Dies ist ein Gastbeitrag von der Sengerin, Mitorganisatorin des Edit-a-thon “Frauen in der Wissenschaft” im Rahmen des Projektes Women edit.

Der Artikel über die britische Botanikerin Margaret Cavendish Bentinck entstand im Rahmen des Edit-a-thons, Bild von Christian Friedrich Zincke via Wikimedia Commons

Am 30. Mai 2014 machten sich acht wackere Wikipedianerinnen und vier virtuelle Autor_innen auf, gemeinsam etwas Sinnvolles in die Tastaturen zu tippen. Edit-a-thons sind in der deutschsprachigen Wikipedia ein eher neues Format. Man steckt sich ein Themenfeld ab, setzt sich ein Ziel, und dann geht’s los – online wie offline. Wir hatten das Thema „Frauen in der Wissenschaft“ gewählt und wollten damit dem Wikipedia-Tagesgeschäft etwas hinterher räumen und über längst vergessene oder brandaktuelle Wissenschaftlerinnen schreiben. Das Feld ist riesig und das Ziel sehr ambitioniert, denn ein Großteil der relevanten Forscherinnen fehlt in unserer Enzyklopädie noch. So fiel es unserem Berliner Kreis auch nicht schwer, unbeackertes Feld zu finden: Kaum eingeloggt war jede in ihre Arbeit versunken.

Zwischenzeitliche Freudenschreie, wenn wieder ein Artikel fertig war oder – was uns auch sehr gefiel – wenn Autor_innen online „Geschenke“ brachten in der Form von Edits oder ganzen Artikeln. Kuchen gab es auch, und dennoch war das kein Kaffeeklatsch. 13 neue Artikel sind entstanden, fünf wurden ausgebaut! Einige Autorinnen editierten noch am Abend und am nächsten Morgen weiter an ihren neuen Artikeln.

Nicht zuletzt hat jede von uns aber noch viel mehr mitgenommen: Ich selbst bin seit gestern stolze Autorin eines Artikels über Lydia Makhubu, habe schon ein neues Projekt begonnen und freue mich über die vielen anderen neuen Artikel, etwa über die Botanikerin Margaret Cavendish Bentinck, die Industriephysikerin Ellen Lax oder die Ethnologin Karin Hahn-Hissink. Nicht nur bringen sie die Wikipedia voran und machen aus ihr die beste Enzyklopädie, die wir haben können. Solche Artikel entstehen zu lassen ist für uns auch empowernd, so sehr, dass wir die Veranstaltung im August wiederholen werden.