Fünf Wikipedianer haben sich nach Mainz aufgemacht und bei der Einkleidung der Olympiamannschaft Hunderte von Bildern gemacht. Ein Bericht von Ralf Roletschek

Die freundlichen Profikollegen bei der Einkleidung der Olympiamannschaft Bildautor: Ralf Roletschek (talk) – Infos über Fahrräder auf fahrradmonteur.de cc-by-sa 3.0


Kaum in der Kaserne angekommen, haben wir festgestellt, daß wir keine Blitzanlage haben. Das macht sich etwas schlecht… :-( Also suchen wir nach irgendeiner Notlösung. So eine Blitzanlage gibt es nicht um die Ecke, und in der Kaserne bekommt man auch keine ausgeliehen. Aber es stehen zwei Blitzanlagen in der Ecke der Halle. Wir lernen Timo Schaube von der Bilddatenbank Public Address Presseagentur kennen, er macht Bilder fürs Fernsehen. Also die Fotos von Sportlern, die bei Nachrichtensendungen im Hintergrund gezeigt werden. Eine vorsichtige Frage später dürfen wir ihre Anlage mitbenutzen. Das erweist sich im Nachhinein sogar als vorteilhaft, denn die Sportler müssen nicht von Anlage zu Anlage wechseln, nur wir Fotografen haben den Staffelstab zu übergeben. Ein ganz großes Dankeschön für diese Kollegialität!

Freie Lizenzen
Wir kommen auch über unsere Arbeit ins Gespräch, und dass die „Gefahr“ in der Luft liege, mit unseren freien Lizenzen den Profis die Arbeit wegzunehmen. Dem sei aber nicht so, sagen sie und weisen darauf hin, andere Fotos als wir zu machen. Das Fernsehen hat andere Anforderungen als eine Enzyklopädie. So haben wir uns prima ergänzt und gegenseitig unterstützt. Das uns von Bettina Kenter empfohlene Schminkpapier hat in der Hitze gute Dienste geleistet und war den Profis noch unbekannt. Viele Sportler fragten nach einem Spiegel, der Autospiegel des Transporters der Bundeswehr war nur eine Notlösung, wir müssen beim nächsten Mal einen Besseren dabeihaben. Die anwesenden Bundeswehrsoldaten haben überhaupt sehr unbürokratisch und schnell geholfen, wenn es mal klemmte. Alle Sportler sollten im Dress der Olympiade abgelichtet werden, viele haben allerdings keine Bekleidung dabei. Ein kurzer Anruf beim Vorgesetzten und wir bekommen die notwendigen Jacken in verschiedenen Größen zur Verfügung gestellt.

Resultate
Und was ist dabei herausgekommen? Gut eingestellte Blitzanlage, total entspannte Sportler und eine gute Organisation haben ergeben, daß von allen Athleten schöne Porträts angefertigt werden konnten. Es waren zwar mit 28 Personen – darunter Jörg Roßkop, Dirk Schimmmelpfennig und Juliane Schenk – nur gut 10% der gesamten Olympioniken – aber von diesen haben wir jetzt gutes Bildmaterial! Die Rolle der Helfer im Hintergrund ist dabei mindestens genauso wichtig wie das eigentliche Fotografieren. Ohne sie wären viele Sportler gar nicht bei uns angekommen. Wir waren nicht zu viele sondern eher zu wenige Leute dort. Und eine technische Erkenntnis: Immer eine Kamera mit X-Kontakt dabeihaben! Wir hatten zwar 3 DSLR dabei aber nur eine, die wir an die Blitzanlage per Kabel anschließen konnten.

Ein ganz großes Danke an alle Beteiligten nicht nur von uns!
– Ralf Roletschek im Namen aller fünf Teilnehmer

Alle Fotos sind unter http://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Einkleidung_deutsche_Olympiamannschaft_2012 zu finden