Reformbaustelle Urheberrecht: Wer bietet mehr?

Die Urheberrechtsdebatte erscheint auch deshalb so verfahren, weil es dabei zwei grundsätzliche Sichtweisen gibt, die sich nicht so recht miteinander versöhnen lassen: Während die eine Seite glaubt, auf verlustfreies Kopieren im Internet müsse mit technischen Mitteln (z.B. Digital Rights Management) und regulatorischen Eingriffen (z.B. Sperrverfügungen) reagiert werden, hält die andere Seite die Kontrolle von Kopien im Grunde für eine überflüssige Sisyphusarbeit, die zudem davon ablenke, Anpassungen im geltenden Recht an die digitale Alltagsrealität voranzutreiben.

Der gestrige Tag im politischen Berlin bot gleich mehrere Möglichkeiten, um die Unvereinbarkeit dieser Perspektiven zu besichtigen. Im Deutschen Bundestag hatte der Unterausschuss Neue Medien zu einer öffentlichen Anhörung über “Vermarktung und Schutz kreativer Inhalte im Internet” geladen. Darin wiederholten die Sachverständigen größtenteils altbekannte Positionen. Während die Vertreter der Musik- und Filmindustrie über Umsatzverluste durch privates P2P-Filesharing und kommerzielle File-Hoster klagten und den Gesetzgeber zum energischen Handeln aufforderten, erteilten Medienrechtler und Netzaktivisten jeglichen Eingriffen in die informationelle Selbstbestimmung und das Fernmeldegeheimnis eine klare Absage. Das von Prof. Rolf Schwartmann im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums entwickelte Warnhinweismodell für Urheberrechtsverletzungen war zuvor nicht nur von Datenschützern, sondern vor allem auch von der Internetwirtschaft abgelehnt worden. Die Internet-Service-Provider möchten sich schließlich ungern als “Hilfsheriffs” bei der Strafverfolgung einspannen lassen.

Einige Stunden zuvor hatte die SPD bereits ihre Haltung nicht nur zum Warnhinweismodell, sondern auch zu einer stärkeren Überwachung des Datenverkehrs und Sanktionen gegenüber Privatpersonen verdeutlicht. Anlässlich der Vorstellung des Papiers “12 Thesen für ein faires und zeitgemäßes Urheberrecht” (Notabene: Irgendwie heißen dieses Papiere alle gleich) betonte Lars Klingbeil, der netzpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, dass „wir unverhältnismäßige Durchsetzungsmaßnahmen wie Three Strikes ausschließen“. Das Papier selbst, das man durchaus als wichtigen Orientierungspunkt in der parteiinternen Debatte werten darf, mahnt eine “effektive, aber verhältnismäßige” Rechtsdurchsetzung an. So soll die gängige Abmahnpraxis durch eine Begrenzung des Streitwerts bei einmaligen, geringfügigen Urheberrechtsverstößen eingedämmt werden. Ganz klar an den Kragen will man kommerziellen Plattformen, die Urheberrechtsverstöße billigend in Kauf nehmen bzw. ihr Geschäftsmodell darauf gründen (wie z.B. kino.to). Im Hinblick auf die Haftungssituation von Host-Providern spricht die SPD lediglich davon, dass die bestehende Regelungen „überprüft“ und „neu justiert“ werden müssen.

Sehr erfreulich ist, dass die SPD sich klar gegen das im Koalitionsvertrag verabredete Leistungsschutzrecht für Presseverleger – de facto eine Abgabepflicht für News-Aggregatoren – ausspricht. Allerdings hält sie sich mit der Formulierung “Ob es hierzu gesetzlicher Änderungen bedarf, ist zu prüfen” ein kleines Hintertürchen offen. Aus der Sicht von Wikimedia Deutschland ist der Passus zur Behandlung verwaister Werke – einem der drängendsten Probleme für den Aufbau einer Wissensallmende – leider sehr unglücklich geraten: Weder wird für die “sorgfältige Suche” (diligent search) nach den Rechteinhabern ein konkreter Prozessvorschlag gemacht, noch das übereinstimmende Votum vieler Experten aufgegriffen, wonach die Digitalisierung und kostenfreie Veröffentlichung von kulturellem Erbe vergütungsfrei gehalten werden muss, um überhaupt entsprechende Anreize für die staatlichen Gedächnisinstiutionen (Archive, Bibliotheken, Museen, Mediatheken) zu schaffen.

Ingesamt kommt das Papier zu wenig über Allgemeinplätze (Lob von Creative Commons, Lob der Verwertungsgesellschaften, Lob des Urhebervertragsrechts) hinaus. Die bestehenden Widersprüche innerhalb des Systems der Rechtewahrnehmung, z.B. zwischen CC und der Gema, werden erst gar nicht benannt. Ein anderer Punkt lässt indes aufhorchen: Die SPD distanziert sich klar von der Kulturflatrate, also dem Ansatz, nicht-kommerzielle Tauschhandlungen zu legalisieren und daran eine pauschale Vergütung (als Aufschlag an den Internetanschluss) zu knüpfen. Dies wird zum einen mit der finanziellen Belastung auch für Offliner, zum anderen mit dem Eingriff in das Urheberpersönlichkeitsrecht begründet.

Die Kulturflatrate, vor Jahresfrist noch der einzig ernst zu nehmende Vorschlag für eine Pauschalvergütung, gerät damit weiter unter Nachbesserungdruck. Zuletzt waren auf einer Tagung der Linken verschiedene Modelle – eine Tauschlizenz nach Volker Grassmuck, die Kulturwertmark des Chaos Computer Clubs sowie die durch die AG DOK vorgeschlagene Teilumwidmung der Haushaltsabgabe – in Abgrenzung zu einer solchen “Internet-GEZ” diskutiert worden.

Die Piratenpartei, die gestern nahezu zeitgleich zur SPD ein kurzes Thesenpapier zum Urheberrecht veröffentlichte, will hingegen keinerlei kompensatorische Maßnahmen für die von ihr geforderte Legalisierung von File-Sharing. Sie regt demgegenüber u.a. eine Reduktion der Schutzfrist auf zehn Jahre post mortem auctoris, eine Regelung zur transformatorischen Werknutzung innerhalb der Privatkopieschranke (“Recht auf Remix”), eine “Use-it-or-lose-it”-Klausel (Rückfall der Verwertungsrechte bei Nichtausübung) sowie eine zeitliche Begrenzung der Einräumung von ausschließlichen Nutzungsrechten auf maximal 25 Jahre an. Inwieweit diese doch sehr weitreichenden Positionen mit denen der anderen Parteien zu versöhnen sind, bleibt abzuwarten.

(Nachtrag: Die urheberrechtliche Position von Bündnis90/Die Grünen war bereits Thema eines älteren Blogbeitrags, die neueren Entwicklungen bei den Regierungsparteien sollen gesondert behandelt werden.)

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Wikipedia Academy 2012: Anmeldung eröffnet, Programm veröffentlicht

Vom 29. Juni bis 1. Juli 2012 findet in Berlin die Wikipedia Academy: Research and Free Knowledge (#wpac2012) statt. Wikimedia Deutschland organisiert die Konferenz erstmalig in Zusammenarbeit mit der Freien Universität Berlin und dem Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft. Der Fokus der Veranstaltung liegt auf der Forschung mit, über und in Wikipedia. Aber nicht nur das! Auch Forscher, die sich wissenschaftlich mit Freiem Wissen und dessen Implikationen auf Forschung und Gesellschaft beschäftigen, sind herzlich eingeladen, an der dreitägigen Konferenz teilzunehmen. Mit der Academy sprechen wir ein internationales Publikum an; die Konferenzsprache ist Englisch.

Die Wikipedia Academy 2012 findet am Freitag und Samstag an der Freien Universität Berlin, School of Business & Economics, Garystrasse 21 statt. Der Veranstaltungsort für Sonntag wird noch bekannt gegeben.


Anmeldung

Für die Teilnahme ist eine Anmeldung notwendig und ab sofort möglich. Der Eintrittspreis beträgt 60 Euro (30 Euro ermäßigt). Zum Anmeldeformular.

Programm

Das vorläufige Programm findet sich auf der Website. Wir behalten uns noch kleine Änderungen vor.

Freitag

Im Vorprogramm der Academy am Freitagvormittag bieten wir drei Workshops zu den Themen Wikipedia Data Analysis for Researchers, Toolserver und GLAM Tools. Für diese Workshops ist eine gesonderte Anmeldung erforderlich (ebenfalls über das Anmeldeformular), die Teilnahme kostet 10 Euro.

Offizieller Beginn der Academy ist dann am Freitag gegen 13:30 Uhr. Benjamin Mako Hill, Forscher am MIT Media Lab und der MIT Sloan School of Management, Fellow am Berkman Center for Internet and Society, Free Culture Activist und Advisor der Wikimedia Foundation, wird mit einer Keynote Lecture das Konferenzthema Wikipedia and Research einleiten. Am Nachmittag bieten wir beim so genannten Speed Geeking die Gelegenheit, in einem alternativen Format Forschungsprojekte, -vorhaben oder -ideen kennenzulernen. Daran anschließend gibt es die ersten Paper Sessions. Unserem Call for Papers sind zahlreich internationale Forscherinnen und Forscher gefolgt. Bei den Paper Sessions werden sie ihre wissenschaftlichen Arbeiten zum Thema Wikipedia und Freies Wissen präsentieren. Daran schließt ein Panel über Wikipediaforschung und Wikipedia-Community an.

Samstag

Am Samstag werden in drei Programmblocks weitere Forschungsarbeiten (Papers) vorgestellt. Wir planen eine Diskussionsrunde zur Wissenschaftskommunikation mit Wikis und Blogs. Die Lightning Talks am späten Nachmittag bieten die Möglichkeit, prägnant und in Kürze weitere Forschungsergebnisse oder -vorhaben zu präsentieren.

Sonntag

Am Sonntag öffnen wir die Academy für ein größeres Publikum und laden neben Wikipediaforschern auch all diejenigen ein, die sich mit verschiedenen Aspekten von Wikipedia und den Schwesterprojekten, mit Free Culture, Freien Lizenzen, Open Data oder Freier Software befassen.

Nach einer Keynote Lecture von Sarah Stierch (Community Fellow bei der Wikimedia Foundation, Beraterin und Expertin für Themen wie Gender Gap und GLAM) zum Thema Wikipedia and Diversity bietet der ausgedehnte Free Culture Brunch eine ausgezeichnete Möglichkeit zur internationalen und interdisziplinären Vernetzung. Daran schließt das Free Knowledge Panel am Nachmittag an: Unter Moderation von Matthias Spielkamp von irights.info diskutieren unter anderem Jeanette Hofmann (HIIG) und Sebastian Hauss (Universität Konstanz) über die sozialen Aspekte Freien Wissens.

Den festlichen Abschluss der Wikipedia Academy bildet die Verleihung des Zedler-Preises am Sonntag gegen 15 Uhr. Mit diesem Preis zeichnet Wikimedia Deutschland Personen, Gruppen oder Projekte aus, die sich im Jahr 2011 ganz besonders für Freies Wissen engagiert haben. Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Academy sind herzlich eingeladen, an der Verleihung teilzunehmen.

Die Veranstaltung endet gegen 17 Uhr – früh genug also, um es pünktlich zum Finale der Fußball-Europameisterschaft nach Hause oder vor die nächste Großleinwand zu schaffen.

 
Wir freuen uns auf unsere Gäste aus Wissenschaft und Forschung, ihre vielen unterschiedlichen Schwerpunkte und einen angeregten Austausch bei der Wikipedia Academy 2012. Ebenso willkommen sind Wikipedianer und Communitymitglieder, die sich mit den wissenschaftlichen Aspekte von Wikipedia und Freiem Wissen beschäftigen und an einem intensiven Austausch mit der Wissenschaft interessiert sind.

Alle Fragen beantwortet das Academy-Team (academy@wikimedia.de): Nicole Ebber, Angelika Adam, Maria Rößler und Denis Barthel

 

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re:publica-Nachlese: Frauen in die Wikipedia!

Wikimedia Deutschland war dabei: auf der re:publica 2012, der größten Konferenz Deutschlands über Blogs, soziale Medien und die digitale Gesellschaft. Drei Tage lang haben wir in vielen Sessions über Wikimedia Deutschland und Wikipedia informiert und obendrein über Freies Wissen diskutiert.

„Frauen in die Wikipedia!“ lautete unser Aufruf am ersten Nachmittag der Web-Konferenz. Katrin Rönicke, aktiv bei der feministischen Initiative „Frau Lila“, moderierte die Diskussionsrunde. Warum so wenige Autorinnen in Wikipedia mitschreiben und welche Strukturen innerhalb und außerhalb der Wikipedia den geringen weiblichen Anteil der Autorinnenschaft beeinflussen, gehörten zu den Kernfragen. Hierüber debattierten Anja Ebersbach und Dirk Franke, die sich beide ehrenamtlich im Präsidium von Wikimedia Deutschland engagieren. Die Wikipedianierin Stefanie Senger berichtete von ihren bisherigen positiven und negativen Erfahrungen in der Wikipedia. Mit Andreas Kemper ergänzte der kritische Blick des Mitbegründers des Portals Diskriminierung in der Wikipedia die Diskussion. Die Journalistin Susanne Patzelt und Autorin des Artikels „Nichts wie rein in die Welt des Wissens“ komplettierte die Runde.

Die Diskussion bezog sich vor allem auf zwei Aspekte: Es sollen so viele Menschen wie möglich am Wissen der Welt mitwirken, damit vielfältige Perspektiven und Themen abgebildet werden. Der Gender Gap der Wikipedia widerspricht dieser Idee derzeit, denn nur rund 10 Prozent der AutorInnenschaft sind Frauen. Einfache Lösungen gibt es zwar nicht, doch, so die einvernehmliche Meinung in der Diskussionsrunde, ist eine Auseinandersetzung mit dem Gender Gap in der Community der Wikipedia unerlässlich. Auch die verstärkte Ansprache von Frauen, die Lust haben in Wikipedia mitzuschreiben, sollte in Angriff genommen werden, damit die größte Enzyklopädie der Welt um weiteres Wissen bereichert wird.

Hier könnt Ihr nun selbst die Diskussion verfolgen. Viel Spaß bei der 50-minütigen Videodokumentation!

Frauen in der Wikipedia from Wikimedia Deutschland on Vimeo.

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Wikimedia:Woche 20/2012

Die Wikimedia:Woche ist die wöchentliche Zusammenfassung von aktuellen Nachrichten aus der internationalen Wikimedia-Bewegung. Der gemeinschaftliche Mailing-Newsletter von Freiwilligen und Wikimedia Deutschland wird immer donnerstags in Wikipedia, auf der Mailingliste des Vereins und auch hier im Blog veröffentlicht.

Interessierte sind herzlich eingeladen, bei der Zusammenstellung von interessanten Links und Themen mitzumachen. Bis zum jeweils folgenden Donnerstag wird hier gesammelt.

Viel Spaß beim Lesen!

 

= Wikimedia:Woche (20/2012) =

Frühere Ausgaben sind archiviert unter:

Die Liste der Beitragenden kann der Versionsgeschichte der jeweiligen Ausgabe im Archiv in Wikipedia entnommen werden.

 

Foundation und Vereine

WIKIMEDIA ÖSTERREICH

Der Vorstand hat für die kommenden drei Jahre strategische Ziele, Jahresziele und eine Struktur zu deren Umsetzung festgesetzt.
Erstes sichtbares Ergebnis: die Stellenausschreibung für eine/n Geschäftsführer/in.

WIKIMEDIA NIEDERLANDE

Die Monatsberichte der Länderorganisation für März und April 2012 wurden veröffentlicht.

WIKIMEDIA UK

Wikimedia UK hat einen neuen Vorstand gewählt. Das siebenköpfige Gremium hat nun drei neue Mitglieder. Namen und Details sind im Blog von Wikimedia UK zu finden.

WIKIMEDIA DEUTSCHLAND ZUR URHEBERRECHTSDEBATTE

Eine Bestandsaufnahme zur aktuellen Urheberrechtsdebatte hat Jan Engelmann, Leiter Politik und Gesellschaft bei Wikimedia Deutschland, veröffentlicht.

FRAGEN UND ANTWORTEN ZU RECHTSTHEMEN

Der Justiziar der Wikimedia Foundation, Geoff Brigham, und sein Team geben im Meta-Wiki Antworten auf Rechtsfragen, die sich regelmäßig in den Wikimedia-Projekten stellen. Wie im Februar 2012 angekündigt, soll hierüber die Community in wichtigen rechtlichen Fragen stärker unterstützt werden. Auf der Brainstorming-Seite können Themen und Fragen aus den Projekten eingebracht werden. Individuelle Rechtsberatung findet dort jedoch nicht statt.

Projekte und Initiativen

BILDUPLOAD ABSCHALTEN?

Im Meta-Wiki findet derzeit eine Umfrage zur Abschaltung des lokalen Bilduploads in kleineren Communitys statt.

Studien und Statistik

NEUES AUS DER AUTORENSTUDIE

Die Wikimedia Foundation hat Details aus einer internationalen Autorenumfrage veröffentlicht. Demnach geben 59 Prozent der Teilnehmer der Umfrage an, dass sie vor der Registrierung eines eigenen Benutzerkontos bei Wikipedia bereits als IP Änderungen vorgenommen hatten. Außerdem betrifft den Umfrageergebnissen zufolge der Rückgang der persönlichen Bearbeitungen besonders erfahrenere Benutzer. Zwischen diesen und neuen Autoren zeigt sich außerdem eine unterschiedliche Gewichtung der ihrer Meinung nach größten Probleme von Wikpedia: Neue Benutzer kritisieren eher komplexe Editierregeln, erfahrenere Benutzer tendenziell eher die Zusammenarbeit mit anderen Autoren.

Technik

KEINE WERBUNG AUF WIKIPEDIA!

Aus aktuellem Anlass hat die Wikimedia Foundation darauf hingewiesen, dass außer den Bannern des jährlichen Wikimedia-Spendenaufrufs keinerlei Werbung in Wikipedia geschaltet wird. Wer dennoch Werbung eingeblendet bekommt, ist womöglich Opfer von Schadprogrammen. Was man dagegen tun kann, wird hier beschrieben:

RENDER

Alle drei Monate finden Projektbeurteilungen für alle Partner des EU-Projekts statt. Einen Rückblick auf das kürzlich in Madrid stattgefundene Treffen ist im Blog von Wikimedia Deutschland veröffentlicht. Darin: Ein Blick in den Ablauf dieser Treffen und Aktuelles zur Entwicklung der Werkzeuge zur Artikelqualität in Wikipedia.

Termine

WIKICON 2012

Die Anmeldungsphase der WikiConvention in Dornbirn ist eröffnet. Außerdem können eigene Programmideen bis zum 30. Juni 2012 eingereicht werden.

LINUXTAG 2012

Vom 23. bis 26. Mai in Berlin. Nähere Informationen:
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Sturmerprobt: Kelda Niemeyer verstärkt Bereich Politik & Gesellschaft

Neu dabei: Kelda Niemeyer, Foto: Phillip Wilke, CC-BY-SA 3.0

Seit gestern hat sich der Bereich Politik & Gesellschaft um eine weitere Person verstärkt: Als Projektassistentin wird uns Kelda Niemeyer künftig dabei unterstützen, das Monitoring politischer Prozesse zu verbessern und verstärkt in Veranstaltungsformaten (z.B. Wikimedia Foren, Roundtables, Vorträgen) zu arbeiten.

Keldas akadamischer Hintergrund qualifiziert sie insbesondere für das Thema Urheberrecht, das ja in den letzten Tage auch sehr rege im Vereinsblog diskutiert wurde. Kelda studierte Jura mit Schwerpunkt Immaterialgüterrechte und Wettbewerbsrecht u.a. an der Humboldt-Universität Berlin und an der Columbia Law School in New York. Nach einer Station in der Abteilung Presse und Kommunikation des deutschen Bundestages war sie zuletzt als Presseassistentin von Marina Weisband, der ehemaligen politischen Geschäftsführerin der Piratenpartei, tätig. Selbst Gelegenheits-Fernsehguckern wird damit klar sein, welchen Ansturm sie zuletzt zu bewältigen hatte.

Kelda strebt vorerst keine Karriere als Rechtsanwältin an, sondern freut sich darauf, ihr praktisches und fachliches Know-how für die Bewegung Freien Wissens einzubringen. Zwar ist sie keine “reinrassige” Wikipedianerin, kennt aber den Einsatz von Wikis in der politischen Arbeit aus dem Effeff. Bei der Tätigkeit für Wikimedia Deutschland reizt sie insbesondere die Herausforderung, den gesellschaftlichen Mehrwert von “Openness” stärker zu vermitteln:

“Es ist mir wichtig, dass die freie Verfügbarkeit von Wissen als Chance begriffen wird, viele Bereiche unseres Lebens, Lernen und Arbeitens positiv zu verändern. Daher freue ich mich sehr, dieses Anliegen im Rahmen meiner Arbeit für Wikimedia in Politik und Verwaltung tragen zu können.”

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LinuxTag 2012 – Wikimedia³

Fußgängertunnel zum ICC (Foto: Kai Effelsberg, CC-BY-3.0*; via Wikimedia Commons)


 
Vom 23. bis 26. Mai findet auf dem Berliner Messegelände der LinuxTag 2012 statt. Zum ersten Mal präsentieren sich die drei deutschsprachigen Wikimedia-Vereine aus der Schweiz, Österreich und Deutschland gemeinsam auf der führenden Open Source-Messe in Europa. Unsere Pressemitteilung zur Veranstaltung findet sich hier.

Das ist der LinuxTag

Der obige Fußgängertunnel mit sechs Ausgängen hat es in die Liste der Fußgängertunnel in Berlin geschafft. Eigentlich führt er zum Internationales Congress Centrum Berlin, und dient nur indirekt dem Zugang zum benachbarten Messegelände. Mit dem LinuxTag ist das so ähnlich: Hinter ihm verbirgt sich mehr, als auf den ersten Blick sichtbar ist. Beim LinuxTag handelt es sich nicht um einen einzigen, sondern gleich um vier Veranstaltungstage. Es geht auch keineswegs nur um Linux, sondern um aktuelle Entwicklungen und Ideenaustausch rund um Open Source im Allgemeinen.

Was Wikimedia auf dem LinuxTag macht

Freies Wissen ist immer auch mit frei lizenzierter Software verbunden. Wikimedia CH, Österreich und Deutschland werden an einem eigenen Messestand an allen vier Tagen der Veranstaltung über die Förderung Freien Wissens informieren, insbesondere aber auch über aktuelle technische Entwicklungen und Angebote. Schwerpunkte liegen auf Wikidata und dem RENDER-Projekt. Aktuelle Zwischenmeldungen vom Wikidata-Team gibt es übrigens hier, Neuigkeiten vom RENDER-Team hier. Auf dem LinuxTag wird am Stand zusätzlich über die Offline-Verwendung von Wikipedia mittels Kiwix informiert.

Weil sich aus der technischen Möglichkeit, Dinge zu tun, immer auch die Frage ergibt, was für Dinge warum und wie gemacht werden sollten, machen wir es uns zum Ziel, am Stand auf die gezielte und korrekte Weiternutzung von freien Inhalten aufmerksam zu machen. Deshalb werden wir über die vielen Freiwilligen-Projekte rund um Wikimedia sprechen, wie zum Beispiel über den internationalen Fotowettbewerb Wiki Loves Monuments 2012.

Uns treffen und noch mehr

Das Programm des diesjährigen LinuxTages ist vielfältig, wird Besuchern also viele interessante Anknüpfungspunkte bieten. So führen zum Beispiel Mitglieder der Enquete-Kommission Internet und digitale Gesellschaft eine netzpolitische Podiumsdiskussion zu aktuellen Themen. Außerdem wird unter anderem das Open Data Portal Berlin präsentiert.

Als feste Anlaufstelle für Wikimedia-Themen ist der gemeinsame Stand von WMDE, WMAT und WMCH hier zu finden:
 
23.-26. Mai 2012
Messegelände unter dem Funkturm Berlin
Halle 7.2a
Standnummer 116

 
Wir freuen uns auf Euren Besuch!
 
* Kurzfassung der CC-BY 3.0-Lizenz. Kleine Anmerkung: Das hier verwendete Foto von Kai Effelsberg verlangt nur die Namensnennung bei Weiterverwendung, keine Kenntlichmachung von Änderungen (ShareAlike-Bedingung). Trotzdem, Ehre, wem Ehre gebührt: Diese Bild ist beim Einbinden deutlich beschnitten worden. Original angucken hier!

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Camouflierte Interessen: Auf Du und Du mit dem Urheberrecht

Mit dem in der letzten ZEIT veröffentlichten Aufruf “Wir sind die Urheber” ist eine seit Jahren andauernde Debatte endgültig Mainstream geworden. Günther Jauch muss sich so langsam darauf gefasst machen, dass es beim betulichen Schlagabtausch unter der Donnerkuppel demnächst etwas kleinteiliger und juristischer zugehen dürfte. Der Grund für den plötzlichen Hype des Urheberrechtsthemas? Sicherlich das Erstarken der Piratenpartei. Obwohl, das allein dürfte die zunehmende Verhärtung kaum erklären.

Es gibt wohl kein Thema, das den Bereich “Politik und Gesellschaft” bei Wikimedia Deutschland mehr beschäftigt als der Reformbedarf beim Urheberrecht. Nicht erst in den letzten Monaten, seit Jahren schon. So verfassen wir Stellungnahmen für das BMJ und geben Inputs für Grünbücher, nehmen an Hearings der EU teil, klären über die Ausweitung von Schutzfristen auf, thematisieren in Wahlprüfsteinen die Effekte eines restriktiven Urheberrechts und erläutern in Broschüren und auf Podien die Wirkungsweise freier Lizenzen. Immer und immer wieder.

Vor allem aber reden wir darüber, ständig. Und solange Zusammenkünfte mit Akteuren aus Politik, Gesellschaft und Wirtschaft lösungsorientiert und mit einem Multi-Stakeholder-Ansatz erfolgen, gibt es über bestimmte Unstimmigkeiten des geltenden Urheberrechts sofort einen Grundkonsens: Ja, die Zustimmungspflichtigkeit jedes Veröffentlichungsvorganges entspricht dem technischen Stand des analogen Zeitalters; ja, die Trennung zwischen Nutzungshandlungen im privaten und gewerblichem Kontext im Zeitalter von Blogs und Social Networks ist schon konzeptionell nicht mehr aufrechtzuerhalten; ja, die Proliferation verwaister Werke und damit die Nicht-Verfügbarkeit von Wissensbeständen bei gleichzeitiger Überproduktion auf den Kulturmärkten ist im Grunde ein Skandal für jede selbst ernannte “Bildungsrepublik”. Auch auf dem von iRights.info eingeleiteten “Urheber-Nutzer-Dialog” am letzten Freitag war dieser Common Ground deutlich zu spüren.

Doch sobald die Arenen des Austauschs so gestaltet sind, dass das eigentliche Thema die Anpassungprobleme von Rechteverwertern mit ihren auf Werkstücksverkauf und Kopienkontrolle fußenden Geschäftsmodellen sind, geraten auch wir schnell zwischen die Fronten der Partikularinteressen. Ich durfte diese Erfahrung erst letzte Woche wieder machen, als beim Medientreffpunkt Mitteldeutschland ein Vertreter von Sky Deutschland leutselig verkündete, endlich habe sich mit Sven Regener ein Vertreter der Urheber zu Wort gemeldet.

Die gegenwärtige Urheberrechtsdebatte, und das ist ein kritischer Befund für die Belange Freien Wissens, wird fast vollständig auf die Refinanzierungsprobleme von Inhalteanbietern (Fernsehen, Film, Musik, Buchbranche) und die Existenzsorgen von Urhebern enggeführt. Letztere sind durchaus kein neues Phänomen, siehe die Jahresberichte der Künstlersozialkasse. Und gerade deshalb erstaunt die Beharrlichkeit, mit der die Unterzeichner des ZEIT-Aufrufs – samt und sonders Bestsellerautoren mit vergleichsweise hoher Umsatzbeteiligung – offenbar kein Problem mit den Verhältnissen haben, unter denen etwa Übersetzer oder freie Journalisten ihre Miete erwirtschaften müssen. Die gesamte Bigotterie des Aufrufs, der durch einen bekannten Literaturagenten orchestriert wurde und in einer Publikation des Holtzbrink-Verlags sein Forum fand, wird durch den CARTA-Kommentar von Petra van Cronenburg deutlich: “Ich verdiene meinen Lebensunterhalt nicht durch die Existenz des Urheberrechts, sondern durch knallharte Verhandlungen mit immer sparsameren Auftraggebern.”

Zum geschickten Camouflieren der eigenen Interessen passt, dass die VG Wort in die ganze Aufregung hinein ein Positionspapier platziert hat, bei dem ein Lob für Creative-Commons-Lizenzen (“Auch hier ist der Urheber, der freiwillig entscheidet, welche Nutzungen und Bearbeitungen er erlauben will.”) mit einem Bekenntnis zum gesetzgeberischen Status-Quo verknüpft wird: “Eine Schutzfristverkürzung würde das geistige Eigentum der Urheber deutlich entwerten ohne von wirklichem Vorteil für die Allgemeinheit zu sein.”

Dass allein die Piratenpartei und der CCC mit seinem Modell der “Kulturwertmark” hinter solche vermeintlichen Wahrheiten ein Fragezeichen setzen, macht die Debatte nicht eben einfacher. Die zuletzt sehr erfreulichen Reformüberlegungen auch bei den etablierten Parteien werden durch den gebetsmühlenartigen Vorwurf des “profanen Diebstahls” (ZEIT) zunehmend zum Erliegen gebracht. Dass die stürmischen Zeiten der Copyright Wars dennoch weitergehen, scheint indes ausgemacht: Denn immer mehr Menschen spüren, dass Schutzrechte, die ursprünglich nur für professionelle Marktteilnehmer entwickelt wurden, in ihre ganz profanen Alltagsabläufe eingreifen. Man denke nur an einen Lehrer, der im 21. Jahrhundert noch mit dem Pritt-Stift hantieren muss, oder das schon fast sprichwörtliche Geburtstagsvideo auf YouTube.

Wikipedianer, die als starke, weil: autonome Urheber wertvolle Beträge zur Wissensallmende erbringen, werden sich in diesen Kämpfen nicht immer wiederfinden. Die “Kostenlos-Kultur”, die das Internet lange vor dem WWW und damit den digitalen Geschäftsmodellen entwickelt hat, gilt ihnen nicht als Diffamierung ihrer Tätigkeit, sondern als Aspekt einer Kultur des Teilens, die auf möglichst breiten Zugang statt auf Beschränkung setzt. Dass die Philosophie des Open Content nicht als nachahmenswertes Modell für sämtliche Marktteilnehmer im Internet taugt, sollte uns bewusst sein. Dass aber der Mehrwert freier Lizenzen neuerdings schon als Vorwand dafür herhalten muss, überhaupt keinen Reformbedarf mehr beim Urheberrecht zu erkennen, muss uns ernsthaft zu denken geben.

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RENDER-Projekt-Treffen in Madrid

Distrito Telefónica (Madrid), Foto: Luis García (Zaqarbal), CC-BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons

Neues vom RENDER Forschungsprojekt:
Am 3. und 4. Mai nahmen Kai Nissen und ich am Projekttreffen aller Partner bei Telefónica in Madrid teil. Diese Treffen finden einmal pro Quartal statt und werden jeweils von einem anderen Projektpartner organisiert. Diese persönlichen Begegnungen ermöglichen einen direkten Austausch und die Gelegenheit über aktuelle Arbeiten zu sprechen. Außerdem kann schnell und unkompliziert an u.a. technischen Problemen getüftelt werden.
Während des letzten Meetings in Innsbruck wurde eine Änderung des Ablaufs für die kommenden Treffen beschlossen: der erste Tag wird für die Präsentationen der aktuellen Arbeiten sowie die Planung weiterer Arbeitsschritte verwendet, die notwendig sind um aktuelle Aufgabenpakete erfolgreich abschließen zu können. Am zweiten Tag, dem Programmiertag, nutzen wir die Zeit zur Besprechung konkreter technischer Schwierigkeiten mit einzelnen Partnern und notwendiger, gemeinsamer Programmierungen.

Der Präsentationstag

Am ersten Tag des Treffens präsentierten wir den aktuellen Stand des RENDER-Toolkits.
Darüber hinaus diskutierten wir unsere aktuellen Analysen zur Neutralität und Aktualität von Wikipedia-Artikeln.
Dabei verfolgen wir folgende Ideen:
Für die Messung von Neutralität untersuchen wir derzeit Bundestagsprotokolle um Ausdrücke identifizieren zu können, die prototypisch von einer bestimmten Partei bzw. Fraktion verwendet werden. Mit Hilfe dieser Ergebnisse werden wir in der deutschen Wikipedia nach politische Tendenzen suchen und auch die Entwicklungen über die Zeit auswerten.
Die Aktualität von Wikipedia-Artikeln berechnen wir gegenwärtig durch die Auswertung von Edit-Zahlen unter Beachtung verschiedener Sprachversionen eines Artikels. Diesen Ansatz, der im Change Detector-Tool auf dem Toolserver ausgetestet werden kann, wollen wir in einem weiteren Schritt mit Informationen aus externen Quellen wie z.B. Nachrichtenartikeln kombinieren. Unser Projektpartner JSI wird bei der Umsetzung dieser Idee eng mit uns zusammenarbeiten und stellte in Madrid seinen News-Crawler vor. Einen ersten Eindruck des Prototypen bekommt man auf dieser Demoseite.

Der Programmiertag

Am zweiten Tag spezifizierten wir mit JSI unsere technischen Anforderungen zur Auswertung der Aktualität durch die Verwendung zusätzlicher Informationen aus Nachrichten-Artikeln. Darüberhinaus definierten wir einen weiteren Ansatz zur Neutralitätsanalyse besonders in deutschsprachigen Wikipedia-Artikeln. Hierfür extrahierten wir für JSI einen Datensatz, das wir in den nächsten Tagen auch auf die Toolkitseite laden werden. JSI verwendet diese Daten um mit Hilfe von maschinellen Lernverfahren charakteristische Muster von „Nicht-Neutralität“ in Artikeln zu identifizieren. Diese Arbeiten werden wir in den kommenden Monaten vertiefen.
Die Verbesserung des Toolkits war ein weiterer wichtiger Schwerpunkt an diesem Tag. Das „Viel-Augen-Prinzip“ brachte auch hier wertvolle Vorschläge und Ideen.

Wir brauchen eure Unterstützung

Wir würden uns sehr über eure Rückmeldungen zum Toolkit freuen. Gebt uns doch bitte bescheid, wenn beispielsweise Beschreibungen unverständlich sind, Funktionen fehlen oder die Ergebnisse nicht nachvollziehbar sind. Das Toolkit ist in einem ständigen Erweiterungs- und Verbesserungsprozess – dafür brauchen wir auch eure Ideen!

Zur Vervollständigung unseres Teams suchen wir noch Software- und Web-EntwicklerInnen.
Meldet euche gerne bei Interesse und bitte unbedingt weitersagen!!

Bei weiteren Fragen und Anregungen freue ich mich über eure Nachricht an render@wikimedia.de!

Noch ein abschließendes Wort zu Madrid

Es soll eine tolle Stadt sein, hab ich gehört. Leider haben haben mich 14 Grad und Dauerregen nicht so richtig überzeugt. Aber das Telefónica-Hauptgebäude war ziemlich beeindruckend (siehe Foto)!

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Wikimedia:Woche 19/2012

Die Wikimedia:Woche ist die wöchentliche Zusammenfassung von aktuellen Nachrichten aus der internationalen Wikimedia-Bewegung. Der gemeinschaftliche Mailing-Newsletter von Freiwilligen und Wikimedia Deutschland wird immer donnerstags in Wikipedia, auf der Mailingliste des Vereins und auch hier im Blog veröffentlicht.

Interessierte sind herzlich eingeladen, bei der Zusammenstellung von interessanten Links und Themen mitzumachen. Bis zum jeweils folgenden Donnerstag wird hier gesammelt.

Viel Spaß beim Lesen!

 

= Wikimedia:Woche (19/2012) =

Frühere Ausgaben sind archiviert unter:

Die Liste der Beitragenden kann der Versionsgeschichte der jeweiligen Ausgabe im Archiv in Wikipedia entnommen werden.

 

Foundation und Vereine

WIKIMEDIA FOUNDATION: BERICHT ÜBER DEN FUNDRAISER 2011

Ein umfangreicher abschließender Bericht über die Spendenkampagne 2011 ist von der Wikimedia Foundation veröffentlicht worden.

WIKIMEDIA DISTRICT OF COLUMBIA

Die in Washington, DC ansässige Wikimedia-Organisation hat zum Auftakt einer Dialogreihe mit Botschaften in Washington eine Veranstaltung mit Vertretern aus Estland und der Washington European Society durchgeführt. Thema war die weltweite Freiheit des Internets.
In Vorbereitung der bevorstehenden Einstellung eines ersten hauptamtlichen Mitarbeiters hat Wikimedia DC außerdem einige Richtlinien für diesen Prozess beschlossen:

WIKIMEDIA MEXIKO

Wikimedia Mexiko hat einen Vorstand gewählt, zu dessen nächsten Aufgaben das Erarbeiten einer Jahresplanung gehören wird.

WIKIMEDIA DEUTSCHLAND

Wikimedia Deutschland war mit einem eigenen Stand auf der re:publica 12 in Berlin vertreten. Erste Rückblicke auf die Veranstaltung wurden im Blog von Wikimedia Deutschland veröffentlicht.
Außerdem konnten die Ergebnisse der Wahlprüfsteine bekanntgegeben werden, die Wikimedia Deutschland an alle Parteien im Vorfeld der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen verschickt hatte. Alle bisher im Landtag vertretenen Parteien antworteten:

WIKIMEDIA ÖSTERREICH

Nachdem der österreichische Verein kürzlich eine Strategieplanung für die nächsten drei Jahre erarbeitet hat, wurde nun als erster Schritt der Umsetzung die Stelle eines Geschäftsführers ausgeschrieben:

Projekte und Initiativen

GLAM BEI WIKIMEDIA SCHWEDEN UNTER NEUER FÜHRUNG

Wikimedia Schweden hat Axel Pettersson (User:Haxpett) als Koordinator für GLAM- und Outreach-Projekte eingestellt.

GLAM BEI DER AMERICAN ASSOCIATION OF MUSEUMS

Auf der größten Konferenz US-amerikanischer Museen haben verschiedene Wikipedians in Residence vor Museumsvertretern über ihre Erfahrungen als Bindeglied zwischen kulturellen Institutionen und Wikipedia referiert. Einen Rückblick gibt es im Blog der Wikimedia Foundation.

WIKIPEDIAN IN RESIDENCE: ÜBERSICHT

Mit Lane Rasberry wurde ein weiterer Wikipedian in Residence (WiR) in den USA angestellt. Rasberry wird für das Verbraucherschutzmagazin “Consumer Reports“ tätig werden. Mit Andrew Gray verkündete Wikimedia UK die Anstellung eines WiR an der Britsh Library (London). Eine Übersicht über die Wikipedians in Residence gibt es im Meta-Wiki.

BILDERSPENDE FÜR WIKIPEDIA

Das Walters Art Museum in Baltimore, Maryland (USA), hat 19.000 Fotos von Kunstwerken des Museums unter freier Lizenz auf Wikimedia Commons eingestellt. Die Zusammenarbeit mit Wikipedianern, um die Spende zu realisieren, begann während des GLAMcamp DC im Februar 2012.

OFFLINE-WIKIPEDIA IN KENIA

Wikimedia Kenia verfolgt ein Projekt, um Offline-Versionen von Wikipedia auf Rechnern an Schulen in Kenia zu installieren. Ein Rückblick auf das Unternehmen von Freiwilligen, landesweit 30 Schulen mit Wikipedia zu versorgen, findet sich im Blog der Wikimedia Foundation.

Studien und Statistik

WIKIPEDIA MOBIL

Die Wikimedia Foundation hat ihr Jahresziel 2012 bezüglich der Reichweite des Mobilangebots von Wikipedia erreicht. Demnach gab es im vergangenen April 2,089 Millarden Seitenzugriffe auf mobile Wikipedia-Versionen. Im Jahresvergleich ist das eine Steigerung von 187 Prozent, die unter anderem mit der Veröffentlichung der offiziellen Android-App für Wikipedia und dem neuen Mobildesign zusammenhängt.

Technik

WIKIMEDIA FOUNDATION: TECHNIKBERICHT

Ausführliche Informationen über den Zwischenstand sämtlicher technischer Entwicklungen der Wikimedia Foundation beinhaltet der entsprechende Monatsbericht für April 2012.

DATENSICHERHEIT

Die Wikimedia Foundation hat eine Kooperation mit dem Unternehmen DigiCert bekanntgegeben. DigiCert soll die Sicherheit von Daten auf den Webseiten der Wikimedia-Projekte gewährleisten. Dazu gehört auch der Mobilbereich. Details im Blog der Foundation:

MATHJAX ERSETZT TEX (EXPERIMENTELL)

LaTeX zur Auszeichnung von mathematischen Formeln bleibt Wikipedia erhalten, aber es gibt jetzt auf allen Wikimedia-Projekten eine Alternative zu TeX beim Rendern der Formeln zur Darstellung im Webbrowser. In den Konto-Einstellungen kann man unter „Aussehen/Math“ wählen zwischen der Darstellung des TeX-Quelltexts, einer Darstellung der Formel im Artikel als Grafik (PNG) oder einer Darstellung mit Hilfe von MathJax.
Die neue Lösung ist noch experimentell und fehleranfällig. Sie bietet den Vorteil, dass Formeln per Copy und Paste in MathML übertragen werden können. Außerdem passen sich die Formeln typographisch schöner in das Schriftbild des Webbrowsers ein als die geTeXten PNGs. Das Portal:Mathematik diskutiert und sammelt Erfahrungen mit der neuen Erweiterung. MathJax ist eine JavaScript-basierte Lösung und funktioniert mit allen modernen Webbrowsern. Das Standard-Paket für den mathematischen Formelsatz AMS-LaTeX wird unterstützt.

WIKIDATA

Das Wikidata-Team hat eine Einführung mit Anschauungsbeispielen zum künftigen Verlinken von Artikeln in verschiedenen Wikipedia-Sprachversionen veröffentlicht:

Termine

WIKIMEDIA-SPRECHSTUNDEN PER GOOGLE-KALENDER

Die Sprechstunden (office hours) der Wikimedia Foundation sind jetzt zusätzlich zu der Ankündigung im Meta-Wiki auch über einen öffentlichen Google-Kalender zu abonnieren.

WAHLEN ZUM SCHIEDSGERICHT ANGELAUFEN

Bis zum 21. Mai 2012 werden fünf Nachrücker in das Schiedsgericht der deutschsprachigen Wikipedia gewählt. Zwölf Kandidaten stehen zur Wahl.

HIGHBEAM RESEARCH NUN WÖCHENTLICH

Bewerbungen um einen Zugang zu der Datenbank HighBeam Research sind weiterhin möglich. Die restlichen verfügbaren Accounts werden nun im Wochentakt vergeben. Jeder, der seit mindestens einem Jahr in Wikipedia angemeldet ist und mindestens 1000 Bearbeitungen vorgenommen hat, kann sich in die entsprechende Liste in der englischen Wikipedia eintragen.

WIKIMEDIA BEIM LINUXTAG 2012

Vom 23. zum 26. Mai, präsentieren sich Wikimedia Deutschland, Österreich und Schweiz erstmals gemeinsam bei einer Konferenz. Auf dem Gelände der Messe Berlin findet der LinuxTag statt, die führende Messe zu Open Source-Trends mit umfangreichem Vortrags- und Workshopprogramm.
Kostenlose E-Tickets werden gerne verschickt. Dafür bitte melden bei manuel.schneider@wikimedia.at.
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Wikimedia Commons auf der re:publica 2012

1. Seite des PDF
1. Seite des PDF

Auf Einladung von Jan Engelmann war ich drei Tage am Stand von Wikimedia Deutschland auf der re:publica. Es ergaben sich viele wichtige Gespräche über Wikipedia und Wikimedia Commons; u.a. konnte ich einem Entwickler im WissensWert-Projekt „Open-Access-Medienimporter für Wikimedia Commons“ helfen und lernte den Mitarbeiter des DLR kennen, der die Freigabe der DLR-Fotos unter der cc-by-sa-3.0-Lizenz betreut.

Am 2. und 3. Veranstaltungstag hatte ich dann jeweils Vorträge am Stand über Wikimedia Commons. Diese hatten leicht unterschiedliche Zielsetzungen: Der 1. Vortrag war mehr eine Vorstellung von Wikimedia Commons im allgemeinen und wie man am einfachsten zum Ziel kommt: Passende Fotos für seine eigene Publikation/sein eigenes Blog zu finden (PDF der Präsentation). Leider war dieser Vortrag am späten Nachmittag nicht so gut besucht, trotzdem zeigte sich auch hier, dass a) der Commonscat-Link am Ende der Artikel weitgehend unbekannt ist, b) die Suche in Commons verbesserungswürdig ist. Jan fragte mich noch, was ich mir von der Wikimedia Foundation wünschen würde, hätte ich jetzt 1 Wunsch frei. Nun, es gibt viel zu tun, aber das wichtigste scheinen mir doch maschinenlesbare Metadaten (Urheber, Lizenz, etc.) zu sein. Dann endlich können Tools entwickelt werden, die sauber funktionieren und beispielsweise dem Blogger, der ein Bild von uns nutzen möchte, gute Vorlagen zum Kopieren der Urheber-/Lizenzinformationen zur Verfügung stellen.

Mein Vortrag am 2. Tag lag am Vormittag und hatte mit dem Thema „Wenn die Zeit mal wieder knapp ist: Wikimedia Commons für Bilderprofis“ (PDF der Präsentation. Ich bitte um Verzeihung, dass das PDF nicht auf jede lizenztechnische Feinheit eingeht, aber dafür war nicht die Zeit) die Zielsetzung, über klassische Fehler bei der Nachnutzung und die korrekte Form der Nachnutzung zu informieren. Mit 15 Zuhörern hatte ich diesmal ein großes Publikum, das vor allem aus potentiellen Nutzern bestand und die  gezielt Fragen stellten. In vielen Gesprächen im Anschluss an den Vortrag konnten noch Detailfragen geklärt und Wissen vertieft werden.

Fazit: Über die Möglichkeiten von Wikimedia Commons inkl. der korrekten Nutzung ist immer noch viel Aufklärungsarbeit notwendig.

PS: Gestern Abend, völlig unabhängig von den Vorträgen, erreichte mich eine Frage zu einem meiner Fotos: „Tatsächlich ist es für mich insbesondere auch bei den Lehrbüchern für Piloten, die ich als Autor hauptsächlich verfasse, immer sehr schwierig, die Verwendbarkeit eines Wikipedia Fotos zu beurteilen. Vielfach werden dort Nutzungsbedingungen genannt, die nur die Verwendung im Internet und nicht das Druckmedium berücksichtigen.“ Nein, das ist kein verstecktes GFDL-Bashing, sondern O-Ton eines Nutzers.

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