Ken Vermette, Openstreetmap logo, CC BY-SA 3.0

OpenStreetMap (OSM) versteht sich als das Wikipedia der Karten. Um es gleich vorweg zu sagen, OSM ist **keine** Karte, sondern eine Datenbank, aus der beliebige Karten abgeleitet werden können: „OpenStreetMap is a huge database, which allows everybody to create maps according to their needs. OSM is made by people like you and free to use under an open license.“

Otto Normalverbraucher meint wahrscheinlich, dies sei OpenStreetMap, dabei gibt es beispielsweise aber auch einen deutschen oder einen französischen Stil. Die Stile unterscheiden sich nicht nur in der Gestaltung einzelner Objekte, sondern auch darin, was letztlich auf der Karte dargestellt wird.

Da OSM eine Datenbank ist, können aus ihr thematische Karten abgeleitet werden. Ist die gesuchte Karte nicht dabei, dann kann man sich leicht aus den offenen Daten seine eigene Karte wie zum Beispiel die Namen oder die Höhen aller Vulkane in Ecuador erstellen.

OSM ermöglicht die Erstellung eigener Karten. Pierro, Navit sur ma moto, CC BY-SA 3.0

Zwei Beispiele aus der obigen umfangreichen Kartensammlung: OpenTopoMap oder die Geschichtskarte, auf der dann auch Fotos zu historischen Monumenten verlinkt sind, zeigen, wie unterschiedlich Karten sind, die aus den freien Daten gewonnen werden können. Die oben aufgeführte Wiki-Seite zeigt, dass auch 3D-Karten, Indoorkarten, verschiedene Routingkarten, Apps für iOS und Android in einer Vielfalt vorliegen, und dass das ständig steigende Angebot an Karten und Anwendungen für den einzelnen Mapper, die einzelne Mapperin und die Anwendenden nicht mehr überschaubar ist.

OpenStreetMap, 2004 von Steve Coast gegründet, hat mittlerweile eine Bedeutung erreicht, dass Microsoft und Facebook auf diese Daten zurückgreifen und sich auch an der Datenerfassung beteiligen, nicht nur, weil die Daten offen sind, sondern auch weil deren Qualität überzeugt. Abgesehen davon spielt das „humanitäre Mapping“ bei Katastrophen wie Erdbeben, Hurrikans, Überschwemmungen oder Ebola eine wichtige Rolle. Hier gilt es, zeitnah Freiwillige zu aktivieren, um das Internationale Rote Kreuz und Ärzte ohne Grenzen in den betroffenen Gebieten sofort mit aktuellem Kartenmaterial zu versorgen (siehe Video von Ärzte ohne Grenzen USA):

Hier kommt die Wochennotiz / weeklyOSM ins Spiel. Die erste Wochennotiz (Juli 2010) von Marc Gehling informierte die Leserschaft nicht nur über die Themen auf der SotM in Girona, sondern auch über die bedeutsame Gasthausbrauereikarte.  ;-)

Die Idee von Marc war es, die OSM-Gemeinschaft wöchentlich über die Neuigkeiten in dem sich rapide entwickelnden OSM-Umfeld zu informieren. Das OSM-Ökosystem entwickelte sich weltweit mit zunehmender Geschwindigkeit. Die Teilnehmer eines EU-Comenius Schulprojektes entschlossen sich deshalb – auch um ihren Schülerinnen und Schülern diese Neuigkeiten in ihrer Muttersprache anzubieten – im Oktober 2014 die deutsche Wochennotiz in Spanisch, Türkisch, Rumänisch und Englisch zu veröffentlichen. Die Leserschaft der ersten Ausgaben erreichte bereits 4.000 Menschen pro Monat und entwickelte sich bis 2018 auf monatlich mehr als 12.000 Leser. Aktuell erscheint der Blog auf Englisch, Spanisch, Französisch, Japanisch, Tschechisch, Koreanisch und Deutsch. Sprachen wie Portugiesisch, Italienisch und Russisch kamen hinzu und verschwanden auch wieder, weil die zeitliche Belastung für das Erstellen eines wöchentlich erscheinenden Blogs für das gesamte OSM-Ökosystem häufig unterschätzt wird.

State of the Map 2018. Francesco Giunta, State of the Map 2018 Milano day 1 53, CC BY-SA 4.0

Neue Sprachen werden wegen dieser Erfahrungen nur noch zugelassen, wenn sich mindestens drei Redakteure finden, die eine Sprache betreuen. Dank der Förderung durch Wikimedia Deutschland konnten bei der diesjährigen SotM 2018 in Mailand neue Redakteure, deren Muttersprache Swahili (auch Suaheli) ist, in dem von dem Beitragenden TheFive eigens für weeklyOSM geschriebenen Content Management System namens OSMBC geschult werden. Die freie Software OSMBC bildet den Workflow beim Erstellen des mehrsprachigen Blogs ab und bietet die technische Voraussetzung für nahezu zeitgleiches Erscheinen der wöchentlichen Meldungen in allen Sprachen der weeklyOSM.

 

OSM-Community-Austausch. Gastautor Manfred Reiter mit Wikimedianer Geoffrey Kateregga

 

Dass die wöchentlichen Nachrichten von weeklyOSM nun auch in Swahili, der am weitesten verbreiteten Verkehrssprache Ostafrikas (Amtssprache in Tansania, Kenia und Uganda) erscheinen werden, wird sehr wahrscheinlich dazu beitragen, die OpenStreetMap-Gemeinschaft in Ostafrika zu stärken, weil die OSM-Interessierten nicht mehr ausschließlich auf die englische Version zurückgreifen müssen. Es werden mit Sicherheit auch neue Lesergruppen erschlossen, was dazu beitragen wird, dass OSM als freie Datenbank auch in diesen Ländern weiter an Bedeutung gewinnen wird.

Ausgabe 419 der WeeklyOSM nun auch auf Swahili verfügbar: