Guten Morgen,

mein Name ist Mathias Schindler, ich bin Projektmanager bei Wikimedia Deutschland und habe heute die besondere Freude, von der Konferenz „Zugang gestalten!“ zu bloggen. Wer die volle Dosis Konferenz geniessen möchte, kommt um den Besuch  der Konferenz im Jüdischen Museum Berlin nicht umhin. Allen anderen ist die Teilnahme via Livestream nahegelegt.

Um 10:00 Uhr geht es los, vor uns liegen zwei spannende Tage und ein dicht gepacktes Programm.

10:09  Nach freundlichen einführenden Worten unseres Hausherren im Jüdischen Museum spricht nun Paul Klimpel. Spätestens mit der Begrüßung „Liebe Mitstreiter“ ist auch jeder Anflug von Restmüdigkeit verflogen.

10:12 Ich weise noch einmal nachdrücklich auf den Livestream hin. Mit etwas Glück wird er auch am Kopf dieses Postings angezeigt, es lebe der krude iframe-Hack.

10:15 Keine 16 Minuten nach dem Start habe ich jetzt mein Verb der Woche: Wollen. Paul Klimpel zeigt an vielen Beispeilen laufender Projekte, dass es eine erste zu nehmende Schwelle für Digitalisierung sei, diese überhaupt zu wollen. Ich vermute, dass das bei vielen Teilnehmerinnen im Saal mit eigenen Erfahrungen resonieren soll.

10:25 Ein paar Worte zum Selbstverständnis dieses Blogs. Es geht hier nicht um Live-Stenotypie des Gesprochenen, das macht der Livestream besser. Und mein Vertrauen in die grandiose Organisation ist so groß, dass wir auch zeitnah Mitschnitte dafür liefern können. Das liveblog wird, wenn es klappt, eigentlich viel mehr die Zwischentöne aufgreifen, die es nicht in den Stream geschafft haben. Wer andere Vorstellungen darüber hat, was dieses Liveblog leisten soll, hat die Gelegenheit, mich über @twitter von Alternativen zu überzeugen.

10:28 „Können wir in Zeiten von Tempora und PRISM über den Zugang zum kulturellen Erbe sprechen?“. Wir können beides tun. Und Sascha Lobo ist jemand, der es kann.

10:36 Ob ich heute noch erfahren werde, „was wir fordern“: keine Ahnung. Aber wenigstens lerne ich sehr viel darüber, wer wir eigentlich sind und wer von uns beantworten kann, wer wir sind.

10:44 Die Adornodichte nimmt wieder ab, jetzt kommen die Forderungen Lobos. Ich mag den Begriff Digitalöffentlich-rechtliche Körperschaften. Alleine dafür werden wir schon leidenschaftlich einige Tage darüber diskutieren. Welche Rechtsform oder Mentalität wird es schaffen, viele viele neue Wikipedias überall für viele Sparten zu provozieren?

10:48 Cheatansatz für Morozov: Wenn Google tatsächlich die Informationen der Welt organisiert hat, dann kann noch jede andere die Welt organisieren. Unlike Halliburton.

10:52 Wir werden natürlich nicht nur Flash verbieten, damit Microsoft Silverlight abhebt oder Unity oder Javaapplets.

10:55 Ihr solltet wirklich alle zu Besuch kommen. Oder den Stream anschauen.

11:02 Es wird spannend und hoffentlich nicht frustrierend werden, die Forderungen eines Sascha Lobo wieder auf den Arbeitsalltag von (legal arbeitenden) Kultureinrichtungen herunterzubrechen.

11:08 Ich lerne gerade, dass Digitalisierung und Social Media in den nächsten 30 Jahren ein ganz großes Thema werden wird. Gewagt.

10:14 si tacuisses futurologist mansisses

11:25 Apropos tacuisses. Nach einem Sascha Lobo zu sprechen ist grundsätzlich schwierig, ich würde es mir nicht zutrauen.

11:31 Ich kann der Trendforschung keine große Zukunft abgewinnen.

11:34 Es folgt eine Präsentation der Jugend-hackt-Gewinner Niklas Riekenbrauck, Daniel Petri, Finn Gaida (Projekt PlateCollect).

11:39 Wenn die Gegenwart deutlich großartiger aussieht als die Zukunft :)

13:31 Ich hätte standesgemäß ein Instagram-Foto meines Essens twittern sollen. Es kommt jetzt Lizzy Jongma vom Rijksmuseum mit dem angenehmen Berufstitel Datamanager.

13:35 „Zugang gestalten!“ ist, wenn man man sich für die Formulierung „das war ein sehr bibliotheksartiges Interface“ präventiv entschuldigt.

13:42 Klare Ansage von Lizzy: Wenn ihr euch die Rijksmuseum-Bilder als Tattoo auf den Rücken stechen lassen wollt, bitte macht es! Und schickt uns die Fotos davon!“

13:46 Sehr spannende Choreographie gerade. Erst ein Museum aus Amsterdam, das alle Daten für alle freigibt. Und dann die Stiftung Preußischer Kulturbesitz, die die Neuerung präsentieren möchte, mehr Zugang als bisher für einige zu gestatten.

13:51 Es bleibt spannend.  Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz hat sich lange an der Berliner Erklärung abgearbeitet.

13:54 Kommerzielle Nutzung gegen Entgelt. Es ist sehr faszinierend, das aus einer Open Access-Erklärung heraus begründen.

14:09 Klopapier muss man aushalten. Ich finde ja, dass vor allem das Klopapier ersteinmal etwas aushalten muss.

14:13 von Notz mit einer sehr spannenden Aussage aus dem Diskurs über kommerzielles und nichtkommerzielles Handeln. Das wird erst dann spannend, wenn man das eine erlauben und das andere verbieten möchte. Von Notz sieht sein Jüdisches Museum im Zweifel auf der Seite des kommerziellen Handels – durch Museumsshop, Eintrittskarten, Vermietung von Gebäudeflächen. Das ist eine  vertretbare Ansicht.

[für den Tag 2 geht es hier im Blog weiter]