Archiv für die ‘Wikipedia’ Kategorie



Cherchez la femme

Mehr als nur Netbook-Halterinnen, oder: Wer schreibt die Hälfte des Wikipedia-Himmels?

Eine junge Dame in einer deutschen Großstadt wollte sich aus Neugierde den Wikipedia-Stammtisch ansehen. Sie nahm ihre Schwester mit und stieß in einem Lokal auf einen Tisch mit jungen Männern an ihren Laptops.

Offensichtlich entsprach der Empfang nicht dem, was die beiden Damen normalerweise erwarten konnten, zumal sie die einzigen Frauen weit und breit waren. Vielmehr starrten die Männer gebannt auf die Letzten Änderungen, die aktuellen Bearbeitungen in der Wikipedia. Die Haltung der anwesenden Wikipedianer  gegenüber den Bearbeitungen („Hat wohl keine Ahnung! Den mach ich fertig!“) ermunterte die Damen auch nicht zu fragen, wie man sich denn wohl an der Wikipedia beteiligen könne.

Den Eindruck, den die Wikipedia-Gemeinschaft wohl auf Frauen macht, sprach Foundation-Direktorin Sue Gardner Anfang 2011 in einem Interview an. So stürmte durch den englischsprachigen und bald auch deutschsprachigen Blätterwald die empört-überraschte Erkenntnis: In der Wikipedia schreiben sehr wenige Frauen mit.

Auf der Suche nach den Gründen wurde allerlei herangezogen, wie die Tatsache, dass die Wikipedia-Benutzeroberfläche den „Benutzer“ kennt und sexistischerweise nicht die „Benutzerin“. Man gleitet dann schnell in Diskussionen grundsätzlicher Natur über Frauen in der Gesellschaft ab, über biologische oder soziale Faktoren. Die Diskussionsseite von Wikipedia:Kurier gibt einen recht guten Überblick, auch mit Bezug auf vergangene (?) Wikipedia-Streits wie die weiblichen Berufsbezeichnungen als Lemma.

Wir sehen aber, dass viele Benutzeroberflächen keine spezifisch weiblichen Formen verwenden und dass in sozialen Medien der Frauenanteil zuweilen sehr hoch ist. Entscheidend für die geringere Teilnahme von Frauen an der Wikipedia scheinen vor allem zwei Faktoren zu sein:

1. Interesse: Die Leseforschung bestätigt, was jeder Besucher einer Stadtbücherei beobachten kann. Die meisten Frauen werden eher von Romanen angezogen, Männer von Sachbüchern. Es muss sich noch nicht einmal um unterschiedliche Themen handeln, die auf unterschiedliches Interesse stoßen, sondern allein schon um die Herangehensweise.

Als einmal auf der deutschen Wikimedia-Mailinglist ein Neuling mit "fuck you" angesprochen wurde, gab es niemanden, der sich darüber beschwerte. Ein Vorstandsmitglied später dazu: "Ja, das würde ich im realen Leben tatsächlich nicht stehen lassen. Man ist schon ziemlich abgestumpft."

2. Aggressionen: Ein mehr oder weniger großer Teil der Wikipedia-internen Diskussionen wird von verbalen Aggressionen geprägt. Es ist durchaus gängig zu sagen, dass ein Artikel „scheiße“ ist, ohne zu berücksichtigen, dass der Artikel einen Autor mit Gefühlen hat. Bekanntermaßen reagieren Frauen auf Gewalt in den Medien deutlich empfindlicher als Männer. Es ist also zu vermuten, dass die Wikipedia-internen Aggressionen weibliche Neulinge mehr abschreckt als männliche, was einen gewissen Filtereffekt hat.

An Punkt 1 dürfte die Wikipedia wenig ändern können. An Punkt 2 schon eher – Anti-Aggressions-Maßnahmen wären zwar für alle Neulinge (und erfahrene Wikipedianer) positiv, aber gerade Frauen würden davon überdurchschnittlich profitieren.

Im Strategieplan der Wikimedia Foundation vom Februar 2011 heißt es: „Eine gesunde Diversität in der bearbeitenden Gemeinschaft unterstützen, indem man den Prozentsatz der weiblichen Bearbeiter auf 25 Prozent verdoppelt […].“ Es mag fraglich sein, ein Ziel zu formulieren, bei dem die vielleicht wichtigsten Faktoren außerhalb der eigenen Möglichkeiten liegen. Man wollte ein „messbares“ Ziel haben, das man nach der einen oder anderen Art des Messens dann abhaken kann.

Eine typische Wikipedianer-Sicht will jeden Benutzer gleich behandeln, ohne Ansehen der Person – was in einem Wiki auch nicht unbedingt immer möglich wäre. Das muss nicht ausschließen, in einer konkreten Mentor-Betreuung das Geschlecht eines Neulings bei Bedarf zu berücksichtigen. Letztlich führen die Überlegungen jedoch immer wieder in die Richtung, das Bearbeiten für alle Menschen einfacher und angenehmer zu machen. Vielleicht müsste die Bearbeitungsprozedur an sich einmal auf den Prüfstand.

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Start des Förderprogramms für Wikipedia-Fachtreffen

Es ist stets etwas Besonderes, wenn sich Wikipedia-Autoren treffen. Oft schon über Jahre hat man zusammen gearbeitet und Einiges geleistet. Doch im “wirklichen Leben” begegnet sind sich nur die Wenigsten, oft genug ist man einander auch noch gänzlich unbekannt.

Noch stärker ist das der Fall, wenn sich Mitarbeiter einer Redaktion, eines Portals oder eines Wiki-Projekts (verschiedene Namen für fast dasselbe, nämlich „virtuelle Fachbereiche“ in Wikipedia) treffen. Die direkte Begegnung ohne das Internet mit seinen oft so hinderlichen technischen Beschränkungen ist enorm motivierend und produktiv. Man fachsimpelt, lernt voneinander, löst schnell und einfach Differenzen, arbeitet zusammen und entwirft Ideen für neue Projekte und eine bessere Zusammenarbeit. So manches Fachproblem wird gelöst und von der ersten vagen Idee bis zum fertigen Projekt ist es nicht weit.

Aber solche Treffen sind nicht trivial: die Teilnehmer stammen aus den verschiedensten Gegenden Deutschlands und seiner Anrainerstaaten und haben zeitlich und finanziell sehr verschiedene Möglichkeiten. So wird ein Treffen eines Fachbereichs schnell eine logistische Herausforderung. Der richtige Ort, die richtige Zeit, alles muss den Ansprüchen möglichst vieler Teilnehmer genügen und entsprechend abgestimmt werden. Noch kniffliger wird es, wenn zum Treffen ein richtiges Programm hinzukommen soll: für so manchen Programmpunkt bedürfte es zusätzlicher Ausstattung, die nicht jedermann zur Verfügung steht.

Weniger Mühsal, mehr Motivation, mehr Teilnehmer, besseres Equipment und professionellere  Organisation – mit Arbeitskraft, Geräten, finanzieller Unterstützung und gern auch mit mehr wird Wikimedia Deutschland ab dem 1. März den Fachbereichen der Wikipedia auf Wunsch zur Seite stehen. Natürlich gilt das nicht nur für die „schreibende Zunft“ der Wikipedianer, sondern auch für Fotografen, Illustratoren, etc. sowie die Communitys anderer Wikimedia-Projekte.

So möchten wir das bisherige Engagement der Community noch stärker unterstützen und dazu beitragen, dass Treffen der Fachbereiche noch öfter stattfinden können. Um die durch sie geleistete Arbeit zu unterstützen und die Qualität von Wikipedia, zu der die Fachbereiche entscheidend beitragen, weiter zu fördern. Wir freuen uns auf Euch und eure Ideen.

Mehr Informationen zum Programm in der Wikipedia.

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10 Jahre Wikipedia – Das Jubiläum in den Medien

Foto: Renate + Roger Rössing

Am 15. Januar feierte Wikipedia 10. Geburtstag. Und die Presse feierte mit. Pünktlich ab Jahresbeginn klingelten die Telefone in der Geschäftsstelle im Akkord. Und wer telefonisch nicht durch kam, schickte seine Anfrage per Email. Insgesamt waren es weit über 150 Emails, die bearbeitet wurden. Die Zahl der Anfragen zu Wikipedia übertraf unsere ohnehin schon großen Erwartungen noch um einiges. Das spricht für den Stellenwert, den Wikipedia heute im Alltag der meisten Menschen hat. Der runde Geburtstag war die perfekte Gelegenheit, die Öffentlichkeit im großen Stil über Wikipedia zu informieren und aufzuklären.

Aufgabe der Pressearbeit ist es, Journalisten und Presseagenturen mit aktuellen Fakten zu versorgen. Aber nicht immer ist es so leicht, dass wir einfach unsere vorbereiteten Facts-Sheets versenden können. Für die meisten Anfragen mussten wir individuell Hintergrundinformationen recherchieren oder aber in persönlichen Gesprächen grundlegend über Wikipedia aufklären. Ein Grund dafür, dass ich nach knapp zwei Wochen kaum noch eine Stimme hatte, waren die vielen sehr ausführlichen Informationsgespräche und Interviews mit den Medienvertretern. Darüber hinaus gab es aber auch gezielte Anfragen für Interviews mit Sebastian Moleski, Pavel Richter oder Jimmy Wales, die es zu koordinieren galt.

Wikipedia-Autoren in den Medien

Eine weitere wichtige Aufgabe war die Vermittlung von Wikipedia-Autoren für Interviews. Unser Interesse -und auch das der Medien- war es, die Menschen hinter Wikipedia zu zeigen. Vorgaben und Wünsche der Medienvertreter zu Alter, Geschlecht, Interessensgebiete, Wohnort, Dauer der Mitarbeit  etc. vermittelten manches Mal den Eindruck, als sei unsere Pressestelle eine Partnervermittlung…. Aber Spaß hat es gemacht! Zahlreiche Autoren haben sich auf unsere Nachfrage hin für Interviews zur Verfügung gestellt – oft unglaublich spontan. Allen, die uns unterstützt haben und für Interviewanfragen zur Verfügung standen, möchte ich hiermit nochmals ganz herzlich danken! Dieser Schritt in die Öffentlichkeit ist keine Selbstverständlichkeit und kann gar nicht genug wertgeschätzt werden. Der tolle persönliche Einsatz war auch der Schlüssel zur Strategie der Öffentlichkeitsarbeit. Denn noch immer gilt: Wikipedia nutzt jeder, aber nur Wenige wissen, wie sie funktioniert und wer dahinter steckt. Die Berichterstattung zum Jubiläum hat vielen Menschen zum ersten Mal gezeigt, dass sich ihre Wissensquelle Nummer eins nicht von alleine pflegt und vergrößert. Die breite Öffentlichkeit ist inzwischen nicht nur erheblich besser über Wikipedia informiert, sie verbindet jetzt auch Gesichter und Stimmen mit dem Projekt. Das baut Vorurteile ab und sorgt für Akzeptanz von Freiem Wissen.

Quantität und Qualität

Ein paar Zahlen, bevor es an die Auswertung geht: Weit über 120 deutsche regionale und überregionale Zeitungen haben über das Jubiläum berichtet. In etwa 30 Radiosendungen bundesweit war Wikipedia Thema. Bildbeiträge wurden von sieben Fernsehsendern ausgestrahlt (jedenfalls sind dass die, die wir mitbekommen haben). Und das alles konzentriert auf wenige Tage! Einen Gesamtüberblick gibt es hier im Pressespiegel – und noch ausführlicher in der Wikipedia hier.

Berichtet haben die großen überregionalen Zeitungen, von FAZ über Süddeutsche Zeitung bis zur ZEIT, die Wikipedia unter anderem ihre Titelseiten und drei bis vier ganze Seiten im Inneteil widmeten. Berichtet haben auch die wöchentlichen Nachrichtenmagazine wie Spiegel, Stern und Focus – online oder gedruckt. In der Tagespresse, egal ob Berlin, Hamburg, Köln, Frankfurt, München usw, wurde ausführlich über Wikipedia berichtet. Die lokale Berichterstattung war in Kombination mit der Zuarbeit von Presseagenturen ebenfalls außergewöhnlich. So erschien der dpa-Artikel Der unerwartete Siegeszug der Wikipedia und die Beiträge zu den kleinen Schwestern der Wikipedia in allein über 40 lokalen Tageszeitungen.

Radiobeiträge, Interviews und Gesprächsforen wurden unter anderem über NDR, SWR, WDR, MDR, HR, BR, Radio Hamburg , Deutschlandradio und Deutschlandfunk gesendet. Auch hier waren Wikipedianer und Wikimedianer im Dauereinsatz. Fernsehbeiträge waren sowohl im öffentlich-rechtlichen als auch im privaten Fernsehen zu sehen. Von den Nachrichtensendungen berichteten die ARD Tagesschau, ZDF heute  sowie Sat.1, rtl,  n-tv und N24. Redaktionelle Beiträge verfassten auch 3sat und das heute journal des ZDF. Wie zeitaufwendig besonders diese Fernsehbeiträge sind, haben auch David Ludwig und Sören Brandes (Wikipedia-Autoren) erfahren. Für den 90-Sekunden Beitrag in den ZDF Nachrichten wurde stundenlang bei ihnen zu Hause gedreht. Aber, dass tagelange Vorbereitungen und intensive Drehs oft nur zu kurzen Einspielungen bei Radio und TV führen, gehört zum Alltag einer Pressesprecherin und lässt sich nicht beeinflussen. Einige  Medien überraschten sogar mit Geschenken: Die ZEIT stellte zum Beispiel extra einen Livestream aktueller Wikipedia-Bearbeitungen online. Glückwünsche zum Geburtstag kamen auch von politischer Seite. Die Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen gratulierte Wikipedia mit einem längeren Brief auf ihrer Webseite.

Fazit

Dass ein Medienecho dieser Größenordnung fast ausnahmslos positiv ausfällt, ist eine absolute Seltenheit.  Hier und da haben wir Fehler entdeckt und zum Teil auch korrigiert, sind aber angesichts der außergewöhnlichen Menge an Berichten mit der geringen ‚Fehlerquote‘ absolut zufrieden. Es wäre schlicht nicht möglich gewesen, wenn dahinter nicht großer Respekt vor der Arbeit aller Wikipedianer stünde.

Das soll es jetzt aber nicht gewesen sein. Wir werden versuchen, durch gezielte Ansprache von Redaktionen über die nächste Monate Themen rund um das Jubiläum immer wieder zu beleben und möchten weitere Medienbeiträge dazu lancieren.

Ich bin froh, dass ich bei diesem enormen Medieninteresse Hilfe hatte. Michael Jahn unterstützt seit November die Öffentlichkeitsarbeit und hilft mir bei der Planung und Durchführung von PR-Aktivitäten wie auch der Produktion von Informationsmaterial, der Erstellung der Vereinszeitung, begleitenden Presseaktivitäten zu den Projekten (Schulprojekt / Silberwissen etc.) und vielem mehr. Leider sind wir noch nicht dazu gekommen, ihn ausführlicher vorzustellen.  Sein Blogbeitrag folgt in Kürze….

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10 Jahre Wikipedia – Party in Berlin und überall

Zehn Jahre Wikipedia waren mehr als zehn Anlässe genug, um dieses Projekt und seine Mitstreiter zu feiern und zu beglückwünschen! Dafür versammelten sich am Gründungstag der Wikipedia, dem 15. Januar, allein im deutschsprachigen Raum an mehr als dreißig Orten Wikipedianer und Freundes des Projektes. Weltweit waren es mehr als 300 Veranstaltungen zum Jubiliäum der Wikipedia.

Feierei!

Das Zehnjährige der Wikipedia wurde so unterschiedlich gefeiert, wie man es kaum erwarten konnte. Ob mit Vorträgen und Workshops (wie in München), mit Artikelerstellung vor Ort (wie in Köln), als regionale Zusammenkunft von vier Stammtischen (wie in Stuttgart) oder bi-nationales Treffen (wie in Basel) oder als große Party (wie in Berlin). Für den Freund und Fan der Wikipedia blieb an wenigen Orten noch ein Wunsch offen. Kuchen und Torten mit Wikipedia-Schmuck gab es natürlich – wie es sich für eine Geburtstagsparty gehört – an sehr vielen Orten, aber nicht nur im deutschsprachigen Raum. Geschmackvoll!

Party in Berlin

Die Berliner Party, veranstaltet in der schönen HomeBase Lounge in der Nähe des Potsdamer Platzes, überraschte sicherlich sowohl Gäste als auch Veranstalter hinsichtlich ihrer Dimension. Letztendlich kamen über 300 Gäste, waren doch nicht nur Wikipedianer, sondern auch Freunde der Wikipedia und des Freien Wissens, die Berliner Internetszene sowie Pressevertreter geladen. Mit Ballons, Kerzen und einer süßen, großen Torte feierten die zahlreichen Gäste die Wikipedia und lauschten dabei auch noch einem kurzen Rückblick auf zehn Jahre des Projektes, moderiert von Henriette und Cornelius.

Als besonderes Schmankerl wurde eine Live-Konferenz via Skype zwischen den verschiedenen Stammtischen organisiert. Aus Berliner Sicht leider enttäuschend, da, getreu nach Murphys Gesetz, natürlich im rechten Moment das Netzwerk ausfiel. Dennoch waren die Generalproben spaßig und die Konferenzschaltung sollte bei nächster Gelegenheit nochmal durchgeführt werden.

Augen- und Ohrenschmaus

Bereichert wurde die Berliner Veranstaltung durch eine ganz besondere Überraschung der drei Jungs von SPTA: Mit ihrer interaktiven Installation WikiLetters konnten die Gäste Wikipedia-Artikel mit ihren Bewegungen und Gesten direkt an die Wände der HomeBase „schreiben“. Tolle Idee, tolle Arbeit! Merci an Luis, Felix und Max. Diese Installation war eine perfekte Ergänzung der Slideshow, die auf der großen 360°-Leinwand lief und Bilder und Fundstücke aus den ersten 10 Jahren Wikipedia zeigte.

WikiLetters from SPTA! on Vimeo.

Blickfang war natürlich die Twitterwall, über die sämtliche Tweets mit dem Hashtag #wp10 tickerten. Somit konnten die Partygäste Updates der bundesweiten und internationalen Feiern live verfolgen und kommentieren. Danke an Raymond und Elke für Programmierung und Gestaltung.

Musikalisch wurde der Abend durch drei DJs begleitet. Ein großer Dank geht an DJ Mogreens, das Kraftfuttermischwerk und DJ Schönberger, die uns mit ihren Sets erfreut haben. Nach dezenter Hintergrundbeschallung und geschmeidigen Beats wurde bei „Hey, hey, Wickie!“ sogar die „Neigungsgruppe Ausdruckstanz“ aktiv und viele Gäste verausgabten sich bis zum Schluss bei der obligatorischen Hitrunde durch die 80er-Jahre.

Fotografisch wurden wir ebenso exzellent begleitet, danke hierfür an RalfR und André Krüger. Fotos von Wikipedianern und Gratulanten stehen nun auf Commons unter Wikipedia 10 Berlin bereit. Da Commons leider bisher nur keine Album- oder Slideshow-Tools für angemeldete Benutzer anbietet, findet ihr die Bilder von André zum gemütlichen Durchklicken auch in einem Set auf Flickr.

Presse und Ausblick

Auch die Presse zeigte die gesamte Woche über (vielen Dank nochmal an Catrin und Michael an dieser Stelle) großes Interesse an diesem Jubiläum und den dazugehörigen Hintergrundinformationen. Eine Zusammenfassung der Presseresonanz wird derzeit erstellt.

Schlussendlich können wir ein sehr gutes Resümee ziehen und freuen es über die gute Resonanz der Veranstaltung. Wikipedia darf auf einen durchweg erfolgreichen Geburtstag zurückblicken und wir freuen uns jetzt schon auf die nächsten zehn Jahre! Herzlichen Dank an alle Beteiligten!

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10 Jahre Wikipedia – Wir feiern mit!

Es ist unglaublich aber wahr: Wikipedia wird 10!

Das muss gefeiert werden! Und als Freunde der Wikipedia seid ihr herzlich zur großen Wikipedia-Geburtstagsparty eingeladen.

Wann? Am Samstag, den 15.01.2011 ab 20.00 Uhr

Wo? In der Homebase Lounge am Potsdamer Platz in Berlin.

An den Plattenspielern stehen für euch DJ Schönberger, DJ Mogreens und das Kraftfuttermischwerk. Außerdem haben die Jungs von SPTA extra für diesen Anlass eine interaktive Installation vorbereitet.

Gemeinsam mit euch wollen wir feiern und die letzten 10 Jahre Revue passieren lassen. Dazu möchten wir mit eurer Unterstützung ein Best-Off der Bilder der letzten 10 Jahre zusammenstellen und so die Wände der Homebase zum Leben erwecken. Lasst euch überraschen!

Ihr habt noch witzige Bilder oder außergewöhnliche Motive, die ihr zur Feier beisteuern könnt? Wir freuen uns auf eure Ideen oder Fotos (natürlich unter freier Lizenz) unter: zehn@wikimedia.de

Bundesweit werden am 15. Januar 2011 außerdem zahlreiche Wikipedia-Stammtische mit uns feiern. Manche Stammtische organisieren Workshops, andere treffen sich zu Exkursionen oder Schreibwerkstätten bereits tagsüber. Wikipedia-Neulinge sind hier gerne gesehen!  Von Amöneburg bis Zürich – die Wikipedianer freuen sich über eure Teilnahme zur Jubiläumsfeier. Wo ihr einen Stammtisch in eurer Nähe findet, erfahrt ihr unter  http://bit.ly/Wikipedia10.

Kontakt

Ihr habt noch Fragen zu den Veranstaltungen? Dann schickt einfach eine E-Mail an: zehn@wikimedia.de.

Die Anmeldung ist ab sofort geschlossen.

Adresse: Homebase Lounge, Köthener Straße 44, 10963 Berlin

Anfahrt: U-Bahn: Mendelssohn-Bartholdy-Park

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Eine Bildersammlung zum 10. Geburtstag

Am 15. Januar 2010 wird Wikipedia 10 Jahre alt. Zum Start ins Jubiläumsjahr wollen zahlreiche Wikipedia-Stammtische gleichzeitig feiern. Zur Geburtstagsparty in Berlin wird es zusätzlich eine Projektion mit Bildern geben, die besondere Anlässe und Begegnungen in der Geschichte von Wikipedia zeigen. Erste Motive sind in dieser Bildersammlung zu sehen. Wer Fotomotive zur Verfügung hat, die in der Geburtstagsprojektion nicht fehlen sollten, ist herzlich eingeladen, die Bilder in die Sammlung hochzuladen! Wir freuen uns auf tolle Schnappschüsse.

Details und alles Weitere rund um die Feierlichkeiten zum zehnjährigen Jubiläum werden hier gesammelt.

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Workshop des Support-Teams

Draußen klirrende Kälte, drinnen rauchende Köpfe (Foto © Nolispanmo / Wikimedia Commons / CC-BY-3.0)

Der Verein Wikimedia Deutschland veranstaltete am Wochenende vom 3. bis zum 5. Dezember 2010 am südöstlichen Rand von Berlin einen Workshop für das Wikipedia-Support-Team zu den Themenbereichen Persönlichkeitsrecht und Recht am eigenen Bild.

Da Biografie-Artikel über lebende Personen in der Wikipedia oft zu intensivem und unangenehmen E-Mail-Austausch der Betroffenen mit dem Support-Team führen, war es notwendig, die Richtlinien (siehe auch hier) so zu überarbeiten, dass die Autoren wissen, woran sie bei Anlage und Bearbeitung von Personenartikeln denken müssen. Die Rechtsanwälte Julian Höppner und Thorsten Feldmann von der Kanzlei JBB hielten zu diesen Themen ein umfangreiches Referat, das den über 20 Teilnehmern des Workshop-Wochenendes Grundlagen und Feinheiten der rechtlichen Situation an Hand von konkreten Fällen nahebrachte. Diese Fälle aus dem Schriftverkehr des Support-Teams betrafen Wikipedia-Biografieartikel über lebende Personen, in denen Tatsachenbehauptungen von den Dargestellten selbst als falsch, ehrenrührig oder irrelevant aufgefasst werden, verbunden mit der Forderung, dass die entsprechenden Passagen oder auch komplette Artikel grundlegend verändert oder gelöscht werden. Diskutiert wurde außerdem über das Persönlichkeitsrecht Verstorbener und über Bilder, die zwar eine korrekte Freigabe mit Urheberangabe und Lizenz aufweisen, bei denen aber die Einwilligung der abgebildeten Personen nicht vorhanden oder nicht glaubhaft ist. Ein besonderes Augenmerk richteten die Workshop-Teilnehmer dabei auf Fotos, auf denen Kinder zu sehen sind. Weitere Themen des Workshops war die Gewichtung von Kritikabschnitten in Biografieartikeln, Verfahrensweisen im Umgang mit Autoren und den Betroffenen, sowie technische Aspekte des OTRS-Systems.

Abschließende persönliche Meinung zum Workshop aus der Sicht des Verfassers: Es war eine äußerst konstruktive Veranstaltung, die sehr konzentriert und effektiv komplizierte Zusammenhänge und Inhalte für die Mitarbeiter des Support-Teams verständlich machte. Eine perfekte Organisation seitens des Vereins und eine gute Arbeitsatmosphäre trugen mit zu dem Erfolg bei.

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Bei den Deutschen funktioniert sogar die Wikipedia!

Vor einiger Zeit habe ich eine Karte veröffentlicht, die anzeigt, in welchen Ländern Europas welche Wikipedia-Sprachversionen gelesen werden. Das Kreisdiagramm pro Land informiert also über die Anteile der Sprachversionen nach Seitenaufrufen.

Wikipedia-Karte Europas, nach Ländern und Sprachversionen
Wikipedia-Karte Europas, nach Ländern und Sprachversionen

Leider hat sich herausgestellt, dass das Wikimedia-Zahlenmaterial für diese Karte noch einen strukturellen Fehler innehatte. Da Aufrufe durch Suchbots (von Suchmaschinen) nicht herausgefiltert waren, und Suchbots meist in den USA beheimatet sind, erschien der Anteil des Englischen bzw. der USA in den Zahlen oftmals zu hoch. Eine bereinigte Karte würde allerdings auch kein wesentlich anderes Bild ergeben.

Und diesem Bild zufolge spielen in den einzelnen Ländern meist nur zwei Sprachen eine Rolle: die eigene Nationalsprache (farbig oder schwarz) und Englisch (dunkelrot). Die Europäer suchen also Informationen am liebsten in der eigenen Sprache auf, und wenn sie dort nicht fündig werden, dann gehen sie zur englischsprachigen Wikipedia. In einigen Ländern wie Griechenland und Island weist das Englische einen weit höheren Anteil auf als die eigene Sprache. Beispielsweise in Schweden und den Niederlanden kann sich die Nationalsprache nur mit Mühe gegen das Englische behaupten.

Die deutschsprachige Wikipedia hat ihre Leser, wie zu erwarten, vor allem in den DACH-Ländern: Deutschland, Österreich und die Schweiz, hinzu kommt Liechtenstein. Dort, vom schweizerischen Sonderfall abgesehen, ist Deutsch die eindeutig dominierende Sprache. Obwohl Deutsch in vielen Ländern Europas als Fremdsprache unterrichtet wird, sind die dortigen Seitenaufrufe jedoch marginal. Nirgendwo außerhalb der deutschsprachigen Länder kommt die deutschsprachige Wikipedia über einen Anteil von drei Prozent, meist ist es deutlich weniger.

„Die Deutschen können halt kein Englisch“, schrieb jemand in einer Diskussion in der niederländischsprachigen Wikipedia zu dieser Karte. Allerdings hätten sie die englischsprachige Wikipedia nicht nötig, weil ihre eigene „viel besser“ sei. Ein anderer meinte, der Erfolg liege nicht nur daran, dass es viel mehr Deutsch- als Niederländischsprachige mit Internetanschluss gibt:

Dass die Deutschen genug an ihrer eigenen Sprachversion haben, verwundert übrigens diejenigen nicht, die sich die  Deutsche Sprachausgabe anschauen: diese Wikipedia hat eben total Hand und Fuß. Der einzige Nachteil ist, dass sie sehr allergisch auf Infoboxen reagieren und die in vielen Artikeln vermeiden wollen. Ansonsten haben sie über viele Gegenstände viel mehr Informationen als beispielsweise die englischsprachige, nur ist die Anzahl verschiedener Artikel in der englischsprachigen größer. Und alle Nebensächlichkeiten sind so durchdacht (Rechtschreibung, Format, Handhabung von Links und Weiterleitungen, Stil und Satzbau…). Die deutsche Gründlichkeit ist kein Märchen, das beweisen diese Zahlen auch.

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Artikel des Tages als Podcast

Den Artikel des Tages aus der Wikipedia gibt es nun schon lange als News-Feed – nun ist eine Podcast-Funktion hinzugekommen. Wenn von dem Artikel eine gesprochene Version vorliegt, wird diese automatisch für jedes Programm verfügbar, das Podcasts versteht – zum Abspielen muss das Programm allerdings auch das freie Format Ogg/Vorbis unterstützen.

Der News-Feed mit Podcast-Funktion ist wie gehabt unter der Adresse http://wikimedia.de/feeds/wp-adt verfügbar.

Hintergrund dieser Neuerung ist ein Pilotprojekt, das Wikimedia Deutschland in Kooperation mit der Deutschen Zentralbücherei für Blinde (DZB) durchführt: Professionelle Sprecher der DZB werden in kürze für einige Wochen die Artikel des Tages einsprechen. Durch die neue Podcast-Funktionalität werden die so entstandenen Audio-Versionen der Artikel auch per News-Feed verfügbar gemacht.

Update vom 23.9. 16:55: Wie einige von euch vermutlich gemerkt haben, gabe es mit dem Feed heute Probleme. Insbesondere blieb der gestrige Artikel des Tages „hängen“, und wurde jede Stunde als „neu“ gemeldet. Das sollte jetzt behoben sein.

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Ein neues Sommerkleid für Wikipedia: Vector

Seit 2004, also ab der MediaWiki-Version 1.3, hatte die Wikipedia ein charakteristisches Aussehen, einen sogenannten „Skin“, der intern unter dem Namen Monobook firmierte.

Die Zeiten von Monobook sind nun vorbei – zumindest als Standardeinstellung für nichtangemeldete Benutzer und solche, die nicht in den Einstellungen ihr eigenes Skin ausgewählt haben. Herzlich Willkommen, Vector!

Vector ist das Zwischenergebnis der Wikipedia-Usability-Initiative (deutschsprachige Seite), die mit finanzieller Unterstützung der Stanton Foundation sich der leidvollen Aufgabe angenommen hat, Wikipedia benutzerfreundlicher zu machen.

Das neue Aussehen der Seite ist aber nur eine der Dinge, die sich verbessert hat. Eine Übersicht der Änderungen in deutscher Sprache listet die Hightlights auf:

Was sich geändert hat

  • Navigation: Wir haben die Navigation zum Lesen und zur Bearbeitung der Seiten verbessert. Die Reiter am Kopf jeder Seite zeigen klarer, ob du eine Seite oder eine Diskussionsseite liest und ob du eine Seite liest oder bearbeitest.
  • Werkzeugleiste: Wir haben die Werkzeugleiste einfacher bedienbar gemacht. Die Formatierung von Seiten ist nun einfacher und intuitiver.
  • Link-Assistent: Ein einfach zu bedienender Dialog ermöglicht das Hinzufügen von Links sowohl zu anderen Wiki-Seiten als auch zu externen Seiten.
  • Suche: Wir haben die Suchvorschläge verbessert, damit du schneller zu der von dir gesuchten Seite kommst.
  • Weiteres: Ein Tabellen-Assistent ermöglicht das einfache Erstellen von Tabellen und ein Suchen-und-Ersetzen-Dialog vereinfacht die Seitenbearbeitung
  • Wikipedia-Puzzle-Globus: wir haben den Puzzle-Globus erneuert, mehr Informationen im Wikimedia-Blog.

Die Vector-Entwickler bitten unter Wikipedia:Usability-Initiative/Softwarefehler um Rückmeldung, wenn etwas nicht so funktioniert, wie es sollte.

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