Bericht aus der Geschäftsstelle (Oktober 2009)

Liebe Freunde des Freien Wissens, es folgt der Bericht der Geschäftsstelle für den Oktober 2009: Kompass 2020 Nachdem der Vorstand …

  • Pavel Richter
  • 3. November 2009

Liebe Freunde des Freien Wissens,

es folgt der Bericht der Geschäftsstelle für den Oktober 2009:

Kompass 2020

Nachdem der Vorstand seine Arbeit fertig hatte und 41 strategische Ziele für die kommenden fünf Jahre festgelegt hat, begann die Arbeit für uns in der Geschäftsstelle. Wir müssen bis zur kommenden Vorstandsklausur (14./15. November bei Berlin) zu möglichst vielen dieser Ziele konkrete Maßnahmen und Aktivitäten entwickeln, jeweils mit einem Zeithorizont von 10 bis 25 Monaten, je nach Ziel. Um hier eine gewisse Vergleichbarkeit zu ermöglichen, habe ich eine einfache Ergebnismatrix entwickelt, in der die Maßnahmen, die wichtigsten Aktivitäten, Verantwortlichkeiten, Aufwände, Kennzahlen und Ergebnisse festgehalten werden. Dann haben wir, analog zu den Vorstandsressorts, Arbeitsgruppen gebildet, die jeweils von einem Mitarbeiter der Geschäftsstelle geleitet werden:

Wie die einzelnen Vorstandsressorts in ihren Aufrufen schon geschrieben haben, stehen und fallen diese Arbeitsgruppen mit der Beteiligung durch Vereinsmitglieder, Community und alle Freunde des Freien Wissens. Hier war das Feedback sehr verschieden, an einigen AGs nehmen eine Menge Leute regen Anteil und beteiligen sich mit Ideen, Kritik, Vorschlägen und Feedback. In anderen Bereichen könnte diese Rückmeldung noch intensiver sein.

Daher hier nochmals die Bitte und der Aufruf: Beteiligt Euch an den Arbeitsgruppen! Es sind die Ergebnisse dieser Arbeitsgruppen, die die Arbeit der Geschäftsstelle zu einem wesentlichen Anteil im nächsten Jahr bestimmen werden. Und auch über die GS hinaus wird vieles, was im Verein passiert, sich aus diesen Maßnahmen und Aktivitäten ergeben.
Solltet Ihr aktuell keine Zeit haben oder Euch erst die ersten Ergebnisse angucken wollen, dann habt Ihr auch die Möglichkeit, Euch später zu beteiligen. Diese Arbeitsgruppen gehen nicht nach der Vorstandsklausur auseinander, sondern werden als Beratungsgremien auch weiterhin bestehen bleiben. Die Arbeit an der Strategie des Vereins und an den Schwerpunkten unserer Aktivitäten geht kontinuierlich voran – und die AGs sind eine gute Möglichkeit für alle Mitglieder und Interessierte, sich aktiv einzumischen. Also, schickt bitte einfach eine kurze Mail an die oben angeführten AG-Leiter und meldet Euer Interesse an.

Neben der Planung für die kommenden Jahre steht auch noch etwas ganz konkretes auf der Agenda des Kompass 2020: Der Haushaltsplan 2010. Diesen werde ich, basierend auf den Vorschläge aus den AGs, ebenfalls für die Vorstandklausur Mitte November vorbereiten.

Selbstverständlich wird es nach der Vorstandsklausur auch einen detaillierten Bericht über die Arbeit der AGs geben.

Generation 50+

Hier haben wir Anträge bei einer Stiftung gestellt; außerdem stehen wir in Gesprächen mit dem Bund und mit der EU bezüglich einer Förderung. Ich gehe ziemlich fest davon aus, dass ich da schon im nächsten Monatsbericht mehr zu sagen kann.

Evaluation

Wir brauchen in Zukunft sowohl für uns, als auch für externe Geldgeber wie den Staat oder Stiftungen, ein funktionsfähiges Evaluationsmodell, mit dem wir unsere Projekte nach Erfolg oder Misserfolg bewerten können. Ich habe hierzu Kontakt zu einer Universität aufgenommen, und man hat uns angeboten, dort eine Masterarbeit für uns zu betreuen. Thema wird sein „Aufbau und Implementierung eines Evaluationsmodells bei einer Non-Profit-Organisation“. Die Details dazu kommen, sobald ich die Ausschreibung fertig habe.

Herbstkampagne

Anfang November startet die Wikimedia Foundation ihren jährlichen Fundraiser, also die zwei Monate im Jahr, in denen mittels Spendenbanner und anderen Dingen in der Wikipedia direkt um Geld für die Foundation und auch Wikimedia Deutschland gebeten wird. Hierzu haben wir ein Fundraising Agreement mit der Foundation abgeschlossen (wie in jedem Jahr), sowie unsere Spendenseite überarbeitet. Das ist noch Work in Progress, sobald das alles fertig ist, gibt es eine Meldung auf der ML und eine Pressemitteilung.

Schulprojekt – Initiative D21

Im Oktober haben wir einen Kooperationsvertrag mit der „Initiative D21“ abgeschlossen. Hier sind eine Reihe von Bildungseinrichtungen und Unternehmen zusammengeschlossen, um IT in Schulen zu propagieren. Die Initiative veranstaltet hierzu unter anderem Workshops für Lehrer und Referendare. Im Rahmen dieser Workshops werden wir ein Modul zur Wikipedia und ihrer Verwendung durch Schüler, aber auch durch Lehrer im Unterricht ausarbeiten und anbieten. Mehr Infos zur Initiative auf deren Website und im entsprechenden Wikipedia-Artikel.

PR- und Öffentlichkeitsarbeit

Obwohl Wikimedia Deutschland nicht auf der Frankfurter Buchmesse mit einem Stand vertreten war, hat es doch zahlreiche Presseanfragen anlässlich der Buchmesse im Oktober gegeben. Angefangen mit den grundsätzlichen Fragen ‚Wie funktioniert Wikipedia‘ bis hin zu Themen wie den ‚Wikireader‘ galt es mal wieder aufzuklären (Strukturen der Wikipedia) und Halbwahrheiten richtig zu stellen (nein, nicht Wikipedia bringt das neue Lesegerät raus) und Medien mit Hintergrundinformationen, Zahlen und Statistiken zu versorgen.

Außerdem hat Catrin im Oktober mit dem rbb – Rundfunk Berlin-Brandenburg – eine Fernsehreportage vorbereitet. Der Dreh fand am 26. Oktober in den Räumen von Wikimedia statt. Martin Zeise (WP-Autor und Admin) erklärte die Wikipedia und seine Arbeit und Pavel Richter erläuterte das Engagement und die Arbeit des Vereins. Das rbb-Team drehte insgesamt mehr als drei Stunden für einen Beitrag der ca. 4 Minuten im Regionalprogramm zibb laufen wird. Der Sendetermin wird noch bekannt gegeben.

Anfragen von Medien zur WP-Logoverwendung gehören zum Alltag und müssen hier nicht einzeln dokumentiert werden – eine Anfrage sei jedoch erwähnt und zwar vom ZDF. In Vorbereitung auf den IT-Gipfel 2009 am 8. Dezember wird ein Film zum Thema Internet produziert, in dem es u.a. auch um Wikipedia geht. Der Film wird auf dem Gipfel gezeigt und anschließend auf der Website des Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie veröffentlich.

Nach Fertigstellung der dritten Ausgabe der Vereinszeitung Wikimedium galt es im Oktober die Distribution zu organisieren und Institutionen und Kooperationspartnern wie Akademien, Bibliotheken, Unis, Fachhochschulen u.a. mit Leseexemplaren auszustatten, ebenso Wikipedianer, Wikipedia-Veranstaltungen und Stammtische wurden (auf Anfrage) versorgt. An dieser Stelle sei nochmals betont, dass wir mit der Auflage von 5000 Stück ausreichend Exemplare zum Verteilen vorrätig haben und uns über jeden freuen, der in seinem beruflichen oder privaten Umfeld die Zeitung verteilt. Durch Rückmeldungen beim Verein sehen wir wie gut die Zeitung bei ‚Nicht-Wikipedianern‘ ankommt. Wir drucken deshalb 5000, weil die Druckerei eine geringere Auflagenhöhe im Zeitungsdruck nicht anbietet und wenn, es nicht günstiger werden würde. Wie bereits erwähnt, werden die Druckkosten bereits zur Hälfte gesponsert. Catrin hat in den letzten Wochen mit den tschechischen ‚Kollegen‘ viel Kontakt gehabt und Erfahrungen und Tipps ausgetauscht und seit kurzem gibt es auch einen tschechische Wikimedium – Text und Layout sind ganz anders, wen es interessiert findetr sie hier.

In Vorbereitung auf die Zedler-Preisverleihung wurden im Oktober zahlreiche Anfragen beantwortet, Teilnehmer betreut und eingehende Artikel  an die Juroren geleitet.  Die Veranstaltungsorganisation mit Planung von Aufbau, Bühne, Technik und Catering nahmen viel Zeit der Pressesprecherin in Anspruch – haben aber bis heute immerhin dazu geführt, dass das Catering für den Abend (Getränke und Snacks) gesponsert werden und die Vorbereitungen insgesamt sehr positiv verlaufen.. Die Inhalte für die Podiumsdiskussion werden derzeit aufbereitet und für die Moderation ein Leitfaden und Hintergrundmaterial erarbeitet und zusammengestellt. Die Einladungskarte ist derzeit im Druck und wird Anfang November an Mitglieder und Spender aus der Rhein-Main-Region, Presse etc. versendet. Die Einladung und das Programm finden sich Online.

Contentbefreiung

Ein Highlight des Oktobers kam erst am Ende des Monats: Denis und Mathias ist es gelungen, 100 Zugänge zur Zeitschriftendatenbank von BioOne kostenlos für Wikipedia-Autoren zu bekommen. Die Details finden sich im Kurier und demnächst auch hier im Blog und auf der Mailingliste.

Daneben stand noch eine Teilnahme an einem EU-Hearing zu Orphan Works an, die Details hat Mathias bereits im Blog dargestellt.

Mentorentreffen

Vom 30. Oktober bis 1. November 2009 fand das Treffen der Wikipedia-Mentoren auf der Burg Hoheneck statt. Henriette war als Gast geladen und hat die ausgesprochen kollegiale – bisweilen auch sehr ausgelassene ;) – Stimmung sehr genossen. Wichtig war es natürlich sich persönlich kennenzulernen, vor allem aber standen inhaltliche und organisatorische Fragen des Mentoren-Programms im Vordergrund, die in ausführlichen und konstruktiven Diskussionen auf einen guten Weg gebracht werden konnten. Wikimedia Deutschland hat das Treffen mit der teilweisen Übernahme von Reise- und Übernachtungskosten unterstützt und die Abwicklung organisatorischer Prozesse mit dem Träger der Jugendbildungsstätte Burg Hoheneck übernommen. Ausdrücklicher Dank geht an Achates, der die Burg als Veranstaltungsort vorgeschlagen und die Organisation im Vorfeld übernommen hatte, unbedingt und herzlichst aber auch an alle Teilnehmer, die dieses Treffen zu einem erfolgreichen gemacht haben!

Buchmesse in Frankfurt

Zur Frankfurter Buchmesse war Henriette zu Gast am Stand von PediaPress aus Mainz, die dort eine Neuheit der Buchfunktion vorstellten: Es ist jetzt möglich aus einer Palette eine Farbe für das Cover auszuwählen, außerdem kann man ein Bild aus einem der im Buch enthaltenen Artikel auf das Cover setzen. Die Bücher erweckten bei den Fachbesuchern der Messe großes Interesse und regelmäßig waren positive bis begeisterte Kommentare über diese Funktion und die Möglichkeit sich aus den Wikipedia-Artikeln ein individuelles Buch zu gestalten zu hören. Wie Heiko Hees später berichtete, gab es am Wochenende, an dem die Messe auch für Nicht-Fachbesucher geöffnet ist, eine Vielzahl von Fragen zur Wikipedia seitens der Besucher: Im nächsten Jahr wäre es sicher gut, wenn am Wochenende zwei oder drei Wikipedianer den Mainzern zur Seite stehen und kompetent Auskunft über unser Projekt geben würden :)

Support-Team-Workshop

Das Support-Team traf sich für ein Wochenende in Köln, das Vortreffen am Freitag wurde auf dem wie immer gut besuchten Kölner Stammtisch abgehalten. Der erste Höhepunkt des Treffens war ein Ausflug auf das Dach des Kölner Doms (hier nochmal Dank an Raymond, der das organisiert hatte), danach aber ging es ambitioniert zur Sache: Die Tagesordnung war gut gefüllt mit vielen  Diskussionen über die Regeln zu Artikeln über lebende Personen, denn zu dieser Fragestellung erhält das Support-Team regelmäßig Anfragen per Mail. Ein größerer Block des Treffens war technischen Fragen wie den Möglichkeiten zur Fälschung von E-Mails und Erläuterungen zu IP-Rage-Sperren gewidmet, der Kompass 2020 wurde vorgestellt und überlegt, welche Maßnahmen der Verbesserung der Arbeit der Freiwilligen dienen könnten. Die vorbereiteten Vorträge wechselten sich dabei regelmäßig mit größeren Blöcken moderierter Diskussionen ab, in denen Fragen der Zusammenarbeit der Supportler, der Arbeitsorganisation und des Umgangs mit dem Kunden ausführlich besprochen werden konnten. Auch für dieses Treffen hat der Verein Reise- und Sachkosten bezuschusst. Kurz: Ein rundum gelungenes Wochenende für das den Organisatoren Lyzzy, Ra’ike, Superbass und Raymond an dieser Stelle nochmal ausdrücklich Dank gesagt sei.

WikiSource

Für Wikisource haben wir eine neue Bestellung auf den Weg gebracht: Es handelt sich um die Ausgabe der Novelle „Die Judenbuche“ von Annette von Droste-Hülshoff, die erstmals 1842 im „Cotta’schen Morgenblatt für gebildete Leser“ erschien. Zwei seit Monaten anhängigen älteren Bestellungen musste ärgerlicherweise mehrfach hinterhergemailt und -telefoniert werden: Wie es scheint, ist in den Digitalisierungabteilungen einiger Bibliotheken immer noch nicht das Bewußtsein vorhanden, dass WikiSource eine zuverlässige und leicht erreichbare Quelle für alte Texte darstellt. Hier ist wohl noch ein Haufen Grundlagenarbeit zu leisten und Verständnis zu schaffen!

Aus dem Maschinenraum

Daniel hat natürlich auch jede Menge am Thema Kompass 2020 gearbeitet, zu den Ergebnissen mehr, wenn sie vorliegen. Aber daneben fielen noch eine Reihe von anderen Sachen an:

Viele Grüße aus der Geschäftsstelle!

  1. Bei mir steigt mal wieder etwas die Hoffnung. Die Berichte werden von mal zu mal besser. Diesmal hat man wirklich schon mal eine ganze Menge erfahren können. Danke.

    Kommentar von Marcus Cyron am 4. November 2009 um 15:40

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