Admin sein ist nicht (so) schwer – Admin bleiben dagegen (vielleicht) schon? Oder auch nicht

Gut 30 Wikipedianer haben das erste Juniwochenende zusammen in einem abgelegenen Kloster am Rande des Harz verbracht, um über Adminthemen zu sprechen. Auch wenn es Uneingeweihte kaum glauben möchten – das war wirklich das erste Treffen seiner Art! Die Administratoren der deutschsprachigen Wikipedia sind entgegen der Gerüchte eben kein engverknüpftes Netzwerk, dass sich kennt und regelmäßig trifft, sondern eher eine bunte Truppe von Einzelkämpfern, die regelmäßig jeder für sich allein das Rad neu erfindet.

Admincon 2012 vortrag populism
Admincon 2012 vortrag populism

Hat die AdminConvention daran etwas geändert? Ja und nein und auch vielleicht doch:

Unter den etwa 30 Teilnehmern der Admincon waren nicht ganz 20 Admins – also nur ein kleiner Teil der insgesamt derzeit ca 280 Administratoren. Darunter fanden sich „Schlafadmins“ genauso wie „Poweradmins“, „Glücksadmins“, „Gelegenheitsadmins“, „Bauchgefühladmins“ und weitere Selbstzuschreibungen.

Überrascht war ich von der konzentrierten und extrem disziplinierten Gesprächsatmosphäre und der Bereitschaft aller Teilnehmer, ihr Verhalten zu reflektieren und in Frage zu stellen. Was erwarten die Wikipedianer von den Admins? Was erwarten die Admins von anderen Admins? Wieviel Aktivität kann einem Admin abverlangt werden? Wieviel Inaktivität ist tolerabel? Wem schadet Inaktivität und wodurch? Wie kann Adminaktivität, die sich nicht in Logbucheinträgen niederschlägt besser gewürdigt werden? Was ist mit Entscheidungen, vor denen sich alle drücken? Brauchen wir (provozierend gefragt) einen „Admin vom Dienst“ um zu verhindern, dass Anfragen und Probleme unbearbeitet ins Archiv wandern? Pauschale oder sogar einfache Antworten hat diese Admincon nicht formulieren können. Über die Relevanz der aufgeworfenen Fragen zeigte sich aber ein großer Konsens.

Admincon 2012 grosse runde
Admincon 2012 grosse runde

Ein ähnlich großer Konsens herrschte zwischen den Anwesenden darüber, dass die Widerwahlmöglichkeit inzwischen etabliert und akzeptiert ist. Auch wenn die Einträge auf den Wiederwahlseiten für Admins manchmal schmerzhaft sind und es nicht immer angenehm ist, damit umzugehen, mochte keiner der anwesenden Admins das System als solches missen. Die Erfahrungen mit Wiederwahlen, die durch Einträge auf den Wiederwahlseiten erzwungen wurden, zeigen, dass das System im Großen und Ganzen gut funktioniert und eben gerade nicht zum Scherbengericht verkommt.

Ich persönlich habe Wikipedianer selten auf eine so fokussierte, konstruktive Weise diskutieren sehen. Gleichzeitig habe ich selten so gelacht, wie bei der abendlichen Pantomimesession, als aus dem „Baustein:Spielwiese benutzen“ das „Portal:Rasenpflege“ wurde oder aus „bitte Vorschau beachten“ der „Stielaugenbaustein“. Viele Themen, die den Admins am Herzen liegen, konnten nur gestreift werden, die Liste mit Wunschthemen fürs nächste Mal ist lang – das Orgateam steht für die nächste Runde schon in den Startlöchern. — poupou

AdminCon zum Nachlesen:

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Dieser Eintrag wurde geschrieben von am Freitag, Juni 8th, 2012 um 14:13 Uhr und ist zu finden unter Community, Wikipedia. Sie können diesen Beitrag mit RSS 2.0 Feed abonnieren. Sowohl Kommentare als auch Pings sind derzeit geschlossen.
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5 Responses to “Admin sein ist nicht (so) schwer – Admin bleiben dagegen (vielleicht) schon? Oder auch nicht”

  1. Christoph sagt:

    Es gibt eine ganze Reihe Fotos in den Commons http://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Admincon_2012

  2. Marcus Cyron sagt:

    Zum „Admin vom Dienst“: Dagegen. Aus einem einfachen Grund – nicht jeder Mensch ist in der Lage in jedem Gebiet gut entscheiden zu können.

  3. Unter Admins » lyzzy sucht das wunderland sagt:

    […] in irgendeiner Art geklärt. Aber es soll mehr davon geben. Wie Poupou in ihrer Zusammenfassung  im Blog von Wikimedia Deutschland schon verraten hat: Das Orgateam steht bereit und ist für Wünsche und Kritik […]

  4. poupou sagt:

    @marcus: das mit dem „admin vom dienst“ war eine gezielte provokation über die wir disktuiert haben – alle anwesenden waren sich aber einig, dass das nicht zu unserem projekt und der art und weise wie es sich bisher organisiert, passt. insofern also keine panik…worüber man aber z.b. einmal nachdenken könnte, wäre, ob sich gruppen von amdins freiwillig bereit erklären, für z.b. einen monat, hauptsächlich löschkandidaten oder sperrprüfung oder sonstwas abzuarbeiten. aber mehr im sinne von „lasst uns gemeinsam aufraffen….“

  5. Wikimedia Blog » Blog Archive » Monatsbericht Juni 2012 sagt:

    […] diskutiert – ein wesentlicher Punkt für Einstieg und Verweildauer von Neuautoren. Diese und viele andere Fragen wurden mit viel Engagement diskutiert. Die Teilnehmer waren sich einig, dass diese AdminConvention […]

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