zur Artikelübersicht
Wir wachsen: Peter Dewald und Dr. Gabriele Theren verstärken das Präsidium von Wikimedia Deutschland
Dr. Gabriele Theren
Das ehrenamtliche Präsidium von Wikimedia Deutschland bekommt Verstärkung. Im Blogpost stellen wir die neuen Mitglieder des Gremiums vor.
WMDE allgemein
30. November 2017
Hallo Herr Dewald, da sie so höflich waren direkt zu antworten, will ich auf ihre Hinweis reagieren. Da wir uns nicht kennen und sie ja augenscheinlich wenig mit der Wikipedia zu tun haben, bleibe ich mal beim Sie. Sie schreiben "langjährige Führung eines größeren internationalen kommerziellen Software-Unternehmens" würden für "Finanz- und Controlling-Expertise, Strategie- und Organisationsentwicklung und ein für den Verein 'relevantes Netzwerk'" sprechen. Es ist immer wieder interessant, wie jemand das Wie benutzt, um sich für das Warum als sinnvoll zu erklären. Aber das ist leider nicht richtig, denn es braucht eben auch eine gewisse Haltung, um in einem Strategie- und Kontrollgremium gute Empfehlungen erarbeiten zu können. Das Wie zu beherrschen ohne das Warum wenigstens auf die eigene Art verstanden zu haben und angehen zu wollen, ist eine funktionalistische Denke, die nicht mehr wirklich überzeugt. Der Verein und seine Zielsetzung ist nicht mit einem "größeren internationalen kommerziellen Software-Unternehmen" zu vergleichen und die Arbeit bei Bitkom ist auch nicht wirklich nahe dessen, wofür die zivilgesellschaftliche Gestaltung eine freien und offenen Internet mit der Hauptkomponente "Wissen" steht. Ich bezweifle nicht, dass sie Expertise haben, ein Unternehmen zu führen oder zu beraten, aber über ihre Motivation, über ihre Haltung bezüglich Freiem Wissen und einem dafür offenem Internet einzusetzen, lese ich bis jetzt wenig von ihnen. PS: Noch eine Empfehlung. Legen sie sich ein Benutzerkonto auf Wikipedia an und editieren sie mal ein wenig, lesen sich ein wenig ein. Neben einer transparent und kompetent präsentierten Haltung zu den Grundlagen des freien Wissens wäre das womöglich eine vertrauensbildende Massnahme . Zusätzlich könnte es das durchaus auch notwendige Verständnis der Wikisphäre erhöhen, um dann wirklich gute strategische Entscheidungen treffen zu können.
Herzlich willkommen Gabriele und Peter!
Lieber Ein Wikipedianer, da sich Dein Kommentar auf mich bezieht, möchte ich gerne darauf antworten. Die Kooptation von externen Mitgliedern des Präsidiums wird im Blog begründet mit - „... Chancen, die Kompetenzen des von den Mitgliedern gewählten Präsidiums zu ergänzen und mit neuen Perspektiven zu bereichern“ - „...gezielt ... die Diversität des Gremiums zu fördern.“ - „Im nächsten Jahr sind die weitere Beschäftigung mit der Zukunft von Wikimedia Deutschland – strategisch und finanziell – wichtige Baustellen“ und in dem verlinkten Suchprofil werden konkret folgende Kompetenzen benannt • Erfahrungen in ehrenamtlicher Gremienarbeit im gemeinnützigen Bereich • fundierte Finanz- und Controlling-Expertise • Kompetenzen in Strategie- und Organisationsentwicklung • umfangreiches persönliches Netzwerk, das für den Verein relevant ist Ich meine dass Erfahrungen aus der langjährigen Führung eines größeren internationalen kommerziellen Software-Unternehmens die letzten drei Punkte sehr wohl treffen, ohne dem ersten Punkt widersprechen zu müssen. Und um auch kontroverse Sichtweisen in die Präsidiumsarbeit einbringen zu können, ist Erfahrung in Unternehmen, die Software kommerziell vermarkten sicherlich auch nicht verkehrt. Ich sehe darin auch keinen Widerspruch zum Zweck des Vereins „die Erstellung, Sammlung und Verbreitung Freier Inhalte ... in selbstloser Tätigkeit zu fördern“ und kann mich sehr wohl dafür einsetzen, dass mehr Inhalte frei verfügbar werden und den Verein darin unterstützen, dies in noch größerem Umfang zu ermöglichen.
Mit Open Knowledge scheint sich der Herr Dewald ja nicht so auszukennen. Sowohl Apple als auch Sage sind Unternehmen, die proprietäre Software verkaufen und gerade Apple ist weit weit entfernt von den Open-Grundprinzipien. Und auch der Bitkom-Verband ist jetzt auch eher als ein Verband bekannt, der die Interessen eines nicht nur auf Geschäftsdenken ausgerichtetes Internet vertritt. Eine rein Effizienz orientierte Person im Präsidium eines der Digitalen Allmende verpflichteten Vereines, dessen Ergebnisse sich nicht in Quartalzahlen, sondern inhaltlich und qualitativ messen, ist ein weniger gutes Signal. Dass Herr Dewald sagt, dass der Verein „die Basis für den freien Zugang zu einem unglaublich umfangreichen Wissen von Millionen von Menschen im breitesten Sinne" vulgo die Wikipedia geschaffen hat, zeigt, wie weit da jemand von der Welt der Open Culture entfernt ist. Es stellt sich die Frage, warum solch eine Person ins Präsidium "kooptiert" wurde.