Wikimedia Technik Report Juli 2011

Im Blog der Wikimedia Foundation ist der Technik Report für Juli 2011 (englisch) erschienen. Hier eine gekürzte Wiedergabe auf deutsch (alle Links führen zu den englischen Originalseiten mit weiterführenden Informationen).

Zusammenfassung

  • Laufende Datenübertragung vom Hauptrechenzentrum in Florida zum neuen Rechenzentrum in Virginia
  • Installation des Artikel-Feedback-Features für alle Artikel in der englischen Wikipedia und Installation des Stimmungsbarometer (“mood bar”)
  • erfolgreiche Installation des MySQL-basierten Parser-Caches für alle Wikimedia-Wikis
  • mittelfristige Betrachtung des Projektes “Summer of Code

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Einladung zum Wikimedia-Forum im September 2011

Wikimedia Deutschland wird größer und wandelt sich – von einer kleinen aber feinen Wikipedianer-Vereinigung zur einer mittelgroßen gemeinnützigen Organisation mit Gewicht und Stimme in der deutschen Öffentlichkeit.

Das derzeitige rasante Wachstum ist eine große Chance, zugleich aber auch eine große Herausforderung. Daher gehen wir bei der Planung für das kommende Jahr neue Wege: In fünf  deutschen Ballungsgebieten laden wir vom 18. bis 22. September 2011 zum Wikimedia-Forum ein, um gemeinsam den Entwurf des Wirtschaftsplan 2012 bereits im Vorfeld zur Mitgliederversammlung im November 2011 zu diskutieren – konstruktiv, kontrovers, kreativ.

Herzstück des Wirtschaftsplans sind acht operative Ziele, die von den Mitarbeitern während des Sommers unter professioneller Anleitung erarbeitet worden sind. Es soll also nicht um das für und wider einzelner Projekte gehen, sondern um die großen Linien. Haben wir uns die richtigen Ziele gesetzt? Wie werden wir sie erreichen?  Dazu brauchen wir Dein Feedback, Deine Ideen, Deine Kritik und Deine Vorschläge! Um sich vorab informieren zu können, wird der Entwurf des Wirtschaftsplans 2012 am 16. September 2011 online unter der Adresse http://wikimedia.de/plan2012 veröffentlicht.

Das Wikimedia Forum wird jeweils an den folgenden Terminen stattfinden:

Sonntag, 18. September
Hamburg
Großer Seminarraum, Werkstatt 3, Nernstweg 32 – 34, 22765 Hamburg
(Nähe Bahnhof Hamburg-Altona)
Montag, 19. September
Frankfurt am Main
Cluboffice, Kaiserstraße 79, 60329 Frankfurt am Main (Direkt am Hauptbahnhof)
Dienstag, 20. September
München
Heinrich Krehle-Saal  (T.0.01) im DGB-Haus, Schwanthaler Str. 64, 80336 München
(Nähe Hauptbahnhof)
Mittwoch, 21. September
Köln
Seminarraum Jugendherberge Köln-Deutz, Siegesstr. 5, 50679 Köln
(Nähe Bahnhof Köln-Deutz)
Donnerstag, 22. September
Berlin
Betahaus, Prinzessinnenstraße 19-20, 10969 Berlin
(Nähe U-Bahn Moritzplatz)

Neben dem Wirtschaftsplan steht auf der kommenden Mitgliederversammlung am 19. November 2011 in Hannover auch die Wahl des ehrenamtlichen Präsidiums und der Kassenprüfer auf der Tagesordnung. Wenn Du Interesse daran hast, Dich auf diese Weise im Verein zu engagieren, hast Du auf dem Wikimedia Forum auch die Gelegenheit, Dich mit den derzeitigen Amtsinhabern und weiteren Vereinsmitgliedern hierzu auszutauschen.

Das Wikimedia Forum beginnt an den genannten Tagen jeweils um 19:00 Uhr. Um uns die Planung zu erleichtern, möchten wir Dich bitten, dass Du Dich bis zum 9. September 2011 per E-Mail an mitglieder@wikimedia.de anmeldest. So hilfst Du uns, die Teilnehmerzahl im Vorfeld besser abzuschätzen und uns entsprechend vorzubereiten! Fragen zum Wikimedia Forum beantworten wir über diese Adresse ebenfalls gern.

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Wirtschaftsplan 2012 – Wie ihr euch daran beteiligen könnt

Jedes Jahr erstellt Wikimedia Deutschland einen Wirtschaftsplan, in dem die Schwerpunkte der Vereinsarbeit zusammen mit dem damit verbundenen Einnahmen und Ausgaben festgelegt werden. Für das Jahr 2011 kann der Wirtschaftsplan im Vereinsforum (kostenlose Anmeldung erforderlich) eingesehen werden.

Die Erstellung des Wirtschaftsplans liegt in den Händen der Geschäftsführung in enger Abstimmung mit dem Vereinsvorstand. Zusätzlich gab es in Vergangenheit Möglichkeiten für Mitglieder und Community, Feedback zum Wirtschaftsplan zu geben. In diesem Jahr möchten wir die Partizipationsmöglichkeiten jedoch noch einmal entscheidend erweitern. Wenn du Interesse daran hast, die Schwerpunkte der Vereinsarbeit im Jahr 2012 mitzugestalten, hast du dieses Jahr folgende Möglichkeiten:

  • Am 16. September 2011 wird der erste Entwurf des Wirtschaftsplans unter http://wikimedia.de/plan2012 veröffentlicht. Ab diesem Zeitpunkt sammeln wir im Vereinsforum Kommentare, Kritik, Änderungswünsche und weitere Vorschläge.
  • Vom 18. bis zum 22. September 2011 laden wir vor Ort zur Diskussion: in fünf deutschen Ballungsräumen werden wir unsere Pläne für das nächste Jahr vorstellen und eure Wünsche, eure Ideen und eure Kritik aufnehmen. Details zu diesen Veranstaltungen werden wir in Kürze bekanntgeben. Sie stehen sowohl Mitgliedern des Vereins als auch der Wikimedia-Community offen.
  • Am 30. September 2011 werden wir die Anregungen aus den Diskussionen vor Ort sowie dem Vereinsforum in den Entwurf einarbeiten und eine neue Version veröffentlichen. Auch dieser Entwurf kann dann im Vereinsforum diskutiert werden.
  • Bis zum 21. Oktober 2011 können dann noch Änderungsvorschläge online eingereicht werden. Der finale Entwurf des Wirtschaftsplans steht dann am 24. Oktober 2011 bereit, damit er auf der Mitgliederversammlung am 19. November 2011 endgültig diskutiert und beschlossen werden kann.

Unterstreichen möchte ich an dieser Stelle, dass nicht nur Vereinsmitglieder aufgerufen sind, sich an der Gestaltung des Wirtschaftsplans 2012 zu beteiligen. Auch Wikipedianer, Commonisten, Wikisourcler, MediaWiki-Entwickler und alle anderen, die sich für die Wikimedia-Projekte einsetzen, laden wir herzlich ein, an diesem Prozess mitzuwirken.

Wie so oft in der Wikimedia-Welt ist auch dieser neue Ansatz ein Experiment. Partizipation zu erweitern und neue Möglichkeiten zum ehrenamtlichen Engagement zu schaffen, ist eines der wichtigsten Ziele, die sich der aktuelle Vorstand gesetzt hat. Wir hoffen, dass wir diesem Ziel mit den neugeschaffenen Mitgestaltungsmöglichkeiten nähergekommen sind. Feedback, Wünsche und Anregungen, wie wir diesen Prozess noch besser gestalten können, sind dabei selbstverständlich mehr als willkommen.

Ich freue mich auf eure Beteiligung!

Sebastian Moleski
Erster Vorsitzender

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WikiCon 2011: Jetzt noch anmelden!

Mehr als 150 Wikipedianer und Freunde des Freien Wissens haben sich schon für die WikiConvention in Nürnberg angemeldet. Da derzeit noch jeden Tag zahlreiche Anmeldungen eintrudeln und es bei den Übernachtungsmöglichkeiten noch freie Kapazitäten gibt, wurde die Anmeldefrist bis zum 20. August verlängert.

Gleichzeitig wird im Hintergrund fleißig an dem Programm und der Rahmengestaltung gebastelt. Die Liste der Themen wird dabei immer länger: Von “Was ist ein Wiki-Autor?” bis “Admin werden ist nicht schwer, Admin sein dagegen sehr” ist für alle Leser und Nutzer der Wikipedia etwas dabei, egal ob Neuling oder alter Hase. Aber auch andere Projekte, wie Wiktionary oder Wikiversity sind auf der WikiCon vertreten und stellen sich vor. Ein Workshop zur “Wirkung von Wikipedia auf nicht Wikipedianer” und ein Beitrag unter dem Titel “Sexipedia – Reloaded” runden das Programm ab. Das vorläufige Programm (insgesamt derzeit ca. 30 Beiträge) könnt ihr euch hier anschauen.

Für alle Fotobegeisterten findet außerdem eine lokale Aktion im Rahmen des Fotowettbewerbs Wiki Loves Monuments statt: Bei einem Ausflug in die Nachbarstadt Fürth werden möglichst viele Bilder unter freier Lizenz entstehen, um die Artikel der Wikipedia zu bereichern und weiter mit Farbe zu füllen.

Also lasst euch dieses Wochenende (09. – 11. September) nicht entgehen und meldet euch jetzt an (hier geht’s direkt zur Registrierung)!

PS: Gezwitschert wird mit dem Hashtag #wikicon. Folgt auch dem offiziellen Twitter Account wikicon11!

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Der “Umsonstladen”

Ihr macht einen Wikipedia-Stammtisch in eurer Stadt oder informiert auf eurem Stadtfest über Freies Wissen? Ihr organisiert eine Veranstaltung für Wikipedianer und alle, die es werden wollen? Dann haben wir etwas für euch!

Nachdem wir über den Sommer eine Reihe von Geschenkartikeln zum Thema Wikipedia produziert haben, steht Euch nun das zur Verfügung, was Wiktionary einen “give-away shop” nennt. Als Übersetzung wird dort “Umsonstladen” vorgeschlagen. Auch wenn das in meinen Ohren etwas kurios klingt, tut der Begriff seinen Zweck: Der Werbe-Anglizismus ist vermieden und sachlich richtig ist er auf jeden Fall. Denn neben beispielsweise Wikipedia-Stoffbeuteln und -Bleistiften, rechts im Bild, könnt ihr bei uns auch viele andere Kleinigkeiten und Informationsbroschüren einfach und kostenlos anfordern.

Eine E-Mail mit Postadresse an mich genügt. Zum Repertoire gehören außerdem Wikipedia-Anstecker, Schlüsselbänder oder Postkarten mit Motiven aus Wikimedia Commons. Daneben könnt Ihr auf dem gleichen Weg natürlich auch die Druckausgaben der Informationsbroschüren Wikipedia Einmaleins, Wikimedia Commons und Wikiversity umsonst bestellen. Als sehr praktisch haben viele Menschen, die mit Wikisyntax nicht vertraut sind, auch den Wikipedia-Spickzettel bewertet. Passt handlich in ein Buch, …wenn man denn Papier liest.

Meldet Euch bei uns! Wir geben alle diese Dinge auch auf Veranstaltungen und überall dort aus, wo Leute gerne das in die Hand nehmen, was sie sonst nur als selbstverständliche Suchmaschine im Netz kennen. Huch, Wikipedia hat auch was mit der “echten” Welt zu tun? Wenn ihr Pläne habt, die engagierte Wikipedianer und Neugierige versammeln, bestellt gerne bei uns und verteilt diese kleinen Hinweise darauf, dass Menschen durch viel Arbeit Freies Wissen ansammeln.

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Zwei Rücktritte, ein Wechsel und ein großes Dankeschön

Vor kurzer Zeit haben zwei Mitglieder des Vorstands ihren Rücktritt bekanntgegeben. Alice Wiegand, Zweite Vorsitzende des Vereins und seit 2008 Mitglied des Vorstands, ist am 17. Juli 2011 mit Wirkung zum 31. Juli 2011 zurückgetreten. Achim Raschka, Beisitzer und vormals Qualitätsreferent im Vorstand, ist am 18. Juli 2011 mit sofortiger Wirkung zurückgetreten.

Wenn Vorstände vor ihrer Amtszeit ausscheiden, ist das immer ein Verlust für den Verein. Bei diesen beiden Rücktritten schmerzt der Verlust um so mehr, weil es sich in beiden Fällen um langjährig engagierte Wikipedianer und Wikimedianer handelte, die den Verein über viele Jahre entscheidend beeinflusst und geprägt haben.

Mit Alice Hilfe gelang es dem Verein, eine Reform der Verantwortungsstruktur zu meistern, die uns noch viele Jahre den Freiraum und den organisatorischen Unterbau gibt, mit maximaler Effektivität Freies Wissen zu fördern. Ohne ihren Beitrag zur Ausarbeitung der strategischen Planung wäre auch der Kompass 2020 nicht in der Form entstanden, wie er heute den Rahmen der Entwicklung von Wikimedia Deutschland vorgibt. Ihre Beharrlichkeit, ihr unermüdlicher Einsatz für die Sache und ihre schier unerschöpfliche Geduld werden dem Verein und uns im restlichen Vorstand fehlen.

Mit Achims Unterstützung konnte 2010 das Ressort Qualität mit neuem Leben versorgt werden. Bekannt aus der Wikipedia als Erfinder des Schreibwettbewerbs und einer Vielzahl weiterer qualitätsfördernder Maßnahmen, hat er den Vorstand tatkräftig und sachkundig beraten. Durch sein Engagement wurde sichergestellt, dass die Steigerung der Qualität in den Wikimedia-Projekten stets Thema unserer Beratungen und Planungen blieb. Zuletzt hat er mit seinem Beitrag zur Überarbeitung der Kompass-Ziele dafür gesorgt, dass sich die geänderten Anforderungen an sein Ressort in der zukünftigen Entwicklung der Vereinsarbeit wiederspiegeln werden.

Gemäß unserer Satzung und des Beschlusses der 8. Mitgliederversammlung hat der bisherige Beisitzer Michail Jungierek am 1. August 2011 das Amt des Zweiten Vorsitzenden übernommen. Für den Rücktritt eines Beisitzers sieht die Satzung kein Nachrückverfahren vor, so dass die Position bis zur 9. Mitgliederversammlung am 19. November 2011 unbesetzt bleiben wird.

Mir bleibt an dieser Stelle nur, mich im Namen des Vorstands bei Achim und Alice für ihren gemeinsamen Einsatz für den Verein zu bedanken. Ich wünsche Beiden für ihre Zukunft alles Gute und hoffe, dass sie sich weiterhin für Freies Wissen engagieren werden. Es war mir persönlich eine Ehre und ein Privileg, mit ihnen gemeinsam im Vorstand des Vereins zu dienen.

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Haifa Tag 3: Das große Finale

Zum Anfang der Zusammenfassung von Tag 3 erlaube ich mir eine kurzes Rückblick auf den Freitag und meinen eigenen Vortrag “Wikipedia and beyond: Incentivizing engagement” (Folien). Darin habe ich einige der Projekte (Zedler-Medaille, WissensWert und Wiki loves Monuments) vorgestellt, mit denen wir Menschen zum Mitmachen motivieren möchten und sie bei der Förderung Freien Wissens unterstützen und begleiten. Auch wenn es keine Raketenwissenschaft ist, dass die Motiviation durch Preise und Geld wohl nicht maßgeblich erhöht werden kann: Viele der kleineren Chapter sind sehr an einem Erfahrungsaustausch interessiert und bekamen in Anschluss an den Vortrag die Gelegenheit, eigene Wettbewerbe vorzustellen und mit dem Publikum zu diskutieren.

Article Feedback Tool

Erik Möller hat in seinem Vortrag zum Article Feedback Tool zunächst die wohl den meisten bekannte und von vielen gefürchtete Grafik “Retention vs. active editiors” gezeigt und deutlich gemacht, wie sehr die Motiviation von (neuen) Autoren, langfristig dabei zu bleiben, mit der Qualität der Inhalte verbunden ist. Da die Hemmschwelle zum Klick auf den Edit-Button für viele Leser zu hoch ist, sucht man andere Wege, um mit diesen in Kontakt zu kommen. Dazu wurde das Article Feedback Tool entwickelt, was zur Zeit in der englischsprachigen Wikipedia getestet wird. Das Tool bittet nicht nur um Bewertung eines Artikels, sondern bietet Lesern erstmalig eine Chance, auf sehr niedrigschwelligem Wege (im Vergleich zur Diskussionsseite) einen Kommentar zu einzelnen Artikeln zu geben.

Was ich sehr beeindruckend fand: Monatlich werden momentan 10 Millionen Bewertungen abgegeben, während die Anzahl der Edits bei “nur” 3,6 Millionen pro Monat liegt. Schöner Schlusssatz von Erik dazu: RELAX: It’s going to be OK!

Wikipedia for World Heritage

Nach der Mittagspause präsentierte Catrin die Kampagne “Wikipedia for World Heritage“. Etwa die Hälfte der Teilnehmer hatte schon von der Aktion gehört, andere fragten im Anschluss nach den Möglichkeiten, selber aktiv zu werden. Beispiele aus Indien, Hong Kong und Italien zeigen mit liebevollen Aktionen ihre Begeisterung für die Idee. Die Präsentation machte nochmal deutlich, dass es uns nicht nur um die Aktion an sich geht, sondern dass wir die Debatte rund um Freies Wissen suchen und beleben wollen. Großes “Hallo” gab es aus dem Publikum, als Catrin die Kriterien für das Welterbe zitierte: “The site represents a masterpiece of human creative genius.”

RENDER, CoSyne und Wikidata

Drei Talks, die ich zwar nicht komplett gesehen habe, aber deren Inhalte sich teils überschneiden und die in manchen Punkten voneinander profitieren können.

Angelika Adam und Denny Vrandecic stellten in “Reflecting knowledge diversity” das RENDER-Projekt vor. Ebenfalls von der EU gefördert ist das CoSyne-Projekt, bei dem es um die automatisierte Synchronisation von Änderungen in verschiedenen Sprachversionen geht. Partner ist unter anderem auch die Deutsche Welle, ein Testballon findet sich auf deren Seite kalenderblatt.de

Viel Applaus erntete auch der Vortrag von Denny Vrandecic und Daniel Kinzler über das neue Wikimedia-Projekt Wikidata. Ich versuche mal, das laienhaft zu beschreiben: Sobald es neue statistische Angaben über die Einwohnerzahl einer Stadt gibt, werden diese Zahlen in jeder Sprachversion des Artikels händisch und nach und nach geändert. Mit Wikidata gibt es einen zentralen Speicherort, auf den alle entsprechenden Artikel in allen Sprachversionen zugreifen und die Zahlen so immer und überall identisch und aktuell sind.

Vieles läuft in den drei Projekten automatisiert, aber einige Schritte können nach wie vor nur von Menschen erledigt werden (Infoboxen im neuen Format, Überpfüfung von Übersetzungen etc.). Hier spielen die vielen Freiwilligen eine großes Rolle, und ein Aspekt zog sich durch die gesamte Konferenz: Definiere genau, wobei du Hilfe brauchst! Je genauer die Freiwilligen auf die Lücken oder nötige Bearbeitung hingewiesen werden, desto höher ist die Aussicht auf Unterstützung.

Abschlussveranstaltung

Wer seinen Abschlusstalk mit diesem Video beginnt, hat das Publikum schon für sich gewonnen (es hat sogar mitgeklatscht!!):

Jimmy Wales hat in seiner Ansprache nochmal Revue passieren lassen, welche Themen aktuell auf den Nägeln brennen. Wikipedia ist mittlerweile so groß, dass es immer schwieriger wird, neue Artikel beizutragen. Die Software ist optimierungsbedürftig und schreckt unerfahrene Nutzer ab, wird aber laufend verbessert. Und es gibt viele, viele Regeln und Prozesse, die neue (und auch einige alte) Nutzer eher vertreiben als halten. Um die Mitarbeit attraktiver zu machen, rief er zu “Simplify, eliminate proceedures, automate” auf und beendete dann unter großem Applaus seine Rede mit “TO THE BEACH”.

Krönender Abschluss einer der (meiner Meinung nach) am besten organisierten Wikipedia-Konferenzen überhaupt war die Party am Strand, wo bis in die Nacht weitere Pläne für die weltweite Bewegung geschmiedet und ausgelassen getanzt wurde.

Erste Fotos und Videos finden sich auf YouTube und Flickr, die Twittersuche nach #wikimania gibt außerdem die persönlichen Eindrücke der Teilnehmer wieder und Google News listet aktuelle Berichte zum Thema.

Ein ganz herzliches Dankeschön an die Organisatoren für ihr wunderbares Engagement, für tolles Essen, eine eindrucksvolle Location, stabiles W-Lan und das freundliche Drum Herum und die Hilfsbereitschaft bei allen Fragen. Ebenso großer Dank geht an alle 650 Teilnehmer aus 56 Ländern, die erneut für den einmaligen Wikimania-Spirit sorgten!

Übrigens: “Making fun of Wikipedia is so 2007.” (Zitat aus Sues Opening Talk.)

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Haifa Tag 2: Von Menschen und Motivationen

Es spielt keine Rolle, ob es die erste Wikimania ist, an der man teilnimmt oder (wie bei mir) die Dritte.  Eines bleibt und das ist die mitreißende Stimmung die entsteht, wenn hunderte von Menschen aus der ganzen Welt zusammen kommen. Und nicht nur das, alle bewegt die Leidenschaft für Freies Wissen und insbesondere für Wikipedia. Es ist einzigartig – so wie Wikipedia und die Menschen, die sie machen. Es ist motivierend. Es ist konstruktiv. Es ist lehrreich.

Das Wikimania-Programm in Haifa bietet drei Tage von 9.00 bis 19.00 Uhr Vorträge, Workshops und Diskussionen. Und was noch viel wichtiger ist, persönliche Gespräche in den Pausen.

Ein Highlight zum Wachwerden bot heute früh die Präsentation von Lodewijk Gelauff (Niederlande), der ausgewählte Projekte der Wikimedia Chapter vorstellte. Beispiele von nachahmenswerten Ideen. Die Argentinier beispielsweise haben es geschafft, Zugriff auf Archivmaterial von Radio- und Fernsehsendern zu bekommen, Polen etabliert einen Community-Award und israelische und französische Chapter arbeiten gemeinsam an einem Afrika-Projekt. Es lohnt sich das nachzulesen.

Es bestärkt einen in der eigenen Arbeit zu erfahren, dass auch Wikimedia Spanien sehbehinderten Menschen Zugang zu Wikipedia verschafft, in Indien ältere Menschen als Wikipedia-Autoren gewonnen werden sollen und das Programm ‚Wikipedian in Residence‘ (Wikipedianer, die zeitlich befristet als Volontäre in z.B. Museen arbeiten, um eine Zusammenarbeit zwischen beiden zu erstellen) bereits in England und Frankreich erste Erfolge aufweist.

Unbedingt empfehlenswert ist auch der Film ‚People are Knowledge‘ und die dazugehörige Projekt-Webseite. Ein Research-Programm finanziert von der Wikimedia Foundation, umgesetzt von Indern und Südafrikanern. Der Film zeigt Gespräche mit Menschen, die über nahezu vergessene Traditionen berichten und deren Wissen zu Wikipedia-Artikeln verarbeitet wird. Bücher in diesen Sprachen gibt es kaum. Ein Gewinn nicht nur für die Sprachversionen dieser Länder sondern auch ein großes Potential für europäische Sprachversionen.

Ein sperriger Titel aber eine gute Aktion wurde kurz vor der Mittagspause serviert: ‚Account Creation Improvement Project‘ von Lennart Gulbrandsson (Schweden). Warum legen Leser ein Benutzer-Konto in der Wikipedia an? Antworten wie „Ich weiß nicht, ich hatte Langeweile“ oder “Damit ich mehr Artikel lesen kann” zeigen einen Teil des Problems. Lennart präsentierte u.a. den ‚User Page Creator‘ – eine Hilfe zur Erstellung der Benutzerseite – kinderleicht! Ich wünschte, dies würde sich schnell (zumindest als Testversion) in der deutschsprachigen Wikipedia finden.

Von einem prall gefüllten Tag möchte ich noch einen Vortrag herausheben. Da auch die Autoren der deutschsprachigen Wikipedia immer auf der Jagd nach Unternehmen sind, die versuchen ihre Artikel zu “verbessern” und das Thema Manipulation von Wikipedia-Artikeln ständig aktuell ist, bot die Präsentation von Christophe Henner (Frankreich) einen spannenden Ansatz. Verkürzt: Er überzeugte Yamaha zur Darstellung der 50-jährigen Geschichte des Unternehmens ein eigenes Wiki anzulegen. Nach Fertigstellung wurden sämtliche Texte, Bilder, Zeichnungen und Dokumente unter Creative Commons-Lizenz gestellt und Wikipedia-Autoren hatten eine gute Quelle, um den Yamaha-Artikel nach Wikipedia-Regeln zu erstellen. Denkt drüber nach, dies könnte ein neuer Weg sein.

Für heute ist ein spannender Konferenztag zu Ende, aber die Gespräche gehen weiter…bis in die Nacht. Habe ich schon erwähnt, dass es gut ist, sich mitzuteilen? Kommunikation ist Motivation. Wir sollten öfter miteinander reden. Nicht nur in Haifa.

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Der Himmel über Haifa

2005 gehörte ich am Rand zum Organisationsteam, das in Frankfurt sich selbst die Aufgabe erteilt hatte, eine Konferenz von und für Wikipedianer und Wikimedianer zu veranstalten. Wir hatten damals nur eine diffuse Vorstellung, wer kommen würde und welche Themen in welcher Gewichtung vom Publikum angenommen werden würde. Wikimania wurde ein für damalige Verhältnisse großer Erfolg, wir hätten uns aber kaum träumen lassen, was für eine Tradition damit begründet würde.

Die Liste der Veranstaltungsorte Boston, Taipei, Alexandria, Buenos Aires, Gdanzig wird dieses Jahr ergänzt um die israelische Hafenstadt Haifa.

Daheimgebliebene erleben 2011 eine Premiere eigener Art, nämlich die zeitnahe Veröffentlichung von Mitschnitten der größeren Panels. Entsprechende Videos tauchen gerade schon auf. Sie werden aber nur schwer die vielen Kontakte und Gespräche und ad-hoc Hackingsessions nachvollziehen können, die außerhalb des Konferenzprogramms in den Fluren oder bei der grandiosen Versorgung mit Essen und Trinken stattfinden. Sie machen den Geist von Wikimania aus.

Wikimania hat einen offiziellen Starttermin (in diesem Fall der 4. August), allerdings muss man sich das nur als den ersten Höhepunkt in einer Kette von Aktivitäten vorstellen. Zum Vorprogramm der Wikimania zählen inzwischen obligatorisch die Entwicklerkonferenz und Besprechungen für die Chapter von Wikimedia.

Vorteil dieser Entzerrung ist, dass nicht erst um 8:30 am Tag der Eröffnung 600 (neuer Rekord!) Besucher die Anmeldung belagern, sondern die meisten schon an den Vortagen Ausweise, Informationsmaterial (über Wikimania, Haifa und den derzeit noch einzigen demokratischen Staat des Nahen Ostens) und eine schicke kleine Konferenztasche erhalten.

Ich bremse mich bei dem Versuch, das Tagungsprogramm des 4. August nachzuerzählen, zur Eröffnung nur eines: Die glückliche Hand bei der Auswahl von Prof. Yochai Benkler möge bitte auch in Zukunft Programmkommiteearbeit erledigen.

Wer ein Gefühl für die Wikimania, so, wie sie gerade passiert bekommen möchte, ist eingeladen, morgen (bitte die eine Stunde Zeitunterschied beachten) auf dem twitter-hashtag #wikimania zu surfen.

Ohne Abschluss und Vollständigkeit eine Sammlung von Fragmenten und Eindrücken aus dem Land mit einem der aktivsten Wikimedia-Chapter (relativ und absolut):

  • Wie Southpark richtig schreibt, zur vollen Dosis Israel gehört die Anreise mit El Al, der israelischen Fluggesellschaft. Der Rundumservice beginnt schon am Boden vor dem Start mit einer beeindruckend (und beeindruckend effizienten) Sicherheitskontrolle
  • Die 20°C Temperaturunterschied zwischen klimatisierten Räumen und der recht schwülen warmen Luft außerhalb sind das Bankenstresstestäquivalent für den eigenen Körper.
  • Meir Sheetrit ist Parlamentsabgeordneter und Vorsitzender des Ausschusses für Wissenschaft und Technologie. Als Kind wollte er eine Enzyklopädie und bekam schließlich auch etwas ähnliches; später als Finanzminister wollte er jedem Kind Israels (und bevorzugt der ganzen Welt) eine Enzyklopädie – auf CD-ROM – bereitstellen. Manche Geschichten sind so schön, dass sie noch nicht einmal wahr sein müssen.
  • 2012 findet die Wikimania in Washington D.C. statt, wir sollten dafür sorgen, dass noch mehr Wiki(p|m)edianer aus Deutschland dort teilnehmen können, unabhängig von Nationalität und Finanzstärke
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Vorstandsklausur im Juli 2011

Blick vom Waldhotel Rheingau auf das Kloster Marienthal
Blick vom Waldhotel Rheingau auf das Kloster Marienthal

Blick vom Waldhotel Rheingau auf das Kloster Marienthal

Am letzten Juli-Wochenende trafen sich die Mitglieder des Wikimedia Deutschland Vorstandes und der Geschäftsführer in einem recht abgelegenen Tal des Rheingaus. Sebastian Moleski, Alice Wiegand, Olaf Kosinsky, Attila Albert, Delphine Ménard, Ralf Liebau, Michail Jungierek, Robert Radke, Sebastian Wallroth und Pavel Richter tagten mit freundlicher organisatorischer Unterstützung durch Susanne Schade mit Blick auf deutschen Tann von früh bis spät unter einer straffen Agenda.

Die Kommunikation mit dem Community Projekt-Budget-Ausschuss wurde breit und teilweise emotional diskutiert. Gottseidank zeigt sich die schier unglaubliche Erfolgsgeschichte des Community Projekt-Budgets von den Umständen kaum beeindruckt. Am 13. August treffen sich Ausschuss- und Vorstandsmitglieder um die gelernten Lektionen kommenden Budgetrunden zu Gute kommen zu lassen.

Gewissenhaft wurde Pavel Richters Arbeit als Geschäftsführer bewertet. Der Mann ist eine große Bereicherung für Wikimedia Deutschland und wird immer besser. Das muss er auch, denn mit der Änderung der Vereinsstruktur ab November sammeln sich mehr Pflichten über seinem Haupte. Nach der Mitgliederversammlung am 19. und 20. November in Hannover haben wir ein Präsidium mit gegenüber der alten Struktur veränderten Aufgaben. Diese Aufgaben sollen zukünftig übersichtlich benannt werden, auch um mehr Mitglieder für die Präsidiumsarbeit zu gewinnen. Ich kann ja mal verraten, dass das deutlich weniger Arbeitsumfang bedeutet, als man so denkt. Man hat einigen Einfluss auf die strategische Ausrichtung des Vereins und hin und wieder trifft man sich mit Gleichgesinnten zu einem arbeitsreichen Wochenende. Ich finde es großartig!

Pavel Richter hatte viel zu berichten zu Projekten, Mitgliederzahlen und Mitarbeiterentwicklung und der Vorbereitung von Wirtschaftsplan und Finanzbericht. Zum Glück kann Pavel sehr schnell sprechen, so dass er in anderthalb Stunden einen Erfolg nach dem anderen und einige wenige Projekte mit immerhin Erkenntnisgewinn vorstellen konnte. Das meiste kennt der geneigte Leser der Berichte aus der Geschäftsstelle, aber die geballte Darstellung ließ mein Herz sich zu einem saftigen Steak weiten. Apropos Steak – zum Abend gab es lokale Küche bei angeregten Gesprächen bis tief in die Nacht.

Als ich im ICE auf dem Weg zu dieser zweiten Klausur des achten Vorstandes saß, versuchte ich, meine Aufgaben als Vorstandsbeisitzer aufzulisten. Nach all den Telefonkonferenzen, Umlaufbeschlüssen und Diskussionen auf der Mailingliste hatte ich nur eines aus dem Blick verloren: aber dann gleich das Wichtigste. Die Strategie für den Verein nämlich. Hauptarbeitsmittel dafür ist der Kompass 2020. Der sieht auf den ersten Blick aus wie ein dicker Papiertiger ohne Zähne. Aber die Mitarbeiter der Geschäftsstelle richten ihre Arbeit danach aus. Und die Verteilung der Spendengelder wird davon wesentlich beeinflusst. Das ist der Hälfte des Vorstandes, die aus Neulingen besteht jetzt auch endlich klar. Ich fühle mich gewappnet für den zweiten Teil der Amtsperiode. Mal sehen, was ich noch bewirken kann.

Sebastian Wallroth

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