Strategie zur Förderung auf Bundesebene des digitalen Engagements empfohlen

Sascha Bierl für WMDE, Digitales Engagement, CC BY 4.0

Das Kompetenzzentrum Öffentliche IT von Fraunhofer Fokus, betterplace lab und Wikimedia Deutschland haben zusammen die Förderung des digitalen Engagements auf Bundesebene analysiert und Handlungsempfehlungen daraus abgeleitet. Die gemeinsame Studie ist jetzt unter einer freien Lizenz (CC BY 4.0) veröffentlicht und kann hier abgerufen werden.

 

 

 

Digitales Engagement wird immer wichtiger

Die Digitalisierung hat Auswirkungen auf alle Lebensbereiche – auch darauf, wie wir uns ehrenamtlich engagieren. In der Bedeutung immer noch unterschätzt, leistet digitales Engagement einen wichtigen gesellschaftlichen Beitrag: von der Wikipedia über mobilfunkgestützte Ersthilfe bis zur Koordinierung von Ehrenamtlichen in Notunterkünften für Flüchtlinge oder OpenStreetMap-Anwendungen. Wikimedia Deutschland hat daher bereits eine Position zur Stärkung des digitalen Engagements veröffentlicht und leistet mit dem White Paper einen analytischen Beitrag im Themenfeld.

 

Es fehlt eine wirksame Förderung

Eine Untersuchung von 34 Fördermaßnahmen auf Bundesebene hat ergeben, dass die Bundespolitik den digitalen Wandel als relevante Einflussgröße und Chance für bürgerschaftliches Engagement zwar anerkennt, in der Förderpraxis jedoch nicht konsequent berücksichtigt. Aus den untersuchten Dokumenten wird nicht deutlich, wie die häufig und zu Recht dargestellten Engagement fördernden Mehrwerte der Digitalisierung praktisch erschlossen werden sollen. Zurzeit adressiert der Bund die Digitalisierung im Engagement weitgehend durch einige kleinere Einzelmaßnahmen, mit denen er auf aktuelle Themen und gesellschaftspolitische Entwicklungen reagiert.

 

Ehrenamtliche der Wikipedia und anderer freier Projekte auf der Konferenz WikiCon, Steffen Prößdorf, Gruppenfoto, CC BY-SA 4.0

 

Über die Analyse des Förderinstrumentariums hinaus haben wir uns mit digital Engagierten zur Förderpolitik auf Bundesebene ausgetauscht.

Ich wünsche mir auch in Deutschland eine Wertschätzungskultur für digitales Engagement“, stellt die Wikipedianerin Geolina163 heraus.

André Gaul, der sich in verschiedenen Projekten digital engagiert, merkt an: „Es herrscht teilweise noch immer ein Misstrauen gegenüber Initiativen wie Freifunk und immer wieder werden kommerzielle Interessen bevorzugt.

Von der Politik wünsche ich mir mehr Unterstützung, indem sie sich für die Veröffentlichung von freien Daten, wie zum Beispiel Grundkarten einsetzten”, so Isabelle K., Ehrenamtliche von OpenStreetMap.

Der Wikipedianer RudolfSimon spricht sich dafür aus, dass die Politik „[…] das Grundrecht auf freies Wissen und auf digitale Infrastruktur vorantreiben“ sollte.

 

Handlungsempfehlungen

Aus der Analyse wird für Wikimedia Deutschland deutlich, dass es an der Zeit ist für eine Förderstrategie auf Bundesebene zur Stärkung des digitalen Engagements. Folgende Aspekte werden im White Paper ausgeführt:

  1. Anerkennung des digitalen Engagements stärken
  2. Digitalen Strukturwandel sowie freie Initiativen und Projekten bei der Vergabe von Fördermitteln berücksichtigen
  3. Digitale Transformation in traditionellen Engagementfeldern unterstützen
  4. Freie Inhalte fördern
  5. Forschung ausbauen

 

Wir freuen uns, wenn die Studie weiterverbreitet wird. Bei Fragen dazu, kannst du dich an community@wikimedia.de wenden.

Link zur Studie

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Dieser Eintrag wurde geschrieben von am Donnerstag, September 21st, 2017 um 14:00 Uhr und ist zu finden unter Allgemein, Community, Freies Wissen, Politik. Sie können diesen Beitrag mit RSS 2.0 Feed abonnieren. Sowohl Kommentare als auch Pings sind derzeit geschlossen.
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2 Responses to “Strategie zur Förderung auf Bundesebene des digitalen Engagements empfohlen”

  1. Seniorenforum Würzburg und Umgebung » Digitals Engagement sagt:

    […] Die komplette Studie finden Sie hier. […]

  2. Alazon sagt:

    Der Titel des Beitrags hat eine englische Syntax, im Deutschen so ungrammatisch.

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