Babara Fischer, CC-BY-SA 3.0, Foto: Phillip Wilke

Spätestens, seit die deutsche Wikipedia-Community über eine eigenständige Plattform verfügt, um ihre Outreach-Aktivitäten im kulturellen Sektor nachzuhalten, haben wir auch im Verein entsprechende Überlegungen angestellt, wie wir die Kooperationen mit Museen, Bibliotheken, Archiven oder wissenschaftlichen Einrichtungen intensivieren und vor allem systematischer ausbauen können. Das Reizvolle an Kooperationen mit kulturellen Einrichtungen ist ihre Nachhaltigkeit: Im Optimalfall entstehen über vertrauensbildende Maßnahmen und Türöffner-Projekte langfristige Austauschbeziehungen, die der digitalen Wissensallmende qualitativ hochwertige Werke hinzuzufügen.

Kulturpartnerschaften erfordern vor allem ein gutes Verständnis von der Arbeit in den entsprechenden Institutionen, eine Sprache und Herangehensweise, die sich im Einzelfall sehr vom “Wiki-Style”, also einem schnellen und ergebnisoffenen Ansatz, unterscheiden kann. Häufig benötigen Institutionen für ihre Entscheidungen die Einbeziehung der Verwaltung und die Zustimmung von Gremien, Schwerpunktsetzungen und strategische Ziele werden zumeist mit einem großen zeitlichen Vorlauf getroffen. Es gibt große Unterschiede in punkto Tempo, Mentalität und Expertise. Kulturpartnerschaften sind in diesem Sinne immer wechselseitige Lernerfahrungen, für die Seite der professionellen Vermittler ebenso wie für die Seite der Förderer des Freien Wissens.
Mit Barbara Fischer glauben wir, die ideale Frau für diesen Brückenbau gefunden zu haben. Seit dieser Woche arbeitet sie als Kuratorin für Kulturpartnerschaften für Wikimedia Deutschland. Ihre Aufgabe wird es künftig sein, die GLAM-Aktivitäten aus der deutschen Community unterstützend zu begleiten sowie weitere Initiativen zu entwickeln. In den folgenden Monaten ergänzt sie zusätzlich das internationale “Wiki Loves Monuments”-Team beim Roll-out des Wettbewerbs 2012. Hier bringt sie ihre Erfahrungen aus der Öffentlichkeitsarbeit des Tag des offenen Denkmal Berlin ein.

Barbara arbeitet seit Beginn der 90er Jahre als Netzwerkerin und Kulturmanagerin. Sie war Geschäftsleiterin der größten Berliner Autorenvereinigung, baute verschiedene Netzwerke wie Der Wedding lebt! auf und initiierte und leitete verschiedene Partizipationsprojekte wie Schatzsuche Wrangelkiez, Mind and Jump the GapsRed Latinoamericano de Arte para la Transformacion social  oder die Akademie unter Bäumen der Stiftung Genshagen.

Barbara freut sich auf ihre Tätigkeit in einem ganz neuen Kontext:

Wissen und Teilhabe miteinander zu verbinden, ist für mich ein Riesenschritt für die Gesellschaft. In vielen kulturellen Einrichtungen lagern unendliche viele Bits an Information, die nur beschränkt zugänglich sind. Diese Schätze öffentlich zugänglich zu machen, motiviert mich enorm. Es gibt auf lokaler Ebene bereits viele gute Ansätze und erste erfolgreiche Partnerschaften, die durch das ehrenamtliche Engagement der Wikipedianer entstanden sind. Das ist toll. Hierbei möchte ich mich gerne einklinken. Wir sollten gemeinsam versuchen, diese Initiativen noch besser nach außen zu kommunizieren und sie zu einem flächendeckenden Netz zu erweitern. Genau so sehe ich auch meine Rolle bei Wiki loves Monument. Nach jahrelanger Erfahrung im Management auch großer internationaler Projekte freue ich mich darauf, bei so einem wunderbaren Vorhaben, das Photographie, Baudenkmäler und Netzkultur miteinander verbindet, mitwirken zu dürfen.

Wer mit Barbara direkt in Kontakt treten möchte, kann dies hier tun.