Ende September startet das Fellow-Programm Freies Wissen in die nunmehr dritte Programmrunde, erneut werden 20 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler dabei unterstützt, ihre wissenschaftliche Forschung und Lehre offen zu gestalten und damit zur Förderung Freien Wissens beizutragen. Ein ganz wesentlicher Bestandteil des Programms liegt dabei in der Mentoring-Komponente: Jeweils zwei Fellows werden bei der Umsetzung ihrer Projekte eng durch eine Expertin oder einen Experten für Offene Wissenschaft begleitet und unterstützt. Unser Mentoring-Team ist im Laufe der Zeit von zunächst fünf auf inzwischen 10 Mentorinnen und Mentoren gewachsen, um der gestiegenen Anzahl an zu betreuenden Projekten gerecht zu werden. Nun gibt es eine personelle Veränderung zu vermelden.

Danke Peter Kraker!

Dr. Peter Kraker, der das Fellow-Programm von Beginn an begleitet und mitgestaltet hat, hat zum Endes des zweiten Programmjahres sein Amt als Mentor niedergelegt, um sich voll und ganz seinem Projekt Open Knowledge Maps widmen zu können. Wir möchten Peter an dieser Stelle ganz herzlich danken für die Zeit und Energie, die er in das Fellow-Programm gesteckt hat und für das Herzblut, mit dem er in den vergangenen zwei Jahren seine Mentees betreut und bei der Umsetzung ihrer Projekte begleitet hat! Wir freuen uns umso mehr, dass Peter uns und dem Fellow-Programm auch weiterhin verbunden bleibt, da Open Knowledge Maps sich im dritten Programmjahr mit einem eigenen Webinar als weiterer Partner am Programm beteiligen wird.

Die Betreuung der Fellows durch erfahrene Expertinnen und Experten, die ihnen bei der Umsetzung der Projekte als Mentorinnen und Mentoren zur Seite stehen, ist einer der Kernbestandteile des Fellow-Programms Freies Wissen, Bild:  Riesenspatz Infoillustration (http://riesenspatz.de) für Wikimedia Deutschland, Illustration Mentoring, CC BY-SA 4.0

Herzlich willkommen Johanna Havemann!

Als neue Mentorin begrüßen wir daher ab Oktober Dr. Johanna Havemann an Bord des Mentoring-Teams. Johanna ist Trainerin und Beraterin im Bereich Wissenschaftskommunikation. Sie absolvierte ihre Promotion am Max-Planck Institut für Entwicklungsbiologie in Tübingen und hat Arbeitserfahrungen in gemeinnützigen Projekten, im privaten Sektor und arbeitete unter anderem für ein wissenschaftliches Startup, ein pan-afrikanisches Netzwerk für Wissenschaftler und das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP). Seit 2014 bietet Johanna unter dem Label Access 2 Perspectives Kurse und Trainings in den Bereichen (offene) Wissenschaftskommunikation, wissenschaftliches Projektmanagement und Karriereentwicklung mit Fokus auf digitalen Anwendungen für die (ebenfalls möglichst offene) Wissenschaft an. 

Dr. Johanna Havemann wird im dritten Programmjahr als Mentorin zwei der geförderten Fellows unterstützen und sie bei der Umsetzung ihrer Projekte begleiten, Bild: Tabea Marten, Johanna Havemann profile picture 2015, CC BY-SA 4.0

Eine ihrer Initiativen zielt darauf ab, Forschung auf dem afrikanischen Kontinent durch Offene Wissenschaft zu stärken; sie ist Mitgründerin der Preprint-Plattform AfricArxiv.org. PhD Career Stories ist ein weiteres Projekt, bei dem sie als Teammitglied tätig ist: ein Podcast mit Karrierewegen von promovierten Personen, die innerhalb oder außerhalb der akademischen Umgebung weitergingen. Darüber hinaus ist Johanna Vorstandsmitglied des globalen Innovationsnetzwerks Global Innovation Gathering und Mitglied des Alumninetzwerks für internationale Angelegenheiten nefia, der Österreichischen Denkfabrik GLOBArt, der Max-Planck-Alumni-Association (MPAA) und des Business and Professional Women Network (BPW) in Berlin.

Wir haben mit Johanna über ihr Engagement für Offene Wissenschaft und ihre Motivation, das Fellow-Programm Freies Wissen als Mentorin zu unterstützen, gesprochen:

Das Fellow-Programm Freies Wissen startet ab Ende September 2018 in die dritte Runde: Was hat dich motiviert Mentorin und damit Teil des Programms zu werden? Worauf freust du dich besonders?

Johanna Havemann: Das Programm Freies Wissen mit seiner Vielseitigkeit an Projekten und die relativ hohe Anzahl der Fellows in jedem Programmjahr ist in Deutschland meines Wissens nach bisher einmalig und hat schon einige spannende Open-Science-Projekte und Ergebnisse hervorgebracht, wie beispielsweise

Nachdem die Fellows des 3. Programmjahres nun bekannt sind, bin ich gespannt auf den Austausch, die Gespräche und das gemeinsame Tüfteln an den Projekten mit den Fellows und Mentorinnen und Mentoren. Die anderen Mentorinnen und Mentoren durfte ich auch schon kennenlernen und freue mich mit dabei zu sein.

Du beschäftigst dich schon eine Weile in unterschiedlichen Projekten mit dem Thema Offene Wissenschaft – auch über die Grenzen Europas hinaus. Was bedeutet für dich Offene Wissenschaft und wie spiegelt sich dies in deiner täglichen Arbeit wieder?

Johanna Havemann: In meinen Trainings an Universitäten und Graduierten-Kollegs betone ich immer wieder, wie wichtig Transparenz und freier Zugang in der Wissenschaft sind um Wirtschaft, Medizin und damit die Gesellschaft handlungsfähiger und effizienter werden zu lassen. Dies gilt für einzelne Kommunen und Regionen innerhalb Deutschlands, deutschlandweit und letztlich auch für die globale Gesellschaft. Der Elefant im Raum ist offensichtlich der aktuelle Klimawandel, und damit in Zusammenhang stehende weitere globale Herausforderungen wie Migration, fortschreitende Umweltzerstörung, Wirtschaftlichkeit einzelner Nationen, sowie Konfliktbewältigung. Diese Themen sind nur bedingt voneinander trennbar; weshalb transparente Datenerhebung und die Nutzbarmachung von Forschungsergebnissen in unserem digitalen Zeitalter nicht nur möglich, sondern auch dringend notwendig ist.

Der direkte Zugang zu wissenschaftlichen Ergebnissen erlaubt auch das Zusammenwachsen der globalen wissenschaftlichen Community. Forscher des globalen Südens in Afrika, Lateinamerika und Südostasien haben die Möglichkeit, über online-basierte Publikationssysteme, Datenbanken und wissenschaftliche Serviceanbieter (Zotero, Figshare, Preprint-Plattformen, DOAJ, Zenodo, Dryad, u.v.a.) Anschluss zu finden, ihre eigenen Forschungsergebnisse sichtbar zu machen und vermehrt transkontinentale Kollaborationen einzugehen.

Möchtest du abschließend noch etwas sagen?

Johanna Havemann: Ich bin gespannt, was wir gemeinsam im kommenden Programmjahr erreichen und welchen Einfluss die eingereichten Projekte in Deutschland und international haben werden. Das wachsende Netzwerk mit den Programm-Alumni bietet zahlreiche Anknüpfungspunkte für die mehr Transparenz in der Wissenschaft.