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Es gibt viele Kritikpunkte an Google. Der Konzern sammelt massenhaft Daten von uns Nutzer*innen: Suchanfragen, Standortdaten und Nutzungsverhalten werden zur Personalisierung und für Werbung ausgewertet. Dagegen können wir uns nur begrenzt wehren. Zudem bleibt oft unklar, warum bestimmte Informationen gar nicht oder erst weit hinten in den Suchergebnissen auftauchen. Je nach Standort und Suchverlauf können diese ganz unterschiedlich ausfallen. Das birgt die Gefahr, dass wir weniger unterschiedliche Perspektiven zu sehen bekommen.

Die Realität ist aber: Menschen sind Gewohnheitstiere. Google wird mit Abstand am häufigsten für die Suche im Netz genutzt. Wir geben Tipps dafür, wie Nutzende mit Wikipedia die Google-Suche besser machen können und welche Suchmaschinen-Alternativen es gibt.

So stellen Sie Wikipedia als bevorzugte Quelle ein

Sie wollen Google weiter nutzen, aber legen Wert darauf, dass bei den Suchergebnissen seriöse Quellen, gute Überblicksdarstellungen und gesichertes Wissen im Vordergrund stehen? Dann ab in die Einstellungen! Seit kurzem können Nutzende dort auch Wikipedia als bevorzugte Quelle auswählen. So geht’s!

  1. Google-Konto anklicken
  2. Menüpunkt „Personalisierung der Suche“ auswählen
  3. Option „Bevorzugte Quellen“ suche
  4. Wikipedia eintippen und auswählen
  5. Mit direktem Draht zu freiem und verlässlichen Wissen suchen

 

Wikipedia als bevorzuge Quelle bei Google hinzufügen

So erhöhen Sie die Chance, dass bei Google-Suchen Informationen aus der Wikipedia angezeigt werden – transparent, quellengeprüft und von Menschen gepflegt.

Warum die Suche besser ist als der KI-Modus

Wer die Google-Suche aktuell nutzt, hat es sicher schon bemerkt: Bei Suchanfragen erscheint inzwischen zunächst eine KI-generierte Übersicht. Erst darunter folgen die klassischen Suchergebnisse und Links zu verschiedenen Webseiten.

Doch dabei soll es nicht bleiben: Google hat angekündigt, von der klassischen Suche auf den KI-Modus als Standardeinstellung umzustellen. Das KI-Prinzip dürfte damit künftig noch stärker bestimmen, welche Informationen wir bei einer Suche zu sehen bekommen.

Das Problem: Eine KI liefert nur fertige Zusammenfassungen. Für Nutzende ist nicht ersichtlich, welche Informationen ausgewählt oder weggelassen wurden. Die Datengrundlage für das Training der KI sind ebenso wenig bekannt wie der Code und die Algorithmen, die ihr Zugrunde liegen. Kurzum: Sie ist eine Blackbox.

Neue KI-Google-Suche: Hochproblematisch für uns alle!

Die Pläne von Google sind also besorgniserregend. Denn dadurch verliert das Internet sein demokratisches Potenzial: den direkten Zugang zu einer Vielzahl unabhängiger Quellen.

Das Prinzip, dass Nutzende entscheiden, welche Quelle sie lesen, vergleichen oder für vertrauenswürdig halten, ist ein hohes Gut, das grundlegend verschoben wird. Es droht eine Verarmung der Informationsvielfalt, ein Mangel an Transparenz und noch stärkere Machtkonzentration und Abhängigkeit von wenigen Plattformen.
Lilli Iliev Leiterin Politik und Öffentlicher Sektor bei Wikimedia Deutschland

Hinzu kommen die bekannten Probleme von KI-Anwendungen: Sie erfinden Quellen oder geben falsche Antworten. Oder sie geben eine Quelle an, die den Inhalt gar nicht belegt. Laut einer Studie der Europäischen Rundfunkunion sind je nach Thema 15-40% der Antworten oder Quellen falsch. Generative KI scheint allwissend. Dabei erzeugen ChatBots lediglich plausibel klingende Texte nach Wahrscheinlichkeitsprinzip. Nur bei etwa 22% der Anfragen startet z.B. ChatGPT eine Websuche.

Wer Suchmaschinen nutzt, ist klar im Vorteil. Denn dort können wir selber entscheiden, welche Quellen wir lesen. Es ist möglich, verschiedene Sichtweisen zu vergleichen, das Veröffentlichungsdatum zu prüfen und zu zu erkennen, wer hinter einer Information steht. Für alle, die aufgrund der KI-Pläne von Google, der Monopolstellung oder aufgrund der Datensammelei des Konzerns andere Suchmaschinen nutzen möchten, gibt es tolle Alternativen.

Welche Alternativen zu Google gibt es?

Startpage

Startpage nutzt Google-Ergebnisse, erfasst aber laut eigenen Angaben keine IP-Adressen und nutzt keine Cookies zur Identifizierung der Nutzer. Daten werden nicht gespeichert und nicht an Dritte weitergegeben. Das heißt auch: Keine personalisierte Werbung. Die Anzeigen in Startpage basieren nur auf der aktuellen Suchanfrage.

Ein kostenloser Proxy-Service ermöglicht außerdem ein anonymes Surfen im Internet. Die Stiftung Warentest erklärte Startpage 2019 auch im Vergleich mit Google zum Testsieger. Das Hosting für europäische Nutzer*innen erfolgt in den Niederlanden.

DuckDuckGo

DuckDuckGo präsentiert Suchergebnisse aus verschiedenen Quellen: Yahoo!, Search BOSS und der eigene Webcrawler DuckDuck Bot. Dabei speichert es Suchanfragen nicht und erstellt kein Nutzendenprofil. Die Suchmaschine finanziert sich ebenfalls über Anzeigen, diese basieren jedoch auf der aktuellen Suchanfrage und nicht auf einem langfristigen persönlichen Profil.

Vor einigen Jahren hat DuckDuckGo Browser-Erweiterungen für Chrome, Safari und Firefox und Apps entwickelt. Sie sollen Google- oder Facebook-Tracker und andere Tracking-Dienste blockieren.

Mit Search Assist bietet DuckDuck auch einen KI-Modus an, den kann man aber einfach und dauerhaft ausschalten. Wer die „!Bang“-Syntax nutzt und zum Beispiel „!Wikipedia“ mit dem Suchbegriff eingibt, erhält Antworten nur aus Wikipedia.

Qwant

Qwant ist eine französische Suchmaschine, die in Europa gehostet wird. Die deutschsprachige Version gibt es seit 2014. Schon im selben Jahr konnte sie bei einem FAZ-Vergleich der Suchergebnisse mit Google und DuckDuckGo mithalten. Um unabhängiger von Google und Bing zu werden, hat Qwant gemeinsam mit Ecosia einen eigenen Suchindex gegründet – Staan. Auch in Sachen Datenschutz steht Qwant gut da. Das Unternehmen gibt an, keine persönlichen Daten zu sammeln, Cookies nur für die jeweilige Sitzung zu setzen und Informationen zum Nutzerverhalten nicht dauerhaft zu speichern. Daher gibt es mit Qwant auch keine personalisierten Suchergebnisse, sondern die sind für alle Nutzenden gleich.

Bei den Suchen sendet Qwant an Microsoft Bing Ads beschränkte Nutzenden-Informationen, wie zum Beispiel die ersten drei Byte der IP, den User-Agent des Browsers und den Zeitpunkt. Um die Nutzenden zu zählen, speichert Qwant ein Cookie mit einer zufälligen Besucher-ID für 13 Monate.

Escosia

Ecosia stammt aus Deutschland und nutzt Ergebnisse von Google und Bing, ist also eine Proxy-Suchmaschine. Ecosia finanziert sich über Werbeeinnahmen und Überschüsse fließen in die Finanzierung von Umweltprojekten. Die Anzeigen, die man bei Ecosia sieht, stammen von Microsoft. Sie passen zum Suchverhalten, aber das Klickverhalten wird nicht mit einem Nutzendenprofil verknüpft.

Ecosia betreibt kein dauerhaftes Nutzerprofiling wie Google. Für die Suche verarbeitet Ecosia Suchbegriffe, IP-Adresse und einige technische Angaben. Die IP-Adresse wird bei Ecosia spätestens nach sieben Tagen anonymisiert. Allerdings gibt es einen Unterschied zwischen Ecosia und seinen Such- und Werbepartnern wie Bing und Google. Daher wurde Ecosia von Stiftung Warentest in der Kategorie Datensendeverhalten als kritisch bewertet.

So stellen Sie eine andere Suchmaschine ein

Das Tolle ist: Der Wechsel von Google zu einer anderen Standardsuchmaschine ist nur wenige Klicks entfernt. Dafür müssen Sie lediglich die Einstellungen Ihres Browsers öffnen und zu den Systemeinstellungen wechseln. Je nach Browser findet sich dort eine Option wie „Suchmaschine“ oder „Suche“. Nach zwei bis drei Klicks lässt sich die bevorzugte Suchmaschine festlegen. Dem neugierigen Surfen sind damit keine Grenzen gesetzt.

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