Ich war ziemlich erstaunt und besorgt als ich gelesen habe, dass der neue Vorstand von Wikimedia Deutschland auch einen – womöglich nicht ganz irrelevanten - Posten bei der Bertelsmann Stiftung inne hat. Die Ziele und die gesellschaftliche Wirkung dieser 2 Akteure habe ich bisher als entgegengesetzt wahrgenommen: Die einen verfolgen privatwirtschaftliche Interessen; die anderen bezwecken Wissen für Allgemeinheit verfügbar zu machen. Ist das evtl. eine naive und plakative Vorstellung? Da ich ja eigentlich weder über Wikimedia noch über Bertelsmann Bescheid weiß aber ich mich für die Förderung und Verbreitung von Gemeingüter einsetze – und ich Wikipedia als Gemeingut verstehe - habe ich zunächst nach Bertelsmann gegooglelt. Evtl. ist Bertelsmann nicht so böse wie ich dachte?
Doch die Einträge bei der von Lobby-Control geführten Lobbypedia bekräftigen mein Misstrauen: https://lobbypedia.de/wiki/Bertelsmann_Stiftung. Die Zusammensetzung des Kuratorium von Bertelsmann besteht aus einem Netzwerk von Leuten aus Nestlé, Deutsche Bank, Allianz, E.ON, RWG; auch Guido Westerwelle ist mitdabei. Also: lauter Akteure, die unter Gemeingüter-Freund_innen unbeliebt sind, weil sie keine Mühe scheuen wenn es darum geht privatwirtschaftliche Interessen gegenüber die Interessen der Gemeinwohl aggressiv durchzusetzen.
Wie findet jemand aus diesem Kreisen dem Weg hoch bis zum Vorstand von Wikimedia Deutschland??!! Ich freue mich sehr darüber, wenn jemand, der/die besser informiert ist als ich, hierzu Stellung nehmen kann und mich auf Fakten, die ich in mein Bedenken berücksichtigen soll, hinweisen kann.
Tja, ein Verein, der mit Millionen jongliert, braucht wahrscheinlich solche Managertypen. Aber mal ehrlich: Zwischen den Leuten, mit denen ich tagtäglich an der Wikipedia herumeditiere, und einem Vice President Corporate Communications der Bertelsmann-Stiftung – eine größere Kluft kann ich mir kaum vorstellen. Da sucht sich ja sogar die Foundation noch Community-affinere Leute aus.
Aus der Beschreibung entnehme ich, dass er es nirgenwo lange aushält?!
Was er für Erfolge vorzuzeigen hat bleibt leider unklar (irgendwo zwei, drei Jahre zu arbeiten zähle ich nicht als Erfolg). Überzeugend waren nach dem Text auch nur seine weisen Worte ("mit wertegetriebenem Denken und methodischer Vielfalt" - ohha, das klingt nach Marketing- und Pressesprech)
Ich tippe auf eine Stippvisite.
Hoffen wir, dass ich mich irre.
Er könnte fachlich wirklich gut geeignet sein die vorhandenen Probleme anzugehen. Die Frage ist nur ob er auch mit dem etwas "wilden" Umfeld klarkommt, das gibt es so nämlich wohl nirgendwo sonst.
Eine spannende Entwicklung - wäre ich noch an Bord würde ich Christian an selbigem begrüssen. Ich zumindest (als jemand, der Christian bei den Reportern ohne Grenzen bereits vor ein paar Jahren als sehr engagierten Menschen, der auch WP recht gut verstanden hat, kennenlernen durfte) finde die Wahl sehr gut und werde das mal aus dem mir eigenen Abstand verfolgen ...
@Christian: Herzlichen Glückwunsch auch von mir :-) Und ich spreche direkt eine Einladung in der Wikipedia:Lokal K nach Köln (https://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Lokal_K ) aus zum Kennenlernen.
@Berti: Berechtigte Kritik an WMDE ist OK, aber bitte immer korrekt bleiben: Die Wikicon wurde inhaltlich von der Community organisiert und garantiert nicht von der GS aufgezwungen.
Berti,
ist das nicht ziemlich unfair, einen Menschen, der noch nicht mal angefangen hat, schon gleich mit Dingen zu verbinden, die in Deinen Augen in der Vergangenheit nicht richtig liefen?
Zur Sozialkompetenz gehört, ihn willkommen zu heißen, ihm Unterstützung anzubieten und die Chance zu geben, erstmal zu zeigen, was er kann, bevor man ihm Fähigkeit abspricht.
Was tust *Du* denn, um die Förderung der von Dir gewünschten Ziele voranzubringen?
Hoffentlich hat der Mensch genug Grips die fatalen Zustände in Verein und Geschäftsstelle zu erkennen und endlich mal kahlschlag zu betreiben. Diese elende Geldverschwenderei á la Datentankstelle, Telefonzelle und Strandkorb endlich einen Schlussstrich zu setzen und mal wieder dorthinein Geld investiert wofür es den Verein gibt: freies Wissen zu fördern und unsere Community.
Ich hoffe sehr, dass Wasserkopfprojekte wie die Wikicon endlich straffer geführt werden und nicht mehr hunderttausende von Euros kosten, aber vorallem dass man solche Veranstaltungen endlich wieder die Community selber organisieren lässt und nicht von der Geschäftsstelle halb aufgezwungen.
Aber wahrscheinlich ist jedes Hoffen mal wieder vergebens. Wie häufig dachte man in den letzten 10 Jahren, dass mit jeder Veränderung endlich eine bessere Zeit an bricht. Pustekuchen. Daher mache ich mir lieber keine so großen Hoffnungen und wende mich doch lieber dem echten Leben zu und nicht diesem Verein, der so viel Vertrauen und Freiwilligkeit mit Füßen getreten und zerstört hat...
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Ich war ziemlich erstaunt und besorgt als ich gelesen habe, dass der neue Vorstand von Wikimedia Deutschland auch einen – womöglich nicht ganz irrelevanten - Posten bei der Bertelsmann Stiftung inne hat. Die Ziele und die gesellschaftliche Wirkung dieser 2 Akteure habe ich bisher als entgegengesetzt wahrgenommen: Die einen verfolgen privatwirtschaftliche Interessen; die anderen bezwecken Wissen für Allgemeinheit verfügbar zu machen. Ist das evtl. eine naive und plakative Vorstellung? Da ich ja eigentlich weder über Wikimedia noch über Bertelsmann Bescheid weiß aber ich mich für die Förderung und Verbreitung von Gemeingüter einsetze – und ich Wikipedia als Gemeingut verstehe - habe ich zunächst nach Bertelsmann gegooglelt. Evtl. ist Bertelsmann nicht so böse wie ich dachte? Doch die Einträge bei der von Lobby-Control geführten Lobbypedia bekräftigen mein Misstrauen: https://lobbypedia.de/wiki/Bertelsmann_Stiftung. Die Zusammensetzung des Kuratorium von Bertelsmann besteht aus einem Netzwerk von Leuten aus Nestlé, Deutsche Bank, Allianz, E.ON, RWG; auch Guido Westerwelle ist mitdabei. Also: lauter Akteure, die unter Gemeingüter-Freund_innen unbeliebt sind, weil sie keine Mühe scheuen wenn es darum geht privatwirtschaftliche Interessen gegenüber die Interessen der Gemeinwohl aggressiv durchzusetzen. Wie findet jemand aus diesem Kreisen dem Weg hoch bis zum Vorstand von Wikimedia Deutschland??!! Ich freue mich sehr darüber, wenn jemand, der/die besser informiert ist als ich, hierzu Stellung nehmen kann und mich auf Fakten, die ich in mein Bedenken berücksichtigen soll, hinweisen kann.
[…] 1Wikimedia Blog » Blog Archive » Christian Rickerts wird Vorstand von Wikimedia Deutschland […]
Aber "Reporter ohne Grenzen" kannst du akzeptieren? Oder ist das für dich auch zu weit weg? Ich würde mal abwarten.
Tja, ein Verein, der mit Millionen jongliert, braucht wahrscheinlich solche Managertypen. Aber mal ehrlich: Zwischen den Leuten, mit denen ich tagtäglich an der Wikipedia herumeditiere, und einem Vice President Corporate Communications der Bertelsmann-Stiftung – eine größere Kluft kann ich mir kaum vorstellen. Da sucht sich ja sogar die Foundation noch Community-affinere Leute aus.
Aus der Beschreibung entnehme ich, dass er es nirgenwo lange aushält?! Was er für Erfolge vorzuzeigen hat bleibt leider unklar (irgendwo zwei, drei Jahre zu arbeiten zähle ich nicht als Erfolg). Überzeugend waren nach dem Text auch nur seine weisen Worte ("mit wertegetriebenem Denken und methodischer Vielfalt" - ohha, das klingt nach Marketing- und Pressesprech) Ich tippe auf eine Stippvisite. Hoffen wir, dass ich mich irre.
Gratulation zu der neuen Aufgabe. Wikimedia ist aus diesem Arbeitsbereich nicht wegzudenken, ich wünsche einen prima Start in diese Rolle!
Er könnte fachlich wirklich gut geeignet sein die vorhandenen Probleme anzugehen. Die Frage ist nur ob er auch mit dem etwas "wilden" Umfeld klarkommt, das gibt es so nämlich wohl nirgendwo sonst.
Herzlich Willkommen, Christian! Wünsche dir einen angenehmen Start und gutes Gelingen!
Ich hätte da noch eine einfache Frage: Hat der gute schon einmal einen Edit in einem Wikimedia-Projekt versucht?
Hallo Christian, herzlich Willkommen bei WMDE. Viel Glück und Kraft bei der neuen Aufgabe. Beste Grüße
Hallo Christian! Willkommwn - Einen guten Start! Servus
Eine spannende Entwicklung - wäre ich noch an Bord würde ich Christian an selbigem begrüssen. Ich zumindest (als jemand, der Christian bei den Reportern ohne Grenzen bereits vor ein paar Jahren als sehr engagierten Menschen, der auch WP recht gut verstanden hat, kennenlernen durfte) finde die Wahl sehr gut und werde das mal aus dem mir eigenen Abstand verfolgen ...
@Christian: Herzlichen Glückwunsch auch von mir :-) Und ich spreche direkt eine Einladung in der Wikipedia:Lokal K nach Köln (https://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Lokal_K ) aus zum Kennenlernen. @Berti: Berechtigte Kritik an WMDE ist OK, aber bitte immer korrekt bleiben: Die Wikicon wurde inhaltlich von der Community organisiert und garantiert nicht von der GS aufgezwungen.
Herzlichen Glückwunsch an Christian und viel Glück und Erfolg! Ich bin sehr gespannt, was der neue Vorstand für WMDE bringen wird.
Berti, ist das nicht ziemlich unfair, einen Menschen, der noch nicht mal angefangen hat, schon gleich mit Dingen zu verbinden, die in Deinen Augen in der Vergangenheit nicht richtig liefen? Zur Sozialkompetenz gehört, ihn willkommen zu heißen, ihm Unterstützung anzubieten und die Chance zu geben, erstmal zu zeigen, was er kann, bevor man ihm Fähigkeit abspricht. Was tust *Du* denn, um die Förderung der von Dir gewünschten Ziele voranzubringen?
@Berti: Die Community kann sich für die Wikicon 2015 noch richtig auslassen. Noch nicht mal ein Veranstaltungsort ist festgelegt: https://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:WikiCon_2015
[…] Pavel Richter als Vorstand von Wikimedia Deutschland abgelöst worden war, wurde heute via Blogeintrag Christian Rickerts als dessen Nachfolger […]
Hoffentlich hat der Mensch genug Grips die fatalen Zustände in Verein und Geschäftsstelle zu erkennen und endlich mal kahlschlag zu betreiben. Diese elende Geldverschwenderei á la Datentankstelle, Telefonzelle und Strandkorb endlich einen Schlussstrich zu setzen und mal wieder dorthinein Geld investiert wofür es den Verein gibt: freies Wissen zu fördern und unsere Community. Ich hoffe sehr, dass Wasserkopfprojekte wie die Wikicon endlich straffer geführt werden und nicht mehr hunderttausende von Euros kosten, aber vorallem dass man solche Veranstaltungen endlich wieder die Community selber organisieren lässt und nicht von der Geschäftsstelle halb aufgezwungen. Aber wahrscheinlich ist jedes Hoffen mal wieder vergebens. Wie häufig dachte man in den letzten 10 Jahren, dass mit jeder Veränderung endlich eine bessere Zeit an bricht. Pustekuchen. Daher mache ich mir lieber keine so großen Hoffnungen und wende mich doch lieber dem echten Leben zu und nicht diesem Verein, der so viel Vertrauen und Freiwilligkeit mit Füßen getreten und zerstört hat...