Archiv für die ‘Freiwillige’ Kategorie



Etwas fürs Auge (und fürs Ohr und für den Magen) im Wedding

Ein Beitrag von Maria Heuschkel basierend auf einem Gespräch mit dem Wikipedia-Autoren Benutzer:BotBln zum Projekt WikiWedding in Berlin und einer Wanderausstellung zum Thema Wedding.

„WikiWedding heißt eben nicht nur der Ortsteil Wedding, sondern der alte Umfang: einschließlich Gesundbrunnen.“

Es geht also um den ehemaligen Verwaltungsbezirk Wedding – das heißt, es geht nicht um den heutigen Ortsteil Berlin-Wedding, sondern um das Gebiet der heutigen Ortsteile Wedding und Gesundbrunnen. Als eine der prägnantesten Erinnerungen des Abends habe ich als Gast bei der am 25. Januar 2017 stattgefundenen Vernissage des WikiWedding diese Information mit nach Hause genommen.

Die Freiwilligen um den WikiWeddding haben dabei in den Räumen des Nachbarschaftsladen der Initiative Buttmannstraße, in welchem der WikiWedding ein Zuhause gefunden hat, eine Einführung in den Wedding geboten, welche über allgemeine Informationsvorträge und Broschüren hinausgeht.

Highlights des Weddings (im alten Umfang) kennenlernen

„Das war ein kultureller Rundumschlag.“ stellt Benutzer: BotBln fest, mit welchem wir uns zusammengesetzt haben, um seine Perspektive auf den WikiWedding und die Vernissage zu erhalten. Bei den Ausstellungsstücken handelt es sich um 25 Bilder auf Hartschaumplatten mit unterschiedlichen Motiven aus dem Wedding. Die Anwesenden konnten dabei an einem kleinen Ratespiel teilnehmen, welche Motive denn nun genau gezeigt wurden und somit die Highlights des Weddings (im alten Umfang) kennenlernen. Die Motive wurden von einer Jury aus einem Fundus von 200 Bildern, die auf Commons liegen und in irgendeiner Verbindung zum Wedding stehen, ausgewählt. Dabei handelt es sich um „Altes und Neues, Renoviertes und Zerstörtes, Technisches und Naturnahes, Innen und Außen, von Oben betrachtet und im Untergrund, Künstlerisches und Alltägliches“, und es ging keineswegs darum, „dass die Fotos mit der höchsten Qualität das Rennen machen. Ziel kann sein zu zeigen, wie vielfältig und bunt dieser Teil Berlins ist“ wie uns BotBln mitteilt.

Darüber hinaus wurden die Gäste „mit zwei Vorträgen“ unterhalten, „die verschiedener nicht hätten sein können. Zum einem mit der puren Darstellung der Geschichte des Bezirkes und zum anderen einfach mal darzustellen, was mit einem Artikel (in diesem Falle zum Wedding) in seiner Zeit passiert. Vom ersten Einstellen, zu einem immer größer werdenden Artikel – bis hin zur völligen Zerstörung und Sekunden danach zur Wiederherstellung.“

Neben der Bebilderung des Weddings, welche sich die Freiwilligen seit 2016 verschrieben haben, wurden die gut 50 Gäste mit einem bunten Rahmenprogramm aus innovativen musikalischen Klängen und hausgemachter Berliner Verpflegung inklusive Wurst mit Schrippe unterhalten. BotBln hat auch erst nach der Vernissage erfahren, dass die kostenfreie Verpflegung der Gäste auf Vernissagen nicht mehr üblich sei, aber mit den „verschiedenen finanziellen Spendern des Abends haben wir es geschafft, dass es für die Gäste frei war.“

Neue Freiwillige sind herzlich willkommen

WikiWedding, ein Projekt, welches seit Anfang 2016 von Wikimedia Deutschland gefördert wird, beschäftigt sich vor allem um die Beackerung des Themenbereichs Wedding in der Wikipedia und will interessierten Weddingern und Nicht-Weddingern die Wikipedia und/oder diesen Teil Berlins näher bringen. Konkret geht es auch darum, „Leute zu treffen, die konkret an bestimmten Artikeln arbeiten. Im günstigsten Fall für uns (eben weil das unser Ansinnen ist) über den Wedding Artikel zu machen – das ist aber kein Muss.“ Dies wird ebenfalls durch regelmäßige Sprechstunden in der Schillerbibliothek in der Müllerstraße oder der Lorberg/Schultze-Berndt-Bibliothek in der Seestraße sowie durch Offene Sonntage im Nachbarschaftsladen der Initiative Buttmannstraße 16 erreicht: „Dann haben wir die Chance konkret bei Fragen von Außenstehenden oder Neu-Wikipedianern zu helfen: wenn es ein Problem gibt in Artikeln oder wenn jemand die Arbeit zurückgesetzt hat; wenn sie irgendwelchen Ärger kriegen oder Frust.“

Der Nachbarschaftsladen der Initiative Buttmannstraße war Veranstaltungsort der Vernissage im Januar und somit Anfangspunkt der geplanten Wanderausstellung. Auch Vertreterinnen der GESOBAU und von Gangway e. V., als Sponsoren des Ladens, waren dabei und haben ihrer Begeisterung für das Projekt in Grußworten zum Ausdruck gebracht. Dabei ist der Nachbarschaftsladen laut BotBln nicht seit Anfang an das Zuhause des Projekts gewesen, doch jetzt „ist das doch ein guter Platz um Leute einzuladen. Wir haben eine Heimat, wo man in Ruhe vor sich hinarbeiten kann. Wir fühlen uns komplett alle wohl und ich arbeite hier einfach an meinen Pflanzenartikeln weiter.“

Die Ausstellung soll auf Reise gehen

Ich habe im Rahmen des Ratespieles des Vernissage ganze zwei Motive zuordnen können und habe somit als frischgebackene Neu-Weddingerin (im heutigen Ortsteil Gesundbrunnen und im ehemaligen Verwaltungsbezirk Wedding) eher versagt. Die Ausstellung verweilt noch im Nachbarschaftsladen, bis sie an den nächsten Ausstellungsort geschickt wird. „Es soll erst einmal eine Wanderausstellung sein, die zunächst im Laden gezeigt wird und dann auf Reise geht: zum Beispiel in Bibliotheken oder in die Geschäftsstelle. Vielleicht auch in eine andere Stadt, wenn es jemand haben will.“

Auch wenn die Organisation der Veranstaltung, sowie die Koordinierung der verschiedenen Aufgaben (auch noch über den Jahreswechsel, über welchem sich die meisten im „Winterschlaf“ befanden) viel Stress für die Ehrenamtlichen bedeutete – „am Ende lief alles gut. Auch in allen verschiedenen Rollen, die ich an dem Abend hatte: die Betreiber zufrieden zu stellen, für Wikipedia und für den Nachbarschaftsladen.“

Ausgewählte Ausstellungsstücke

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Mach mit: Videos für den leichteren Einstieg bei Wikipedia

Wikipedia lesen ist für Viele ganz alltäglich. Dass aber alle auch mitschreiben und ihr Wissen einbringen können, ist oft nicht bekannt. Wichtig ist uns als Wikimedia Deutschland daher, schon zum Einstieg zu zeigen, dass Editieren in der Wikipedia Spaß macht. Durch Gespräche mit der Community sowie Erfahrungen aus dem Movement gehen wir davon aus, dass neue Autoren und Autorinnen mit dem Einsatz von Bewegtbild besser an die Hand genommen werden können. Im 4. Quartal 2016 haben wir daher drei verschiedene Videoformate produziert, die Neuautorinnen und -autoren auf verschiedenen Ebenen die Wikipedia näher bringen sollen.

 

Gemeinsam mit dem netzpolitischen Künstler Alexander Lehmann entstand dieses Attention-Desire-Action-Video (kurz ADA). Es ist ein humorvolles und niedrigschwelliges Video, das zeigt: „Cool! Bei der Wikipedia kann ich mitmachen!“. Es soll den Leserinnen und Leser der Wikipedia verdeutlichen, dass und wie sie sich aktiv beteiligen können. Für das Video wurde ein eigener Illustrationsstil entwickelt, der auch auf flankierenden Produkten eingesetzt werden kann. Das Video eignet sich gut, um außerhalb der Projekt- und Organisationswebseiten Aufmerksamkeit für Wikipedia und Wikimedia zu generieren.

 

 

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WikiWomen waren unterwegs in Berlin – wie war es?

Gastbeitrag von IvaBerlin

Bei monatlichen Treffen kommen seit 2013 erfahrene Wikipedianerinnen und interessierte Neu-Autorinnen in Berlin zusammen. Es werden sowohl offene Fragen zu Artikeln geklärt als auch gemeinsam editiert. Dabei fiel auf, dass es weiterhin viele Artikel in der Wikipedia gibt, die durch mehr weibliche Beteiligung entweder vom Blickwinkel her oder inhaltlich zu verbessern bzw. zu ergänzen wären.

Unabhängig davon wurde von den Frauen immer wieder festgestellt, dass es zu zahlreichen Berliner Frauenprojekten bislang keine eigenständigen Artikel in der Wikipedia gibt, obwohl sie immer wieder in Artikeln erwähnt werden. Als Beispiel sei Das Verborgene Museum genannt, welches seit 1986 Kunst von Frauen ausstellt. Auch der Ort namens „Treffpunkt und Kultur für Frauen Begine“ feierte 2016 sein 30-jähriges Jubiläum, fand jedoch bisher keine Artikel-Berücksichtigung. Daher wurde eine Lösung dafür gesucht und mit dieser Veranstaltungsreihe sollte daran etwas geändert werden.

WikiWomen unterwegs in Berlin bot im vergangenen Jahr Treffen an Frauen-Orten und -Treffpunkten sowie in der Geschäftsstelle von Wikimedia Deutschland an: Im jeweils ersten Monat eines Quartals wurde gemeinsam ein Besuch an einem solchen bisher unberücksichtigten Frauen-Projekt organisiert und beworben. In den darauf folgenden Monaten wurden diese Termine in der Praxis umgesetzt. Anschließend wurde der Artikel zu dem Frauen-Projekt in einem separaten Termin vervollständigt und in die Wikipedia verschoben.

Auf diese Weise stellten wir den ersten Artikel über „Das Verborgene Museum“ fertig. Daraus wurden dann letztlich 2 Artikel – einer über den Ort und einer über die Ausstellung. Außerdem entstanden in diesem Zusammenhang auch noch Artikel über einzelne Frauen wie z.B. der über Gisela Breitling und der über Alexandra Goy.

Im zweiten Quartal hatten wir Kontakt mit dem Frauenmuseum, wozu auch ein Artikel in Arbeit ist. Da dieses Projekt keinen festen „eigenen“ Ort hat, gelang es bisher nicht, den Artikel fertig zu stellen. Anschließend erfolgte der Besuch von Evas Arche – dem (einzigen) ökumenischen Frauenzentrum. Auch hier ist ebenso wie für die „Begine“ ein Artikel in Arbeit.

Während des Projektverlaufs stellte sich heraus, dass insgesamt deutlich mehr Zeit als ursprünglich gedacht gebraucht wird, um einen Artikel gemeinsam so weit zu bringen, dass alle Beteiligten zufrieden waren. Außerdem lässt sich bestätigen, was im Projekt „WikiWedding“ deutlich wurde: „Die […] Interessierten scheiterten an der „Kurz“einführung in Technik und erwartete Verhaltensweisen, die mittlerweile erstaunlich lange dauert.“

Zusammenfassend lässt sich festhalten: Alle Beteiligten waren erstaunt, wie lange es dauert, eigenständige Artikel über Frauenprojekte in der Wikipedia zu schreiben. Daher muss und wird es auf jeden Fall als Fortsetzung auch weiterhin Einzel-Veranstaltungen in dieser Richtung geben. Und: es lohnt sich!

Termine und Veranstaltungen für 2017

  • jeden 1. Mittwoch im Monat: WomenEdit in Berlin

Mitarbeit in der Wikipedia

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Bürgerschaftliches Engagement im digitalen Zeitalter und digitales bürgerschaftliches Engagement

Viel Spaß beim Lesen dieses Gastbeitrages von Rainer Sprengel vom Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement.

Digitales bürgerschaftliches Engagement ist bisher weder verstanden und hinreichend erforscht noch im Fokus der Engagementdiskussion. Dieser Beitrag will zeigen, worum es bei diesem Thema geht.

In der öffentlichen Diskussion wird bürgerschaftliches Engagement leicht auf Ehrenamt und Freiwilligentätigkeit verkürzt, was mit Blick auf digitales bürgerschaftliches Engagement schnell in die Irre führen kann. Tatsächlich ist mehr gemeint, denn bürgerschaftliches Engagement umfasst alle Formen privaten Engagements für das Gemeinwohl im öffentlichen Raum. Dieses Verständnis wurde vor 15 Jahren von der Enquete-Kommission „Zukunft des Bürgerschaftlichen Engagements“ des XIV. Deutschen Bundestages etabliert. Dadurch erhielten die Debatten über bürgerschaftliches Engagement in Deutschland und die Entwicklung engagementfördernder Strukturen einen heftigen, nachhaltigen Impuls.

Die verbreitetsten Formen bürgerschaftlichen Engagements sind in Deutschland die Zeitspende (Ehrenamt, Freiwilligentätigkeit und ähnliche Formen) und die Geldspende, doch es gibt viele weitere Formen. Eine große Bedeutung kommt zum Beispiel der persönlichen Reputation zu, den in der Öffentlichkeit bekannte Personen für das Gemeinwohl einsetzen können. Eine weitere Form ist die Verfügbarmachung eigener persönlicher Netzwerke – diese können für den privaten Nutzen eingesetzt werden, dann geht es um das berühmte Vitamin-B in Karrieren oder ebenso auch für das Gemeinwohl, dann handelt es sich um bürgerschaftliches Engagement. Der skeptische Blick auf das bürgerschaftliche Engagement von Unternehmern und Unternehmen hat auch damit zu tun, dass hier beides gleichzeitig passieren kann. In der Wissensgesellschaft stellt bürgerschaftliches Engagement, das Informationen und Wissen erzeugt und mit allen ohne Bezahlung teilt, eine besondere, wichtige Form des bürgerschaftlichen Engagements dar. Wissensspende ist nicht hinreichend durch die damit verbundene Zeitspende erfasst.

Notwendigkeit und Nutzen einer Diskussion über digitales bürgerschaftliches Engagement

Bürgerschaftliches Engagement ist die Grundlage des Zusammenlebens und Funktionierens unserer modernen, demokratischen Gesellschaft – das bleibt eine der zentralen Erkenntnisse der genannten Enquete-Kommission. Im bürgerschaftlichen Engagement wird gelernt und weitergegeben, dass es mehr gibt als familiäre Verpflichtungen und Blutsbande, dass wir uns freiwillig gegenüber Dritten verpflichten, die uns komplett unbekannt bleiben, die uns vielleicht auch völlig unsympatisch sein können. Wer in der Freiwilligen Feuerwehr ist, handelt immer für Alle, wer ehrenamtlich Wanderwege anlegt, weiß nicht, wer darauf laufen wird und wer einen Wikipediaartikel schreibt, weiß nicht, wer diesen für welchen Zweck lesen wird. Das Engagement der Vielen ist die materielle und strukturelle Grundlage des Reichtums von uns Allen und der Stabilität unserer Gesellschaft, unserer Wirtschaft und unseres Staates.

Deshalb ist die Frage danach, ob digitales bürgerschaftliches Engagement etwas Neues ist, von weitreichender Bedeutung. Handelt es sich nur um eine Formatänderung, also um alten, bekannten Wein in neuen Schläuchen oder geht es um eine Veränderung der Strukturen von bürgerschaftlichem Engagement insgesamt mit weitreichenden gesellschaftlichen Folgen?

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Geförderte Projekte aus den Communitys im Dezember 2016

Die folgende Liste zeigt eine Übersicht ausgewählter umgesetzter Aktivitäten, sowie regelmäßige Veranstaltungen, die von den Communitys organisiert wurden und mit Unterstützung durch das Team Ideenförderung im vergangenen Monat stattgefunden haben. Wer eigene Ideen und Projekte für die Erstellung, Sammlung und Verbreitung freier Inhalte mit Unterstützung von Wikimedia Deutschland umsetzen möchte, findet weitere Informationen unter Wikipedia:Förderung.

Festivalsommer

Beim Festivalsommer standen im letzten Monat drei Veranstaltungen auf der Agenda. Der vollständige Festivalplan ist in der Wikipedia zu finden.

Lokales

Ein Überblick über Aktivitäten lokaler Wikipedia-Communitys ist über Wikipedia:Lokales abrufbar. Einige Gruppen hinter den lokalen Räumen führen außerdem Blogs, über die eine Auswahl der dort stattgefundenen Veranstaltungen und Aktionen nachgelesen werden kann:

2.12.: Fotoprojekt Folk Metal Bands

Auregann war in Berlin unterwegs, um Bilder von Folk-Metal-Bands aufzunehmen. Damit sind freie Fotos der Band Feuerschwanz auf Wikimedia Commons entstanden.

2.–4.12.: Wikidata-Workshop für OKLabs

Ein Wochenende im Verschwörhaus Ulm ermöglichte interessierten OKLab-Mitgliedern, sich mit Wikidata vertraut zu machen, gemeinsam rund um das Thema freie Daten und Wikidata zu hacken und somit Wikidata als Datenfundus für Freies Wissen zu nutzen. (basierend auf einem Text von Robbi5, CC-by-sa 3.0)

3.12.: KulTour Kölner Rathausplatz

© Raimond Spekking / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons), Auftaktveranstaltung KulTour Prätorium-6854, CC BY-SA 4.0

Einige Stunden vor dem traditionellen Raymolaus-Treffen im Lokal K bekam eine Gruppe von Wikipedia-Aktiven im Prätorium von der Leitung des neuen LVR-Museums eine exklusive Führung durch das Museum.

3.12.: WikiLibrary Barcamp

In der Sächsischen Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (SLUB) fand das WikiLibrary Barcamp mit dem Titel „Bibliotheken im Netz – Digitale Allmende“ zum Thema Wikipedia und Bibliotheken statt, um die Begegnung zwischen Bibliothekarinnen und Bibliothekaren und Wikipedia-Aktiven zu fördern. Veranstaltet wurde das Barcamp von Wikimedia Deutschland, der SLUB Dresden und der Kampagne Netzwerk Bibliothek des Deutschen Bibliotheksverbands (dbv). (basierend auf einem Text von Sina Wohlgemuth (WMDE),  CC-by-sa 3.0)

3.-4.12.: JWPmeetup

Die Jungwikipedianer kamen im Dezember zu einem Treffen in Kassel zusammen, um sich mit dem Thema Neulingsgewinnung zu beschäftigen. Dabei wurde ein erstes Projekt in Angriff genommen, das insbesondere junge Menschen und Junggebliebene mit einer neuen Weboberfläche und passenden Hinweisen ansprechen soll. Erste Inhalte wurden erstellt, Designs diskutiert und Kommunikationsmöglichkeiten ausgelotet. Was sonst noch dort besprochen wurde, kann in dem Protokoll nachgelesen werden. Weiterlesen »

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Wikimedia Deutschland und Open Knowledge Foundation ermöglichen Zugang zu amtlichen Informationen ohne Gebühren

Bild: Stadtarchiv in Hall in Tirol von Eduard von Grützner (1846–1925), gemeinfrei

120 Euro für einen Datenbankabzug, 80 Euro für Kopien historischer Dokumente oder 250 Euro für eine Liste der Geschenke an die Staatssekretäre? Wer Anfragen nach dem Informationsfreiheitsgesetz (IFG) an deutsche Behörden stellt, muss Auskünfte mitunter fürstlich bezahlen. Bis zu 500 Euro können Bundesbehörden nach der Gebührenordnung des IFG pro Anfrage berechnen, Landesbehörden teilweise noch mehr. Dem Gesetz nach sollen die Gebühren allerdings nicht abschreckend sein: Damit „der Informationszugang wirksam in Anspruch genommen werden“ kann, sollen zum Beispiel einfache Anfragen kostenfrei bleiben.

In der Praxis schrecken Gebühren aber trotzdem ab. Nicht nur, weil sie oft zu hoch angesetzt werden, sondern auch, weil kaum jemand Hunderte Euro für die Arbeit von Behörden bezahlen will oder kann, die ohnehin schon durch Steuergelder finanziert worden sind. 75 Prozent aller Anfragen, für die Gebühren angesetzt werden, werden zurückgezogen – vor allem Auskunftsersuchen bei Jobcentern oder Schulen.

Das ist in Europa einmalig: In keinem anderen Land werden regelmäßig Gebühren für Auskünfte verlangt. Vor allem Menschen ohne hohes Einkommen sind damit de facto vom Zugang zu staatlichen Informationen ausgeschlossen.

Das ändern wir jetzt! Über Wikimedia Deutschland kann man sich diese Gebühren nun in einem Pilotprogramm mit einem formlosen Antrag erstatten lassen, sofern die Informationen für die Wikipedia, Wikidata oder andere Wikimedia-Projekte relevant sind und anschließend dort eingepflegt werden. Dazu steht zunächst ein Budget in Höhe von 5.000 Euro bereit. Genaueres zum Ablauf steht hier. Durch die Veröffentlichung auf FragDenStaat, einem Portal der Open Knowledge Foundation, können Informationen, die der Öffentlichkeit gehören, auch gesammelt von der Öffentlichkeit gefunden werden. Auf diese Weise lassen sie sich auch für Wikipedia-Artikel nutzen, anders als wenn nur Einzelpersonen per Post informiert werden.

Wir setzen uns damit für einen gerechten Zugang zu Wissen ein, der niemanden diskriminiert. Das ist mit einer klaren Forderung verbunden: Der deutsche Staat muss Gebühren für Auskünfte auch auf dem Papier abschaffen. Das bisherige System ist ineffektiv, ungerecht und entspricht nicht den Anforderungen an eine moderne Verwaltung.
Gebühren, die zu hoch sind oder rechtswidrig erhoben werden, zum Beispiel Auslagen, werden nicht übernommen. Eine Richtlinie, wann Gebühren zu hoch sind, bietet diese Verordnung. Hier ist der einzige Weg, gegen die Gebührenentscheidung Widerspruch einzureichen. Der kostet gewöhnlich 30 Euro – und kann nach vorheriger Rücksprache auch von Wikimedia Deutschland finanziert werden.

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Ein Jahr Zusammenarbeit mit dem Sonderforschungsbereich 933 an der Universität Heidelberg

Ein Beitrag von Marcus Cyron

Im Jahr 2016 wurde Wikipedia 15 Jahre als. Seit nun über 10 Jahren sucht die Wikipedia-Community den Kontakt mit akademischen Institutionen: mit Universitäten, Akademien und mit GLAM, also Galerien, Bibliotheken, Archiven und Museen. Mal funktioniert das besser, mal schlechter. Verschiedenste Modelle wurden probiert. Gemeinsame Tagungen, Fortbildungen, Schul- und Universitätsprojekte. Vielfach ist Interesse und großes Engagement von beiden Seiten vorhanden, denn nur so kann diese Zusammenarbeit funktionieren. Von einer überaus gut funktionierenden Kooperation möchte ich rückblickend auf das Jahr 2016 an dieser Stelle berichten. Weiterlesen »

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Geförderte Projekte aus den Communitys im November 2016

Die folgende Liste zeigt eine Übersicht ausgewählter umgesetzter Aktivitäten, sowie regelmäßige Veranstaltungen, die von den Communitys organisiert wurden und mit Unterstützung durch das Team Ideenförderung im vergangenen Monat stattgefunden haben. Wer eigene Ideen und Projekte für die Erstellung, Sammlung und Verbreitung freier Inhalte mit Unterstützung von Wikimedia Deutschland umsetzen möchte, findet weitere Informationen unter Wikipedia:Förderung.

Festivalsommer

Beim Festivalsommer standen im letzten Monat sechs Veranstaltungen auf der Agenda. Der vollständige Festivalplan ist in der Wikipedia zu finden.

Lokales

Ein Überblick über Aktivitäten lokaler Wikipedia-Communitys ist über Wikipedia:Lokales abrufbar. Einige Gruppen hinter den lokalen Räumen führen außerdem Blogs, über die eine Auswahl der dort stattgefundenen Veranstaltungen und Aktionen nachgelesen werden kann:

1.11.: Workshop: Videodreh mit dem Smartphone

Am 1. November veranstaltete der Heimatverein Lesum in Kooperation mit BremenpediA einen Workshop von und mit Matthias Süßen. Im Vortrag genannte Links, Hinweise auf Apps und weitere Informationen sind im Blog von Matthias Süßen zu finden. (basierend auf einem Text von Quarz, CC-by-sa 3.0)

4.11.: Sonderausstellung Klassische Archäologie der Uni Heidelberg

Seit einem Jahr gibt es eine immer intensiver werdende Zusammenarbeit mit dem SFB 933 Materiale Textkulturen der DFG an der Universität Heidelberg und darin involvierte Institutionen. Nach der GLAM-on-Tour-Station Anfang Oktober in Heidelberg soll dieses Projekt weiter am Leben gehalten werden. So wurden von dem Seminar für Klassische Archäologie zu dessen 150jährigem Jubiläum Vertreter der Wikipedia eingeladen. Marcus Cyron besuchte die Veranstaltung als Wikipedia-Community-Mitglied. (basierend auf einem Text von Marcus Cyron, CC-by-sa 3.0)

4.11.: 4 Jahre Wikidata

Wikidata wurde am 30. Oktober vier Jahre alt, was Anlass für eine Geburtstagsfeier in der Geschäftsstelle von Wikimedia Deutschland war und die Möglichkeit bot, sich mit international aktiven Wikidata-Nutzern auszutauschen.

6.–8.11.: Messe Schriftgut

Wikipedia-Aktive vertraten die freie Enzyklopädie mit einem Stand auf der Messe schriftgut in Dresden, um die eigene Arbeit im Dialog zu beleuchten und in Gesprächen über die Erstellungsweisen der Texte zu berichten. (basierend auf einem Text von Conny, CC-by-sa 3.0)

12.11.: Denkmalmesse Leipzig

Auf der Denkmalmesse Leipzig konnten Vertreterinnnen und Vertreter der Wikimedia-Community aus verschiedenen Bundesländern die Ergebnisse ihrer Projektarbeit vorstellen und über ihre Erfahrungen bei der Zusammenarbeit mit den zuständigen Einrichtungen der Denkmalpflege berichten. (basierend auf einem Text von Dr. Bernd Gross, CC-by-sa 3.0)

Überraschend durften sie außerdem die Goldmedaille für die besondere Aktivierung des bürgerschaftlichen Engagements entgegennehmen. Die Medaille wird an Standbetreibende vergeben, die herausragende Leistungen in der Denkmalpflege in Europa erbracht haben. Weiterlesen »

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„Wikipedia … das ist doch das, wo man draufklickt, oder?“

Ein Beitrag von Chiara Weiß und Bernd Gross

„Wikipedia … das ist doch das, wo man draufklickt, oder?“ … diese Frage war eine der ersten, die uns auf der 12. Leipziger „denkmal“, der europäischen Leitmesse für Denkmalpflege, Restaurierung und Altbausanierung, gestellt wurden. Es war überraschend und natürlich sehr schön zu sehen, wie groß die Neugier bezüglich der Wikipedia und der Schwesterprojekte sowie WMDE war. Neben allgemeinen Fragen zum Thema Wikipedia, Benutzerkonten, Finanzierung und Bearbeitungen wurden einige neue Accounts angelegt, Bilder in Artikel eingefügt und viel über GLAM, WMDE und alle Schwesterprojekte erklärt und erzählt.

Dank dem großen Interesse mussten wir nach drei Tagen auf der Messe keine (!!) von den aus Berlin mitgebrachten Materialien wieder zurückschicken.

Ein weiterer Satz, der häufiger zu hören war, war: „Ihr seid toll, macht weiter so, das ist ein super Projekt!“ – was natürlich für uns alle ein Lob ist, das wir uns immer wieder vor Augen führen sollten!

In den Mittelpunkt an unserem Stand stellten wir unsere großen Fotowettbewerbe WLM und WLM. Zwölf Poster zeigten das breite Spektrum der Denkmalfotografie; fünf Kalenderposter wurden gerne von den Besuchern mitgenommen. An zwei Monitoren liefen Fotogalerien, ebenso konnten wir viele Fragen zur Wikipedia allgemein beantworten.

Mit Blick auf die Gewinnung von Neulingen luden wir zur Mitarbeit ein und stellten wiederholt fest, dass viele gar nicht wissen, dass und wie sie bei diesem großen Puzzle des Weltwissens mitmachen können. Unter Schülern hatte sich herumgesprochen, dass man bei uns bei einem Quiz sein Wissen über Wikimedia testen könne. Fast alle erreichten die nötige Punktzahl und erhielten für eine erfolgreiche Teilnahme einen Wikipedia-Beutel.

Ein besonderes Highlight an unserem Stand bildeten fünf PediaPress-Bücher mit ausgewählten Artikeln zur Denkmalpflege, zu Kulturdenkmalen und Denkmallisten von Dresden und Leipzig. Für eine Online-Enzyklopädie etwas geradezu Exotisches. Viele Besucher nahmen gerne so mal „ein Stück Wikipedia in die Hand“ und nicht wenige fragten, ob sie diese Bücher auch kaufen könnten.

Ein ganz besonderer Moment ereignete sich um 11.00 Uhr am Sonnabend. Der dritte und letzte Messetag hatte begonnen. Gemeinsam mit ajepbah, Puusterke und Tilman2007 hatten wir zuvor unser Auftreten auf dem Denkmal-Forum um 13.00 Uhr abgestimmt und in der Präsentation die letzten Fehler ausgemerzt. Derweil hatten dat doris, Oberlausitz Matthes und Don-kun, der den bereits abgereisten Ludwig, Silvio ersetzte, die fünf Papierkorb-Magazine mit eingerollten Kalenderpostern inkl. Aufrufen zu WLE und WLM 2017 nachgeladen.  Nach zwei lebendigen Messetagen war es eine angenehme Ruhe vor dem letzten Ansturm.

Da erschien plötzlich die Leiterin der denkmal-Messe, Frau Ingrid Heinick, und erklärte uns, dass unsere Präsentation von 13.00 auf 16.30 Uhr verschobenen werden müsse, also fast ans Ende der Messe. Freude löste dies zunächst nicht aus, zumal Puusterke und Tilman dann schon auf der Rückreise sein sollten. Doch die Erklärung folgte sofort, als vier Vertreter der Protokollabteilung der Leipziger Messe erschienen und uns sagten: „Herzlichen Glückwunsch, Sie haben gewonnen … eine von zehn Goldmedaillen für herausragende Leistungen in der Denkmalpflege in Europa. Kommen Sie um 12.55 Uhr pünktlich zur Preisverleihung und zum anschließenden Sektempfang.“ Unser Team jubelte.

Viele Kontakte wurden während dieser drei Tage geknüpft bzw. deutlich vertieft. Dies betrifft die Zusammenarbeit mit Institutionen der Denkmalbranche, mit Stiftungen, Verbänden sowie Ministerien. Und zahlreiche neue Projektideen befinden sich in der Reifephase und werden bald das neue Ideenportal von WMDE anreichern.

Natürlich präsentierten wir uns auch vor gut einem Dutzend Zuhörer am Ende der Messe, zusammen mit ajepbah und Boshomi. Nach fünfjähriger Team-Arbeit konnte Boshomi, als Vertreter unserer Wikipedianer-Kollegen aus Österreich, die Fertigstellung der dortigen Denkmallisten in der Wikipedia verkünden. Zu 95 % sind die 37 Tausend Denkmale listenmäßig erfasst, mit Geokoordinaten versehen und zum größten Teil bebildert. Im gleichen Zeitraum kommen wir in Deutschland auf rund 50 %, wobei es hierzulande aber rund 900 Tausend Kulturdenkmale gibt. Bei der Erstellung einer Online-Denkmaltopographie für Sachsen werden wir 2017 mit der Freischaltung der amtlichen Denkmallisten im Frühjahr ein großes Stück Arbeit vor uns haben. Diese Chance gilt es zu nutzen.

Der Geschäftsführer der Leipziger Messe, Markus Geisenberger, zog nochmals kurz vor Messeschluss seine Hallenrunde, nicht ohne uns nochmals zu beglückwünschen, seinem Wunsch auf unsere Teilnahme an der denkmal 2018 Ausdruck zu verleihen und uns auch zur kommenden Buchmesse im März 2017 willkommen zu heißen.

Siehe auch: Leipziger Denkmal-Gold für Wikimedia Deutschland

Weitere Fotos auf Commons

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2 Millionen Artikel in der deutschsprachigen Wikipedia

Am 19. November 2016‎ um 17:14 Uhr legte die Wikipedianerin Ra′ike einen Eintrag über das Mineral „Michenerit“ an. Es wurde der zweimillionste Artikel der deutschsprachigen Wikipedia.

In nur 15 Jahren hat die Community der deutschsprachigen Wikipedia-Autorinnen und -Autoren eine unglaubliche Menge an Wissen zusammengetragen. Nur mit ihrem ehrenamtlichen Engagement konnte Wikipedia zu einer der beliebtesten Websites und zur größten Online-Enzyklopädie überhaupt werden. Alleine im vergangenen Oktober wurden in der deutschsprachigen Wikipedia Bearbeitungen von über 16.000 Menschen getätigt. (Quelle)

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