Von Idee zur Praxis – Für eine globale Bewegung zusammenarbeiten

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Im Herbst fanden bei WMDE zwei internationale Workshops statt: das „Volunteer Supporters Meeting“ und der „Partnerships Workshop“. Die Treffen fanden im Rahmen der Nachbereitung der jährlichen Wikimedia Conference statt. Das Treffen des Volunteer Supporters Network war das erste seiner Art, während der erste Partnerschaft-Workshop bereits im vergangenen Jahr stattfand.

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The volunteer supporters meeting – Gruppenfoto

 

Trotz der lokalen und regionalen Unterschiede in der Wikimedia-Bewegung gibt es eine Reihe von Themen, die für alle Wikimedia-Organisationen von wesentlicher Bedeutung sind: Unterstützung von Freiwilligen und das partnerschaftliche Arbeiten sind zwei solcher Themen. Die Idee hinter den Workshops ist es, den internationalen Austausch aufrecht zu erhalten und auszubauen  – auch in dem Zeitraum zwischen großen internationalen Konferenzen wie der Wikimania und der Wikimedia Conference: Beispiele guten Arbeits („Best Practices“) auszutauschen, voneinander zu lernen, über gemeinsame Projekte nachzudenken und darüber zu sprechen, was es heißt, Teil einer weltweiten Bewegung zu sein.

 

Unterstützung von Freiwilligen

Eine wachsende Zahl von Wikimedia-Organisationen hat mittlerweile eine festangestellte Person, die sich besonders auf die Unterstützung von Freiwilligen konzentriert. Das kann ein anspruchsvoller Job sein, denn Wikimedia-Freiwillige sind vielfältig und umfassen Menschen aus allen Lebensbereichen, mit ganz unterschiedlichen Interessen und Unterstützungsbedarfen. Als einzige Person hauptamtlich für die Unterstützung von Freiwilligen zuständig zu sein kann sich manchmal etwas einsam anfühlen, denn oft sind diese Personen in ihrem eigenen Land bzw. ihrer Organisation die einzigen Mitarbeitenden, die mit dieser speziellen Aufgabe betreut sind.

Im Laufe der letzten Jahre hat sich zwischen den im deutschsprachigen Raum angesiedelten Wikimedia-Organisationen eine natürliche Kooperation zur Unterstützung Freiwilliger entwickelt und aus dieser bestehenden Kooperation ist das Volunteer Supporters Network (VSN) entstanden. Aus diesem Grund haben Veronika Krämer (Wikimedia Deutschland) und Raimund Liebert (Wikimedia Österreich) dieses erste Treffen veranstaltet. In den letzten Jahren haben die beiden daran gearbeitet, ihre Erfahrungen zu teilen und von Anderen zu lernen, zum Beispiel durch Vorträge auf der Wikimedia Conference und Wikimania über ihre Arbeit. Im Jahr 2016 nahm Veronika auch am ersten WikiConvention Francophone und 2017 am CEE Meeting in Warschau teil. Dadurch lernte sie ihre französischen, polnischen und serbischen Kollegen kennen, die sich alle für einen gegenseitigen Austausch von Erfahrungen und Gelerntem interessierten.

Das  „Volunteer Supporters Meeting“ konzentrierte sich daher auf den Austausch von Erfahrungen und Herausforderungen aus der täglichen Arbeit der hauptamtlichen Wikimedia-Mitarbeitenden, zum Beispiel wie man am besten mit Communities in Kontakt tritt. Die schwierige Frage „Was ist erfolgreiche freiwillige Unterstützung – und wie wird sie gemessen?“ wurde diskutiert. Zum Beispiel: Wie misst man, dass zur Motivation von Freiwilligen beigetragen wurde? Die Teilnehmer erarbeiteten auch eine Liste von Instrumenten und Fähigkeiten, die benötigt werden, um die Wirkung der Arbeit zu verbessern.

Über das Ergebnis des Workshops sagt Veronika: „Das Wichtigste ist wahrscheinlich, dass die Leute sich jetzt kennen und sich wohl fühlen, wenn sie sich gegenseitig Fragen stellen. Wir wissen, woran die anderen arbeiten und können um Hilfe bitten.“

Weitere Informationen sind auf Meta verfügbar. Ein weiteres Treffen der Volunteer Supporters ist für nächstes Jahr geplant, möglicherweise in Österreich oder Frankreich.

 

Partnerschaften und Strategie

In der zweiten Novemberhälfte fand der „Partnerschaften-Workshop“ statt. Neben Teilnehmenden aus verschiedenen europäischen, nördlichen Breiten hatten sich Teilnehmer aus Ghana, Indonesien, Brasilien und Israel in den sauren Apfel gebissen und sind im November den ganzen Weg nach Berlin gekommen. Dadurch war die Gruppe geographisch vielfältiger als im letzten Jahr.

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Partnerships meeting – Gruppenfoto

 

Es war von Anfang an klar, dass die neue Strategische Ausrichtung eine zentrale Rolle in dem Workshop spielen würde, da sich die Wikimedia-Bewegung als Teil eines breiteren Ökosystems freien Wissens sieht und es dabei auch direkt um die  Zusammenarbeit mit Partnern geht. Im Jahr 2016 formulierten die Teilnehmenden des Partnerschaftsworkshops sechs Visionen für Partnerschaften in der Wikimedia-Bewegung. In diesem Jahr wurden diese Visionen als Ausgangspunkt für die Interpretation der Strategischen Ausrichtung verwendet.

Die Teilnehmenden waren alle gespannt darauf, was die Strategische Ausrichtung für ihre tägliche Arbeit in Partnerschaften bedeutet. Und vor allem wollten sie nicht nur darüber reden, sondern, wie Nikki Zeuner ermutigte, auch Taten folgen lassen: Das heisst, die resultierenden Veränderungs- und Planungsprozesse aktiv beeinflussen, und sich sich mit der Partnerschafts-Brille auf massgeblich in Phase 2 des Strategie-Prozesses beteiligen.

Während der zwei Tage haben die Teilnehmenden  an einer gemeinsamen Erklärung gearbeitet. Diese Erklärung wird derzeit fertiggestellt und im Januar 2018 veröffentlicht. Die Erklärung soll eine Einladung sein, eine Reihe von Fragen zu diskutieren, die sich auf vier Themen beziehen, die aus den Diskussionen des Workshops abgeleitet wurden: „Ausrichtung und Diversifizierung“, „Ressourcen und Strukturen“, „Zusammenarbeit, Lernen und Teilen“ und „Vertrauen und Kultur“.

 

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Partnerships meeting – flipchart

 

Während der Hauptteil des Workshops sich auf die Ausarbeitung einer gemeinsamen Erklärung und die nächsten Schritte konzentrierte, wurden einige Gedanken  für mögliche Programmelemente der Wikimedia Conference 2018 gesammelt. Ein Beispiel für ein solches Thema war die Möglichkeit, die Informationen der Mitgliedsorganisationen zu analysieren. viele Evaluationen und Berichte über Partnerschaften, um einen vorläufigen angewandten Forschungsrahmen für Partnerschaften in der Wikimedia-Bewegung zu entwickeln, der dann hilft, gemeinsam herauszufinden was Partnerschaften für Freies Wissen erfolgreich macht.

Mehr Dokumentation über den Arbeitsprozess ist hier auf Meta zu finden.

 

Ein Ausblick auf die Wikimedia Conference 2018

Die beiden Workshops veranschaulichen die Bandbreite des Programms der Wikimedia Conference: von den täglichen Erfahrungen der Freiwilligenunterstützung bis hin zu Diskussionen darüber, welche Rolle die Wikimedia-Bewegung im breiteren Wissensökosystem spielen könnte oder sollte.

Cornelius Kibelka, Programm und Engagement-Koordinator der Wikimedia Conference, der die Organisation der beiden Treffen unterstützt hat, sagt: „Meine Aufgabe war es, die Menschen zu motivieren und praktische Unterstützung zu leisten, damit diese Treffen stattfinden können.“ Das war manchmal schwierig weil, wie Veronika bemerkt: „Es gibt noch andere Dinge zu tun …“.

Die zwei Workshops beweisen jedoch, dass es sich gelohnt hat, die Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedsorganisationen zu verstärken und die Wikimedia Bewegung hoffentlich zu stärken. Cornelius: „Wir hoffen auf den Aufbau von Vertrauen, stärkeren Verbindungen zwischen den Wikimedia-Organisationen und langfristig stärkeren Zusammenhalt.“

Die Wikimedia Conference 2018 findet vom 20. bis 22. April 2018 in Berlin statt.

Dieser Eintrag wurde geschrieben von am Montag, Dezember 11th, 2017 um 10:32 Uhr und ist zu finden unter Allgemein, Freiwillige, Internationales, Konferenz, Wikimedia Conference. Sie können diesen Beitrag mit RSS 2.0 Feed abonnieren. Sie können einen Kommentar hinterlassen.
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