Merle von Wittich

28. September 2015

Schreiben, Reden, Streiten, Zuhören, Diskutieren, Lachen

Vom 18.9. bis zum 20.9. trafen sich Ehrenamtliche der Wikipedia und ihrer Schwesterprojekte zur WikiCon 2015 im Deutschen Hygienemuseum Dresden. Wikimedia Deutschland war mit einem Team ebenfalls vor Ort und unterstützte die Veranstaltung organisatorisch und finanziell.

Es war bereits die fünfte WikiCon unter diesem Namen. Damit lässt sich inzwischen von einer schönen Tradition sprechen. Die WikiConvention ist eine Veranstaltung von den Communitys für die Communitys. Für die Hauptamtlichen von WMDE ist es besonders spannend zu sehen, was die Ehrenamtlichen bewegt und wo die Hauptamtlichen unterstützen können. Mit über 60 Vorträgen, Gesprächsrunden und Workshops war das Wochenende so gut gefüllt, dass die Tagesplanung sicherlich nicht leicht gefallen sein muss. Die Vielfalt der Angebote bot aber zu jeder Zeit spannende Einblicke in die diversen Bereiche des Wikiversums. An dieser Stelle ein großes Dankeschön an die Organisatoren, Helfenden, Referierenden und Teilnehmenden, die dieses  inspirierende Wochenende möglich gemacht haben.

Spürbar war das Bewusstsein, dass mehr neue Wikipedianer benötigt werden, um die inzwischen hohe Qualität der Wikipedia zu halten. Entsprechend wurde viel über besseren Umgang miteinander debattiert und um mehr Verständnis für die jeweiligen Aufgaben innerhalb der Communitys geworben. z. B.  bei Admin@work (https://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:WikiCon_2015/Programm#Con15_30)

Ein schönes Zeichen dafür ist die WikiEule, die von der Community in verschiedenen Kategorien an besonders verdiente Wikipedianer verliehen wird. Dabei waren sowohl unter den Preisträgern als auch im Publikum Neulinge und langjährig Aktive – für einige übrigens die erste WikiCon. Zwar keinen Preis aber eine Nominierung erhielt die Gruppe der Jungwikipedianer, die hochmotiviert wertvolle Artikelarbeit leisten. Diesen Schwung gewannen auch alte Hasen wieder und fahren mit vielen neuen Ideen für neue Projekte zur Bereicherung der Wikipedia und ihrer Schwesterprojekte nach Hause.

Neben technischen Wünschen aus der Community, der Förderung von Vorhaben, OER und Wikimedia und der Wikimania 2015 gehörte zu den Austauschthemen zwischen Haupt- und Ehrenamtlichen auch die GLAM-Reihe, die Kooperationen mit Kulturinstitutionen befördert.

Der GLAMfaktor auf der Dresdner WikiCON

Das Interesse am “GLAMfaktor” ist stark in der Community. Alle Sessions mit GLAM-Bezug waren gut besucht. Allein Geolinas Beitrag zu KulTouren wurde von gut 20 Teilnehmerinnen und Teilnehmern besucht. Viele begrüßten die Möglichkeit, jetzt ein einfach zu handhabendes Format zu besitzen, wie sie “schon mal einen Fuß in die Tür einer Kulturinstitution bekommen”. Alle Ideen für einen halbtägigen Besuch in einer Kultureinrichtung vor Ort können auf das “schwarze Brett” der Projektseite eingetragen werden. Ein anderes Beispiel: In der Session “Daten von Coding da Vinci für Wikimedia-Projekte erschließen” entstand die Idee, einen Workshop für Freiwillige noch in diesem Jahr anzubieten. In diesem sollen Werkzeuge wie der Vicuña Uploader oder das GLAM Wiki Tool Set in der Anwendung gezeigt und die 54 Datensätze, die über den Hackathon Coding da Vinci unter eine Freie Lizenz gestellt wurden, möglichst in Wikimedia Commons integriert werden. Auch in dem Vortrag “Bibliotheken und Wikimedia” gab es einen konkreten Auftrag, um die Zusammenarbeit zwischen den Wikimedia-Projekten und den Bibliotheken auszubauen. Die Idee: Gemeinsam mit dem Deutschen Bibliotheksverband veranstaltet Wikimedia Deutschland ein bundesweites Barcamp für Bibliothekare, bei dem die Kooperationsprojekte und Ideen aus dem Wikiversum vorgestellt und diskutiert werden können. Auch die Session zum Projekt GLAM on Tour war gut besucht, von alten Hasen, die schon dabei waren, wie von neuen Interessierten. Benutzer:Atamari stellte als Koordinator der GLAM on Tour-Station im Von der Heydt-Museum den Verlauf der Zusammenarbeit zwischen Institution, Communitys und WMDE aus Sicht des Freiwilligen dar. Neben neuen Ideen für Stationen in Kultureinrichtungen und die Erschließung von Sammlungen wurde die Ausrichtung des Formats diskutiert: Wieviel Zeit sollte für die integrierte Schreibwerkstatt eingeplant werden, welche Gruppengröße ist sinnvoll, wie hält man den einmal geschlossenen Kontakt zu den Mitarbeitenden der Kulturinstitution aufrecht? Die Präsentationsfolien der Session sind hier zu finden, die Mitschriften aus der Session in diesem Etherpad.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert