Das war „Zugang gestalten!“ 2022

In diesem Jahr stand bei „Zugang gestalten!“ die globale Rezeption von Kulturgut im Mittelpunkt. Wie immer gehörte Wikimedia Deutschland zu den Partnerorganisationen – und stellte ein neues Medienarchiv zur Dokumentation der Konferenzreihe vor. Ein Rückblick.

  • John Weitzmann
  • 26. Oktober 2022

Weltweite Effekte digitaler Zugänglichkeit von Kulturgut

Wissen ist verfügbare Information über den Zustand der Welt, und diesen Zustand halten unter anderem sie fest: die Gedächtnisinstitutionen, etwa Bibliotheken, Museen und Archive. Was sie sammeln, kuratieren und zugänglich machen, wird mitunter zusammenfassend schlicht als kulturelles Erbe bezeichnet und ist wichtiger Grundstoff auch für das, was die Ehrenamtlichen der Wikipedia und ihrer Schwesterprojekte zu Freiem Wissen werden lassen.

Darum unterstützt Wikimedia Deutschland die Konferenzreihe „Zugang gestalten!“, eine Art Jahrestreffen der Gedächtnisinstitutionen. Seit der ersten Ausgabe im Jahr 2011 geht es hier um den Zugang zum kulturellen Erbe in Zeiten der fortschreitenden Digitalisierung. Das Motto der vergangene Woche gelaufenen „Zugang gestalten! 2022“ lautete „Digitale Verfügbarkeit – Globale Rezeption“. Zu Gast war die Konferenz dieses Mal bei der Staats- und Universitätsbibiothek Hamburg, in deren Lichthof Vertreterinnen und Vertreter großer und kleiner Gedächtnisinstitutionen des In- und Auslandes gemeinsam mit Forschenden verschiedener Fachrichtungen die neuesten Entwicklungen zu den weltweiten Effekten digitaler Zugänglichkeit von Kulturgut aufs Podium brachten.

Konferenztag 1 im Video

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Die Themen: Vom Bundesarchiv bis zum Wacken Open Air

Für die Reihe eher ungewöhnlich menschenrechtspolitisch wurde es, als zum Abschluss des ersten Konferenztages Gespräch und Lesung mit den Friedenspreisträger Liao Yiwu anstand, der greifbar(er) machte, wie echte staatliche Zensur aus Betroffenenperspektive aussieht. Aus den vielen weiteren hochkarätigen Beiträgen sei an dieser Stelle beispielhaft auf den Vortrag von Prof. Michael Hollmann verwiesen, Präsident des Bundesarchivs, der sehr deutlich machte, was eine Institution wie die seine für das Geschichtsbewusstsein einer Gesellschaft leisten kann und muss.

Mit gänzlich anderem Fokus wiederum berichtete Manouchehr Shamsrizi davon, wie ein lokales Phänomen wie das Wacken Open Air über digitale Technologien weltweite Interaktion erzeugt und so zu einem Reallabor für digitale Lebensweisen der Zukunft wird. Auch Kulturgut aus kolonialen Kontexten war ein Thema. In der Abschlussdiskussion erläuterte Heike Gleibs von Wikimedia Deutschland, wie Wikimedia-Projekte Menschen aus Herkunftskulturen Zugang zu und Mitarbeit an digitalisiertem Kulturgut ermöglichen können.

Konferenztag 2 im Video

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Ein neues Medienarchiv mit Wikimedia Commons

Alle bei dieser hybrid abgehaltenen Ausgabe der Konferenz aufgezeichneten Vorträge gibt es dauerhaft zugänglich im Netz, und Material aller zwölf bisherigen Ausgaben sind seit neuestem in Form eines Medienarchivs verfügbar, das Wikimedia Commons als Repositorium mit einem eigens entwickelten Front-End kombiniert. Die Entwicklung wurde durch Wikimedia Deutschland finanziert und das Archiv wird es zukünftig erlauben, aus der Entwicklung der digitalpolitischen Debatten der Gedächtnisinstitutionen neue Ableitungen für die Zukunft zu bilden.

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