Wikimedia:Woche 35/2014

Hier kommt die 35. Ausgabe der Wikimedia:Woche im Jahr 2014. Dieser herbstliche Newsletter wird gemeinschaftlich von Projektaktiven und Wikimedia Deutschland …

  • 30. Oktober 2014

Hier kommt die 35. Ausgabe der Wikimedia:Woche im Jahr 2014. Dieser herbstliche Newsletter wird gemeinschaftlich von Projektaktiven und Wikimedia Deutschland erstellt, serviert in kleinen Häppchen Aktuelles und Brisantes aus der internationalen Wikimedia-Welt und möchte zum Weiterlesen anregen.

Die Woche entsteht in einem offenen Redaktionsprozess: Wenn du über die internationalen Kanäle auf Links oder Storys stößt, die für die lokale Arbeit der deutschsprachigen Community von Relevanz sein können, hinterlasse einen Hinweis in der nächsten Woche! Du kannst entweder selber einen Teaser-Text vorbereiten, oder einfach nur einen Link setzen, den wir dann vor Versand mit einer Zusammenfassung dekorieren.

Wenn du Wünsche zur Woche im Allgemeinen oder Anregungen zur Abdeckung spezieller Themen hast, melde dich gerne in den Kommentaren. Allen Mitwirkenden gilt hier wie gewohnt besonderer Dank.

Viel Vergnügen beim Lesen!

 

Wikimedia:Woche 35/2014

Frühere Ausgaben sind archiviert unter:

Die Liste der Beitragenden kann der Versionsgeschichte der jeweiligen Ausgabe im Archiv in der Wikipedia entnommen werden.

Foundation und Organisationen

Globale Metriken und Finanzen des Wikimedia-Movements

Im Rahmen eines sechsmonatigen Projektes versuchen vier sog. „Finance Fellows“ (Absolventinnen und Absolventen der Finanz-/Wirtschaftswissenschaften) in der Wikimedia Foundation eine Übersicht und gleichzeitig Prozesse einzuführen, mit denen in Zukunft Metriken und Finanzen der Wikimedia Foundation als auch der Wikimedia-Chapter und (bisher einzigen) thematischen Organisation global verglichen und verfolgt werden sollen (können). Einer der Absolventen, Walter Alejandro, stellte das Projekt auf der Mailingliste wikimedia-l vor. Mehr Informationen gibt es zudem auf Meta.

Wikimedia-Logos unter Creative Commons-Lizenz

Bisher waren die einzigen Logos auf Wikimedia Commons, die nicht frei lizensiert waren, die Logos der Wikimedia-Projekte (Wikipedia, Commons, Wikisource, etc.). Nun hat die Rechtsabteilung der Wikimedia Foundation bekannt gegeben, dass diese nun unter Creative Commons Attribution ShareAlike 3.0 (cc-by-sa 3.0) lizensiert werden. Dies betrifft nicht das sog. Community-Logo (das Logo von meta.wikimedia.org) und das MediaWiki-Logo, die bereits vorher gemeinfrei waren. Die Neuregelung betrifft nur das Urheberrecht, /nicht/ das Markenrecht. Im Zuge dessen gab Luis Villa, stellvertretender Justiziar der Rechtsabteilung der Wikimedia Foundation, bekannt, dass die Wikimedia Foundation zügig alle 3.0-Lizenzen auf 4.0 umstellen möchte. Dies erfordert jedoch korrekte und überprüfte Übersetzungen der neuen Creative Commons-Lizenz, die er jedoch bald erwartet.

Antragsschluss für Mitgliederversammlung von Wikimedia Deutschland

Diesen Freitag endet die Frist für die Einreichung von Anträgen für die Mitgliederversammlung von Wikimedia Deutschland. Anträge können im Mitglieder-Forum eingestellt werden.

Projekte und Initiativen

Wikidata wird zwei Jahre alt!

Das Projekt zur Sammlung von strukturierten Daten – Wikidata – ging vor zwei Jahren, am 29. Oktober 2012, online. Seitdem ist das Projekt massiv gewachsen und gehört zahlen- wie beitragendenmäßig zu den größten in der Wikimedia-Familie. https://www.wikidata.org/wiki/Wikidata:Second_Birthday

Positionspapier der Wikimedia-Chapter zur Reform des Urheberrechts

Im Rahmen der „Free Knowledge Advocacy Group EU“ (EU-Lobbygruppe für Freies Wissen) haben 15 Wikimedia-Chapter, fünf Open Knowledge Foundation-Gruppen und elf weitere themennahe Organisationen ein Positionspapier zur Reform des Urheberrechts an die Europäische Kommission gesandt. Im Rahmen dessen erläutert der „Wikimedianer in Brüssel“, Dimi Dimitrov, die aktuellen Chancen und Risiken einer Urheberrechtsreform in einem Beitrag im WMDE-Blog. Auch Stevie Benton von Wikimedia UK erläutert in einem kurzen Blogbeitrag die Motivation des britischen Chapters zur Debatte.

IberoConf 2014: Vor-Umfrage unter Teilnehmenden

Vom 21. bis 23. November findet in Buenos Aires (Argentinien) das Treffen der iberoamerikanischen Chapter und Gruppen statt. Im Vorfeld haben die Organisierenden unter den Teilnehmenden eine Umfrage gemacht, wie diese sich selbst sehen, was für Pläne sie haben und was sie von dem Treffen erwarten. Die Ergebnissen finden sich in spanischer Sprache auf Meta:

Serbisch-ungarisches Wikipedia-Sommerlager

Im Movement-Blog berichtet Ivana Madžarević, Projektmanagerin bei Wikimedia Serbien, über das im Sommer stattgefundene „Wikicamp“, bei dem Wikipedianerinnen und Wikipedianer aus Serbien und Ungarn zusammenkamen und gemeinsam fotografiert und Wikipedia-Artikel geschrieben haben. Zudem gab es einen sog. „Konferenztag“ bei dem über zukünftige gemeinsame Projekte der Wikimedia-Chapter beider Länder beraten wurd.e

Niederländisches Institut für Kriegsdokumentation lädt zum Artikelschreiben ein

Das Niederländische Institut für Kriegsdokumentation (NIOD) in Amsterdam öffnet am Samstag, den 29.11., die Türen für Wikipedianerinnen und Wikipedianer. Unter anderen wird ein Vortrag zum Thema „Widerstand in den Niederlanden“ angeboten, außerdem steht allen Interessierten die NIOD-Bibliothek sowie Mitarbeitende des Instituts für Gespräche zur Verfügung. Das Programm ist auf Niederländisch, ist jedoch auch für Deutsch sprechende sicherlich von Interesse. Informationen in deutscher Sprache gibts auf Wunsch auch per E-Mail (info[at]wikimedia.nl).

Neues Learning Pattern zur Autorenangabe

Das Evaluationsteam der Wikimedia Foundation (offiziell „Program Evaluation & Design“) sammelt regelmäßig sogenannte „Learning Patterns“, die Erlerntes aufbereiten und zum Nachmachen anregen. Der neueste Learning Pattern kommt von Iolanda Pensa und beschäftigt sich mit der genauen Autorenangabe von und in bestimmten Werken.

Vereinigtes Königreich liberalisiert Urheheberrechtsschutz zu „verwaisten Werken“

Wie der Pressemitteilung der Regierung des Vereinigten Königreich zu entnehmen ist, liberalisiert die liberalkonservative Regierung das Urheberrecht zu sog. „verwaisten Werken“. Dies sind Werke jeder Art, zu denen der oder die Urheberin nicht mehr zu ermitteln ist. Nach deren Angaben könnten damit „bis zu 91 Millionen verwaiste Werke“ der Allgemeinheit zur Verfügung gestellt werden.

Die besten Open-Access-Artikel, die nicht in der Wikipedia zitiert werden

Das Open Access und Wikipedia zumindest ideell stark verbunden sind, steht außer Frage. Praktisch ist dem jedoch nicht so: Ed Saperia, Organisator der Wikimania 2014, hat ein Tool erstellt, mit dem vielzitierte (Open-Access-)Journalbeiträge aufgelistet werden, die nicht in der Wikipedia zitiert sind.

Wie sich ein Wikipedia-Artikel wächst und gedeiht

Luis Villa stellt in seinem privaten Blog die Entwickung eines Wikipedia-Artikels anhand des Artikels „Metal umlaut“ dar.

Technik

Weitere Updates des Medienbetrachters

Am 30.10. um 21 Uhr werden weitere Änderungen des Medienbetrachters in allen Wikipedien freigeschaltet. Zentrale Neuerung ist die Möglichkeit, den Medienbetrachter über ein Zahnradsymbol in der Bildansicht als Voreinstellung aktivieren oder deaktivieren zu können.

Neues für die Wikipedia-Android-Beta-App

Derzeit gibt es laufend neue Verbesserungen für die Wikipedia-Beta-Android-App für die Entwicklung der Wikipedia-App Version 5.0. Für Interessierte lohnt sich ein Abonnement der Mailingliste „mobile-l“. In der jüngsten Mail listet Bernhard Sitzmann unter anderem Verbesserungen bei der Suche (Volltextsuche), Integration von Wikidata, Löschen der eigenen Suchhistorie, etc. auf. Ein kleines Video zeigt bereits einige kleine Designänderungen, wobei sich die neue Version vor allem hinsichtlich der Funktionalität und weniger im Design ändern wird.

Wie die „UmgebungsFunktion“ in der Wikipedia-App funktioniert

Monte Hurd und Dmitry Brant stellen im Wikimedia-Tech-Blog die jüngst zur Wikipedia-App hinzugefügte Umgebungsfunktion vor und erkären wie sie funktioniert.

Geschenk von Google: Neuprogrammierung des Interwiki-Link-Tools

Was früher mal in einer eher rudimentären Version bestand, gibt es nun neu und in schicker: ein Tool, bei dem Artikel zweier Sprachversionen angezeigt werden und gefragt wird, ob diese das selbe Thema behandeln. Im positiven Falle wird der Interwikilink direkt in Wikidata gesetzt. Das Tool basiert auf einem Datensatz, den mehrere Google-Mitarbeitenden anlässlich des dritten Geburtstages von Wikidata den Wikimedia-Communities geschenkt haben. Mittels mehrerer Algorithmen haben diese festgestellt, dass es noch mindestens 35.000 fehlende Interwikilinks gibt, die Fehlerquote bei den Algorithmen liegt bei (lediglich) 8 Prozent.

Diskussion

Erik Möller fordert Chapter zur weiteren Softwareentwicklung auf

In einem Seitenstrang einer Mailinglistendiskussion fordert der stellvertretende Geschäftsführer der Wikimedia Foundation, Erik Möller, die Chapter dazu mehr in den Bereich Softwareentwicklung zu investieren, um beispielsweise für sie wichtige Projekte, wie das GLAMWiki-Toolset, voranzubringen.

Wikipedia braucht keinen VisualEditor, sondern einen IDE-Editor!

James Fisher stellt in einem Blogbeitrag die steile These auf, dass Wikipedia nicht einen WYSIWYG-Editor (What you see is what you get, aka der VisualEditor), sondern einen IDE-Editor bräuchte. Dazu gab es eine ausführliche Diskussion auf der Wikimedia-l-Mailingliste.

Presse und Websites

Wikipedia als wichtige Informationsquelle zu Ebola

Wie New York Times berichtet, ist der (englischsprachige) Artikel zum Ebolafieber im Zuge der sich aus Westafrika verbreitenden Krankheit zu einer überaus wichtigen Informationsquelle gworden. Im Artikel wird auch das Projekt Wikiproject Medicine, geleitet vom Wikipedianer James Heilman, vorgestellt.

Wie sinnvoll sind Ausnahmen von der Netzneutralität? =

Wie die Woche bereits berichtete, gelang es Wikimedia Chile und der Wikimedia Foundation die Telekommunikationsbehörde des südamerikanisches Staates dazu zu bewegen, für die Wikimedia-Projekte eine Ausnahme von dem als sehr stregen Gesetz zur Netzneutralität zu ermöglichen. Seitdem läuft die Diskussion wie vereinbar beide Ziele sind – strenge Netzneutraltität mit der Vielfalt des Internets einerseits, (freier) Zugang zu den Wikimedia-Prjekte und damit zu Bildung andererseits. Francisco Vera der NGO Derecho Digitales (Digitale Rechte) beschreibt seine Ansicht der Dinge (auf Spanisch):

Maya Angelou: eine Vorkämpferin für mehr Geschlechtergerechtigkeit in der Wikipedia

Das Online-Magazin „Inlander“ portraitiert die Wikipedianerin Maya Angelou in ihrem Kampf für mehr Frauen in der Wikipedia.

Größtes Wachstum für Wikipedia von mobilen Geräten

Wie die Geschäftsführerin der Wikimedia Foundation, Lila Tretikov, auf der Code/Mobile-Konferenz mitteilte, kommt das größte Wachstum der Wikipedia inzwischen von mobilen Geräten außerhalb Europas und der USA.

Wieso Daten unter CC-Zero sein sollten

Peter Desmet der Universität Montreal schreibt ein Plädoyer wieso Daten und Datensätze prinzipiell unter CC-Zero veröffentlich werden sollen.

Comic: eine Nacht in der Wikipedia

Ist es mögliche alle [citation needed]-Vorlagen in der (englischsprachigen) Wikipedia zu entfernen? Vielleicht.