Gratulation! Das neue Präsidium von Wikimedia Deutschland (und mehr)

Am 30. November fand in Berlin die 13. Mitgliederversammlung von Wikimedia Deutschland statt. Auf der Tagesordnung standen neben der Verabschiedung des Jahresplans 2013, der Entscheidung über die Zukunft des früheren Community-Projektbudgets und weiterer Themen vor allem die Wahl des ehrenamtlichen Präsidiums. Nach einem Jahr Amtszeit des gesamten Gremiums blickte Ralf Liebau als Vorsitzender auf das Erreichte zurück. Details hierzu, zu einzelnen Kandidaten und Ergebnissen, zu allen Anträgen sowie zu Beschlüssen, werden im kommenden Protokoll der Versammlung nachzulesen sein. In diesem Beitrag geht es zunächst um alte Bekannte und neue Köpfe. Ein herzlicher Glückwunsch an das gewählte Präsidium:

Vorsitzender

  • Nikolas Becker

Stellvertretende Vorsitzende

  • Anja Ebersbach
  • Tim Moritz Hector

Schatzmeister

  • Steffen Prößdorf

Beisitzer

  • Jürgen Friedrich
  • Markus Glaser
  • Sebastian Wallroth
  • Ralf Bösch
  • Robin Tech
  • Jens Best

Nikolas Becker folgt damit Ralf Liebau als Vorsitzender nach, der wie die Beisitzer Martin Rulsch und Manuela Kanneberg sowie die Stellvertretende Vorsitzende Delphine Ménard nicht erneut zur Wahl antrat. Diesen Vier, die wie alle Mitglieder des vorangegangenen Präsidiums auf der Veranstaltung verabschiedet wurden, sei auch an dieser Stelle noch einmal besonders für Ihr Engagement im letzten Jahr gedankt!

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Monatsbericht November 2013

Wie zu Beginn jedes neuen Monats folgt hier eine gemeinschaftlich erstellte Zusammenfassung der Aktivitäten von Wikimedia Deutschland. Am vergangenen Samstag, den 30.11., fand in Berlin außerdem die 13. Mitgliederversammlung des Vereins statt. Auf dem Programm stand unter anderem die turnusgemäße Wahl des Präsidiums. In den nächsten Tagen folgt ein Rückblick auf die Veranstaltung und Details zur Wahl sowie zu weiteren Themen. Hier nur in Kürze der Glückwunsch an alle Gewählten: Zum Vorsitzenden des Präsidiums wurde Nikolas Becker gewählt, seine Stellvertreter sind Anja Ebersbach und Tim Moritz Hector. Als Schatzmeister wurde Steffen Prößdorf bestätigt, ebenso die Kassenprüfer Olaf Kosinsky, Daniel Baur, Holger Motzkau und Thomas Goldammer. Die sechs Beisitzer des Präsidiums sind Jürgen Friedrich, Markus Glaser, Sebastian Wallroth, Ralf Bösch, Robin Tech und Jens Best. Herzlichen Glückwunsch! Ergebnisse und Weiteres folgt wie gesagt.

Michael Jahn

TEAM COMMUNITYS

Förderprogramme

Die wohl größte ehrenamtliche Veranstaltung im November, die WikiCon in Karlsruhe, durfte Wikimedia Deutschland organisatorisch und finanziell mit unterstützen. Rund 200 Aktive der Wikimedia-Projekte und weiterer Projekte Freien Wissens, allen voran der Wikipedia, trafen sich in Karlsruhe. Neun der 46 festen Workshops, denen ein Barcamp folgte, wurden unter Beteiligung von Angestellten von Wikimedia Deutschland zusammen mit Community-Mitgliedern durchgeführt.

Für das von Freiwilligen im Rahmen der WikiCon durchgeführte Motivationsprojekt 2013, zur Ehrung von Wikipedianern, die sich im Bereich Motivations- und Anerkennungskultur verdient gemacht haben, werden vom Team Communitys Buchpreise an insgesamt 14 Gewinner versendet.

Direkt im Anschluss fand das Landtagsprojekt Nordrhein-Westfalen statt. Die Ergebnisse der nachhaltigen Fotografierveranstaltung sind auf Wikimedia Commons zu finden und bald auf der Wikipedia-Ergebnisliste zu sehen.

Für den in Deutschland komplett von Freiwilligen organisierten weltgrößten Fotowettbewerb Wiki Loves Monuments hat Wikimedia Deutschland die 100 Preisträger mit Sachpreisen ausgezeichnet. Für Wiki Loves Monuments Sachsen wurden die drei Hauptpreise ausgelobt.

Bereits vorher tagte mit Unterstützung von Wikimedia Deutschland die Jury des 19. Schreibwettbewerbs. Auch hier wurde ein Preis ausgelobt: ein Sprachkurs in Portugiesisch.

Der SPD-Bundesparteitag wurde, unterstützt durch den Verein, dokumentiert, ebenso der Parteitag der CSU in München.

Bereits in den ersten Tagen des Novembers wurden Fotoexkursion und Schreibwerkstatt in der Oberlausitzischen Bibliothek der Wissenschaften gefördert.

Mit dem Offenen Editieren fand am 28. November die erste Veranstaltung in den neuen Räumen von Wikimedia Deutschland am Tempelhofer Ufer 23-24 statt.

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Liveblog: Zugang Gestalten – Tag 2

Guten Morgen. Ich begrüße Euch zum zweiten Tag der Konferenz Zugang gestalten. Paul Klimpel begrüßt das Publikum im Saal und an den Empfangsgeräten.

Das erste Eröffnungsstatement des Morgens hält Pavel Richter, den Lesern des Blogs als Vorstand von Wikimedia Deutschland bekannt.

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Wikimedia:Woche 48/2013

Die Wikimedia:Woche ist die wöchentliche Zusammenfassung von aktuellen Nachrichten aus der internationalen Wikimedia-Bewegung. Der gemeinschaftliche Mailing-Newsletter von Freiwilligen und Wikimedia Deutschland wird immer donnerstags in Wikipedia, auf der Mailingliste des Vereins und auch hier im Blog veröffentlicht.
 
Kürzlich haben wir auf der WikiCon in Karlsruhe Feedback zur Gestaltung und zum Umfang der Wikimedia:Woche eingeholt. Eine Anregung war, aufgrund der Länge die Unterkategorie “Berichte” wegzulassen. Diesen Vorschlag haben wir bereits in dieser Ausgabe umgesetzt. Gern möchten wir euch aufrufen, uns weiteres Feedback zur Wikimedia:Woche zu geben. Wie können wir die Wikimedia:Woche besser gestalten? Welche Inhalte findet ihr gut, welche kann man weglassen, was würdet ihr euch (zusätzlich) noch wünschen, bzw. was fehlt euch? Auf eure Ideen, Anregungen und Vorschläge sind wir gespannt.
 
Wir freuen uns außerdem auf eure Themen für die nächste Wikimedia:Woche, die ihr, wie immer, hier eintragen könnt!

Viel Spaß beim Lesen!

 

= Wikimedia:Woche 48/2013 =

Empfehlungen des Funds Dissemination Committee (FDC) an das Kuratorium der Wikimedia Foundation (WMF) für die erste Runde 2013-2014 veröffentlicht

Das FDC hat seine Empfehlungen an das Kuratorium (Board of Trustees) der WMF am vergangenen Wochenende veröffentlicht. Elf Wikimedia zugehörige Organisationen haben in der ersten Runde Gelder über das FDC beantragt. Das Kuratorium wird nun bis zum 01. Januar 2014 eine endgültige Entscheidung über die Zuteilung der Mittel treffen.

Anerkennung Wikisource Community als Wikimedia-Nutzergruppe

Die Wikisource Community wurde als Wikimedia-Nutzergruppe (englisch: user group) anerkannt. Ihr Ziel ist es, die Wikisource-Community bei der internationalen Kommunikation zu unterstützen, dazu zählen Outreach-Aktivitäten zu externen Gruppen, die Koordiation der Entwicklung von Software Tools und die Unterstützung beim Fundraising nach Bedarf der Mitglieder. Sie ist damit die siebte, anerkannte Wikimedia-Nutzergruppe.

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Liveblog: Zugang Gestalten

Guten Morgen,

mein Name ist Mathias Schindler, ich bin Projektmanager bei Wikimedia Deutschland und habe heute die besondere Freude, von der Konferenz “Zugang gestalten!” zu bloggen. Wer die volle Dosis Konferenz geniessen möchte, kommt um den Besuch  der Konferenz im Jüdischen Museum Berlin nicht umhin. Allen anderen ist die Teilnahme via Livestream nahegelegt.

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Deutschland soll digitales Kulturland werden*

Als wäre es so geplant gewesen. Pünktlich zum Beginn der Konferenz “Zugang gestalten”  morgen in Berlin, verabschieden die Regierungsparteien ihren Koalitionsvertrag und bekennen sich darin zur unbedingten Digitalisierung des Kulturellen Erbes, um es für die kommenden Generationen zu sichern: Deutschland soll digitales Kulturland werden  (dort S. 138ff). Was heißt das konkret für die Museen, Bilbliotheken und Archive? Was bedeutet das für Wikipedia und die anderen Wikimedia-Projekte? Wird künftig das gesamte kulturelle Erbe frei zugänglich sein?

Zugang ist nicht gleich Zugang

Morgen startet unter der Leitung von Paul Klimpel die Konferenz “Zugang gestalten” im Jüdischen Museum in Berlin: #ke13.

Seit Monatsbeginn stehen auf  Wikimedia Commons 19 Mio. Dateien zur Verfügung. Diese Zahl übertrumpfte vor einigen Tagen das europäische Kulturportal EUROPEANA mit 30 Mio. Einträgen.  Es gibt da allerdings einen wesentlichen Unterschied: Die Dateien auf Wikimedia Commons sind dank einer konsequenten Lizenzpolitik frei zugänglich und nachnutzbar. Auf Wikimedia Commons werden überwiegend CC-BY und CC-BY-SA-Lizenzen verwendet. Sie gehören zu den nach OSI bzw. OKD zugelassenen freien Lizenzen. Jede Wikimedia-Commons-Datei, ob Foto-, Audio- und Videodatei oder ganze Schriftsätze können so in Büchern, Blogs oder anderen Publikationen wie auch der Wikipedia weiterverwandt werden, ohne dass der Benutzer sich die Genehmigung beim Urheber erst umständlich einholen muss. Wissen kann sich so viel rascher verbreiten. Deshalb tun wir es ja auch.

Ins Netz gegangen, aber noch nicht nass

Davon sind viele Kultur- und Gedächtnisinstitutionen (Kurzfom GLAM für Galleries, Liberaries, Archives and Museums) in Deutschland noch weit entfernt. Zwar hat die Digitalisierung der Bestände schon in vielen Häusern begonnen oder ist sogar schon im Wesentlichen abgeschlossen, aber jetzt stellt sich die Frage, wie mit den digitalisierten Werken umgegangen werden soll. Natürlich möchte man mit seinen Beständen an die Öffentlichkeit, aber gleichzeitig will man auch nicht die Kontrolle über sie verlieren. Wenn Interesse an den Beständen besteht, bedeutet das nicht auch, dass man mit ihnen Geld verdienen kann? Seit Jahrhunderten sammeln, forschen, bewahren und vermitteln die GLAM-Institutionen ihren Besuchern unser kulturelles Erbe. Haben wir als Besucher nicht oft den Eindruck, wenig mehr als gelitten zu sein? Dabei sind es unsere Steuermittel, die die Arbeit der Kultureinrichtungen erst ermöglichen. Jetzt könnten die Museen die Richtung umkehren. Das Museum kann zu jedem von uns nach Hause kommen: individuell, nach Bedarf und als Angebot mitzugestalten, quasi auf Besuch beim Besucher. Unser Beitrag auf der Konferenz ist eine Einladung: Kommt mit Euren Schätzen zu uns.

Nicht in Berlin und trotzdem live dabei

Die Konferenz wird live mitgeschnitten und übertragen. Der Link zum Livestream wird morgen auf der Startseite der Konferenz aktiviert sein. Unser “fliegender” Reporter Mathias Schindler (@presroi) kommentiert live auf dem Wikimedia Deutschland Blog das Geschehen. Unter dem Hashtag #ke13 kann man auf Twitter der Konferenz folgen. Wir wünschen allen analogen und digitalen Teilnehmern viel Spaß auf der Konferenz.

*Abgewandeltes Zitat aus dem Koalitionsvertrag (S.136)

 

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So nicht erwartbar: Eine optimistische Lektüre des Koalitionsvertragsentwurfes

Screenshot aus dem aktuellen Entwurf mit Baustellen und Varianten.

Über zwei Monate nach der Bundestagswahl sind die Koalitionsverhandlungen zwischen CDU, CSU und SPD kurz vor ihrem Abschluss. Neu gegenüber früheren Verhandlungen ist, dass bereits während der Verhandlungen regelmäßig Zwischenstände einzelner Arbeitsgruppen ihren Weg an die breite Öffentlichkeit finden und ein zunehmend stimmiges Bild dessen entsteht, was für die Legislaturperiode von 2013 bis 2017 zu erwarten sind. Am 25. November landeten Kopien des ersten konsolidierten Entwurfes des Gesamttextes mit Stand 24. November 2013, 20:00 Uhr bei diversen Zeitungen und Magazinen, am späten Nachmittag stellte Malte Spitz von Bündnis 90/Die Grünen diesen Entwurf als 177 Seiten starkes PDF online (siehe dazu auch Anmerkungen von Stefan Niggemeier).

Dieser 1. Entwurf enthält genauso wie die sonst noch im Umlauf befindlichen Versionen noch eine Reihe von Baustellen, eine Präambel und Ausführungen zur Arbeitsweise der Koalition (Kapitel 8) fehlen. Strittige oder sonstwie überarbeitungswürdige Formulierungen sind mit eckigen Klammern markiert. Alle nicht in Klammern gesetzten Stellen können hingegen als gesetzt betrachtet werden, eine (jederzeit mögliche) Änderung wäre überraschend.

In der Reihenfolge der Fragen unserer Wahlprüfsteine möchte ich das Entwurfsdokument (in der 3. Fassung vom 26. November 00:20 Uhr, die inzwischen auch auf spiegel.de online steht) querlesen. Dies ist keine finale und erschöpfende Analyse des Koalitionsvertrages, sondern der Zwischenstand unserer Einschätzung zu Themen, die uns zumindest vor der Wahl wichtig waren.

Urheberrecht

Fundstellen Zeilen 767,5412,5745ff:

Die Koalition kündigt die Reform des Urheberrechts an. Viele Formulierungen definieren dabei nur den Bereich, nicht den Lösungsweg. Es bleibt abzuwarten, wie das Urheberrecht den Erfordernissen und Herausforderungen des digitalen Zeitalters angepasst werden soll. Eine der konkreten Festlegungen ist die Einführung einer Bildungs- und Wissenschaftsschranke, wie sie von den Wissenschaftsverbänden seit längerem gefordert wird. Viel Platz ohne konkrete gesetzliche Maßnahmen nimmt der Wunsch der Koalition ein, Rechteverletzungen im Internet einzudämmen und das Bewußtsein für den Wert geistigen Eigentums in der Gesellschaft zu stärken. Konkretester Teil ist die Absicht, die Rechtsdurchsetzung gegen Filehoster zu verbessern und sie von Werbeeinnahmen abzukoppeln. Die konkrete Formulierung der entsprechenden Gesetzesänderung wird zeigen, ob und gegen wen so eine Haftungsverschärfung in Stellung gebracht werden kann. An anderer Stelle steht ein Prüfauftrag zur Wirksamkeit der Deckelung des Streitwertes bei urheberrechtlichen Abmahnungen gegen Verbraucher.

Open Government Data

Fundstellen Zeilen 1470, 5800, 6682, 6748ff:

Neben einer allgemeinen Herleitung von Open Data finden sich hier einige sehr konkrete Vorgaben der kommenden Bundesregierung, darunter die Freigabe von offenen Daten der gesamten Bundesverwaltung in einem maschinenlesbaren Format und unter freien Lizenzbedingungen. Dies deckt sich mit europarechtlichen Vorgaben der Public-Sector-Information-Richtlinie, die bis spätestens 2015 umzusetzen sind. “Ein” Open-Data-Portal für Bund, Länder und Kommunen (man könnte hier auch gleich govdata.de erwähnen) soll bereitgestellt werden – dazu laufen bereits unabhängig von den Koalitionsverhandlungen Gespräche im IT-Planungsrat von Bund und Ländern zur dauerhaften Finanzierung. Die Absicht zum Beitritt in die Open Government Partnership (OGP) wird festgehalten, Deutschland würde hier in den Kreis von bisher 62 Staaten eintreten. In einem eigenen Absatz an anderer Stelle wird auf die Bereitstellung von Parlamentsunterlagen in für Open Data tauglichen Formaten und unter freien Lizenzen verwiesen. Ebenfalls an eigener Stelle wird – naheliegend – Open Data für Mobilitätsangebote, Stau- und Verspätungswarnungen und Fahrplandaten erwähnt. Freie Lizenzen sind hier nicht noch einmal explizit erwähnt, was gerade im Kontext der vielen nichtstaatlichen datenhaltenden Stellen sehr wichtig hätte sein können. Als Klammerzusatz im Bildungsbereich findet sich eine Erwähnung von Open Data für den dauerhaften Zugang zu öffentlich finanzierten (Forschungs-?)Daten.

Netzneutralität

Fundstellen Zeilen 1687ff:

25 Zeilen zu Netzneutralität lassen auf eine intensive Beschäftigung mit dem Thema schließen. Sie enthalten auch eine Reihe von Herleitungen und Füllungen ohne konkrete Handlungsaussage der künftigen Bundesregierung. In Zeile 1697 wird eine gesetzliche Verankerung einer verbindlichen Netzneutralität angekündigt, es folgt sofort die Einschränkung für VoIP in Mobilfunknetzen. Managed Services, Netzwerkmanagement sollen grundsätzlich erlaubt bleiben, Deep Packet Inspection soll untersagt werden, wenn sie zur Diskriminierung oder Überwachung eingesetzt wird. Eine kritische Würdigung des Koalitionsvertrages zur Netzneutralität aus einer früheren Fassung findet sich auf den Seiten der Digitalen Gesellschaft e.V.. Nicht im Koalitionsvertrag sind Aussagen zu Netzsperren oder allseits beliebten Warnhinweismodellen. Wohlgemerkt, es sind auch keine negativ formulierten Aussagen wie der Verzicht auf Netzsperren enthalten.

NSA

Fundstellen 6049, 6458ff, 6555ff:

Direkte Konsequenz der “NSA-Affäre” (O-Ton Koalitionsvertrag) ist das Drängen nach Aufklärung, in welchem Umfang ausländische Nachrichtendienste Bürgerinnen und Bürger sowie die deutsche Regierung ausspähen. Der BND ist nicht Gegenstand der Überlegungen. Ein No-Spy-Abkommen soll verhandelt werden, das die beschränkte Ausspähung von Bürgerinnen, Bürger, Regierung und Wirtschaft gewährleisten soll (in der Koalitionsvertragsversion geht es um den Schutz dieser Gruppen von schrankenloser Ausspähung). Strittig ist ein Absatz zur Gestaltung einer europäischen Cybersicherheitsstrategie, der Rückgewinnung der technologischen Souveränität und ein Schengenrouting. Mögliche Änderungen an den gesetzlichen Grundlagen für die Arbeit deutscher Geheimdienste wird es nach dem Koalitionsvertrag höchstens als Konsequenz aus den Morden nationalsozialistischer NSU-Terroristen in Deutschland geben (Zeilen 6276ff)

Open Access

Fundstellen 766ff, 5800ff, 6181:

Open Access für den Bildungs- und Forschungsbereich soll im Zusammenspiel mit den Ländern gestärkt werden. Die Bundesregierung will dazu eine umfassende Open-Access-Strategie entwickeln. Einzige konkrete Maßnahme im Koalitionsvertrag ist die Einrichtung eines eigenen Förderprogrammes für den Aufbau, den Ausbau und die Vernetzung von Repositorien und Open Access-Zeitschriften. Dies kann je nach finanzieller Unterfütterung alles oder nichts bedeuten.

Kulturelles Erbe

Fundstelle Zeile 5904:

Positiv ist die Erwähnung der Deutschen Digitalen Bibliothek als deutscher Beitrag zu Europeana. Der Bund möchte hier gemeinsam mit Ländern und Kommunen eine abgestimmte Digitalisierungsstrategie vorantreiben. Die Formulierungen deuten hier – wenn überhaupt – eher in Richtung einer finanziellen Unterfütterung als dass sie die Änderung rechtlicher Rahmenbedingungen ankündigten.

Open Educational Resources

Fundstelle Zeile 769:

Zusammen mit den Formulierungen zu Open Access findet sich in Zeile 769 eine Referenz auf Schulbücher und Lehrmaterial sowie durch Kommata getrennt die Verwendung freier Lizenzen und Formate. Was sich nicht findet, ist der Akteur. Wer hier diese Schulbücher frei zugänglich macht und den Ausbau der Verwendung freier Lizenzen betreibt, ist angesichts des föderalen Charakters des Bundes gerade im Bildungsbereich durchaus relevant. In der optimistischsten Lesart findet dies alles kooperativ zwischen Bund und Ländern statt, wie es Zeile 766 verspricht, wo es um eine digitale Lehrmittelfreiheit geht.

Zusammenfassung:

Mit Ausnahme der urheberrechtlichen Spezialfragen zur Panoramafreiheit und zur Gemeinfreiheit von Reproduktionen gemeinfreier Werke und der von uns erstrebten Ausweitung des §5 UrhG für amtliche Werke liefert der Koalitionsvertrag zu allen Punkten, die wir in den Wahlprüfsteinen abgefragt haben, eine – manchmal weitergehende, manchmal allgemeinere Antwort. Aus vielen Formulierungen lässt sich nur bedingt ableiten, welche konkreten Maßnahmen uns in den nächsten vier Jahren erwarten. Andererseits ist das auch nicht die Aufgabe eines Koalitionsvertrages, bereits im Vorhinein die Antwort für all diese Punkte parat zu haben.

Gegenüber früheren Koalitionsverträgen in Bund und Ländern erstaunt der große Anteil von netzpolitischen Themen und die zunehmende Verzahnung dieser Themen in einzelne Spezialanliegen. Dies war erhoff- aber nicht in der Fülle erwartbar. Bei allen Disclaimern zum vorläufigen Charakter dieser dritten Version lässt sich für die für uns relevanten Themen ein mehrheitlich optimistisches Fazit ziehen. Wie immer wird es aber erst mit der konkreten Ausgestaltung klar werden, ob die Koalition hier reihenweise medien-, netz- und kulturpolitische Volltreffer landen wird; die Vorlagen dafür finden sich aber immerhin schon in diesem Dokument.

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Das RENDER-Projekt erzielte beim Review exzellente Ergebnisse

Jetzt ist es ganz offiziell vorbei. Gestern, am 21. November 2013, fand das finale Reviewmeeting des RENDER-Projekts vor Vertretern der Europäischen Kommission und externen Reviewern statt. Mein Kollege Kai Nissen und ich nahmen daran für Wikimedia Deutschland teil. Dieses Treffen diente der Bewertungen der Leistungen dieses EU-geförderten Forschungsprojekts.

Bereits am Dienstag trafen wir uns mit unseren anderen Partnern in den Räumen unseres Projektkoordinators Karlsruher Instituts für Technologie. Am Dienstag und Mittwoch besprachen wir unsere Präsentationen, korrigierten letzte Fehler und probten den Durchlauf. Das eigentliche Review fand dann am Donnerstag statt. Alle Partner stellten ihre Ergebnisse des Projekts und vor allem die Arbeiten innerhalb des letzten Jahres vor. Beispielsweise zeigte Andreas Thalhammer vom STI ein spannendes Analysewerkzeug TweetVis. Mit diesem Tool kann man Tweets des eigenen oder anderer Twitter-Profile nach Themen analysieren oder herausfinden, ob diese eher positiv oder negativ formuliert sind. Kai und ich stellten die finalen Fassungen unserer Unterstützungswerkzeuge für Wikipedia vor und gaben kurze Einblicke in die Evaluationsergebnisse und unsere Pläne für die Zukunft. Unsere Präsentationsfolien sind auf Commons abrufbar.

Leider kann ich hier nicht alle Werkzeuge und Dokumente im Detail vorstellen, die während des Projekts entstanden sind. Aber diese findet man auf der Projektseite. Wer ein bisschen Zeit und Lust hat mehr zu erfahren und auszutesten, sollte diese unbedingt besuchen.

Diese anstrengenden Tage haben sich gelohnt, denn die abschließende Bewertung der Reviewer lautete:

Das RENDER-Projekt hat exzellente Ergebnisse erreicht. Die Zusammenarbeit des Konsortiums sowie die verwirklichten Werkzeuge in allen Anwendungsfällen sind bemerkenswert für ein Forschungsprojekt.

Diese Auszeichnung erhalten Projekte in ihrer Abschlussbewertung wohl nur äußerst selten. Der schriftliche Bericht wird uns in den nächsten Wochen zugestellt, dann können wir das alles noch mal in Ruhe nachlesen.

Heute startet die WikiCon in Karlsruhe. Beim Workshop am Samstagnachmittag mit dem Titel “RENDER – Wie geht’s weiter?” werde ich zusammen mit meinem Kollegen Johannes Kroll über die Weiterentwicklung des Artikelmonitors und des Artikellistengenerators sprechen. Denn diese Tools sollen jetzt keinesfalls in der Schublade verschwinden, sondern noch besser in Wikipedia integriert und bedarfsgerecht erweitert werden. Wir freuen uns dort eure Fragen zu beantworten oder auch gerne per Mail.

Zu guter Letzt möchte ich mich noch mal bei allen bedanken, die uns während der letzten drei Jahre mit Ideen, Anregungen, Fragen oder auch konstruktiven Kritiken unterstützt haben. Vielen Dank!

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Wikimedia:Woche 47/2013

Die Wikimedia:Woche ist die wöchentliche Zusammenfassung von aktuellen Nachrichten aus der internationalen Wikimedia-Bewegung. Der gemeinschaftliche Mailing-Newsletter von Freiwilligen und Wikimedia Deutschland wird immer donnerstags in Wikipedia, auf der Mailingliste des Vereins und auch hier im Blog veröffentlicht.

Interessierte sind herzlich eingeladen, bei der Zusammenstellung von interessanten Links und Themen mitzumachen. Bis zum jeweils folgenden Donnerstag wird hier gesammelt.

Viel Spaß beim Lesen!

 

= Wikimedia:Woche 47/2013 =

Frühere Ausgaben sind archiviert unter:

Die Liste der Beitragenden kann der Versionsgeschichte der jeweiligen Ausgabe im Archiv in der Wikipedia entnommen werden.

Foundation und Organisationen

Wikimedia Foundation schickt Abmahnung mit Unterlassungsaufforderung an Wiki-PR

Die Kanzlei der Wikimedia Foundation hat dem Geschäftsführer der Firma Wiki-PR eine Abmahnung mit Unterlassungsaufforderung geschickt. Darin fordert sie Wiki-PR auf, jegliche weitere Bearbeitung der Wikipedia zu unterlassen, solange sie sich nicht an die Nutzungsbedingungen hält, die die Wikimedia-Community entworfen hat. Wiki-PR wird beschuldigt, etwa 300 Sockenpuppen in der englischsprachigen Wikipedia eingesetzt zu haben, um Artikel im Kundenauftrag und gegen Bezahlung zu bearbeiten.

Änderungswünsche für den Entwurf der neuen Markenrichtlinie bis Mitte Januar 2014 erbeten

Mit Hilfe der neuen Markenrichtlinie soll für Community-Mitglieder einfach und klar erkennbar sein, wann sie ein Nutzungsrecht für die Wikimedia-Marken haben. Gleichzeitig soll mit der neuen Markenrichtlinie dem Missbrauch der Wikimedia-Marken vorgebeugt werden. Community-Veranstaltungen, Editathons und Outreach-Aktivitäten bedürfen im vorliegenden Entwurf keiner gesonderten Genehmigung. Für Hackathons, GLAM-Wiki-Initiativen und Fotowettbewerbe werden Wiki-Lizenzen vorgeschlagen. Bis Mitte Januar 2014 erbittet die Wikimedia Foundation nun Rückmeldungen und Verbesserungsvorschläge auf der Diskussionsseite zum vorliegenden Entwurf. Die endgültige Richtlinie wird dann dem Board of Trustees (Kuratorium) der WMF zur Prüfung und Genehmigung vorgelegt. Weiterlesen »

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Pressesprecherin Catrin Schoneville verlässt Wikimedia Deutschland e.V. zum 31.01.2014

Seit 2008 arbeitet Catrin für Wikimedia Deutschland und war eine der ersten hauptamtlichen Mitarbeiterinnnen. Wir danken Catrin für fünf spannende Jahre, in denen sie entscheidend zum Wachstum und Erfolg von WMDE und seiner Projekte beigetragen hat. Catrin hat sich in dieser Zeit intensiv und mit großem Engagement für das Thema Freies Wissen eingesetzt und exzellente Partnerschaften für uns begründet. Sie hat den Bereich PR- und Öffentlichkeitsarbeit kompetent und kenntnisreich aufgebaut und die Pressearbeit von WMDE auf ein professionelles Niveau gebracht. Catrin hat die strategische Weiterentwicklung des Vereins vorangetrieben und nach außen vertreten. Dabei hat sie durch eigene ausgezeichnete Ideen zur Verbesserung des Images aber auch zur Stärkung der Bekanntheit von Wikimedia beigetragen.
Ich danke Catrin auch im Namen des Präsidiums für ihre engagierte und erfolgreiche Arbeit für WMDE und ihren unermüdlichen Einsatz zur Förderung Freien Wissens. Wir bedauern, sie zu verlieren, wünschen ihr aber ebenso spannende neue Herausforderungen andernorts und alles Gute für ihre berufliche und private Zukunft.

Zu ihrem Abschied sagt Catrin: „Auch wenn ich in den letzten Jahren bei WMDE ein großartiges Team aufgebaut habe und mit den besten Kollegen der Welt zusammenarbeiten durfte, habe ich mich entschieden, mich noch einmal beruflich zu verändern. Die letzten fünf Jahre waren für mich wie eine Reise durch das Wikiversum. Ich bin vielen Menschen begegnet, die mich inspiriert haben: Menschen, die ehrenamtlich ihre Kenntnisse weitergeben und so viele Millionen Menschen und auch mich von ihrem Wissen profitieren lassen, und Kollegen, die gemeinschaftlich die Vision vom freien Zugang zu Wissen in die Welt tragen. All diesen besonderen Menschen aus dem Wikiversum gebühren meine Bewunderung und mein Dank für eine aufregende Zeit und eine anregende Zusammenarbeit. Ich wünsche euch viel Erfolg und Freude auf dem weiteren Weg!”

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