Warum man sich im Präsidium engagieren sollte

Wikimedia Deutschland ist ein Verein, und wie (fast) jeder Verein hält auch Wikimedia Deutschland mindestens einmal im Jahr eine Mitgliederversammlung …

  • Sebastian Moleski
  • 4. Oktober 2011

Wikimedia Deutschland ist ein Verein, und wie (fast) jeder Verein hält auch Wikimedia Deutschland mindestens einmal im Jahr eine Mitgliederversammlung ab. Unsere nächste, die 9. Mitgliederversammlung seit Vereinsgründung, findet am 19. November 2011 in Hannover statt und wird zwei große Themen auf der Tagesordnung haben: die Wahl des ersten Vereinspräsidiums sowie die Vorstellung und Beschlussfassung des Wirtschaftsplans 2012. In diesem Blogpost möchte ich ein wenig darauf eingehen, warum man sich im Präsidium engagieren sollte.

Was macht das Präsidium eigentlich? Nach der neuen Satzung, die zeitglich mit dieser Mitgliederversammlung in Kraft tritt, ist das Präsidium das ehrenamtliche Leitungs- und Kontrollorgan des Vereins. Dabei hat es vier primäre Aufgaben: die strategische Planung des Vereins fortzuschreiben, den hauptamtlichen geschäftsführenden Vorstand zu bestellen und abzuberufen sowie dessen Arbeit zu kontrollieren und den Mitgliedern gegenüber den Verein zu vertreten. Das heißt zum Beispiel, dass das Präsidium einmal im Jahr die Arbeit der Geschäftsführung umfassend bewertet und damit über die leistungsbezogenen Vergütungsbestandteile entscheidet. Ebenso werden in den Präsidiumssitzungen die strategischen Ziele des Vereins überprüft und angepasst. Und schließlich wird in regelmäßigen Telefonkonferenzen der Projektfortschritt besprochen und ggf. Änderungen an den unterjährigen Planungen vorgenommen.

Warum sollte man sich dafür nun engagieren? Während wir über die letzten Jahre die Mitgestaltungsmöglichkeiten aller Vereinsmitglieder und auch der Wikimedia-Community stetig ausgebaut haben, so steht weiterhin außer Frage, dass nur die Arbeit im Präsidium zu tiefgreifendem und insbesondere nachhaltigem Einfluss führt. Das Präsidium wird, wie der ehrenamtliche Vorstand bisher, aus Menschen bestehen, denen die Entwicklung des Vereins so wichtig ist, dass sie einen Teil ihrer Freizeit dafür opfern und gleichzeitig aber auch die damit verbundene Verantwortung übernehmen möchten. Das ist auch der Grund, warum man sich engagieren sollte: wem die weitere Entwicklung von Wikimedia Deutschland wichtig ist, wer sich gern mit Fragestellungen des „Großen Ganzen“ beschäftigt, wer Spaß daran hat, Leistungen zu bewerten, Planungen aufzustellen und mit Mitgliedern und der Community zu kommunizieren, wer sich für die Stärkung und den Ausbau des Vereins als der Förderer Freien Wissens schlechthin einsetzen möchte und wer für all das persönlich Verantwortung übernehmen möchte, für den ist ein Engagement im Präsidium geradezu Pflicht.

Warum sollte man sich dafür nun nicht engagieren? Einerseits ist der Gestaltungsraum der eigenen Arbeit im Präsidium sehr breit. Es gibt neben den „betitelten“ Positionen wie Vorsitzender, Stellvertretender Vorsitzender und Schatzmeister, die jeweils recht klare Aufgaben haben, auch bis zu sechs Beisitzerposten, die von jedem mit eigenem Leben gefüllt werden können. Andererseits gibt es aber aufgrund der genannten Kernaufgaben des Präsidiums auch Aktivitäten, für die ein Sitz im Präsidium weder notwendig, noch teilweise überhaupt hilfreich ist. Wenn du beispielsweise eigene Projektideen hast, die du gern umsetzen möchtest, wäre die Teilnahme am Community-Projektbudget ein wesentlich passenderes Engagement für dich. Wenn dich nur ein einziges Thema bewegt und du sonst wenig Interesse an der gesamten Bandbreite der Präsidiumsarbeit hast, ist es vielleicht besser, das Thema nach der Wahl als Antrag beim Präsidium einzureichen, mit ihm zu diskutieren und gegebenenfalls einen Beschluss herbeizuführen.

Hürde für einige ist nun vielleicht noch, nicht zu wissen, wer sonst noch kandidiert. Aus dem derzeitigen ehrenamtlichen Vorstand, der aktuell aus acht Mitgliedern besteht, werden bis auf Michail Jungierek, der zuletzt als Zweiter Vorsitzender tätig war, alle erneut kandidieren. Da das Präsidium insgesamt zehn Mitglieder haben wird, gibt es damit mindestens drei Sitze neu zu besetzen. Wie es einer gelebten Demokratie aber angemessen ist, wäre es hervorragend, wenn es insgesamt mehr als zehn Kandidaten gibt und die Mitglieder schließlich eine echte Wahl haben!

Was muss man tun um zu kandidieren? Nichts einfacher als das: füll das Formular aus und schick es ausgedruckt per Post, Fax oder E-Mail (mv2011@wikimedia.de) an den Verein. Frist für alle Kandidaturen ist der 18. Oktober 2011. Zusätzlich zum Formular kannst du auch eine Selbstvorstellung verfassen und sie an obige E-Mail-Adresse schicken. Sie wird dann vor der Mitgliederversammlung mit allen weiteren Unterlagen an die Mitglieder verschickt.

Weitere Details und Antworten zu vielen Fragen findet ihr in der FAQ. Selbstverständlich könnt ihr euch auch vertrauensvoll an jedes derzeitige, aber auch an ehemalige Vorstandsmitglieder wenden, wenn ihr mehr über die ehrenamtliche Arbeit im Präsidium wissen wollt.

Ich freue mich auf jede Menge engagierter Kandidaten!

  1. Bitte noch mehr Passivkonstruktion, Nebensätze und Bürokratismen. Was das Präsidium konkret erreichen kann, was es denn tut, steht ja erst gar nicht drin. “Gestaltungsräume der eigenen arbeit” “mit Leben füllen”, das kann im Zweifel auch der Werbetexter oder die Kellnerin von nebenan.

    Kommentar von Torsten am 4. Oktober 2011 um 11:59

  2. @Torsten: Werbetexter(-innen) und Keller(-innen) sind selbstverständlich auch im Präsidium willkommen. Ansonsten handelt es sich beim Präsidium um ein „politisches“ Gremium, wo das, was man erreichen kann, primär davon abhängt, was man erreichen will und wieviel Einsatz man reinsteckt.

    Kommentar von Sebastian Moleski am 4. Oktober 2011 um 12:26

  3. Das da oben ist ein Anti-Motivationst. Kein Werbetexter oder eine Kellnerin wird sich danach denken: Geile Sache, das.

    Das Präsidium von Wikimedia Deutschland entscheidet zum Beispiel mit darüber, was mit den Millionen Spendengeldern passiert. Arbeitet daran, offene Inhalte in der Gesellschaft zu etablieren. Steht vor großen Herausforderungen einer Community zu dienen und gleichzeitig Richtungen vorzugeben.

    Kommentar von Torsten am 4. Oktober 2011 um 12:46

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