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Archiv für die ‘Wiki loves Monuments’ Kategorie



Zugang gestalten heißt miteinander reden

Berlin, 24. Oktober 2012. Die Dokumentation der Restauration der Vasari Kuppel in Florenz ist verloren. Die mit öffentlichen Mitteln bezahlten tausende Fotos in hoher Auflösung und erstaunlicher Detailschärfe sind samt der sie erschließende Datenbank dem Orkus des Vergessens anheimgegeben. Die Zugänge zu den Daten sind mit der Insolvenz der mit der Dokumentation beauftragten Firma unwiederbringlich verloren gegangen. So dramatisch startete das Plädoyer des Wissenshistorikers Jürgen Renn für den freien Zugang zum Wissen auf der Berliner Konferenz “Zugang gestalten – Mehr Verantwortung für das kulturelle Erbe.”


Pavel Richter in “Freies Wissen in der Zukunft” auf der Konferenz Zugang gestalten:

  • “Es ist unser aller kulturelles Erbe
  • Wir sind (aktive) Nutzer, nicht Betrachter
  • Es sind viele Kontexte möglich
  • Ich weiß auch etwas”

Zwei Tage lang tagten ca. 200 Vertreter verschiedenster Kultureinrichtungen aus ganz Deutschland im Glashof des Jüdischen Museums in Berlin zum Thema “Das kulturelle Erbe digitalisiert nutzbar machen”. Die eben von Wikimedia vorgelegte Broschüre selben Titels fand bei dieser Gelegenheit erste willige Abnehmer. Den meisten der anwesenden Galeristen, Bibliothekare, Archivare und Museumsdirektoren (kurz im englischen Akronym GLAM) ging es offenkundig um das Wie, statt nur um das Ob.

Das Cover der neuen Wikimedia Broschüre für GLAMs (Albrecht Dürer: Adam and Eve, 1504, Engraving. Bild von Max Lisewski, CC-BY-SA 3.0 (Als Bearbeitung der Version von Scewing, gemeinfrei)) 

 


Natürlich erleben nach wie vor viele die geltenden Bestimmungsgeflechte im Urheberrecht als verunsichernd und hemmend, aber gleichzeitig zeigten die positiven Reaktionen auf die vorgestellten Praxisbeispiele die große Bereitschaft sich auf das Abenteuer “Freies Wissen” einzulassen. Der Publikumspreis für das beste Praxisprojekt ging mit knapper Mehrheit an das Filmprojekt “First we take Berlin”, gefolgt von “The Mobile Museum”, und Europeana 1914 – 1918. Letzteres lädt Menschen in ganz Europa ein, ihre eigenen Familienerinnerungen zum Ersten Weltkrieg der Allgemeinheit digital zugänglich zu machen.

Wikimedia Deutschland war eigentlich nur Mitveranstalter, dennoch Wikipedia und andere Wikimedia Projekte waren nicht nur bei den Wikimedianern Pavel Richter, Vorstand WMDE, Marcus Cyron, Wikipedian in Residence am Deutschen Archäologischen Institut, Lennart Guldbrandsson, Wikipedian in Residence an der schwedischen Nationalamt für Kulturelles Erbe, im Fokus ihres Vorträge. Sie dienten auch vielen anderen Referenten als Beleg für gelungene Umwandlung von digitalisierten Daten zu Information und der aktiven Weiternutzung.

Kathrin Passig in “Alles Crowd alles gut?”auf der Konferenz “Zugang gestalten”:


“Fast die Hälfte der deutschen Museen arbeitet mit Ehrenamtlichen zusammen, insgesamt waren das im Jahr 2003 über 30.000 Menschen. Was ist daran jetzt neu? Neu ist, dass digitale Werkzeuge diese Zusammenarbeit vereinfachen können und vor allem dabei helfen, viel größere und auch überregionale Helfergruppen als bisher zu erschließen. Das ermöglicht eine flexiblere Zeiteinteilung für diese Freiwilligen, man kann sich also öfter mal eine halbe Stunde nach Feierabend beteiligen anstatt einmal die Woche vier Stunden. Das macht die Mitarbeit auch für Leute attraktiv, die keine Rentner sind.

Und neu ist auch, dass dadurch erstmals sichtbar wird, wie groß eigentlich die Menge an Zeit ist, die Menschen bereitwillig zu Projekten beisteuern, für die sie nicht bezahlt werden. Clay Shirky hat 2010 geschätzt, dass in der Wikipedia 100 Millionen Stunden stecken.”


Neben der Wikipedia natürlich auch Wiki Loves Monuments. In diesem Jahr mit dem Guiness World Record ausgezeichnet und das Vorjahresergebnis mit  weltweit 366.110 Fotos von denkmalgeschützten Bauten wiederum toppend. Alles kreative Frucht von Laien und Enthusiasten schwärmte Andreas Lehne vom Bundesdenkmalamt Österreich.  Joseph Pugh, Referent vom britischen Nationalarchiv, beigeisterte das GLAM-Publikum im Glashof für die Idee doch offen und neugierig zu schauen, was passiert, wenn “others play with my toys”. Es ist faszinierend wie zum Beispiel aus alten Logbucheinträgen perspektivisch Hochrechnungsmodelle für Klimaentwicklungsvoraussagen erwachsen können. “When we start talking – and I mean real talking – than people start asking [and that is when] we will find out, that them out there in the internet is just an awful lot of us.”, resümierte Pugh.

Die anschließende vom Podium ins Publikum überleitende Abschlussdiskussion und der rege Austausch in den Konferenzpausen machte es deutlich: Jetzt geht es um konkrete Umsetzung. Okay, vielleicht erst mit gemeinfreien Objekten und vielleicht nicht alle Daten auf einmal, aber es geht um das gemeinsame Machen. Die Konferenz endete mit dem dringenden Appell an die Politik, dass die Verantwortung für das kulturelle Erbe eben auch bedeutet, die Finanzierung ihrer Digitalisierung sicherzustellen, um so das kulturelle Erbe als einen lebendigen Wert zu erhalten.

In den folgenden Wochen und Monaten werden wir hier und auf der GLAM-Seite über die konkreten Projekte berichten.

 

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Weltrekord für Wiki Loves Monuments

Teilnehmerländer Wiki Loves Monuments 2012 (Foto: Cirdan, CC0, via Wikimedia Commons)

Doppelte Glückwünsche an alle ehrenamtlichen Helfer und Fotografen des diesjährigen internationalen Fotowettbewerbs Wiki Loves Monuments (WLM)!  Der aktuelle Wettbewerb endete am letzten Septembertag mit unglaublichen 350.000 Fotos von Denkmalen für Wikipedia. Jetzt wurde noch dazu das Ergebnis des Jahres 2011 als Weltrekord für einen Fotowettbewerb anerkannt: Im Jahr 2011 haben mehr als 5.000 Teilnehmer aus 18 Ländern an Wiki Loves Monuments teilgenommen. Gemeinsam erstellten sie 168.208 Fotodateien unter freier Lizenz, die in Wikipedia und anderen Projekten frei verwendet werden können.

Anders als im letzten Jahr machten sich 2012 nicht nur Enthusiasten aus Europa auf, um Denkmale für den Wettbewerb abzulichten. Durch die weltweite Teilnahme liegen dieses Jahr im Ergebnis mehr als zwei Mal so viele Bilddateien vor als in 2011. Das ist ein ebenso kurioser wie bewundernswerter Umstand für Wiki Loves Monuments und den frischen Weltrekord, denn schon jetzt ist klar, dass der Wettbewerb diese Marke in den letzten Tagen bereits wieder übertroffen hat. Während zunächst die 168.208 Dateien aus 2011 gefeiert werden können, steht also WLM 2012 schon in den Startlöchern, um die eigene Messlatte höher zu legen.

Und noch etwas Besonderes: Nach Wiki Loves Monuments ist natürlich vor Wiki Loves Monuments, aber in diesem Jahr gibt auch noch ein dazwischen. Zu den 34 Teilnehmerländern stieß zur Mitte des Wettbewerbsmonats September noch Israel. Durch den verspäteten Anfang wird dort noch bis zum 15. Oktober fleißig fotografiert.

Das Team der internationalen Organisatoren hat aus Anlass des Weltrekords eine Pressemitteilung herausgegeben. Eine Version in deutscher Sprache findet Ihr in unserem Pressearchiv. Erlebnisberichte von Teilnehmern aus Deutschland können in einer kleinen Serie hier im Blog nachgelesen werden.

 

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Am Limes mit Hund

Auch wenn es schon wieder fast eine Woche her ist, ein Nachbericht zum 4. Limes-Workshop, der 2012 im Odenwald statt fand.

Die ersten Teilnehmer trafen am 27. Oktober in Hesselbach ei, wo der “harte Kern” der Teilnehmer für die nächsten Tage in einer Pension untergebracht war. Am Morgen des folgenden Tages ging es schließlich los. Nur wenige Meter entfernt fanden sich die letzten Spuren des Kastells Hesselbach, es folgten das Kleinkastell Seitzenbuche, das Kleinkastell Zwing und das Kastell Würzberg sowie mehrere Wachtürme. Mittags hielt einer der Mitstreiter einen Vortrag zum Limes in den römischen Quellen.

Der zweite Tag begann mit einem Gang durch Hesselbach – es ist immer praktisch wenn man Jemanden kennt, der Jemanden kennt, der den Schlüssel zur barocken Dorfkirche hat. Es ist überraschend, wie viele Denkmale ein Dorf von 180 Einwohnern hat. Interessant auch für die Nichthessen war, die Apfelernte für den Äppelwoi zu beobachten. Mittags gab es wieder einen Vortrag, dieses Mal in Vielbrunn von zwei Veteranen des Heimat- und Geschichtsvereins Lützelbach. Nach dem Mittag folgte vor allem für die “Provinzialrömer” unter den Teilnehmern mit dem nach neuesten Erkenntnissen restaurierten Limeswachturm Wp 10/15 einer der Höhepunkte. Den Rest des Tages einschließlich des Abends verbrachte die Gesellschaft, mittlerweile sogar zum Teil mit familiärem Anhang, in der Römischen Villa Haselburg. Nach der kompetenten Führung durch den Vorsitzenden des Trägervereines wurde gegrillt, gespeist und geredet.

Der dritte Tag war Osterburken vorbehalten. Am Vormittag schauten sich die Teilnehmer das Teilrekonstruierte Kastell Osterburkenan, Nachmittags das Römermuseum Osterburken.

Soweit die kalten Fakten. Sie können allerdings nicht den Spaß aufzeigen, den die Teilnehmer wohl durchweg hatten. Neben dem schon erwähnten harten Kern von Teilnehmern vor allem aber nicht nur aus der Wikipedia stießen immer wieder andere Teilnehmer für kürzere oder auch längere Zeit hinzu. Das waren zum Teil Wikipedianer, zum Teil Archäologen aber auch Mitarbeiter der örtlichen Touristikinformation, Heimatforscher und Journalisten. Und wie der grandiose Organisator Hartmann Linge richtig anmerkte: alle trugen auf ihre Weise zum Gelingen der Veranstaltung bei, die in einem überaus konstruktiven Umfeld statt fand. Nicht umsonst haben die Mitarbeiter in der Wikipedia mit ihren mittlerweile mehr als 300 Artikeln zu römischen Limeskastellen eine Artikel-Perlenkette geschaffen. Dafür auch noch einmal an dieser Stelle einen großen Dank an den harten Kern der “Limes-Autoren”. Ihr seid Klasse! Und auch außerhalb der Wikipedia wurden die Leistungen schon wahr genommen. Derzeit wird in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Archäologischen Institut an einer virtuellen Karte des gesamten Römischen Limes gearbeitet. Auch das war natürlich Thema der Tagung.

In diesem Sinne noch einmal einen großen Dank an alle Teilnehmer, an den Organisator und Reiseführer Hartmann Linge, Haselburg-Müller für die Führung und die Organisation auf der Haselburg (und natürlich auch die eingesprungenen Führungen zwischendurch), an die Referenten und die örtlichen Helfer. Dank auch an Wikimedia Deutschland für die unkomplizierte und schnelle Unterstützung. Ohne diese Hilfe wären Veranstaltungen dieser Art mittlerweile nicht mehr vorstellbar und in diesem Sinne auch dank an die Spender, die es möglich machen, daß wir am Ende noch bessere Artikel schaffen können und bessere Bilder machen können. Auf Commons liegen mittlerweile auch schon knapp 750 Bilder vom Treffen.

Achja – und der Hund? Hartmanns Neufundländer-Teenager Angelo (ANGELINO!!!) war so etwas wie ein Maskottchen, der uns immer begleitete, ob zum Jagen von Mäusen in Gastwirtschaften oder zum Anpinkeln von Obstsäcken. Beides tat im übrigen er allein ;).

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Wiki Loves Monuments – “Vergesst nicht die Steine!”

Endspurt! Die letzte Woche für Wiki Loves Monuments 2012 (WLM) läuft. Noch bis zum Sonntag, den 30. September, werden in der ganzen Welt Fotos von Denkmälern für Wikipedia im internationalen Wettbewerb gemacht. Hier im Blog berichten einige der ehrenamtlichen Fotografen von ihren Erlebnissen. Der regionale Wettbewerbsteil „Wiki Loves Monuments in Wuppertal“ wurde vom Wikipedia-Autor Atamari ins Leben gerufen. Ziel ist es, Wiki Loves Monuments in der bergischen Großstadt bekannt machen. Wie es ist, in der Freizeit so ein ehrenamtliches Projekt zu planen und durchzuführen, berichtet Atamari. Ein ermutigender Aufruf für alle, die im nächsten Jahr vielleicht auch ein regionales WLM-Projekt starten wollen:

Die Untere Denkmalbehörde von Wuppertal hat rund 4500 Bauwerke als Denkmäler ausgewiesen. Mit dieser Zahl wird sie in Nordrhein-Westfalen nur von Köln übertroffen. In den beiden Zentren Barmen und Elberfeld sind kriegsbedingt nur wenige alte Gebäude erhalten geblieben, und das Verständnis für den Denkmalschutz erwachte in dieser Stadt erst Ende der 70er und Anfang der 80er Jahre.

Als der Organisator von Wiki Loves Monuments in Wuppertal meine ich, dass man die Wuppertaler Bürger mobilisieren sollte, die Stadt bei diesem Wettbewerb gut zu präsentieren. Eine Aktionsseite in der Wikipedia und eine eigene Facebook-Seite waren relativ schnell erstellt. Schwieriger war es, Mitstreiter zu finden und den Rahmen der Aktionen im September genau zu definieren. Kurz vor dem Monatswechsel zum September hatte ich eine entsprechende Mitteilung des Wettbewerbs an die lokalen Medien verteilt. Ein Onlinemedium hatte dies umgehend am nächsten Tag veröffentlicht und die Wuppertaler Rundschau, ein Anzeigenblatt mit einer Auflage von mehr als 350.000, dann kurz vor dem nächsten Wochenende auf der Seite 3.

„200 Jahre Allee“, der passende Rahmen für Wiki Loves Monuments. (Foto: Nicola, CC-BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons)

In Wuppertal wurde am Wochenende des 8./9. September mit einem Straßenfest „200 Jahre Allee“ ganz groß der Geburtstag der Friedrich-Engels-Allee gefeiert. In dieser Straße im Wuppertaler Stadtteil Unterbarmen kam auch Friedrich Engels zu Welt, der thematisch in das Fest mit einbezogen wurde. Am Sonntag, dem 9. September 2012, gleichzeitig Tag des Denkmals, fand die Teilveranstaltung des 5. Wuppertaler Geschichtsfest im Hof des Gebäudeensembles des Museums für Frühindustrialisierung und Engels-Hauses statt. Hier hatten wir, also die Vertreter der Wikipedia, auch einen Stand.

Durch den Mitarbeiter des Historischen Zentrums Reiner Rhefus, der einen Teil der Gesamtplanung des Straßenfest „200 Jahre Allee“ beitrug, wurde uns die Teilnahme an ermöglicht. Dieses Geschichtsfest war eine Veranstaltung, an dem sich zahlreiche Wuppertaler Geschichts- und Bürgervereine beteiligt hatten. Beispielhaft ist hier die Bleichergruppe des Langerfelder Bürgervereins zu erwähnen, die mehrmals am Tag das Handwerk des Garnbleichens aus der Frühen Neuzeit demonstrierte. Herr Rhefus organisierte einen Pavillon inklusive zweier Stehtische für uns mit: Dafür möchte ich mich an dieser Stelle bei ihm noch mal herzlich danken.

Am Sonntagmorgen schmückte ich den Stand. Ich hatte mich mit drei Bildern aus Wiki Loves Monuments 2011 vorbereitet, die ich als Poster in einem Fotolabor entwickeln ließ. Weiter hatte ich zahlreiche Wikipedia- und WLM-Logos in DIN-A3-Größe und andere Blätter in der gleichen Größe mitgebracht. Mithilfe weiterer Wikipedianer konnte der Pavillon in einen attraktiven Zustand gebracht werden.

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Wiki Loves Monuments – Auto statt Denkmal

Kein Denkmal, aber eine denkwürdige Entdeckung für Wikipedia. (Foto: Pappnaas666, CC-BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons)

Wer kennt das nicht? Eigentlich sollte ja nur diese eine Sache in der Wikipedia nachgelesen werden, aber eine halbe Stunde später studiert man immer noch. Gesucht wurde vielleicht die Biografie eines Musikers, nach ein paar Klicks geht es nun plötzlich um das Sonnensystem. In der freien Enzyklopädie kommt man trotzdem nicht vom sprichwörtlichen Hölzchen aufs Stöckchen, eher von Tür zu Tür. Das gilt für die Leser, die gerne durch die mittlerweile 1,4 Millionen Artikel in deutscher Sprache stöbern, aber auch für die zahlreichen Artikelschreiber selbst. Manch einer beginnt durch Zufall einen Artikel, obwohl er ein ganz anderes Thema bearbeiten wollte. Und so kann es auch passieren, dass ein Teilnehmer von Wiki Loves Monuments 2012 ein Denkmal fotografieren will, dann aber mit dem Schnappschuss eines besonderen Autos nach Hause kommt:

Nach der hartnäckigen Entdeckung der Zirkelwand hier eine weitere Geschichte der ehrenamtlichen Helfer des größten Fotowettbewerbs der Welt.

 

Da schlich ich doch um eine alte Wegekapelle in Köln Esch/Auweiler herum und wurde prompt von einem Anwohner angesprochen, was ich denn da machen würde. Also habe ich meinen Spruch brav aufgesagt, von wegen ein Bild von jedem Denkmal für die Wikipedia etc. Nein, ich dürfe die Kapelle nicht fotografieren, meinte er, …und ich hielt eine theatralische Brandrede dagegen. Nun machen in diesem frühen Stadium Unterhaltungen unter Rheinländern manchen Auswärtigen des Öfteren Angst und lassen sie schon nach dem Handy nesteln, um schneller den Notruf wählen zu können; aber weit gefehlt, denn “so simmer halt”. Das ist “normaaal”.

Wir haben uns wirklich klasse unterhalten und nun kommt es: Der Herr zeigte mir ungefragt seinen größten Schatz, welcher unter einer Plane im Hof verborgen war. Ein tiptop restaurierter Opel Typ 1397 von 1937! Und er ließ ihn für mich auch mal an. Was für ein Sound!

So kann es einem ergehen, beim Denkmalfotografieren für Wiki Loves Monuments!

Für Wiki Loves Monuments endet die Geschichte dieses Fotos hier, für Wikipedia beginnt sie erst. Im Austausch mit einem Wikipedianer aus dem Themenportal Auto und Motorrad wird erst die Anekdote geschildert, dann über den Typ des abgebildeten Opels diskutiert. Seitennotiz:

“Die horizontalen Sicken in den hinteren Kotflügeln könnten auf den Einfluss von Ford hindeuten.”

Schließlich der entscheidende Schritt: Zwei Anfragen bei Experten in der Wikipedia bestätigen, dass es sich um den Opel Typ 1397 handelt, von dem es bislang noch keine Fotos für Wikipedia gegeben hat. Prompt werden die Bilder der unverhofften Entdeckung in einer eigenen Bildersammlung zum passenden Artikel eingebunden. Diese so genannten Galerien werden im freien Medienarchiv Wikimedia Commons angelegt und sind in der Regel im Abschnitt “Weblinks” von Wikipedia-Artikeln anklickbar. Nachgucken lohnt sich!

 

Mitgemacht!

Selbst für Wiki Loves Monuments auf der Suche nach Denkmälern, die noch nicht in der Wikipedia abgebildet sind? Wir freuen uns, wenn Ihr Eure Geschichten hier im Blog teilen wollt. Eine kurze E-Mail an michael.jahn@wikimedia.de genügt!

Und natürlich: Noch bis zum 30. September kann jeder bei Wiki Loves Monuments mitmachen. Weitere Informationen gibt es auf der deutschsprachigen Wettbewerbsseite.

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Wiki Loves Monuments: Halbzeit mit 150.000 Bildern

Es gibt sie eben doch, die Zirkelwand in der Wilhelma. (Foto: Brücke-Osteuropa, CC0 1.0, via Wikimedia Commons)

In der Wikipedia steht, worin der Unterschied zwischen einem Bergfest und einer Halbzeit liegt. So oder so, der größte Fotowettbewerb der Welt geht in die zweite Hälfte. Noch bis zum Monatsende machen Ehrenamtliche bei Wiki Loves Monuments 2012 Fotos von Denkmälern, mit denen die Wikipedia bebildert werden kann. Bereits heute wurde die Zahl von 150.000 hochgeladenen Dateien erreicht. Offensichtlich kann die Rekordmarke aus dem vergangenen Jahr bis zum 30. September noch einmal übertroffen werden. Das ist schon jetzt ein toller Erfolg für die Aktion der Fotografen aus über 30 Ländern. Herzlichen Glückwunsch!

Wenig offensichtlich ist, wie viel Engagement eigentlich in diesen 150.000 Fotos liegt. Die Zahl ist so groß, dass sie weder vorstellbar ist noch richtig gewürdigt werden kann. In ganz Deutschland, europaweit und quer durch die Welt machen sich Menschen in ihrer Freizeit auf, um von Denkmal zu Denkmal zu ziehen. Manchmal finden sie nicht, was sie suchen. Manchmal kommt es ganz anders als geplant. Oft treffen sie andere Menschen, mit denen sie ins Gespräch kommen. Das ist, was hinter der ständig steigenden Zahl von Fotos steckt. In diesem Blogbeitrag teilen wir deshalb eine erste Geschichte von vielen, die Fotografen für Wiki Loves Monuments erleben, bevor ihre Arbeit zu einer von 150.000 und mehr Dateien wird. Weitere folgen in den nächsten Tagen.

 

Ein Wikipedianer auf der Suche nach der “Zirkelwand”:

Besonders spannend wird es für mich, wenn ich nach ungewöhnlichen Denkmalen suche, so zum Beispiel in den letzten Wochen in der Gegend von Pirna (Sachsen) nach einem bei königlicher Jagd genutzten “Trogbrunnen” im Walde von Graupa, nach einer “Pestplatte” im Wald von Hinterjessen, nach einem einzigartigen “Dampfschiff” auf der Elbe oder einer “Milchrampe” in Pratzschwitz. Am häufigsten fotografiert man ja Wohnhäuser, was ja auf die Dauer auch langweilig werden kann. In der Denkmalliste von Stuttgart fand ich neulich ein neues Objekt meiner Begierde. Dort ist verzeichnet: “‘Zirkelwand’ (Teil der Wilhelma)”. Also bewegte ich mich in einen der schönsten Zoos, die Deutschland hat und erkundigte mich bei der Einlasskontrolle nach jener denkmalgeschützten “Zirkelwand”. Der jüngere Mitarbeiter der Wilhelma antwortete, er habe davon noch nie etwas gehört. Der ältere Kollege, der schon 20 Jahre bei der Wilhelma arbeitet, musste auch passen. Aber er gab mir einen Tipp:

 “Schauen Sie doch mal bei Wikipedia nach.”

Da musste ich doch innerlich sehr lachen. Ich ging also – was die Zirkelwand betrifft – mit leeren Händen nach Hause und wollte mal googlen, um doch noch den Standort zu finden. Aber nur diese Stuttgarter Denkmalliste kennt dieses Objekt. Da sah ich ganz schön alt aus. Weil mir das aber keine Ruhe ließ, zog ich heute erneut in die Wilhelma und fand neben der geschützten Terrakotta-Wand eine andere bogenförmige Wand, die das Wilhelma-Theater rechts und links umgibt. Ich bin mir nun sicher, in wenigen Tagen werden Wikipedia / Commons und Google das Foto einer denkmalgeschützten “Zirkelwand” in ihrem Repertoire haben.

- (Anmerkung: geschafft, siehe Foto!)

 

Selbst für Wiki Loves Monuments auf der Suche nach Denkmälern, die noch nicht in der Wikipedia abgebildet sind? Wir freuen uns, wenn Ihr Eure Geschichten hier im Blog teilen wollt. Eine kurze E-Mail an michael.jahn@wikimedia.de genügt!

Und natürlich: Jeder kann bei Wiki Loves Monuments mitmachen. Weitere Informationen gibt es auf der deutschsprachigen Wettbewerbsseite.

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Mission: Kultur – Barbara Fischer verstärkt Wikimedia Deutschland

Babara Fischer, CC-BY-SA 3.0, Foto: Phillip Wilke

Spätestens, seit die deutsche Wikipedia-Community über eine eigenständige Plattform verfügt, um ihre Outreach-Aktivitäten im kulturellen Sektor nachzuhalten, haben wir auch im Verein entsprechende Überlegungen angestellt, wie wir die Kooperationen mit Museen, Bibliotheken, Archiven oder wissenschaftlichen Einrichtungen intensivieren und vor allem systematischer ausbauen können. Das Reizvolle an Kooperationen mit kulturellen Einrichtungen ist ihre Nachhaltigkeit: Im Optimalfall entstehen über vertrauensbildende Maßnahmen und Türöffner-Projekte langfristige Austauschbeziehungen, die der digitalen Wissensallmende qualitativ hochwertige Werke hinzuzufügen.

Kulturpartnerschaften erfordern vor allem ein gutes Verständnis von der Arbeit in den entsprechenden Institutionen, eine Sprache und Herangehensweise, die sich im Einzelfall sehr vom “Wiki-Style”, also einem schnellen und ergebnisoffenen Ansatz, unterscheiden kann. Häufig benötigen Institutionen für ihre Entscheidungen die Einbeziehung der Verwaltung und die Zustimmung von Gremien, Schwerpunktsetzungen und strategische Ziele werden zumeist mit einem großen zeitlichen Vorlauf getroffen. Es gibt große Unterschiede in punkto Tempo, Mentalität und Expertise. Kulturpartnerschaften sind in diesem Sinne immer wechselseitige Lernerfahrungen, für die Seite der professionellen Vermittler ebenso wie für die Seite der Förderer des Freien Wissens.
Mit Barbara Fischer glauben wir, die ideale Frau für diesen Brückenbau gefunden zu haben. Seit dieser Woche arbeitet sie als Kuratorin für Kulturpartnerschaften für Wikimedia Deutschland. Ihre Aufgabe wird es künftig sein, die GLAM-Aktivitäten aus der deutschen Community unterstützend zu begleiten sowie weitere Initiativen zu entwickeln. In den folgenden Monaten ergänzt sie zusätzlich das internationale “Wiki Loves Monuments”-Team beim Roll-out des Wettbewerbs 2012. Hier bringt sie ihre Erfahrungen aus der Öffentlichkeitsarbeit des Tag des offenen Denkmal Berlin ein.

Barbara arbeitet seit Beginn der 90er Jahre als Netzwerkerin und Kulturmanagerin. Sie war Geschäftsleiterin der größten Berliner Autorenvereinigung, baute verschiedene Netzwerke wie Der Wedding lebt! auf und initiierte und leitete verschiedene Partizipationsprojekte wie Schatzsuche Wrangelkiez, Mind and Jump the GapsRed Latinoamericano de Arte para la Transformacion social  oder die Akademie unter Bäumen der Stiftung Genshagen.

Barbara freut sich auf ihre Tätigkeit in einem ganz neuen Kontext:

Wissen und Teilhabe miteinander zu verbinden, ist für mich ein Riesenschritt für die Gesellschaft. In vielen kulturellen Einrichtungen lagern unendliche viele Bits an Information, die nur beschränkt zugänglich sind. Diese Schätze öffentlich zugänglich zu machen, motiviert mich enorm. Es gibt auf lokaler Ebene bereits viele gute Ansätze und erste erfolgreiche Partnerschaften, die durch das ehrenamtliche Engagement der Wikipedianer entstanden sind. Das ist toll. Hierbei möchte ich mich gerne einklinken. Wir sollten gemeinsam versuchen, diese Initiativen noch besser nach außen zu kommunizieren und sie zu einem flächendeckenden Netz zu erweitern. Genau so sehe ich auch meine Rolle bei Wiki loves Monument. Nach jahrelanger Erfahrung im Management auch großer internationaler Projekte freue ich mich darauf, bei so einem wunderbaren Vorhaben, das Photographie, Baudenkmäler und Netzkultur miteinander verbindet, mitwirken zu dürfen.

Wer mit Barbara direkt in Kontakt treten möchte, kann dies hier tun.

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Wiki Loves Monuments… 2012 weltweit!

Dies hier ist eine freie Übersetzung (mit ein paar Ergänzungen von mir) der Mail, die Lodewijk Gelauff, Maarten Dammers und Tomasz Kozłowski anlässlich Wiki Loves Monuments 2012 über verschiedene Mailinglisten geschickt haben:

Einige Organisatoren von Wiki Loves Monuments 2011 trafen sich vor ein paar Wochen im wunderschönen Amsterdam, um den vergangenen Wettbewerb zu evaluieren und die ersten Schritte für 2012 einzuleiten.

WLM Evaluation Amsterdam-6095
Foto: Raimond Spekking (via Wikimedia Commons) / CC-BY-SA 3.0

Erstes und wichtigstes Ergebnis:
Es wird auch 2012 ein Wiki Loves Monuments geben – und wenn genug Interesse besteht, gehen wir dieses Mal von der europäischen auf die internationale Ebene!

Jetzt gilt es heraus zu finden, welche Chapter und Personen potentielles Interesse an einer Fortsetzung im eigenen Land haben. Einige haben schon gespannt auf diese Chance gewartet, einige klären noch die Rahmenbedingungen und andere werden hoffentlich durch diese Mails motiviert, an Bord zu kommen.

Worum geht’s?

Wiki Loves Monuments ist ein Fotowettbewerb, der 2010 in den Niederlanden und 2011 europaweit durchgeführt wurde. Der Wettbewerb ruft eine breite Öffentlichkeit auf, den ganzen September lang Bilder von historischen Bauwerken/Denkmälern auf Wikimedia Commons zu laden. Dabei wird der Wettbewerb in seiner förderalen Struktur von Freiwilligen und Chaptern in jedem teilnehmenden Land eigenständig durchgeführt. Aus den besten Bilder aller Ländern werden dann die europäischen Gewinner gekürt.

Der Wettbewerb war in 2011 sehr erfolgreich. Insgesamt wurden mehr als 165.000 Bilder in 18 teilnehmenden Ländern eingereicht. Das war allein möglich durch die unermüdliche Arbeit von hunderten Freiwilligen, die zum Gelingen auf nationaler und internationaler Ebene beigetragen haben. Die Gewinnerbilder wurden auf wikilovesmonuments.eu und auf Wikimedia Commons veröffentlicht.

15346 Purila mõis
Foto: By Tiigrr (via Wikimedia Commons) / CC-BY-SA 3.0

Neben den beachtlichen Auswirkungen auf Qualität und Reichweite von Denkmälern und kulturellem Erbe war Wiki Loves Monuments eine fantastische Chance, einige unserer wichtigsten Ziele zu erreichen: Insgesamt haben über 4.000 neue Nutzer den ersten, jemals durch die Community ausgelösten Upload-Peak auf Commons ausgelöst: (); außerdem sind viele wertvolle Kooperationen zwischen Wikimedia-Gruppen und -Chaptern mit kulturellen Institutionen und Organisationen entstanden.

Nächste Runde – Wer ist dabei?

Die Mail schließt mit einem Aufruf an Wikimedianerinnen und Wikimedianer auf der ganzen Welt: Habt ihr Lust, Wiki Loves Monuments 2012 in eurem Land zu organisieren und zu gestalten? Wenn ihr mehr wissen möchtet, findet ihr erste Informationen auf der Commons Projektseite – weitere Details folgen.

Als Hauptkanal für Kommunikation und Information steht außerdem allen Interessierten die Mailingliste offen. Ihr seid herzlich eingeladen, hier Fragen zu stellen und mit euch mit den Organisatoren der Vorjahre auszutauschen. Seid mutig und abonniert diese Liste.

Na dann los, meldet euch, wenn ihr Teil dieses großartigen Projektes sein möchtet!

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Hückeswagen: Geocaching im Dienst für Freies Wissen

Norbert Bangert aus Hückeswagen hat uns freundlicherweise diesen Bericht von der Geocaching-Aktion vom vergangenen Wochenende zur Verfügung gestellt. In Hückeswagen wird der NRW-Tag 2013 stattfinden. In Zusammenarbeit mit Wikimedia Deutschland und der deutschsprachigen Community plant die Gemeinde, dort ein Navigationssystem für Sehenswürdigkeiten anzubieten, das sich aus der deutschsprachigen Wikipedia speist.

Zunächst eine kurze Erklärung, was Geocaching überhaupt ist, zitiert aus – na? – Wikipedia.

Geocaching (von griechisch γη, geo „Erde“ und englisch cache „geheimes Lager“ (gesprochen: ['dʒiːoʊ̯kæʃɪŋ], in Deutschland zumeist ['geːokɛʃɪŋ])), auch GPS-Schnitzeljagd genannt, ist eine Art elektronische Schatzsuche oder Schnitzeljagd. Die Verstecke („Geocaches“, kurz „Caches“) werden anhand geografischer Koordinaten im World Wide Web veröffentlicht und können anschließend mit Hilfe eines GPS-Empfängers gesucht werden. Mit genauen Landkarten ist auch die Suche ohne GPS-Empfänger möglich.

Ein Geocache ist in der Regel ein wasserdichter Behälter, in dem sich ein Logbuch sowie verschiedene kleine Tauschgegenstände befinden. Jeder Besucher trägt sich in das Logbuch ein, um seine erfolgreiche Suche zu dokumentieren. Anschließend wird der Geocache wieder an der Stelle versteckt, an der er zuvor gefunden wurde. Der Fund wird im Internet auf der zugehörigen Seite vermerkt und gegebenenfalls durch Fotos ergänzt. So können auch andere Personen – insbesondere der Verstecker oder „Owner“ (englisch „Eigentümer“) – die Geschehnisse rund um den Geocache verfolgen.

Baudenkmal Marktstraße Hückeswagen. Foto: Norbert Bangert CC-BY-SA-3.0 via Wikimedia Commons

„Wann wurde dieses Haus gebaut?“ „Seit wann und warum überhaupt steht das Denkmal auf dem Bahnhofsplatz?“ So oder ähnlich lauten die Fragen von Menschen, die mehr wissen wollen über die Stadt, in der sie wohnen. Helfen kann ein guter Stadtführer oder seit einigen Jahren auch Wikipedia. Hatten zur Entstehungszeit der Online-Enzyklopädie nur die größeren Städte ausführliche Artikel, gibt es mittlerweile für fast jede Gemeinde eine informative Beschreibung. Doch damit nicht genug: Denkmalfreunde in der Wikipedia haben sich zum Ziel gesetzt, jedes eingetragene Denkmal in Text oder Bildform für den Internetnutzer zugänglich zu machen. Ein Beispiel hierfür ist der Fotowettbewerb „Wiki loves momuments“ im September 2011.

Eine andere Idee hatte jüngst der Wikipedia-Benutzer Norbert Bangert aus Hückeswagen. Nachdem Wikimedia Deutschland e.V.– Verein zur Förderung Freien Wissens einen Kooperationsvertrag mit der Stadt Hückeswagen anlässlich des NRW-Tags 2013 unterzeichnet hatte, machten sich die Beteiligten auf die Suche nach Projekten, die bereits vor dem Stichtag in zwei Jahren Werbung für die Idee hinter der Wikipedia machen könnten. Eine davon konnte am Sonntag, 23. Oktober realisiert werden. Gemeinsam mit der Kolpingsfamilie Hückeswagen, dem Verein Bergische Zeitgeschichte (BZG) und der Werbeagentur Liedholz organisierte er eine Geocaching-Aktion, bei der die 15 Teilnehmer speziell die Hückeswagener Denkmäler anlaufen sollten. Natürlich bleiben die Stationen und selbstverständlich auch der Cache geheim, soll dieser doch bis zum NRW-Tag und auch darüber hinaus Bestand haben und Geocacher aus der Region in die Schloss-Stadt locken.

Doch warum steht der Geocache im Dienste von freiem Wissen? Alle in der Vorbereitung des Geocachs ermittelten Koordinaten sollen in die Wikipedia übertragen werden. Und nicht nur die: an einigen der Stationen hielten Mitglieder des Vereins Bergische Zeitgeschichte Vorträge zum Denkmal, diese sollen ebenfalls Bestandteil der Enzyklopädie werden. Wikimedia Deutschland stellte für den Aktionstag Infomaterial und Merchandising-Artikel bereit, und so sah man an diesem Tag oftmals Geocacher mit dem Aufdruck „Wissen ist Macht – macht mit“ und hübschen Wikipedia-Bleistiften durch Hückeswagen laufen. Norbert Bangert hofft nun, das durch die Aktion und die parallel laufende Öffentlichkeitsarbeit neue Schreiber für die Wikipedia gefunden werden. So bietet gerade die Liste der Hückeswagener Denkmäler in der Wikipedia einen idealen Ansatzpunkt.

Der Geocache wird in Kürze auch auf der öffentlichen Seite www.geocaching.com veröffentlicht werden. Um das Spiel nicht zu zerstören, werden Infos für Wikipedia Schritt für Schritt einfließen.

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Wiki Loves Monuments: Die Preisträger des deutschen Wettbewerbs

Am Wochenende tagte die Jury aus Wikipedianern und dem Chefredakteur des Deutschen Architektenblatts, Roland Stimpel, um die Preisträgerinnen und Preisträger des Fotowettbewerbs Wiki Loves Monuments zu bestimmen. Ausgewählt wurden 100 Bilder. Verschiedene Sponsoren und Wikimedia Deutschland ermöglichen es, dass alle platzierten Bilder mit Preisen ausgezeichnet werden können.

Darüber hinaus wird ein Sonderpreis für das beste Foto jedes Bundeslandes vergeben. Besonders erfreulich ist, dass unter den Gewinnern so viele neue Nutzer zu finden sind, die vor dem 1. September nicht auf Commons angemeldet waren (hier im Beitrag mit Neu! gekennzeichnet).

Und hier sind die ersten 10 Plätze, die gleichzeitig den deutschen Beitrag zum europäischen Wettbewerb darstellen. Die nächstplatzierten Bilder finden sich alle auf der Wikipedia-Projektseite zu Wiki Loves Monuments:

1. Platz und Landessieger Baden-Württemberg: Memorino mit Anhäuser Mauer

2. Platz: Mr Marc (Neu!) mit Halle II des Herschelbads in Mannheim

3. Platz und Landessieger Bayern: Gras-Ober mit Feldkapelle bei Filzbuch, Gemarkung Beuerbach

4. Platz und Landessieger Nordrhein-Westfalen: Wiegels mit Kreuz auf Heilig-Kreuz-Kirche in Gelsenkirchen

5. Platz und Landessieger Berlin: Honigdachs (Neu!) mit Flughafen Berlin-Tempelhof

6. Platz: Carschten mit Egelsbergmühle bei Krefeld

7. Platz und Landessieger Thüringen: Jwaller (Neu!) mit Warttürmchen im Park Hohenrode in Neuhausen

8. Platz: Detpurroc (Neu!) mit Schloss Köpenick

9. Platz: Wiegels mit Garagenanlage in Düsseldorf-Unterbilk

10. Platz und Landessieger Sachsen-Anhalt: Stepro mit Denkmalgeschützte Häuser in der Altstadt von Osterwieck

Einen herzlichen Glückwunsch an alle Gewinner und ein riesengroßes Dankeschön an die Organisatoren des Wettbewerbes – allen voran Elke und Kilian – sowie an die fleißige Jury. Das war wirkliche eine tolle und beeindruckende Aktion!

Bisher haben übrigens auch Schweden, Polen und Portugal ihre Gewinnerbilder veröffentlicht. Und nun sind wir gespannt, wie die europäische Jury entscheidet. Stay tuned!

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