Wie im Mittelalter

Wer meinte, so ein „Wikipedian in Residence“ würde seine Zeit an einem Ort verbringen und „residieren“ muss sich spätestens nach dem September getäuscht sehen. Selten war ich so viel unterwegs wie in dem Monat und fühlte mich wie ein mittelalterlicher König ohne Land, der von einer Burg zur nächsten unterwegs war. Kaum vom der WikiCon in Dornbirn zurück (siehe Bericht des Vormonats), begannen die Vorbereitungen für weitere Dienstreisen und natürlich auch andere Projekte.

Zunächst hielt ich einen Tag nach der Rückkehr beim DAI meinen ersten praktischen Einführungsworkshop. Mit drei Mitarbeitern widmete ich mich den ersten Schritten. Eine Woche später waren es dann schon vier. Nachdem ich beim ersten Mal noch einen eher unsinnigen Text während des Workshops mit den Teilnehmern verfasst hatte, dachte ich mir, dass ich das gestandenen Wissenschaftlern eigentlich nicht zumuten kann und schrieb einen eigenen kleinen Text. Diesen sollten sich die Teilnehmer kopieren und schnell gerieten wir in die Fallstricke der Wikipedia-Bürokratie. Denn schnell waren sie wieder als Urheberrechtsverletzungen gelöscht. Es dauerte einige Zeit, bis endlich auch der Letzte Wikipedianer von der Richtigkeit der Vorgänge überzeugt war. Als Außenwirkung war es natürlich weniger optimal.

Jonathan Groß / CC-BY-SA-3.0
Jonathan Groß / CC-BY-SA-3.0

Sicher ein Höhepunkt wurde der Limeskarten-Workshop in der Geschäftsstelle von Wikimedia Deutschland, über den Hartmann Linge schon im Wikipedia-Kurier berichtet hatte (rechte Spalte). Um einmal Bedeutung und Dimension des Projektes noch einmal klar zu machen: Das DAI war mit fünf Personen vertreten, WMDE mit drei ebenso die Community mit drei. Im weiteren Verlauf des Monats ging es auf „große Reise“. Zunächst nach München, wo ich bei der Kommission für Alte Geschichte und Epigraphik des DAI und eine Woche später in Bonn bei der Kommission für Archäologie Außereuropäischer Kulturen (hier fehlt sogar noch der Wikipedia-Artikel!) einführende Vorträge hielt. An den Bonner Vortrag schloss sich wenige Tage später der Limes-Workshop an (auch dazu Detaillierter der Link zum Kurier-Bericht von Hartmann Linge und meinen hier im Blog). Damit war die Reise noch nicht beendet – aber das ist schon ein neuer Monat und das Weitere kommt im nächsten Bericht. Auch der Oktober ist voller Termine und Aktionen, ich werde mich über Langeweile wahrlich nicht beschweren können!

Dieser Eintrag wurde geschrieben von am Donnerstag, Oktober 11th, 2012 um 13:04 Uhr und ist zu finden unter Kultur. Sie können diesen Beitrag mit RSS 2.0 Feed abonnieren. Sowohl Kommentare als auch Pings sind derzeit geschlossen.
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2 Responses to “Wie im Mittelalter”

  1. Marcus Cyron sagt:

    Das mit den Bildern macht mich nochmal Wahnsinnig. Das sollte rechts zentriert sein und es sollte wenn man mit der Maus drüber geht einen Beschreibungstext zeigen.

  2. Wikimedia Blog » Blog Archive » Die beiden letzten Monate als Resident sagt:

    […] meinem letzten Beitrag sind nun doch zwei statt des geplanten nur einen Monat vergangen. Schuld war ganz simpel die Zeit. […]

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