinterlassen. Manuel sagte als Ideengeber für eine WikiConvention in Dornbirn nicht nur mutig, dass er die gute Erfahrung der ersten WikiCon in Nürnberg weiterführen möchte, er hat das Projekt mit großer Überzeugung dann auch tatsächlich vorangetrieben. Und Danke auch für die Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern in der Geschäftsstelle – jederzeit wieder!

Vielen Dank Manuel und vielen Dank an alle Helfer für eine tolle Veranstaltung! Wikimedia Deutschland steht selbstverständlich gerne für Unterstützung einer WikiCon 2013 zur Verfügung.

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Monatsbericht August 2012

Am Wochenende zum Monatswechsel fand die WikiConvention 2012 in Dornbirn statt. Hier gesammelte Blogberichte dazu. Wikimedia Deutschland war mit Mitarbeitern vor Ort. Näheres darüber wird im kommenden Monatsbericht ausgeführt.

POLITIK UND GESELLSCHAFT

Leistungsschutzrecht vom Kabinett beschlossen

Das Sommerloch im politischen Berlin wurde unter anderem durch die anhaltenden Querelen um das geplante Leistungsschutzrecht für Presseverleger überbrückt. Nachdem der zweite Entwurf die gewerbliche Nutzung von Text-Snippets durch Suchmaschinen gebührenpflichtig machen wollte, schließt der dritte, vom Bundeskabinett am 29. August verabschiedete Entwurf auch News-Aggregatoren ein. Für Wikipedia ist – entgegen der begründeten Sorge, die man angesichts der frühen, teils abenteuerlichen Planspiele haben musste – kein direkter Schaden mehr zu befürchten, außer der möglichen Verknappung von journalistischen Referenzquellen. Laut Begründungsteil des Gesetzesentwurfs “werden Dienste nicht erfasst, die die verlegerische Leistung auf andere Weise nutzen, z. B. indem sie dem Internet-Nutzer aufgrund eigener Wertung eine Auswahl von Presseerzeugnissen anzeigen.” Dessen ungeachtet ist das ganze Vorhaben weiterhin ordnungspolitisch äußerst fragwürdig und wird, wenn es denn so Gesetz wird, vermutlich zu jahrelanger Rechtsunsicherheit führen.

Verwaiste Werke: Stellungnahme und Q+A

Verwaiste Werke sind Werke, deren Urheber und Rechteinhaber nicht gefragt werden können, ob und unter welchen Bedingungen sie mit der Nutzung ihrer Werke einverstanden sind, da sie entweder nicht ermittelbar oder nicht auffindbar sind. Bei Werken mit vielen Mit-Urhebern, wie zum Beispiel Filmen, ist die Situation besonders kompliziert. Vor einigen Monaten entstand auf europäischer Ebene deshalb ein neuer Vorschlag für eine zukünftige “Richtlinie über die zulässige Nutzung verwaister Werke”. Im Juli 2012 schickte das Bundesministerium der Justiz (BMJ) an seinen Verteiler der am Urheberrecht interessierten Kreise eine Aufforderung zur Stellungnahme über vier konkrete Fragen zur Umsetzung einer solchen Richtlinie in nationales Recht. Die vollständige Antwort von Wikimedia Deutschland haben wir online gestellt. Als Ergänzung haben wir ein Positionspapier und ein Q+A zu diesem etwas sperrigen Thema erarbeitet, die beide demnächst auf die Webseite gestellt werden.

Konferenz “Zugang gestalten” nimmt Form an

Das Dilemma der digitalen Verfügbarmachung kulturellen Erbes beschreibt Paul Klimpel so: “Im Alltag von Museen, Archiven und anderen Gedächtnisinstitutionen wird häufig bereits auf die Nutzung von Werken verzichtet, wenn die Recherche der Rechteinhaber zwar möglich wäre, aber befürchtet wird, dies sei mit größerem Aufwand verbunden.” Die von ihm initiierte Konferenz “Zugang gestalten”, unter anderem in Kooperation mit WMDE, Open Knowledge Foundation und der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, soll am 22. und 23. Oktober 2012 im Jüdischen Museum in Berlin die unterschiedlichen Gestaltungsmöglichkeiten beim Zugang zum kulturellen Erbe aufzeigen. Weitere Infos dazu demnächst im Blog.

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GLAM & QRpedia im Museum für Hamburgische Geschichte

Ein Gastbeitrag von Peter Weis zum Workshop im Museum für Hamburgische Geschichte im August 2012, gefördert von Wikimedia Deutschland.

Bereits Ende 2010 begannen die ersten Gespräche mit dem Museum für Hamburgische Geschichte ob einer möglichen GLAM-Kooperation zusammen mit der örtlichen Community und dem Museum.
Wenn von GLAM-Kooperationen (Galleries, Libraries, Archives and Museums) die Rede ist, ist die Zusammenarbeit von kulturellen Gedächtnisinstitutionen und Wikimedianern gemeint. Viele der freiwilligen Autoren haben berufliche oder private Verbindungen zu Institutionen und nutzen diese bereits seit langer Zeit um etwa die eigene Artikel- oder Bilderarbeit in der Wikipedia oder auf Wikimedia Commons zu verbessern. In Deutschland findet der Begriff und das Konzept hinter GLAM erst seit kurzem Verwendung, bekommt aber immer mehr Zulauf.

Die Zusammenarbeit mit dem Museum für Hamburgische Geschichte, die erste deutsche GLAM-Kooperation, ist durch eine ähnliche Zusammenarbeit mit dem Tropenmuseum in den Niederlanden inspiriert. Wichtigstes Ziel ist es eine Brücke zwischen Institution und Community zu schlagen, sowie das Verständnis für freies Wissen und die Herausforderungen von GLAM-Institutionen im digitalen Zeitalter auf beiden Seiten zu stärken. Um dieses Ziel zu erreichen, fand 24. – 26. August dieses Jahr zum zweiten Mal ein Workshop im Museum für Hamburgische Geschichte statt.

Absicht für diesen Workshop war es, die bestehende Kooperation mit dem Museum für Hamburgische Geschichte auszubauen, indem Artikel und Bilder für ein QRpedia Projekt im Haus geschaffen werden. Für die teilnehmenden Wikimedianer sollte am Workshop die Möglichkeit des gemeinsamen Arbeitens und Erfahrungsaustauschs rund um die Themen Photographie, Artikelarbeit und Hamburg im Allgemeinen geschaffen werden. Ein Workshop lebt von der aktiven Mitarbeit der Community: ohne die vielen freiwilligen Autoren, Photographen und sonstig Mitwirkenden wäre dieses Projekt nicht durchführbar gewesen.

„Im Gebet beim Laubhüttenfest“ von Paula Gans. Fotografiert auf dem 2. Hamburger Workshop von Peter Weis.


Der Workshop selbst bot für die Teilnehmer sehr viele Freiräume. Neben den klar formulierten Zielen für das QRpedia Projekt, Photobitten aus der Community und einzelnen Anfragen, gab es kein festgezurrtes Programm. Selbstständigkeit und Initiative sind Teil des Konzeptes und ermöglichten den Teilnehmern einen individuellen Zugang zur Austellung und den Inhalten des Museum für Hamburgische Geschichte. Die organisatorischen Eckpunkte des Workshops in Verbindung mit einer freien Zeitgestaltung haben dazu geführt, dass die Atmosphäre wesentlich entspannter war und die Teilnehmer intensiv an ihrem Projekt im Rahmen des Workshops arbeiten konnten. Neben der Photographie in der Ausstellung und von ausgewählten Objekten aus der Sammlung des Museums konnten auch die Autoren dank eines bereitgestellten Handapparates an ersten Artikeln arbeiten.

Das QRpedia Projekt im Museum für Hamburgische Geschichte ist zunächst ein Pilotprojekt und dreht sich rund um die im Museum verbauten architektonischen Elemente aus ganz Hamburg. Einige dieser Elemente haben aufgrund des Hamburger Brandes von 1842 oder städtebaulichen Veränderungen ihren Eingang in das Museum gefunden und sind dort seit Beginn verbaut. Neben Portalen, Säulen findet man auch ganze Decken, die jetzt im Museum für Hamburgische Geschichte verbaut sind. Im Rahmen des Workshops wurde die Vorbereitung für die Installation der QRpedia QRcodes geleistet: erste Artikel wurden geschrieben, Bilder der Objekte wurden erstellt und die technischen Bedingungen vor Ort überprüft. Die Vorbereitung für die Installation der QRcodes ist also in vollem Gange.

Nach diesem ereignisreichen Wochenende können wir mit einer soliden Bilanz aufwarten, die die Erwartungen in einigen Punkten übertrifft: 25 neue Artikel auf Englisch, Deutsch und Katalanisch, 163 neue Bilder, etliche Detailanpassungen, sowie Wartungsarbeiten und ein neuer Wikimedianer. 16 Wikimedianer vor Ort und eine handvoll spanischer Wikimedianer, rund um Benutzer:Kippelboy, die nach dem Workshop anfingen alle bisher geschriebenen Artikel auf Katalanisch zu übersetzen, machten dies möglich. Selbstverständlich gibt es für’s nächste Mal auch Nachsteuerungsbedarf, den wir hier dokumentiert haben. Neben unseren Gästen von der Hamburger Kunsthalle, Freelens und Kulturwerk West konnten auch eingefleischte Wikimedianer, sowie die teilnehmenden Mitarbeiter des Museums für Hamburgische Geschichte einen besseren Einblick in die Arbeit der Community, die Kooperation mit dem Museum an sich und das System QRpedia gewinnen.

Wer Interesse an der Arbeit der Hamburger Wiki Community hat, kann sich auf Wikipedia:Hamburg über den nächsten Stammtisch informieren oder eine Nachricht hinterlassen. Informationen über GLAM gibt es auf Wikipedia:GLAM (deutsch) oder auf wikimedia.outreach (englisch). Details über die Kooperation mit dem Museum für Hamburgische Geschichte können auch per Mail oder Twitter angefragt werden.

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