Ergebnisse der ersten Runde des Community Projekt Budgets

Vor einigen Tagen hatte der Vorstand über die Vorschläge des Ausschusses des Community Projekt Budgets beraten. Hier sind nun die Ergebnisse …

  • Michail Jungierek
  • 26. Juli 2011

Vor einigen Tagen hatte der Vorstand über die Vorschläge des Ausschusses des Community Projekt Budgets beraten. Hier sind nun die Ergebnisse dieser ersten Antragsrunde des Community Projekt Budgets.

Vorab noch ein paar Infos zu den eingereichten Anträgen:

Insgesamt wurden 36 Anträge eingereicht, wovon insgesamt fünf Anträge vom Vorstand positiv beschieden wurden.

Das Volumen der erfolgreichen Anträge beträgt insgesamt 76.305 Euro. Damit können in der zweiten Runde, die im Herbst diesen Jahres durchgeführt werden soll, noch maximal 132.695 Euro verteilt werden.

Danken möchten wir aber allen Antragstellern, unabhängig davon, ob sie erfolgreich waren oder nicht. Der Vorstand hat sich bewusst entschieden nur über die Anträge zu beraten, die vom Ausschuss befürwortet wurden. Unter den weiteren Anträgen waren jedoch viele sehr interessante Vorschläge dabei, die wir lediglich als nicht positiv entschieden ansehen und die hoffentlich in zukünftigen Förderrunden noch einmal überarbeitet eingereicht werden.

Geförderte Anträge

Folgende Anträge werden in der ersten Runde des Community Projekt Budgets gefördert:

1. Wiki loves Monuments Mittelhessen

Antragsdaten:

Begründung:

Es handelt sich hierbei um ein klassisches Community-Projekt mit dem Ziel, Content für die Wikimedia-Projekte zu erstellen. Das Projekt reiht sich in die übergeordnete Reihe „Wiki loves monuments“ ein, die sich um Ziel gesetzt hat europaweit Baudenkmäler zu fotografieren. Das Projekt hat somit eine Einbindung in einen weitreichenderen Kontext. Als Pilotprojekt kann es als Beispiel für weitere Projekte dieser Art dienen.

2. Fotoflüge

Antragsdaten:

Beispiele:

Begründung:

Der Verein unterstützt prinzipiell Hilfestellungen zur Content-Erstellung für die Wikimedia-Projekte. In diesem Projekt kann spezielles Bildmaterial erstellt werden, das bis jetzt nicht oder nur in sehr geringem Umfang überhaupt unter einer freien Lizenz zur Verfügung steht (dafür wurden auch Google-Bilder-Recherchen durchgeführt). Der Antragsteller hat sein Projekt bei der Sitzung des Ausschusses in Hamburg und eine konkrete Planung für einen Flug über einige Norseeinseln vorgestellt. Dieser Flug soll Pilotprojekt mit der angegebenen Summe gefördert werden. Darauf aufbauend können weitere
Projekte (siehe die obigen Beispiele) durchgeführt werden, die dann wieder über das CPB gefördert werden sollen.

3. Aufbau einer zentralen Ressource bibliographisch-archivalischem Wissen (Workshop)

Antragsdaten:

Begründung:

Eine frei zugängliche und frei lizenzierte Meta-Datenbank wäre ein guter Anlaufpunkt für viele Recherche der Mitarbeiter der Wikimedia-Projekte. Zur realistischen Einschätzung der Realisierbarkeit eines solchen Projektes ist ein Treffen kompetenter Personen notwendig, weswegen die Durchführung einer solchen Konferenz durch das CPB unterstützt wird. Ein Nachfolgeprojekt, das sich aus dem Workshop ergeben könnte, müsste dann separat gefördert werden.

4. Filmvorlesungen – Ökonomische Alphabetisierung

Antragsdaten:

Begründung:

Hiermit wird eines der Schwesterprojekte gefördert werden, um diese mehr in den Vordergrund zu rücken. Bei diesem Projekt aber auch Inhalte erstellt, die auch für andere Wikimedia-Projekte von Nutzem sein können. Zudem bietet das Projekt eine zusätzliche Schnittstelle zwischen Wikimedia und Wissenschaft.

5. Frauen-Projekt/Erfassungs- und Planungsphase

Antragsdaten:

Begründung:

Hier begrüssen wir ausdrücklich die Idee der Förderung von unterrepräsentierten Gruppen innerhalb der Wikimedia-Projekte. Das Projekt schließt an die strategische Forderung der Foundation an, den Frauenanteil bis 2015 auf 25% zu erhöhen und bietet hierzu bei erfolgreicher Umsetzung konkrete Lösungsvorschläge an.

Herzlichen Glückwunsch an alle erfolgreichen Antragsteller und viel Erfolg bei der Umsetzung.

Wie geht es weiter?

Die erfolgreichen Antragsteller wurden bereits vom zuständigen Mitarbeiter Sebastian Sooth informiert und stehen mit ihm in Kontakt, um die Details der Förderungen zu klären.

Die Antragsteller der noch nicht erfolgreichen Anträge werden in den nächsten Tagen vom Ausschuss angeschrieben und erhalten eine Begründung für die jeweilige Ablehnung und auch Hinweise was diesmal nicht gepasst hat.

Da auch unter den diesmal nicht positiv entschiedenen Anträgen viele gute Ideen sind, hoffen wir dass viele Anträge entsprechend der Tipps des Ausschusses überarbeitet, ergänzt und in einer der nächsten Runden erneut eingereicht werden.

Mitte August treffen sich einige Vertreter des CPB-Auschusses mit Vertretern des Vorstandes, um die Differenzen der letzten Wochen zu klären und um die zweite Runde des CPB in Angriff zu nehmen.

Zum Abschluss dankt der Vorstand allen Mitgliedern des Ausschusses ausdrücklich für die geleistete Arbeit und
und den ausführlichen Bericht über die Ergebnisse dieser Arbeit.

Michail Jungierek
Beisitzer

Ralf Roletschek
Community-Projekt-Budget-Ausschuss

  1. Verständnisfrage: hat der Ausschuss nur diese fünf Projekte positiv beurteilt – oder hat der Vorstand aus den positiv bewerteten Projektes diese fünf ausgewählt?

    btw – ich halte weiterhin das „Frauenproblem“ für weder grundlegend wichtig (wir brauchen mehr Autoren, Geschlecht ist egal) noch für sinnvoll. Man kann Autoren nicht gewinnen. Wer sich berufen fühlt kommt – wer nicht nicht. Zeitgeistige Ablenkung von unseren eigentlichen Problemen. Vielleicht bin ich aber auch nur zu emanzipiert für Sowas.

    Kommentar von Marcus Cyron am 26. Juli 2011 um 03:00

  2. siehst du Marcus, und genau deswegen ist das ein wichtiges Thema ;-)

    Kommentar von elya am 26. Juli 2011 um 10:25

  3. Das Thema scheint allerdings selbst für die Antragsteller so unattraktiv zu sein, dass man sich damit nur beschäftigt, wenn man fürstlich bezahlt wird. Wie werden „Freiwillige“ im Budget einkalkuliert? Mit Null Euro? Um nicht nur „Eltern mit Kinden“, sondern auch Behinderten und Rentnern die Möglichkeit der Mitarbeit zu geben, könnte man ja auch einfach ein Wiki einrichten…

    Kommentar von Gamma am 26. Juli 2011 um 10:56

  4. Da sind ja interessante Projekte dabei. Was ich nicht ganz nachvollziehen kann ist die Budget-Verteilung. Bei meinem laienhaften Verständnis passt es irgendwie nicht, dass Fotoflüge gerade mal 5400 Euro bekommen und Wiki loves Monuments 8900 Euro. Wofür wird das Geld denn benötigt?

    Oder überspitzt gesagt: Was kostet denn bei Sich-Treffen-und-fotografierend-durch-Mittelhessen-laufen so viel mehr als ein Flugzeug starten zu lassen.

    Noch extremer finde ich das Frauenquoten-Projekt, das fast fünfmal so viel Geld beansprucht wie die Fotoflüge. Abgesehen von der Höhe des Budgets, stimme ich Marcus zu. Wer den Wikipedia-Artikel, der mir die gesuchte Information liefert, geschrieben hat, interessiert mich herzlich wenig. Hauptsache er ist gut. Geschlecht ist da doch genauso unwichtig wie Hautfarbe, Alter, Nationalität, Religion, … Ich bin mir sicher, auch in diesen Kategorien wird man Gruppen finden, die bei WP-Autorn unterrepräsentiert sind.

    Kommentar von Markus Möller am 26. Juli 2011 um 11:24

  5. Wir werden jetzt an dieser Stelle sicher nicht die Detailfinanzierungen der einzelnen Projekte klären können, aber vielleicht hilft ein Anhaltspunkt – wieviele Personen nehmen an einem Projekt teil und wie oft treffen sich diese? Ein Projekt mit 2 Personen wird sicher weniger Reise- und Übernachtungskosten in der Kalkulation haben als ein Projekt mit 20 Personen.

    Kommentar von Ralf Liebau am 26. Juli 2011 um 11:33

  6. @Gamma Auch hier nicht wieder wild ohne irgendwelche Kenntnisse rumspekulieren. Die Antragstellerin erhält für die Orga keinen Cent. Da geht es eher um Kostenerstatungen für die Teilnehmer (siehe Ralf)

    Kommentar von Anneke Wolf am 26. Juli 2011 um 11:41

  7. @Markus: Das WLM-Projekt ist auf 72 Übernachtungen angelegt, was zusammen mit der Verpflegung der Teilnehmer schonmal mehr als zwei Drittel des Budgets ausmacht, dazu kommen als zweiter großer Posten Fahrt- und Reisekosten. Was es im Endeffekt kostet, hängt nicht zuletzt von der Teilnehmerzahl ab, eine ausführlichere Aufstellung folgt zum Ende des Projekts.

    Kommentar von Kilian am 26. Juli 2011 um 12:22

  8. „Die schärfsten Kritiker der Elche waren früher selber welche.“ (F.W. Bernstein)

    Anstatt über andere zu lästern sollten sich die einzelnen Kritiker sich erst mal überlegen, was sie besser machen können oder sich lieber mit eigenen Anträge für Projekte auseinander setzen.

    Kommentar von Frank Schubert am 26. Juli 2011 um 12:28

  9. Meine Eingangsfrage wurde leider immernoch nicht beantwortet, dabei finde ich diese gerade wichtig.

    Kommentar von Marcus Cyron am 26. Juli 2011 um 17:27

  10. […] von Wikimedia Deutschland genehmigten Projekte der ersten Runde des Community Projakt Budgets (CPB) bekanntgegeben. Von den 36 eingereichten Projekten wurden 5 (13,9 %) mit einer Förderung bedacht. Von den […]

    Pingback von Community Projekt Budget 1. Runde | Liesels Artikel am 26. Juli 2011 um 22:01

  11. Bei der Befürwortung ging es uns selten um die konkrete Summe. Vielmehr haben wir die Plausibilität der Anträge und ihrer Kosten geprüft. Der Bezug zu Wikimediaprojekten war Grundvoraussetzung, ebenso das Vorliegen einer Kostenplanung. Wer das nicht dabeihatte, ist rausgefallen, selbst wenn wir die Idee mehrheitlich für gut befunden haben. Mehrere Anträge wurden von uns abgelehnt, weil wir in gewissen Fragen den Willen der Community kennen und diesen durchgesetzt haben, auch wenn das nicht mit privaten Meinungen Einzelner von uns übereinstimmte. Bei mehreren Anträgen haben wir es schlicht nicht gewagt, zu entscheiden. Hier ist ein Meinungsbild in Vorbereitung, welches wir der Community zur Entscheidung vorlegen werden.

    Der Ausschuß hat mehr als diese 5 Projekte befürwortet. Die „Differenz“ sind allerdings keineswegs einfach Ablehnungen durch den Vorstand. Inhaltliche und organisatorische Bedenken sind zu berücksichtigen. So kann der Buchscanner als Leihgerät sinnvoller sein, sowas muß erst geprüft werden. Die Anträge sind nicht vom Tisch sondern auf Eis. Dies soll auch durch meine Unterschrift hier oben deutlich werden, das ist kein Alleingang des Vorstandes.

    Kommentar von Ralf Roletschek am 26. Juli 2011 um 22:57

  12. Danke. Das macht alles etwas transparenter. So soll es sein :).

    Kommentar von Marcus Cyron am 27. Juli 2011 um 00:50

  13. Eine Idee für das Frauenprojekt:

    Es gibt einige Innovationsseiten, auf denen man für wenig Geld ‐ oder als gemeinnütziger Verein möglicherweise sogar kostenlos ‐ eine Ideensuche zu diesem Thema starten kann. Zum Beispiel: http://www.atizo.com .

    Kommentar von Gert Buschmann am 27. Juli 2011 um 02:14

  14. glückwunsch! besonders freut mich, dass alle projekte irgendwie ganz anders sind, als das was wmde sonst gewöhnlich so macht. das spricht wirklich für das CPB wie auch für den ausschuss.

    Kommentar von poupou am 27. Juli 2011 um 20:49

  15. […] von Olaf Simons zu einer geplanten Bibliographisch archivalischen Datenbank teilgenommen. Das von Wikimedia Deutschland geförderte Projekt lässt sich in den größeren Rahmen der Idee von “WikiData” […]

    Pingback von Wikimedia-Projekt Bibliographisch archivalische Datenbank « Jakoblog — Das Weblog von Jakob Voß am 10. September 2011 um 10:51

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