•  

    • expand2012 (16)
    • expand2011 (171)
    • expand2010 (105)
    • expand2009 (84)
    • expand2008 (60)
    • expand2007 (11)

Archiv für die ‘Freies Wissen’ Kategorie



ACTA in Aktion: Unschärfe als Prinzip [Update]

Bereits seit 2008 wird ACTA (Anti-Counterfeiting and Trade Agreement, auf deutsch ungefähr: “Handelsabkommen zur Abwehr von Fälschungen”) verhandelt, das u.a. zum Ziel hat, internationale Standards gegen Verletzungen von Marken- und Urheberrechten zu harmonisieren. Es geht um das “Policing” von Immaterialgütern, seien es nun digitale Musikstücke, Patente auf Medikamente oder Saatgüter. Die Verhandlungen von 39 Staaten waren bis zur finalen Fassung des Dokuments so geheim, dass es dazu so gut wie keine öffentliche Kommentierung gab. So blieb das Blog von Michael Geist, wo auch die verschiedenen Entwurfsstadien des Vertragstexts geleakt wurden, lange Zeit die wichtigste Informationsquelle. Mittlerweile skandalisieren zahlreiche NGOs und Wissenschaftler das Abkommen bzw. den Weg dorthin. Selbst der zuständige EU-Berichterstatter Kader Arif warf, entnervt über die außergewöhnliche Intransparenz des Verfahrens, jüngst die Brocken hin. Nicht nur die Wikipedia-Gemeinde fragt sich: Was steht eigentlich in diesem offensichtlich brisanten, multilateralen Vertrag?

Tja. Das größte Problem mit ACTA ist, dass der Vertragstext mit seinen schwammigen Formulierungen kaum richtig zu greifen ist. Man kann viel hineinlesen oder auch wenig. Vorerst ist eine Sache der Interpretation (oder aber der intimen Kenntnis der entsprechenden Verhandlungsprotokolle, die nie offiziell veröffentlicht wurden), ob das Abkommen nun auf der bekannten Klaviatur der restriktiven Maßnahmen bei z.B. Urheberrechtsverletzungen spielt oder ein völlig neues Niveau der Rechtedurchsetzung gleichsam “auf dem kurzen Dienstweg” etablieren will. Offensichtlich ist aber, dass ACTA die Access Provider stärker in die Mitverantwortung nehmen will, ihr Haftungsprivileg soll fallen. Zwar werden im Art. 27 vorsorglich “principles such as freedom of expression, fair process, and privacy“ genannt. Letztlich wird es jedoch stark darauf ankommen, ob diese Prinzipien bei der konkreten Umsetzung in EU-Recht oder nationales Recht auch Anwendung finden.

Eine besonders kritische Analyse legte La Quadratur Du Net vor. Die netzpolitische NGO nennt ACTA schlicht  “eine globale Blaupause für repressive Gesetze ähnlich wie SOPA.” Nach ihrer Einschätzung geht es bei dem Abkommen im Kern um eine Privatisierung der Rechtsdurchsetzung. Demnach sollen Internet Service Provider künftig zu einer Kooperation mit den Content-Industrien verpflichtet werden, um den Datenverkehr auf Internet-Plattformen proaktiv zu überwachen und ggfs. zivil- oder strafrechtliche Ansprüche zu ermöglichen. Eine richterliche Anordnung (wie bei der in Deutschland noch heiß diskutierten Umsetzung der Vorratsdatenspeicherung) wird nach Art. 12 von ACTA dazu nicht mehr erforderlich sein, d.h. Maßnahmen wie z.B. die Sperrung inkriminierter Seiten können ohne vorherige Anhörung der Betroffenen angewandt werden. Dazu kommt: Um Rechtsverstöße überhaupt konsequent ahnden zu können, würden im schlimmsten Fall Filtertechniken bis hin zu “deep packet inspection” zum Einsatz kommen. Folgt man diesem düsteren Szenario, wäre dies in der Tat das Ende des zugangsoffenen Internets bzw. eine völlige Abkehr vom Prinzip der Netzneutralität, an der auch “User Generated Content”-Projekten wie Wikipedia gelegen sein sollte.

Zumindest etwas klarer als die Umsetzung von ACTA ist das verbleibende Zeitfenster, das bis zum endgültigen Inkrafttreten des Abkommens bleibt. ACTA muss bis 2013 von mindestens sechs Verhandlungspartnern ratifiziert werden. Die Unterschrift unter den Vertragstext von 22 EU-Mitgliedsstaaten (Ausnahmen bildeten z.B. Deutschland und die Niederlande) am 26. Januar 2012 bedeutete zunächst einmal nur die formale Zustimmung über den Gehalt und Regelungsrahmen des Abkommens. Eine rechtlich bindende Wirkung hatte dieser deklaratorische Akt noch nicht. Erst nach einem erfolgreichen Ratifizierungsprozess in den Mitgliedsstaaten kann die Umsetzung in nationale Gesetzgebung erfolgen. Nun kommt es auf das Europaparlament an, in dem bei ACTA das “International Trade Committee” (INTA) federführend ist. Bei der nächsten Sitzung des Gremiums (29. Februar) wird voraussichtlich eine Empfehlung der Obleute erarbeitet, an die sich die Fraktionsgemeinschaften weitestgehend halten dürften. Eine endgültige Abstimmung aller EP-Abgeordneten über die Ratifizierung ist nach derzeitigem Stand Mitte Juni möglich. Für den 11. Februar ist – nach dem Vorbild der polnischen Massenproteste – ein bundesweiter Aktionstag angekündigt. Eine internationale Petition gegen ACTA kann hier unterzeichnet werden.

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (6 Bewertungen, Durchschnitt: 4,83 von 5)
Loading ... Loading ...

QRpedia im Museum für Hamburgische Geschichte

Von: [[Benutzer:Peter Weis]]1)

QR-Erfahrung

Nachdem Spiegel Online im Oktober 2011 ein Gespräch mit [[Benutzer:Peter Weis]]  führte, wurde das Interesse des Museums für Hamburgische Geschichte am Thema QR-Codes erneut geweckt.

Erfahrungen aus dem Children’s Museum in Indianapolis, der Fundació Miró und dem Derby Museum haben gezeigt, was die eckigen Codes von QRpedia für Institutionen leisten können. So erzielte das Children’s Museum in Indianapolis mit nur 4 installierten Codes 3350 Aufrufe (Juni – Dezember 2011).

Der erste QR-Code im Museum für Hamburgische Geschichte IMG 1607 original
Der erste QR-Code im Museum für Hamburgische Geschichte IMG 1607 original

Für  GLAM-Institutionen sind Zahlen, die Erfolg oder Misserfolg von Kooperationen darstellen, zentral für die Entscheidungsfindung. Auch für den Aufbau von Austellungsflächen oder die Konzeption von Räumlichkeiten ergeben sich dadurch neue Ansätze. Getreu dem Motto “Was interessant ist, wird gescannt”, kann eine GLAM-Institution einschätzen, welche Bereiche für die Besucher besonders interessant sind und stark frequentiert werden.

Treffen vom 08. Dezember 2011

Für das Museum für Hamburgische Geschichte, das seit Dezember 2010 Teil einer GLAM-Kooperation ist, bietet sich in QR-Codes die Möglichkeit die Vermittlung Freien Wissens auf eine neuartige Weise zu unterstützen und einen Vorstoß in Richtung neue Medien zu wagen.

Der Vollglasüberdachte Innenhof des Museums für Hamburgische Geschichte. Demnächst mit QR-Code?
Der Vollglasüberdachte Innenhof des Museums für Hamburgische Geschichte. Demnächst mit QR-Code?

Am 08. Dezember 2011 konnte [[User:pigsonthewing]] zusammen mit [[User:Peter Weis]] im Museum für Hamburgische Geschichte vorsprechen, um Inhalte rund um das Thema QRpedia zu präsentieren und Möglichkeiten für die Einbindung in das hauseigene Konzept aufzuzeigen. Mit Unterstützung durch Wikimedia Deutschland war es möglich, dass User:pigsonthewing so kurzfristig nach dem GLAMcamp in Amsterdam am Treffen in Hamburg teilnehmen konnte.

QRcodes sind in der bisherigen Anwendung immer zusätzlich zu bestehenden Maßnahmen genutzt wurden. Neben Audioguides, Infotafeln und Broschüren soll es auch Museen geben, die ihren Besuchern Tablet-Computer für die Dauer des Besuches an die Hand geben, um die Ausstellung zu Erkunden. QR-Codes dienen also bisher zur Unterstützung bestehender Systeme. Anhand der Praxisbeispiele aus anderen Ländern, ließ sich gut einschätzen welche Schwächen und Stärken das System aufweist.

 Die Fundació Miró macht's vor: Infotafeln mit integrierten QR-Codes.
Die Fundació Miró macht's vor: Infotafeln mit integrierten QR-Codes.

Bei geringen Lichtverhältnissen, mangelndem Empfang oder gar einem abgenutzten QR-Code funktioniert das System nicht. Auch Artikel zu den teils sehr speziellen Themen der Institutionen müssen erst geschrieben werden. Die Edit-A-Thons aus anderen Häusern weisen auch hier den Weg. Zusammen mit der lokalen Wikipedia-Gemeinde wird meist in der Institution an Artikeln gearbeitet, die dann von der globalen Gemeinde in eine Vielzahl von Sprachen übersetzt werden können.

Vor allem die technische Umsetzung war für die Anwesenden von Interesse. QRcodes können prinzipiell mit jedem Drucker erstellt werden und auf vorhandene Infotafeln aufgeklebt, oder neben Objekte in Schaukästen gepinnt werden. Um die Haltbarkeit der Codes zu erhöhen, kann man entweder zum Laminiergerät greifen oder direkt Infotafeln erstellen, die mit den schwarzen Quadraten bestückt sind. Am Ende vor allem eine Frage des Geldbeutels und des Cooperate Designs.

Am Ende des Treffens konnten viele Fragen beantwortet werden, aber mindestens genauso viele Fragen ergaben sich durch die neuen Eindrücke. Die Winterpause wurden auf beiden Seiten genutzt, um eine Evaluierung durchzuführen und sich im neuen Jahr zu einem zweiten Treffen zusammenzufinden.

Teilnehmer des Treffens waren:

  • Prof. Dr. Lisa Kosok, (Direktorin, Museum für Hamburgische Geschichte)
  • Dr. Klaus Gier (Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Altonaer Museum)
  • Wilfried Müller (Neue Medien, Museum für Hamburgische Geschichte)
  • Bettina Beermann (PR und Marketing, Museum für Hamburgische Geschichte)
  • Beate Trede (Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Helms-Museum)
  • Martina Fritz (Wissenschaftliche Volontärin, Museum für Hamburgische Geschichte)
  • User:pigsonthewing
  • User:Peter Weis

Treffen vom 27. Januar 2012

Am 27. Januar fand nach dem Jahreswechsel ein zweites Treffen statt, um QR-Codes im Museum für Hamburgische Geschichte zu realisieren. Gemeinsam mit Martina Fritz und [[User:Peter Weis]] wurden potentielle Objekte des Museums erkundet und die zuvor ermittelten Probleme in der Praxis getestet. Dicke Mauern sind hinderlich für den Internetempfang des mobilen Endgerätes – Ausstellungsflächen im Keller oder im Zentrum des Gebäudes schieden also aus.

In den Blick gerieten vor allem die Objekte, die bisher nicht durch die eigentliche Ausstellung erfasst sind: Türen, Torbögen und andere architektonische, teil fest im Haus eingebaute, Elemente sollten in Zukunft via QR-Code zugänglich sein. Diese Objekte haben in der Regel keine eigenen Infotafeln und bleiben dem Besucher so verschlossen. Mit Hilfe von neuen Infotafeln die bereits QR-Codes enthalten, wäre es möglich beide Systeme zu verknüpfen. Die menschenlesbare, aber nur in wenigen Sprachen verfügbare Beschreibung und der maschinenlesbare QR-Code ermöglichen auch Besuchern ohne Gerät oder bei technischen Schwierigkeiten einen Zugriff auf die Information.

Im nächsten Schritt soll geprüft werden, was sich einerseits technisch, andererseits finanziell realisieren lässt.

Für den geneigten Leser:

1) Erstveröffentlichung im GLAM-Newsletter Januar 2012(Text leicht angepasst)

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (1 Bewertungen, Durchschnitt: 5,00 von 5)
Loading ... Loading ...

Open Knowledge meetup Berlin ab heute

Die Open Knowledge Foundation Deutschland startet ein neues regelmäßiges Treffen für Interessierte an Open Knowledge und Open Data in Berlin. Immer am zweiten Dienstag eines Monats, ab 18 Uhr. Und lädt dazu alle Interessierten ein.

Los geht es etwas kurzfristig schon heute, in den neuen temporären Büroräumen der Open Knowledge Foundation Deutschland in der Co-Working Etage über dem St. Oberholz am Rosenthaler Platz.

Das Format besteht aus einem kurzen Vortrag / einer kurzen Präsentation zu spannenden Projekten aus der Community, gefolgt von einer offenen Diskussion + Zeit für Ideenaustausch.

Ort und Zeit: Open Knowledge meeting Berlin
Dienstag, 10. Januar von 18 – 21 Uhr
Coworking über dem St. Oberholz, Rosenthaler Straße 72a, 10119 Berlin (2. Stock, Eingang um die Ecke)

@okfde #openberlin

http://okfn.de/projekte/open-knowledge-meetup-berlin/

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (3 Bewertungen, Durchschnitt: 1,00 von 5)
Loading ... Loading ...

Wiki Loves Monuments… 2012 weltweit!

Dies hier ist eine freie Übersetzung (mit ein paar Ergänzungen von mir) der Mail, die Lodewijk Gelauff, Maarten Dammers und Tomasz Kozłowski anlässlich Wiki Loves Monuments 2012 über verschiedene Mailinglisten geschickt haben:

Einige Organisatoren von Wiki Loves Monuments 2011 trafen sich vor ein paar Wochen im wunderschönen Amsterdam, um den vergangenen Wettbewerb zu evaluieren und die ersten Schritte für 2012 einzuleiten.

WLM Evaluation Amsterdam-6095
Foto: Raimond Spekking (via Wikimedia Commons) / CC-BY-SA 3.0

Erstes und wichtigstes Ergebnis:
Es wird auch 2012 ein Wiki Loves Monuments geben – und wenn genug Interesse besteht, gehen wir dieses Mal von der europäischen auf die internationale Ebene!

Jetzt gilt es heraus zu finden, welche Chapter und Personen potentielles Interesse an einer Fortsetzung im eigenen Land haben. Einige haben schon gespannt auf diese Chance gewartet, einige klären noch die Rahmenbedingungen und andere werden hoffentlich durch diese Mails motiviert, an Bord zu kommen.

Worum geht’s?

Wiki Loves Monuments ist ein Fotowettbewerb, der 2010 in den Niederlanden und 2011 europaweit durchgeführt wurde. Der Wettbewerb ruft eine breite Öffentlichkeit auf, den ganzen September lang Bilder von historischen Bauwerken/Denkmälern auf Wikimedia Commons zu laden. Dabei wird der Wettbewerb in seiner förderalen Struktur von Freiwilligen und Chaptern in jedem teilnehmenden Land eigenständig durchgeführt. Aus den besten Bilder aller Ländern werden dann die europäischen Gewinner gekürt.

Der Wettbewerb war in 2011 sehr erfolgreich. Insgesamt wurden mehr als 165.000 Bilder in 18 teilnehmenden Ländern eingereicht. Das war allein möglich durch die unermüdliche Arbeit von hunderten Freiwilligen, die zum Gelingen auf nationaler und internationaler Ebene beigetragen haben. Die Gewinnerbilder wurden auf wikilovesmonuments.eu und auf Wikimedia Commons veröffentlicht.

15346 Purila mõis
Foto: By Tiigrr (via Wikimedia Commons) / CC-BY-SA 3.0

Neben den beachtlichen Auswirkungen auf Qualität und Reichweite von Denkmälern und kulturellem Erbe war Wiki Loves Monuments eine fantastische Chance, einige unserer wichtigsten Ziele zu erreichen: Insgesamt haben über 4.000 neue Nutzer den ersten, jemals durch die Community ausgelösten Upload-Peak auf Commons ausgelöst: (); außerdem sind viele wertvolle Kooperationen zwischen Wikimedia-Gruppen und -Chaptern mit kulturellen Institutionen und Organisationen entstanden.

Nächste Runde – Wer ist dabei?

Die Mail schließt mit einem Aufruf an Wikimedianerinnen und Wikimedianer auf der ganzen Welt: Habt ihr Lust, Wiki Loves Monuments 2012 in eurem Land zu organisieren und zu gestalten? Wenn ihr mehr wissen möchtet, findet ihr erste Informationen auf der Commons Projektseite – weitere Details folgen.

Als Hauptkanal für Kommunikation und Information steht außerdem allen Interessierten die Mailingliste offen. Ihr seid herzlich eingeladen, hier Fragen zu stellen und mit euch mit den Organisatoren der Vorjahre auszutauschen. Seid mutig und abonniert diese Liste.

Na dann los, meldet euch, wenn ihr Teil dieses großartigen Projektes sein möchtet!

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (6 Bewertungen, Durchschnitt: 4,00 von 5)
Loading ... Loading ...

WissensWert 2011: Wir gratulieren den fünf Gewinnerprojekten!


Vom 17. Oktober bis 24. November haben Menschen und Initiativen, die Freies Wissen fördern, 50 Projektideen bei unserem Wettbewerb WissensWert eingereicht. Sie alle bewarben sich damit um eine finanzielle Unterstützung für die Umsetzung ihrer Projekte: Mit bis zu 5.000 Euro hilft Wikimedia Deutschland, aus mutigen Ideen außergewöhnliche Projekte zu machen.

Die Jury hat entschieden! Nach der Sitzung letzte Woche haben wir nun alle Punkte zusammen gezählt und freuen uns, euch die fünf Gewinnerprojekte hier samt Lobhudelei vorzustellen.

Daniel Mietchen: Open-Access-Medienimporter für Wikimedia Commons

Ein stetig wachsender Anteil wissenschaftlicher Artikel wird unter einer CC BY-Lizenz veröffentlicht, welche eine Nachnutzung der Materialien auf Wikimedia-Projekten zulässt. Viele dieser Artikel beinhalten Abbildungen oder Multimedia-Dateien, die sich zur Illustration enzyklopädischer Inhalte eignen. Bisher wird davon selten Gebrauch gemacht. In diesem Projekt soll daher Software entwickelt werden, welche die Artikel in Open-Access-Zeitschriften systematisch nach Multimedia-Dateien durchsucht, diese dann herunterlädt, in freie Formate konvertiert und auf Wikimedia Commons hochlädt.

Benutzer:Eschenmoser schreibt über das Projekt:

“Der Open-Access-Medienimporter für Wikimedia Commons sichtet freie wissenschaftliche Literatur automatisiert nach geeigneten Dateien und stellt diese für den Transfer nach Commons bereit. Er erschließt dabei nicht nur ein junges, der Öffentlichkeit weitgehend verborgenes Gebiet freier Inhalte einem breiteren Nutzerkreis, sondern bündelt auch Dateien aus der aktuellen Forschung im etablierten Commons-Archiv, welche dort bislang unterrepräsentiert sind. Neben den Vorteilen der vereinfachten Recherchierbarkeit freier, aktueller Forschungsinhalte und deren Bereitstellung für die Wikipedia und ihre Schwesterprojekte, wird die Aufmerksamkeit auf die zu Grunde liegende Literatur gelenkt. Daraus resultierende steigende Zugriffszahlen bieten einen weiteren Anreiz zur Publikation wissenschaftlicher Inhalte unter freien Lizenzen.”

Punkte der Jury: 206
Stimmen des Publikums: 2
Projektbeschreibung: Open-Access-Medienimporter für Wikimedia Commons
Followempfehlung: @EvoMRI

Torsten Schlabach: Zeitreise in OpenStreetMap – oder: OSM in der 4. Dimension

Eine OpenStreetMap-Karte soll einige Stadtteile von Duisburg zeigen, wie sie zu unterschiedlichen Zeitpunkten (vor 150 Jahren, vor 80 Jahren und vor 20 Jahren) ausgesehen haben. Damit werden die Veränderungen der Stadt durch die Industriealisierung, den Untergang der Montan-Industrie und den Übergang in die heutige Wissens- und Dienstleistungsgesellschaft gezeigt.

Philipp Otto, iRights.info, würdigt die Idee:

Als Mitglied der diesjährigen Jury des WissensWert-Preises 2011 freue ich mich besonders, dass das Projekt „Zeitreise in OpenStreetMap – oder OSM in der 4. Dimension“ in diesem Jahr zu den Gewinnern zählt. Die Jury war begeistert vom Konzept und der Idee des Projektes wie auch der Verknüpfung von unterschiedlichen Nutzungsmöglichkeiten und der beabsichtigten breiten lokalen Wirkung sowohl für einfache Interessierte als auch für professionelle Historiker und Stadtschreiber.

Das Krupp-Gelände in Duisburg-Rheinhausen dient als Ausgangspunkt einer historischen Zeitreise. Historisches und aktuelles Kartenmaterial soll in einer „4.Dimension“ zusammengeführt werden, um die Veränderungen in der städtischen Architektur und die daraus folgende unterschiedliche Nutzung durch die Menschen optisch ersichtlich und fiktional erlebbar zu machen. Das Projekt hat einen deutlich regionalen Fokus, und zeigt damit, dass die Entwicklung neuer Formen von Wissen und der neue Zugang zu Wissensressourcen gerade auch vor Ort sehr nützlich ist. In der Jury war es uns besonders wichtig, ein solches beispielshaftes regionales Leuchtturmprojekt auszuzeichnen. Nicht zuletzt ist das Konzept beliebig oft kopierbar und in anderen Städten und Gemeinden anwendbar. Die sich daraus ergebenden Nutzungsmöglichkeiten sind groß und können zu einem hohen Interesse von vielen Interessierten führen. Gerade im Kontext von Stadtforschung und der regionalen Aufarbeitung von vorhandenem Wissen, bietet dieses Projekt ein Paradebeispiel einer neuen Form der digital-basierten Aufarbeitung von Stadt- und Regionalgeschichte.

Punkte der Jury: 162
Stimmen des Publikums: 12
Projektbeschreibung: Zeitreise in OpenStreetMap – oder: OSM in der 4. Dimension
Followempfehlung: @westvereine

Marcus Bösch: CC PLAY – Spiel die Commons

CC PLAY soll Nutzern weltweit eine Tür zur Schatzkammer freien Wissens öffnen. Das soll spielerisch, mit Spaß und Lust am Entdecken geschehen, deswegen setzt CC PLAY auf die Kraft verschiedener Game Mechaniken.



Die schönsten, kuriosesten oder seltensten Bild-Fundstücke aus den Commons, dem Bundesarchiv und zahlreichen weiteren Quellen zeigen im Spiel das Potential freien Wissens. Freie ergänzende Informationsquellen werden jeweils verlinkt. Passende CC-Musik stärkt den Erlebnischarakter.

Warum das Spiel uns so gefällt:

Ein Projekt, das spielerisch demonstriert, was man alles tolles mit Freiem Wissen und Freien Lizenzen machen kann. Entdeckungsreise durch die Commons – macht neugierig auf mehr!

Punkte der Jury: 148
Stimmen des Publikums: 12
Projektbeschreibung: CC PLAY – Spiel die Commons
Followempfehlung: @m_boesch

Bastian Greshake: Open (Citizen) Science durch mehr öffentlich verfügbare Genotypisierungen

“Direct To Consumer”-Genotypisierungen erzeugen günstige aber wertvolle Einblicke in Genome. Solche Typisierungen kann man von Firmen wie 23andMe erstellen lassen, die Ergebnisse sind in der Regel für die Öffentlichkeit aber nicht zugänglich. Wir haben kürzlich das Projekt openSNP gestartet. Ziel es ist so viele Typisierungen und medizinisch relevante Daten wie möglich der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen.

Mit solchen freien Daten hilft man Wissenschaftlern weltweit und ermöglicht es einfach Citizen Science zu betreiben. Mit dem Funding durch Wikimedia können wir Menschen beteiligen, die sonst mangels finanzieller Mittel keine Typisierungen anfertigen lassen können.

Katrin Rönicke, netzfeminismus.org begründet die Entscheidung der Jury:

Die Humangenetik steht noch am Anfang ihres Wissens: Die Zusammenhänge zwischen Merkmalen von Menschen (Phänotyp), darunter auch Krankheiten, und dem genetischen Programm der jeweiligen Menschen (Genotyp) sind nur zu einem minimalen Teil aufgeklärt. Da viele Gen-Kombinationen zur Ausprägung eines Merkmals führen können, ist es wichtig, eine große Anzahl von Menschen mit zum Beispiel einer bestimmten Krankheit vergleichen zu können. Das Wichtigste für die Entschlüsselung der Gene ist also: Eine große Datensammlung über Genotypen und Phänotypen von Menschen.

Das Projekt hat es sich zum Ziel gesetzt, hier mit wissenschaftlichem Crowdsourcing zu arbeiten. Das Projekt OpenSNP existiert bereits: Knapp 90 Menschen haben dort ihre Genotype und Phänotype hochgeladen und eingegeben. Und diese können von allen Menschen auf der Welt für die Forschung genutzt werden. Der Wikimedia WissensWert-Preis steht für die Befreiung von unfreiem Wissen – Citizen Science ist eine radikale und umfassende Befreiung von bislang ausschließlich bei den Genotypsierungs-Firmen gehortetem Wissen. Die Wikimedia unterstützt daher das Projekt OpenSNP, indem es die Genotypisierungen – also die Entschlüsselung der DNA-Sequenzen – von Menschen finanziert, die gerne bei dem Projekt mitmachen möchten.

Als Ex-Biologie-Studentin freue ich mich besonders, dass dieses Projekt mit dem WissenWert-Preis gefördert wird. Die Biowissenschaften liegen allzu oft allein in den Händen von Profit-Unternehmen und sind der Mehrheit der Menschheit unverständlich und nicht zugänglich. Projekte wie dieses rütteln daran – sie machen Wissenschaft zu einer Angelegenheit aller.

Punkte der Jury: 147
Stimmen des Publikums: 157
Projektbeschreibung: Open (Citizen) Science durch mehr öffentlich verfügbare Genotypisierungen
Followempfehlung: @gedankenstuecke

Andreas Wittke: Barrierefreie YouTube OER-Videos

Wir haben etliche animierte akademische Lehrvideos in unserem Portfolio und haben diese schon teilweise auf unserem YouTube Channel www.youtube.com/oncampusfhl unter der Creative Commons Lizenz BY-NC-SA Version 3.0 (in Zukunft alles unter CC-BY) als Open Educational Resources (OER) veröffentlicht. Youtube hat dabei viele Vorteile, so kann man damit jeden Benutzer, zu jeder Uhrzeit an jedem Ort erreichen, aber auch jedes mobile Endgerät. YouTube bietet aber auch die Möglichkeit Untertitel zeitlich synchronisiert einzubinden, so dass auch Gehörlose das Lernmaterial nutzen könnten. Wir könnten also unsere ca. 150 bestehenden Videos untertiteln und neue einstellen.

Mit dem Publikumspreis von 2.000 Euro hat Andreas das hier vor: “Wir würden weitere Bildungs-Videos (insgesamt dann ~165 Stück) online stellen können. Die sind natürlich auch alle barrierefrei mit Untertiteln und unter der Creative Commons Lizenz CC-BY-3.0 frei zugänglich für alle.

Paula Marie Hildebrandt beschreibt ganz praktisch, warum sich die Jury so auf diese Projekt freut:

Ich möchte gerne Videos im Internet schauen. Ich sehe was, aber ich höre nix. Ich ahne worum es geht. Mit Wörtern wär’s schöner.
Vorschau: Gehörlose erhalten Zugriff auf neue und bestehende YOU TUBE-Videos!
Hauptfilm: YOU TUBE wird quasi zur virtuellen Hochschule. Und zwar mit Untertiteln für Gehörlose. Ziel: Das Versprechen des Web 2.0. – Zugang zu Freiem Wissen – einlösen und die oftmals unsichtbaren, unhörbaren Barrieren einreißen.
Nachspann: Alle Inhalte sind und werden unter Creative Commons Lizenz BY-­SA Version 3.0 veröffentlicht und sind auch auf Wikimedia Commons zu finden.
Einfach klasse!

Punkte der Jury: 137
Stimmen des Publikums: 382 (und damit Publikumsliebling und Gewinner der 2.000 Euro!)
Projektbeschreibung: Barrierefreie YouTube OER-Videos
Followempfehlung: @oncampusfhl

Gratulation und weiter so!

Wir wünschen den Preisträgern ein glückliches Händchen bei der Umsetzung und einen maximalen Erfolg in der Präsentation und Bewerbung dieser sehr gelungenen Ideen. Herzlichen Glückwunsch! Wir sind sehr gespannt darauf, diese Projekte bei der Umsetzung zu begleiten und werden hier regelmäßig über den Fortschritt berichten. Wir wünschen uns außerdem, dass sich die Einreicher der anderen Projekte nicht entmutigen lassen und die Gelegenheit nutzen, weiter an ihren Ideen und Vorhaben zu feilen. Das Meta-Wiki, in dem alle Ideen vorgestellt werden, eignet sich hoffentlich auch als Plattform zum Wachsen und Gedeihen der Ideen zur Förderung Freien Wissens. Wir wünschen uns, dass die Einreicher Gleichgesinnte und Interessierte auf die Projektseiten aufmerksam machen und diese als Ort für aktiven Austausch und Diskussion verwenden. Einfach über den Edit-Button – it’s a wiki!

Publikumspreis und Gesamtauswertung

Bei der Wahl für den Publikumspreis wurden über 1.800 Stimmen abgegeben. Mit knapp 400 Punkten hat das OER-Videoprojekt die Herzen des Publikums am höchsten schlagen lassen und erhält deswegen von uns 2.000 Euro extra, um weitere Videos zu befreien. Hier gibt es die Gesamtübersicht der Stimmen sowie die Punkteverteilung aus der Jurybewertung.

Danke schön!

Unser ganz besonderer Dank gilt den Jurorinnen und Juroren, die viel Zeit und Mühe in die Bewertung der Projekte gesteckt haben. Das Ergebnis kann sich sehen lassen und wir selber konnten aus den fruchtbaren Diskussionen der Jurysitzung einige Anregungen für unsere Arbeit mitnehmen. Danke, Daniel Dietrich, Benutzer:Eschenmoser, Paula Marie Hildebrandt, Linus Neumann, Delphine Ménard, Philipp Otto und Katrin Rönicke für die grandiose Zusammenarbeit!

Ebenso gilt natürlich unser Dank allen, die uns bei dieser zweiten WissensWert-Runde beraten und geholfen haben, die Ausschreibung so weit zu verbreiten. Merci! Wir danken außerdem allen Einreichern, die sich die Zeit genommen haben, uns ihre Projekte so ausführlich vorzustellen und für unsere Rückfragen und Anregungen offen waren. Klasse!

Und wenn ihr jetzt schon Feedback und Ideen habt, wie wir WissensWert im nächsten Jahr noch besser machen können: Her damit! Alle Kritik, Fragen und Anregungen nehme ich hier in den Kommentaren, auf der Wikipedia-Projektseite oder unter nicole.ebber@wikimedia.de gerne entgegen.

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (12 Bewertungen, Durchschnitt: 3,67 von 5)
Loading ... Loading ...

Wikipedia und SOPA

Wikipedia-Gründer Jimmy Wales hat in der englischsprachigen Community der Online-Enzyklopädie die Diskussion angestoßen, Wikipedia aus Protest gegen ein geplantes US-amerikanisches Gesetz für kurze Zeit zu sperren. Er verweist auf die italienische Community, die so in diesem Jahr ihren Protest gegen einen netzpolitischen Gesetzesentwurf ausgedrückt hat. Das Gesetz mit Namen “Stop Online Piracy Act” beschäftigt sich mit Möglichkeiten für Copyright-Inhaber, gerichtlich gegen Webseiten vorzugehen. Eine kurze Zusammenfassung der allgemeinen Argumentation findet sich hier, Näheres zum Gesetzesvorschlag unter anderem im entsprechenden Wikipedia-Artikel.

Für die Wikimedia Foundation hat deren Justiziar, Geoff Brigham, eine Stellungnahme veröffentlicht. Einige Kernpunkte:

  • Die Wikimedia Foundation lehnt das Gesetz ab.
  • Ob und auf welche Weise die englische Wikipedia-Sprachversion als Protestmittel genutzt werden sollte, ist eine Frage, die jedoch allein von der Community beantwortet werden sollte. Die Foundation kündigt an, jede Entscheidung diesbezüglich zu unterstützen.
  • Nach einer Überarbeitung der Gesetzesvorlage am 12.12. seien verschiedene Verbesserungen erreicht worden. Trotzdem sei der Entwurf nach wie vor nicht akzeptabel. Drei Argumente als Auswahl:

    a) Das Gesetz sieht die Sperrung kompletter Websites vor (auch außerhalb der USA), selbst wenn nur Teilinhalte als Grund angeführt würden.

    b) Aus finanziellen Gründen könnten sich viele kleinere Betreiber und gemeinnützige Organisation einen teuren internationalen Rechtsstreit von vornherein nicht leisten.

    c) Wikipedia könnte unter diesem Gesetz als Internet-Suchmaschine eingestuft werden, was die Wikimedia Foundation praktisch zwingen würde, Millionen von Quellenangaben in Wikipedia zu prüfen. Das wäre ein kaum zu bewältigender Aufwand, der auf Kosten von Spendengeldern gehen würde – und zwar im Auftrag der Blockade von Websites.

Geoff Brighams Blogpost:

http://blog.wikimedia.org/2011/12/13/how-sopa-will-hurt-the-free-web-and-wikipedia/

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (9 Bewertungen, Durchschnitt: 4,33 von 5)
Loading ... Loading ...

WissensWert-Jurysitzung: Der Wert des Austauschs

Was ich an dieser ganzen Wikimedia-Welt liebe ist, dass es immer wieder Überraschungen gibt. Die letzte dieser Überraschungen war die Jurysitzung von WissensWert-Wettbewerb, die am letzten Mittwoch in Berlin stattfand. Kurz gesagt: Ich kannte in der Jury niemanden. Es ist nicht immer leicht, wenn man neue Leute “freiwilligt” an einem solchen Gremium zu arbeiten, die richtige Stimmung zu finden. Man tagt nur ganz kurz und in wenigen Stunden muss man sich einigen, welches die besten Projekte sind. Wir hatten 4 (vier!) Stunden, um durch 30 Projekte durch zu gehen. Wir hatten schon vorher Punkte für anhand verschiedener Kriterien verteilt und haben bei der Sitzung aufgrund dieser ersten und persönlichen Einschätzung diskutiert.

Und diskutiert haben wir reichlich! Aber in so einer Art, die ich mir bei Wikimedia öfter wünsche: Vernünftig, respektvoll, lustig auch, seriös und konstruktiv. Diese Sitzung war einfach toll!

Die WissensWert-Juroren kommen aus alle mögliche Ecken, und die Bereicherung bei den Gesprächen war einfach klasse. Wir waren uns oft nicht auf Anhieb einig, was spezifische Projekte angeht. Aber in der Diskussion hatten wir Gelegenheit, uns alle Projekte in so vielen Details wie möglich und von allen Richtungen anzukucken. Kulturblickwinkel, Wikimediablickwinkel, Aktivismusblickwinkel, Projektmanagementblinkwinkel – so viele Richtungen, in die wir alle gegangen sind, um einander zu verstehen und Projekte mit neuen Augen zu begreifen. Herzlichen Dank dafür an die anderen Juroren und Jurorinnen, das hat wirklich Spaß gemacht!

Der Konsens hat sich ganz natürlich gefunden, und am Ende waren die Ergebnisse da! Die bekommt ihr aber erst am 15. Dezember, wenn der ganze Prozess abgeschlossen ist. In der Zwischenzeit könnt ihr euer Lieblingsprojekt für den Publikumspreis (Übersicht aller Projekte) wählen. Und glaubt ihr mir, es gibt eine Menge Projekte, die eure Lieblingsprojekte sein könnten!

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (9 Bewertungen, Durchschnitt: 4,44 von 5)
Loading ... Loading ...

WissensWert 2011: Vorstellung der Projekte und Wahl zum Publikumsliebling

 

 

Hier klicken, um direkt für den Publikumspreis abzustimmen!

 

Heute haben wir die bei WissensWert eingereichten Projektideen im Meta-Wiki veröffentlicht (Kurzübersicht, Übersicht), gruppiert nach förderbaren und in dieser Runde nicht förderbaren Projekten. Wir freuen uns sehr, dass so viele schöne und neue Ideen dabei sind! Wie im letzten Jahr haben wir die Projekte zunächst überprüft auf die Einhaltung der Teilnahmebedingungen und die Übereinstimmung mit unserem Ziel der Erstellung, Sammlung und Verbreitung Freien Wissens.

Förderbar – ja oder nein?

Die Entscheidung fiel nicht immer leicht. Wir haben mit vielen der Einreicher Kontakt aufgenommen, um neben inhaltlichen Fragen auch zu prüfen, ob wirklich freie Lizenzen (und nicht Lizenzen, die kommerzielle Verwendung oder Bearbeitung ausschließen) zum Einsatz kommen. Hier ist nach wie vor noch viel Aufklärungs- und Überzeugungsarbeit zu leisten, wie auch aktuellen Debatten (z.B. zum Thema Freie Bildungsinhalte oder die Reformdebatte zum Urheberrecht) zeigen.

Die 30 als “förderbar” gekennzeichneten Projekte geben wir nun an die Jury weiter. Diese tagt am 7. Dezember und wertet dort abschließend aus, welche Projekte eine Förderung erhalten sollen. Bei der Förderung selber ist es dann nochmal an uns, mit den Einreichern über die konkrete Umsetzung zu sprechen. Nicht alle Anträge können 1:1 so umgesetzt werden, nicht alle Einzelleistungen sind durch uns förderbar. Hier gilt es z.B. zu klären, in welchem Rahmen wir Technikanschaffungen, Honorarkosten oder Softwareentwicklung fördern. Und natürlich werden wir nochmal besonderes Augenmerk darauf legen, dass in der Umsetzung wirklich ausnahmslos Freie Lizenzen zum Einsatz kommen. Wie angekündigt werden wir die Projektleiter der ausgewählten Ideen Anfang 2012 zu einem eintägigen Workshop einladen. Die Themen des Workshops umfassen z.B. Projektmanagement, Budgetplanung, Urheberrecht und Öffentlichkeitsarbeit und orientieren sich außerdem an besonderen Wünschen der Projektleiter. Die Teilnahme am Workshop ist Voraussetzung für die Förderung.

Mit den Einreichern der 20 als “nicht förderbar” gekennzeichneten Projekte setzen wir uns in den nächsten Tagen in Verbindung und legen dar, warum wir ihr Projekt in dieser Runde (noch) nicht fördern können. In vielen Projekten steckt wirklich Potential, und mit mehr Zeit und Beratung lassen sich einige in Zukunft sicher in die Tat umsetzen. Der Wettbewerb soll ja auch als Plattform dienen, an den Ideen weiter zu feilen oder sich mit anderen Menschen zusammen zu tun, die an ähnlichen Aufgaben arbeiten. Es spricht also bei vielen Projekten nichts dagegen, in der nächsten Runde wieder dabei zu sein.

Auf den Diskussionsseiten können Fragen und Kommentare zu den einzelnen Projekten hinterlassen werden und den Einreichern bietet sich die Möglichkeit, mit der Öffentlichkeit ins Gespräch zu kommen.

Der Publikumspreis

In diesem Jahr haben wir uns – gemeinsam mit der Jury – einen Publikumspreis einfallen lassen: Öffentlichkeit und Community küren ihr Lieblingsprojekt und dieses erhält von uns 2.000 Euro extra für die Umsetzung der Idee. Der Einreicher, der die meisten Leute begeistert, bekommt damit die Chance, seine Idee noch schöner und wirkungsvoller zu machen. Dieser Publikumspreis ist unabhängig von der Entscheidung der Jury. Er wird auch für Projekte zur Verfügung gestellt, die nicht unter den von der Jury ausgewählten Gewinnern des Wettbewerbes sind.

Selbstverständlich darf dieser Bonus nur den Förderrichtlinien entsprechend eingesetzt werden. Die Jury behält sich vor, Teilnehmer bei offensichtlicher Manipulation zu disqualifizieren. Automatisch rückt dann das zweitbeste Projekt nach.

Hier findet ihr das Formular für die Wahl eures Lieblingsprojektes. Bis zum 13. Dezember habt ihr dafür Zeit. Spread the message!

Alle Fragen zum Wettbewerb beantworte ich gerne, am liebsten per Mail an nicole.ebber@wikimedia.de oder hier in den Kommentaren.

Update: Erstes Zwischenergebnis der Publikumsabstimmung

Innerhalb der ersten 1,5 Tage wurden schon 226 Stimmen abgegeben, hier der aktuelle Zwischenstand (2.12.2011, 10:30 Uhr):

Publikumspreis WissensWert, Stand 02.12.2011
Publikumspreis WissensWert, Stand 02.12.2011

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (3 Bewertungen, Durchschnitt: 3,67 von 5)
Loading ... Loading ...

“Bildung und Wissen” – ein neuer Bereich stellt sich vor

Im kommenden Jahr wird die Geschäftststelle von Wikimedia Deutschland eine neue Organisationsstruktur erhalten. In loser Folge stellen sich im Blog die neuen Schwerpunkte vor. Den Anfang macht der formal erst mit der neuen Organisationsstruktur neu angelegte Bereich “Bildung und Wissen”.

Inhaltlich ist dieser Schwerpunkt schon deutlich älter, 2006 begann er mit einer Veranstaltung am Hildesheimer Gymnasium Andreanum. Abgehalten durch Vorstände von Wikimedia Deutschland fand hier erstmals ein Aktionstag für Schüler, Lehrer und interessierte Eltern statt. Vorträge und Workshops thematisierten grundlegende Fragen um die noch junge Online-Enzyklopädie hinsichtlich ihrer Verlässlichkeit, ihres korrekten Gebrauchs und des Verständnisses für ihre Besonderheiten.

Aus dieser Premiere wuchs über die Jahre das Schulprojekt Wikipedia macht Schule mit spezifischen Angeboten für Schüler und Lehrer, seit 2010 getragen durch ein Referentennetzwerk aus Wikipedia-Autoren und Medienpädagogen und mit inzwischen weit über 100 Veranstaltungen und mehreren Tausend Teilnehmern. Vor diesem Erfahrungshintergrund steht bei Wikimedia Deutschland derzeit die Entwicklung von freiem Lehrmaterial in Buchform zum Thema “Wikipedia in der Schule” im Fokus (hier kann auf Wikibooks mitgearbeitet werden).

Schulen sind aber nicht die einzigen Adressaten für Bildungsangebote bei Wikimedia Deutschland. Bereits 2008 wurde das Projekt Silberwissen ins Leben gerufen. Hier geht WMDE seit 2010 im Rahmen des europaweit agierenden TAO-Konsortiums (Third-Age-Online) auf ältere Mitbürger mit ihrer Lebenserfahrung und ihrem Wissen zu, um sie als aktive Autoren für Wikipedia zu werben. Neu steht für 2012 das Wikipedia Ambassador Programm auf dem Plan, mit dem das Verfassen von Wikipedia-Artikeln in systematischer Weise an Universitäten eingeführt wird. Und nicht zuletzt werden in Zukunft stärker als bisher zusammen mit dem Bereich “Politik und Gesellschaft” auch bildungspolitische Ziele verfolgt.

All diese Aufgaben waren hausintern bisher bei verschiedenen Personen und Ressorts angesiedelt, nach dem Wachstum der letzten Jahre war es nun Zeit für eine Konsolidierung. Mit der bereits auf der Mitgliederversammlung vorgestellten Neugliederung des Vereins zum 1. Januar 2012 werden alle Bildungsprogramme in Zukunft in einem Bereich “Bildung und Wissen” zusammengefasst. So können Gelegenheiten zur Zusammenarbeit in Zukunft besser genutzt und verschiedene Programme inhaltlich enger aufeinander abgestimmt werden.

Von besonderer Bedeutung ist dabei das Referentennetzwerk. Um der zunehmenden Zahl der Anfragen für Veranstaltungen gerecht zu werden, soll es für Schulprojekt, Silberwissen und Ambassador-Programm gleichermaßen zur Verfügung stehen. Die bisher direkt von den Bildungsinstitutionen honorierten Referenten werden den Verein nun als freie Mitarbeiter in allen Projekten intensiv unterstützen, sowohl im Bereich der Autorengewinnung wie auch bei der Vermittlung von Wikipedia und Freiem Wissen.

Verantwortet wird der neue Bereich von Denis Barthel und Elly Köpf, Elvira Schmidt ist als Projektleiterin Ansprechpartnerin für das Projekt Silberwissen. Unterstützt wird der Bereich von Merle von Wittich als Werkstudentin, noch gesucht wird eine Projektassistenz, die den neuen Bereich bei den Herausforderungen des kommenden Jahres begleitet und mitgestaltet.

Wir freuen uns auf diese und kommende Projekte und darauf, Wikipedia und Freies Wissen im Kontext “Bildung und Wissen” zu unterstützen.

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (9 Bewertungen, Durchschnitt: 4,22 von 5)
Loading ... Loading ...

Anmeldefrist für WissensWert 2011 endet mit 50 mutigen Ideen

Um Mitternacht haben wir das Formular für die WissensWert-Einreichungen geschlossen. Innerhalb von weniger als sechs Wochen wurden genau 50 Projektideen bei uns eingereicht.

Das ist sehr erfreulich, sah es doch zunächst so aus, als würde der große Erfolg vom letzten Jahr (fast 100 Einreichungen!) sich nicht wieder einstellen. In 2010 wurden innerhalb der ersten paar Tage schon etwa 30 Ideen eingereicht. Allerdings mussten viele dieser “Schnellschüsse” später von uns als “nicht förderbar” aussortiert werden. Vielen Einreichern war nicht klar, was die Teilnahmebedingungen “Freies Wissen und Freie Lizenzen” wirklich bedeuten. In diesem Jahr haben wir versucht, in der Wettbewerbsbeschreibung noch deutlicher herauszustellen, worauf es uns ankommt.

Freies Wissen bedeutet eben nicht, dass Texte oder Bilder “umsonst” auf Webseiten stehen und dort angeschaut werden können. Frei bedeutet für uns, dass Werke oder Arbeiten frei zugänglich sind und von jedem, zu jedem beliebigen Zweck, frei angewandt, kopiert, verbreitet und/oder modifiziert werden können. Diese Deutlichkeit hat sich anscheinend ausgezahlt: Die Ideen, die ich bisher gesichtet habe, geben z.B. fast alle an, dass sie CC-BY-SA für ihre Projekte verwenden.

Bis Anfang dieser Woche waren es tatsächlich noch unter 30 Ideen, in den letzten Tagen und vor allem Stunden vor Einreichungsschluss hat sich die Anzahl also fast verdoppelt. Die gestiegene Qualität entschädigt dann meiner Meinung nach auch für die niedrigere Gesamtzahl. Bis Anfang nächster Woche werden wir die Anträge hier intern formal prüfen und auf Einhaltung der Teilnahmekriterien prüfen. Ich bin außerdem mit vielen der Einreicher in Kontakt, um noch offene Fragen zu klären oder Lücken zu füllen. Dann beginnt die Arbeit unserer Jury; diese trifft sich am 7. Dezember zur Jurysitzung in Berlin. Am 15. Dezember geben wir die Ergebnisse bekannt.

Parallel zur Juryphase wird es wie versprochen auch die öffentliche Bewertungsphase zur Erlangung des Publikumspreises geben. Auch dazu Anfang der Woche mehr.

Herzlichen Dank an alle, die sich an unserem Wettbewerb beteiligt haben und vor allem auch an die, die uns so fleißig und unermüdlich bei der Trommelei für WissensWert unterstützt haben. Es hat gewirkt! :)

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (8 Bewertungen, Durchschnitt: 4,88 von 5)
Loading ... Loading ...