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GLAM & QRpedia im Museum für Hamburgische Geschichte

WMDE allgemein

3. September 2012

Ein Gastbeitrag von Peter Weis zum Workshop im Museum für Hamburgische Geschichte im August 2012, gefördert von Wikimedia Deutschland.

Bereits Ende 2010 begannen die ersten Gespräche mit dem Museum für Hamburgische Geschichte ob einer möglichen GLAM-Kooperation zusammen mit der örtlichen Community und dem Museum.

Wenn von GLAM-Kooperationen (Galleries, Libraries, Archives and Museums) die Rede ist, ist die Zusammenarbeit von kulturellen Gedächtnisinstitutionen und Wikimedianern gemeint. Viele der freiwilligen Autoren haben berufliche oder private Verbindungen zu Institutionen und nutzen diese bereits seit langer Zeit um etwa die eigene Artikel- oder Bilderarbeit in der Wikipedia oder auf Wikimedia Commons zu verbessern. In Deutschland findet der Begriff und das Konzept hinter GLAM erst seit kurzem Verwendung, bekommt aber immer mehr Zulauf.

Die Zusammenarbeit mit dem Museum für Hamburgische Geschichte, die erste deutsche GLAM-Kooperation, ist durch eine ähnliche Zusammenarbeit mit dem Tropenmuseum in den Niederlanden inspiriert. Wichtigstes Ziel ist es eine Brücke zwischen Institution und Community zu schlagen, sowie das Verständnis für freies Wissen und die Herausforderungen von GLAM-Institutionen im digitalen Zeitalter auf beiden Seiten zu stärken. Um dieses Ziel zu erreichen, fand 24. – 26. August dieses Jahr zum zweiten Mal ein Workshop im Museum für Hamburgische Geschichte statt.

Absicht für diesen Workshop war es, die bestehende Kooperation mit dem Museum für Hamburgische Geschichte auszubauen, indem Artikel und Bilder für ein QRpedia Projekt im Haus geschaffen werden. Für die teilnehmenden Wikimedianer sollte am Workshop die Möglichkeit des gemeinsamen Arbeitens und Erfahrungsaustauschs rund um die Themen Photographie, Artikelarbeit und Hamburg im Allgemeinen geschaffen werden. Ein Workshop lebt von der aktiven Mitarbeit der Community: ohne die vielen freiwilligen Autoren, Photographen und sonstig Mitwirkenden wäre dieses Projekt nicht durchführbar gewesen.

“Im Gebet beim Laubhüttenfest” von Paula Gans. Fotografiert auf dem 2. Hamburger Workshop von Peter Weis.

Der Workshop selbst bot für die Teilnehmer sehr viele Freiräume. Neben den klar formulierten Zielen für das QRpedia Projekt, Photobitten aus der Community und einzelnen Anfragen, gab es kein festgezurrtes Programm. Selbstständigkeit und Initiative sind Teil des Konzeptes und ermöglichten den Teilnehmern einen individuellen Zugang zur Austellung und den Inhalten des Museum für Hamburgische Geschichte. Die organisatorischen Eckpunkte des Workshops in Verbindung mit einer freien Zeitgestaltung haben dazu geführt, dass die Atmosphäre wesentlich entspannter war und die Teilnehmer intensiv an ihrem Projekt im Rahmen des Workshops arbeiten konnten. Neben der Photographie in der Ausstellung und von ausgewählten Objekten aus der Sammlung des Museums konnten auch die Autoren dank eines bereitgestellten Handapparates an ersten Artikeln arbeiten.

Das QRpedia Projekt im Museum für Hamburgische Geschichte ist zunächst ein Pilotprojekt und dreht sich rund um die im Museum verbauten architektonischen Elemente aus ganz Hamburg. Einige dieser Elemente haben aufgrund des Hamburger Brandes von 1842 oder städtebaulichen Veränderungen ihren Eingang in das Museum gefunden und sind dort seit Beginn verbaut. Neben Portalen, Säulen findet man auch ganze Decken, die jetzt im Museum für Hamburgische Geschichte verbaut sind. Im Rahmen des Workshops wurde die Vorbereitung für die Installation der QRpedia QRcodes geleistet: erste Artikel wurden geschrieben, Bilder der Objekte wurden erstellt und die technischen Bedingungen vor Ort überprüft. Die Vorbereitung für die Installation der QRcodes ist also in vollem Gange.

Nach diesem ereignisreichen Wochenende können wir mit einer soliden Bilanz aufwarten, die die Erwartungen in einigen Punkten übertrifft: 25 neue Artikel auf Englisch, Deutsch und Katalanisch, 163 neue Bilder, etliche Detailanpassungen, sowie Wartungsarbeiten und ein neuer Wikimedianer. 16 Wikimedianer vor Ort und eine handvoll spanischer Wikimedianer, rund um Benutzer:Kippelboy, die nach dem Workshop anfingen alle bisher geschriebenen Artikel auf Katalanisch zu übersetzen, machten dies möglich. Selbstverständlich gibt es für’s nächste Mal auch Nachsteuerungsbedarf, den wir hier dokumentiert haben. Neben unseren Gästen von der Hamburger Kunsthalle, Freelens und Kulturwerk West konnten auch eingefleischte Wikimedianer, sowie die teilnehmenden Mitarbeiter des Museums für Hamburgische Geschichte einen besseren Einblick in die Arbeit der Community, die Kooperation mit dem Museum an sich und das System QRpedia gewinnen.

Wer Interesse an der Arbeit der Hamburger Wiki Community hat, kann sich auf Wikipedia:Hamburg über den nächsten Stammtisch informieren oder eine Nachricht hinterlassen. Informationen über GLAM gibt es auf Wikipedia:GLAM (deutsch) oder auf wikimedia.outreach (englisch). Details über die Kooperation mit dem Museum für Hamburgische Geschichte können auch per Mail oder Twitter angefragt werden.

Kommentare

  1. […] übernahm Wikimedia Deutschland ebenfalls die Fahrt- und Übernachtungskosten. Im Zentrum des Workshops stand die Befreiung von Inhalten des Museums und […]

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