Ich war 6 Monate lang Praktikantin bei Wikimedia Deutschland.

Zuvor hatte ich bereits in einem 3-monatigen Programmierkurs, einem Praktikum bei einem Start-up und einigen Online-Kurse Programmiererfahrung gesammelt. Ich freute mich also darauf, meine Fähigkeiten zu verbessern, indem ich tiefer ins Programmieren einsteigen und lernen würde, wie eine Softwareabteilung in einer größeren Organisation funktioniert.

Jung-Software-Entwicklerin und Autorin Ebba Aniansson

Gleichzeitig programmieren zu lernen und sicherzustellen, dass man sich ständig entwickelt, ist schwer. Daher kann ich nicht sagen, dass mein Praktikum bei WMDE ohne Höhen und Tiefen verlief. Aber sich dabei wohl zu fühlen, seine Kolleginnen und Kollegen um Hilfe zu bitten und zu wissen, dass immer jemand zur Hilfe bereit ist, hat mir den Lernprozess deutlich unterhaltsamer und angenehmer gemacht.

Meine vorherige Erfahrung an Praktika beschränkte sich auf Startups. Wer mal bei einem Startup gearbeitet hat, weiß vielleicht, dass keine zwei Tage gleich aussehen, die Arbeitsaufgaben variieren, und in konstantem Tempo gearbeitet wird, um sicherzustellen, dass alles ständig läuft und im Fluss bleibt. Als ich mein 6-monatiges Praktikum bei WMDE begann, war ich mir nicht ganz sicher, was mich erwarten würde, da ich keine Ahnung hatte, wie eine große NGO im Alltag funktioniert.

Aber ich war positiv überrascht. Die Atmosphäre im Büro ist eine Mischung aus Spaß und Professionalität. Es fühlt sich an, als ob alle bei WMDE die gleiche Vision davon haben, was die Zukunft von Wikimedia bringen kann und wird.

Die Software-Entwicklungsabteilung arbeitet an verschiedenen Projekten und Produkten und ich konnte Arbeitserfahrung in all diesen Bereichen sammeln: Wikidata, Fundraising-Banner und beim Projekt Technische Wünsche.

Für den ersten Monat stellte mir Christoph Jauera, auch bekannt als Fisch, vor, woran das Technische Wünsche-Team gerade arbeitete. Ich hatte die Möglichkeit, am File Importer zu arbeiten, einer Erweiterung, die das Verschieben von Dateien in Wikimedia Commons erleichtert.

Ungefähr im zweiten Monat wurde die Softwareabteilung umorganisiert, was dazu führte, dass einige Kolleginnen und Kollegen in neue Teams umzogen, darunter auch ich. Ich trat dem technischen Fundraising Team bei. Dessen Hauptaufgabe war es in dieser Zeit, die Spendenseite für WMDE mit Design- und Fehlerbehebungen und neuen Features zu verbessern und damit auch die Erfahrung der Spendenden. Dort haben wir auch an einigen Projekten aus der Technischen Wunschliste gearbeitet, zum Beispiel Advanced Search. Hierbei handelt es sich um eine Funktion, die die Konfiguration von Namensräumen verbessert, indem sie die spezielle Suche verstärkt, die Wikipedia durch erweiterte Parameter bietet.

Ich blieb während des restlichen Praktikums bei dem Team, mit gelegentlichen Paarporgrammierungssitzungen mit einem Kollegen vom Wikidata-Team. Während der ersten Sitzungen konnte ich zum Wikidata Query Service beitragen, indem ich eine neue Ergebnisansicht hinzufügte. Nach unseren Aufwärmsitzungen haben wir uns darauf konzentriert, ein individuelles Projekt zu starten, das mein Nebenprojekt für die letzten Wochen bei WMDE sein sollte. Das Hauptziel des Projekts besteht darin, Benutzenden zu zeigen, welche Nährstoffe der menschliche Körper täglich benötigt, um gesund zu bleiben.

Die Ernährungswebseite verfügt über eine API, die den Abfrageservice von Wikidata aufruft und auf dem von uns erstellten Frontend angezeigt wird. Komplett fertig gestellt haben wir die Website nicht, was bedeutet, dass ich ein spannendes Nebenprojekt habe, an dem ich weiterarbeiten kann, jetzt, wo mein Praktikum beendet ist.

Die 6 Monate, die ich bei WMDE verbracht habe, haben mir die Möglichkeit gegeben, nicht nur mit einer Codebasis oder in einem Team zu arbeiten, sondern mit mehreren. Das Arbeiten in verschiedenen Teams hat mir gezeigt, wie wichtig es ist, gut zu kommunizieren und zu kooperieren, damit die Arbeit voranschreitet und später zu fertigen Features wird, von denen Benutzende profitieren.

Während meines Praktikums hatte ich auch die Möglichkeit, mich WMDE-Kolleginnen und Kollegen für einen Hackathon in Barcelona anzuschließen. Dies gab mir eine breitere Perspektive darüber, wie Wikimedia als ein großes Movement kommuniziert und arbeitet, anstatt jede Ländervertretung für sich selbst – nämlich indem sie gemeinsam an Projekten arbeiten und Wissen miteinander teilen. Es hat auch viel Spaß gemacht, zu sehen, dass die Vision von Wikimedia auch von den Freiwilligen angestrebt wird.

Wikimedia Hackathon 2018 in Barcelona. Foto: Ckoerner, Wikimedia Hackathon Barcelona 2018 – group photo, CC BY-SA 4.0

Was ich aus meiner Zeit bei WMDE mitnehme, sind die gesammelten Erfahrungen, wie eine große Organisation – mit Ländervertretungen auf der ganzen Welt und Menschen, die mit und für Wikimedia aus der ganzen Welt arbeiten – es schafft, alle Einzelteile zusammenzubringen und tolle Projekte aufbaut und nicht aufhört tolle Projekte zu entwickeln.

Ich möchte allen bei WMDE für eine großartige Zeit danken und dafür, dass sie so freundliche, höfliche und großartige Mentoren sind. Wikimedia Deutschland war bisher einer der besten Orte, an denen ich die Möglichkeit hatte, ein Praktikum zu machen.