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24 Stunden ohne Freies Wissen: Warum die Wikipedia-Freiwilligen protestieren

Wikimedia Deutschland hat den Initiator des ersten "Blackouts" der deutschsprachigen Wikipedia zu einem Gastbeitrag eingeladen. Nach einer kurzen Einordnung, wie unterschiedlich die verschiedenen Sprach-Communitys mit Protest umgehen, erklärt User EH⁴², wie die deutschsprachige Wikipedia-Community zu ihrer Entscheidung gekommen ist, für einen Tag aus Protest offline zu gehen.
Pretzels (https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Wikipedia_SOPA_Blackout_Design_W_cropped.png), „Wikipedia SOPA Blackout Design W cropped“, https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/legalcode

John Weitzmann

19. März 2019

Falls nicht noch etwas Unerwartetes passiert, wird die deutschsprachige Version der Wikipedia am 21. März 24 Stunden lang nicht erreichbar sein. Zum allerersten Mal wird die deutschsprachige Community von Autorinnen und Autoren eine Komplettabschaltung durchführen. Mehrere andere Sprachversionen der Wikipedia werden möglicherweise diesem Beispiel folgen oder Banner auf der Hauptseite anzeigen, um gegen bestimmte neue Regeln zu protestieren, die eine neue Urheberrechtsrichtlinie enthält, über die das Europaparlament wahrscheinlich am 26. oder 27. März abstimmen wird.

Wiederum andere Wikipedien in anderen Sprachen werden womöglich gar keine Änderungen vornehmen. Dies liegt daran, dass die Menschen in jeder Wikipedia-Community ihre eigenen Entscheidungen dazu treffen, ob und wie sie sich zum vorgeschlagenen Gesetz äußern wollen.

Jede dieser voneinander unabhängigen Wikipedia-Communitys hat online und öffentlich darüber debattiert, wie sie vorgehen will, und darüber abgestimmt, ob und wie protestiert werden soll. Dies geschah jeweils in Einklang mit den eigenen Meinungsbildungsregeln jeder dieser Communitys. Die Regeln einiger Wikipedien verlangen beispielsweise, dass jemand 25 Einträge gemacht haben muss, um an der Abstimmung teilzunehmen. Andere verlangen dagegen 200 akzeptierte Wikipedia-Änderungen. Einige Communitys halten ihre Abstimmungen auf extra dafür vorgesehen Seiten ab; andere diskutieren darüber auf einem Abschnitt einer allgemeinen Diskussionsseite.

 


 

Gastbeitrag von Wikipedia-Autor EH⁴²

Wer Informationen zu einem beliebten Thema sucht, landet seit fast zwei Jahrzehnten fast unweigerlich bei der Online-Enzyklopädie Wikipedia. Hier teilen ehrenamtliche Autorinnen und Autoren ihr Wissen mit allen Menschen – unabhängig von kommerziellen Interessen, kostenfrei und weltweit verfügbar. Die deutschsprachige Wikipedia wird am 21. März 2019 mit dieser Gewissheit brechen und erstmals zu der schärfsten Waffe greifen, die uns zur Verfügung steht: Der vollständigen Abschaltung des Angebots für einen ganzen Tag.

Die Institutionen der Europäischen Union arbeiten seit mehreren Jahren an einer Reform des Urheberrechts, die in vielerlei Hinsicht mehr als notwendig und sinnvoll ist. In der öffentlichen Debatte sind dabei die beiden Artikel 11 und 13 der geplanten Richtlinie spätestens seit Anfang des Jahres 2018 hoch umstritten:

Artikel 11 führt ein Leistungsschutzrecht für Presseverleger auf dem gesamten Gebiet der Europäischen Union ein. Dieser Versuch wurde bereits in Deutschland und Spanien unternommen und muss in jeglicher Hinsicht als gescheitert betrachtet werden.

Artikel 13 verpflichtet Plattformen dazu, Lizenzen mit den Rechteinhabern von urheberrechtlich geschützten Inhalten abzuschließen. Es wird allerdings nicht definiert, mit welchen Rechteinhabern dies geschehen soll. Plattformen müssten mit praktisch jedem Menschen auf der Welt Lizenzen abschließen. Sollte es keine Lizenzierung geben, haften die Plattformen für jede Urheberrechtsverletzung unmittelbar. Dies gilt nicht, wenn gewisse Bedingungen erfüllt sind wie technische Voraussetzungen, um Urheberrechtsverletzungen zu verhindern (sog. Upload-Filter). Damit die Plattformen nicht in die Gefahr der Haftung kommen, werden sie diese Filter aller Wahrscheinlichkeit nach sehr streng einstellen. Von der Regelung sind Satire und Parodien, Kritik, Rezensionen oder auch das Zitatrecht zwar ausgenommen. Allerdings ist es technisch weder heute noch in naher Zukunft möglich, dies von automatisierten Filterprogrammen erkennen zu lassen.

Nach Einschätzung des Bundesdatenschutzbeauftragen müssten kleine Plattformen entsprechende Filtertechnologien bei den großen amerikanischen IT-Unternehmen einkaufen, welche teils Summen im dreistelligen Millionenbereich investiert haben, um diese zu entwickeln. Ein großer Teil des Datenverkehrs im Internet würde demnach über wenige gigantische Konzerne und deren automatisierte Filtersysteme laufen müssen, mit unabsehbaren Folgen für die Meinungs-, Kunst- und Pressefreiheit.

24 Stunden lang wird Wikipedia nicht wie gewohnt Antworten liefern. Grafik: Pretzels, Wikipedia SOPA Blackout Design W cropped, CC BY-SA 3.0

In der deutschsprachigen Wikipedia wurde eine Ur-Abstimmung (im Wikipedia-Sprachgebrauch „Meinungsbild“) durch mich initiiert. Im Ergebnis schlossen sich mehr als 2/3 der Teilnehmenden der Forderung des Protestes an. Über 4/5 entschieden sich im zweiten Schritt für die komplette Abschaltung unseres Angebots.

Wir möchten, dass Kreativschaffende für ihre Arbeit angemessen entlohnt werden. Wir möchten auch, dass qualitativ hochwertiger Journalismus weiterhin möglich ist. Was wir nicht möchten, ist ein Aufbruch in ein unfreies Internet. Zwar ist zumindest die eigentliche Enzyklopädie Wikipedia von Artikel 13 ausdrücklich ausgenommen und wir könnten uns demnach „entspannt zurücklehnen“. Unser Ziel ist es aber nicht, eine Oase Freien Wissens in einer unfreien Wüste des Internets zu sein. Unsere Solidarität gilt den vielen kleinen und mittelgroßen Foren, sozialen Netzwerken, Wissens- und Informationsplattformen.

Alle beteiligten Stakeholder müssen wieder an den Verhandlungstisch geholt werden, um eine tragfähige Lösung für alle zu finden.

Wir fordern deshalb die Streichung von Artikel 11 und 13 aus dem derzeitigen Entwurf zur Urheberrechtsreform.

Ein Tag ohne Freies Wissen für die Zukunft des freien Internets. Foto: Sandro Halank (WMDE), I edit Wikipedia – but not today. Blackout der deutschsprachigen Wikipedia, CC BY-SA 4.0

 

Kommentare

  1. technical hub – techniciaworld
    27. April 2019 um 08:48 Uhr

    […] decisions are made on Wikipedia—through discussion and consensus, something summarized in a statement from the German Wikipedia volunteer community: “Each of these independent Wikipedia […]

  2. […] Wikipedia-Protest am 21.3.2019: John Weitzmann, Wikipedianer EH⁴²: 24 Stunden ohne Freies Wissen: Warum die Wikipedia-Freiwilligen protestieren […]

  3. […] März per Meinungsbild zu einer deutlichen Protestaktion entschlossen und erstmals überhaupt die deutschsprachige Wikipedia für 24 Stunden abgeschaltet. Auch Wikimedia Deutschland e. V. hat sich immer wieder zum Reformprozess geäußert und […]

  4. berndt vogt
    26. März 2019 um 19:35 Uhr

    @dummy11 : Die Macher von “Die dunkle Seite der Wikipedia” sind unseriös, stammen aus dem Trutherlager.

  5. Kai Schmid
    26. März 2019 um 17:14 Uhr

    Was für ein GAU
    Community gespalten und Ziel verfehlt: EU-Parlament stimmt Urheberrechts-Richtlinie komplett zu

    Jetzt braucht es personelle Konsequenzen von John Weitzmann und EH⁴²

  6. dummy11
    25. März 2019 um 22:20 Uhr

    Ich empfehle “die dunkle Seite von Wikipedia” auf YouTube und sich seine eigene Meinung zu bilden.

  7. Dr. Nico Raczek
    24. März 2019 um 12:46 Uhr

    Ich muss mich mich leider meinen Vorrednern anschliessen und dies als Abschied verfassen: Es ist in keinster Wiese nachvollziehbar, dass die deutschsprachige Wikipedia zu politischen Zwecken missbraucht wird. Ich bin weiterhin auch der Auffassung das es insbesondere der deutschsprachigen Wikipedia gut zu Gesicht stehen würde Urheber gerecht zu beteiligen. Auch ich habe sowohl als Autor als auch als Fördermitglied im Wikimedia e.V. jahrelang durch Spenden unterstützt. Meine Mitgliedschaft werde ich ebenfalls kündigen.
    Ich kann nur jedem, der wirklich freies Wissen und deren Urheber unterstützen will, empfehlen ähnlich zu handeln, um hier ein Zeichen zu setzen.

  8. Christoph
    23. März 2019 um 22:54 Uhr

    Sehr schade, dass hier die deutschsprachige Wikipedia zu politischen Zwecken missbraucht wird.
    Ich habe die deutschsprachige Wikipedia sowohl als Autor als auch als Fördermitglied im Wikimedia e.V. und durch Spenden unterstützt. Meine Mitgliedschaft werde ich beenden, spenden werde ich zukünftig für die Englischsprachige Wikipedia.
    Ich kann nur jedem, der wirklich freies Wissen unterstützen will, empfehlen ähnlich zu handeln um hier ein Zeichen zu setzen.
    Ich hätte nie gedacht, dass die Wikipedia so missbraucht werden kann…

  9. […] Blackout ist das schärfste Schwert, das der Wikipedia zur Verfügung steht, schreibt der Initiator der Aktion im Blog von Wikimedia. In einer Ur-Abstimmung schlossen sich mehr als zwei Drittel der Teilnehmenden der Forderung des […]

  10. […] deutschsprachige Community von Autorinnen und Autoren eine Komplettabschaltung durchführen”, hieß es in einem Blogeintrag der Wikimedia. Einige andere Sprachversionen folgten diesem Beispiel. Grund für den Protest ist die geplante […]

  11. Chris
    22. März 2019 um 19:07 Uhr

    John Weitzmann ist das ganze wirklich zu Kopf gestoßen. Übernimm einmal Verantwortung und tritt zurück. Du bist Mitverantwortlich für das Desaster und versuchst die Sache auch noch positiv darzustellen obwohl der Wikipedia immenser Schaden zugefügt wurde. Es wird Zeit für einen Aufstand der Autoren gegen die Wikimedia.

  12. Godfather of Wiki
    22. März 2019 um 14:37 Uhr

    Unglaublich wie undemokratisch da mit freiem Wissen umgegangen wird. Protestnotwendigkeit hin oder her – mit der Kompletabschaltung, die gar keine war, denn über die App war Wikipedia normal erreichbar – verärgert man lediglich die Leser und die Autoren, die im übrigen mehrheitlich nicht für den Protest gestimmt haben. Teilweise aus Überzeugung teilweise, weil sie von der Abstimmung nicht rechtzeitig informiert wurden.
    Es darf nicht sein, dass 140 Leute so ein Riesenprojekt einfach an die Wand fahren. Über das Reputationsrisiko haben sich die 140 Leute wohl eher keine Gedanken gemacht – ein Beispiel an Überheblichkeit!
    In Zukunft nurmehr ohne mich!

  13. […] 各言語の編集者コミュニティはそれぞれ、通常Wikipediaで行われる議論と同様に、ディスカッションとコンセンサスを経て、このブラックアウトを決定しました。ドイツ語版Wikipediaコミュニティの声明では、次のように説明されています。「各言語版のWikipediaコミュニティは独立して、それぞれの行動方針に関するオンラインでの議論を公開で実施し、抗議活動を実施すべきか、その方法をどうすべきかについて投票を行った。それぞれに自らのガバナンスのルールに基づき、今回の措置を実施している」 […]

  14. Volker Fabricius
    22. März 2019 um 10:31 Uhr

    “Freiheit ist immer Freiheit der Andersdenkenden” (Rosa Luxemburg) – schaltet bitte Wikipedia auch einen Tag für die Rechte der Urheber ab! Es sollte sich von selbst verbieten, dass auf jede Plattform jeder Mensch jedes Gedankengut eines (Anders)Denkenden ungefragt und unbezahlt hochladen kann – solange das Urheberrecht gilt.
    Und die Tränen, die hier mit Verweis auf die kleinen Plattformen und die auf diese möglicherweise zukommenden Kosten geweint werden, sind die der Freude des Teufels – von Google und anderen Räubern, die sich zwar auf Kosten anderer bereichern, aber keine Steuern zahlen wollen.
    Jammert also nicht, die ihr gar nicht betroffen seid. Macht vielmehr konstruktive Vorschläge, die die Interessen der Betroffenen – und zwar auf beiden Seiten – angemessen berücksichtigen!
    Denken ohne Geländer (Hannah Arendt) – Freiheit aber mit Grenzen …

  15. bluebird
    22. März 2019 um 00:29 Uhr

    endlich ist der streik vorbei. die berüchtigte deutsche community fällt neu mit streiken auf und nicht mehr nur mit rüden umgangston, vandalismus, zensur. ab- oder aufstieg?

  16. enttäuschter Leser
    21. März 2019 um 23:50 Uhr

    HÖRT auf mit dem sch…s, Ihr fährt die Wikipedia an die WAND !

  17. Dani
    21. März 2019 um 23:37 Uhr

    Als langjähriger Wikipedianer der 1. Stunde möchte ich mich auch zu Wort melden. Was die Leute mit dem Meinungsbild sich leisteten, für ihre Zwecke die Wikipedia zu kapern und abzuschalten, ist projektschädigend. Dahinter sind leute von der PIRATEN-Partei, die das gezielt gesteuert und organisiert haben, an der großen Masse der Autoren vorbei. 1x und nie wieder, der Unmut ist bei vielen Wikipedianern riesig!

    1. John Weitzmann
      22. März 2019 um 10:16 Uhr

      Dazu eine Frage: Wer unter den Eingangsunterstützenden des Meinungsbildes ist denn Pirat/in? Ich sehe da nur 1x Parteisympathien, und zwar für die ödp.

  18. Tuhula
    21. März 2019 um 23:27 Uhr

    @Dominik:

    Du betreibst keine Website, also bist du nicht von den Änderungen betroffen? Was für eine – mit Verlaub – selten dämliche Logik…

  19. Dominik
    21. März 2019 um 22:22 Uhr

    Wikipedia ist nicht von den Änderungen betroffen, schaltet aber einen Tag lang alles ab. Wenn das was zeigt, dann die Abhängigkeit die wir von Wikipedia geschaffen haben und, dass ein paar Leute entscheiden ob wir UNSERE Wikipedia lesen können oder nicht. Ihr habt den Shitstorm verdient.

    1. John Weitzmann
      22. März 2019 um 16:52 Uhr

      … eher ein Lovestorm war das gestern :)

  20. Tuhula
    21. März 2019 um 21:29 Uhr

    Super Aktion. Auf NDR2 läuft schon den ganzen Tag Berichterstattung zum Thema rauf und runter, inklusive relativ fundierter Hindergrundinformationen. Die obligatorischen Querulanten hier werden sich noch verwundert die Augen reiben, wenn das Vorhaben der EU so durchgeht.

    Auf den einen Tag “wikipediafrei” werden wir dann wohl mit Wehmut zurückblicken…

  21. Troy
    21. März 2019 um 21:09 Uhr

    alles halb so schlimm.die autoren werden immer weniger,die 139 blackout-verantwortlichen werden die letzten autoren sein,dafür arbeiten sie rund-um-die-Uhr,um die verscheuchten autoren zu ersetzen

  22. O. S.
    21. März 2019 um 20:07 Uhr

    Damit verscheucht ihr Leser & Autoren! Nicht überraschend schreiben immer weniger für Wiki!

  23. R. Meister
    21. März 2019 um 18:16 Uhr

    Denkt ihr auch an die vielen Leser, die ihr wegen eures Egoismus aussperrt?? Völlig deplazierte Aktion, offensichtlich geplant von einer kleinen Gruppe, die alle in Geiselhaft nehmen!!

  24. Hermann
    21. März 2019 um 16:32 Uhr

    139 von 6000 Autoren bestimmen den Blackout?? Crazy Wikipedia!

  25. Slurme
    21. März 2019 um 16:22 Uhr

    Wikipedia wird immer unseriöser.

    Sammelt ständig “Spenden” auf recht agressive Weise und hat im Moment ca. 80.000.000 Millionen “Rücklagen”.

    Und nun wird eine “neutrale” Seite auch noch zum politischen Kampf mißbraucht.

    Damit habt ihr endgültig den Vogel abgeschossen.

    Es werden weniger User spenden und wenn bei eurer Geldgier das Limit nicht erreicht wird, wird wohl Wiki bald kostenpflichtig ala Abo.

    Schöne neue Welt.

  26. helga
    21. März 2019 um 13:46 Uhr

    hallo,
    auf der wikipedia-homepage steht, gegen die eu-urheberrechtsinitiative seien auch die journalistenverbände. tatsächlich führt der link nur zu den “freischreibern”, weil nämlich alle anderen interessenvertretungen von journalist/innen FÜR die novelle sind, wie hier zu sehen:
    https://gema-politik.de/appell-ja-zur-eu-urheberrechtsrichtlinie/
    ich finde, diese schiefe informationspolitik steht wikipedia nicht gut an.

  27. LSp
    21. März 2019 um 13:46 Uhr

    In der Rechtfertigung zur Abschaltung von Wikipedia heißt es: „Die Autorinnen und Autoren haben sich entschieden, Wikipedia heute aus Protest gegen Teile der geplanten EU-Urheberrechtsreform abzuschalten.“ Im Weiteren ist unter anderem zu lesen, Wikipedia sei von den bevorstehenden Neuerungen nicht betroffen. Beide Informationen sind bemerkenswert, vor allem die Erklärung zu Beginn. Denn laut einer Pressemeldung sollen es tatsächlich 215 von 4931 abstimmungsberechtigten Autorinnen und Autoren gewesen sein, die gewissermaßen hinter verschlossenen Türen abstimmten; 146 waren für den Protest durch Abschalten, 69 dagegen. Ich bin gespannt, welche Formen die Bevormundung in Zukunft noch annimmt, wer dazu berufen ist oder sich berufen fühlt, die vermutete Meinung von Tausenden zu repräsentieren.

  28. Jakob Meyer
    21. März 2019 um 12:15 Uhr

    Ich empfinde es als unzulässige Bevormundung, dass die deutsche Wikipediaseite für politische Zwecke als Druckmittel mißbraucht wird. Dafür habe ich nicht seit Jahren gespendet und an verschiedenen Artikeln mitgearbeitet. Wikipedia sollte strikt unpolitisch und unabhängig sein und sich nicht für oder gegen politische Vorhaben wenden. Dabei ist es völlig egal, wie man persönlich gerade zu einer Frage steht. Was kommt als nächstes? Abschaltung weil im Jemen Kinder verhungern? Oder weil wir die Zukunft unserer Kinder gerade verheizen? Oder sollten wir mal die Mißstände in Teilen der Altenpflege mit einer Abschaltung von Wikipedia beenden?

  29. Kubinski
    21. März 2019 um 09:49 Uhr

    Wenn man einen Frosch in einen Topf gibt und das Wasser darin langsam
    zum Kochen bringt, unternimmt der Frosch trotzdem keine Fluchtversuche.
    Wegen der meisten Kommentare bin ich fassungslos.
    Danke ‘Wiki’, dass Ihr das freie Internet unterstützt!

  30. Jjjxxe
    21. März 2019 um 07:50 Uhr

    Absolutes Unding. Stimmberechtigt sind nur ein Bruchteil aller Autoren und diese würden nichteinmal direkt informiert. So wurde die Abschaltung durch wenige Autoren(weniger als die Hälfte der Stimmberechtigten) durchgedrückt und ein. Die Foundation sollte dringend was dagegen tun, dass ein paar wenige politische Autoren ein “freies” Projekt so zerstören können.

  31. Wici
    21. März 2019 um 07:49 Uhr

    Ich bin kein Autor bei Wikipedia, aber soweit selbst ich das mitbekommen habe, gab es ja wohl genug Zeit für jeden Autor an der Entscheidung was zu ändern. Im Nachhinein zu meckern ist leicht.
    Kann mir außerdem mal jemand erklären, warum Autoren so steil gehen, weil Wikipedia mal für 24 Stunden nicht erreichbar ist? “Hilfe die Welt geht unter. Ich kann nicht nachschauen, bei welcher Temperatur Scheiße an der Windschutzscheibe meines Nachbarn gefriert.” …
    Ne mal ohne Witz. Manche tun ja so, als ob ihre Existenz bedroht ist.
    Ich finde es gut, dass Leute die heute etwas auf Wikipedia nachschlagen wollen, auf die Reform aufmerksam gemacht werden.
    Über den Text an sich lässt sich reden. Hätte man vlt. neutraler formulieren können.

  32. ludwig neidl
    21. März 2019 um 07:43 Uhr

    Wer kontrolliert die filter? Institutionen ausserhalb unseres und vielleicht jedes Rechtssystems??? Wer kann sie bspw zur Ausschaltung von Wettbewerb gegen die Konkurrenz nutzen??

  33. Dirk Schwab
    21. März 2019 um 07:25 Uhr

    Also 5% der Autoren in einem Medium für “freie” Wissendarstellung sperren die Beiträge von 95% der anderen Autoren, um ihre politische Meinung zu demonstrieren…. auf einem Forum, das nicht für politische Meinungsdemonstrationen gedacht ist….
    Sollte man da in Zukunft lieber vorsichtig sein bei Wiki?

  34. Benutzer:Goediman
    21. März 2019 um 06:27 Uhr

    Danke Wikipedia! Ich kann das Gemecker einiger Besucher nicht ganz verstehen. Danke, dass Ihr das freie Internet unterstützt, obwohl Ihr von Artikel 13 ja ausgenommen seid! Das ist wahre Solidarität! Der Entscheidungsprozess war demokratisch, denn die Autoren schreiben ja die Artikel! Das Einzige, was vielleicht “zu bemängeln” ist, Ihr hättet direkt auf die Petition linken können! Danke :)

  35. Gustav
    21. März 2019 um 06:21 Uhr

    Gehts euch noch gut??? Schaltet ein riesen Banner vor jeden Artikel aber sicher keine Komplettblockade!!!

  36. P. van der Löwen
    21. März 2019 um 05:59 Uhr

    Sperre Umgehen: Browser auf Leseansicht umschalten (Firefox: “F9” drücken). Muss leider auf jeder Seite neu gemacht werden.
    Alternativ: App nutzen.

    Gerne weiterverbreiten, damit die Sperre so irrelevant wie möglich wird.

  37. Bill
    21. März 2019 um 05:04 Uhr

    Zweckentfremdung des schönen freien Projekts Wikipedia ! _thumbsdown_

  38. Klaus Berger (Stuttgart)
    21. März 2019 um 04:42 Uhr

    Wie kann es sein, dass so wenige Autoren über das Abschalten der Wikipedia entscheiden können??? Offensichtlich ist das System faul, ein Missbrauch für eigene Zwecke, dies muss in Zukunft unterbunden werden, um die Mehrheit der Autoren und das Projekt zu schützen!

  39. Bachsau
    21. März 2019 um 03:55 Uhr

    Die Wikimedia Foundation ist echt das schlimmste, was dem Projekt und der Idee Wikipedia passieren konnte.

    Ich würde es wirklich begrüßen, wenn Wikimedia kaputt gehen würde. Die Artikel sind glücklicherweise frei und an dieser Lizenz kann die Foundation wenig ändern.

    Anyway, die Blockade lässt sich zum Glück leicht umgehen, indem man das CSS Stylesheet blockiert. Die Artikel sind dann zwar weniger hübsch anzusehen, aber immerhin sind sie abrufbar.

  40. berni v.
    21. März 2019 um 02:54 Uhr

    PUTSCH! politische wikipedianer,die sich als “deutschsprachige community” ausgibt,putscht gegen alle anderen wikipedianer,die ungestört mitarbeiten wollen,millionen leser werden ausgesperrt.

  41. ex-spenderin
    21. März 2019 um 02:27 Uhr

    Von mir kriegt ihr keine Spende mehr! ich spende bestimmt nichts fürs demonstrieren, für das seid ihr nicht da

  42. mikey
    21. März 2019 um 01:36 Uhr

    ha ha ha wikipedia schafft sich selber ab, das wird fiedler freuen ! ha ha

  43. wütender Wikipedianer
    21. März 2019 um 01:20 Uhr

    wer hat sich den sch**** hier ausgedacht ?? da will man editieren und nichts geht mehr ! sucht doch andere autoren, die den sch**** hier mitmachen, ohne mich !

  44. Jay See
    21. März 2019 um 01:15 Uhr

    Kann jemand den verantwortlichen EH⁴² für projektschädigendes Verhalten sperren? Danke!
    -jsee

  45. Exspender
    21. März 2019 um 01:10 Uhr

    Es war garantiert das letzte Mal, dass ich für Wikipedia gespendet habe, weiter so.

  46. […] Blackout ist das schärfste Schwert, das der Wikipedia zur Verfügung steht, schreibt der Initiator der Aktion im Blog von Wikimedia. In einer Ur-Abstimmung schlossen sich mehr als zwei Drittel der Teilnehmenden der Forderung des […]

  47. Wikipedia-Autor56
    20. März 2019 um 22:48 Uhr

    An Wikipedia-Autor EH⁴²: Du kannst nicht für die Autoren sprechen, dein Meinungsbild ist keine Ur-Abstimmung, für dies hätten alle Autoren informiert werden müssen. Nur 139 Autoren bestimmen hier über tausende von anderen Autoren. Was für ein Bärendienst für die Mehrheit der Autoren und das ganze Projekt.

  48. Daniel B
    20. März 2019 um 22:37 Uhr

    So verscheucht Wikipedia langjährige Autoren. Zwei Autoren haben die Mitarbeit eingestellt, viele sind demotiviert und wütend, was hier gemacht wird. Ein Meinungsbild, das die wenigstens Betroffenen (!) mitbekamen, ist keine Grundlage für eine Abschaltung.

  49. Joe
    20. März 2019 um 17:28 Uhr

    Warum die Wikipedia-Freiwilligen protestieren… uhm… sogar die Überschrift ist schon falsch. Es ist eine kleine, lautstarke Minderheit, die protestiert und durch ein von knapp 5% genutztes Meinungsbild wird Wikipedia politisch instrumentalisiert, obwohl sie überparteilich und neutral sein sollte.
    Und ja, ich bin tatsächlich sogar für Artikel 13, nicht, weil ich davon profitieren werde, sondern weil Bekannte, welche Musik produzieren, die tagtäglich auf YouTube illegal genutzt wird, ohne dass sie dafür einen Pfennig sehen, nun endlich auch für diese Nutzung dann hoffentlich entlohnt werden.

    1. John Weitzmann
      20. März 2019 um 18:58 Uhr

      Hallo, das Meinungsbild zeigt – wenn man das schon als Faktor nehmen möchte – laute Äußerung sowohl für als auch gegen den Blackout. Es sind also beide Ansichten gut repräsentiert einschließlich einer Gruppe, die sich eher neutral verhält. Da es regelkonform entstanden ist, ist es formell in Ordnung und als Meinungsstand klar repräsentativ. Wenn es deutlich mehr Teilnehmende gegeben hätte, wäre das Stimmverhältnis mit großer Sicherheit nicht nennenswert anders ausgefallen. Und Parteilichkeit kann man dem Meinungsbild-Ergebnis ebenfalls nicht vorwerfen. Die Grenze von Zustimmung bzw. Ablehnung des bisherigen Art. 13 geht mittlerweile quer durch die Parteien. Nirgendwo im Blackout-Text wird irgendeiner Partei das Wort geredet oder gegen eine Gruppe agitiert, schon gar nicht gegen Kreative. VG, jhw

  50. […] von Autorinnen und Autoren eine Komplettabschaltung durchführen”, hieß es am Dienstag in einem Blogbeitrag von Wikimedia, dem Förderverein hinter der Online-Enzyklopädie. Mehrere andere Wikipedia-Sprachversionen […]

  51. Chris
    20. März 2019 um 16:43 Uhr

    Die Wikimedia verursacht natürlich mehr Schaden für die WIKIPEDIA, als es irgendein Gesetz je könnte.

    Eieiei. Und dann überlegt die Wikimedia auch noch, sich in Wikipedia umzubennen.

  52. Chris
    20. März 2019 um 16:41 Uhr

    “Alle beteiligten Stakeholder müssen wieder an den Verhandlungstisch geholt werden, um eine tragfähige Lösung für alle zu finden.”

    Schön, dass man die Stakeholder der Wikipedia aber nicht kennt. Autoren werden nicht über MB informiert, Demokratie und Transparenz vorgeheuchelt, auch die Lieser, die zum Großteil sogar spenden, wurden am 19. März erst informiert. Dabei sind die Spenden dazu da, die Verfügbarkeit der Wikipedia zu gewährleisten. Das MB wurde ohne Sinn und Verstand über die Stange gebrochen, mit der Wikimedia als Motor. Die Wikimedia verursacht mehr Schaden für die Wikimedia als es irgendein Gesetz je könnte.

    1. John Weitzmann
      20. März 2019 um 19:00 Uhr

      Wie man in der Diskussion zum Meinunsbild nachlesen kann, hat WMDE eher davon abgeraten, einen Blackout zu beschließen. Aber natürlich ist es schöner, sich irgendwas vorzustellen, statt mal nachzulesen.

  53. Lantus
    20. März 2019 um 12:15 Uhr

    In dem Statement von EH⁴² hätte auch hineingehört, dass durch die geplante Änderung auch eine gravierende Einschränkung für uns Autoren damit verbunden sein wird, denn man merkt schon jetzt, dass die Suchergebnisse durch das Aufschalten der Filter kleiner geworden sind. Die Qualität unserer Arbeit würde mit der Gesetzesreform sinken, weil nicht mehr so viele Treffer gefunden werden können.

  54. Frozen Hippopotamus
    20. März 2019 um 09:23 Uhr

    Ich möchte auch noch einmal betonen, dass ich als einer 4.931 abstimmungsberechtigten Autoren *nicht* über dieses Meinungsbild informiert wurde. Ich war zwar in letzter Zeit nicth regelmäßig in der WP angemeldet, dass darf aber nicht erforderlich sein.

    Ich erwarte, dass bei solch gravierende Maßnahmen *alle* abstimmungsberechtigten Autoren über *jeden* denkbaren Weg informiert werden. Das hat nicht stattgefunden. Das Ergebnis des Meinungsbilds ist nicht legitimiert.

    1. John Weitzmann
      20. März 2019 um 19:29 Uhr

      Hierzu eine Anmerkung: Es verhält sich mit der Gültigkeit von WP-Meinungsbildern ähnlich wie mit der Beschlussfähigkeit von Sitzungen im Vereinsrecht. Sie ist im Zweifel gegeben, wenn die entsprechende Versammlung satzungsgemäß einberufen wurde. Das war bei diesem Meinungsbild der Fall, das vollständig nach den anerkannten Regeln vorgeschlagen und gestartet wurde (https://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Meinungsbilder/Regelungen). Es wäre auch vollkommen unpraktikabel, eine direkte Einladung an alle Stimmberechtigten vorzusehen, und das vielleicht sogar noch abhängig davon, wie “gravierend” die vorgeschlagene Maßnahme ist. Diese Abgrenzung nach gravierend oder nicht kann niemand allgemeingültig vornehmen. Man kann das Abschaltungs-Meinungsbild auch als eher wenig gravierend sehen, da es keine dauerhafte Regeländerung oder dergleichen beinhaltet. So oder so ist der Grundgedanke ganz offensichtlich der, dass weitreichendere Entscheidungen mehr oder weniger automatisch zu stärkerer Mobilisierung zur Teilnahme führen als Kleinigkeiten. Ein Vergleich mit Meinungsbildern im Archiv zeigt, dass die Teilnahme an diesem Meinungsbild eher im oberen Bereich lag. Wenn man das trotzdem in Frage stellt, stellt man somit notwendigerweise die Legitimität von Meinungsbildern insgesamt in Frage. Dafür sehe ich keinen Anlass.

  55. Dieter Beck
    20. März 2019 um 00:39 Uhr

    Die Abschaltung hat keine Legitimation. Ein kleiner Kreis von wenigen (politischen) Autoren, die sich organisierten und das Meinungsbild in kurzer Zeit durchbrachten, können nicht für alle Autoren sprechen. Die wenigsten Autoren kamen überhaupt mit über, dass es dieses Meinungsbild gibt und wurden mit der Abschaltung vor dem Kopf gestoßen. Für eine Abschaltung der Wikipedia muss jeder Autor zuvor über das Meinungsbild direkt informiert werden, damit er seine Stimme abgeben kann. Das Ergebnis dann führt zur einer Legitimation. Wikimedia/WMF sollte sich überlegen, ob sie weiterhin für politische Zwecke weniger Autoren gekapert werden wollen, dies ist nicht der Sinn einer Enzyklopädie.

    1. John Weitzmann
      20. März 2019 um 19:33 Uhr

      Nein, eine direkte Informierung aller Stimmberechtigten ist nirgends vorgesehen in den Regeln. Und das Meinungsbild hatte volle zwei Wochen Vorlauf und lief eine ganze Woche. Eine Verkürzung oder sonstige Unregelmäßigkeit kann ich nicht erkennen, allein schon wegen der sehr deutlich artikulierten Gegenstimmen. Bislang deutet nichts darauf hin, dass bei einer größeren Zahl von Teilnehmenden das Verhältnis am Ende ein anderes gewesen wäre.

      Wir bei WMDE sind aber ohnehin nur Zaungäste. Gleich zu Beginn der Vorlaufdiskussion habe ich dort deutlich gemacht, dass wir eine Abschaltung der DE:WP nicht befürworten. Insofern bitte ich darum, etwaige Kritik nicht hier im Blog abzuladen, sondern wenn schon, dann onwiki.

  56. Yuukikai
    19. März 2019 um 20:28 Uhr

    Also werden alle aktiven Wikipedia-Nutzer, sowohl Autoren, als auch Leser, in Geiselhaft für die Meinung von 3% der Autoren genommen, die die Plattform zur politischen Polemik missbrauchen, statt einen politischen Weg zu gehen. Bravo! So funktioniert Politik im Stil der AfD, aber nicht politische Willensbildung!

    1. John Weitzmann
      20. März 2019 um 19:46 Uhr

      Hallo Yuukikai, worin die Polemik liegen soll, ist mir nicht klar. Ansonsten ist so eine Abschaltung genauso ein politischer Weg wie hundert andere. Und die Erkenntnis “Das Wikipedianische ist politisch” ist inzwischen auch ganz allgemein ein ziemlich alter Hut. Man kann sicher darüber streiten, ob Meinungsbilder generell ein Quorum vorsehen sollten, aber bislang gibt es eine solche Regel m. W. nicht und jede/r ist eingeladen, sie vorzuschlagen, wenn das als wichtig angesehen wird. So lange gelten die mind. 10 erforderlichen Unterstützenden, die mind. 7 Tage zwischen Startfestlegung und Start wurden hier offenbar auch eingehalten, dann lief das Ganze eine volle Woche. Die WMF hat ein standing commitment, sich an die Ergebnisse von regelkonformen Meinungsbildern zu halten, und nimmt daher die verlangte Abschaltung vor. Wir als WMDE hatten gleich im Februar eher davon abgeraten, einen Blackout zu machen, aber auch wir sind insoweit Zaungäste. VG, jhw

  57. P. van der Löwen
    19. März 2019 um 20:07 Uhr

    “Ur-Abstimmung (im Wikipedia-Sprachgebrauch „Meinungsbild“)”
    Bei einer Urabstimmung ist es üblich, dass alle (!) Abstimmungsberechtigten persönlich (!) darüber informiert werden, dass eine Abstimmung zu einem bestimmten Thema stattfindet und dass sie abstimmungsberechtigt sind. Nichts davon ist in diesem Fall geschehen. Ganz davon abgesehen, dass Meinungsbilder “ein Mittel [sind], um generelle Fragen zu klären, die sich bei der Arbeit an der Enzyklopädie ergeben” (https://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Meinungsbilder), also gerade kein Mittel zur Klärung politischer Fragen sind, hat diese “Ur-Abstimmung” ohne (offensive) Information der Wikipedianer stattgefunden. Klassisches Beispiel von Scheindemokratie. Es würde der Foundation gut anstehen, diesen Unfug bloß nicht mitzumachen.

    1. John Weitzmann
      20. März 2019 um 19:54 Uhr

      Anm.: Die Frage, ob und ggf. wie die Urheberrechtsreform die Arbeit an der Enzyklopädie betreffen kann, wurde in den zwei Wochen vor Start des Meinungsbildes ausgiebig diskutiert. Ansonsten ist Urabstimmung als Instrument nicht auf direkte Ansprache aller Stimmberechtigten festgelegt, auch Quoren sind optional. Ich persönlich würde ein Quorum begrüßen, weil dadurch Anreiz für mehr Mobilisierung gesetzt würde. Es ist aber gut möglich, dass Meinungsbilder dann in den allermeisten Fällen gar nicht zustande kämen, weil es schlicht nicht genügend Stimmberechtigte interessiert. Irgendeinen Weg zur Feststellung von Ja/Nein-Entscheidungen braucht es aber. Beschwerden dazu hier im Blog abzuladen, ist ein wenig falsch adressiert, denn WMDE hat das Meinungsbild weder initiiert noch eine Annahme desselben befeuert, eher im Gegenteil.

  58. Prometheus
    19. März 2019 um 19:54 Uhr

    Es ist schon ein Skandal, der sich hier zu trägt. Die Wikipedia dient nicht dem politischen Missbrauch. Man sollte mal anmerken, wie groß der Protest gegen die Abschaltung ist und nicht stur behaupten, die Wikipedia-Freiwilligen würden hier protestieren

    1. John Weitzmann
      20. März 2019 um 19:56 Uhr

      Worin soll der Missbrauch denn genau liegen?

  59. Rainer Halama
    19. März 2019 um 16:35 Uhr

    @Frozen Hippopotamus. Die Menge der wirklich aktiven Wikipedianer wird leider maßlos überschätzt. Die, die hier abgestimmt haben, sind die die die Wikipedia am laufen halten. So gesehen ist die demokratische Legitimierung durchaus gegegeben.

  60. Frozen Hippopotamus
    19. März 2019 um 16:12 Uhr

    Also eine Wahlbeteiligung von 4 Prozent. Ist das eine übliche Größe für solche Meinungsbilder?

    Eine demokratische Wahl oder Abstimmung mit eine solchen Beteiligung würde in der realen Welt als absoluter Fehlschlag verbucht und die Verantwortlichen würden ihre Posten räumen. Keinesfalls aber würde das Ergebnis als Legitimierung für irgendetwas herangezogen werden.

    1. John Weitzmann
      20. März 2019 um 19:58 Uhr

      Anm.: Nach dieser Argumentation hätte keine der per Meinungsbild getroffenen Entscheidungen des letzten Jahrzehnts irgendeine Legitimität.

  61. Albert Magellan
    19. März 2019 um 16:03 Uhr

    @Frozen Hippopotamus
    Alles genaue kann man auf der entsprechenden Projektseite nachlesen: https://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Meinungsbilder/Protest_gegen_EU-Urheberrechtsreform

    Abgestimmt haben 215 (146 dafür/69 dagegen) Benutzer mit Stimmberechtigung (mindestens 200 Bearbeitungen insgesammt, 50 im letzten Jahr), insgesammt gibt es davon 4931.

  62. Frozen Hippopotamus
    19. März 2019 um 15:37 Uhr

    2/3 und 4/5 waren in absoluten Zahlen wie viele Teilnehmer? Wie übersetzt sich das in absolute und relative Zahlen der aktiven Autoren? Wie hoch war, kurz gesagt, die “Wahlbeteiligung”?

    Ich habe den Eindruck, dass diese einschneidenden Entscheidung sich nur auf eine äußerst geringe demokartische Legitimierung stützen kann.

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