Archiv für die ‘Bildung’ Kategorie



Autorinnen-Café in München

Dr. Esther Debus-Gregor ist Mitglied der webgrrls und hat in diesem Rahmen das erste Netzwerktreffen für Frauen zu Wikipedia in München organisiert. Hier berichtet sie von ihrem Treffen.

By Lane Hartwell CC-BY-SA-3.0

Mehr Frauen in die Wikipedia! Unter diesem Motto trafen sich am vergangenen Dienstag 9 Neu-Wikipedianerinnen und Interessentinnen zu einem ersten Workshop im Combinat 56 in München. Der Ort war, wenn man so will, symbolisch: Co-Working, das steht für eine neue Art, zusammen zu arbeiten. Und natürlich eine prima Infrastruktur: WLAN für alle :-)

Unsere kenntnisreiche und engagierte Referentin Nathalie nahm uns mit auf eine geführte Tour durch die Wikipedia: die vielen unterschiedlichen Arten, wie jede sich einbringen kann, Karrierestufen eines Wikipedianers, wo und wie in der Community Austausch, Rat und Unterstützung zu finden sind. Diskussionen entstanden darüber, was denn nun die Relevanzkriterien eigentlich bedeuten, und ob es wirklich so etwas wie weibliche Themen gibt. Es war sehr hilfreich, eine Referentin von Wikimedia Deutschland dabei zu haben.
Einen wichtigen Rat gab Nathalie uns zu Beginn mit auf den Weg: sich am Anfang doch einen Mentor oder eine Mentorin zu suchen, dann bliebe einem Enttäuschung erspart, beispielsweise wenn ein mühsam recherchierter und geschriebener Eintrag abgelehnt wird. Aber am spannendsten wurde es dann doch, als wir anfingen, unseren Benutzerartikel und die eigene „Werkstatt“ anzulegen. Als Ergebnis des Workshops lässt sich sagen: Wir haben uns wohlgefühlt und jede Menge gelernt!

Wie geht es nun weiter? Wir wollen uns nun mit dem Münchner Stammtisch vernetzen, der uns zu seiner Initiative für neue Autoren und Autorinnen eingeladen hat, und mal sehen, wie es weitergeht.

Ich bin gespannt und freue mich auf neue Kontakte und weitere Aktionen in der Region!

PS: Das Combinat56 befindet sich in der Adams-Lehmann-Straße. Und Hope Adams-Lehmann war eine Pionierin und eine der wichtigen Persönlichkeiten in der frühen Frauenbewegung – wie man in der Wikipedia nachlesen kann :-)

Wenn sie auch Interesse daran haben, ein solches Netzwerktreffen oder einen regelmäßigen Treff in ihrer Region zu organisieren und dazu Unterstützung oder Ansprechpartner benötigen, wenden Sie sich gerne an uns.

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Goethe trifft Wiki

 

Gastbeitrag von Aleksander Dera

Das Goethe-Institut Budapest hat im Jahr 2011 ein Projektwiki mit dem Titel “Bildung macht Schule” angelegt, in dem länderübergreifend an durch das Goethe-Institut Budapest ausgewählten Schulen in der Region Mittelosteuropa an Freien Inhalten gearbeitet wird. In einer ersten Phase haben Lehrende mit ihren SchülerInnen Inhalte erarbeitet, die zunächst von den Lehrenden eingestellt wurden. In einem zweiten Schritt wurden nun die SchülerInnen direkt von unserem Referenten Aleksander Dera geschult, damit diese die Inhalte selbst einstellen können. Dabei standen die Aufklärung über und die Erstellung von Freien Inhalten im Mittelpunkt. Die Schulungen fanden im Oktober und November 2012 in Vilnius, Krakau und Budapest statt.

 

„Schnell mal ein Wiki machen“

Ob der alte Goethe sich wohl in einem Wiki zurechtgefunden hätte und seine Werke vielleicht sogar dort veröffentlicht hätte? Das Institut, das seinen Namen trägt, hat Gefallen an Wikis gefunden. Das Goethe-Institut, das u.a. die deutsche Sprache im Ausland fördert, hat ein Projekt gestartet, um ein Wiki auch im Deutsch-Unterricht einzusetzen. Wie die Teilnehmenden allerdings schnell merkten, heißt Wiki zwar schnell, aber „schnell mal ein Wiki machen“, dazu braucht es dann doch etwas mehr. Was liegt näher, als sich dieses bei den Fachleuten der Wikipedia zu holen?! Und so war ich, über Wikimedia Deutschland, im Einsatz in Vilnius, in Krakau und zuletzt in Budapest. Begleitet wurde ich von Michael Hauke vom Goethe-Institut in Budapest.

 

Hürdenlauf mit Mediawiki

Die Schüler, von 14 bis 18 Jahren, hatten die Aufgabe zuvor zum Thema „Armut“ in ihrer Umgebung zu recherchieren und die Materialien mitzubringen. Dies hatten sie mit Hilfe ihrer Lehrer auch meist fleißig getan. Weiterhin war das Deutsch, mit Ausnahmen, hervorragend. Jeweils Freitag und Sonnabend fanden die Kurse statt, für die Schüler ein zusätzlicher Schultag, in Vilnius noch dazu der Anfang der Ferien! Trotz allem waren sie bis zum Schluss hochmotiviert und interessiert. Als gestandener Wikipedianer war ich nun ganz verwundert, warum das ganze nicht an einem Tag erledigt werden könnte und vermutete die Sprache als Hinderungsgrund. Aber weit gefehlt. Mediawiki birgt mehr Hürden als man glaubt, vom Urheberrecht ganz zu schweigen.

 

Bilder sind nicht gleich Bilder

Foto: doctormo, CC-BY-SA 3.0

Zu Beginn eine Frage an die Schüler: Wie sieht ein guter Text aus? Das haben die Schüler erarbeitet und mir standen die Haare zu Berge. Texte müssten etwa unbedingt bunt sein, sonst ist es langweilig. Der „Aber-Die-Wikipedia-Richtlinie“-Reflex sprach an, wurde aber erfolgreich von mir unterdrückt. So gibt es nun Klicki-bunte-Texte, bunte Hintergründe, Linkcontainer, usw.

Ins Urheberrecht der drei Staaten musste ich mich kurz einarbeiten, aber zum Glück ist es nicht so unterschiedlich; Details waren nicht gefordert. Die Schüler waren schon mit den Grundlagen ausgelastet. Trotz „Theorie-Kurs“ und nachfolgender praktischer Übungen wurden geschützte Bilder hochgeladen. Auf Nachfrage waren sie dann auch in der Lage zu erklären, warum sie gerade eine Urheberrechtsverletzung begangen haben. Auch für mich eine interessante Übung; viele „böse Urheberrechts-Vandalen“ sind vielleicht schlicht überfordert.

Am Ende hatten die Schüler dann Artikel mit unterschiedlicher Qualität erstellt, einiges gelernt und auch Spaß gehabt. Das Interessanteste für die Schüler? Nein, ich glaube nicht, dass es zu erraten ist: das Urheberrecht! Die Schüler gaben in ihrem Feedback explizit das Thema als besonders interessant und spannend an. Meine Verwirrung hat sich immer noch nicht gelegt.

Persönlich waren es eine sehr interessante Erfahrung und ich hoffe, dass das Projekt im nächsten Jahr fortgesetzt wird.

Aleksander Dera

 

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Schulbuch-o-Mat – Ein Freies Schulbuch im Selbstversuch

By Jkadavoor, CC-BY-SA-3.0 via Wikimedia Commons

„Ein Schulbuch unter einer freien Lizenz sollte man mal machen, in einem Bundesland anwendbar sollte es sein und am besten gemeinsam von vielen erarbeitet werden sollte es“, sagten die einen. – „Aber nein, ohne einen Verlag dahinter ist so ein Projekt gar nicht möglich!“ sagten die anderen.

Der Wunsch nach einem Best-Practice-Beispiel durchzieht die deutsche Debatte um Open Educational Resources (OER) und das davon konkret betroffene klassische Schulbuch seit Beginn diesen Jahres. Nun haben sich Heiko Przydhodnik und Hans Wedenig dieser großen Aufgabe ein Freies Schulbuch (unter Creative Commons -Lizenz cc-by) zu verfassen, angenommen.

Ihr Thema: Die Biologie! Seit dem 14.11.2012 haben sie begonnen, Spenden für ihr Vorhaben, ein Freies Schulbuch für die 7./8. Klasse innerhalb des Rahmenlehrplans der Sek1 Berlin zu sammeln. Innerhalb kurzer Zeit berichteten Netzpolitik und andere Medien über ihr Vorhaben. Auf die Berichte müssen nun Taten folgen, um dieses Projekt zu einem erfoglreichen Ende zu bringen, denn es ist noch ein weiter Weg zu gehen. Wikimedia Deutschland unterstützt dieses Vorhaben daher mit 500€ und dem Aufruf um weitere Unterstützung.

Warum spenden? Für Wikimedia begründet sich das mit dem Vereinsziel, Freies Wissen in der Gesellschaft zu fördern. Dies steht hinter allem was wir tun. Aber einige Gründe können für viele gelten: Der Themenbereich Open Educational Resources bietet nun einen konkreten und wirkungsmnächtigen Anlass, das Ziel Freien Wissens im Alltag der Menschen zu verankern. Freie Bildung ist eine zentrale Schnittstelle dafür. Innerhalb diese Themenfeldes bietet das Freie Schulbuch ein ganz konkretes Beispiel, den Mehrwert und die Chancen Freier Inhalte für alle sichtbar zu machen und Nachahmungseffekte auf breiter Basis auszulösen. An die Erstellung des Buches knüpfen sich natürlich eine ganze Reihe weiterer Themen, die sich rund um Aufklärung und Unheberrechtsfragen ranken. Grundlage aller weiterer Schritte bleiben jedoch Initiativen einzelner Vorreiter.

Was nun? Das Projekt ist gerade erst gestartet, immernoch fehlt der Großteil der benötigten 10.000€. Unter den bisherigen Unterstützern finden sich bereits bekannte OER-Vertreter ebenso wie Lehrer und Eltern. Wir können nur dazu aufrufen, sich an dieser Initiative zu beteiligen, um der Freiheit der Bildungsmaterialien ein Zeichen zu setzen.Wer kein Geld geben kann, der kann auch direkt mit den beiden Initiatoren in Kontakt treten und anderweitig helfen. Jede Hilfe ist wilkommen!

Und was wenn …? Ein solches Pilotprojekt ist natürlich nicht gefeit davor, dass es scheitert. Dessen sind sich alle bewusst. Aber hätten sich die Autoren hinter der Wikipedia diese Frage zu Anfang allzu oft gestellt, gäbe es Wikipedia heute sicher nicht. Frei nach der Devise der Wikipedia wünschen wir dem Projekt demnach alles Gute und hoffen, dass es viele weitere Unterstützer (egal ob finanziel oder auf anderen Wege) findet: Seid mutig!

PS: Und wer weiß, vielleicht ist es auch ein Bild aus Wikimedia Commons, dass schon ein erster Schritt sein kann ...

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Wikimedia Deutschland beteiligt sich an Leibniz-Forschungsverbund “Science 2.0”

Ist die Zukunft der Wissenschaft offen? Video: Daniel Mietchen, CC0

Der Austausch wissenschaftlicher Informationen war die ursprüngliche Funktion des World Wide Web; heute ist es nur eine von vielen. Während web-basierte Kommunikationsformen weite Teile der Bevölkerung auf immer umfassendere Weise miteinander vernetzen, macht die Wissenschaft bisher nur zögernd davon Gebrauch. An diesem Punkt setzt ein neuer Leibniz-Forschungsverbund zum Thema „Science 2.0“ an. Zusammengeschlossen haben sich darin 24 Einrichtungen aus Wissenschaft und Bildung. Wikimedia Deutschland ist beteiligt und bildet die Schnittstelle zu den Communitys der Wikimedia-Projekte. Der Titel “Science 2.0” bezieht sich dabei zunächst einmal nur auf den Einsatz von Web-Tools in der Wissenschaft. Dieser kann jedoch mit einer Öffnung des Forschungsprozesses selbst sowie mit dem vermehrten Einsatz freier Lizenzen für dabei erstellte Materialien einhergehen.

Der Verbund will sich in den kommenden 10 Jahren mit der Frage befassen, wie das Web die Forschungs- und Kommunikationsprozesse innerhalb der Wissenschaft und darüberhinaus verändert: Wie wird Wissenschaft und deren Kommunikation in der Zukunft aussehen? Wie werden Forschungsergebnisse zeitgemäß für die Fachwelt veröffentlicht, für die Gesellschaft insgesamt zugänglich gemacht und für die Nachwelt archiviert? Wie können Forschungsprozesse sichtbarer gemacht werden und wo sind die Grenzen der Transparenz? Welche Infrastruktur und Werkzeuge sind dafür nötig, und wie werden sie genutzt? Wie sieht es mit der Qualität wissenschaftlicher Informationen aus, wenn Amateure wie Patientengruppen oder Citizen Scientists an der Planung, Durchführung, Auswertung und Diskussion wissenschaftlicher Forschung in zunehmendem Maße teilhaben können?

Auf all diese Fragen gibt es keine einfachen Antworten. Doch wer inhaltlich, technisch oder organisatorisch zu Wikimedia-Projekten beiträgt, sieht sich regelmäßig mit sehr ähnlichen Fragen konfrontiert, für die in vielen Fällen auch schon einzelne Lösungsansätze ausprobiert wurden. Unsere Erfahrungen mit web-basierter Zusammenarbeit, mit der Erstellung und Nachnutzung frei lizensierter Materialien, mit öffentlichen Versionsgeschichten sowie mit der Förderung freien Wissens im nationalen und internationalen Kontext wollen wir in den Verbund einbringen. Bisherige Beteiligungen an Forschungsprojekten – z.B. RENDER oder Wikidata – bilden dafür eine gute Grundlage.

Das erste Verbund-Treffen findet am 14. und 15. Februar 2013 in der Deutschen Zentralbibliothek für Wirtschaftswissenschaften in Hamburg statt.

Wir werden Euch in den kommenden Monaten über die Entwicklungen im Rahmen des Forschungsverbundes informieren und freuen uns auf Eure Anregungen.

 

E-Mail: hochschule@wikimedia.de

 

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Freie Inhalte in der Schule: Willst du noch oder teilst du schon?

Skizze OER-Motivationsfilm, Elly Köpf, CC-BY-SA 3.0

Am Wochenende trafen sich in Ilmenau beim EduCamp wieder einmal Lehrer, Bildungsaktivisten und Querdenker, um über Bildung in Zeiten des Web 2.0 zu diskutieren. Die dortigen Gespräche bieten einen guten Anlass, die dort angesprochenen Facetten rund um Open Educational Resources (OER) auf praktischer Ebene einmal zusammenzufassen.

Im Anschluss an das OER-Camp vor zwei Monaten in Bremen lag der Schwerpunkt meiner Gespräche diesmal auf der Frage, wie jeder Einzelne das Thema Open Educational Resources voranbringen kann. Gleich zu Beginn des Camps fand sich eine bunte Gruppe interessierter Pädagogen zusammen, um ein Konzept für einen OER-Motivationsfilm zu erarbeiten. Basierend auf den Ergebnissen des Wettbewerbs „Why Open Education matters?“ von Creative Commons (bisher nur auf Englisch vorhanden) haben wir uns über Chancen und Hinderungsgründe an der Beteiligung an OER ausgetauscht und einen ersten Entwurf für eine Skizze erarbeitet. Wer die Ideen weiterspinnen will, der tue das. Ganz im Sinne kollaborativen Arbeitens freuen wir uns über eine Weiterentwicklung und Umsetzung.

Willst du noch …?

Bei der Erarbeitung der Motivationsskizze wurden Hinderungsgründe gesammelt, die Lehrende davon abhalten ihre Inhalte freizugeben. Genannt wurden:

  1. Angst: Sowohl vor dem Abmahnwesen der Verlage als auch vor der Rückmeldung der Kollegen
  2. Unkenntnis über Urheberrecht, Persönlichkeitsrecht und sonstige rechtlichen Fragen.
  3. Vermischung von digital verfügbar und rechtlich frei weiterverwendbar: Es besteht oftmals der Eindruck, dass es doch schon viele „frei verfügbare“ Materialien im Netz gibt.  Warum man selbst auchnoch Inhalte freigeben sollte erscheint daher (s.o.) als unlogisch.
  4. Remix: Unklarheit über die Frage wo ein neues Werk beginnt und wie weit ein bestehendes geschützt ist.
  5. Mentalität zu teilen: Der Mehrwert kollaborativen Arbeitens ist bei Lehrenden noch wenig praktiziert. „Andere nutzen meine Inhalte und sehen dann, wo meine Schwächen liegen“ anstatt einer positiven Sicht auf das gemeinsame Weiterbearbeiten.

… oder teilst du schon?

Skizze zu OER (Ausschnitt), Ralf Appelt, CC-BY-NC-SA 3.0

Auch Chancen von OER wurden in der Session gesammelt:

  1. Aktualität der Inhalte durch die Bearbeitbarkeit gegenüber Schulbüchern
  2. Niedrige Kosten bei der Beschaffung als Lehrer
  3. Mehr Zeit für Methodenplanung
  4. Virtuelles Teamwork: Die Förderung der Idee, sich beim gemeinsamen Arbeiten weiterzuentwickeln
  5. Längerfristige Zeitersparnis durch mehr Vielfalt an Inhalten (Remix)
  6. Remixen mit Schere und Klebstift ist bereits Praxis

Aufbauend auf diesem Start ins Wochenende teilte sich das weitere Wochenende in die Aspekte „erstellen und weiterverwenden“ und „Finden“ freier Inhalte.

Erstellen und weiterverwenden

In der samstäglichen Session zu dem freien Lehrbuch der Initiative „L3T“ wurde Aspekt der Erstellung die Problematik des Formats angesprochen. Ein als PDF vorliegendes Lehrbuch wird, trotz freier Lizensierung, als geschlossenes Buch wahrgenommen und der Gedanke „Bücher zu zerschnippeln“ sei doch eher unüblich. Probleme der Weiterverwendung wurden am Sonntag in der Session „Du darfst…“ aufgegriffen. Idee der Session war es, Lehrenden aufzuzueigen was sie konkret mit dem bestehenden Urheberrecht und der Creative Commons-Lizenzen tun dürfen. Weg vom Verbot hin zur Ermutigung! Hier wurde zugleich das Potential einer positiven Herangehensweise sichtbar. Zum Beispiel: Lehrer, die selbst Inhalte frei lizensieren können auf den von Creative Commons angebotenen Lizenzgenerator zurückgreifen. In wenigen Abfrageschritten wird hier die gewünschte Lizenz ermittelt.

Ein Beispiel für die kollaborative Erarbeitung von Onlineinhalten wurde in einer abendlichen Runde am Beispiel von Wikiversity und dem ZUM.Wiki diskutiert. Beide Plattformen unterstützen Lehrer dabei Freie Inhalte kollaborativ zu entwicklen und beide Plattformen suchen nach Unterstützung. Ein auf beiden Plattformen aktiver Benutzer erzählte von seinen Erfahrungen und brachte sein Problem in der Arbeit mit Wikiversity auf den Punkt: Die komplizierte und daher fehlende Einbindung von Multimediainhalten. Aus seiner Sicht sind gerade Videos eine wichtige Säule beim onlinebasierten Lernen 2.0. Das Gespräch endete damit, dass der Wunsch geäußert wurde gegenseitig stärker voneinander zu profitieren. Wie dies geschehen kann, liegt jedoch in der Hand der aktiven Autoren.

Weitere Tipps zum Erstellen freier Inhalte finden sich außerdem in dem parallel zum EduCamp veröffentlichten Dossier zu Open Educational Resources von pb21.

Finden

Auch die Frage wie ein Lehrer freies Material finden und wie er seine eigenen Inhalte auffindbar machen kann, beschäftigte einige beim EduCamp. Ein spannendes Beispiel bietet hier die Verwendung von Tags, die Inhalte im Netz kategorisieren und damit auffindbar machen. Die schlichte Idee freie Inhalte auffindbar zu machen indem sie mit maschinenlesbaren Lizenzen versehen werden, kann große Wirkung erzielen. Auf der Webseite zu EduTags wird erklärt wies geht! Ein weiterer Aspekt, der für das Auffinden Freier Inhalte für Lehrer hilfreich ist, ist die erweiterte Suchfunktion der großen Suchmaschinen, die man hier im Überblick findet. Für die Unterrichtsvorbereitung mit Freien Inhalten, empfiehlt sich ebenfalls ein Blick in die komplett frei lizensierten Wikimediaprojekte Wikimedia Commons (Bilder), Wikisource (Freie Quellensammlung).

Vielen Dank an das Orga-Team des EduCamps Ilmenau und die vielen interessanten Gespräche. Abschließend bleibt festzustellen, den meisten Diskussionen rund um OER würde das Thema einer der letzten Sessions gut tun: Ermutigung! Denn jeder kann sich aktiv beteiligen und an der Verbreitung und Erstellung Freier Inhalte mitwirken.

Wer Interesse hat, den Dialog zum Thema OER fortzusetzen, der kann mich gerne persönlich oder per Mail ansprechen. 

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Neues aus dem Hochschulprogramm

By User:Mattes [Public domain], via Wikimedia Commons

Das kommende Semester steht unter der Überschrift “Intensivierung, Weiterentwicklung und Verbreitung”. Dafür gilt es, die Impulse unserer erfolgreichen Pilotmaßnahmen zu nutzen und weiterreichende Aktivitäten in diesem Bildungsbereich zu initiieren. Die Umsetzung folgt von Anfang an einem partizipativen Ansatz: Die Ideen und Vorschläge der Communitys sollen ebenso einbezogen werden wie Anregungen der Hochschulen.

Die bisherigen Aktivitäten im Hochschulbereich fokussieren die universitäre Lehrkraft, die von Wikimediareferenten intensiv geschult und begleitet wird. Diesen erfolgreich eingeschlagenen Weg setzen wir gemeinsam mit der Universität Bremen und der Johannes Gutenberg Universität Mainz fort. Neben den Lehrenden nehmen wir in diesem Semester auch die Studierenden in den Blick. Um die Arbeit mit der Wikipedia und das Verfassen von Artikeln als gängige Methode in der akademischen Lehre zu etablieren, führen wir an der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin zwei semesterbegleitende Seminare zum Thema „Wissenschaftliches Arbeiten und Wikipedia“ durch. Nach Abschluss der zweiten Pilotphase des Hochschulprogramms erfolgt  im kommenden Jahr eine ausführliche Auswertung der Erfahrungen und die Erstellung eines ausführlichen Abschlussberichts.

Intensivierung, Weiterentwicklung und Verbreitung

Um die Reichweite unserer Aktivitäten zu erhöhen und die Zusammenarbeit mit wissenschaftlichen Einrichtungen auf allen Ebenen zu intensivieren, möchten wir künftig gezielt mit Hochschul- und Forschungsverbünden kooperieren. Innerhalb des Forschungsverbundes „Science 2.0“ arbeiten wir fortan mit 23 exzellenten Forschungseinrichtungen aus ganz Deutschland zusammen. Der Fokus liegt auf dem Einsatz neuer, insbesondere partizipativer und kollaborativer Technologien. Informationen zum Forschungsverbund „Science 2.0“ folgen in Kürze.

Ein weiteres wichtiges Arbeitsfeld nimmt zukünftig innovative Formate und Materialien in den Blick. Im Mittelpunkt stehen beispielsweise E-Learning-Vorhaben zur Erhöhung der Reichweite unserer Aktivitäten. So können gemeinsam mit den Communitys erstellte Materialien und Handreichungen aufbereitet, in E-Learning-Kurse eingebracht und für interessierte Hochschulen angeboten werden. Hierzu folgen zeitnah weitere Informationen und die Einladung zur Beteiligung am Planungsprozess.

Für alle Fragen rund um das Themenfeld “Wikimedia und Hochschulen” und zu anstehenden Initiativen oder Terminen steht Euch das Team von Bildung und Wissen zur Verfügung: hochschule@wikimedia.de.

 

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Bildung und Wissen – Ein herbstliches Referententreffen

By Raimond Spekking CC-BY-SA-3.0, via Wikimedia Commons

Michael Schlesinger ist langjähriger Wikipedia-Autor und seit Oktober 2011 Referent im Bereich Bildung und Wissen.

Am Wochenende 21. bis 23. September 2012 trafen sie sich wieder, die Vertreter der Wikipedia mit ihren Rollkoffern und dem eiligen Schritt, die als Referenten für den Fachbereich Bildung und Wissen von Wikimedia Deutschland unterwegs sind. Sie kennen jeden ICE, jeden Bahnknoten und jede WLAN-Einstellung. Sie sollen und wollen die Idee der Wikipedia und ihrer Schwesterprojekte überall im Land in Schulen, Vereinen und Institutionen aller Art verbreiten. Daher müssen sie sich hin und wieder zum Austausch ihrer Ratlosigkeit, ihrer Begeisterung und der Kritik in den Tagungshotels der Republik für zweieinhalb anstrengende Tage treffen. Diesmal war es ein vergessener westdeutscher Kurort im ablegenen Westerwald, einer herben und steinigen Gegend.

Im Vorfeld dieses sogenannten „Referentencamps“ wurde eifrig und teilweise kontrovers über die zu behandelnden Themen diskutiert, man war mit der von den Organisatoren vorgeschlagenen Tagesordnung nicht ganz einverstanden, denn es bestand der Wunsch, mehr über die Perspektiven des Referentennetzwerks zu reden. Dafür wurde dann am Sonntag umso intensiver in Kleingruppen diskutiert. Es war nicht zu übersehen, dass es noch viel Spielraum zur Verbesserung gibt. Die kleinen Wikipedia-Vertreter an den Türklinken der Bildungseinrichtungen brauchen inhaltliche Hilfestellungen für ihren Musterkoffer. Natürlich werden auf diesen Treffen auch immer wieder die gleichen Dinge besprochen, aber diesmal war es konzentrierter und anstrendender als letztes Mal. Besonders erfreulich war, dass gleich drei neue Referentinnen hinzugekommen sind.

Verbreitung  Freien Wissens

Referenten sollen ihre Botschaft, in diesem Fall die Verbreitung des “Freien Wissens“ (nein, das ist keine Glaubensgemeinschaft), ihrem Publikum möglichst überzeugend darlegen, doch sie leiden oft unter Zeitdruck, kämpfen mit technischen Problemen und haben das Gefühl, dass die Zeit verrinnt. Nathalie Köpff, Trainerin für Rede- und Gesprächsrhetorik und angehende Referentin, analysierte die Unarten der armen Referenten, die teilweise mit Dialekt und dünnen Stimmen, immer zu schnell, zu laut, zu leise sprechen, auf den Boden blicken und nicht wissen wo sie die Hände lassen sollen. Andere Punkte dieses erbarmungslosen Bootcamps war, wie immer, die Suche nach Rezepten: Wie sieht ein gut gemachter Vortrag oder Autorenworkshop aus (Optimierung der Workshops für die Kunden), was kann hier im Detail verbessert werden? Immerhin ist festzustellen, dass die Referenten offenbar professioneller geworden sind.

„Neulingsloch“ und mehr

Weitere Themen waren die stellenweise etwas holprige Kommunikation über die interne Mailingliste, die Verbesserung einer offenbar vorhandenen “Anerkennungskultur“für Neulinge in der Wikipedia (Gummibärchen, Kätzchen und Barnstars) , sowie die praktizierte Evaluation der Programme im Bereich “Bildung und Wissen“. Die Diskussion ergab, dass hier einiges verändert werden muss, denn eine ansatzweise wissenschaftliche Evaluation findet bislang nicht statt. Der Kern für Autorenworkshops bleibt, dass alle Bemühungen nur begrenzt nützlich sind, so lange der Wikipedia die neuen Autoren weiterhin fernbleiben. Der knackige Begriff “Neulingsloch“, eingeführt von Tim Hector, beschreibt anschaulich die Lücke zwischen dem Erstkontakt neuer Autor/innen mit der Wikipedia, der beispielsweise durch Autorenworkshops deutlich wurde, und dem Wikipedia-Alltag. Mentorenprogramm, die Fachportale, so sie denn aktiv sind, könnten helfen dieses unschöne Loch zu stopfen, denn hier verschwindet offenbar einiges vom dringend benötigten Wikipedia-Nachwuchs.

Das Camp ging wie alle diese Camps zu Ende mit dem melancholischen Gefühl des Abschieds. Der ICE hat uns wieder, der Rollkoffer rattert über Bahnsteige und Rampen, die Gedanken sind schon beim nächsten Einsatz…

Michael Schlesinger

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Bringing Education Staff and Wikimedia together- Welcome to the EduWiki 2012!

Daria (WMUK) und Cornelia (WMDE) vor der Stamford Hall, by Daria CYbulska, cc-by-sa 3.0

Nach einem spannenden Wochenende auf der WikiCon in Dornbirn folgte ich der Einladung von Wikimedia UK, auf der “first ever” EduWiki im mittelenglischen Leicester als Vortragende teilzunehmen. Schon am Vorabend der Konferenz, bei – für englische Verhältnisse untypischem – strahlendem Sonnenschein, traf ich auf erste Teilnehmende. Schon in diesem Moment freute ich mich auf die beiden kommenden Tage und die neuen Menschen, die ich im Rahmen der Konferenz kennenlernen würde.

Am folgenden Morgen entspann sich während des Frühstücks ein lockeres Gespräch zwischen Leigh Thelmadatter, einer der geladenen Speakerinnen, Martin Poulter, einer der Hauptorganisatoren der Konferenz und weiteren Konferenzteilnehmer/-innen. Ein erster Austausch signalisierte mir ein großes Interesse an unserem Bereich Bildung & Wissen.

 

Der Bereich Bildung & Wissen: Diversität erhöhen

Nach der feierlichen Begrüßung und Eröffnung der 65 Anwesenden ging es gleich zur Sache mit einem inhaltlich gut ineinander verzahnten und spannenden Programm. Mein Beitrag folgte der Keynote von Annie Lin, die das Global Education Program der Wikimedia Foundation vorstellte und die Vorzüge des auf Universitätsstudent/-innen zugeschnittenen Programms interaktiv mit den Teilnehmenden erarbeitete.

Publikum auf der 1. EduWiki Konferenz, by Daria Cybulska, cc-by-sa 3.0

Zahlreiche Nachfragen zu den drei Bildungsprogrammen von Wikimedia Deutschland und unserem Bestreben, mehr als nur eine Zielgruppen zu erreichen, um so die Diversität zu erhöhen, zeigten, auf welch großes Interesse die Bildungsprogramme bei den anderen Chaptern stoßen. Viel Anerkennung erhielt das Konzept unseres Referentennetzwerks, das diese Arbeit erst ermöglicht und durch dessen Einsatz wir in der Lage sind, auf breiter Ebene zu agieren.

Die unterschiedlichen Ansätze unseres Hochschulprogramms im Vergleich zum Global Education Program wurden als spannend und denkbar für den eigenen, britischen Kontext diskutiert. Auf größtes Interesse stieß unser Programm Silberwissen, wobei man die Zielgruppe der “Älteren” gern auf 60+ erhöhen wollte. Erneut schien das Programm “Wikipedia macht Schule” das einzige zu sein, das gezielt Schüler und Lehrer anspricht, um diese wichtigen Zielgruppen über den Umgang mit der Wikipedia aufzuklären und auf die Grenzen der Nutzung hinzuweisen.

Im Anschluß folgten in der Reihe der ausländischen Bildungsbestrebungen rund um das Thema Wikipedia die Präsentation von Leigh Thelmadatter aus Mexiko Stadt, die innerhalb des Kurses “Academic Writing” Wikipedia Artikel mit kulturellem Bezug zu Mexiko ins Englische übersetzt und schreiben lässt (siehe dazu den Blogbeitrag von der Wikimania).

 

Vernetzung als Schlüssel für die Zukunft

Am Nachmittag stellten verschiedene Gäste ihre Ansätze, Wikipedia im Hochschulkontext in die Lehre einzubinden, vor. Berichtet wurde u.a. auch über den Einsatz von Wikibooks und Wikiversity in diesem Kontext. Alannah Fitzgerald berichtete von der linguistischen Analyse der Wikipedia-Texte und wies noch einmal auf die variierende Qualität und Schreibstile der Artikel hin. Der Abend klang kulturell mit einer gemeinsamen Besichtigung und Führung durch Leicesters Guildhall aus.

Am zweiten Tag der Konferenz ging es vor allem um die Vernetzung von Wikipedia im nationalen Bildungskontext, bzw. die Feststellung gemeinsamer Schnittstellen und Ansatzpunkte für den Einsatz der Wikipedia und anderen Wikis im Bildungs-und Forschungsbereich, wie zum Beispiel das Projekt WikiVet, das Veterinärmedizinern verschiedener Länder als Lernplattform dient. Zu erwähnen ist auch die Keynote von Amber Thomas (Projektmanagerin im Bereich OER von JISC), die Ideen des Austauschs zwischen Bildung, Forschung und Wikipedia vorstellte. Neue Ansätze für die Bewertung  informellen Lernens, wie das Mozilla Foundation Open Badges Projekt, wurden kontrovers diskutiert.

Zusammenfassendes Fazit ist: Großbritannien ist nicht das einzige Land, das Wikipedia in verschiedene Bildungskontexte einbindet. Besonders die Bedeutung, die der Wikipedia als “accessible reference point”, d.h. als Ausgangspunkt für viele Forschungsvorhaben und wissenschaftliche Arbeiten zukommt, wurde betont. Und damit gilt: Bessere Vernetzung hilft allen, um freien Zugang zu Wissen für möglichst viele Menschen sicherzustellen.

 

 

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Vogeleier, literarische Salons und eine lange Nacht

Seit Mitte Juli bin ich als Wikipedian in Residence bei der Stiftung Stadtmuseum Berlin. Wie angekündigt berichte ich an dieser Stelle über den zweiten Monat meiner Residency.

Sechs Stunden lang präsentierte sich die Wikipedia im Ephraim-Palais
Sechs Stunden lang präsentierte sich die Wikipedia im Ephraim-Palais

Beek100, CC-BY-SA 3.0 Unported

Das größte Projekt der letzten Wochen war die Lange Nacht der Museen, bei der die Wikipedia mit einem eigenen Stand im Ephraim-Palais vertreten war. Dessen Organisation und Vorbereitung lag in meinen Händen, den Abend über wurde ich von Barbara Fischer und drei Wikipedianern tatkräftig unterstützt. Gemeinsam informierten wir die Besucher über die Wikimedia-Projekte und bearbeiteten gemeinsam mit ihnen den Wikipedia-Artikel zu Werner-Victor Toeffling, dessen Bühnenbildentwürfe zurzeit im Ephraim-Palais zu sehen sind. Abgerundet wurde unser Auftritt durch eine Weltkarte der Letzten Änderungen und eine Demonstration der Software QRpedia.

Bereits kurz vor der Langen Nacht war der erste Wikipedianer zu Besuch in der Sammlung. Benutzer:Donkey shot von der Redaktion Biologie kam vorbei, um die in der Naturwissenschaftlichen Sammlung aufbewahrten Vogeleier und -präparate zu sichten. Der zuständige Mitarbeiter stellte die verschiedenen Teilsammlungen vor, es entwickelten sich immer wieder Fachgespräche, bei denen ich als Laie nur staunen konnte. Zum Abschluss fotografierten wir die Aufschriften der Archivschachteln und überblicksartig die freistehenden  Präparate in den Regalen. Im Laufe der nächsten Wochen sollen die „Wikipedia-Biologen“ daraus nun ihre Favoriten auswählen, die dann im Rahmen eines Aktionstags für Wikimedia Commons fotografiert werden. In den Räumen der Stiftung steht den Wikipedia-Fotografen dabei ein vollständig ausgestatteter Raum mit Fototisch und Blitzanlage zur Verfügung.

Anfang September hatte ich die Gelegenheit, ein umfangreiches und ehrgeiziges Kooperationsprojekt zwischen einer Kulturagentin, der Stiftung Stadtmuseum Berlin und der Bettina-von-Arnim-Schule in Reinickendorf zu unterstützen. Im Rahmen ihres Deutschunterrichts werden Schülerinnen und Schüler der 11. Jahrgangsstufe in den Häusern und Archiven des Stadtmuseums zum Thema „Literarische Salons in Berlin“ recherchieren. Die Ergebnisse sollen anschließend nicht nur in Facharbeiten, sondern auch zur Verbesserung bestehender und Neuanlage noch fehlender Wikipedia-Artikel verwendet werden. Zur Vorbereitung fand am 4. September ein Autorenworkshop in den Räumlichkeiten der Schule statt, bei dem ich dankenswerterweise von Benutzer:Schlesinger aus dem Referentennetzwerk unterstützt wurde. So konnten wir nach einem einleitenden Vortrag die Gruppe zwecks besserer Betreuung teilen; im Laufe des Vormittags wurde nicht nur der Wikipedia-Artikel zur Schule verbessert, sondern auch kurze Artikel zu deutschen Paralympioniken neu angelegt.

Neben den genannten Projekten ging natürlich auch die bald schon alltägliche Arbeit weiter voran. In Mitarbeiterschulungen entstanden Artikel zu den Berliner Amtsketten, den Fliesenbildern aus dem Fußgängertunnel des Alexanderplatzes, Neujahrsplaketten und der Künstlerin Emma Stibbon. Auch gab es Gespräche mit der Fotothek, in denen grundsätzliche Richtlinien zur Freigabe von Bildmaterial vereinbart und mögliche Großspenden und Kooperationen mit der Community erörtert wurden.

Nach dem GLAMcamp in London, das ich gemeinsam mit Benutzer:Peter Weis besuche, wird es an dieser Stelle eine umfangreiche Berichterstattung geben. Anschließend erscheint Mitte Oktober mein Abschlussbericht.

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Klicksafe: Fünf Tipps für den Umgang mit Wikipedia im Unterricht

Der Startschuss für die Zusammenarbeit mit Klicksafe und dem Bereich Bildung und Wissen ist gefallen: Ziel ist die gemeinsame Erarbeitung von Unterrichtsmaterialien.

Unter dem Stichpunkt „Suchen und Recherchieren im Netz“ finden sich nun fünf Artikel in anschaulicher Form zum Thema Wikipedia:

  • Wie verlässlich ist Wikipedia?
  • Woran erkenne ich einen guten Artikel?
  • Wie funktioniert Wikipedia?
  • Wie recherchiert man mit Wikipedia?
  • Wie setzt man Wikipedia im Unterricht ein?

Diese neuen Seiten geben einen guten Einblick in die Vielschichtigkeit von Wikipedia und bieten neue Ansätze für die Einbindung dieser Aspekte in den Unterricht. Speziell wird z.B. die Historie der Artikel, thematisches Arbeiten und Quellenumgang in kurzer und überischtlicher Art erläutert. Dieser zweite Schritt ebnet den Weg zu einer weiteren Zusammenarbeit für das kommende Jahr. Zusammen mit den Teilnehmenden der Wikipedia-AG, die ab Ende September mit dem niedersächsischen Kultusministerium in Hannover startet, werden dann 2013 Materialien erarbeitet, die Lehrern im Unterricht den Einsatz von Wikipedia erleichtern werden.  So lange hier schonmal ein kleiner Vorgeschmack.

 

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