Bericht aus der Geschäftsstelle Februar 2010

Liebe Freunde des Freien Wissens,
auch im relativ kurzen Monat Februar ist eine Menge geschehen:

Schulprojekt

Die Mitte Dezember bzw. mit der ersten Veranstaltung Ende Januar (siehe letzten Monatsbericht) begonnene neue Phase im Rahmen der Partnerschaft mit der Initiative D21 fand diesen Monat ihre Fortsetzung. Auf zwei mehrtägigen Veranstaltungen in Berlin/Brandenburg bzw. in Darmstadt wurden Lehrer, Schulleiter sowie z.B. Vertreter von Medienzentren aus vier Bundesländern konzentriert in die Wikipedia und ihre Mechanismen zur Qualitätssicherung eingeführt. Anschließend wurden Wege zur Integration der Wikipedia und weiterer Wikimedia-Projekte (Commons/ Wikisource/ MediaWiki) in den Unterricht diskutiert.

Mit diesen beiden Veranstaltungen endete die Staffel der Veranstaltungen von Wikimedia Deutschland im Rahmen der Initiative D21. Im Rahmen der dort geknüpften Kontakte mit Vertretern aus den Bundesländern wird es aber zu Folgeveranstaltungen kommen. Bereits fest vereinbart für April/Mai ist eine Reihe von sechs Veranstaltungen in Brandenburg in Zusammenarbeit mit dem dortigen Ministerium für Bildung, Jugend und Sport. Für September fest verabredet wurde eine Veranstaltung in Berlin, bei der Schüler einer Oberstufe darauf vorbereitet werden sollen, Schüler der Mittel- bzw. Unterstufe zu schulen.

Generation 50+

Nachdem wir eine grundsätzliche Förderzusage im Rahmen des EU-Programms “IKT 2020 – Forschung für Innovationen” bekommen haben, war Elvira Schmidt als verantwortliche Projektmanagerin im Januar mit der damit verbundenen Bürokratie beschäftigt: Beim für uns zuständigen Projektträger müssen detaillierte Nachweise erbracht werden, Projektbeschreibungen eingereicht, Kalkulationen erstellt werden und vieles, vieles mehr. Dies wird in der ersten Märzhälfte abgeschlossen sein, so dass wir dann mit der konkreten inhaltlichen Arbeitsplanung für die nächsten Monate beginnen können.

Wikimedia Conference

Vom 14. bis 18. April werden sich Mediawiki-Entwickler, Vertreter der Wikimedia Chapter und das Board of Trustees der Wikimedia Foundation in Berlin treffen. Hierfür läuft aktuell die Vorbereitung auf Hochtouren – mit Lodewijk Gelauff  haben wir einen für die Chapter-Koordination und die Programmplanung Verantwortlichen gewinnen können, wir gucken uns Räume an, planen das Rahmenprogramm und vieles mehr.

Zugang zu Freien Inhalten

Anfang Februar war Mathias in Luxemburg auf dem Treffen von COMMUNIA, einem Netzwerk zu Fragen der Public Domain. COMMUNIA ist auch Herausgeber des Public Domain Manifesto. Eine Nachlese dazu gibt es von Ulrike Elteste

Vom 25. bis zum 27. Februar war Mathias Teilnehmer der Konferenz “Vom Nachschlagewerk zum Informationssystem“, veranstaltet durch Bayerische Staatsbibliothek und Historische Kommission an der Bayerischen Akademie der Wissenschaft. Das Timing der Konferenz passte zu dem Start der Volltextanzeige von Allgemeiner Deutscher Biographie (ADB) und Neuer Deutscher Biographie (NDB bis Band 22). Die gemeinfreien Anteile aus der ADB gibt es übrigens auch bei Wikisource. Schwerpunkt des Vortrages von Mathias war der Einsatz von Normdaten in Wikipedia, aber auch die Erstellung von PND-Regelkonformen Daten aus Wikipedia heraus (Projekt “PeEnDe“)

Unter anderem als Resultat auf das Feedback von der Konferenz (Alle Nachschlagewerke haben ihre Personen PND-verschlagwortet und alle fragen sich, wie man jetzt einfach gegeneinander automatisiert verlinken kann zu gleichen Personen) wurde eine schon länger zirkulierende Idee umgesetzt und veröffentlicht – dazu riesiger Dank an Apper für die Arbeit. Die Idee hört auf den Namen BEACON und ist hier beschrieben, zusammen mit Beispiellinks. Die grundsätzliche Idee ist, deutlich einfacher auf andere Ressourcen im Netz verlinken zu können, die Inhalte zu einer bestimmten Person die über PND eindeutig identifiziert ist, anzubieten; Und zwar genau nur dann, wenn es auch wirklich zu dieser Person etwas gibt.

Themen in den Medien

Die meisten Presseanfragen im Februar konzentrierten sich auf folgende drei Themen:

  1. Der Start des neuen Projektes Docupedia – ein Medienexperiment für zeithistorische Forschung, das einen Platz zwischen gedruckten Fachzeitschriften und der Wikipedia einnehmen will.
  2. Die 2-Millionen-Dollar Spende von Google an die Wikimedia Foundation – hierzu kamen zahlreiche Anfragen, da die Botschaft zunächst über Twitter und nicht durch eine Pressemitteilung der Foundation bekannt wurde.
  3. Wikipedia – nach wie vor kommen Fragen zur Qualität und Verlässlichkeit, aber auch die Strukturen und Arbeitsweisen innerhalb des Projektes haben einen hohen Erklärungsbedarf.

Es wird deutlich, dass bei Medienvertretern das Interesse an Wikimedia Deutschland wächst und die Aufgaben, Positionen und Aktivitäten des Vereins sowie die Beziehung zwischen Verein und Community  zunehmend hinterfragt werden.

Am Sonntag, den 28.2. lief bei zdf/3sat ab 16.30 ein Beitrag über Wikimedia und Wikipedia, Weitere Sendetermine: Montag, 1.3.: 07:00 Uhr (3sat) und Donnerstag, 4.3.: 13:30 Uhr (ZDF Infokanal).

Der aktuelle Beitrag auf 3sat/neues war mit knapp 15 Minuten für einen Fernsehbeitrag schon ein langer Beitrag. Hierfür wurden mehr als drei Stunden in der Geschäftsstelle gedreht und ausführliche Gespräche mit Pavel Richter, Henriette Fiebig und mir geführt. Neben den Dreharbeiten bei Wikimedia Deutschland wurde auch Benutzerin: Wisewomen  ausführlich interviewt – rund 2 Stunden nahm das in Anspruch. Zusätzlich konnten wir Sebastian Moleski als Studiogast in das Programm einbinden – er reiste am Vorabend nach Mainz und war einen gesamten Vormittag mit den Dreharbeiten beschäftigt. Viel Recherche-, Organisations- und Koordinationsarbeit mit einem (hoffentlich) zufriedenstellenden Ergebnis.

Für die Redaktion standen zunächst die Themen Krise und Relevanz im Mittelpunkt. Durch intensive Vorgespräche haben wir versucht, die Komplexität des Projekts darzustellen und das Negative etwas zu entschärfen. Obwohl diese Tätigkeit in einem Beitrag kaum zu sehen ist, nimmt es viel Zeit in Anspruch als Interviewpartner zur Verfügung zu stehen, Hintergrundinformationen zu liefern und Redakteuren die Idee und Funktionsweise der Wikipedia zu erläutern. Dass wir keinen Einfluss haben auf die Wortwahl eines Moderators bzw. Redakteurs versteht sich von selbst und so schleichen sich auch immer mal Begriffe und Formulierungen ein, die nicht von uns kommen und uns auch nicht gefallen. Mich interessiert an einem Beitrag vor allem, dass er allgemeinverständlich das Projekt erklärt, über die Arbeit der Freiwilligen aufklärt und Menschen erreicht, die Wikipedia nutzen, aber die Hintergründe noch nicht kennen.

An diesem Beispiel wollte ich einen kleinen Einblick geben, wie ein Teil der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit abläuft und wie wir nicht nur Anfragen beantworten sondern gemeinsam mit Redakteuren Themen aufbereiten. Um die Arbeit im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit weiter zu erläutern, werde ich zukünftig an weiteren Medienbeispielen meine Arbeit veranschaulichen.

Den Beitrag und die begleitende Internetseite findet sich hier bzw. hier.

Medienkooperationen

Die Medienplattform comeunited.com hat im Februar ein Interview mit mir geführt und wir konnte im Rahmen der redaktionellen Arbeit auch eine Spendenanzeige und Spendenbanner platzieren.

Wikimedium No.1

Die Fertigstellung, die Distribution und die Bearbeitungen der Reaktionen auf die neue Ausgabe der Vereinszeitung fiel in die erste Februarwoche. Wieder gab es viel Lob aber auch Verbesserungsvorschläge für Inhalte und Gestaltung. Wir werden sehen, was wir davon umsetzen können. (Alle bislang publizierten Ausgaben finden sich hier) . Erstmals haben wir die Vereinszeitung auch auf wikipedia.de in einer Infobox angekündigt und weitere Projektvorstellungen und Themen für die Präsentation auf dieser Seite sind in Arbeit.

Quartalsplanung

In Anlehnung an den Kompass 2020 sind, wie bereits berichtet, neben dem Tagesgeschäft für den  Bereich Öffentlichkeitsarbeit der Ausbau von Medienkooperationen vorgesehen: Kontakt zu verschiedenen Medien wurde aufgenommen und Catrin hat mit verschiedenen potentiellen Medienpartnern gesprochen, Ideen für die Nutzung von Wikipedia-Inhalten vorgestellt und Termine mit entsprechenden Redaktionen werden im März stattfinden.

Weiterhin ist es Aufgabe der Öffentlichkeitsarbeit Informationsbroschüren für zunächst 3 Wikimedia-Projekte (Commons, Wikisource, Wikiversity) zu erstellen. Im Februar wurden dazu Factsheets erarbeitet, Projektbeschreibungen skizziert und erste Layouts entwickelt.

Mitarbeitersuche abgeschlossen

Im Februar wurden die letzten Interviews geführt und ich bin sehr froh, dass wir mit Nicole Ebber und Till Mletzko zwei neue Mitarbeiter haben. Die Stelle zur Betreuung der internen IT ist jedoch leider noch nicht besetzt.

Spendenquittungen

Die überaus erfolgreiche Herbstkampagne 2009 bringt stets die Aufgabe mit sich, die entsprechenden Spendenquittungen rauszuschicken (dieses Jahr mehr als 1400). Wir haben in diesem Jahr erstmals einen Mitgliedsantrag für den Verein beigelegt und auf die Möglichkeit einer Fördermitgliedschaft hingewiesen. Wir werden sehen, welche Rückläufer wir diesbezüglich haben.

Soweit der Bericht aus der Geschäftsstelle für Februar 2010. Der nächste Bericht erscheint am Montag, den 5. April 2010.

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Dieser Eintrag wurde geschrieben von am Montag, März 1st, 2010 um 18:23 Uhr und ist zu finden unter Monatsberichte. Sie können diesen Beitrag mit RSS 2.0 Feed abonieren. Sowohl Kommentare als auch Pings sind derzeit geschlossen.
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2 Responses to “Bericht aus der Geschäftsstelle Februar 2010”

  1. Ina Petersen sagt:

    Das stimmt so nicht:

    “Generation 50+
    Nachdem wir eine grundsätzliche Förderzusage im Rahmen des EU-Programms “IKT 2020 – Forschung für Innovationen” bekommen haben…”

    IKT-2020 ist kein EU-Foerderprogramm, sondern ein nationales Forschungsfoerderprogramm: http://www.bmbf.de/de/9069.php

  2. Wikipedia und Wikileaks: Auch Nonprofit braucht Geld | Medien-Ökonomie-Blog sagt:

    […] 4. Fördermittel Interessant ist schließlich noch der Posten Fördermittel: Dieser schwankt sehr stark. Im Jahr 2009 und 2006 waren es 0 Euro. 2008 betrug der Posten 32.000 € und war damit die drittgrößte Einnahmequelle. Für 2010 will Wikimedia versuchen, wieder solches Geld einzuwerben. So hat der Verein für das Projekt Generation 50+ bereits eine grundsätzliche Zusage für EU-Mittel erhalten. […]

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