Erfolg für Freies Wissen: ZDF stellt Inhalte unter freie Lizenz

Das Projekt Wiki Loves TV & Radio will Inhalte vor allem öffentlich-rechtlicher Rundfunkanstalten für die Wikipedia nutzbar machen. Am Freitag vergangener Woche gingen nun mehrere Erklärvideos von Terra X in der ZDF-Mediathek unter der freien und offenen Lizenz CC BY 4.0 online.

  • Bernd Fiedler
  • 25. Oktober 2019

Das ist ein erster Erfolg des Projekts Wiki Loves TV & Radio und wir freuen uns darauf, wenn weitere Redaktionen diesem Beispiel folgen. Die Wikipedia-Freiwilligen haben sich sofort daran gemacht, die Erklärvideos von Terra X dort, wo es inhaltlich passt, einzubinden und der Redaktion von Terra X in der Wikipedia zur Hand zu gehen.

Gemeinsam mit Gewerkschaften und Sendern werden solche Wissensinhalte verfügbar und nachnutzbar gemacht. Der Wille ist bei denen, die den Content produzieren, auf jeden Fall da. Die Rahmenbedingungen nicht immer – da sind die Gesetze manchmal weiter als die konkreten Richtlinien der Sender.

Deswegen melden wir uns auch zum Änderungskonzept der Telemedienangebote des ZDF. Freie Lizenzen sind hier nicht vorgesehen, dafür aber eine Depublikation von Bildungsinhalten. Das geht besser. Bis zum 28. Oktober können interessierte Dritte Stellung nehmen an fernsehrat.drei-stufen-test@zdf.de. Wir schmieden außerdem Allianzen, da Inhalte, so weit es gesetzlich möglich ist, online unbegrenzt verfügbar gehalten werden sollten, insbesondere Bildungsinhalte und am besten unter freien Lizenzen.

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Zwei Reden aus dem Deutschen Bundestag haben uns in der letzten Woche besonders bewegt. 

Die Expertenkommission, die von Tabea Rößner im Plenum gefordert wurde und die Bedarfe an den öffentlich-rechtlichen Rundfunk im digitalen Zeitalter wäre ein gutes Instrument. Außerhalb davon melden wir die Bedarfe unserer Community im Namen des Freien Wissens auf allen Ebenen an – offensichtlich mit Erfolg. Auch hier sollte gelten, wie Anke Domscheidt-Berg, eine unserer Forderungen wörtlich (video) in einem Antrag der Linken im Deutschen Bundestag übernehmend, postuliert: Öffentliches Geld –> Öffentliches Gut! #ÖGÖG. 

Unsere Botschaften kommen im Deutschen Bundestag an und inzwischen folgen auch viele Fraktionen und Parteien dem Ansatz, offene Daten zu nutzen. Grüne Bundestagsabgeordnete fordern es ein, ebenso der CDU-Bundesvorstand (Offenheit als Standard, “Open-X”) und der Vorstand der SPD, sogar der Wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen stellt fest:

und 

Die Datenethikkommission der Bundesregierung kommt ebenfalls zu dem Ergebnis: „Es kann unter bestimmten Umständen ein ethisches Gebot geben, Daten zu nutzen“. In den Anforderungen 28-35 führt sie unter anderem zu gemeinwohlverträglicher Datennutzungen auf:

Freies Wissen ist im Mainstream angekommen. Das sind gute Voraussetzungen für die Evaluierung des Open-Data-Gesetzes und für einen effektiveren Nachfolger und gute Nachrichten für alle, die Bildung und Wissen vernetzt und digital denken. Die gute Nachricht zum Abschluss: Seit August unterstützt uns Justus Dreyling als Projektmanager für Internationale Regelsetzung in unserem Berliner Büro. Er hatte zuvor an der Freien Universität Berlin zu genau diesem Thema promoviert und wird jetzt ganz praktisch auch auf Ebene internationaler Verträge Zugang zu Wissensressourcen sicherstellen.

(In folgenden Wikipedia-Artikeln wurden die Terra X-Beiträge bereits eingebunden:  Klimawandel, Klimamodell, Eisbohrkern, Globale Erwärmung, TreibhauseffektKohlenstoffdioxid, Kohlenstoffdioxid in der Erdatmosphäre, Strahlungshaushalt der ErdeZDF (en:WP))

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