Learning by Doing an der HTW – oder: Wie freie Inhalte spielerisch eine weitere Nutzung finden können

Mit dem Lawyer Dude und Q-Wiki kommt ein Stein ins Rollen – Wikimedia gibt Einblick in die Arbeit einer NGO und begleitet Studierende der HTW bei eigenen Projekten.

  • Elly Koepf
  • 25. Oktober 2019

n diesem Sommer hat Wikimedia Deutschland zwei Gruppen Studierende der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW, Berlin) dabei begleitet, Szenarien für Anwendungen und Spiele auf Basis freier Inhalte, wie Bildern aus Wikimedia Commons und Informationen aus Wikidata, zu entwickeln und umzusetzen. Zwischen April und Juli arbeiteten die Studierenden im Rahmen ihres Studiums der Medieninformatik daran, die Facetten freier Bilder im Internet zu verstehen, Wikidata zu nutzen, ihr gelerntes Wissen in digitalen Lerneinheiten und Spielen direkt anzuwenden und anderen verfügbar zu machen.

Ein Stein kommt ins Rollen

Wikimedia Deutschland wird immer wieder gebeten, an Unis zu berichten, wie die Wikimedia-Projekte genau funktionieren. Oftmals enden diese Informationsveranstaltungen jedoch, ohne zu wissen, was letztendlich hängenbleibt. Im November 2017 fand eine derartige Veranstaltung auch an der HTW statt. In diesem Fall kam jedoch ein Stein ins Rollen! Eine Gruppe Studierender erarbeitete in der Folge Konzepte, um die Idee des Freien Wissens auf einfache Weise zu erklären. 

Zu Beginn des Mediendidaktik-Seminars im Sommersemester 2019 wurde sowohl dieses Konzept, als auch eine Projektidee für ein Wikidata-Game, und andere Projektideen durch Externe vorgestellt. Die Studierenden konnten sich ein Gruppen-Projekt auswählen und direkt loslegen. In gut drei Monaten ging es nun darum, zu begleiten und zu unterstützen, gemeinsam das Konzept anzupassen und einen Prototypen für ein mögliches Onlineangebot zu entwickeln. 
Zwei der etwa zehn Projekte basierten auf Wikimedia-Projekten:

Lawyer Dude

Die Idee des Lawyer Dudes ist es, ein niedrigschwelliges Lernangebot zu schaffen, das es Userinnen und Usern ermöglicht, sich über freie Bilder im Netz zu informieren. Enthalten sind dabei sowohl Informationen über den Lizenzhinweisgenerator als auch Wikimedia Commons. Entsprechend der Zielgruppe BloggerInnen wurde Englisch als Sprache gewählt. Mit der Personifizierung des „Lawyer Dude“ als Truthahn, haben die Studierenden eine neutrale Identifikationsfigur geschaffen. Die Userin oder der User (als Lama) klickt sich durch die Lerneinheit und bekommt dabei vom Lawyer Dude Informationen dazu, was man mit den Bildern machen darf und was nicht. Wer schon einmal versucht hat, ein frei lizenziertes Bild im Internet zu finden, zu nutzen und den Hinweis korrekt zu erstellen, kann sich wohl vorstellen, was es heißt, diese Idee umzusetzen! Die BETA-Version des Spiels kann man sich hier ansehen.

Q-Wiki

Das zweite Projekt ist das Wikidata-Game Q-Wiki, ein Quiz, bei dem Fragen automatisch aus Wikidata-Daten generiert werden. Mit richtigen Antworten können Kacheln eines Spielfeldes erobert oder verstärkt werden (stärkere Felder erzeugen schwierigere Fragen). Ziel des Spiels ist es, die meisten Kacheln zu kontrollieren. Die Fragen werden in Form verschiedener Mini-Spiele gestellt (z. B. richtige Antwortmöglichkeit wählen, Felder in die richtige Reihenfolge bringen, Bild identifizieren), von denen aktuell aber nur eines implementiert ist. Die BETA-Version des Spiels für Android-Smartphones kann hier installiert werden.

Wir nehmen viel aus dieser Zusammenarbeit mit und ziehen den Hut vor den Studierenden, die in so kurzer Zeit zwei Prototypen auf Basis der Wikimedia-Projekte gebaut haben. 

Die zentralen Learnings sind:

  1. Es ist für Studierende extrem motivierend, Einblicke in die Arbeit einer NGO wie Wikimedia zu bekommen und von Mitarbeitenden bei einem Projekt begleitet zu werden.
  2. Gerade in spielerischen Anwendungen liegt für den Zugang zu den Wikimedia-Projekten eine große Chance. Zu verstehen, wie die technische Umsetzung funktioniert und Usability dabei nicht aus den Augen zu verlieren, ist dabei die große Herausforderung!
  3. Wikidata bietet eine gute Grundlage, um Spiele darauf aufzubauen. Es gibt allerdings hohe Hürden, um mit Wikidata zu arbeiten, da Wikidata für NeueinsteigerInnen nicht leicht zugänglich ist.
  4. Freie Inhalte und deren Nutzung zu erklären, ist verdammt kompliziert. Komplexe Sachverhalte runterzubrechen und dabei rechtlich korrekt zu bleiben, ist gar nicht so einfach! 

Wir danken den Studierenden für ihr Engagement und wünschen ihnen weiterhin viel Erfolg!

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