12:30 Uhr: Mathias regt sich im Chat auf. Er ist gerade auf die Meldung „Wikipedia kontert Angriff von Google mit eigener Suchmaschine“ im Presseportal gestossen. In der per ots verteilten Vorabmeldung der Zeit steht Unsinn:

Wikipedia kontert Angriff von Google mit eigener Suchmaschine

Hamburg (ots) – Die Online-Enzyklopädie Wikipedia will mit einer eigenen Suchmaschine auf den Angriff des Mitbewerbers Google antworten. Google hatte die Einführung eines kostenlosen Internetlexikons angekündigt, das die Benutzer wie bei Wikipedia selbst zusammenstellen. […]

Es folgen umgehend (unabhängig voneinander) Anrufe von Mathias und mir bei der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Welt. Während zuerst gemauert wird „Die Meldung wurde schon gesendet und eine Korrektur wird von uns nicht vorgenommen.“ fordern wir umgehende Nachbesserung und weisen daraufhin, dass eine Vielzahl von Punkten schlichweg falsch sind – im besonderen die Aussagen „Wikipedia kontert Angriff von Google mit eigener Suchmaschine“ und „Die Online-Enzyklopädie Wikipedia will mit einer eigenen Suchmaschine auf den Angriff des Mitbewerbers Google antworten.“

13:30 Uhr: Während die Zeit (sehr fix) eine Korrekturmeldung herausgibt, verbreitet sich die Falschinformation schnell in den verschiedensten Publikationen und wird auch von der dpa weiterverbreitet.

Wie so häufig besteht die Lösung für das Problem also nicht alleine darin, die Quelle zu korrigieren, sondern auch dafür zu Sorgen, dass sämtliche Drittverwerter ihre Beiträge korrigieren. Dies kann allerdings nicht vorrangig die Aufgabe von uns sein, sondern sollte von dem Verbreiter der Falschmeldung ausgehen. Viele Drittverwerter weigern sich auch, auf „Zuruf von außen“ Texte zu korrigieren, die sie in dieser Form von Presseagenturen zugesendet bekommen haben. Hier kann nur der Versender direkt einwirken.

17:00 Uhr: Das Fazit: Bisher viel Arbeit und die Korrekturquote ist zum jetzigen Zeitpunkt noch „übersichtlich“.