Wikimedia trifft die “School-Of-Open”

Open Educational Resources, also Freie Bildungsinhalte, werden in Deutschland derzeit viel diskutiert. Es wird in diesem Rahmen auch über Plattformen zum Mitmachen gesprochen, doch bislang sind die Angebote für Online-Kurse auf Deutsch noch sehr begrenzt. Das wollen wir ändern!

Wikimedia Deutschland setzt sich für die Förderung Freien Wissens ein. Im Bereich Bildung + Wissen beschäftigen wir uns in diesem Jahr intensiv mit dem Thema “Open Educational Resources” und dabei natürlich auch mit der kollaborativen Erstellung freier Inhalte. Nähere Informationen finden sich dazu in unserer Projektplanung für 2013, zu der Feedback und Anmerkungen immer willkommen sind. Wichtig ist es uns, Menschen zu vernetzen und über die Nutzung freier Inhalte aufzuklären. Gerade im Bildungsbereich gewinnen Formate zum Selbstlernen an Bedeutung. Bildung findet längst nicht mehr nur in Schulen statt, sondern ist ein Experimentieren und Hinterfragen klassischer Bildungsstrukturen und die aktive Partizipation und aktive Wissensaneignung geworden.

Beginnen wollen wir das Jahr daher mit einem Workshop gemeinsam mit Creative Commons und der Initiative “School of Open” ! Die Initiative von Creative Commons und der Peer-2-Peer University (P2PU) hat das Ziel, Onlinekurse zu entwickeln, die dabei helfen, freie Inhalte und Tools zu erstellen, zu nutzen und weiterzuentwickeln. Es gibt bereits englische Kurse zu Wikipedia und zur Nutzung freier Inhalte, aber bislang noch nichts auf Deutsch. Auch zum Thema “Freie Bildungsinhalte” ist noch nichts in den Kursen vertreten. Es gibt also noch viel zu tun. Im Rahmen der Open-Education-Week kann dann weiter daran gearbeitet werden.

Gemeinsam mit euch wollen wir einen Tag lang intensiv an dem Ausbau der bisherigen Kurse arbeiten. Es dreht sich daher alles um Tools und Themen rund um den freien Zugang zu Wissen. Jeder kann Kurse neu erstellen und übersetzen – aber am besten geht es gemeinsam. Nach einem kurzen Input von Creative Commons legen wir dann los mit der Arbeit. Also bringt eure Ideen und Themen mit und lasst uns gemeinsam unser Wissen teilen!

Links:
https://p2pu.org/en/schools/school-of-open/
http://creativecommons.org/weblog/entry/33041

Wann:  Samstag 2.3.2013, 11.00 – 16.00 Uhr

Was: Offener Workshop

Wer: Wikimedia Deutschland, Creative Commons Deutschland, Begeisterte Förderer Freien Wissens, die Lust haben ihr Wissen zu teilen

Wo: Obentrautstraße 72, 10963 Berlin
Anmeldung bitte bis zum Mittwoch 27.2.3013 per Mail

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Nach der Residence durch die Republik

Nach der stressigen Zeit als Resident hatte ich auf ein wenig Ruhe gehofft, doch so funktioniert Wikipedia bekanntlich ja nicht. Nach der Rückkehr aus Istanbul ging es relativ schnell mit den nächsten Terminen weiter. Vielfach ergeben sie sich mittlerweile aus der Tätigkeit als “WiR”, resultieren aber auch noch von der Tagung “Wikipedia trifft Altertum” oder von anderen Kontakten.

Academia Baltica

Als erstes war ich Mitte Dezember zu einer Tagung der Academia Baltica eingeladen. Vertreter der Akademie wurden gerade durch die Berichterstattung zum “Wikipedian in Residence” auf mich aufmerksam und so fuhr ich nach Plön in Schleswig-Holstein. Dort wurde diskutiert, wie man das anstehende “Ostseeprojekt” präsentieren sollte. Eine der Möglichkeiten, über die nachgedacht wird, ist dies im Rahmen der Wikipedia zu tun. Somit stellte ich Wikipedia  vor und gab ihnen einen Blick hinter die Kulissen, vor allem mit einem Schwerpunkt auf der internen Qualitätssicherung. Die, wie hinterher zurecht angemerkt wurde, weniger eine Qualitätssicherung denn eine Abfolge von Rettungsaktionen ist. Für Wikipedia wäre die Einbindung der Ergebnisse des Ostseeprojektes sicher äußerst positiv, der qualitative Gewinn wäre ohne Zweifel immens. Und auch das Ostseeprojekt würde durch die vielen zuarbeitenden Hände und beispielsweise auch die internen Verlinkungen dabei gewinnen.

Auch andere Formen der Darstellung wurden gezeigt, etwa das “Virtual Shtetl“, das “Online-Lexikon zur Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa”  und nicht zuletzt optisch sehr beeindruckend das “Institut für Raumdarstellung“. Der international besetzte Workshop fand in einem vergleichsweise kleinen Rahmen statt, der zu einer aktiven Diskussion einlud, an der auch ein Fachfremder wie ich folgen und teilnehmen konnte. Interessant ist sicher auch für die Wikimedia-Projekte, dass die Zeit nicht stehen bleibt und die veraltete Infrastruktur im Projekt leider langsam zu einem großen Hemmschuh der Entwicklung wird. Andere Projekte sind schon sehr viel weiter, fairerweise muß man aber auch sagen, dass diese meist einen weitaus kleineren inhaltlichen Fokus haben. Mit Entwicklungen wie Wikidata und dem für die Jahresmitte angekündigten “What-you-see-is-what-you-get-Editor” schafft Wikipedia aber hoffentlich wieder einen großen Sprung nach vorn.

Mainz und Wiesbaden

Marcus Cyron, CC-BY-SA 3.0

Danach folgte erst wieder im Januar der nächste Termin. Bei meinen ersten Veranstaltungen als Resident habe ich mehrfach Patrick Schollmeyer, den Kurator der Kunstsammlung der Universität Mainz getroffen, der mich zu einer Lehrveranstaltung einlud, in der ich einmal mehr die Wikipedia, dieses Mal mit einem Schwerpunkt auf der Archäologie und Kunstgeschichte, vorstellte. In der Veranstaltung sollte auf die Möglichkeiten der “Neuen Medien” in den angesprochenen Disziplinen eingegangen werden. Dabei mussten zwei Aspekte besonders deutlich heraus gestellt werden: Wikipedia ist weder ein Ort um reich und berühmt zu werden, andererseits ist es ein Ort, an dem man einer sehr großen Leserschaft wichtige Themen näher bringen kann. Ein glücklicher Zufall war, dass am Abend dieses Tages die Antikensammlung der Universität wieder eröffnet wurde und ich an der Veranstaltung teilnehmen konnte. Besonders freute mich, dass ich auf diesem Wege einmal Elke Böhr kennenlernen durfte, die mit ihren Forschungen zur attischen Vasenmalerei und insbesondere zum Schaukel-Maler bekannt wurde.

Kleines Schmankerl am Rand: Im ganzen Gebäude der Universität hingen Aushänge mit einem Hinweis auf ein Rededuell zwischen Studenten und Professoren, bei dem es darum ging, ob Wikipedia Weltkulturerbe werden solle. Wie das ausging kann man im Wikipedia-Kurier nachlesen.

Kurzfristig ergab sich Tags darauf noch ein weiterer Termin mit Reinhard Dietrich, Referatsleiter Denkmalschutz, Kulturgutschutz, UNESCO-Welterbe und Rechtsangelegenheiten im Kulturbereich im Hessischen Ministerium für Wissenschaft. Reinhard Dietrich, selbst aktiver Wikipedianer, wollte ursprünglich zu “Wikipedia trifft Archäologie” nach Berlin kommen, doch wurde die Veranstaltung bekanntlicherweise inhaltlich etwas verändert und um mehrere Wochen verschoben. Somit sprachen wir etwa über die für Herbst angedachte, bis dann neu konzipierte Veranstaltung “Wikipedia trifft Archäologie”, aber auch über die Strukturen in der Wikipedia und Aktionen wie “Wiki Loves Monuments” und die Grenzen, die selbst er als Referatsleiter hier hat. Eigentlicher Entscheidungsträger ist nämlich das Landesdenkmalamt, das jedoch – und das zum Teil aus nachvollziehbaren Gründen – etwa mit ihren Daten nicht immer so offen umgeht, wie sich die Wikimedia-Comunity das wünschen würde. Dennoch ist es sicher für Wikipedia alles andere als schädlich einen Mitarbeiter und Freund in einer solchen Position zu wissen.

HTW Berlin

Letzte Woche folgte auf Einladung von Dorothee Haffner an der HTW Berlin die nächste Einführungsveranstaltung in die Wikipedia. Die Verbindung zu Frau Haffner entstand schon im Mai 2012 bei der MAI-Tagung (MAI = Museums and the Internet) in Leipzig. Zwischen 20 und 30 Studenten der Museumskunde und ich hatten drei Stunden Zeit für einen Blick “hinter die Kulissen” der Wikipedia und zudem auch eine praktische Einführung. Spätestens bei solchen Veranstaltungen merkt man, dass das Leben als Neuwikipedianer heute doch nicht mehr so leicht ist wie 2005 als ich begann. Dennoch kamen wir vergleichsweise rasch vorwärts und ich denke und hoffe, dass bei vielen der Studenten die Grundlage gelegt wurde, zumindest theoretisch in der Wikipedia aktiv sein zu können. Fast obligatorisch war in der Diskussion die Auseinandersetzung mit den internen Relevanzkriterien. Manchmal ist es wirklich schwer zu erklären, warum nicht jede Garagenband einen Wikipedia-Artikel bekommen kann. Alles in allem war es aus meiner Sicht eine äußerst erfreuliche und ergiebige Veranstaltung.

Überlegungen

Was bleibt nach diesen Terminen, die in ihrer Ähnlichkeit doch alle unterschiedlich waren? Wikipedia “sickert” immer mehr und immer direkter in die verschiedenen Institutionen. Selbst wenn man Wikipedia nicht mag, kommt man mittlerweile schwerlich an ihr vorbei, ja selbst ein Engagement erscheint immer öfter als sinnvoll und wünschenswert. Vielfach weiß man aber noch nicht, wie das am besten geht. Hier müssen wir ansetzen. Ein für mich immer wieder interessanter Fakt: Die Kritik aus “der Wissenschaft” erfolgt häufig nicht zuletzt deshalb, weil man an Wikipedia den Anspruch stellt, den man auch an Fachlexika stellt, quasi das unterstellt, was Wikipedia ja immer verneint zu sein: zitierfähige Sekundärliteratur. Manchmal sind wir dem näher als wir es selbst glauben. Der Respekt für Wikipedia und die bisherige Leistung ist mittlerweile so groß, dass daraus auch Ansprüche an das Projekt erwachsen, die für die Autoren eigentlich bislang fremd waren. Wir sind schlicht so gut, dass die Ansprüche und Maßstäbe, die an uns angelegt werden, mittlerweile auch sehr hoch sind.

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Wikimedia:Woche 7/2013

Die Wikimedia:Woche ist die wöchentliche Zusammenfassung von aktuellen Nachrichten aus der internationalen Wikimedia-Bewegung. Der gemeinschaftliche Mailing-Newsletter von Freiwilligen und Wikimedia Deutschland wird immer donnerstags in Wikipedia, auf der Mailingliste des Vereins und auch hier im Blog veröffentlicht.

Interessierte sind herzlich eingeladen, bei der Zusammenstellung von interessanten Links und Themen mitzumachen. Bis zum jeweils folgenden Donnerstag wird hier gesammelt.

Viel Spaß beim Lesen!

 

= Wikimedia:Woche (7/2013) =

Frühere Ausgaben sind archiviert unter:

Die Liste der Beitragenden kann der Versionsgeschichte der jeweiligen Ausgabe im Archiv in Wikipedia entnommen werden.

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Wikidata auf der englischen Wikipedia

Nach der Inbetriebnahme der ersten Phase von Wikidata auf der ungarischen, hebräischen und italienischen Wikipedia haben wir heute englisch dieser Liste hinzugefügt.
Das bedeutet, dass Sprachlinks auf dieser Wikipedia nun auch von Wikidata kommen. Dies ist ein weiterer Schritt in Richtung eines Systems in dem Sprachlinks zentral gespeichert werden (und nicht im Wikitext jedes Artikels in jeder Wikipedia).

Was passiert genau?

  • Sprachlinks in der Seitenleiste werden automatisch von Wikidata kommen, wenn die entsprechende Seite auf Wikidata einen Link zum Artikel hat. Es ist keine spezielle Syntax notwendig.
  • Existierende Sprachlinks im Wikitext werden weiterhin funktionieren und überschreiben Links von Wikidata.
  • Für individuelle Artikel können Sprachlinks von Wikidata komplett unterbunden werden mit der Funktion noexternallanglinks.
  • Änderungen auf Wikidata die mit einem Artikel in der Wikipedia zu tun haben werden in Letzte Änderungen und Beobachtungsliste angezeigt, wenn die Option vom Nutzer aktiviert wurde. (Es gibt noch ein paar Probleme falls Erweiterte Letzte Änderungen aktiviert sind.)
  • Am Ende der Liste der Sprachlinks gibt es einen Link um die Sprachlinks zu editieren der dich zur verlinkten Seite auf Wikidata führt.
  • Du kannst ein Beispiel dafür im Artikel über Maria Goeppert-Mayer sehen.
  • Die zweite Phase von Wikidata (Behauptungen/Infoboxen) wurde auf Wikidata in Betrieb genommen, kann aber noch nicht in den Wikipedien genutzt werden. Das kommt demnächst.

Eine Liste der häufigsten Fragen wurde auch zusammengestellt.

Was kommt als Nächstes?

Die ersten Teile von Phase 2 wurden auf wikidata.org in Betrieb genommen. Wir arbeiten jetzt an den noch fehlenden Teilen von Phase 2. Das beinhaltet zum Beispiel die Möglichkeit ein Datum oder eine Geokoordinate einzugeben.

Zur gleichen Zeit bereiten wir die Inbetriebnahme auf den verbleibenden Wikipedien vor. Dies war ursprünglich für den 27. Februar geplant aber wegen einiger Meetings im Büro der Wikimedia Foundation kann es sein, dass wir diesen Termin um ein paar Tage vor oder zurück schieben müssen. Wir halten euch auf dem Laufenden.

UPDATE: Der neue Termin ist der 6. März.

Sprechstunde

Bei Fragen könnt ihr zum Beispiel gern in eine der nächsten Sprechstunden im IRC kommen.

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Wikidata live on the English Wikipedia

(Die deutsche Version dieses Artikels ist hier.)

After the deployment of the first phase of Wikidata on the Hungarian, Hebrew and Italian Wikipedias we have added English to the list today.
This means language links on that Wikipedia are now also coming from Wikidata. This is yet another step on the way to moving towards a system where language links are stored in one central place (as opposed to the wikitext of each article on each Wikipedia).

What is going to happen exactly?

  • Language links in the sidebar will automatically come from Wikidata, once the article is linked on Wikidata. No special syntax is needed for that.
  • Existing language links in the wikitext will continue to work and overwrite links from Wikidata.
  • For individual articles, language links from Wikidata can be suppressed completely with the noexternallanglinks magic word.
  • Changes on Wikidata that relate to articles on this Wikipedia show up in Recent Changes and Watchlist, if the option is enabled by the user. (There are still some issues with this when you have enhanced recent changes enabled.)
  • At the bottom of the language links list you will see a link to edit the language links that leads you to the linked page on Wikidata.
  • You can see an example of how it looks in the article about Maria Goeppert-Mayer.
  • The second phase of Wikidata (which is about claims/infoboxes) was started on Wikidata, but can’t yet be used on any Wikipedia. This will follow later.

An FAQ is here.

What’s next?

The first parts of phase 2 have been deployed on wikidata.org. We are working on the missing parts of phase 2 now. This includes for example the ability to enter dates and geocoordinates.

At the same time we’re preparing the deployment on all remaining Wikipedias. This was planned for February 27, but due to a number of meetings at the Wikimedia Foundation offices this might be moved a few days back or forth. We will keep you updated.

UPDATE: The new date is March 6.

Office hour

If you have questions you’re for example welcome to come to one of the next office hours on IRC.

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Die Suche nach einer “Kultur des Teilens”

In den meisten Klassenzimmern herrscht immer noch Unklarheit darüber, was Wikipedia ist und wie man damit als Lehrer umgehen soll. Auch in Bezug auf die Auseinandersetzung mit dem Thema Freien Wissens wird das fehlende Verständnis für gemeinschaftlich erstellte Inhalte immer wieder deutlich. Am 1. Februar 2013 hat die Medienanstalt Berlin-Brandenburg (Mabb) gemeinsam mit Partnern eine Veranstaltung zum Thema “Freier Wissenszugang im Internet” durchgeführt, eine eintägige Fortbildungsveranstaltung für Lehrende und Multiplikatoren aus dem Bereich der schulischen Bildung. Etwa 80 Teilnehmende kamen zusammen und diskutierten über Fragen rund um das Themenfeld “Freie Inhalte” und “Open Educational Resources”. Unter den Partnern waren, neben Wikimedia Deutschland, auch IRights, die Bundeszentrale für Politische Bildung und das Land Brandenburg. Die Veranstaltung gewann durch einen besonders innovativen Rahmen, der sich deutlich von üblichen Fortbildungsveranstaltungen abhob: Partner aus der Praxis und aus dem theoretischen Umfeld boten Themen-Tische an, zu denen sich die Teilnehmer gruppierten. Das Format ermöglichte eine Auseinandersetzung mit allen Themen und einen regen Austausch.

Wikimedia Deutschland hat sich in diesem Jahr das Ziel gesetzt, Akteure im Themenfeld der Open Educational Ressources (dt: Freie Inhalte im Bildungsbereich) zu vernetzen. In diesem Rahmen nutzten wir diese Chance dazu, uns zu Beginn gleich einmal den Input der Lehrenden direkt zu holen. Ein erster Schritt dazu fand hier statt! Weitere werden folgen. An unserem Tisch zu “Freiem Wissen im Unterricht” wurde an diesem Tag, nach einem kurzen Input, im Wesentlichen über zwei Fragen diskutiert: Zum einen über das (fehlende) Problembewusstsein der Lehrenden und zum anderen über die Frage wo man denn nun diese “Freien Inhalte” eigentlich finden kann.

Die “Kultur des Teilens”

Elly Köpf, CC-BY-SA 3.0

Bei vielen Lehrern herrscht noch immer die Vorstellung alles was im Internet stehe, sei doch “frei” verfügbar und damit “frei”. “Wo sei denn da das Problem?”, fragte einer der Lehrenden. Alle Teilnehmenden zeigten sich jedoch sehr interessiert an den Merkmalen Freien Wissens und den Creative Commons Lizenzen. Fasst man die Beobachtungen zusammen, so wird deutlich, dass die Idee, Inhalte durch einen gemeinschaftlichen Prozess zu verbessern, immer noch nicht im schulischen Kontext angekommen ist. Im Kern bleibt somit die Feststellung, die sich in jedem Kontakt mit Lehrenden wiederholt, der Mehrwert kollaborativ erstellter Freier Inhalte bleibt der derzeitigen Lehrsituation fremd. Zu unserer Frage, wie “Freie Inhalte im Unterricht” genutzt werden können, ergab sich eine Diskussion, die diese Beobachtung unterstrich. Unter dem Schlagwort “Wissen verändern, verändertes Wissen” wurde deutlich, dass eine Auseinandersetzung mit Freien Lizenzen und Freiem Wissen immer auch zu der Frage führt, was Bildung eigentlich bedeutet und welchen Stellenwert der Bildung in der heutigen Zeit eingeräumt werden sollte. Ist es der “rote Faden”? Ist es Inhalt? Die Idee Freien Wissens kann für die Schule in jedem Fall bedeuten, sich für kollaborative Prozesse (ob mit oder ohne Internet) zu öffnen.

Vom Suchen und Finden

Aber auch wenn Lehrer bereit sind, Freies Wissen in den Unterricht einzubinden, so ergeben sich immer noch einige Hürden. Es ist sehr schwer für Lehrende, eine korrekte Angabe sicherzustellen und Freie Inhalte im Internet zu suchen. Gerade die Lehrenden, die sich gerne mehr mit Freien Inhalten beschäftigen möchten, bekommen hier bislang nur wenig Unterstützung. Erweiterte Sucheinstellungen, Wikimedia Commons oder CC-Search, sind kaum bekannt. Die Forderungen der Anwesenden waren eindeutig: Mehr Aufklärung zu Urheberrecht und Mediennutzung in der Lehrerausbildung und eine leichtere Handhabung freier Inhalte. Ein fehlendes Problembewusstsein der Lehrenden wird immer wieder sichtbar und damit auch die Frage danach, wie ein solches Problembewusstsein entstehen kann. So lange sich Lehrende in der rechtlichen Grauzone sicherer fühlen, als in der Nutzung Freier Inhalte, wird die Debatte nicht zu einer aktiven Umsetzung führen.

 

Was nimmt man aus einem so intensiven Tag mit? Im schulischen Bereich mangelt es an einem Verständnis für Quellennutzung, Recherche und Urheberrecht. So lange das nicht bereits in der Lehrerausbildung thematisiert wird und keine Förderung “kollaborativer Arbeitsformen” in der Schule stattfindet, bleibt es für die Einbindung Freier Inhalte in der schulischen Bildung schwer.  Auf politischer Ebene muss sich zum einen die Fortbildung von Lehrenden auf einer breiten Ebene verändern, zum anderen ist der Themenschwerpunkt der “kritischen Medienkompetenz” im schulischen Bereich ein wichtiger erster Schnitt für eine aktive Auseinandersetzung mit Inhalten im Netz. Die Förderung von Freiem Wissen und damit auch Open Educational Ressources darf damit nicht dem Einzelnen überlassen werden, sondern muss von staatlicher Seite unterstützt werden.

 

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Wikimedia:Woche 6/2013

Die Wikimedia:Woche ist die wöchentliche Zusammenfassung von aktuellen Nachrichten aus der internationalen Wikimedia-Bewegung. Der gemeinschaftliche Mailing-Newsletter von Freiwilligen und Wikimedia Deutschland wird immer donnerstags in Wikipedia, auf der Mailingliste des Vereins und auch hier im Blog veröffentlicht.

Interessierte sind herzlich eingeladen, bei der Zusammenstellung von interessanten Links und Themen mitzumachen. Bis zum jeweils folgenden Donnerstag wird hier gesammelt.

Viel Spaß beim Lesen!

 

= Wikimedia:Woche (6/2013) =

Frühere Ausgaben sind archiviert unter:

Die Liste der Beitragenden kann der Versionsgeschichte der jeweiligen Ausgabe im Archiv in Wikipedia entnommen werden.

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CC PLAY – Das 20. Jahrhundert zum Puzzeln

Im Internet lagert ein Schatz. Hunderttausende von historischen Bildern – verschlagwortet, hochgeladen und dann meist vergessen. Marcus Bösch, einer  der Gewinner im WissensWert-Ideenwettbewerb 2011, will das mit dem digitalen Puzzle-Spiel CC PLAY ändern. CC PLAY ist kostenlos, webbasiert und speist sich aus mehreren tausend Bildern des Bundesarchivs, die mit Informationen der deutschsprachigen Wikipedia verknüpft wurden. 

CC PLAY, The Good Evil via Flickr, CC-BY
CC PLAY, The Good Evil via Flickr, CC-BY

“Spielerisch erfahrbar werden so weite Teile der deutschen Geschichte des 20. Jahrhunderts. Historische und nicht ganz so historische Momente: Vom Hitlerputsch 1923 bis zur Birkensafternte in Colditz 1985. Egal ob Bangemann, Wehner oder Wischnewski – alle mit dabei. Nur eben ein bisschen durcheinander.

CC PLAY wird so zu einem historischen Foto-Puzzle mit angeschlossener Infothek für unterwegs. Egal ob Smartphone, Tablet oder klassischer PC, durch die HTML5-basierte Umsetzung lässt sich das Spiel ohne ergänzende Plugins in allen modernen Webbrowsern ausprobieren.

CC PLAY ist Preisträger des Wettbewerbs WissensWert und wurde von Wikimedia Deutschland e.V. finanziell unterstützt. Alle eigenen und alle verwendeten Inhalte stehen unter freien Lizenzen und können weiterverwendet werden. Möglich gemacht hat das unter anderem eine Kooperation von Bundesarchiv und Wikimedia aus dem Jahr 2008.”

Besonders erfreulich ist außerdem, dass die Entwicklung von CC PLAY für Marcus einer der Beweggründe war, weiter zu machen und direkt ein kleines Game Studio zu gründen: Gemeinsam mit Linda Kruse rief er im Januar 2013 die the Good Evil GmbH ins Leben, die sich auf die Produktion von so genannten Serious Games konzentriert – digitalen Spielen die nicht ausschließlich der Unterhaltung dienen.

Viel Spaß beim Puzzlen!

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First parts of phase 2 of Wikidata going live

(The German version of this article is here.)

A few days after the roll-out of the first phase of Wikidata on the first three Wikipedias (Hungarian, Hebrew and Italian) the next step for Wikidata happened today. The first parts of phase 2 (infoboxes) are now in use on wikidata.org.

What does this mean?

an example for phase 2 of Wikidata

With this deployment you will be able to create statements. To do this you connect items with properties to other items or to content on Wikimedia Commons. This sounds more complicated than it really is. Here is an example: You will be able to create a property “child”. Then you can add a statement to the item for Marie Curie using this property to say that she is the mother of Irène Joliot-Curie and Ève Curie. You can then create another property “portrait”. Using this you can add another statement to the item for Marie Curie linking to a portrait of her on Wikimedia Commons. You can support all of these statements by adding references to them. You can see the result of this in the screenshot.

Just like we did with the language links, this is currently only on wikidata.org and not yet used on any Wikipedia. Additionally it is limited to two data types (items and images on Wikimedia commons). More data types will follow later. These include for example coordinates and dates. Also, the references are currently overly simple and allow only a single property and value. In the future, this will be a list of such properties and values, so that you can make more structured references. Bear with us as we roll out iteratively.

What’s next?

The next step is deployment of the language link part to the English language Wikipedia. This is currently planned for February 11. After that all other Wikipedias will follow. This is currently planned for February 27.

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Erste Teile von Phase 2 von Wikidata in Betrieb

Wenige Tage nach der Inbetriebnahme der ersten Phase von Wikidata auf den ersten drei Wikipedien (Ungarisch, Hebräisch und Italienisch) kommt heute der nächste Schritt für Wikidata. Die ersten Teile von Phase 2 (Infoboxen) werden jetzt auf wikidata.org genutzt.

Was bedeutet das?

Beispiel für Phase 2 von Wikidata

Mit diesem Schritt bist du in der Lage Aussagen anzulegen. Um das zu tun verbindest du Objektseiten mit Hilfe von Eigenschaften mit anderen Objektseiten oder Inhalten auf Wikimedia Commons. Das klingt komplizierter als es wirklich ist. Hier ist ein Beispiel: Du kannst eine Eigenschaft “Kind” anlegen. Dann kannst du eine Aussage zur Objektseite für Marie Curie hinzufügen mit dieser Eigenschaft um anzugeben, dass sie die Mutter von Irène Joliot-Curie und Ève Curie ist. Danach kannst du eine Eigenschaft “Porträt” anlegen. Mit diesem kannst du eine weitere Aussage zur Objektseite von Marie Curie hinzufügen und auf ein Porträt von ihr auf Wikimedia Commons verlinken. Du kannst alle diese Aussagen untermauern indem du ihnen Referenzen hinzufügst. Das Resultat kannst du im Screenshot sehen.

Wie wir es bereits bei den Sprachlinks gemacht haben, ist auch diese Phase zuerst nur auf wikidata.org und wird noch nicht auf einer Wikipedia genutzt. Zusätzlich ist es auf zwei Datentypen (Objektseite und Bilder auf Wikimedia Commons) beschränkt. Mehr Datentypen werden folgen. Diese werden zum Beispiel Koordinaten und Kalenderdaten sein. Außerdem sind Referenzen aktuell noch relativ simpel und erlauben nur eine einzige Eigenschaft und einen Wert. In Zukunft wird es eine List dieser Eigenschaften und Werte geben, sodass du strukturiertere Referenzen eingeben kannst. Bitte habe Geduld mit uns während wir das iterativ weiter entwickeln.

Was kommt als nächstes?

Der nächste Schritt ist die Inbetriebnahme des Sprachlinkteils auf der englischsprachigen Wikipedia. Das ist aktuell für den 11. Februar geplant. Danach werden alle anderen Wikipedien folgen. Das ist aktuell für den 27. Februar geplant.

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