Arbeitsgruppe für mehr Diversität im Präsidium

Seit April gibt es im Präsidium von Wikimedia Deutschland eine Arbeitsgruppe zu Diversität. Den Auftrag dazu haben die Mitglieder auf der letzten Vereinsversammlung formuliert. Jetzt hat die AG die nächsten Schritte diskutiert.

  • Mirjam Stegherr
  • 14. November 2019

Eine Kandidatin, zehn Kandidaten: Das war die Bilanz bei der letzten Wahl für das Präsidium auf der Mitgliederversammlung (MV) im Jahr 2018. Jedermann, der sich bereit erklärt, Wikimedia ehrenamtlich zu unterstützen, ist ein Gewinn. Aber für einen Verein, der sich für Offenheit und Vielfalt einsetzt, ist es bisher zu wenig divers. Die Mitglieder haben einen klaren Auftrag formuliert: Kümmert euch darum, dass ihr mehr Frauen motiviert, zu kandidieren!

Um den Anteil zu verbessern, hat das Präsidium die Kooptation genutzt und Helene und mich rekrutiert. Die Option gibt es seit 2015, 2019 richtete sich der öffentliche Aufruf erstmals und ausschließlich an Frauen und Diverse. Als wir dann im Präsidium beschlossen haben, welche Arbeitsgruppen es geben soll, stand fest: Diversität gehört dazu. Wir wollen ausloten, wie es gelingen kann, mehr weibliche und überhaupt mehr unterschiedliche Kandidatinnen und Kandidaten zu gewinnen. Wir wissen, dass Diversität mehr bedeutet, als das Verhältnis von Männern und Frauen. Aber es ist ein erster Schritt. Und schließlich haben uns die Mitglieder gebeten, genau das zu tun.

Zusammenarbeit mit dem Institut für Diversity Management

Was haben wir seitdem gemacht? Wir haben im Mai die AG gegründet, im Kern sind wir zu dritt: Johanna Niesyto als ehemaliges Präsidiumsmitglied, Moritz Rahm als Mitarbeiter der Geschäftsstelle und ich als Vertreterin des aktuellen Präsidiums. Wir haben zusammengetragen, was es an Wissen zu Diversität im Ehrenamt gibt, was andere Chapter machen und WMDE in die Wege geleitet oder ausprobiert hat. Wir haben das Institut für Diversity Management beauftragt, uns zu helfen, die Daten auszuwerten, eigene beizusteuern und Interviews zu führen. Alle Ergebnisse haben wir Ende Oktober in einem Workshop diskutiert, an dem sich verschiedene Mitglieder aus der Geschäftsstelle und des Präsidiums beteiligt haben. Aktuell verdichten wir die Ergebnisse und erarbeiten einen Maßnahmenkatalog, über den wir auf der nächsten Präsidiumsklausur im Dezember abstimmen und den wir anschließend allen Mitgliedern vorstellen wollen.

Schon jetzt zeichnet sich ab, dass wir mit zusätzlichen Informationen und einigen organisatorischen Änderungen mehr Frauen motivieren können, sich zur Wahl zu stellen. Ob uns das gelingt, wissen wir nicht. Aber wir wollen es versuchen und sehen es als einen Baustein auf dem Weg zu mehr Diversität im gesamten Verein. Diversität beschäftigt Wikimedia Deutschland, die weltweite Bewegung und die Community. Es ist ein wichtiges Thema im Movement Prozess und bei den Freiwilligen, die sich dafür engagieren, dass Wikipedia nicht mehr überdurchschnittlich von Männern geschrieben und bearbeitet wird. Auch bei den Vereinsmitgliedern von WMDE gibt es (noch) vergleichsweise wenig Frauen. Wir wollen das ändern. Denn unser Verein und die Wikimedia-Projekte stehen für Freies Wissen, Offenheit und damit auch für Diversität. Jeder Schritt zählt, um etwas dafür zu tun. Und wenn es uns gelingt, im Präsidium diverser zu sein, kann das auch ein Zeichen sein, das über das Gremium hinaus ins Wikiversum wirkt.

Mirjam Stegherr

  1. Im guten alten „Kompass der Vielfalt für Wikipedia“ von 2014 (!!!) sind immer noch sehr gute Maßnahmen zu finden, die auch für das Präsidium greifen. Oder?

    https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/2/2a/Kompass_der_Vielfalt.pdf

    Kommentar von Markus am 14. November 2019 um 15:31

  2. Danke, Markus, der Kompass ist in der Tat eine gute Grundlage, die wir uns für die Ausarbeitung von Maßnahmen mitangesehen haben. Wir fangen zum Glück nicht bei Null an. Da in der Vergangenheit nur sehr wenig Frauen für das Präsidium kandidiert haben (2018 gab es eine einzige Kandidatin) prüfen wir, welche Hürden es gibt, die wir abbauen können. Das sind ganz konkrete Dinge wie zum Beispiel Informationen, die wir bereitstellen, Wahlaufrufe, unsere Zusammenarbeit, unsere Kommunikation oder die Kooptation.

    Kommentar von Mirjam Stegherr am 15. November 2019 um 15:46

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