Unter der Schirmherrschaft der Deutschen UNESCO- Kommission

Die Deutsche UNESCO-Kommission übernimmt die Schirmherrschaft für die OER-Konferenz 2013! Die UNESCO hat den Begriff und die Definition von Open Educational Resources (dt.: freie Bildungsmaterialien, kurz OER) besonders geprägt, daher ist diese Schirmherrschaft eine besondere Auszeichnung. Die UNESCO sieht zudem in OER die Chance zur Förderung von Wissensgesellschaften und zur Förderung von Bildung für alle Menschen weltweit. OER, so die UNESCO, verfügt über das Potenzial, Bildungsqualität zu verbessern sowie Dialog, Verbreitung von Wissen und Kapazitätsaufbau zu fördern. Auf dem UNESCO-Weltkongress zu OER im Juni2012 wurde eine Abschlusserklärung von OER verabschiedet, die den UNESCO-Mitgliedstaaten eine Förderung des Konzepts OER empfiehlt und dazu aufruft, frei lizensierte Materialien zu unterstützen. Im Juli wird die Deutsche UNESCO-Kommission die Boschüre „Was sind Open Educational Resources – Und andere häufig gestellte Fragen zu OER“ herausgeben, die im Rahmen der OER-Konferenz bereit liegen werden.

Um AkteurInnen in diesem Feld zusammenzubringen, Bündnisse zu schaffen und dem Thema OER die nötige Sichtbarkeit zu verleihen, hat sich Wikimedia Deutschland daher in diesem Jahr dazu entschieden, mit ausgewählten PartnerInnen gemeinsam die erste Konferenz zu freien Bildungsmaterialien (#OERde13) für den deutschsprachigen Raum zu organisieren. Die PartnerInnen sind die Medienanstalt Berlin-Brandenburg, Creative Commons, das Co:llaboratory und die Werkstatt.bpb. Sie bereichern die Konferenz sowohl inhaltlich als auch durch ihre Netzwerke in den Bildungssektor. Die Konferenz findet vom 14.-15.9.2013 in der Kalkscheune (Berlin) statt. Hier können AkteurInnen, WissenschaftlerInnen und EntscheiderInnen aus dem bildungspolitischen Bereich ihre Netzwerke ausbauen und über die zentralen Fragen wie Qualitätssicherung, Finanzierung und Verbreitung von OER diskutieren.

Der Verein hat die Förderung Freien Wissens in der Gesellschaft zum Ziel. Um dieses Ziel zu erreichen, spielt aktuell die Förderung Freier Inhalte im Bildungsbereich eine zentrale Rolle. Seit Ende letzten Jahres und nach mehreren Anhörungen auf Länderebene hat das Thema der freien Bildungsmaterialien an Bedeutung gewonnen. Einzelne Initiativen unterstützen die Idee frei verfügbarer und weiternutzbarer Materialien für Lehrende oder unterstützen deren Erstellung. Dabei ist jedoch zu beobachten, dass es bislang noch kaum Bündnisse in diesem Feld gibt und die Diskussion auf politischer Ebene auch noch sehr zurückhaltend verläuft. Wir hoffen dies durch die Konferenz gemeinsam mit der Deutschen UNESCO-Kommission und unseren PartnerInnen ändern zu können.

Fragen und Anregungen rund um dieses Thema und die OER-Konferenz 2013 gerne per Mail.

Hier geht es direkt zur Anmeldung. Und hier zur Webseite der Konferenz: https://www.wikimedia.de/wiki/OERde13

 

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Diskussionsveranstaltung: An den Rändern der Wikipedia

Hier ein Gastbeitrag von Dirk Franke, der eine Reihe von Veranstaltungen im Rahmen seines Projekts Die Grenzen der Bezahlung ankündigt.

Wikipedia ist eine Erfolgsgeschichte ehrenamtlicher Arbeit. Zehntausende Wikipedianer haben in ihrer Freizeit die größte Enzyklopädie der Welt geschaffen. Doch wenn eine Website über Jahre zu den Top-10-Websites der Welt gehört, eröffnet das Möglichkeiten und weckt Begehrlichkeiten. An den Rändern der Wikipedia bewegen sich Akteure, die mit Geld Einfluss auf Wikipedia nehmen, oder nehmen möchten. Dank der Projektförderung von Wikimedia Deutschland hatte ich, langjähriger Wikipedia-Autor und -Aufräumer, Gelegenheit, diese Ränder näher in Augenschein zu nehmen.

In den nächsten Tagen werde ich von meinen Rand-Beobachtungen berichten. Praktiker, die außerhalb der Wikipedia hauptberuflich schreiben, werden über Realitäten, Möglichkeiten und Zwänge bezahlten Schreibens berichten. Danach folgt eine Diskussion darüber, was die Entwicklungen in diesen Randbereichen für die Zukunft der Wikipedia bedeuten.

Die Veranstaltungen finden statt:

Weitere Veranstaltungen in Freiburg, Leipzig, München und Aachen werden folgen.

Weitere Informationen in der Wikipedia: Die Grenzen der Bezahlung.

*UPDATE, 23.7.13: Dem strahlenden Sonnenschein konnte auch das bezahlte Schreiben nichts entgegensetzen. Der Wiener Termin ist in den Herbst verschoben.

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Ein Mann, ein Ort: Dimitar Dimitrov ist „Wikimedian in Brussels“

1st Wikimedian in Brussels (sailing at Neusiedlersee), Foto: dimi_z, CC-BY-SA 3.0

Wikpedianer sind immer auch Botschafter. Ob sie nun Enzyklopädieartikel erstellen oder Kulturdenkmäler fotografieren – immer repräsentieren sie damit als Individuen zugleich auch die große, gemeinsame Idee: die des Freien Wissens. Manche Wikipedianer beteiligen sich sehr umfassend an den Wikimedia-Plattformen, beraten Hilfesuchende im Support-Team, diskutieren auf Spezialseiten Urheberrechtsfragen oder kommentieren Policy-Richtlinienentwürfe der WMF. Und wieder andere Wikipedianer denken darüber nach, wie man denn die politischen und gesetzgeberischen Voraussetzungen dafür verbessern könnte, dass noch viel, viel mehr kulturelle und staatliche Werke frei verfügbar werden. Ein solcher Botschafter des Freien Wissens ist Dimitar Dimitrov. Er arbeitet im Epizentrum der europäischen Politikmaschinerie, in Brüssel. Und die gute Nachricht ist – er tut dies für uns.

Dimi, so sein bevorzugter Ruf- und Autorenname, kam über verschlungenen Wegen in die belgische Hauptstadt. Seine Biografie, die viel mit Ortswechseln zwischen europäischen Hauptstädten zu tun hat, macht ihn zu einem natürlichen Kosmopoliten. Neben der bulgarischen Muttersprache spricht er auch Englisch und Deutsch fließend, Französisch eignete er sich en passant an. Dies ist auch unerlässlich, um im babylonischen Sprachgewirr der EU-Institutionen zurecht zu kommen und sich Zugänge zu erschließen.

Harte Fragen statt halbgarer Lösungen

Dimi und WMDE fanden durch Zufall zueinander. Während der deutsche Verein gerade seine “Roadmap nach Brüssel” vorlegte, bastelte Dimi bereits im Stillen an einer Seite auf Meta, die in neuer Dringlichkeit darauf hinwies, wie notwendig ein verbessertes Monitorung der Brüsseler Abläufe für den gesamten Wikimedia-Verbund doch sei. Die weitgehende Untätigkeit bei der Urheberrechtsharmonisierung in dieser europäischen Legislaturperiode, die im Ergebnis zu einer ärgerlichen Schutzfristverlängerung und einer halbgaren Lösung für die Nutzung verwaister Werke führte, bedeuteten einen zusätzlicher Antrieb, endlich von der Theorie (“Man müsste mal…”) zur Praxis überzugehen. So kamen wir schnell überein, im April zu einem internationalen Treffen einzuladen, das Dimi hervorragend organisierte und das den Startschuss für die selbsternannte “Free Knowledge Advocacy Group EU” bildete.

Hinter dem Titel verbirgt sich eine virtuelle Gemeinschaft von einigen Wikimedianern aus unterschiedlichen europäischen Ländern, die vornehmlich an politischen Themen arbeiten, die einen direkten oder indirekten Einfluss auf die Rahmenbedingungen unserer Plattformen haben:

  • Wie kann der Unternutzung kultureller Werke durch eine “digitalisierungsfreundlichere” Gesetzgebung begegnet werden?

  • Welche im staatlichen Auftrag erhobenen Daten oder produzierten Dokumente sollte man vom Urheberrechtsschutz ganz ausnehmen?

  • Wie könnte eine für Fotografen leicht nachzuvollziehende Panoramafreiheit aussehen, die noch dazu in allen EU-Mitgliedsländern gleich gehandhabt wird?

  • Gibt es – auch angesichts von PRISM – den Bedarf, Datenschutz als Abwehrrecht gegenüber staatlicher Schnüffelei und kommerzieller Verwertung noch stärker auszugestalten?

  • Wie schärfen wir das allgemeine Bewusstsein für Netz-Intermediäre wie Wikipedia, die von Regulationen mitbetroffen sind, die z.B. auf eine verschärftere Haftung privatwirtschaftlicher Betreiber abstellen?

Diese Fragen – vielleicht abgesehen vom Datenschutz – sind gegenwärtig keinesfalls ganz oben auf der Agenda des Politikbetriebs. Es sind aber UNSERE Anliegen, die wir mittelfristig mit viel Geduld und klugen Aktionen bekannter machen möchten. Dabei ist es unerlässlich, Termine mit Beamten aus Generaldirektionen oder Ausschussvertretern des Europaparlaments wahrzunehmen, Stakeholder-Dialoge zu besuchen und die manchmal sehr komplexe Timeline der legislativen Abläufe im Auge zu haben. Eine der erste Maßnahmen, die Dimi eingeleitet hat, ist deshalb die monatliche Veröffentlichung eines kurzen Monitoring-Berichts auf der Mailingliste advocacy_advisors. Durch solch einen Botschafter, der nicht nur nach Außen agiert, sondern vor allem einen Informationsfluss zwischen Freiwilligen, Chapter-Angestellten etabliert, möchten wir eine bessere Grundlage schaffen, um gemeinsam Positionen zu erarbeiten, die in Brüssel Gehör finden. Dies ist sicherlich ein langer, mühevoller Weg – aber wir freuen uns darauf, ihn gemeinsam mit euch zu beschreiten.

Politische Arbeit ist Informationsverarbeitung

Denn mithelfen und sich einbringen kann wirklich jede/r. Ob man nun als Advocacy Advisor auf der entsprechenden Mailingliste seine Expertise preis gibt, für die inhaltlichen Task Forces Infoflyer erstellt oder in den jeweiligen Monitoring-Dossiers (z.B.: Netzneutralität) hilft, kurze Zusammenfassungen von Reden oder Reports zu schreiben – alles bringt uns voran. Politische Arbeit ist im wesentlichen Informationsverarbeitung und Schreibarbeit.

Daneben würde auch die Programmierung kleiner Tools helfen. Ein benutzerfreundlicher, kollaborativer Kalendar für Meta (mit Google-Funktionalitäten, aber free & open Wikicode) würde die alltägliche Arbeit enorm erleichtern. Auch ein Crawler, der die Mitglieder der jeweiligen Ausschüsse im Europaparlament samt Namen und Emails in Tabellen oder WP-Artikel rüberkopiert, wäre mehr als nur nützlich.

Bei einem jener hochprozentigen Biere, denen man bei einem anständigen Brüsselbesuch kaum ausweichen kann, sprach Dimi scherzhaft aus, was eigentlich der treffendere Name für die EU-Arbeitsgruppe wäre: „Wikimedia European Action System for Enthusiastic Lobbying“ (W.E.A.S.E.L). Das Akronym passt wie die Faust aufs Auge. Denn ganz so, wie uns der entsprechende Wikipedia-Artikel den Nager präsentiert, stellen wir uns nämlich die Arbeit der nächsten Jahre vor: beharrlich, geschickt und ohne jede Beißhemmung.

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Wikimedia:Woche 28/2013

Die Wikimedia:Woche ist die wöchentliche Zusammenfassung von aktuellen Nachrichten aus der internationalen Wikimedia-Bewegung. Der gemeinschaftliche Mailing-Newsletter von Freiwilligen und Wikimedia Deutschland wird immer donnerstags – aufgrund des Feiertags ausnahmsweise diese Woche am Freitag – in Wikipedia, auf der Mailingliste des Vereins und auch hier im Blog veröffentlicht.

Interessierte sind herzlich eingeladen, bei der Zusammenstellung von interessanten Links und Themen mitzumachen. Bis zum jeweils folgenden Donnerstag wird hier gesammelt.

Viel Spaß beim Lesen!

= Wikimedia:Woche 28/2013 =

Frühere Ausgaben sind archiviert unter:

Die Liste der Beitragenden kann der Versionsgeschichte der jeweiligen Ausgabe im Archiv in der Wikipedia entnommen werden.

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Mutig sein in Cottbus

Dies ist ein Gastbeitrag von Lienhard Schulz, der sich für die Gewinnung der Zielgruppe 50+  für die Wikipedia und ihren Schwesterprojekten innerhalb des durch die EU geförderten Projekts „Silberwissen“ engagiert. Hier berichtet er ausführlich von einer Workshopreihe an der Seniorenuniversität Cottbus, die er durchgeführt hat.

 

Lienhard Schulz erklärt den Teilnehmenden die Grundprinzipien der Wikipedia (Foto: Elvira Schmidt (WMDE), CC-BY-SA 3.0)

Im Juni 2013 führten wir an der Seniorenuniversität der Brandenburgischen Technischen Universität (BTU) Cottbus mit dem Namen „Das kleine Wikipedia 1×1“ einen Workshop durch, der mit einem neuen, sechsteiligen Format auf eine sehr positive Resonanz bei den acht Teilnehmern (4w, 4 m – nix Gender Gap!) stieß. Der erste Teil bestand aus dem inzwischen in vielen Veranstaltungen bewährten 3×3-stündigen Silberwissen-Basis-Curriculum: Einführungsvortrag und Vermittlung der Grundlagen des Schreibens in der Wikipedia nebst Bilderhochladen bei Wikimedia Commons.

Im neuen, gleichfalls 3×3-stündigen Anschlussteil wurden die erworbenen Kenntnisse und Fähigkeiten anhand der gemeinsamen Erstellung eines neuen Artikels vertieft. Die Wahl des Themas überließen wir den Teilnehmern, die sich auf den Cottbusser Ortsteil Branitz einigten. Zur Erarbeitung brachten die Teilnehmenden derart viel Material (und Bilder) mit, dass man daraus leicht hätte eine Dissertation machen können. Nach einem Brainstorming „Was gehört unbedingt in den Artikel“ waren die Textarbeiten von lebhaften inhaltlichen und Formulierungsdiskussionen begleitet. Die Arbeit wurde so organisiert, dass jeder Teilnehmer jeden einzelnen Arbeitsschritt an seinem Computer mitmachte, auch wenn das gelegentlich dauerte. Nur bei „doing“ lernen die Teilnehmer wirklich und bleiben (und blieben!) die Kniffe einigermaßen haften.

Konzentrierte Teilnehmende bei der Arbeit im Workshop, Foto: Elvira Schmidt (WMDE), CC-BY-SA 3.0

Nach den sechs, im Abstand von zwei Tagen dicht aufeinander folgenden Workshops stellten wir den Artikel unter einem Gemeinschaftsaccount in die Wikipedia. Resultat dieser Intensivveranstaltung: motivierende Freude und Stolz über den gemeinsamen Artikel, Vertrauen in die erworbenen und eingeübten Fähigkeiten, in der Wikipedia weiterzuarbeiten. Und vor allem auch: die Teilnehmer wissen sich zu helfen und wo sie welche Informationen und Tipps finden. Die drei übergreifenden Gesichtspunkte „Sei mutig„- Abgucken (d.h. themenverwandte Quelltexte öffnen, abgucken und ggfs. Standards übernehmen) und „Finden“ konnten nachhaltig vermittelt werden. Dieses 6×3-stündige Format scheint für die Ziele des Projekts Silberwissen ideal zu sein. Bereits kurz nach Ende des Kurses nahm sich eine Teilnehmerin beherzt des traurigen, bis dahin nebst Infobox 3-zeiligen Artikels Ströbitz an, machte daraus auf einer Arbeits-Unterseite einen ansehnlichen WP-Beitrag und stellte ihn am 3. Juli in den Artikelraum.

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Wikimedia:Woche 27/2013

Die Wikimedia:Woche ist die wöchentliche Zusammenfassung von aktuellen Nachrichten aus der internationalen Wikimedia-Bewegung. Der gemeinschaftliche Mailing-Newsletter von Freiwilligen und Wikimedia Deutschland wird immer donnerstags – aufgrund des Feiertags ausnahmsweise diese Woche am Freitag – in Wikipedia, auf der Mailingliste des Vereins und auch hier im Blog veröffentlicht.

Interessierte sind herzlich eingeladen, bei der Zusammenstellung von interessanten Links und Themen mitzumachen. Bis zum jeweils folgenden Donnerstag wird hier gesammelt.

Viel Spaß beim Lesen!

Wikimedia:Woche 27/2013

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Monatsbericht Juni 2013

POLITIK UND GESELLSCHAFT

Verwaiste Werke

Am 27. Juni hat der Bundestag das Gesetz über Verwaiste und Vergriffene Werke beschlossen und zudem ein stark begrenztes Zweitveröffentlichungsrecht für bestimmte wissenschaftliche Publikationen aus öffentlich geförderter Forschung eingeführt. Damit endet vorerst ein Gesetzgebungsverfahren, das uns seit nunmehr vier Jahren begleitet hat und zu dem wir regelmäßig Stellungnahmen abgegeben haben. Sowohl Verwaiste Werke als auch zweitveröffentlichte Werke werden nicht für Projekte wie Wikipedia oder Wikisource genutzt werden können.

GLAM on Tour im Braunschweigischen Landesmuseum

Vom 21.-23. Juni machte das Projekt GLAM on Tour, das lokale Kulturkooperationen mit Wikipedia-Gruppen fördert, Station im Braunschweigischen Landesmuseum. 20 WikipedianerInnen, GLAM-Aktivisten und WMDE-Mitarbeiter erhielten drei Tage lang einen besonderen Einblick in die kommende Landesausstellung “Die Römer kommen!”, die sich thematisch um die archäologischen Funde des römischen Schlachtfelds bei Kalefeld dreht.  Im Kurier (Beitrag von Brunswyk) sowie im Blog gibt es ausführliche Informationen zur gesamten Veranstaltung. Die Zusammenarbeit mit dem Landesmuseum beinhaltete für die WikipedianerInnen eine Exkursion mit wissenschaftlicher Führung zur archäologischen Grabungsstätte, Expertenvorträge zum geschichtlichen Kontext sowie Fotoexkursionen in Depot und Werkstätten des Museums. Vom Landesmuseum wurden auch die Räumlichkeiten und die Fachliteratur für den Editathon zur Verfügung gestellt. Die Artikel- und Fotoarbeit rund um das sogenannte Harzhornereignis ist inzwischen im Gange. Ein Vortrag zur Wikipedia von southpark und Stepro für die Museumsmitarbeiter, das Braunschweiger Publikum und Pressevertreter sowie ein Musketiertreffen für Wikipedia-Neulinge wurden interessiert und rege angenommen. Für die Wissenschaftler und Mitarbeiter des Museums war es besonders interessant, die Menschen hinter dem täglich von ihnen frequentierten Onlineformat kennen zu lernen.
Insgesamt wurde die Veranstaltung von allen Beteiligten als erfolgreich und konstruktiv empfunden, eine Übersicht zur Veranstaltungsauswertung durch die Teilnehmer ist hier zu finden. Die gute Zusammenarbeit zeigt sich auch darin, dass es vom BLM nun Überlegungen zur Einbindung freier Inhalte in ihre Arbeitsabläufe und einer stärkeren digitalen Öffnung gibt. Auch weitere gemeinsame Veranstaltungen zu kommenden Ausstellungen sind angedacht.

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Braunschweig wird zur Römerstadt: Wikipedia ist dabei

tl;dr Knapp 20 WikipedianerInnen verbrachten drei Tage im Braunschweigischen Landesmuseum, fotografierten Ausstellungsobjekte, lauschten wissenschaftlichen Vorträgen und begannen mit Artikelarbeit zu verschiedenen Themen rund um das sogenannte Harzhornereignis.

„Einen “Roten Römer” bitte.“ Die Verkäuferin reicht ein belegtes Brot mit getrockneten Tomaten. Unübersehbar, ganz Braunschweig ist im Römer-Fieber.

In den Werkstätten des Landesmuseums
Foto: Lilli Iliev (WMDE), CC-BY-SA 3.0

Ab 1. September läuft hier im Braunschweigischen Landesmuseum die große Niedersächsische Landesausstellung zu den außergewöhnlichen Funden am Harzhorn, die weltweites Interesse in der archäologischen Fachwelt erregen. 2008 wurden nahe Kalefeld militärische Fundstücke im Erdreich entdeckt, auf deren Grundlage sich Gefechte zwischen Römern und Germanen im 3. Jhd. n.C. rekonstruieren lassen. Das Areal der Grabungen entpuppte sich schließlich als besterhaltenes antikes Schlachtfeld Europas. Ein erstaunlicher Fund, zumal dieses jahrhundertelang in Vergessenheit geratene Ereignis ganz neue historische Erkenntnisse zu Tage bringt; die Forschungen dazu dauern weiter an. Bevor die große Ausstellung und der zu erwartende Besucherandrang richtig losgehen, reisten nun knapp 20 WikipedianerInnen und Aktive im GLAM-Bereich vom 21.-23. Juni nach Braunschweig, um von Wissenschaftlern und Archäologen einen exklusiven Einblick in die Ausstellung, den Forschungsstand und den historischen Kontext zu bekommen. Die Zusammenarbeit zwischen Wikimedia Deutschland und dem Braunschweigischen Landesmuseum lief im Rahmen des Projektes GLAM on Tour, das die Vernetzung von ehrenamtlich Aktiven der Wikipedia mit Mitgliedern und Mitarbeitenden von Kultur- und Gedächtniseinrichtungen fördert.

Museum und Schlachtfeld werden erkundet

Editathon im Braunschweigischen Landesmuseum
Foto: Isimon49, CC-BY-SA 3.0

In Braunschweig freute sich die Direktorin des Landesmuseums bei der Begrüßung der WikipedianerInnen darüber, nun auch zu den vielen Kulturinstitutionen zu gehören, die weltweit mit Freiwilligen der Wikipedia zusammenarbeiten. In den Räumen des BLM gaben Vorträge von Wissenschaftlern und der Kuratorin der Ausstellung einen tieferen Einblick zu verschiedenen Aspekten des historischen Kontextes der Schlacht am Harzhorn und dem aktuellen Forschungsstand. Eine Bestandsaufnahme und Ideensammlung der Artikel rund um die Thematik gab es bereits im Vorfeld auf der Projektseite der Veranstaltung, jetzt konnte vor Ort beim Editathon mit ersten Artikelarbeiten begonnen werden. Der archäologische Restaurator des Museums führte die mit Fotoapparaten ausgerüsteten WikipedianerInnen in Gruppen durch die Depots des Museums, in denen Objekte für kommende Ausstellungen schlummern. Auch die Werkstätten des Museums wurden erkundet, in denen die Fundstücke restauriert und für die Ausstellung aufbereitet werden.

Dr. Michael Geschwinde und Dr. Petra Lönne, unterstützt von User:Nightflyer Foto: Medvedev, CC-BY-SA 3.0

Besonderes Highlight des Wochenendes war eine Exkursion zur Fundstelle am Harzhorn. Bei bestem Wetter spazierten die WikipedianerInnen gemeinsam mit dem Prospektionsleiter Dr. Michael Geschwinde und der Kreisarchäologin Dr. Petra Lönne die Wege ab, auf denen sich einst Römer und Germanen erbitterte Kämpfe lieferten. Fachkundig wurden Fragen an das Forschungsteam gestellt und etwa hier gefundene Hipposandalen, antike Vorläufer der Hufeisen, auf Abbildungen begutachtet. Die langjährigen Wikipedianer Southpark und Stepro gaben in ihrem Vortrag “9 1/2 Geheimnisse der Wikipedia” einen interessanten Einblick hinter die Kulissen der Wikipedia für Mitarbeitende des Museums, das interessierte Braunschweiger Publikum und geladene Presse. Im Anschluss hatten die Gäste beim Musketiertreffen Gelegenheit, gleich einmal selbst das Schreiben, Bebildern und Editieren in der Wikipedia auszuprobieren. Von erfahrenen WikipedianerInnen unterstützt, wurden erste Schritte in der Wikipedia gemacht, die bei Einigen vielleicht den Grundstein für die eigene Autorenschaft legen.

Fortsetzung? Folgt!

Exkursion zur Fundstelle bei Kalefeld
Foto: Medvedev, CC-BY-SA 3.0

Viele Artikel wurden seit dem letzten Wochenende bereits neu angelegt, bearbeitet oder aktualisiert, so gibt es inzwischen einen Artikel speziell zur Ausstellung “Roms vergessener Feldzug. Die Schlacht am Harzhorn” sowie viele weitere Beiträge und Fotos rund um das historische Ereignis und die Forschungen dazu. Eine Auswertung der Veranstaltung durch die Teilnehmenden ist in der Veranstaltungsdokumentation zu finden. Besonderer Dank gilt dem Wikipedia-Autor Brunswyk, der durch sein großes ehrenamtliches Engagement viele Beteiligte für die Veranstaltung begeistern konnte, sowie allen Mitarbeitenden des BLM, die unseren Besuch zu einem wirklich tollen und lehrreichen Erlebnis gemacht haben!

Für beide Seiten, das BLM und die WikipedianerInnen, war es ein gelungenes Wochenende. Das BLM profitiert von den neuen Artikeln in der Wikipedia, die häufig erste Anlaufstelle für Museumsbesucher und Interessierte ist. Für die Museumsmitarbeiter war es zudem besonders interessant, die Menschen hinter der Wikipedia kennenzulernen. Für die kulturbegeisterten Aktiven der Wikipedia war die Veranstaltung währenddessen eine schöne Gelegenheit, andere WikipedianerInnen kennenzulernen, die an den gleichen Themen arbeiten und gleichzeitig einen ganz persönlichen Einblick in das Museumsleben zu bekommen.

Mitarbeitende des Museums lauschen Wikipedia-Vortrag
Foto: Isimon49, CC-BY-SA 3.0

Die sichtliche Begeisterung, mit der das Harzhornereignis und die zugehörige Artikelarbeit begangen wird, verbindet WikipedianerInnen und Museumsleute. Beste Voraussetzungen für weitere gemeinsame Kooperationen; im Gespräch ist bereits eine Zusammenarbeit im Rahmen der im nächsten Jahr stattfindenden Ausstellung zum 100. Jahrestag des Ausbruchs des Ersten Weltkrieges.

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Unsere Wahlprüfsteine für die Landtagswahlen Bayern und Hessen

Am 15. September wählen die Bürger Bayerns einen neuen Landtag, eine Woche später bestimmen die Hessen zeitgleich zur Bundestagswahl auch die Zusammensetzung ihres Landtages. Beide Länder sind derzeit schwarz-gelb regiert. Beide Bundesländer kommen zusammen auf elf Stimmen im Bundesrat. Gemeinsam gehören sie zu den fünf Bundesländern, die noch nicht über ein Landesinformationsfreiheitsgesetz verfügen (die anderen Bundesländer sind Baden-Württemberg, Niedersachsen und Sachsen).

Seit 2009 verschickt Wikimedia Deutschland bei Bundestags- und ausgesuchten Landtagswahlen Wahlprüfsteine an die antretenden Parteien. Da die Ausgangslage aller drei Landtagswahlen in diesem Jahr vergleichbar ist, haben wir uns darum entschlossen, die zur Landtagswahl in Niedersachsen verschickten Wahlprüfsteine mit minimalen Anpassungen auch an die Parteien in Hessen und Bayern zu schicken.

Alle Parteien, die angekündigt haben, zur Wahl anzutreten, erhalten von uns die Wahlprüfsteine in den kommenden Tagen mit der Bitte um Beantwortung vor dem Wahltermin. Wir werden aus Zeitgründen nicht die Entscheidung der beiden Wahlausschüsse zur finalen Zulassung von Listen abwarten, da den Parteien sonst zu wenig Zeit zur Beantwortung bleibt. Die Wahlprüfsteine bestehen aus fünf Themengebieten (Open Data, Staatliche Werke, Öffentlich-Rechtlicher Rundfunk, Transparenzgesetz und Freie Lizenzen) mit jeweils zwei Fragen, meist je eine sehr allgemeine und eine sehr konkrete Frage. Die Fragen wurden so ausgewählt, dass sie nicht durch einfaches cut&paste aus dem Wahlprogramm beantwortbar sind.

Dies sind die Wahlprüfsteinfragen für Bayern (und entsprechend Hessen). Wir sind dankbar für last-minute Hinweise auf unklare Formulierungen oder Vorschläge für andere, bessere, passendere Fragen.

I Grundprinzipien eines Open-Data-Portal

Parallel zur Digitalisierung von Verwaltungsvorgängen entwickelt sich unter dem Label “Open (Government) Data” die Praxis der Freigabe von maschinenlesbaren Rohdaten unter freier Lizenz. Diese Daten können in einem neuen Kontext eingesetzt, zum Beispiel in andere Anwendungen integriert werden.

1) Allgemein
Im Bereich Open Government Data hat sich seit 2007 durch die Principles of Open Government (Sebastopol Principles s. http://www.opengovdata.org/home/8principles) ein klarer Kriterienkatalog für die Open Government Data etabliert. Wird das Open-Data-Portal einer bayerischen Landesregierung unter Ihrer Beteiligung diese Kriterien einhalten oder richten Sie den Begriff Open Government Data nach anderen Kriterien aus? Wenn ja, nach welchen?
2) Konkret
Setzen Sie sich dafür ein, dass in Open-Data-Portale der Öffentlichen Hand keine Datensätze aufgenommen werden, die nicht den (insbesondere lizenzrechtlichen) Kriterien von Open Data entsprechen? Wie soll mit solchen Datensätzen stattdessen umgegangen werden?

II Lizenzpolitik staatlicher Werke, die nicht schon wegen §5 UrhG gemeinfrei sind

§5 UrhG stellt klar, dass Gesetze, Verordnungen, Urteile, Erlasse und andere amtliche Werke, die im amtlichen Interesse zur allgemeinen Kenntnisnahme veröffentlicht wurden, gemeinfrei sind. Die Landesregierung verfügt über ihre Ministerien und nachgeordneten Behörden über Nutzungsrechte an urheberrechtlich geschützten Werken, die im Gegensatz zu den amtlichen Werken nach §5 UrhG nicht gemeinfrei sind und inbesondere wegen der sehr restriktiven Formulierung und Auslegung von §5 Abs. 2 nicht von dieser Aufzählung erfasst werden.

3) Allgemein
Werden Sie – z.B. durch Verwendung von freien Lizenzen aus dem Lizenzbaukastensystem Creative Commons – ermöglichen, dass jedermann diese Inhalte legal für beliebige Zwecke nachnutzen kann?
4) Konkret
Wird eine Landesregierung mit Ihrer Beteiligung eine Bundesratsinitiative zur Neuformulierung von §5 UrhG auf den Weg bringen, der das Ziel hat, den Kreis der von §5 UrhG erfassten Werke zu vergrößern?

III Lizenzpolitik im Öffentlich-rechtlichen Rundfunk

Über staatliche Werke hinaus werden in Deutschland Text- und audiovisuelle Inhalte über die Allgemeinheit finanziert, z.B. im gebührenfinanzierten bzw. (im Fall der Deutschen Welle) steuerfinanzierten Öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Von wenigen Ausnahmen abgesehen stehen diese Inhalte der Öffentlichkeit nur für kurze Zeit und nicht nur Nachnutzung zur Verfügung.

5) Allgemein
Unterstützen sie die Forderung, Inhalte des Öffentlich-rechtlichen Rundfunks durch Verwendung einer freien Lizenz für jedermann nachnutzbar zu machen? Welche konkreten ersten Schritte auf dem Weg zu einer solchen generellen Lizenzierungspraxis fallen Ihnen dazu ein?
6) Konkret
Wie wird sich eine Landesregierung mit Ihrer Beteiligung um die Abschaffung der Depublikationspflicht öffentlich-rechtlicher Inhalte im Internet bemühen?

IV Ausgestaltung eines künftigen Transparenzgesetzes

Informationsfreiheitsgesetze gewähren jeder Person Zugang zu amtlichen Informationen. Bayern zählt zur Minderheit der deutschen Bundesländer ohne ein Landes-Informationsfreiheitsgesetz.

7) Allgemein
Streben Sie für die kommende Legislaturperiode ein Landesgesetz an, das Bürgern den Zugang zu Informationen in behördlicher Hand ermöglicht? Wenn ja, wie sollen konkret Ausgestaltungen zu folgenden Aspekten erfolgen: a) pauschale Ausnahmen vom Geltungsbereich des Gesetzes nach Themen oder Einrichtungen, b) Kostenstruktur bei der Beantwortung von Anfragen, c) Überprüfungsinstrumente und Rechtsweg bei Verweigerung von Zugangsgewährung, d) Beantwortungsfristen, e) Proaktive Publikationspflichten (Transparenzregister)
8) Konkret
Wird ein bayerisches Informationsfreiheits-, bzw. Transparenzgesetz unter ihrer Mitwirkung eine Klarstellung enthalten, die analog zum §10 Abs. 3 Hamburger Transparenzgesetz die Nachnutzungsrechte von freigegebenen Informationen für jedermann gewährleistet?

V Arbeit mit Werken unter Freier Lizenz

Rechteinhaber von urheberrechtlich geschützten Werken können diese unter einem Lizenzmodell verfügbar machen, das Dritten die Nachnutzung zeitlich und räumlich unbeschränkt zu beliebigen Zwecken ermöglicht. Wenn die Rechteinhaberin das Land Bayern ist, ist eine Freigabe von geschützten Inhalten grundsätzlich auch ohne Änderung des Landesrechts möglich. Zusätzlich kann bei künftigen Inhalteerstellungen eine Freigabe der Inhalte von Tag 1 an beschlossen werden.

9) Konkret
Wird sich eine Landesregierung unter Ihrer Beteiligung am Modellversuch des Landes Nordrhein-Westfalen zur Schaffung von Lehr- und Lernmitteln für Schulen unter freien Lizenzen beteiligen, um auch solche Inhalte für das Land Bayern verfügbar zu machen?
10) Konkret
Befürworten Sie die Freigabe von Luftbildern und Orthofotos der Bayerischen Landesvermessung unter Lizenzen, die jedermann die freie Nachnutzung dieser Inhalte ermöglicht? Welches konkrete Lizenzmodell bevorzugen Sie?

 

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Sommerakademie der Deutschen Akademie für Internationale Zusammenarbeit: Sternstunden des Lernens

Am 21. und 22. Juni 2013 trafen sich rund 150 MitarbeiterInnen und externe Consultants bei der 4. Sommerakademie der Deutschen Akademie für Internationale Zusammenarbeit (AIZ) im nordrhein-westfälischen Bad Honnef, um Lernen in seinen vielfältigen Facetten erfahrbar zu machen. Wikimedia Deutschland war als Innovationspartner zur Sommerakademie eingeladen und wurde durch Tim Moritz Hector und Cornelia Trefflich vertreten.

Assoziationen am laufenden Band, (Foto: Cornelia Trefflich, CC-BY-SA 3.0)

Das von der AIZ entwickelte Stufenmodell der Diversitätskompetenz bildete den roten Faden durch das Programm. So stand der erste Vormittag im Zeichen der Wahrnehmung. Eingangs lockte die erfrischende Einladung “zu einem kurzen Spaziergang im Dialog mit dem eigenen Gehirn”, um unser aller Sinne für den kommenden Tag zu schärfen. Dies erfolgte in Form eines kleinen Wahrnehmungsparcours mit verschiedenen Stationen: Wie nehme ich mich selbst wahr? Wie nehme ich andere wahr? Wie kann ich diese Erkenntnisse zielgerichtet in der internationalen Zusammenarbeit einsetzen?

In der sich an die offizielle Begrüßung und Orientierung anschließenden “Listening Show” wurden die Teilnehmenden aufgefordert,  sich auf einen Perspektivwechsel einzulassen und die 15-minütigen Darbietungen geladener Innovationspartner in kleinen Gruppen auszuwerten, um sich vielleicht doch noch von seinem Nachbarn überzeugen zu lassen, dass ein Mooc doch Spaß machen kann. Am Nachmittag mussten die Teilnehmenden sich für zwei von vier angebotenen Workshops der Innovationspartner entscheiden – eine schwierige Wahl angesichts ansprechender und anspruchsvoller Themen wie ”Kommunikation ist Mehrhirndenken” oder auch “Neuroleadership oder die Gestaltung des Neuronalen Straßensystems”. Dem folgte ein entspannter Ausklang beim Grillen im Garten der AIZ.

Einladung zum Workshop,
(Foto: Cornelia Trefflich, CC-BY-SA 3.0)

Der zweite Tag stand ganz im Zeichen des ko-kreativen Umgangs mit Diversität (der obersten Stufe des o.g. Modells). Im Dialog mit den Innovationspartnern wurden Workshops erlebt und gestaltet. Dabei sollte sowohl der Weg zum ko-kreativen Umgang mit Diversität durch die Teilnehmenden selbst beschritten werden als auch ein Bewusstsein dafür geschaffen werden, wie an Lernprozessen Beteiligte selbst zum nachhaltigen Lernen beitragen können. Die Wikimedia-Projekte sind ein hervorragendes Beispiel für Ko-Konstruktion: Die kollaborative Erstellung, Bearbeitung und Weiternutzung von Texten und anderen Medien im Internet ermöglicht wiederum anderen Menschen den Zugang zu Wissen, den sie sonst nie hätten. In zwei Workshops mit dem Titel „Diversität des Wissens – Lernen durch Teilen“ diskutierten die Teilnehmenden mit Tim Moritz Hector und Cornelia Trefflich über Freies Wissen, Lizenzen und Assymetrien in der Darstellung des Wissens am Beispiel der Wikipedia. Die Auseinandersetzung über das Teilen von Wissen ist ein Teil der Wikimedia-Projekte und ihrer Kultur und reihte sich hervorragend ein in das Motto der diesjährigen Sommerakademie: „Diversität in Aktion – Sternstunden des Lernens“.

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