Die Digitalen Römer – Wikidata trifft Archäologie

 

Teilnehmer des Symposiums
Foto: Katja Ullrich (WMDE) CC-BY-SA 3.0

Am Samstag, den 16. März hat Wikidata die Archäologie getroffen.
Bei dem eintägigen Symposium zur Anwendung von Geodaten in den Alterswissenschaften wurde oft die Datenwelt rund um den Limes, den Grenzwall des Römischen Reiches zwischen dem 1. und dem 6. Jahrhundert n.Chr., als Beispiel für gelungene Ansätze der digitalen Wissensvermittlung herangezogen.

Für mich als in Hessen geborenes Präsidiumsmitglied, der oft das Kastell Saalburg in seiner Jugend besuchte, eine Möglichkeit in Erinnerungen zu schweben. Wir trafen uns, im Gegensatz zum ersten Treffen des Wikipedia-Limesprojekt nicht auf der Saalburg, sondern in der wunderbaren Bibliothek des Auswärtigen Amtes in Berlin.

 

Das Symposium war ein Kooperationsprojekt des Deutschen Archäologischen Instituts (DAI) und der Wikimedia Deutschland e.V. – Dank für die Möglichkeit in diesem Rahmen zu produktiver Arbeit zusammenzukommen geht an Nicole Kehrer, Pressereferentin des DAI, Prof. Dr. Reinhard Förtsch, dem wissenschaftlichen Direktor für Informationstechnologien am Deutschen Archäologischen Institut und der Spiritus Rector des Symposiums und an Barbara Fischer, Kuratorin für Kulturpartnerschaften bei der Wikimedia Deutschland e.V.

Bevor es am Schluss des Symposiums engagiert um die Zukunft der breiten Wissensvermittlung sowie die Chancen und Umsetzungsschritte einer offeneren Wissenschaft und Gesellschaft ging, wurden einige beeindruckende Tools und Plattformen vorgestellt. Diese zeigen auf unterschiedlichste Weise, wie mit dem offenen Austausch von Daten der Alterswissenschaften breite Bevölkerungskreise und interessierte Fachöffentlichkeit neue Wissenswelten betreten können.

Gerade die karten-basierte Darstellung von historischen Fakten in Raum und Zeit zeigt besonders schön die Potentiale für Wissen und Bildung, wenn offene strukturierte Datensätze zusammenfliessen. Ein wunderschönes Beispiel, das aus einer privaten Initiative entstanden ist, wurde von René Voorburg vorgestellt. Ursprünglich entwickelt, weil er mit seinen beiden Söhne unterwegs eine altertümliche Stätte des Limes gesehen hatte, entwickelte er mit großer Leidenschaft und später einigen Mitstreitern vici.org “Veni, vidi, [wi:ki:]” Eine Online-Karte, auf der man die historischen Stätten verorten kann.

Bibliothek des Auswärtigen Amtes Berlin
Foto: Katja Ullrich (WMDE) CC-BY-SA 3.0

Dr. Elton Barker von der Open University, Southhampton präsentierte Pelagios (Pelagios: Enable Linked Ancient Geodata In Open Systems), einen Netzwerkknoten für Linked Open Data in der weiten See der Altertumswissenschaften. Eine weitere, bereits beeindruckend umfangreiche karten-basierte offene Datenbank wurde von Prof. Tom Elliot (University of Alabama, Tuscaloosa, USA) vorgestellt: Pelaides. In seinem Vortrag zeigte er beispielhaft, wie sich die verschiedensten offenen Datenbanken weltweit vernetzten und somit neue Chancen entstehen.

Im Rahmen des erst kürzlich weltweit gestarteten Wikidata-Projektes wurde vom RENDER-Team die interaktive Limes-Karte vorgestellt, mit der der User sehen kann, wie sich der Limes mit seinen Kastellen über die Jahrhunderte entwickelte. Das seit 7 Jahren in der Wikipedia laufende Limesprojekt wurde von seinem Initiator Hartmann Linge mit einer beeindruckenden (Zwischen)-Bilanz vorgestellt.

“Quo vadimus?” – Zum Schluss des Symposium gab es noch eine lebendige Diskussion, in die sich auch Peter Henrich von der Deutschen Limes Kommission kritisch einbrachte. Es wurde die Notwendigkeit deutlich, dass unnötiger Streit auf der operativen Ebene einem neuen Bewusstsein weichen sollte. Einem Bewusstsein dafür, dass “altehrwürdige Gatekeeper” und die Vertreter einer offeneren Wissenswelt aufeinander zugehen müssen, damit gesellschaftliche Ziele definiert werden können, wie wir verantwortungsvoll eine neue Qualität in der Wissensvermittlung und den Erkenntnisgewinn für jedermann und jedefrau in einer digital vernetzten Welt gestalten können. Wikidata, wenn auch noch jung, stellt hierfür eines der Werkzeuge dar, mit denen Wissensfelder und Sprachen überwunden werden können. Ein spannender Aufbruch, gemeinsam frisch ans Werk.

 

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (7 Bewertungen, Durchschnitt: 5,00 von 5)
Loading...Loading...

Du kannst alle Daten haben!

Seit heute haben die ersten Wikipedien die Möglichkeit Daten aus Wikidata in ihren Artikeln einzubinden. Es sind die italienische, hebräische, ungarische, russische, türkische, ukrainische, usbekische, kroatische, bosnische, serbische und serbo-kroatische Wikipedien. Wenn du neugierig bist kannst du es auch auf test2.wikipedia.org ausprobieren. Das heißt, dass die Autoren auf diesen Wikipedien ab sofort die wachsende Menge an strukturierten Daten die auf Wikidata verfügbar ist als gemeinsame Datenbasis nutzen können. Es beinhaltet Dinge wie den Status auf der Roten Liste für eine Tier- oder Pflanzenart, die ISBN für ein Buch oder die Top-Level-Domain eines Landes.

Es gibt 2 Wege auf die Daten zuzugreifen:

  • Benutze eine Parserfunktion wie {{#property:p169}} im Wikitext des Artikels über Yahoo!. Das wird “Marissa Mayer” zurückgeben da sie der Chief Executive Officer der Firma ist.
  • Für kompliziertere Sachen kannst du Lua benutzen. Die Dokumentation dazu ist hier.

Wir arbeiten daran die Parserfunktion auszubauen damit du zum Beispiel {{#property:chief executive officer}} statt {{#property:p169}} nutzen kannst. Der vollständige Plan dafür ist hier.

Der nächste Schritt ist die Inbetriebnahme auf den restlichen Wikipedien. Wir werden die Performance genau beobachten und wenn es keine Probleme gibt werden sie innerhalb von ein oder zwei Wochen folgen.

Wir haben die häufigsten Fragen für dieses Deployment zusammengestellt und freuen uns auf dein Testen und deine Rückmeldungen. Der beste Ort für Rückmeldungen ist diese Diskussionsseite.

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (7 Bewertungen, Durchschnitt: 5,00 von 5)
Loading...Loading...

You can have all the data!

(Die deutsche Version dieses Beitrags gibt es hier.)

Today the first 11 Wikipedias got the ability to include data from Wikidata in their articles. These are the Italian, Hebrew, Hungarian, Russian, Turkish, Ukrainian, Uzbek, Croatian, Bosnian, Serbian and Serbo-Croatian Wikipedias. If you are curious you can also try it out on test2.wikipedia.org. This means the editors on these Wikipedias are now able to make use of the growing amount of structured data that is available in Wikidata as a common dataset. It includes things like conservation status for a species, ISBN for a book or the top level domain of a country.

There are two ways to access the data:

  • Use a parser function like {{#property:p169}} in the wiki text of the article on Yahoo!. This will return “Marissa Mayer” as she is the chief executive officer of the company.
  • For more complicated things you can use Lua. The documentation for this is here.

We are working on expanding the parser function so you can for example use {{#property:chief executive officer}} instead of {{#property:p169}}. The complete plan for this is here.

The next step is the deployment on the other Wikipedias. We will carefully monitor performance and if there are no issues they will follow within a week or two.

We have prepared an FAQ for this deployment and are looking forward to your testing and feedback. The best place to leave feedback is this discussion page.

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (4 Bewertungen, Durchschnitt: 4,50 von 5)
Loading...Loading...

Wikimedia traf das Projekt “Schulbuch-O-Mat” ( Teil 1)

Dieser Blogpost ist ein Gastbeitrag zum ersten Arbeitstreffen der Initiatoren des Projekts für ein Freies Schulbuch, “Schulbuch-O-Mat”, bei Wikimedia Deutschland.

Schulbuch-O-Mat Workshop, Elly Köpf. CC-BY-SA 3.0

Am Freitag, den 22.03.2013, lud Wikimedia Deutschland zu einem Treffen des Schulbuch-O-Mat mit den Initiatoren des Projekts, Helfer/-innen und Interessierten. Schnell wurde in der Gruppe klar, dass man für die Aufgabe, anhand des Lehrplanes für Berlin ein freies und kostenloses Schul-E-Book für den Biologie Unterricht in den  7./8. Klassen zu erstellen, kein Lehrer sein musste.  Teilnehmer/-innen waren unter anderem Pädagog/-innen, Soziolog/-innen oder Wirtschaftswissenschaftler/-innen. Lediglich ein Teilnehmer war tatsächlich Biologie-Lehrer.

Auch wenn alle aus unterschiedlichen Arbeitsbereichen kamen, verband sie an diesem Tag die Idee, Open Educational Ressources (OER) weiter voran zu treiben. Das Team vom Schulbuch-O-Mat hatte sich im Vorfeld überlegt, das Kapitel Lebensräume an diesem Tag weiter mit Inhalten zu füllen. So wurde nach einer kurzen Vorstellungsrunde gleich im Internet nach verschiedensten Informationen für dieses Kapitel gesucht. Dabei kamen natürlich auch Schwierigkeiten für die Erstellung eines E-Books unter einer CC-BY-SA Lizenz zu Tage. Fragen, die uns beschäftigten waren:

  •   Wie findet man Grafiken die man verwenden kann?
  •   Wie gestaltet sich der Umgang mit ähnlichen Lizenzen, wie zum Beispiel der GNU-Lizenz?
  •   Oder inhaltliche Fragen, was Kindern vermittelt werden sollte und wie man dabei didaktisch besser herangehen kann, als in gedruckten Schulbüchern.

Eine Menge Themen wurden diskutiert und gemeinsam im Team Lösungen erarbeitet. Am Ende des Tages gab es neuen Inhalt für das Bio-Schul-E-Book in textlicher und graphischer Form. Allen Teilnehmenden wurde aber schnell deutlich, dass ein weiterer Termin unbedingt folgen sollte, da es noch viele Ideen gibt und Creative Commons und OER weiterhin viel Anlass zur Diskussion bieten.

In den nächsten Wochen werden wir einen neuen Termin ankündigen, sobald dieser feststeht. Wir danken Wikimedia für die Unterstützung und freuen uns darauf bald wieder zu Gast zu sein.

Wer Lust hat, das Projekt zu unterstützen oder Fragen zum weiteren Verlauf hat, der kann sich gerne per Mail an die Initiatoren wenden. Über weitere Workshops bei Wikimedia werdet ihr hier auf dem Laufenden gehalten. 

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (7 Bewertungen, Durchschnitt: 4,29 von 5)
Loading...Loading...

Das Diversitätskonzept für Wikipedia: die ersten Schritte

„Die Diversität des Wissens stärken“ – lautet eines von drei Leitmotiven, die unsere Arbeit bei Wikimedia dieses Jahr begleiten und so wollen wir uns damit beschäftigen, wie wir bislang unterrepräsentierte Gruppen für ein Mitmachen in Wikipedia begeistern können.

Dies spiegelt sich auch in den zahlreichen Projekten wider. Projekte, wie Entrée oder die Initiative Wissen teilen zielen darauf ab, viele verschiedene Menschen zum Mitmachen zu motivieren, die sich mit ihrem vielfältigen Wissen und Können in Wikipedia engagieren möchten.

Eine etwas andere Perspektive nimmt das Projekt Diversität für Wikipedia ein: Ziel ist es, praktische Ideen und Handlungsoptionen zu entwickeln, um die Geschlechtervielfalt in der  AutorInnenschaft zu erhöhen. Um an den Erfahrungen aktiver Wikipedianerinnen und Wikipedianer und insbesondere der bereits aktiven AutorInnen anzusetzen, werden verschiedene partizipative Methoden zum Einsatz kommen.

CC-BY-SA 3.0 (Ilona Buchem)

Und das machen wir nicht alleine – sondern zusammen mit dem Gender- und Technik – Zentrum der Beuth Hochschule in Berlin in einem Forschungs- und Entwicklungsprojekt. Das Team an der Beuth Hochschule besteht aus Prof. Dr. Ilona Buchem,  Prof. Dr. Antje Ducki sowie Sarah Khayati und zeichnet sich insbesondere durch eine praxisbezogene Forschung und Expertise im Bereich Web 2.0, Social Media und Diversity aus.

In den ersten Monaten dieses Jahres hat sich das Beuth-Team in das Wikimedia und Wikipedia Universum eingearbeitet und bereits erste Problemfelder erarbeitet sowie Überlegungen angestellt, auf welche Problemfelder wir den Fokus innerhalb des Projektes legen werden. Darüber werden wir bald berichten. Im März nahm Frau Buchem an der e-Society 2013 teil und sprach hier zu “Towards the Democracy of Knowledge: Bringing Gender Diversity to Wikipedia” – ein Blogbeitrag von ihr folgt in den nächsten Tagen.

An dieser oder an anderer Stelle werden wir im Verlauf des Jahres immer wieder von den Entwicklungen berichten, Gedanken teilen, Fragen stellen und zur Diskussion einladen. Unseren Projektsteckbrief können sich alle Interessierte hier ansehen und auf der Diskussionsseite Fragen etc. stellen. Wer gerne weniger öffentlich seine Gedanken oder Ideen mitteilen möchte kann dies selbstverständlich auch tun und eine E-Mail schreiben. Auch wird es bald ein erstes Treffen (noch im Planungsprozess) im Rahmen des OpenSpace am 26. Mai geben.

Wir freuen uns auf ein spannendes Jahr mit vielen neuen Erkenntnissen, wie wir Wikipedia vielfältiger gestalten können!

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (12 Bewertungen, Durchschnitt: 2,33 von 5)
Loading...Loading...

Wikimedia:Woche 12/2013

Die Wikimedia:Woche ist die wöchentliche Zusammenfassung von aktuellen Nachrichten aus der internationalen Wikimedia-Bewegung. Der gemeinschaftliche Mailing-Newsletter von Freiwilligen und Wikimedia Deutschland wird immer donnerstags in Wikipedia, auf der Mailingliste des Vereins und auch hier im Blog veröffentlicht.

Interessierte sind herzlich eingeladen, bei der Zusammenstellung von interessanten Links und Themen mitzumachen. Bis zum jeweils folgenden Donnerstag wird hier gesammelt.

Viel Spaß beim Lesen!

Weiterlesen »

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (Noch keine Bewertungen)
Loading...Loading...

Some data on Wikidata

(Die deutsche Version dieses Artikels ist hier.)

This weekend we saw the creation of the 7th Million item on Wikidata. We had already collected some data based on the Wikidata database dumps, but now we extended the scripts so that they can provide us with daily updates. We want to use this chance to publish a few statistics.

Within the last month – since statements got enabled – more than 660,000 of these items also got statements about them, resulting in more than 1.4 Million statements. The item with the most statements is the United Nations (Q1065), listing all member states. The growth of the number of statements is amazing and well beyond what we expected.

So far we have more than 22 Million links to Wikipedia articles. There are about 24-25 Million Wikipedia articles, which means that we have more than 90% of all links already in Wikidata. Assuming the bots continue working as efficiently as they did so far, all links could be transferred in about a month or two, and then the rapid growth in the number of items is expected to slow down considerably.

At the same time, the edits on Wikidata are increasing a lot. With more than 12.5 Million edits as of now, Wikidata is one of the most dynamic Wikimedia projects. One might say that this is all due to bot activity — but that would be very wrong. About 2 Million edits have been done by human editors, and actually the percentage of edits performed by human editors is increasing. More than 4,500 human editors have been active on Wikidata in the last thirty days.

Regarding labels and descriptions, Wikidata has collected more than 23 Million labels and more than 5 Million descriptions so far, in 333 languages. We see a great opportunity for external tools and websites to help us with collecting labels and descriptions, as they basically provide the translation of the content of Wikidata and make its content available in many languages simultaneously.

It is still too early to really understand what these numbers mean, but we can clearly state that the activity of the community exceeds the hopes of the development team. Although many features are still missing, the warm embrace of the Wikidata project in its current state by the Wikimedia communities is simply amazing, and I can only say “thank you” to those thousands and thousands of editors for their contribution to free knowledge.

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (1 Bewertungen, Durchschnitt: 5,00 von 5)
Loading...Loading...

Ein paar Daten zu Wikidata

Am Wochenende wurde das 7-millionste Objekt in Wikidata angelegt. Wir hatten schon ein paar Daten basierend auf den Wikidata Datenbankexporten gesammelt, haben aber jetzt die Skripte so erweitert, dass sie uns täglich mit Updates versorgen können. Wir wollen diese Möglichkeit nutzen, um ein paar Statistiken zu veröffentlichen.

Vor einem Monat wurden Aussagen in Wikidata verfügbar gemacht. Inzwischen sind zu mehr als 660.000 Objekten auch Aussagen hinzugefügt worden, was im Endergebnis mehr als 1,4 Millionen Aussagen bedeutet. Das Objekt mit den meisten Aussagen ist das Objekt “Vereinte Nationen (Q1065)“, welches alle Mitgliedsstaaten auflistet. Das Wachstum der Aussagenmenge ist großartig und übertrifft unsere Erwartungen.

Bisher haben wir mehr als 22 Millionen Links zu Wikipedia Artikeln. Es gibt etwas 24 bis 25 Millionen Wikipedia-Artikel, was also bedeutet, dass wir bereits mehr als 90% aller Links in Wikidata haben. Angenommen die Bots arbeiten weiterhin so effizient wie bisher, sollten alle Links in einem oder zwei Monaten übertragen sein. Danach ist es zu erwarten, dass das Wachstum in der Anzahl der Objekte erheblich zurückgeht.

Zur gleichen Zeit gibt es mehr und mehr Bearbeitungen auf Wikidata. Mit bisher mehr als 12,5 Millionen Edits ist Wikidata eines der dynamischsten Wikimedia-Projekte. Man könnte jetzt sagen, dass das alles nur durch Botaktivität zustande kommt – aber das wäre falsch. Etwa 2 Millionen Bearbeitungen wurden von menschlichen Editoren vorgenommen und der Prozentsatz der Bearbeitungen durch Menschen steigt. Mehr als 4.500 menschliche Editoren waren in den letzten 30 Tagen auf Wikidata aktiv.

Zu Labels und Beschreibungen: Wikidata hat bisher mehr als 23 Millionen Labels und mehr als 5 Millionen Beschreibungen gesammelt, in 333 Sprachen. Wir sehen eine große Möglichkeit für externe Werkzeuge und Webseiten, uns beim Zusammentragen von Labels und Beschreibungen zu helfen, da diese die Übersetzung des Inhalts von Wikidata bereitstellen und seinen Inhalt in vielen Sprachen gleichzeitig zur Verfügung stellen.

Es ist noch zu früh, um wirklich zu verstehen, was diese Zahlen bedeuten, aber wir können ganz klar sagen, dass die Arbeit der Community die Hoffnungen des Entwicklungsteams bei Weitem übersteigen. Auch wenn noch viele Features fehlen, ist die warmherzige Begrüßung des Wikidata-Projekts durch die Wikimedia-Communitys einfach großartig und ich kann nur “Danke!” an die tausenden Editoren sagen für ihren Beitrag zum Freien Wissen.

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (5 Bewertungen, Durchschnitt: 4,20 von 5)
Loading...Loading...

Wikimedia Chapters Assocation und Chapters Dialogue

Gestern wurde der “Chair” von der Wikimedia Chapters Association (WCA) neu gewählt. Die WCA-Mitglieder haben sich für Markus Glaser, den von der Wikimedia-Deutschland-Mitgliederversammlung gewählten WCA-Repräsentanten, entschieden. Wir freuen uns darüber, besonders im Licht der bisherige Arbeit, die von Markus innerhalb der WCA geleistet wurde. Wir wollen uns auch hier bei Fae bedanken, der die WCA als bisheriger Chair durch nicht immer leichte Zeiten so weit gebracht hat.

Berlin 2011 – Wikimedia Conference – Accountability and Legitimacy – Wir waren schon am diskutieren, lass uns weiter daran arbeiten. – von Anna Lena Schiller – CC-BY-SA

Wenn das Präsidium schweigt…

Bis jetzt haben wir, als Präsidium, ein bisschen über das Thema WCA geschwiegen, zumindest an öffentlichen Stellen. Es gibt dafür mehrere Gründen. Erstmal haben wir nach dem Brief der Wikimedia Foundation an die WCA lange und heftig diskutiert, was die WCA angeht. Wollen wir eine Antwort schreiben? Und wenn ja, was für eine Antwort? Da kam eigentlich der erste schwierige Punkt. Wir waren uns nicht einig. Und zwar, gar nicht einig. Einige hätten gerne die WCA langsam verschwinden lassen, anderen hätten eher die WCA weit und stark voran getrieben. Dann die nächste Frage. Wenn weiter, unter welcher Form? Formell und “nach Satzung”? Oder informell und eher “Grassroots”? Dann die nächste, und die nächste. Im Endeffekt haben wir es nicht unter einem Hut bekommen, und deswegen kamen weder einzelne noch offizielle Positionen aus dem Präsidium. Als Gremium ist es eigentlich ziemlich schwierig, sich von dem Schutz einer “offiziellen” und “einzelnen” Position zu trennen. Es gibt wenige Themen, wo wir uns so uneinig sind. Wenn das Präsidium schweigt, heisst es nicht, dass wir keine Meinung haben. Manchmal eher ganz das Gegenteil.

Also, keine offizielle und einzelne Position vom Präsidium zur WCA selbst. Dafür eine Menge Ideen und, am wichtigsten, eine Richtung, über die wir uns einig sind. Ob durch die WCA oder auf andere Art und Weise wollen wir, dass Wikimedia Deutschland die Zusammenarbeit der Chapters weiter unterstützt. Wir sind davon fest überzeugt, dass die nationalen Wikimedia-Organisationen das Herz der Diversität unserer Bewegung sind. Verschiedene Kulturen, verschiedene Ansichten, verschiedene Erfahrungen, wie man Freies Wissen verbreitet, verteidigt und fördert, sind wichtig. Die wollen wir unterstützen. Die Chapters sollten sich weiter entwickeln, sich organisieren und ihre Zusammenarbeit mit den Communities, der Wikimedia Foundation sowie untereinander weiter verstärken.

Chapters Dialogue

Wie es genau aussehen wird, ist uns nicht ganz klar, da es so viele verschieden Wege zu probieren sind. Man darf aber nicht vergessen, dass Wikipedia sich nach dem Motto “Sei mutig” entwickelt hat. Also wir werden mutig sein, und verschiedene Wege probieren.

Der erste Weg zur weiteren Unterstützung der Chapters heißt “Chapters Dialogue“. Damit wollen wir im Voraus daran arbeiten, mit den Chapters (oder eher, den Menschen in den Chapters) zu sprechen, um heraus zu finden, was sie denken, fühlen und brauchen. Wir werden weit und breit Fragen stellen, sie zusammen fassen, und daran arbeiten, dass ein konkretes Bild entsteht, mit dem Wikimedia in Richtung der weiteren Entwicklung arbeiten kann. Dieses Projekt wird von Nicole Ebber begleitet und von ihr in die nächste Wochen hier und in anderen Stellen vorgestellt. Für die Ausführung suchen wir eine externe Person aus Wikimedia-Organisationen oder -Communities und werden diese Position entsprechend ausschreiben. Eine enge Arbeit mit der Research Gruppe der WCA wird sicher entstehen.

Was die WCA angeht: Wikimedia Deutschland ist weiter Mitglied und arbeitet weiter mit. Wir werden unseres Bestes machen, um die Idee zu unterstützen, aber lassen uns die Freiheit, genug Information zu sammeln, um allen Beteiligten die Entscheidung leichter zu machen, wie genau die internationale Zusammenarbeit innerhalb Wikimedia aussehen wird. Bis wir so weit sind, gibt es schon mehrere Stellen, wo man mitarbeiten kann, wie zum Beispiel einen Prozess entwickeln, wie Chapters “Peer Review” üben können. Die Chapters brauchen eure Ideen. Los!

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (10 Bewertungen, Durchschnitt: 4,90 von 5)
Loading...Loading...

Wikimedia Hackathon in Amsterdam am 24.-26. Mai 2013

CC-BY Trevor Parscal

Wikimedia Nederland ist Gastgeber der internationalen Entwicklerkonferenz Wikimedia Hackathon Amsterdam, die vom 24. bis 26. Mai 2013 stattfindet. Das niederländische Chapter lädt MediaWiki-Entwickler, Coder, Hacker und andere technisch versierte Wikimedia-Interessierte für ein Wochenende nach Amsterdam ein.* Die Veranstaltung ist offen für alle, die sich – egal ob schon lange oder erst seit kurzem – mit Themen wie Tools, Gadgets, Bots, Bugs, Extensions oder Templates im MediaWikiversum beschäftigen.

Auf der Eventseite werden zur Zeit Vorschläge für Workshop, Vorträge und Sessions gesammelt; Schwerpunkte sind unter anderem:

Aus der WMDE-Geschäftsstelle werden unter anderem Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus den Projekten Wikidata (Lydia Pintscher, Katie Filbert, Daniel Kinzler, Jeroen De Dauw), Render (Johannes Kroll) und Toolserver/Tool Labs (Silke Meyer) sowie aus dem Team Communitys und außerdem ich selber vor Ort sein. Sehr erfreulich ist auch, dass mehr als 40 angestellte Entwickler der Wikimedia Foundation teilnehmen. Es bietet sich also eine tolle Gelegenheit für Austausch und Zusammenarbeit mit den Organisationen und den Communitys.

Wer sich für den Toolserver und die zukünftige Alternative Tool Labs interessiert (Kurierbeitrag), hat in Amsterdam die Gelegenheit, das ganze Team kennen zu lernen, das sich jetzt um den Aufbau von Tool Labs und den mittelfristig anstehenden Umzug kümmert. Dieses Team bietet Tool Labs-Einführungsworkshop an und ist im Hacking-Bereich ansprechbar. Wer Tool Labs dort ausprobieren möchte, sollte sich vorher einen Account besorgen.

Die Registrierung ist bis zum 20. April 2013 geöffnet, der Eintritt ist frei. Wie in den Vorjahren gibt es für Teilnehmende, die ihre Reise nicht aus eigener Tasche oder mit Unterstützung ihres Chapters tragen können, Stipendien für Anreise und Unterkunft. Wikimedia Deutschland unterstützt dieses offizielle Stipendienprogramm, so dass Communitymitglieder aus Deutschland sich direkt dort bewerben können. Wir freuen uns über zahlreiche Teilnahme!

* Und um Spekulationen vorzubeugen (in den Vorjahren war Wikimedia Deutschland Gastgeber des Events): Wir sind hocherfreut, dass Wikimedia NL in diesem Jahr die Gastgeberrolle übernimmt und unterstützen sie bei den Vorbereitungen mit den Erfahrungen und den Materialien der Vorjahre. Für uns ist der Hackathon ein schönes Beispiel für gute Chapterzusammenarbeit und Wissenstransfer.  

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (2 Bewertungen, Durchschnitt: 5,00 von 5)
Loading...Loading...

Empfehle diese Seite