Niederlande: 12.000 Bilder ohne Profis

„War das eure Jahreshauptversammlung?“, fragte Liam Wyatt, der Samstagabend beim Abendessen der NL-Wikimedianer hineinschneite. Nicht wirklich, bekam er zur Erklärung, …

  • Ziko
  • 14. Oktober 2010

Hay Kranen (links) bei einer Pressekonferenz im September. Das Nationaal Archief hatte über 1000 Bilder aus der niederländischen Zeitgeschichte freigegeben und dazu Wikimedianer und Zeitzeugen eingeladen.

„War das eure Jahreshauptversammlung?“, fragte Liam Wyatt, der Samstagabend beim Abendessen der NL-Wikimedianer hineinschneite. Nicht wirklich, bekam er zur Erklärung, denn es gibt mehrere Mitgliederversammlungen im Jahr. Für Menschen aus größeren Ländern hört sich das überraschend an, aber die meisten Niederländer können Utrecht innerhalb von zwei Stunden erreichen.

Am 9. Oktober vor der Mitgliederversammlung gab es ein Brainstorming zum diesjährlichen Fundraiser. 15 Mitglieder sprachen über allgemeine Grundsätze, mit einer nützlichen Einführung und unter Vorsitz von Lodewijk Gelauff. Die Versammlung startete dann um 15 Uhr mit 21 Leuten. Hay Kranen verließ den Vorstand nach dreieinhalb Jahren. Nach einer Reglementsänderung, dass der Vorstand bis zu sieben Mitglieder haben darf, wurden zwei neue Vorstandsmitglieder gewählt: Maarten Brinkerink (live aus Berlin via Skype) und Siebrand Mazeland, der Sechs-Millionen-Edits-Mann.

Als Hay sein Farewell aussprach, erhielt er von Marco Swart eine herzerwärmende Rede und von Marianne Korpershoek rote Rosen, mit Hinblick auf die vielen „Wiki loves“-Projekte, die Hay mit auf den Weg gebracht hat. Das schließt Wiki loves monuments von September 2010 mit ein. Es hat mehr als 12.000 Fotos von Reichsdenkmälern (meist Gebäuden) eingefahren. Hay zufolge werden die Gewinner des beigehörigen Wettbewerbs gegen Ende Oktober bekannt sein.

Bezahlte Mitarbeiter lassen noch auf sich warten

Leider dauert es noch ein wenig bis zur Professionalisierung der WM-NL, kündigte Marianne an. Übrigens wurde ein Teil des Geldes bewilligt, das der Verein von der WMF gebeten hatte. Ein anderes Thema war die beste Möglichkeit, Geld aus den Niederlanden in die USA zu überweisen. Paul Becherer sagte, dass er eine baldige Antwort vom Finanzamt erwartet – es geht um die Gemeinnützigkeit der WMF.

Weitere Pläne für die Zukunft: Am 20. November 2010 gibt es ein Treffen für interessierte Mitglieder, das über die Wikimedia-Welt informieren soll. Im Januar steht ein „Bootcamp“ für Museumsmitarbeiter an, und eine Mitgliederversammlung wird – nach dem Fundraiser – das Budget für 2011 feststellen.