Archiv für die ‘Bildung’ Kategorie



Schaut her! – Videos erläutern Wikipedia

Nicht immer ist Wikipedia für neue Autoren so zugänglich, wie man es sich von einem offenen und kollaborativen Projekt wünscht. Die immer komplexer werdende Wikipedia macht es jenen, die sich beteiligen wollen, nicht ganz so einfach wie in früheren Jahren.

Um solche Startprobleme zu lindern, wurde durch Lehrende des Hochschulprogramms wiederholt ein Werkzeug ins Spiel gebracht, das Neulinge leicht bei ihren ersten Schritten begleiten könnte: Sogenannte Screencasts, also Kurzvideos aus Bildschirm-Abbildungen, wären doch geeignet den richtigen Gebrauch der Wikipedia anschaulich zu illustrieren? – Stimmt eigentlich. Und weil die Idee, neuen Autoren auf diese Weise einen guten Start in die Wikipedia zu geben ja nahe liegt, hat der Bereich Bildung und Wissen kürzlich einen Werkvertrag ausgeschrieben, um solche Screencasts produzieren zu lassen.

Und obwohl der gesetzte Zeitraum knapp war, freuen wir uns nun acht Screencasts vorlegen zu können, die einige besonders kritische Punkte für Neulinge griffig und konzis darstellen. Erstellt hat die Screencasts Christoph Kepper von PediaPress, dem wir herzlich danken für seine Arbeit. Natürlich stehen Sie alle unter einer freien Lizenz, nämlich CC-BY-SA 3.0. Zu finden sind sie -wie es sich gehört- auf den Commons im ogg-Format, für den Einsatz in Schulen und Universitäten legen wir in den kommenden Tagen mit .mov und .wmv auch handelsübliche Formate vor. Zu finden sind sie auf einer eigenen Seite in den Commons. Idealerweise sollten die Screencasts nicht nur in allen Bildungsprogrammen von Wikimedia Deutschland eingesetzt werden, sondern auch die oft sehr textlastigen Wikipedia-Hilfeseiten visuell ergänzen, wir würden uns freuen, wenn Sie auch in der Wikipedia bald zu finden wären.

Uns ist klar, dass diese Auswahl unvollständig ist und man noch viele weitere Screencasts zur Illustration grundlegender wie komplexer Wikipedia-Techniken realisieren könnte. Und darum möchten wir nicht bei diesen acht Screencasts stehen bleiben, sondern bitten Euch, Eure reichhaltigen Erfahrungen und Ideen einzusetzen, um sowohl neue Screencasts zu entwickeln wie auch vorhandenes Material ganz wiki-like aufzuwerten und zu verbessern. Und darum möchten wir Euch Folgendes anbieten:

Obwohl es nicht über Gebühr kompliziert ist, Screencasts zu erstellen, ist die Verwendung der Software zur Entwicklung guter Screencasts nicht ganz intuitiv. Solltet Ihr Interesse daran haben, eure Ideen zu entwickeln und in Screencasts umzusetzen, würden wir Euch gern einladen zu einer entsprechenden Schulung. Hier in Berlin, angeleitet von einem Experten, würden wir uns freuen wenn ganz im Sinne des Mottos „It’s a Wiki!“ die obigen Screencasts einen Anstoß zur Verbesserung und Erstellung von Screencasts durch die Community geben könnten.

Solltet Ihr Interesse haben, Euch daran zu beteiligen, würden wir um eine kurze Mail an community@wikimedia.de bitten. Sobald wir eine kritische Masse von fünf Interessenten erreicht haben, hört Ihr von uns und wir würden mit den konkreten Planungen (Datumsvorschläge etc.) beginnen.

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2500 Kilometer

Blick in die Buchvorstellung
Blick in die Buchvorstellung

Nach einem sehr vollen Terminkalender in der zweiten Jahreshälfte 2011 begann 2012 etwas ruhiger, zunächst nur mit einem Treffen in Kassel zu Sondierungsgesprächen für „Wikipedia trifft Museen„. In den letzten zwei Wochen war es dann aber mal wieder so weit. Begonnen hatte es am 19. März mit einer Fahrt nach Leipzig. Als ich schon halb um Berlin herum war klingelte es – der Hexer mußte auch noch nach Leipzig. Irgendwie. Naja. Noch war ich nah genug um ihn einzusammeln. Und damit begann meine Reisewoche mit einer netten Begleitung. In Leipzig besuchten wir zunächst die Buchmesse. Ja, es war schon interessant. Ich war zuletzt Ende der 1990er Jahre dort. Aber so interessant wie bei meinem ersten Besuch war es dann doch nicht mehr. Sehr voll und echte neue Informationen gab es nicht. Einzig der Besuch beim Stand der Wissenschaftlichen Buchgesellschaft war etwas

ergiebiger – auch in Sachen Bücher. Abends wurde dann noch einmal das Wikipedia-Jubiläumsbuch vorgestellt, bei einem lieben Partner von Wikimedia Deutschland, der Deutschen Zentralbücherei für Blinde zu Leipzig. Ich versuchte mich einmal als Fotograf, da ich als Vorleser eher wenig geeignet bin, konnte mich aber immerhin in der anschließenden Diskussion etwas intensiver einbringen. Alles in allem war es ein guter Tag.

Die trunkene Alte
Die trunkene Alte

Nach der Übernachtung in Weimar und der vormittaglichen Suche nach original Thüringer Rostbratwürsten ging es weiter nach München, genauer nach Oberschleißheim. Dort verbrachte ich mein Wochenende bei der Verwandtschaft. Abstecher führten mich zu einer Freundin nach München und natürlich in die Staatlichen Antikensammlungen und erstmals auch in die Glyptothek. Erstmals – war es doch erst mein zweiter Besuch in München. Fast 600 Bilder machte ich in beiden Sammlungen binnen weniger Stunden. Und sicher werden Wikimedia Commons davon in absehbarer Zeit Diverse zugute kommen.

Montag ging es weiter. Weiter zum eigentlichen Grund der weiten Reise. Zürich. Erstmals in die Schweiz. Eingeladen von Professor Beat Näf, den ich bei „Wikipedia trifft Altertum“ kennen und sehr schätzen gelernt hatte, hatte mich eingeladen. Zum einen um als Wikipedia-Vertreter in einem von ihm betreuten Kolloquium über Wikipedia zu berichten und Frage und Antwort zu stehen, zum anderen um mit ihm ein weiteres seiner Projekte zu frühmittelalterlichen Kirchen und den Möglichkeiten dieses in die Wikipedia einzubeziehen zu sprechen. Auch wenn die Tage davor und danach allesamt äußerst angenehm und positiv waren, kann ich den Tag in der schönen Stadt Zürich nur als den Höhepunkt der Reise bezeichnen. Die interessanten Gespräche mit den Teilnehmern des Kolloquiums sowie davor und danach mit Professor Näf ließen es wirklich zu einem äußerst angenehmen Tag werden. Und wie die Rückmeldungen aussehen, habe ich Wikipedia offenbar nicht ganz unwürdig vertreten. Schade nur, dass ausgerechnet an diesem Montag die Antikensammlung der Universität geschlossen war. Der Blick den man von aussen werfen konnte war schon sehr erfreulich. Ich muss eben mal wieder nach Zürich. Für alle, die mal in Zürich sind: das Restaurant im Turm des Hauptgebäudes der Universität ist einen Besuch wert!

Wenn ich schon in der Schweiz bin und an der Organisation von „Wikipedia trifft Museen“ arbeite, wäre es Unsinnig gewesen den nächsten Tag nicht dafür zu nutzen, einen Abstecher nach Basel zu machen. Dort gibt es mit dem „Antikenmuseum Basel und Sammlung Ludwig“ das einzige Museum der Schweiz, dass sich einzig den archäologischen Hinterlassenschaften der Mittelmeerkulturen widmet. Und ja – ich konnte auch hier fotografieren. Allerdings nur für mich privat und musste dokumentieren, welche Objekte ich fotografierte. Das war dann doch etwas „strange“. Mal sehen, vielleicht kann ich ja doch ein paar Bilder frei bekommen. Abends gab es dann so etwas wie einen Basler Stammtisch. Zwei Deutsche und ein Österreicher auf der Suche nach einer Lokalität, da das Stammlokal geschlossen war. Somit konnte ich immerhin die seltsame Bahnstruktur kennen lernen.

Allamannische Kreuzfiebel mit antiker Karneolgemme
Allamannische Kreuzfiebel mit antiker Karneolgemme

Der Dienstag stand im Zeichen eines weiteren „dienstlichen“ Besuchs im Alamannenmuseum Ellwangen. Dort war ich wirklich begeistert. Ein didaktisch erstklassig aufbereitetes Museum. Danach hatte ich noch einige Zeit mich mit dem Leiter des Museum, Andreas Gut, zu unterhalten. Er schilderte mir seine Probleme mit dem Museum. Leider wird es trotz seiner überragenden Funde wohl in absehbarer Zeit geschlossen werden. Die politischen Gründe möchte ich an dieser Stelle nicht weiter ausbreiten, unschön und gar kulturfeindlich ist in unserem Lande leider immernoch vieles. Auch hier entstanden für Wikipedia diverse Bilder. Und ich habe wohl einen Redner für „Wikipedia trifft Museen“ getroffen.

Fazit: eine anstrengende aber sehr ergiebige Woche. Gut 2500 Kilometer habe ich zurück gelegt und fast 1400 Bilder gemacht. Einzige Dummheit: ich habe vergessen sowohl Beat Näf wie auch Andreas Gut zu fotografieren. Es bleibt eben immer etwas zu tun.

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OER – Ein Einblick in die pädagogische Praxis

Jonathasmello, CC-BY 3.0 *

In der pädagogischen Praxis sind Creative Commons-Lizenzen, Freies Wissen oder Urheberrecht leider immernoch Themen mit denen sich Lehrer weder während ihrer Ausbildung noch in der Praxis intensiv beschäftigen müssen. Zum Glück gibt es jedoch eine Menge Lehrer, die Wissensvermittlung in der Lehre als aktiven Prozess betrachten und daher partizipative Methoden dafür einsetzen. Doch selbst diese Lehrer scheinen derzeit durch die „Schultrojaner-Debatte“ und Diskussionen um Open Educational Ressources ( „OER“) verunsichert zu sein.

Am Wochenende wurde im Rahmen des EduCamps in Köln und im Anschluss bei den 13ten Gautinger Internet-Treffen unter Pädagogen, Lehrenden und Koordinierenden über die Fragen Freier Lizenzierung gesprochen und Best-Practice-Ansätze ausgetauscht. Dabei ist klar geworden, dass es nochgroßen Klärungsbedarf gibt.

Die Praxis

Lehrer stehen – oftmals ohne es zu wissen- vor einem Problem: Machen sie sich die Vermischung von Lern- und Lehrmaterialien in Zeiten des Web 2.0 einmal bewusst, so wird die Frage nach dem Urheber und der daraus resultierenden Zitierung immer schwerer zu beantworten. Eine beunruhigende Erkenntnis in den Gesprächen mit den Lehrenden: Unsicherheit und Angst ist bei einer großen Anzahl der Lehrenden ein Hinderungsgrund, sich mit offenen Lehrmaterialien oder den daraus resultierenden kollaborativen Prozessen zu beschäftigen.

Dies wurde für mich in einer Vielzahl an Argumenten sichtbar: Von dem Wunsch nach der „einen richtigen“ Lizenz (so wie im Schulbuch früher)  bis hin zu der Frage, ob man bei Falschverwendung nicht verklagt wird, gab es eine Vielzahl solcher Unsicherheiten, die es zu besprechen galt. Umso erfreulicher jedoch die Beobachtung, dass es oft nur wenig Erläuterung genügte, um Bedenken aus dem Weg zu räumen. Aus der Debatte um richtige Lizenzierung wurde deutlich, dass Aufklärung über Freies Wissen weiterhin eine wichtige Aufgabe ist.

Die Vision: Open Educational Ressources

Die Basis von Open Educational Ressources (im Folgenden OER) umfasst das Spektrum der verschiedenen Creative Commons-Lizenzen. Darüber hinaus ist der Begriff, wie immer wieder deutlich wird, noch sehr unklar in der Definition. Viele denken immernoch, dass „CC“ eine einzige Lizenz ist. Die Creative Commons-Lizenzen sind noch sehr unbekannt unter den Lehrenden, was auf das fehlende Bewusstsein für urheberrechtliche Fragen unter Lehrenden zurückzuführen ist. Ein zweiter Punkt, der noch häufig unklar ist, ist die Tatsache, dass „open“ nicht nur kostenlos bedeutet. Immer wieder kam der Einwand, dass Plattformen, die Ihre Inhalte „frei“ zur Verfügung stellen, doch auch schon OER sein müssten. So lange für das Problembewusstsein für die bisherige Praxis besteht, ist daher auch der Mehrwert Freier Lizenzen schwer zu vermitteln. Im Gespräch mit einem der Teilnehmer, der eine Plattform freier Geschichtsmaterialien pflegt, kamen wir unter anderem auch auf Wikipedia als Freie Ressource zu sprechen:

„Ich habe jetzt (durch die Diskussion) den Mehrwert erkannt: Meine Sicht auf Wikipedia hat sich seit dem um 100% gedreht“ (@segu_geschichte im Real-life)

Deutlich wird damit, dass die Diskussion um OER und die praktische Dimension dahinter zwar noch weit auseinander liegen, aber die Diskussion über Freie Inhalte erstmals öffentlich im Bildungsbereich stattfindet.

Die visionäre Praxis

Besonders bemerkenswert war jedoch in den Gesprächen die große Vielzahl einzelner Akteure, die bereits seit Jahren OER produzieren, Freie Lizenzen verwenden und richtige Verfechter Freien Wissens sind. Aus dieser Beobachtung resultierte dann auch eine zweite Session beim EduCamp zu „Best-Practice“, die ich gemeinsam mit @Gibro und @sondala und einer Gruppe Interessierter bestritt. Die gemeinsamen Ergebnisse haben wir in einem Etherpad gesammelt. Projekte, die bereits freie Inhalte erarbeiten, sind leider noch immer kaum sichtbar und vernetzt. Hier liegt somit eine große Aufgabe für die Zukunft der OER-Bewegung. Von @herrlarbig wie folgt zusammengefasst:

„Sei egoistisch und das hochgradig vernetzt. (Mach dein Ding, rede drüber, kooperiere.) #dialektik #effizienz #oer #ecco12“ (@herrlarbig)

Vernetzung kann, so wurde deutlich, einerseits durch Veranstaltungen wie diese geschaffen werden, eine wichtige Rolle kommt jedoch hierbei auch technischen Features für die computerlesbare Kennzeichnung freier Materialien zu. Die Einblicke in die pädagogische Praxis sind wichtig und können dabei helfen, uns in dem Engagement für Freies Wissen ab und zu zu erden und uns den nach wie vor großen Bedarf der Aufklärung für die Grundbedingungen Freien Wissens zu verdeutlichen.

* Link: CC-BY 3.0

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Bildung und Wissen – Das Referententreffen

vom 2.-4.3.2012 fand im evangelischen Tagungszentrum Hofgeismar bei Kassel das traditionelle Referententreffen statt. Aber etwas war neu: Erstmals trafen sich in entspannter Atmosphäre und gut gelaunt die Referenten/innen aller Bildungsprogramme des Bereichs Bildung und Wissen, also “Silberwissen‘‚, “Wikipedia macht Schule“ und “Wikipedia Hochschulprogramm‘‚. Neben dem gemeinsamen Austausch der Erfahrungen ging es darum, Gemeinsamkeiten zu erleben und so das Bewußtsein zu verstärken, Teil eines größeren Bereichs Bildung und Wissen zu sein.

Die Themen


Wikimedia Commons: emma7stern CC-BY-SA 3.0 *

Nach dem gegenseitigen Vorstellen und Kennenlernen erläuterten die Projektleiter/innen das Konzept “Mitmachen”: zu motivieren, bereichsübergreifend das Ziel der Autorengewinnung voranzutreiben und Wege zu finden, diese dauerhaft in die Wikipedia einzubinden. In der anschließenden Diskussion entbrannte daraus ein teilweise durchaus emotionaler Meinungsaustausch über Umgangsformen in der Wikipedia und den nicht zu übersehenden sogenannten “Gender – Gap“, also das unausgeglichene Verhältnis zwischen Männern und Frauen in der Wikipedia-Autorenschaft.

Eine wichtige Komponente der Autor/innen-gewinnung sind Workshops, die das Mitarbeiten in der Wikipedia lehren. Eine Referentin berichtete von ihrem Einführungsvortrag beim Deutschen Frauenring in Kiel. Aufgeschreckt durch die niedrige Frauenquote und die Dürftigkeit von Artikeln im Bereich der Frauenvereine zeigten sich die Teilnehmerinnen vor Ort motiviert, ihr Wissen im Rahmen eines folgenden Workshops einzubringen. Die folgenden Berichte aus der Praxis wurden sachlich, aber durchaus leidenschaftlich diskutiert.

Am zweiten und dritten Tag lag der Schwerpunkt auf der Frage, wie wir “Mitmachen!” in die unterschiedlichen Veranstaltungsformen integrieren können. Übereinstimmend wurde es als das Wichtigste gesehen, den Spaß an der Mitarbeit zu vermitteln und ihn erfahrbar zu machen. Immer das Ziel vor Augen, die Wikipedia attraktiv für neue Autoren/innen zu machen, angesichts des unübersehbaren Autorenschwunds. Die Aufgabe, die Begeisterung zum „Mitmachen“ zu wecken, wurde zum Ende mit einem Zitat – in etwas abgewandelter Form – treffend zusammengefasst:

“Wenn Du ein Schiff bauen willst, so trommle nicht Männer zusammen, um Holz zu beschaffen, Werkzeuge vorzubereiten, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen, sondern lehre (…) die Sehnsucht nach dem weiten endlosen Meer.”

Antoine de Saint-Exupery (Werk: Die Stadt in der Wüste / Citadelle)

Auch die Frage, wie wir realistische und pragmatische Lösungsmöglichkeiten für die Unterstützung der in den Programmen gewonnenen Neuautor/innen finden können, prägte das Camp. Von kurzfristigen Rückfragemöglichkeiten für Workshopteilnehmer bis hin zu langfristigen Modellen, die gemeinsam mit der Community weiterentwickelt werden müssen, reichte dabei das Spektrum. Es ist ein Anfang gemacht! Die Referent/innen arbeiteten teilweise bis spät in die Nacht und nutzen jede Gelegenheit, um sich über die Programme und Erfahrungen auszutauschen.

Wir nehmen mit

Im Rahmen des Camps entstanden eine Reihe guter Ergebnisse, die die Zukunft von Bildung und Wissen bei Wikimedia Deutschland nachhaltig prägen werden. Besonders die Fantasie und die realistische Einschätzung der Referent/innen war beeindruckend! Zudem hat sich das Prinzip, dass erfahrene Referent/innen den Neulingen ihre Kenntnisse mit auf den Weg geben und neue Referent/innen ihre Ideen in die Arbeit mit einfließen lassen, bewährt. Im Nachklang zeigt sich in diesem Treffen malwieder: je unterschiedlicher die Blickwinkel auf ein Thema, desto besser und ausgereifter am Ende das Ergebnis. Danke an alle Anwesenden!

Wer Anmerkungen und Ideen hat, Lust hat, sich als Referent/in am Netzwerk zu beteiligen, oder wer Interesse an einen solchen Workshop hat, der wende sich gerne an: bildung@wikimedia.de

 

ein gemeinsamer Text von Schlesinger, Elly Köpf und Denis Barthel

 

* http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/

 

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Das Wikipedia Hochschulprogramm – Erste Schritte

Wikimedia Deutschland hat in den letzten Monaten intensiv an der Ausarbeitung des deutschen „Wikipedia Hochschulprogramms“ gearbeitet. Studenten sollen Wikipediaartikel zu vorher bestimmten Themen bearbeiten oder auch verfassen, was am Ende des Semesters als Leistung in die Seminarnote miteinfließt. Dieses Programm soll einerseits der Wikipedia neue kompetente Autoren verschaffen, andererseits der akademischen Lehre die bisherige Skepsis gegenüber der Wikipedia nehmen und aufgeschlossenen Lehrstuhlinhabern nützlich sein. Begleitet werden die Studenten dabei von ihrer Lehrkraft, die wiederum von einem erfahrenen Referenten geschult und beraten wird. Denn – dass die Wikipedia unter einem Rückgang an Autoren leidet, ist bekannte Tatsache. Die Wikimedia Foundation hat nicht zuletzt daher das Universitätsprogramm „Wikipedia Ambassadors“ ins Leben gerufen, in dem Professoren in ihren Kursen an den Universitäten gezielt die Wikipedia als Arbeitsplattform einsetzen.

Die Referenten des Wikipedia Hochschulprogramms, Köln 2011 (Foto: Annie Lin, CC-BY-SA)

Bereits Anfang Dezember hatte sich Wikimedia Deutschland mit interessierten Universitäten zu einem ersten Gespräch in Göttingen getroffen. Am letzten Wochenende, dem 17./18. 12. fand nun ein erstes Treffen in Köln statt, zu dem zehn zukünftige Referenten im Rahmen eines Orientierungsworkshops eingeladen waren. Denis Barthel und Elly Köpf von Wikimedia Deutschland stellten das Hochschulprogramm den Anwesenden vor, Annie Lin und Frank Schulenburg, als Vertreter der Foundation, berichteten ausführlich über ihre Erfahrungen mit dem Programm in den den USA, Kanada, Ägypten, Brasilien und Indien. Ein zentraler Punkt des Workshops war die Frage, welche Besonderheiten deutschsprachiger Universitäten vorliegen, ein weiteres wichtiges Thema war die Frage nach der Kommunikation zwischen den von Wikimedia eingesetzten Referenten, den Lehrkräften an den Universitäten und den Studenten. Anhand von Beispielen wurden positive, aber auch negative Aspekte erkannt und die Grenzen einer solchen Kooperation ausgelotet. Die mögliche Einbindung der Wikipedia in den universitären Lehrplan anhand eines detaillierten Entwurfs für den Ablauf eines Semesters erschien den Teilnehmern schlüssig und durchführbar. Zwei Gruppen erarbeiteten weitere detaillierte Stichpunkte zu den Themen Wikipedia-Grundlagen (Urheberrecht und Plagiat, Wikipedia-Syntax und Organisationsstruktur der Wikipedia) sowie zur Einbindung der Wikipedia in die Lehre (Lernziele, Lehrpraxis und abschließende Bewertung). In ihrem Schlussreferat berichtete Annie Lin am Sonntagnachmittag über die Lektionen, die Wikimedia aus dem Programm bisher gelernt hat: Was würden wir wieder tun und was machen wir lieber nicht noch einmal.

Die Veranstaltung verlief in einer äußerst konzentrierten Form und verschaffte den Teilnehmern das Gefühl umfassend über das komplexe Thema und seinen Möglichkeiten informiert worden zu sein. Die Bereitschaft zur weiteren Mitarbeit war vorhanden, alle Beteiligten verliessen Köln hochmotiviert für die kommenden Herausforderungen.

Dieser Text ist gemeinsam von Schlesinger, Elly Köpf und Denis Barthel verfasst worden.

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„Bildung und Wissen“ – ein neuer Bereich stellt sich vor

Im kommenden Jahr wird die Geschäftststelle von Wikimedia Deutschland eine neue Organisationsstruktur erhalten. In loser Folge stellen sich im Blog die neuen Schwerpunkte vor. Den Anfang macht der formal erst mit der neuen Organisationsstruktur neu angelegte Bereich „Bildung und Wissen“.

Inhaltlich ist dieser Schwerpunkt schon deutlich älter, 2006 begann er mit einer Veranstaltung am Hildesheimer Gymnasium Andreanum. Abgehalten durch Vorstände von Wikimedia Deutschland fand hier erstmals ein Aktionstag für Schüler, Lehrer und interessierte Eltern statt. Vorträge und Workshops thematisierten grundlegende Fragen um die noch junge Online-Enzyklopädie hinsichtlich ihrer Verlässlichkeit, ihres korrekten Gebrauchs und des Verständnisses für ihre Besonderheiten.

Aus dieser Premiere wuchs über die Jahre das Schulprojekt Wikipedia macht Schule mit spezifischen Angeboten für Schüler und Lehrer, seit 2010 getragen durch ein Referentennetzwerk aus Wikipedia-Autoren und Medienpädagogen und mit inzwischen weit über 100 Veranstaltungen und mehreren Tausend Teilnehmern. Vor diesem Erfahrungshintergrund steht bei Wikimedia Deutschland derzeit die Entwicklung von freiem Lehrmaterial in Buchform zum Thema „Wikipedia in der Schule“ im Fokus (hier kann auf Wikibooks mitgearbeitet werden).

Schulen sind aber nicht die einzigen Adressaten für Bildungsangebote bei Wikimedia Deutschland. Bereits 2008 wurde das Projekt Silberwissen ins Leben gerufen. Hier geht WMDE seit 2010 im Rahmen des europaweit agierenden TAO-Konsortiums (Third-Age-Online) auf ältere Mitbürger mit ihrer Lebenserfahrung und ihrem Wissen zu, um sie als aktive Autoren für Wikipedia zu werben. Neu steht für 2012 das Wikipedia Ambassador Programm auf dem Plan, mit dem das Verfassen von Wikipedia-Artikeln in systematischer Weise an Universitäten eingeführt wird. Und nicht zuletzt werden in Zukunft stärker als bisher zusammen mit dem Bereich “Politik und Gesellschaft” auch bildungspolitische Ziele verfolgt.

All diese Aufgaben waren hausintern bisher bei verschiedenen Personen und Ressorts angesiedelt, nach dem Wachstum der letzten Jahre war es nun Zeit für eine Konsolidierung. Mit der bereits auf der Mitgliederversammlung vorgestellten Neugliederung des Vereins zum 1. Januar 2012 werden alle Bildungsprogramme in Zukunft in einem Bereich “Bildung und Wissen” zusammengefasst. So können Gelegenheiten zur Zusammenarbeit in Zukunft besser genutzt und verschiedene Programme inhaltlich enger aufeinander abgestimmt werden.

Von besonderer Bedeutung ist dabei das Referentennetzwerk. Um der zunehmenden Zahl der Anfragen für Veranstaltungen gerecht zu werden, soll es für Schulprojekt, Silberwissen und Ambassador-Programm gleichermaßen zur Verfügung stehen. Die bisher direkt von den Bildungsinstitutionen honorierten Referenten werden den Verein nun als freie Mitarbeiter in allen Projekten intensiv unterstützen, sowohl im Bereich der Autorengewinnung wie auch bei der Vermittlung von Wikipedia und Freiem Wissen.

Verantwortet wird der neue Bereich von Denis Barthel und Elly Köpf, Elvira Schmidt ist als Projektleiterin Ansprechpartnerin für das Projekt Silberwissen. Unterstützt wird der Bereich von Merle von Wittich als Werkstudentin, noch gesucht wird eine Projektassistenz, die den neuen Bereich bei den Herausforderungen des kommenden Jahres begleitet und mitgestaltet.

Wir freuen uns auf diese und kommende Projekte und darauf, Wikipedia und Freies Wissen im Kontext „Bildung und Wissen“ zu unterstützen.

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