Die finalen Versionen der RENDER-Tools sind da

Artikellistengenerator

Seit heute sind die finalen Versionen der Unterstützungswerkzeuge online verfügbar. Diese wurden im Rahmen des RENDER-Projekts entwickelt und ermöglichen es Wikipedia-Nutzern den Status von Artikeln zu verstehen sowie Artikel zu finden, die möglicherweise einer Bearbeitung bedürfen. In den letzten Wochen haben wir Vorschläge und Anmerkungen, die wir während der RENDER-Team Communities-Tour gesammelt haben, sowie Erkenntnisse unserer Tests eingebaut und die Werkzeuge entsprechend angepasst.

Der Artikellistengenerator enthält neben einer Reihe kleinerer Anpassungen zwei neue Filter. Jetzt ist es möglich zusätzlich nach Artikeln zu suchen, die seit mehr als 12 Stunden nicht gesichtet wurden, sowie nach verwaisten Seiten, also Artikeln, die von keinem anderen Artikel aus erreicht werden können. Im Artikelmonitor haben wir einige vor allem strukturelle Veränderungen vorgenommen. An dieser Stelle danken wir nochmals allen, die uns mit Hinweisen, Fragen und Ideen unterstützt haben.

Alle Entwicklungen von RENDER laufen nun auch auf Wikimedia Labs. Nachdem die von uns benötigten Datenbanken seit kurzem zur Verfügung stehen, konnten wir den Umzug realisieren. Wer zu diesem Prozess mehr wissen möchte, kann seine Fragen gerne an Johannes Kroll richten.

Was kommt als Nächstes? RENDER selbst wird noch bis Ende September 2013 weiterlaufen. In der verbleibenden Zeit werden wir noch eine Reihe von Tests durchführen und unsere Ergebnisse dokumentieren. Während der diesjährigen Wikimania in Hong Kong werden wir die fertigen Tools vorstellen und über die nächsten Schritte sprechen, um die Nutzeroberflächen der Werkzeuge auch in anderen Sprachversionen verfügbar zu machen. Die Werkzeuge werden auch nach Projektende noch verfügbar sein und nach Bedarf angepasst und erweitert werden. Bei weiteren Fragen meldet euch gerne unter render@wikimedia.de.

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Was scheren mich die Wikimedia-Marken- und Datenschutzrichtlinien?

tl;dr: Die Foundation bittet die Communities um Anregungen und Diskussion zur Überarbeitung der Markenrichtlinie und der Datenschutzrichtlinie.

Neben den Board- und FDC-Wahlen (wir berichteten) stehen gerade noch weitere Themen auf der internationalen Wikimedia-Agenda, die für die lokalen Communities von hoher Relevanz sind.

Die Wikimedia Foundation lädt die Communities ein, Kommentare und Anregungen zur Reform der Markenrecht- und Datenschutzrichtlinien abzugeben. Beide Diskussionsprozesse werden sich noch über Monate hinziehen: Zunächst wird allgemeiner Input gesammelt, dann werden die neuen Richtlinien entworfen und weiter diskutiert, bis man sich letztendlich auf eine hoffentlich für alle Beteiligten sinnvolle und positive Endfassung einigt. Einige erinnern sich vielleicht noch an den Diskussionsprozess zu den Nutzungsbedingungen aus dem Jahr 2011.

Markenrichtlinie

Die aktuelle Markenrichtlinie, die die Verwendung von Wikimedia-Wort- und Bildmarken regelt, wurde zuletzt im Jahr 2009 aktualisiert und soll nun gemeinsam mit interessierten Movement-Partnern und Communities überarbeitet werden. Ich zitiere hier aus der Übersetzung des WMF-Statements auf Meta:

Wikimedia-Logo

Die Wikimedia-Marken stehen für die hohe Qualität, Integrität und Offenheit der Projekte der Wikimedia-Bewegung und dienen zur Verhinderung irreführender, schädlicher und verwirrender Aktivitäten, die sich negativ auf unser Leitbild auswirken könnten. Die Wikimedia Foundation wahrt die Interessen der Community von Ehrenamtlichen, die täglich am Aufbau des guten Rufs mitarbeiten, für den die Marken stehen. Wir sind rechtlich verantwortlich dafür, durch unsere Leitlinien und Vorgehensweisen die Markenrechte zu bewahren und zu schützen. Gleichzeitig möchten wir es den Mitgliedern der Community so einfach wie möglich machen, die Marken zu nutzen, um unser Leitbild zu unterstützen.

Wir wollen daher eine Diskussion über eine Aktualisierung unserer Markenrichtlinie und markenbezogenen Vorgehensweisen führen. Uns interessiert eure Meinung dazu, wie unsere Marken für die Mitglieder der Community, Organisationen der Bewegung und Dritte zum Einsatz kommen sollten.

Geoff Brigham und Yana Wellinger (WMF-Justiziare) geben in ihrem Statement Einblick in die Dinge, die ihrer Meinung bisher gut laufen und strengen einige generelle Überlegungen zur Aktualisierung von Markenrichtlinie und markenbezogenen Vorgehensweisen an.

Am Ende bitten sie um Kommentare und Bedenken zu einer neuen, geänderten Markenrichtlinie und Vorgehensweisen. Interessierte können sich dabei an folgenden Fragen entlanghangeln, oder eigene Themen in die Diskussion einbringen: Weiterlesen »

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Wikimedia:Woche 25/2013

Die Wikimedia:Woche ist die wöchentliche Zusammenfassung von aktuellen Nachrichten aus der internationalen Wikimedia-Bewegung. Der gemeinschaftliche Mailing-Newsletter von Freiwilligen und Wikimedia Deutschland wird immer donnerstags – aufgrund des Feiertags ausnahmsweise diese Woche am Freitag – in Wikipedia, auf der Mailingliste des Vereins und auch hier im Blog veröffentlicht.

Interessierte sind herzlich eingeladen, bei der Zusammenstellung von interessanten Links und Themen mitzumachen. Bis zum jeweils folgenden Donnerstag wird hier gesammelt.

Viel Spaß beim Lesen!

= Wikimedia:Woche 25/2013 =

Frühere Ausgaben sind archiviert unter:

Die Liste der Beitragenden kann der Versionsgeschichte der jeweiligen Ausgabe im Archiv in der Wikipedia entnommen werden.

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Wikipedianer gehen in Braunschweig unter die Römer

Braunschweigisches Landesmuseum (Foto: M. Kruszewski; CC-BY-SA 3.0)

Kommendes Wochenende reisen rund 20 Wikipedianer nach Braunschweig, um im Vorfeld der großen Landesausstellung “Die Römer kommen! Roms vergessener Feldzug” alles über das römische Schlachtfeld am Harzhorn zu erfahren.
Die Veranstaltung findet im Rahmen des Projekts GLAM on Tour statt, das lokale Kulturkooperationen mit Wikipedia-Gruppen fördert. Drei Tage lang öffnet das Braunschweigische Landesmuseum für die Wikipedianer seine Pforten, um einen Überblick über die sensationellen Funde der Grabungsstelle bei Kalefeld zu geben, die in der Fachwelt für Aufsehen sorgen. 2008 wurden hier Fundstücke entdeckt, die auf ein Gefecht zwischen Römern und Germanen im 3. Jhd. n.C. hindeuten.

Ein willkommener Anlass, um GLAM-Aktivisten und Wikipedianer aus dem Raum Braunschweig einzuladen, die Grabungsstelle im Vorfeld zu erkunden, mit Artikelarbeit zu beginnen, zu fotografieren und mit Wissenschaftlern, Archäologen und Museumsmitarbeitern ins Gespräch zu kommen. Im Zentrum der dreitägigen Veranstaltung stehen ein Vortrag zur Wikipedia und ein Musketiertreffen für Interessierte und Wikipedia-Neulinge. Besonders vergnüglich und ertragreich für die Artikel- und Fotoarbeit wird sicherlich die gemeinsame Bus-Exkursion zum Schlachtfeld (einige Plätze sind noch vorhanden, bei Interesse hier anmelden). Das Programm ist umfangreich, die Fachliteratur für die Quellenarbeit und die Fundstücke zum Fotografieren im Museum bereitgestellt, WLAN und Hashtag eingerichtet, die Sinne geschärft. Man darf gespannt sein!

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Keine Wundertüte: Urheberrechtspaket auf dem Weg

100 Tage vor der Bundestagswahl bzw. 11 Tage vor dem Beginn der Parlamentsferien schließt sich das Fenster, um noch Gesetzgebungsvorhaben über die Bühne zu bringen. Ein solches Vorhaben ist das Gesetz zur Nutzung verwaister und vergriffener Werke und einer weiteren Änderung des Urheberrechtsgesetzes, das von der Bundesregierung eingebracht wurde. Hierin enthalten sind zwei Themen des Urheberrechtes, die uns die ganze Legislaturperiode über begleitet haben:

  1. Die Umsetzung der Richtlinie 2012/28/EU zur Nutzung verwaister Werke
  2. Die Einführung eines unabdingbaren Zweitveröffentlichungsrechts

Wikimedia Deutschland hat zu beiden Themen in der Vergangenheit öffentlich und insbesondere auch in Stellungnahmen gegenüber dem Bundesministerium der Justiz seine Haltung deutlich gemacht. Für alle Neudazugekommenen gibt es dazu folgende stark verknappte Zusammenfassung:

  1. Verwaiste Werke sind urheberrechtlich geschützte Werke, deren Rechteinhaber nicht auffindbar sind und die daher bislang nicht genutzt (z.B. digitalisiert bzw. im Netz veröffentlicht) werden dürfen. Die EU-Richtlinie bestimmt, unter welchen eng gezogenen Bedingungen eine solche Nutzung dennoch möglich sein soll. Die EU-Mitgliedsstaaten erhalten Zeit bis Oktober 2014, diese Richtlinie in nationales Recht umzusetzen. Nach der Richtlinie wird es nicht möglich sein, verwaiste Werke in Wikimedia-Projekten zu nutzen, weil die erlaubten Nutzungshandlungen zu restriktiv sein werden.
  2. Ein unabdingbares Zweitveröffentlichungsrecht ist das Recht eines Autors, auch dann sein eigenes Werk z.B. auf seiner eigenen Homepage zu veröffentlichen, wenn er im Rahmen eines „Total Buyout“-Vertrages alle Nutzungsrechte an einen Verlag übertragen hat. Je nach Lesart soll dieses Zweitveröffentlichungsrecht es ermöglichen, die Zahl der Open-Access-verfügbaren Forschungspublikationen zu erhöhen.

Am 10. Juni fand im Rechtsausschuss des Bundestages eine Anhörung von Sachverständigen zu dem Gesetzesentwurf der Bundesregierung und den Entwürfen der Oppositionsfraktionen statt. Die Stellungnahmen der Sachverständigen sind – mit einer Ausnahme – ebenfalls online verfügbar.

Während es bei den Verwaisten Werken vorwiegend um die Umsetzung einer EU-Richtlinie in nationales Recht geht und daher die Gestaltungsmöglichkeiten stark begrenzt sind, entzündete sich bei dem zweiten Thema ein teilweise quer zu Regierungskonstellationen verlaufender Streit über das Ob und die Frage, wer hier nun davon profitieren werde. Unstrittig unter allen Sachverständigen war, dass der vorgeschlagene §38 Abs. 4 UrhG nur einen sehr kleinen Kreis an Urhebern betreffen wird, ohne dass handfeste Gründe für eine solche enge Definition vorliegen.

Von Oppositionsseite ist kein Widerstand mit Händen und Füßen gegen dieses Gesetz zu erwarten, insbesondere für den Bereich Verwaiste Werke ist sogar von einigen redaktionellen Formulierungen und Präzisierungen abgesehen Konsens zur Regelung. Beim Zweitveröffentlichungsrecht ist die Situation bizarrer, da es ja insbesondere ein Wunsch der Oppositionsfraktionen war, Urheber gegenüber Verlagen in ihrer Position zu stärken und etwas zur Förderung von Open-Access-Publikationen zu unternehmen. Dass die Regierung die Forderungen der Opposition in einer Schmalspurvariante übernimmt, die nahezu keine praktische Relevanz entfalten wird, ist mehr als ein Kuriosum. Es offenbart vielmehr die völlig entgegengesetzten Vorstellungen über den Freiheitsbegriff und die Waffengleichheit zwischen Urhebern und Verlegern.

 

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Wikimedia:Woche 24/2013

Die Wikimedia:Woche ist die wöchentliche Zusammenfassung von aktuellen Nachrichten aus der internationalen Wikimedia-Bewegung. Der gemeinschaftliche Mailing-Newsletter von Freiwilligen und Wikimedia Deutschland wird immer donnerstags – aufgrund des Feiertags ausnahmsweise diese Woche am Freitag – in Wikipedia, auf der Mailingliste des Vereins und auch hier im Blog veröffentlicht.

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Foundation und Organisationen

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Die Datenwüste und das Wasser (update 13. Juni)

Michel Vorsprach; Deich in Lostau Lizenz: Creative Commons cc-by-sa 2.0

Tagelange Regenfälle haben seit Mai in Mitteleuropa zu schweren Hochwassern geführt. Während sich Bürger in süddeutschen Ländern schon an die Aufräumarbeiten wagen können, bereiten sich ihre Nachbarn in Niedersachsen auf das Eintreffen der Flutwelle vor. An einigen Orten wurden die höchsten Pegelstände seit Aufzeichnungsbeginn gemessen, nach Behördenangaben verloren bis heute mindestens 21 Menschen ihr Leben, die Zahl der von Evakuierungen betroffenen Menschen ist um ein Vielfaches höher. Zu den Schäden in Milliardenhöhe kommen zusätzliche Kosten für den Bau neuer Deichanlagen, die in Zukunft für Schutz vor dem Wasser bieten sollen.

Zusätzlich zu den vielen Helfern von Feuerwehr, THW, DLRG und Bundeswehr arbeiten Behörden des Bundes und der Länder daran, Hilfe für Betroffene zu organisieren. Ein wichtiger Baustein ist die Beschaffung, Pflege und Verteilung von Informationen zur aktuellen Situation. Für Bürgerinnen stehen Hochwasserportale bereit, die Pegelstände zusammenfassen und auf Länderportale verweisen. Wie die eigentlichen Daten bereitgestellt werden, ist je nach Bundesland höchst unterschiedlich, in den meisten Fällen ist der gedachte Anwendungsfall nur das Ansehen, nicht das Weiternutzen der Daten. Eine für Betroffene besonders interessante Seite ist das Zentrum für Satellitengestützte Kriseninformation, das vom vom Deutschen Fernerkundungsdatenzentrums des DLR betrieben wird. Auf den Seiten des ZKI werden tagesaktuell Karten mit Hochwassersituationen betroffener Regionen bereitgestellt. Ein Download der Daten in geringer und mittlerer Auflösung ist erlaubt, die höchste Auflösung ist derzeit für Bürgerinnen nicht verfügbar.

Da die für die Kartenerstellung verwendeten Geodaten nicht ausschliesslich Geodaten des Bundes sind, findet die noch relativ junge Geodatennutzungsverordnung keine Anwendung, die die kostenlose Freigabe von Geodaten des Bundes an jedermann für beliebige – auch kommerzielle – Zwecke vorsieht.  Michel Vorsprach machte uns heute auf einen Emailwechsel zwischen ihm und dem Bundesinnenministerium aufmerksam, in dem er die Freigabe dieses hochauflösenden Kartenmaterials für seine Heimatregion anfragte. Die Antwort des Innenministeriums ist für einen von der Flut betroffenen Bürger nicht erbaulich:

Sofern Sie darüber hinausgehend einen Bedarf an einem ZKI-Produkt in einer höheren Auflösung, wie sie z.B. den Einsatz- und Krisenstäbe oder Hilfsorganisationen vor Ort bereitgestellt werden, begründen können, weise ich vorsorglich darauf hin, dass das BMI nach § 63 Abs. 3 der Bundeshaushaltsordnung (BHO) dazu verpflichtet ist, Vermögensgegenstände nur zu ihrem vollen Wert zu veräußern. Dazu gehören auch die Dateien (Karten). Wir gehen dabei von einem Wert pro Kartenprodukt von ca. 800 Euro aus.

Wikimedia Deutschland hat mit Michel Vorsprach, dem DLR (das wir als sehr offen gegenüber Freien Lizenzen erleben konnten) und dem Referat O 7 des Bundesinnenministeriums Kontakt aufgenommen. Wir setzen uns für die Bereitstellung von verfügbarem Kartenmaterial für jedermann ein. Dazu gehört kurzfristig das Kartenmaterial für jedermann wenigstens zur Ansicht und mittelfristig unter Verwendung Freier Lizenzen, auch in Vektorformaten und als Rohdaten zur Weiternutzung. Die Rechnung des BMI halten wir für wenig plausibel und haben unsere Gründe dargelegt, warum es bereits auf heutiger Rechtsgrundlage möglich ist, Michel Vorsprach die gewünschte Karte zu einem deutlich niedrigeren Betrag als 800 Euro zu übermitteln; auch eine kostenfreie Abgabe halten wir für rechtlich möglich.

Nach unserer Auffassung gibt es keinen Bedarf nach Spezialvorschriften, die situativ den Datenbedarf stillen, wie beispielsweise ein Hochwasserinformationsweiterverarbeitungsgesetz oder eine Open Data-Verordnung spezifisch für den Katastrophenschutz. Die Weiterentwicklung von Informationsfreiheitsgesetzen (auf europäischer Ebene: Die Direktive über Public Sector Information) und eine Reform des Urheberrechts an staatlichen Werken würde helfen, rechtliche Hürden bei der Weitergabe von allen relevanten Behördendaten zu reduzieren. Im Falle der Geodaten ist das DLR zwar formal ein eingetragener Verein, seine Mittel kommen jedoch überwiegend aus dem Bundeshaushalt und die Arbeit des DLR bei der Erforschung des Alls und der Erde wurden bereits von den Steuerzahlern einmal finanziert.

Weiterführende Links:

[update 13. Juni 2013: Michel Vorsprach schreibt in einem Blog, dass das Bundesinnenministerium ihm kostenfrei eine hochaufgelöstde Version der ZKI-Karte seiner Region zugeschickt hat]

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Eure Chance: Die WMF-Wahlen haben begonnen!

tl;dr: Die wichtigsten Wahlen in der Wikimedia-Universum haben begonnen. Alle Kandidierenden samt Fragen und Antworten (in deutscher Sprache!) sowie den Link zum Wahlinterface auf Meta.

Q&A with the board of the Wikimedia Foundation by Pierre-Selim via Wikimedia Commons, CC-BY-SA

Mit einer Woche Verzögerungen haben am Samstagmorgen die wichtigsten Wahlen im Wikimedia-Universum begonnen: Alle Mitglieder der Community sind dazu aufgerufen, drei Vertreter für das Board of Trustees und zwei neue Mitglieder für den Spendenverteilungssauschuss (FDC) plus eine Ombudsperson zu wählen. Der Wahlzeitraum geht bis zum 22. Juni 2013, die Ergebnisse sollen zwischen dem 25. und 28. Juni veröffentlicht werden.

In den vergangenen Jahren waren Interesse und Beteiligung der deutschsprachigen Communities an den Wahlen eher verhalten. Das ist schade, denn im Grunde wird hier eine tolle Möglichkeit verspielt, sich in die Gestaltung der Arbeit von Board und FDC und damit auch in die Entwicklung des Wikimedia-Universums aktiv einzubringen. Die deutschsprachigen Communities haben das begründete Bedürfnis, auf dem internationalen Wikimedia-Parkett mitzumischen. In unterschiedlichen Debatten gab es immer wieder Reibungspunkte und den Wunsch nach mehr Mitsprache und Mitwirkung. Gerade für eine der größten Communitys ist diese Wahl eine gute Chance, sich mehr Gehör für die eigenen Anliegen, Vorstellungen, Sorgen und Wünsche zu verschaffen.

Gibt es deutschsprachige Kandidierende?

Ja, gibt es!

Delphine Ménard (Benutzerin:Notafish), derzeit stellvertretende Vorsitzende von Wikimedia Deutschland, kandidiert für eine der beiden Plätze im Funds Dissemination Committee. Des Weiteren geben verschiedene Kandidierende an, dass sie zumindest grundlegende Sprachkenntnisse des Deutschen verfügen: Jeromy-Yu Chan (Yuyu), Samuel Klein (Sj), und Michel Aaij (Drmies).

Aber da ist ja alles auf Englisch!

Vieles ist auf Englisch, zugegeben. Dennoch haben wir – die Stabsstelle Internationales, zur Zeit bestehend aus Cornelius Kibelka, der mich als Werkstudent unterstützt, und mir – daran gearbeitet, viele der Seiten auch auf Deutsch zugänglich zu machen. Alle Vorstellungen der Kandidatinnen und Kandidaten sind ins Deutsche übersetzt worden. Des Weiteren haben wir zumindest einen Großteil der zahlreichen Fragen an die Kandidierenden samt Antworten übersetzt. Und natürlich ist das Wahl-Interface selbst auch auf Deutsch verfügbar.

Damit haben nun alle die Chance, sich auf Deutsch über ihre Wunschkandidaten zu informieren und sich aktiv an der Wahl zu beteiligen. Anschließend möchten wir dann gerne auswerten, ob dieses Vorgehen für euch als Wahlberechtigte hilfreich war und gemeinsam überlegen, für welche weiteren Anlässe solche umfassenden Übersetzungen sinnvoll sein können.

Ok, verstanden, aber wo ist denn jetzt der Wahllink?

Wahlen (Abbildung ähnlich); Bundesarchiv, Egon Steiner, CC-BY-SA via Wikimedia Commons.

Alle Links im Banner, die derzeit in allen Wikimedia-Wikis zu sehen sind, führen auf die deutschsprachige Meta-Seite zur Wahl. Von dort aus ist es nur ein Klick weiter zum Wahl-Interface.

Bin ich denn überhaupt stimmberechtigt?

Du kannst von jedem registrierten Benutzerkonto abstimmen, das du auf einem Wikimedia-Wiki besitzt. Du darfst nur einmal abstimmen, egal wie viele Accounts du hast. Du bist wahlberechtigt, wenn du:

  • nicht in mehr als einem Projekt gesperrt bist,

  • nicht im Projekt, von dem aus du wählst, gesperrt bist,

  • kein Bot bist,

  • in den Wikimedia-Wikis mindestens 300 Bearbeitungen vor dem 15. April 2013 getätigt hast (Bearbeitungen auf mehreren Wikis können zusammengefasst werden, wenn deine Konten in einem globalen Konto zusammengefasst sind),

  • und mindestens 20 Bearbeitungen zwischen dem 15. Dezember 2012 und dem 30. April 2013 getätigt hast.

Was macht das Board of Trustees?*

Das Board of Trustees, zu Deutsch in etwa mit „Kuratorium“ zu übersetzen, ist nach amerikanischem Stiftungsrecht das höchste Organ der Wikimedia Foundation und trifft alle maßgeblichen Entscheidungen über die Zukunft der Wikimedia-Projekte. In welche Richtung werden sich die Wikipedia, die Commons und ihre Schwesterprojekte sowie die gesamte Bewegung in Zukunft entwickeln? Welche Maßnahmen werden getroffen, um neue Autoren zu gewinnen? Welche technischen Neuerungen werden finanziell vorangetrieben? All diese Fragen und noch viele weitere beschäftigen die Mitglieder des Kuratoriums und sind auch für die lokalen Communities höchst interessant. Deswegen haben die Communities das Recht, ihre Vertreter in diesem Gremium selbst zu bestimmen (fünf der zehn Kuratoriumsmitglieder werden direkt durch die Community gewählt, von diesen stehen aktuell drei Plätze zur Wahl) und damit auch die Richtung vorzugeben, die sie für die Richtige halten.

Was macht das Funds Dissemination Committee?

Das Funds Dissemination Committee, zu Deutsch in etwa „Spendenverteilungsausschuss“, arbeitet eng mit dem Board of Trustees zusammen und legt diesem Vorschläge vor, in welcher Art und Weise die zur Verfügung stehenden Mittel verwendet und verteilt werden sollen. Jährlich durchlaufen viele Wikimedia Chapter – auch Wikimedia Deutschland – einen vom FDC koordinierten Prozess, um im Rahmen einer Förderung Gelder zugewiesen zu bekommen, mit denen lokale Projekte umgesetzt werden können. Das FDC überwacht des Weiteren regelmäßig die Verwendung der gewährten Mittel durch die Geldempfänger und sichert so einen verantwortungsvollen Umgang mit den Spendenmitteln der Wikimedia-Bewegung.

Was macht die Ombudsperson?

Die Ombudsperson – derzeit ist es mit Susana Morais eine Ombudsfrau – dient als Schlichterin zwischen den verschiedenen Beteiligten im Prozess des FDC, also zwischen Bewerberinnen, Empfängerinnen, dem Verteilungssauschuss selbst, dem Board of Trustees und den Mitarbeiterinnen der Foundation. Die Ombudsperson dokumentiert die Prozesse und nimmt jederzeit Kritiken und Beschwerben in Bezug auf den Verteilungsprozess an. Im letzten Jahr wurden die Ombudsperson bspw. bei zweiten Runden des Förderprozesses angerufen, nachdem die Bewerbungen von Wikimedia Hongkong und Wikimedia Tschechien keinen Erfolg hatten.

Und wenn ich noch andere Fragen habe?

Wenn du allgemeine Frage hast, kannst du diese jederzeit auf der Diskussionseite im Meta-Wiki (egal in welcher Sprache) stellen.

Wenn du technische Probleme hast, kannst du dem Wahlkommittee gerne direkt eine Mail schreiben (board-elections@wikimedia.org). Ralf Roletschek ist Mitglied im Wahlkommittee und beantwortet dir die Fragen gerne auch in deutscher Sprache.

Und natürlich stehe ich in der Stabsstelle Internationales (nicole.ebber@wikimedia.de) für Fragen und Anregungen ebenfalls gerne zur Verfügung. Mich interessiert besonders eure Rückmeldung zur erstmaligen Übersetzung der Q&A und ich bin neugierig, ob und wie ihr generell dem Geschehen rund um die Wahl folgt. Jedenfalls: Go vote! :)

 

* Einige der Texte stammen aus einer Mail von Thomas Planinger (WMAT), vielen Dank für die schöne Vorlage!

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Wikimedia:Woche 23/2013

Die Wikimedia:Woche ist die wöchentliche Zusammenfassung von aktuellen Nachrichten aus der internationalen Wikimedia-Bewegung. Der gemeinschaftliche Mailing-Newsletter von Freiwilligen und Wikimedia Deutschland wird immer donnerstags – aufgrund des Feiertags ausnahmsweise diese Woche am Freitag – in Wikipedia, auf der Mailingliste des Vereins und auch hier im Blog veröffentlicht.

Interessierte sind herzlich eingeladen, bei der Zusammenstellung von interessanten Links und Themen mitzumachen. Bis zum jeweils folgenden Donnerstag wird hier gesammelt.

Viel Spaß beim Lesen!

= Wikimedia:Woche 23/2013 =

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Die Liste der Beitragenden kann der Versionsgeschichte der jeweiligen Ausgabe im Archiv in der Wikipedia entnommen werden.

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Großspende für Wikidata

Heute hält Denny Vrandecic vom Wikidata-Team einen Vortrag auf der Semantic Technology and Business Conference in San Francisco. Dabei kann er neben den vielen inhaltlichen Punkten, die das Team in der ganzen Welt vor Datenenthusiasten präsentiert, auch auf großartige finanzielle Unterstützung verweisen: Das Wikidata-Team und Wikimedia Deutschland freuen sich, eine Großespende über 150.000 Euro durch den Suchmaschinenbetreiber Yandex verkünden zu können. Mit diesen zusätzlichen Mitteln können Kernfunktionen des Projekts weiterentwickelt werden. Details sowie Kommentare von Denny und Pavel Richter sind in unserer Pressemitteilung zur Spende nachzulesen.

Yandex wurde 1997 gegründet und betreibt heute die meistgenutzte Suchmaschine Russlands. Das Unternehmen gehört zu den fünf größten Anbietern weltweit und ist mit seinen Angeboten auch in der Ukraine, Kasachstan, Weißrussland und der Türkei vertreten. Über die Motivation für das Engagement von Yandex sagt Alexander Shubin, verantwortlich für Web-Standards:

Es ist eine ambitionierte Aufgabe, Objekte der realen Welt und die Beziehungen zwischen ihnen verstehen zu wollen. Für Forscher ergeben sich zahlreiche Hürden dabei. Eine davon ist es, dass eine vollständige und hochwertige Datenbank verfügbar sein muss, die solche Objekte und ihre Eigenschaften und Beziehungen enthält. Niemand kann so etwas allein erstellen. Dafür ist ein gemeinschaftlicher Ansatz nötig, mit der Unterstützung tausender Menschen. Deshalb freuen wir uns, Wikidata unterstützen zu können – denn das Projekt ist ein gemeinschaftlicher und offener Versuch, genau so eine Datenbank zu schaffen.

Die Spende ist keinem festen Zweck innerhalb des Wikidata-Projekts zugewiesen, sondern vergrößert die Möglichkeiten für das Entwickler-Team, die anstehenden Aufgaben zu bewältigen. Hier im Vereinsblog gibt es unter http://blog.wikimedia.de/tag/wikidata/ alle Neuigkeiten und Berichte der letzten Wochen zum nachlesen.

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