Auf nach Olympia

Fünf Wikipedianer haben sich nach Mainz aufgemacht und bei der Einkleidung der Olympiamannschaft Hunderte von Bildern gemacht. Ein Bericht von …

  • Christoph Jackel
  • 3. Juli 2012

Fünf Wikipedianer haben sich nach Mainz aufgemacht und bei der Einkleidung der Olympiamannschaft Hunderte von Bildern gemacht. Ein Bericht von Ralf Roletschek

Die freundlichen Profikollegen bei der Einkleidung der Olympiamannschaft Bildautor: Ralf Roletschek (talk) – Infos über Fahrräder auf fahrradmonteur.de cc-by-sa 3.0


Kaum in der Kaserne angekommen, haben wir festgestellt, daß wir keine Blitzanlage haben. Das macht sich etwas schlecht… :-( Also suchen wir nach irgendeiner Notlösung. So eine Blitzanlage gibt es nicht um die Ecke, und in der Kaserne bekommt man auch keine ausgeliehen. Aber es stehen zwei Blitzanlagen in der Ecke der Halle. Wir lernen Timo Schaube von der Bilddatenbank Public Address Presseagentur kennen, er macht Bilder fürs Fernsehen. Also die Fotos von Sportlern, die bei Nachrichtensendungen im Hintergrund gezeigt werden. Eine vorsichtige Frage später dürfen wir ihre Anlage mitbenutzen. Das erweist sich im Nachhinein sogar als vorteilhaft, denn die Sportler müssen nicht von Anlage zu Anlage wechseln, nur wir Fotografen haben den Staffelstab zu übergeben. Ein ganz großes Dankeschön für diese Kollegialität!

Freie Lizenzen
Wir kommen auch über unsere Arbeit ins Gespräch, und dass die „Gefahr“ in der Luft liege, mit unseren freien Lizenzen den Profis die Arbeit wegzunehmen. Dem sei aber nicht so, sagen sie und weisen darauf hin, andere Fotos als wir zu machen. Das Fernsehen hat andere Anforderungen als eine Enzyklopädie. So haben wir uns prima ergänzt und gegenseitig unterstützt. Das uns von Bettina Kenter empfohlene Schminkpapier hat in der Hitze gute Dienste geleistet und war den Profis noch unbekannt. Viele Sportler fragten nach einem Spiegel, der Autospiegel des Transporters der Bundeswehr war nur eine Notlösung, wir müssen beim nächsten Mal einen Besseren dabeihaben. Die anwesenden Bundeswehrsoldaten haben überhaupt sehr unbürokratisch und schnell geholfen, wenn es mal klemmte. Alle Sportler sollten im Dress der Olympiade abgelichtet werden, viele haben allerdings keine Bekleidung dabei. Ein kurzer Anruf beim Vorgesetzten und wir bekommen die notwendigen Jacken in verschiedenen Größen zur Verfügung gestellt.

Resultate
Und was ist dabei herausgekommen? Gut eingestellte Blitzanlage, total entspannte Sportler und eine gute Organisation haben ergeben, daß von allen Athleten schöne Porträts angefertigt werden konnten. Es waren zwar mit 28 Personen – darunter Jörg Roßkop, Dirk Schimmmelpfennig und Juliane Schenk – nur gut 10% der gesamten Olympioniken – aber von diesen haben wir jetzt gutes Bildmaterial! Die Rolle der Helfer im Hintergrund ist dabei mindestens genauso wichtig wie das eigentliche Fotografieren. Ohne sie wären viele Sportler gar nicht bei uns angekommen. Wir waren nicht zu viele sondern eher zu wenige Leute dort. Und eine technische Erkenntnis: Immer eine Kamera mit X-Kontakt dabeihaben! Wir hatten zwar 3 DSLR dabei aber nur eine, die wir an die Blitzanlage per Kabel anschließen konnten.

Ein ganz großes Danke an alle Beteiligten nicht nur von uns!
– Ralf Roletschek im Namen aller fünf Teilnehmer

Alle Fotos sind unter http://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Einkleidung_deutsche_Olympiamannschaft_2012 zu finden

  1. Ich kann mich Ralf nur in allen Punkten zustimmen. Zum einen herrschte unter uns Wikipedianern eine selbst für unsere schon oft recht guten Verhältnisse grandiose Kollegialität und Arbeitsteilung, zum anderen muß man vielen Stellen danken. Den Soldaten vor Ort und den Organisatoren von Bundeswehr und DOSB. Ganz besonders aber den Fotografenkollegen vor Ort. Und das nicht nur, weil wir die Blitzanlage mitnutzen durften, sondern auch sonst für einen sehr erfreulichen, kollegialen Tag.

    Das alles konnte natürlich nur funktionieren, da selbst die bei der zuvor besonders gefragten Athleten wie Timo Boll auch noch den Weg zu uns aufnahmen und alle recht cool auch diesen letzten Termin über sich ergehen lassen. Und das eigentlich immer freundlich und geduldig.

    Für mich war dieser Tag einer der Besten, die ich in meinem „Wikip/media-Leben“ hatte!

    Kommentar von Marcus Cyron am 4. Juli 2012 um 13:59

  2. Kompliment für das Resultat! Vielleicht kriegt ihr noch eine Chance bei der Medaillenfeier nach der Rückkehr. Olympioniken mit Metall strahlen doch viel schöner. Die Kontakte zum DOSB habt ihr ja jetzt. Der Empfang der Schweizer Medaillengewinner wäre übrigens auch eine Idee für Ludo, den aktivsten (Sport-)Fotografen bei Wikimedia CH.

    Kommentar von Patrick Kenel am 4. Juli 2012 um 22:52

  3. Kompliment für das Resultat! Vielleicht kriegt ihr noch eine Chance bei der Medaillenfeier nach der Rückkehr. Olympioniken mit Metall strahlen noch viel schöner. Die Kontakte zum DOSB habt ihr ja jetzt. Der Empfang der Schweizer Medaillengewinner wäre übrigens auch eine Idee für Ludo, den aktivsten (Sport-)Fotografen bei Wikimedia CH.

    Kommentar von Patrick Kenel am 4. Juli 2012 um 22:54

  4. superaktion! das einzige was mich etwas wundert, ist die bildunterschrift mit werbung für eine fahrradwebsite, muss das sein?

    bg

    poupou

    Kommentar von poupou am 9. Juli 2012 um 17:49

  5. […] und habe Details zu einer Fotoaktion abgeklärt, die ähnlich zu den Landtagsprojekten oder der Olympiaeinkleidung auch mit den Führungskräften und Mitarbeitern des DAI durchgeführt werden soll. Jeden Tag gibt […]

    Pingback von Wikimedia Blog » Blog Archive » In Residence – der zweite Monat am 31. Juli 2012 um 13:29

  6. […] Bei ihrem Engagement ist gerade den Fotografen für Wikipedia kein Weg zu weit. Erst im Juni reiste eine Gruppe von Ihnen zur Einkleidung der deutschen Olympiamannschaft nach Mainz. Dabei machten Sie hunderte von Fotos, die in der Wikipedia und darüber hinaus frei […]

    Pingback von Wikimedia Blog » Blog Archive » Paralympics – Keine Fotos für Wikipedia am 3. August 2012 um 17:23

  7. […] Anfang Juli ein Team von Wikimedia Deutschland zur Einkleidung der Olympioniken nach Mainz anreiste, konnte sich das Ergebnis sehen lassen: Von immerhin jedem zehnten deutschen Olympia-Sportler […]

    Pingback von Schade: Keine Creative Commons-Bilder der deutschen Paralympioniken am 6. August 2012 um 18:14

  8. […] Anfang Juli ein Team von Wikimedia Deutschland zur Einkleidung der Olympioniken nach Mainz anreiste, konnte sich das Ergebnis sehen lassen: Von immerhin jedem zehnten deutschen Olympia-Sportler […]

    Pingback von Schade - keine Creative Commons-Bilder der deutschen Paralympioniken : Posted Planet am 7. August 2012 um 09:58

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